DE4036004A1 - Verfahren zur mikrobiologischen dekontaminierung schadstoffbelasteter boeden und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens - Google Patents
Verfahren zur mikrobiologischen dekontaminierung schadstoffbelasteter boeden und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrensInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur mikrobiologischen
Dekontaminierung schadstoffbelasteter Böden und eine Vor
richtung zur Durchführung des Verfahrens.
Bei der Sanierung kontaminierter Böden besteht oft das Pro
blem, daß diese in einer Umgebung erfolgen soll, die einen
großflächen Bodenaushub nicht zuläßt, oder aber die Boden
handhabung emissionsfrei erfolgen und somit ein Gasaustritt
verhindert werden muß. In solchen Fällen finden z. B. ört
liche Sonden Anwendung, über die entstehende Gase abgeführt
werden. Hierbei besteht jedoch der Nachteil, daß die Boden
dekontaminierung sich über einen längeren Zeitraum erstreckt
und die betreffende Bodenfläche für diese Zeit keiner wei
teren Nutzung zugeführt werden kann. Bei einem Abtransport
kontaminierter Böden in gasdichten Containern besteht ferner
der Nachteil, daß die Dekontaminierung des abtransportierten
Bodens aufwendig ist und das Problem der Gasemission nur an
einen anderen Ort verlagert wird.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren für
den eingangs genannten Zweck und eine Vorrichtung zu dessen
Durchführung zu schaffen, mit der eine einfache und schnelle
Entfernung kontaminierter Böden und eine die Umwelt nicht
gefährdende Aufbereitung dieser Böden möglich ist.
Erfindungsgemäß erfolgt die Lösung der Aufgabe bezüglich
des Verfahrens durch die kennzeichnenden Merkmale des An
spruchs 1 und bezüglich der Vorrichtung durch die kenn
zeichnenden Merkmale des Anspruchs 8. Vorteilhafte Ausge
staltungen der Erfindung werden in den abhängigen Ansprüchen
beschrieben.
Die Erfindung wird nachstehend am Beispiel der in den Zeich
nungen dargestellten Vorrichtung näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 einen mit kontaminiertem Boden gefüllten Sack in
Fig. 2 jeweils einer schematischen Seitenansicht,
Fig. 3 einen Ausschnitt einer Anordnung von an eine
Nährmediumversorgungseinrichtung und eine Gasent
sorgungseinrichtung angeschlossenen Säcken nach Fig.
1 und 2.
Die in Fig. 1 und 2 dargestellte Vorrichtung 20 besteht je
weils aus einem Sack 1 aus einem gasundurchlässigen Werk
stoff. Der Sackinnenraum 12 ist mit kontaminiertem Boden 15
gefüllt. Im Bereich des Öffnungsabschnitts 5 des Sackes 1 ist
dieser nach Befüllung mit dem Boden 15 durch eine Schweißnaht
4 verschlossen.
Unterhalb der Schweißnaht 4 ist in dem Sackmantel 2 ein Rohr
stutzen 3 mit einer Absperreinrichtung 8 ausgebildet. An dem
Rohrstutzen 3 ist ein Schlauch 22 angeschlossen, in dessen
Schlauchwandung 13 Durchbrechungen 14 ausgebildet sind. Der
Schlauch 22 ist an der Innenwand 24 des Sackmantels 2 be
festigt. Vorteilhaft ist es, den Schlauch 22 horizontal
kreisförmig an der Innenwand 24 durch z. B. Schweißung oder
Verklebung zu befestigen. Der Rohrstutzen 3 kann auch durch
einen aus dem Sack 1 herausgeführten Endabschnitt 23 des
Schlauches 22 gebildet sein. Um ein Verstopfen der Durch
brechungen 14 des Schlauches 22 zu verhindern, ist dieser mit
einer filterstabilen Gaze oder einem filterstabilen Vlies
umgeben. Derartige Geovliese haben sich z. B. im Drainagebau
bewährt. In dem Sack 1 durch mikrobiologische Abbau- und
Umwandlungsprozesse im kontaminierten Boden 15 entstehendes
Gas dringt durch die Durchbrechungen 14 in den Schlauch 22
ein und kann dann über den Rohrstutzen 3 bei geöffneter Ab
sperreinrichtung 8 abgeführt werden.
Bei bestimmter Struktur von kontaminierten Böden 15 kann es
von Vorteil oder aber auch erforderlich sein, die mikrobio
logischen Abbau- und Umwandlungsprozesse durch Zufuhr eines
Nährmediums zu unterstützen. Das Nährmedium kann flüssig oder
gasförmig sein. Als gasförmiges Nährmedium eignet sich z. B.
