DE4039014C2 - Verfahren zur Herstellung und Anwendung eines Mittels zur Senkung des Calciumsulfatgehaltes in Lösungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung und Anwendung eines Mittels zur Senkung des Calciumsulfatgehaltes in LösungenInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung und Anwendung eines Mittels zur Senkung des Calcium
sulfatgehaltes in Lösungen.
Die Verwendung der bei der Verbrennung von fossilen festen Brennstoffen anfallen
den Flugasche als Absorptionsmittel in Rauchgasreinigungsanlagen ist bekannt
(DD 2 47 587). Weiterhin wird Asche zur Neutralisation von Abwässern (DD 1 48 945)
oder in Verbindung mit Flockungsmitteln zur Klärung kohlegetrübter Wässer einge
setzt (DD 43 118).
In DD 1 47 057 wird ein Verfahren zur Gewinnung von Aluminiumoxid aus Braun
kohlenfilteraschen beschrieben. Aus der Literatur ist ebenfalls bekannt, daß Asche in
Verbindung mit Salzsäure zur Gewinnung von Aluminiumverbindungen bei der Her
stellung von Zeolithen genutzt werden kann.
Die Herstellung von Aktivkohle für Absorptionsprozesse wird in den Patentanmel
dungen US-PS 46 42 304 und US-PS 47 69 359 beschrieben. Dabei werden u. a. Alkali
hydroxidlösungen verwendet und Erwärmungen auf verschiedene Temperaturstufen
vorgenommen. Als Ausgangsstoffe werden jedoch Kohle bzw. stark kohlenhaltige
Gemische verwendet. Außerdem ist die Erwärmung auf relativ hohe Temperaturen
(ca. 500°C oder Brennkammertemperatur) für den Ablauf der beschriebenen
Prozesse unbedingt erforderlich. Ziel dieser Verfahren ist es, den enthaltenen
Kohlenstoff zu aktivieren.
Um gelöste Anionen in wäßrigen Lösungen, z. B. Sulfatablaufkonzentrationen, zu ver
ringern, wird in der Fachliteratur die Verwendung von Kalk/Calciumaluminatmono
sulfathydrat beschrieben.
Es ist Stand der Technik, Asche als Wertstoff für verschiedene Zwecke einzusetzen.
Zur Senkung der Sulfationenkonzentration in Lösungen kann man speziell herge
stellte chemische Verbindungen verwenden. Der Einsatz bzw. die Aktivierung von
Asche zu diesem Zweck ist bisher noch nicht bekannt.
Aufgabe der Erfindung ist es, mit einfachen Mitteln den Calcium- und Sulfationen
gehalt von Lösungen zu verringern und damit Maßnahmen des Umweltschutzes zu
unterstützen.
Die genannte Aufgabe wird dadurch gelöst, daß alumosilikathaltige Asche mit einer
Alkalihydroxidlösung versetzt, erwärmt und nach einer Reaktionszeit von 5 bis
30 Minuten die Lösung einer Fest-Flüssig-Trennung unterzogen wird, wobei die An
wendung des erhaltenen Mittels so erfolgt, daß das aktivierte Festprodukt der calcium-
und/oder sulfationenhaltigen Lösung im Verhältnis 5 bis 30 Gramm Trocken
substanz auf 1 Liter gesättigte Calciumsulfatlösung zugesetzt wird und nach einer
Reaktionszeit von 1 bis 2 Stunden eine Fest-Flüssig-Trennung erfolgt.
Die verwendete Asche soll einen Aluminiumoxidgehalt von größer 8% besitzen.
Als Alkalihydroxidlösung wird 5-30%ige Natriumhydroxidlösung oder Kaliumhydroxid
lösung verwendet.
Zur Erhöhung der Reaktionsgeschwindigkeit wird die mit Alkalihydroxidlösung ver
setzte, alumosilikathaltige Asche auf eine Temperatur größer gleich 50°C erwärmt.
Vor der Fest-Flüssig-Trennung kann sie im Verhältnis 1 : 1 mit Wasser versetzt wer
den, um eine einfache Filtration zu ermöglichen.
Eine Fest-Flüssig-Trennung vor der Anwendung des Mittels ist notwendig, um die
Alkalihydroxidlösung einer Wiederverwendung zuführen zu können und sie nicht in
die calcium- und/oder sulfationenhaltige Lösung einzutragen. Das bei der Fest-
Flüssig-Trennung anfallende Festprodukt kann vor der Anwendung getrocknet
werden.
