DE4039145A1 - Verfahren zum erfassen der blickrichtung des menschlichen auges - Google Patents
Verfahren zum erfassen der blickrichtung des menschlichen augesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
Es ist bereits eine Vorrichtung zum
Erfassen der Blickrichtung bekannt, die mit einem Liniensen
sor arbeitet. Dieser ist eine photoleitfähige Anordnung von
Bitelementen, auf die paralleles Licht fällt, welches auf
den Augapfel gerichtet ist und daran reflektiert wird. Das
Ausgangssignal des Liniensensors dient zum Erfassen der
Blickrichtung. Das an dem Augapfel reflektierte Licht ent
hält ein Spitzensignal (d. h. das erste Purkinje-Bild), das
die Spitzenposition entsprechend der Blickrichtung ändert.
Ferner enthält es ein Signal (erster Signalpegel) entspre
chend dem an der Iris reflektierten Licht und ein Signal
(zweiter Signalpegel) entsprechend dem am Augenhintergrund
reflektierten Licht. Der Änderungspunkt zwischen dem ersten
und dem zweiten Signalpegel ergibt eine Information über die
Position der Innenkante der Iris und entsprechend dem Rand
der Pupille. Die Blickrichtung kann damit aus der Informa
tion der Position des Pupillenrandes und der Position des
Spitzensignals abgeleitet werden.
Bei diesem bekannten Erfassungsverfahren kann die Position
des Spitzensignals relativ leicht und genau festgestellt
werden, jedoch ist es sehr schwierig, den Änderungspunkt
(Grenze) zwischen dem ersten Signalpegel und dem zweiten
Signalpegel festzustellen, da diese ein Rauschen enthalten.
Die ungenaue Erfassung des Pupillenrandes führt zu einer
entsprechend ungenauen Bestimmung der Blickrichtung.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zum
Erfassen der Blickrichtung anzugeben, mit dem der Änderungs
punkt zwischen zwei Signalanteilen genau festzustellen ist,
die auf einen Lichtanteil durch Reflexion am Augapfel bzw.
an der Iris und auf einen Lichtanteil durch Reflexion am
Augenhintergrund zurückgehen und ein Rauschen enthalten.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der
Unteransprüche.
Bei einem Verfahren nach der Erfindung wird der Änderungs
punkt in zwei Schritten erfaßt. Bei dem ersten Schritt wird
er provisorisch und beim zweiten Schritt genau aufgrund von
Daten erfaßt, die die Position des provisorisch bestimmten
Änderungspunktes angeben. Wenn der Liniensensor im zweiten
Erfassungsschritt kein Ausgangssignal abgibt, werden die
Positionsdaten des provisorisch bestimmten Änderungspunktes
dazu benutzt, ihn und damit die Blickrichtung zu bestimmen.
Dabei kann so vorgegangen werden, daß nach dem ersten
Schritt festgestellt wird, ob Positionsdaten über den Ände
rungspunkt aus den Positionsdaten des provisorisch ermittel
ten Änderungspunktes erhalten wurden, worauf dann in einem
weiteren Schritt die endgültigen Positionsdaten des Ände
rungspunktes ermittelt werden. Sollten diese endgültigen
Daten nicht verfügbar sein, so werden die Daten des proviso
risch ermittelten Änderungspunktes als endgültige Daten verwendet.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
Fig. 1 eine diagrammartige Darstellung eines Ausfüh
rungsbeispiels der Erfindung,
Fig. 2 eine schematische Darstellung der Hauptteile
eines optischen Systems zur Durchführung des
Verfahrens,
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines Sucher
bildes einer einäugigen Spiegelreflexkamera,
die mit einer Blickrichtungserfassung ausge
rüstet ist,
Fig. 4 eine beispielsweise Darstellung eines ersten
Purkinje-Bildes, das unter Verwendung einer
Blickrichtungserfassung nach der Erfindung
erzeugt wird,
Fig. 5 eine Darstellung ähnlich Fig. 4 zum Erklären
des Verfahrensablaufs zum Ableiten der Posi
tion eines Spitzenwertes (Spitzenposition) in
einer Signalverarbeitungsschaltung nach Fig.