Luft, Sauerstoff, Stickstoff od. dgl. Fig. 2 zeigt eine Vor
richtung 20 mit einem Sack 1, bei der die Zufuhr von Nähr
medium sowie die Abfuhr von durch mikrobiologische Abbau- und
Umwandlungsprozesse entstehendem Gas möglich ist. Ergänzend
zu dem Schlauch 22 mit Rohrstutzen 3 ist im Bereich des Öff
nungsabschnittes 5 des Sacks 1 ein weiterer Rohrstutzen 7 mit
einer Absperrvorrichtung 8 vorgesehen, an dem ein Schlauch 10
angeschlossen ist. Der Rohrstutzen 7 kann auch durch einen
aus dem Sack 1 herausgeführten Endabschnitt 9 des Schlauches
10 gebildet sein. Der Schlauch 10 ist vorzugsweise an der
Innenwand 24 des Sackmantels 2 befestigt und bis zum Boden 11
des Sacks 1 geführt und erstreckt sich über den Boden 11. Der
bodenseitige Endabschnitt 21 des Schlauches 10 kann kreis-
oder spiralförmig auf dem Boden 11 des Sacks 1 angeordnet und
mit diesem durch z. B. Schweißung oder Klebung verbunden
sein. Hierdurch wird eine über den Querschnitt des Sackes 1
gleichmäßige Zufuhr von Nährmedium in den kontaminierten
Boden 15 erzielt. Der Endabschnitt 21 des Schlauches 10 weist
Durchbrechungen 14 auf und ist mit einer filterstabilen Gaze
oder einem filterstabilen Vlies umgeben. Durch die Durch
brechungen 14 des Schlauches 10 wird das Nährmedium in den
Sackinnenraum 12 eingebracht und damit dem kontaminierten
Boden 15 zugeführt.
Die Absperreinrichtungen 8 der Rohrstutzen 3, 7 können z. B.
als Ventil mit Schnellverschluß ausgebildet sein.
Um die anaeroben oder aeroben Umwandlungs- und Abbauprozesse
in dem kontaminierten Boden 15 zu fördern wird jeder Sack 1
in periodischen Abständen mittels einer geeigneten Vorrich
tung in eine rotierende Bewegung versetzt. Hierdurch wird der
in dem Sack 1 befindliche kontaminierte Boden 15 durchmischt
und aufgelockert.
Zum Transport der Säcke 1 über eine kürze Distanz oder zum
Anheben der Säcke 1 sind an dem Sackmantel 2 jeweils Laschen
25 befestigt, in die Haltearme von Hubeinrichtungen ein
greifen können.
Mit kontaminiertem Boden 15 gefüllte Säcke 1 können zur
Zwischenlagerung in Reihe hintereinander und/oder in Reihe
übereinander gestapelt in Ruheräumen oder auf Ruhelager
flächen gelagert werden. Für ein derartiges Sacklager 16, von
dem Fig. 3 einen Ausschnitt mit einer Anordnung 19 von drei
Säcken 1 zeigt, kann eine Sammelleitung 17 für die Gasabfuhr
und eine Sammelleitung 18 für die Nährmediumzufuhr vorgesehen
werden. An die Sammelleitung 17 werden die Rohrstutzen 3 und
an die Sammelleitung 18 die Rohrstutzen 7 lösbar ange
schlossen.
Claims (22)
1. Verfahren zur mikrobiologischen Dekontaminierung schad
stoffbelasteter Böden, dadurch gekennzeichnet, daß der
Boden mit Erdaufnahmegeräten in Säcke aus gasundurch
lässigem Werkstoff eingebracht wird, daß die Säcke danach
gasdicht verschlossen werden, daß die Säcke in Ruheräumen
oder auf Ruhelagerflächen gelagert und daß der Inhalt der
Säcke durch periodische Rotation der Säcke zur Förderung
aerober oder anaerober Umwandlungs- und Abbauprozesse in
dem kontaminierten Boden durchmischt und aufgelockert
wird und daß in den Säcken durch mikrobiologische Pro
zesse entstehendes Gas aus den Säcken abgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in
die Säcke ein gasförmiges Nährmedium für Mikroorganismen
eingebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Nährmedium kontinuierlich eingebracht wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Nährmedium diskontinuierlich eingebracht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Nährmedium Luft ist.
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Nährmedium Sauerstoff, Stickstoff od. dgl. ist.
7. Verfahren nach Anspruch 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß das in die Säcke einzubringende Nährmedium vorgewärmt
wird.
8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch
1 bis 7, gekennzeichnet durch mindestens einen gasdicht
verschließbaren Sack (1) aus gasundurchlässigem Werkstoff
mit mindestens einem in den Sackmantel (2) integrierten
Rohrstutzen (3) mit einer Absperreinrichtung (8).
