DE4111265A1 - Umlaufbiege-pruefvorrichtung, insbesondere fuer eine kraftfahrzeugfelge - Google Patents
Umlaufbiege-pruefvorrichtung, insbesondere fuer eine kraftfahrzeugfelgeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Umlaufbiege-Prüfvorrichtung gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Grundsätzliche Voraus
setzung für ein brauchbares Prüfergebnis ist eine derartige
Ausgestaltung der Prüfvorrichtung, daß sie die Betriebsbedingungen
des Prüflings möglichst genau nachbildet, in ihm also während
des Prüfverfahrens möglichst die gleichen Spannungen und Momente
vorliegen wie während des Betriebs, bei einer Kraftfahrzeugfelge
also während des Fahrbetriebs, insbesondere während Kurvenfahrten.
Diese Voraussetzung ist bei bekannten Umlaufbiege-Prüfvorrichtun
gen nicht im erforderlichen Maße erfüllt.
Betrachtet man zur Erläuterung der der Erfindung zugrundeliegen
den Problematik zunächst die Fig. 1 und 2, in denen schema
tisch die bei Kurvenfahrt auf eine Fahrzeugfelge ausgeübten
Kräfte und Momente dargestellt sind, so erkennt man in Fig. 1,
daß auf die Felge 1, die in üblicher Weise starr mit dem Achs
zapfen 2 verbunden ist, von der Straßenoberfläche 3 her die
Aufstandskraft FA wirkt, und daß bei Kurvenfahrt die dann vom
Fahrzeug her auf den Achszapfen 2 ausgeübte Querkraft -Fs kompen
siert wird durch die gleich große, aber entgegengesetzt gerichtete,
von der Reibung der Straßenoberfläche ausgeübte Kraft Fs. Die
beiden letztgenannten Kräfte bilden also ein Kräftepaar, dessen
Angriffspunkte um den halben Durchmesser D der Felge (bei bereif
ter Felge: Rollradius) gegeneinander versetzt an dieser liegen.
In Fig. 2 ist auch der Verlauf des von dem beschriebenen Kräfte
paar ausgeübten Moments innerhalb der Felge 1 dargestellt. Ent
scheidend für die sich im tatsächlichen Betrieb des Prüflings
einstellenden Kräfte- und Momentenbeanspruchungen ist eine
Unsymmetrie bezüglich der Felgen- oder Drehachse 4.
Fig. 3 zeigt den üblichen Aufbau einer Umlaufbiege-Prüfvorrich
tung, Fig. 4 in Analogie zu Fig. 2 eine Darstellung nicht
nur der Kräfte, sondern auch des Momentenverlaufs im Prüfling.
Der wiederum mit 1 bezeichnete, starr mit dem Achszapfen 2
verbundene Prüfling ist in der Aufnahme 10 gehalten, die
ihrerseits in Drehverbindung mit einem im Gestell 11 der
Prüfvorrichtung enthaltenen Antrieb steht. Die Aufnahme 10
enthält als wesentliche Bestandteile den Flansch 12, der
eine Abstützung der dem Achszapfen 2 abgekehrten Stirnseite
des Prüflings darstellt, sowie den Spannring 13, der mittels
Schraubverbindungen 14 am Flansch 12 gehalten ist und dazu
dient, zusammen mit dem Flansch 12 eine axiale Halterung
des Prüflings 1 vorzunehmen. Die Abstützung desselben in
Umfangsrichtung kann beispielsweise durch eine den in Fig. 3
linken Rand des Prüflings 1 aufnehmende Vertiefung im Flansch 12
gebildet sein.
Zur Nachbildung der in den Fig. 1 und 2 im Betrieb auftre
tenden Belastung -FA wird in der Anordnung nach den Fig. 3
und 4 auf den Radzapfen 2 die Belastungskraft FV aufgebracht,
und zwar in einem vorgegebenen Abstand 1 von der Mittelebene
des Prüflings 1, so daß sich in dem Achszapfen 2 der in Fig. 4
dargestellte Momentenverlauf über der Länge 1 ergibt. Dieses
Moment wird durch ein von der Aufnahme 10 erzeugtes Gegenmoment
kompensiert, und zwar dadurch, daß sich der Prüfling 1 in
Fig. 3 rechts oben am Spannring 13 und links unten am Flansch 12
abstützt. Diese Stellen der Aufnahme 10 üben die in Fig. 4
mit Fho und Fhu bezeichneten Reaktionskräfte aus; der Verlauf
der von diesen Reaktionskräften im Prüfling 1 erzeugten Reaktions
momente ist in Fig. 4 ebenfalls eingetragen. Bereits aus
dieser Figur erkennt man, daß - in Abweichung von den im
Betrieb des Prüflings 1 vorliegenden Verhältnissen gemäß
Fig. 2 - während der Prüfung bezüglich der Drehachse 4 symme
trische Verhältnisse vorliegen.