2 durch Interpolation,
Fig. 6 das Diagramm eines Verfahrens zum Entfernen
einer Spitzenkomponente aus einem Signalver
lauf einer photoelektrischen Anordnung,
Fig. 7 eine Musterkurve für das Signal einer photo
elektrischen Anordnung,
Fig. 8 das Ausgangssignal einer photoelektrischen
Anordnung bei der Erfindung und
Fig. 9 bis 12 Flußdiagramme des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
Die folgende Beschreibung betrifft ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung, das in dem Autofokus-System einer einäugigen
Spiegelreflexkamera eingesetzt wird.
Fig. 3 zeigt das Sucherbild einer einäugigen Spiegelreflex
kamera mit drei Scharfstellzonen 11, 12 und 13. Der Abstand
zwischen den Mitten dieser Scharfstellzonen 11, 12 und 13
beträgt in der Praxis etwa 9 mm. Eine einäugige Spiegelre
flexkamera hat nicht dargestellte optische Autofokussysteme
entsprechend den Scharfstellzonen 11, 12 und 13. Diese Sy
steme haben Scharfstellzonen (nicht dargestellt) entspre
chend den Zonen 11, 12 und 13 an Positionen, die zu den
Scharfstellzonen 11, 12 und 13 konjugiert sind. Die opti
schen Autofokussysteme entsprechend den Scharfstellzonen 11,
12 und 13 haben, wie Fig. 2 zeigt, CCD-Elemente 14, 15 und
16. Auf diesen werden Objektbilder 17, 18 und 19 mit zwei
Separatorlinsen (nicht dargestellt) erzeugt, die jeweils
einen Teil eines optischen Autofokussystems bilden.
Die CCD-Elemente 14, 15 und 16 werden wahlweise entsprechend
einem Ausgangssignal einer Prozessorschaltung 20 einer Ein
richtung zum Erfassen der Blickrichtung angesteuert, die
noch erläutert wird.
Die folgende Beschreibung betrifft den allgemeinen Aufbau
eines optischen Systems der Einrichtung zum Erfassen der
Blickrichtung.
In Fig. 2 sind ein Pentaprisma 21, eine Okularlinse 22, ein
Kamera-Gehäuserahmen 23, ein Lichtübertragungssystem 24 zum
Erfassen der Blickrichtung, ein Lichtempfangssystem 25 zum
Erfassen der Blickrichtung und ein Bildteiler 26 darge
stellt. Das Lichtübertragungssystem 24 hat eine Lichtquelle
27′ und ein Kompensationsprisma 28′. Die Lichtquelle 27′
gibt Infrarotlicht ab, das über das Kompensationsprisma 28′
und das Pentaprisma 21 auf die Okularlinse 22 gerichtet
wird, so daß es damit parallel gebündelt wird. Das parallele
Infrarotlicht wird einem Sucherfenster 28 über den Bildtei
ler 26 zugeführt. Wenn der Kamerabenutzer mit seinem Auge 29
das Sucherfenster 28 betrachtet, so kann er die Objekte 17,
18 und 19 (Fig. 3) sehen. Gleichzeitig fällt das parallele
Infrarotlicht zum Erfassen der Blickrichtung auf sein Auge.
Durch die Projektion des parallelen Infrarotlichts wird ein
erstes Purkinje-Bild PI auf der Hornhaut 30 des Auges 29
erzeugt, das in Fig. 4 gezeigt ist. Ein Teil des Infrarot
lichts erreicht den Augenhintergrund durch die Hornhaut 30
hindurch. Bekanntlich ändert sich die Position des ersten
Purkinje-Bildes PI mit der Drehung des Augapfels, die die
Blickrichtung ändert. Entsprechend kann der Drehwinkel des
Augapfels durch die Positionsbeziehung des ersten Purkinje-
Bildes PI und der Mitte 32 (oder des Randes) der Pupille 31
bestimmt werden. Das am Augenhintergrund und das an der
Hornhaut 30 reflektierte Licht fallen wiederum durch das
Sucherfenster 28 auf den Bildteiler 26. Dadurch werden beide
Lichtanteile durch den Bildteiler 26 zu dem Lichtempfangs
system 25 reflektiert. Dieses enthält eine Kondensorlinse
33, einen Spiegel 34, eine Bilderzeugungslinse 35 und einen
ersten Dimensions-Liniensensor (CCD) 36, der eine große Zahl
photoleitfähiger Bitelemente vorbestimmter Breite hat. Das
Bild des am Augenhintergrund reflektierten Lichts und das
erste Purkinje-Bild PI mit dem an der Hornhaut 30 reflek
tierten Licht werden in dem ersten Dimensions-Liniensensor
36 erzeugt. Dieser gibt ein photoelektrisches Signal ent
sprechend diesen Bildern ab. Die Kurve 3 dieses Signals
enthält eine Spitzenkomponente 1 entsprechend dem ersten
Purkinje-Bild PI, eine Signalkomponente 2 entsprechend dem
am Augenhintergrund reflektierten Licht und eine Signalkom
ponente 4 entsprechend dem an der Iris reflektierten Licht,
wie Fig. 6 und 7 zeigen. Das die Kurve 3 bildende photoelek
trische Signal wird der Prozessorschaltung 20 zugeführt.