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
der Sack (1) mittels Schweißung verschließbar ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 und 9, dadurch gekennzeich
net, daß der mindestens eine Rohrstutzen (3) im Bereich
des Öffnungsabschnittes (5) des Sacks (1) angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
an den Rohrstutzen (3) ein Schlauch (22) angeschlossen
ist, in dessen Schlauchwandung (13) Durchbrechungen (14)
ausgebildet sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß
der Rohrstutzen (3) durch den aus dem Sack (1) herausge
führten Endabschnitt (23) des Schlauches (22) gebildet
ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 und 12, dadurch gekennzeich
net, daß der im Sackinnenraum (12) befindliche Abschnitt
des Schlauches (22) an der Innenwand (24) des Sackmantels
(2) allgemein horizontal befestigt ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 8 bis 10, dadurch gekennzeich
net, daß im Bereich des Öffnungsabschnitts (5) des Sacks
(1) ein weiterer Rohrstutzen (7) mit einer Absperrein
richtung (8) angeordnet ist, an den ein bis zum Bodenab
schnitt (6) des Sacks (1) geführter Schlauch (10) ange
schlossen ist, dessen bodenseitiger Endabschnitt (21)
sich über den Boden (11) des Sacks (1) erstreckt und in
der Schlauchwandung (13) Durchbrechungen (14) aufweist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß
der Rohrstutzen (7) durch den aus dem Sack (1) herausge
führten Endabschnitt (9) des Schlauches (10) gebildet
ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 14 und 15, dadurch gekennzeich
net, daß mindestens der bodenseitige Endabschnitt (21)
des Schlauches (10) an dem Boden (11) des Sacks (1) be
festigt ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß
der bodenseitige Endabschnitt (21) des Schlauches (10)
kreis- oder spiralförmig auf dem Boden (11) des Sacks (1)
angeordnet ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß
der im Sackinnenraum (12) befindliche Abschnitt des
Schlauches (22) kreisförmig an der Innenwand (24) des
Sackmantels (2) befestigt ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 11 bis 18, dadurch gekennzeich
net, daß die Schläuche (10, 22) mit Durchbrechungen (14)
mit einer filterstabilen Gaze oder einem filterstabilen
Vlies umgeben sind.
20. Vorrichtung nach Anspruch 8 und 11, dadurch gekennzeich
net, daß die Absperreinrichtungen (8) als Ventil mit
Schnellverschluß ausgebildet sind.
21. Vorrichtung nach Anspruch 8 und 20, dadurch gekennzeich
net, daß mit kontaminiertem Boden (15) gefüllte Säcke (1)
in Reihe gelagert und mit einer Sammelleitung (17, 18)
für die Gasabfuhr und die Nährmediumzufuhr lösbar ver
bunden sind.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß
die Reihen von Säcken (1) hintereinander und/oder in
Reihe übereinander gestapelt gelagert sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904036004 DE4036004C2 (de) | 1990-11-12 | 1990-11-12 | Als Sack ausgebildete Vorrichtung zur mikrobiologischen Dekontaminierung schadstoffbelasteter Böden |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19904036004 DE4036004C2 (de) | 1990-11-12 | 1990-11-12 | Als Sack ausgebildete Vorrichtung zur mikrobiologischen Dekontaminierung schadstoffbelasteter Böden |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4036004A1 true DE4036004A1 (de) | 1992-05-14 |
| DE4036004C2 DE4036004C2 (de) | 1997-10-16 |
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ID=6418123
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| DE19904036004 Expired - Fee Related DE4036004C2 (de) | 1990-11-12 | 1990-11-12 | Als Sack ausgebildete Vorrichtung zur mikrobiologischen Dekontaminierung schadstoffbelasteter Böden |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4036004C2 (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0192285A1 (de) * | 1985-02-15 | 1986-08-27 | Heidemij Uitvoering B.V. | Verfahren und Anlage zur biologischen Wiederaufbereitung verseuchten Bodens |
| DE3920827C1 (en) * | 1989-06-24 | 1990-05-03 | Peter Dipl.-Biol. Harborth | Decontamination of earth - by covering with foil pref. insulated and spraying earth with water and air under controlled conditions |
-
1990
- 1990-11-12 DE DE19904036004 patent/DE4036004C2/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0192285A1 (de) * | 1985-02-15 | 1986-08-27 | Heidemij Uitvoering B.V. | Verfahren und Anlage zur biologischen Wiederaufbereitung verseuchten Bodens |
| DE3920827C1 (en) * | 1989-06-24 | 1990-05-03 | Peter Dipl.-Biol. Harborth | Decontamination of earth - by covering with foil pref. insulated and spraying earth with water and air under controlled conditions |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4036004C2 (de) | 1997-10-16 |
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