Noch deutlicher läßt dies Fig. 5 erkennen, in der angenommen
ist, daß der Prüfling 1 eine Felge ist und gerade eine der
zu seiner Befestigung dienenden Radschrauben - mit 15 be
zeichnet - oben steht, während eine andere Radschraube 16
sich gerade in der Zeichenebene unten befindet. Die Radschrauben
liegen auf einem Kreis mit dem Durchmesser x, und die an
den Radschrauben 15 und 16 auftretenden Kräfte sind mit Fo
und Fu bezeichnet. Die erwähnte Symmetrie der Belastungsver
hältnisse in der bekannten Prüfvorrichtung gemäß Fig. 3 kommt
dadurch zum Ausdruck, daß die Kräfte Fo und Fu betragsmäßig
gleich groß sind.
Wie durch diese Betrachtungen anschaulich gezeigt, besitzen
die bekannten Umlaufbiege-Prüfvorrichtungen also den grundsätz
lichen Nachteil, daß sie über den Durchmesser des Prüflings
symmetrische Belastungen in ihm hervorrufen, während die
betriebsmäßigen Belastungen durch eine deutliche Unsymmetrie
bezüglich der Drehachse bzw. der Achse des Prüflings gekenn
zeichnet sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße
Umlaufbiege-Prüfvorrichtung zu schaffen, die mit geringem
Aufwand sicherstellt, daß sich während des Prüfvorgangs am
und im Prüfling unsymmetrische Belastungsverhältnisse ent
sprechend den sich im Betrieb des Prüflings tatsächlich ein
stellenden Belastungen ergeben.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht in einer
Umlaufbiege-Prüfvorrichtung mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Hauptanspruchs, vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung
beschreiben die Unteransprüche.
Die Erfindung geht also von der Erkenntnis aus, daß für die
realitätsfremde Symmetrie der Belastungsverhältnisse, die
sich bei den bekannten Prüfvorrichtungen dieser Art einstellt,
letztlich die Einspannung des Prüflings in Richtung seiner
Achse in der Aufnahme verantwortlich ist, und vermeidet den
daraus resultierenden Nachteil des Standes der Technik dadurch,
daß zwar die Abstützung der dem Achszapfen und damit der
Prüfkrafteinleitung abgekehrten Stirnseite des Prüflings
beibehalten bleibt, jedoch auf eine Abstützung der achszapfen
seitigen Stirnseite des Prüflings verzichtet und statt dessen
im Bereich der Dreh- oder Prüflingsachse eine zugfeste Anlenkung
des Achszapfens vorgesehen wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand
der Fig. 6, 7 und 8 erläutert, von denen
Fig. 6 einen Axialschnitt durch die Aufnahme mit
den während des Prüfverfahrens auftretenden
Kräften,
Fig. 7 die Belastungen des Prüflings und
Fig. 8 eine Darstellung entsprechend Fig. 5 wiedergeben.