Fig. 6 und 7 zeigen ein ideales Muster der photoelektrischen
Signalkurve 3. Nimmt man an, daß der Teil 4 entsprechend dem
an der Iris reflektierten Licht der erste Signalpegel und
der Teil 2 entsprechend dem am Augenhintergrund reflektier
ten Licht der zweite Signalpegel ist, so gibt es einen kla
ren Unterschied zwischen den beiden Teilen 4 und 2, der auf
unterschiedliche Reflexionsfähigkeit zurückzuführen ist. Die
Grenzen (Änderungspunkte) 5 zwischen den beiden Signalpegeln
bestimmen zwei diametral einander gegenüberliegende Punkte
37 der Pupille. Die Blickrichtung wird entsprechend der
relativen Positionsbeziehung zwischen der Spitzenkomponente
1 aus dem ersten Purkinje-Bild PI und der Pupille (d. h. der
Mitte zwischen den beiden Punkten 37) bestimmt. Es ist sehr
wichtig, die Änderungspunkte 5 genau zu bestimmen, damit
sich die genaue Blickrichtung ergibt.
Es ist nicht schwierig, die Änderungspunkte 5 in Fig. 6 und
7 zu erfassen, in denen die Punkte 5 klar auftreten. Die
Kurve 3 des photoelektrischen Signals hat in der Praxis
jedoch nicht derart klare Änderungspunkte.
Um diese Änderungspunkte dennoch zu bestimmen, führt die
Signalprozessorschaltung 20 die folgenden Operationen ent
sprechend einem vorbestimmten arithmetischen Programm durch.
1. Erfassen der Position des ersten Purkinje-Bildes PI:
1.1 Erfassen eines Bitelements entsprechend dem Spitzenwert
der Kurve 3 des photoelektrischen Signals. In diesem
Schritt wird zum Erhalten eines Maximalwertes nach
einem an sich bekannten Verfahren ein Anfangswert
Vmax=0 (Schritt 1 in Fig. 9) in einen Maximalwertspei
cher (nicht dargestellt) als provisorischer Maximalwert
Vmax eingesetzt. Die Bitelemente des ersten Dimensions
Liniensensors, deren Zahl N ist, werden nacheinander
von links nach rechts erhalten, um ein Bitelement zu
finden, das einen über den provisorischen Maximalwert
Vmax hinausgehenden Wert abgibt. Das so erfaßte Bitele
ment wird erneuert als ein Bitelement mit einem zweiten
provisorischen Maximalwert Vmax, so daß die Adresse
Imax des Bitelements entsprechend dem zweiten proviso
rischen Maximalwert Vmax in einem Bitadressenspeicher
(nicht dargestellt) gespeichert wird.
Mit anderen Worten: Der zweite provisorische Maximal
wert Vmax wird mit dem Ausgangssignal V(I) des Bitele
ments Nr. I in Schritt S2 verglichen. Wenn V(I) ≧ Vmax,
so werden in Schritt S3 Vmax=V(I) und Imax=I gesetzt.
Wenn andererseits V(I)<Vmax, so wird die Adresse des
Bitelements in Schritt S4 um 1 erhöht und die Operation
des Schritts S2 wiederholt.