Nachdem die aktivierte Asche der calcium- und/oder sulfationenhaltigen Lösung zu
gegeben wurde, erfolgt während der Reaktionszeit eine Umwandlung der gelösten
Ionen. Der Anteil der Calciumionen Ca2+ verringert sich um mehr als 90% und die
Sulfationenkonzentration SO4 2- um 50 bis 70%. Bei der abschließenden Fest-Flüssig-
Trennung werden diese umgewandelten Ionen in einer schwer löslichen Form, haupt
sächlich als Calcium-Aluminat-Sulfat-Verbindungen, mit dem Festprodukt abgeschie
den. Damit kann die so behandelte Flüssigkeit nach der Einstellung des erforderlichen
pH-Wertes ohne Belastung der Umwelt abgeleitet werden.
Ein wesentlicher, mit der Erfindung zu erzielender Vorteil besteht darin, daß die bei
der Verbrennung von Braunkohle in Wärmeerzeugungsanlagen anfallende Flug
asche, die mindestens zu 8% aus Aluminiumoxid besteht, als Ausgangsstoff verwen
det werden kann.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung zur Senkung des Calciumsulfatgehaltes im
Abwasser von Rauchgasentschwefelungsanlagen wird im folgenden Abschnitt be
schrieben und an Hand der Fig. 1 erläutert.
1 t alumosilikatreicher Flugasche einer Braunkohlenfeuerung (a) mit einem Aluminium
oxidgehalt von 20% wird mit 3-6 m³ 30%iger Natronlauge (b) versetzt. Danach
wird die Lösung auf 70°C erwärmt und für ca. 20 Minuten bei dieser Temperatur ge
halten (c). Durch eine Fest-Flüssig-Trennung (d) wird die Restnatronlauge (e) abge
schieden, mit höher konzentrierter Natronlauge (f) zu 30%iger ergänzt und zur Aktivie
rung weiterer Asche wieder eingesetzt.
Der feste Rückstand, die aktivierte Asche (g), wird dem gipshaltigen Abwasser einer
Rauchgasentschwefelungsanlage (h) zugesetzt. Mit 1 t aktivierter Asche kann je nach
Aluminiumoxidgehalt der Rohasche der Calcium- und Sulfationengehalt in 30 bis
60 m³ gipsgesättigtem Abwasser auf 8-12 mg/l bzw. 300-700 mg/l gesenkt wer
den. Dazu beträgt die Reaktionszeit bei 20°C ca. 2 Stunden (i). Es bilden sich Calcium-
Aluminat-Sulfate, die schwer löslich sind und deshalb mit einer Fest-Flüssig-
Trennung (j) abgeschieden werden können.
Der abgeschiedene feste Rückstand (k), mit einer Masse von ca. 1-1,2 t, ist problem
los deponiefähig. Das Abwasser besitzt einen pH-Wert von 9 bis 11,5. Es wird durch
Zumischen saurer Abwässer (l) auf den zur Einleitung in Fließgewässer (m) notwendi
gen pH-Wert eingestellt.
Die Fest-Flüssig-Trennungen können mit geeigneten Apparaturen, wie zum Beispiel
Hydrozyklone, erfolgen.
Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung eines Mittels zur Senkung des Calciumsulfatgehaltes in
Lösungen, dadurch gekennzeichnet, daß alumosilikathaltige Asche mit einer
Alkalihydroxidlösung versetzt, erwärmt und nach einer Reaktionszeit von 5 bis
30 Minuten die Lösung einer Fest-Flüssig-Trennung unterzogen wird, wobei ein
aktiviertes Festprodukt anfällt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die verwendete Asche
einen Aluminiumoxidgehalt von größer 8% besitzt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Alkalihydroxid
lösung 5-30%ige Natriumhydroxidlösung oder Kaliumhydroxidlösung verwendet
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mit Alkalihydroxid
lösung versetzte, alumosilikathaltige Asche auf eine Temperatur größer gleich 50°C
erwärmt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mit Alkalihydroxid
lösung versetzte alumosilikathaltige Asche vor der Fest-Flüssig-Trennung im Ver
hältnis 1 : 1 mit Wasser versetzt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das bei der Fest-
Flüssig-Trennung anfallende Festprodukt getrocknet wird.
7. Verwendung des nach Anspruch 1 bis 6 hergestellten Mittels in Form des Fest
produktes, wobei das Festprodukt der calcium- und/oder sulfationenhaltigen Lösung
im Verhältnis 5 bis 30 Gramm Trockensubstanz auf 1 Liter gesättigte Calciumsulfat
lösung zugesetzt wird und nach einer Reaktionszeit von 1 bis 2 Stunden eine Fest-
Flüssig-Trennung erfolgt.
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