Betrachtet man zunächst Fig. 6, so ist der wiederum mit 1
bezeichnete Prüfling, der starr mit dem in Fig. 6 nach rechts
weisenden Achszapfen 2 verbunden ist und von einem nicht
gezeichneten Antriebsmotor der Prüfvorrichtung her um die
Drehachse 4 gedreht wird, in der Aufnahme 20 gehalten, die
als wesentliche Bestandteile die mit dem nicht gezeichneten
Antriebsmotor in Drehverbindung stehende Scheibe 21 und den
nur die Aufstandskraft FVm aufnehmenden, am Umfang des Prüflings 1
angreifenden Ring 22 enthält. Dieser Ring ist bei 23 im Längs
schnitt ballig ausgeführt, so daß sich der Prüfling 1 an
ihm in Umfangsrichtung im wesentlichen längs einer Umfangslinie
definiert abstützt und relative Schwenkbewegungen ausführen
kann. Der Ring 23 kann übrigens durch eine konische Form
der (in Fig. 6 nach rechts weisenden) Auflagefläche der Scheibe 21
ersetzt sein. Wiederum wirkt auf die durch Prüfling 1 und
Achszapfen 2 gebildete starre Anordnung im Abstand l von
der Mittelebene des Prüflings die Belastungskraft Fv ein,
so daß sich der in Fig. 7 dargestellte Momentenverlauf im
Achszapfen 2 ergibt. Zur Kompensation dieses Moments dient
einerseits die Abstützung des in Fig. 6 linken unteren Bereichs
der Stirnfläche 24 des Prüflings 1 an der Scheibe 21, die
dort eine Kraft Fhu auf den Prüfling 1 ausübt, und die im
wesentlichen durch die Zugstange 25 gebildete gelenkige Zugver
bindung zwischen dem prüflingsseitigen Ende der Radnabe 2
einerseits und dem zentralen Bereich 26 der Scheibe 21 anderer
seits; die Zugstange 25 verläuft im wesentlichen auf der
Drehachse 4. Die - der Gegenkraft Fhu entgegengerichtete -
Zugkraft Fhm, die durch die Zugverbindung 25 ausgeübt wird,
hat den in Fig. 7 aufgetragenen Momentenverlauf über dem
unteren Radius des Prüflings 1 zur Folge, so daß sich, wie
ein Vergleich mit Fig. 2 zeigt, in gewünschter Weise unsymme
trische Belastungsverhältnisse während des Prüfvorgangs ein
stellen, wie sie auch im Betrieb des Prüflings vorliegen.
Fig. 8 zeigt die Verhältnisse im Bereich der oberen und unteren
Radschraube 15 und 16 bei Beanspruchung der Felge 1 durch
eine Seitenkraft -Fs (unter Vernachlässigung der Aufstandskraft).
Auch hier erkennt man deutlich den unsymmetrischen Momentenver
lauf über dem Durchmesser des Prüflings 1, wobei charakteristisch
die Tatsache ist, daß, wie sich leicht zeigen läßt, die Kraft Fu
betragsmäßig um den Betrag der Seitenkraft Fs größer ist
als die Reaktionskraft Fo.
Verständlicherweise kann die Radlast durch entsprechende
Wahl der Prüfkraft FV eingestellt werden. Durch Veränderung
der "Hebelarmlänge" l kann das Verhältnis von Seitenkraft Fs
zu Aufstandskraft FA eingestellt werden. Die Grenzen sind
gegeben durch Geradeausfahrt, d. h. Fs=0; dann ist l=0.
Für Kurvenfahrt mit maximaler Querbeschleunigung und µ=1
ist auch das Verhältnis 1, und es ergibt sich für den Hebel
arm
Mit der Erfindung ist demgemäß eine gattungsgemäße Umlaufbiege
Prüfvorrichtung geschaffen, die eine optimale Annäherung
der Prüfbedingungen an die im Betrieb des Prüflings tatsächlich
auftretenden Belastungsverhältnisse ermöglicht.
Claims (5)
1. Umlaufbiege-Prüfvorrichtung mit einer Aufnahme für einen
Prüfling, insbesondere eine Kraftfahrzeugfelge, der starr
mit einem über eine seiner Stirnseiten herausragenden
Achszapfen zur Aufbringung von Kräften zur Nachbildung
im Betrieb des Prüflings auftretender Momente versehen
ist, wobei die Aufnahme - neben einer Umfangsabstützung
für den Prüfling - eine Abstützung für die dem Achszapfen
abgekehrte andere Stirnseite des Prüflings zur Erzeugung
von Reaktionsmomenten enthält, dadurch gekennzeichnet,
daß unter Verzicht auf eine axiale Einspannung des Prüflings (1)
ferner eine längs seiner Achse (4) verlaufende zugfeste
Anlenkung (25) des prüflingsseitigen Endes des Achszapfens (2)
vorgesehen ist.
2. Prüfvorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
zugfeste Anlenkung (25) des Achszapfens (2) an einem zen
tralen Bereich (26) eines zugleich die Abstützung bildenden
scheibenartigen Teils (21) der Aufnahme (20).
3. Prüfvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die zugfeste Anlenkung eine Zugstange (25) enthält.
4. Prüfvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die zugfeste Anlenkung eine Zugfeder enthält.
5. Prüfvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Umfangsabstützung durch einen
Ring (22) mit Umfangslinienberührung (23) des Prüflings (1)
gebildet ist.
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-
1991
- 1991-04-08 DE DE4111265A patent/DE4111265C2/de not_active Expired - Fee Related
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