Die vorstehend erläuterten Operationen der Schritte S1
bis S4 werden wiederholt, bis I=N, die vorstehenden
Operationen werden also für das letztgültige Bitelement
(N-tes Bitelement) durchgeführt. Entsprechend wird ein
realer Maximalwert (Spitzenwert) Vmax in dem Maximal
wertspeicher gespeichert, und die Adresse Imax des ent
sprechenden Bitelements wird in dem Bitadressenspeicher
gespeichert.
1.2 Erfassen der Position des ersten Purkinje-Bildes PI als
eine Interpolationskoordinate Xpeak unter Verwendung
des Bitelements, welches den Maximalwert abgibt (Fig.
5 und 9). In diesem Schritt werden die Zahl Imax des
Bitelements und der reale Maximalwert Vmax aus dem
Bitadressenspeicher bzw. dem Maximalwertspeicher gele
sen. Danach wird die Zahl Imax-1 des nächsten, links
von Imax liegenden Bitelements aus dem Bitadressenspei
cher gelesen, so daß der Ausgangswert V(Imax-1) des
Bitelements Imax-1 als V-1 in dem Maximalwertspeicher
gespeichert wird.
Ferner wird die Zahl Imax+1 des nächsten Bitelements
rechts von Imax aus dem Bitadressenspeicher gelesen, so
daß der Ausgangswert V(Imax+1) des Bitelements Imax-1
als V+1 in dem Maximalwertspeicher gespeichert wird
(Schritt S5).
Danach wird in Schritt S6 geprüft, ob V-1 V+1 ist.
Dann geht die Steuerung zu Schritt S7 oder S8, um die
Interpolationskoordinate Xpeak zu erhalten.
Wenn das Ausgangssignal V-1 des Bitelements Imax-1
gleich dem Ausgangssignal V+1 des Bitelements Imax+1
ist, so kann davon ausgegangen werden, daß der Spitzen
wert an der zentralen Position des Bitelements Imax
gegeben ist. Da aber das Ausgangssignal V-1 normaler
weise nicht gleich dem Ausgangssignal V+1 ist und da
das Bitelement eine gewisse Breite hat, wird der Wert
Xpeak durch Interpolation abgeleitet.
Wenn in Schritt S6 V-1 V+1 festgestellt wird, so er
gibt sich ein Schnittpunkt der Linien A und B (Fig. 5)
in Schritt S8 durch die folgende Gleichung, die mathe
matisch die Steigung einer Linie angibt:
Xpeak = Imax + 1 - [{2 · Vmax - (V-1 + V+1)}/2 · (Vmax - V-1)]
Wenn in Schritt S6 V-1<V+1 festgestellt wird, so wird
in Schritt S7 stattdessen die folgende Gleichung angewendet:
Xpeak = Imax - 1 + [{2 · Vmax - (V-1 + V+1)}/2 · (Vmax - V-1)]
Somit kann die Position des ersten Purkinje-Bildes PI
als die Interpolationskoordinate Xpeak erhalten werden
aus dem Bitelement, das einen Spitzenwert ergibt, und
zwei weiteren Bitelementen beiderseits dieses Bitele
ments.
2. Entfernen von Bitelementen des ersten Purkinje-Bildes
PI aus dem zu bearbeitenden Objekt.
In diesem Verfahren werden die Bitelemente entsprechend
der Spitzenkomponente 1 (Fig. 6) aus der Operation
entfernt. Dies kann erreicht werden, indem die Aus
gangssignale der Bitelemente rechts und links des Bit
elements Imax nicht gelesen werden. In Fig. 6 werden
die Bitelemente in einem Bereich C aus dem zu bearbei
tenden Objekt entfernt.
Die Zahl der zu entfernenden Bitelemente hängt von den
optischen Eigenschaften der Einrichtung zur Blickrich
tungserfassung und von der Breite der Bitelemente des
ersten Dimensions-Liniensensors 36 ab. Vorzugsweise
wird sie anhand der Wellenform der Kurve 3 des photo
elektrischen Signals bestimmt, die auf einem Bildschirm
dargestellt werden kann.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel werden die Bit
elemente zwischen den vierten Bitelementen (Imax-4) und
Imax+4), gezählt von dem den realen Maximalwert Vmax
abgebenden Bitelement in beiden Richtungen entfernt.
Danach ergeben sich zur Bestimmung von Schwellwerten
der Bitelemente rechts und links der entfernten Bit
elemente das rechte Endelement IR der Kurve 40 auf der
linken Seite und das linke Endelement IL der Kurve 41
auf der rechten Seite nach Erfassen der diametral ein
ander gegenüberliegenden Punkte 37 der Pupille (Iris)
folgendermaßen. Das Bitelement Imax-5 wird in dem Teil
des Speichers gespeichert, der dem rechten Endelement
IR entspricht. Danach wird das Bitelement Imax+5 in dem
Teil des Speichers gespeichert, der dem linken Endele
ment IL entspricht (Schritt S9).
3. Erfassen der diametral einander gegenüberliegenden
Punkte 37 der Pupille (Iris). Die Ausgangssignale der
Bitelemente mit entfernten Bitelementen, die die Spit
zenkomponente 1 abgeben, werden zum Erfassen der Ände
rungspunkte 5 für die linke und rechte Kurve 40 und 41
verwendet. Da die Operation für die rechte Kurve 41
symmetrisch derjenigen für die linke Kurve 40 bezüglich
der Spitzenkomponente 1 ist, wird im folgenden nur die
Operation für die linke Kurve 40 beschrieben.
3.1 Ein Schwellwert SL, der unter dem Ausgangswert V(IR)
des rechten Endelements IR (IR=Imax-5) der rechten Kur
ve 40 liegt, wird, wie in Fig. 1 gezeigt, eingestellt.
Vorzugsweise ist der Schwellwert SL etwa der halbe
Ausgangswert V(IR) des Bitelements IR. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel ist SLL=V(IR)/2 (Schritt S101 in
Fig. 9).
In Schritt S102 wird geprüft, ob die Ausgangssignale
V(I) und V(I+1) der beiden benachbarten Bitelemente
unter oder über dem Schwellwert SLL liegen. Dies wird
von I=1 bis I=IR wiederholt (Schritt 102′). Wenn die
beiden benachbarten Bitelemente gefunden sind, welche
die vorstehende Bedingung erfüllen, werden sie in dem
Speicher als I1 und I2 (Fig. 1) gespeichert (Schritt
S103).
3.2 Eine erste Linie K1 zum Erfassen des Änderungspunktes
5 nach dem Newton-Verfahren wird erhalten.
Zunächst werden das zweite Bitelement I1+2 (=I3) ausge
hend von dem Bitelement I1 nach rechts und das zweite
Bitelement I1-2 (=I4) ausgehend von dem Bitelement I1
nach links erhalten und in den Teilen IUP und ILO des
Speichers gespeichert (Schritt S104). Ferner wird D=4
gespeichert. "D" bedeutet die Bitzahlen zwischen I3 und
I4. Danach geht die Steuerung zu Schritt S105, um die
arithmetische Operation zum Bestimmen der ersten Linie
K1 durchzuführen. Die erste Linie K1 ergibt sich näm
lich durch Verbinden der Ausgangswerte V3 und V4 ent
sprechend I3 und I4. Es kann davon ausgegangen werden,
daß die Ausgangssignale der Bitelemente I1 und I2 sowie
der danebenliegenden Bitelemente längs der ersten Linie
K1 oder nahe dieser Linie liegen. Die Linie K1 hat
einen Steigungswinkel A1 und einen Abschnitt (Ausgangs
pegel bei Referenzbit) B1, die durch die folgenden
Gleichungen angegeben werden:
A = {V(IUP) - V(ILO)}/D
B = {IUP × V(ILO - ILO × V(IUP)}/D
B = {IUP × V(ILO - ILO × V(IUP)}/D
3.3 Ein Schnittpunkt X1, an dem die erste Linie K1 den
Nullpegel (vorbestimmter Pegel) schneidet, wird erhal
ten. Danach wird ein Bitelement, das dem Punkt X1 links
am nächsten liegt, als Nulldurchgangs-Bitelement (I5)
gesetzt. Dies kann durch Speichern des Wertes
(-B1 DIV A1) in dem Speicherteil IUP geschehen.
B1 DIV A1 wird durch die folgende Gleichung gegeben:
B1 DIV A1 = SGN(B/A) · INT(ABS(B/A)).
Dabei ist ABS(B/A) ein Absolutwert von B/A, INT eine
ganze Zahl von B/A, die auf die nächst kleinere ganze
Zahl abgerundet ist, und SGN ein Vorzeichen zum Unter
scheiden des negativen und positiven Wertes. Somit wird
das Nulldurchgangs-Bitelement erhalten.
Danach wird das vierte Bitelement IUP-4 (=I6) ausgehend
von dem Nulldurchgangs-Bitelement I5 nach links in dem
Speicherteil ILO gespeichert (Schritt S106). Danach
geht die Steuerung zu Schritt S107 (Fig. 10), um die
arithmetische Operation für die Ableitung der zweiten
Linie K2 durchzuführen, die in Fig. 12 gezeigt ist. Die
zweite Linie K2 ergibt sich durch Verbinden des Aus
gangswertes V6 des Bitelements I6 und des Ausgangswer
tes V5 des Nulldurchgangs-Bitelements I5. Es ist davon
auszugehen, daß die Ausgangssignale der Bitelemente I5
und I6 sowie der benachbarten Bitelemente auf der zwei
ten Linie K2 oder in deren Nachbarschaft liegen. Die
zweite Linie K2 hat einen Steigungswinkel A2, der klei
ner als derjenige der ersten Linie K1 ist. Der Stei
gungswinkel A2 und ein Abschnitt B2 können ähnlich wie
bei der ersten Linie K1 abgeleitet werden.
3.4 Ein Schnittpunkt X2 der ersten Linie K1 und der zweiten
Linie K2 sind mathematisch durch die folgende Formel
gegeben und werden in Schritt S108 erhalten:
X2=(B1-B2)/(A2-A1).
Der so erhaltene Schnittpunkt X2 ist ein provisorischer
Änderungspunkt 5 der Kurve 3 des photoelektrischen
Signals.
Um den Änderungspunkt 5 mit höherer Genauigkeit zu
erfassen, wird eine dritte Linie K3 in noch zu
beschreibender Weise ausgewertet, für die der Schnitt
punkt X2 verwendet wird. Die dritte Linie K3, deren
Steigungswinkel (Absolutwert) größer als derjenige der
ersten Linie K1 ist, ergibt sich aus den Bitelementen
in der Nachbarschaft des Schnittpunktes X2, was noch
beschrieben wird. Der Änderungspunkt 5 ist durch einen
Schnittpunkt der zweiten Linie K2 und der dritten Linie
K3 gegeben.
3.5 Ein Bitelement IX2, das dem Schnittpunkt X2 links am
nächsten liegt, ergibt sich durch die folgende Formel:
IX2=X2 DIV 1.
IX2=X2 DIV 1.
Die dritte Linie K3 ergibt sich durch Verbinden des
Ausgangswertes V7 des zweiten Bitelements I7, gezählt
von dem Bitelement IX2 nach rechts, und des Ausgangs
wertes V8 des vierten Bitelements I8 (das in diesem
Ausführungsbeispiel identisch mit I2 ist), gezählt von
dem Bitelement I7. Der Wert (X2+2) wird in dem Spei
cherteil ILO gespeichert, und der Wert (ILO+4) wird in
dem Speicherteil IUP gespeichert, um das zu verwendende
Bitelement zu bezeichnen (Schritt S109). Danach geht
die Steuerung zu Schritt S110, um die Operation nach
Fig. 12 durchzuführen, die zu der dritten Linie K3, zu
deren Steigungswinkel A3 und zu dem Abschnitt B3 führt.
Es ist davon auszugehen, daß die Ausgangssignale der
Bitelemente I2 und I7 sowie der benachbarten Bitelemen
te auf der dritten Linie K3 oder in deren Nachbarschaft
liegen. Die Linie K3 gibt die Ausgangssignale dieser
Bitelemente mit höherer Genauigkeit an als die erste
Linie K1. Der Steigungswinkel A3 und der Abschnitt B3
können ähnlich wie bei der ersten Linie K1 erhalten
werden.
3.6 Der so erhaltene Schnittpunkt Xedge entspricht dem
Änderungspunkt 5, welcher einen der diametral einander
gegenüberliegenden Punkte 37 der Pupille angibt.
Die vorstehend genannten Operationen werden für die
rechte Kurve 41 durchgeführt, um den anderen diametra
len Punkt 37 der Pupille zu erhalten. Das Zentrum der
Pupille kann durch einen Mittelwert der Koordinaten der
beiden diametralen Punkte 37 erhalten werden.
In Schritt S111 wird geprüft, ob der Steigungswinkel A2
der zweiten Linie K2 identisch mit dem Steigungswinkel
A3 der dritten Linie K3 ist, um zu beurteilen, ob der
Schnittpunkt Xedge durch die zweite Linie K2 und die
dritte Linie K3 zu erhalten ist.
Ist A3 nicht identisch mit A2, so wird der Schnittpunkt
Xedge durch die folgende Gleichung erhalten, indem die
zweite Linie K2 und die dritte Linie K3 angewendet
werden (Schritt S112):
Xedge=(B3-B2)/(A2-A3).
Danach wird in Schritt S113 geprüft, ob der Wert Xedge
über einem bestimmten Grenzwert TL liegt. Wenn der
Grenzwert TL über Xedge liegt, wird dieser Wert auf TL
gesetzt (Xedge=TL), um die Operation für die rechte
Kurve 41 durchzuführen (Schritt S11). Wenn andererseits
der Grenzwert TL gleich oder kleiner als Xedge ist, so
geht die Steuerung direkt auf die Operation für die
rechte Kurve über (Schritt S11 in Fig. 11). Gleicharti
ge Operationen werden für die rechte Kurve durchge
führt.
Wenn die Operation für die rechte Kurve abgeschlossen
ist, ergibt sich ein Mittelwert Xmean der Schnittpunkte
Xedge (linke und rechte Seite) zum Erfassen der Pupil
lenmitte (Schritt S12). Danach ergibt sich die Position
Xobj der X-Koordinate durch die folgende Formel, indem
der Mittelwert Xmean und die Interpolationskoordinate
Xpeak zum Feststellen der Blickrichtung verwendet wer
den (Schritt S13):
Xobj=C×(Xmean-Xpeak).
Der Koeffizient C ist dabei ein Wert, der sich aus dem
Prinzip der Blickrichtungserfassung ergibt. Dieser Wert
kann 2,467 betragen.
3.7 Wenn der Schnittpunkt Xedge mit der zweiten Linie K2
und der dritten Linie K3 nicht erhalten werden kann, so
wird der Schnittpunkt X2 der ersten Linie K1 und der
zweiten Linie K2 provisorisch als Änderungspunkt 5
angenommen. Ergibt sich in Schritt S111 (Fig. 10), daß
der Steigungswinkel A2 der zweiten Linie K2 mit dem
Steigungswinkel A3 der dritten Linie K3 übereinstimmt,
so geht die Steuerung zu Schritt S115, um Xedge mit X2
gleichzusetzen (Xedge=X2). Danach geht die Steuerung zu
Schritt S113.
Fig. 8 zeigt ein Beispiel der Kurve 3 des photoelektrischen
Signals für das geschlossene Augenlid. Wenn die vorstehend
genannten Operationen bei Schritt S115 für die Kurve 3 nach
Fig. 8 durchgeführt werden, ergibt sich die Pupillenmitte,
und der Mittelpunkt fällt mit einem Bitelement Imax zusam
men, das den echten Maximalwert angibt. Dadurch wird die
mittlere Scharfstellzone 12 ausgewählt und das entsprechende
CCD-Element 15 angesteuert.
Obwohl bestimmte Bitelemente ausgehend von einem Referenz
element gewählt werden, um die erste, zweite und dritte
Linie K1, K1′, K2, K2′ und K3 zu bestimmen, hängt die Aus
wahl der photoleitfähigen Bitelemente des Liniensensors von
dessen Größe oder den optischen Eigenschaften der zu ver
arbeitenden photoelektrischen Signale usw. ab.
Claims (3)
1. Verfahren zum Erfassen der Blickrichtung des mensch
lichen Auges, bei dem am Auge reflektiertes Licht auf
einen Liniensensor aus photoleitfähigen Bitelementen
fällt, der Ausgangssignale mit einem ersten Signalpegel
entsprechend dem an der Iris reflektierten Licht und
einem zweiten Signalpegel entsprechend dem am Augen
hintergrund reflektierten Licht erzeugt, wobei Informa
tionen über einen Änderungspunkt zwischen dem ersten
Signalpegel und dem zweiten Signalpegel zum Erfassen
der Blickrichtung dienen, gekennzeichnet durch folgende
Schritte:
Setzen eines Schwellenpegels zwischen dem ersten Sig nalpegel und dem zweiten Signalpegel,
Erfassen zweier Bitelemente, die Ausgangssignale unter bzw. über dem Schwellenpegel abgeben,
Bestimmen einer ersten Linie aus den Ausgangssignalen der beiden Bitelemente oder eines Paares von Bitelemen ten, die eine vorbestimmte Beziehung zu den beiden Bitelementen haben,
Bestimmen eines Nulldurchgangs-Bitelements, das an einem Schnittpunkt der ersten Linie mit einem vorbe stimmten Ausgangspegel liegt,
Bestimmen einer zweiten Linie, deren Absolutwert der Steigung kleiner als derjenige der ersten Linie ist, aus den Ausgangssignalen des Nulldurchgangs-Bitelements und eines Bitelements mit einer bestimmten Beziehung zu dem Nulldurchgangs-Bitelement oder aus den Ausgangs signalen eines Paares von Bitelementen, die eine be stimmte Beziehung zu dem Nulldurchgangs-Bitelement haben,
Bestimmen einer dritten Linie, deren Absolutwert der Steigung größer als derjenige der ersten Linie, bezogen auf das Nulldurchgangs-Bitelement, ist,
Feststellen, ob der Steigungswinkel der zweiten Linie im wesentlichen mit demjenigen der dritten Linie über einstimmt, und
Bestimmen des Änderungspunktes durch den Schnittpunkt der zweiten Linie mit der dritten Linie, wenn die Stei gungswinkel der zweiten und der dritten Linie nicht im wesentlichen übereinstimmen, und durch den Schnittpunkt der ersten Linie mit der zweiten Linie, wenn die Stei gungswinkel der zweiten und der dritten Linie im we sentlichen übereinstimmen.
Setzen eines Schwellenpegels zwischen dem ersten Sig nalpegel und dem zweiten Signalpegel,
Erfassen zweier Bitelemente, die Ausgangssignale unter bzw. über dem Schwellenpegel abgeben,
Bestimmen einer ersten Linie aus den Ausgangssignalen der beiden Bitelemente oder eines Paares von Bitelemen ten, die eine vorbestimmte Beziehung zu den beiden Bitelementen haben,
Bestimmen eines Nulldurchgangs-Bitelements, das an einem Schnittpunkt der ersten Linie mit einem vorbe stimmten Ausgangspegel liegt,
Bestimmen einer zweiten Linie, deren Absolutwert der Steigung kleiner als derjenige der ersten Linie ist, aus den Ausgangssignalen des Nulldurchgangs-Bitelements und eines Bitelements mit einer bestimmten Beziehung zu dem Nulldurchgangs-Bitelement oder aus den Ausgangs signalen eines Paares von Bitelementen, die eine be stimmte Beziehung zu dem Nulldurchgangs-Bitelement haben,
Bestimmen einer dritten Linie, deren Absolutwert der Steigung größer als derjenige der ersten Linie, bezogen auf das Nulldurchgangs-Bitelement, ist,
Feststellen, ob der Steigungswinkel der zweiten Linie im wesentlichen mit demjenigen der dritten Linie über einstimmt, und
Bestimmen des Änderungspunktes durch den Schnittpunkt der zweiten Linie mit der dritten Linie, wenn die Stei gungswinkel der zweiten und der dritten Linie nicht im wesentlichen übereinstimmen, und durch den Schnittpunkt der ersten Linie mit der zweiten Linie, wenn die Stei gungswinkel der zweiten und der dritten Linie im we sentlichen übereinstimmen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Blickrichtung entsprechend einer relativen Posi
tionsbeziehung zwischen dem Änderungspunkt und einem
Spitzenwert der durch ein erstes Purkinje-Bild erzeug
ten photoelektrischen Signale bestimmt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß der Schwellenpegel annähernd ein Mittelwert
des ersten und des zweiten Signalpegels ist.
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