DE4031249C2 - Verfahren zur Bestimmung der Menge und Ortsverteilung von in einem Gebinde vorhandenen Plutonium und/oder anderen alpha-Strahlern - Google Patents
Verfahren zur Bestimmung der Menge und Ortsverteilung von in einem Gebinde vorhandenen Plutonium und/oder anderen alpha-StrahlernInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung der Menge und
Ortsverteilung von in einem Gebinde vorhandenen Plutonium und/oder
anderen α-Strahlern durch eine Analyse des Zeitspektrums der aus
dem Gebinde emittierten Neutronenstrahlung über ein Datenerfas
sungssystem.
Mit Hilfe eines derartigen Verfahrens und des zugehörigen Da
tenverarbeitungssystems werden Fässer mit radioaktivem Abfall
gebinde auf ihre Neutronenstrahlung hin vermessen und die daraus
gewonnenen Meßdaten zur Bestimmung des strahlenden Anteils ausge
wertet.
Vorrichtungen zum nichtdestruktivem Nachweis von Spalt- und Brut
stoffgehalt in Behältern basieren auf der Detektion der von diesen
Nukliden emittierten Strahlungen, die direkt oder indirekt beim
radioaktiven Zerfall entstehen und/oder durch Bestrahlung erzeugt
werden. Vornehmlich werden Gamma- und Neutronenstrahlen nachgewie
sen. Dementsprechend werden die Detektoren und die Elektronik ge
wählt.
Die Analogimpulse bzw. Digitalimpulse werden elektronisch je nach
Auswertegesichtspunkt, wie Bestimmung der totalen Zählrate, Koin
zidenzrate, Mächtigkeit der emittierten Strahlung je Ereignis,
Energie- und Zeitspektrum etc., nach festvorgegebenen Parametern
weiterverarbeitet. Das Ergebnis der elektronischen Analyse wird zu
einem Datenerfassungssystem, z. B. einem Rechner, mitgeteilt.
Anhand von bekannten Beziehungen und/oder über Eichkurven wird der
Gehalt an Spalt- und Brutstoff ermittelt (US 4,229,654).
Die geometrische Anordnung der Detektoren um den Behälter wird so
gewählt, daß die Probenlage keinen Einfluß auf das Ergebnis haben
soll und/oder daß sie aus dem Vergleich der Ereignisraten der ein
zelnen Detektoren bestimmt werden kann (Radiographie). In der
DE 34 30 857 A1 wird eine solche Analyse beschrieben. Diese Me
thode kann aber nicht zwischen einer Probe im Zentrum eines Behäl
ters und einer darin homogen verteilten Probe unterscheiden.
Das elektronisch eingestellte Zeitfenster muß der Verweilzeit der
Neutronen in der Nachweisanordnung angepaßt werden. Diese Anpas
sung erfolgt durch die Angaben der Matrixzusammensetzung auf den
Begleitpapieren.
Eine Element- und/oder eine Isotopenselektion wird dadurch er
reicht, daß die emittierte Strahlung nach ihrer Energie analy
siert, Koinzidenzanalysen angewandt und/oder eine zusätzliche ak
tive Messung, d. h. Induzierung von Strahlung mit Hilfe einer ex
ternen Quelle, durchgeführt wird. Diese Methoden sind in der
DE 34 30 857 A1 nachzulesen. In der Koinzidenzanalyse wird für die
Einzelmessung die Verknüpfung der Ereignisse und das Zeitfenster
vorgegeben. Im Falle der Induzierung von Spaltungen wird das Zeit
spektrum der emittierten Neutronen registriert. Die Analyse er
folgt elektronisch (siehe US 44,97,768).
Um in einem Gebinde Plutonium und/oder andere α-Strahler zerstö
rungsfrei nachzuweisen, bedient man sich in der passiven Neutro
nenmessung der Tatsache, daß durch den radioaktiven Zerfall der
Isotope insbesondere von Kernmaterial Neutronen emittiert werden.
Diese Neutronen entstehen bei Spaltungen oder durch (α, n)-Reakti
onen. Die aus dem Abfallgebinde emittierten Neutronen werden teil
weise in Neutronendetektoren nachgewiesen und deren Impulse an
schließend nach ihrer Mächtigkeit analysiert. Die Ereignisrate in
den Neutronendetektoren ist ein Maß der Neutronenemissionsrate und
somit des Gehaltes an Plutonium und/oder α-Strahlern. Durch die
Analyse des Zeitspektrums der emittierten Neutronen können ver
schiedene Prozesse und Isotope unterschieden werden.
In dem Bericht KfK 3369, Juli 1982, "Zerstörungsfreie Plutoniumbe
stimmung in Abfallgebinden der Eurochemic in Mol" wird die Vorge
hensweise zur Plutoniumbestimmung über eine Koinzidenzmessung be
schrieben. Die aus den Messungen und Rechnungen gewonnenen Aussa
gen sowie Verfahren zur Elimination von Multiplikations- und Ma
trixeffekten werden besprochen. Die Nachweisgrenzen liegen bei 40 mgr.
Plutonium in einem Analysevolumen von 200 l. Bei einem Auf
stellungsort mit minimalem Neutronenuntergrund ist eine Reduktion
des Nachweises auf 20 mg möglich. Zur Berechnung der Ansprechwahr
scheinlichkeit der Meßanordnung muß die Matrixzusammensetzung und
die Probenlage bekannt sein.
In dieser einfachsten Messungen zur passiven Neutronenmessung wird
nur die totale Ereignisrate der Neutronendetektoren insgesamt er
faßt (KfK 3369, US 4,291,227). Über Eichkurven werden die Neutro
nenemissionsraten und der Gehalt an Plutonium und/oder α-Strahlern
berechnet. Parameter dieser Eichkurven sind die Isotopenzusammen
setzung, die Matrixzusammensetzung und die Lage der Probe im
Abfallgebinde. Für kleine Mengen an Spaltstoff im Abfallgebinde
kann die Superposition der Neutronenquellen von Spontanspaltung
und (α, n)-Reaktionen angenommen werden. Wohingegen bei größeren
Mengen an Spaltstoff die inhärent emittierten Neutronen Spaltungen
erzeugen, so daß durch diesen Multiplikationseffekt eine höhere
Neutronenemissionsrate erzeugt wird.
Die Trennung der Neutronen aus Spaltungen und (α, n)-Reaktionen
wird durch die Nutzung der Einfach-Koinzidensmethode erzielt. Die
ser Methode liegt die Tatsache zugrunde, daß bei der (α, n)-Reakti
onen nur ein Neutron und bei jedem Spaltereignis mehrere Neutronen
gleichzeitig emittiert werden. Die Bestimmung der Einfach-Ko
inzidenzen werden in der DE 34 30 857, der DE 34 30 859 A1 und der
US 4,617,466 beschrieben. Hierbei wird ein Zeitfenster elektro
nisch vorgegeben und die Häufigkeit der Ereignisrate registriert.
Das für diese Koinzidenzmessungen fortgeschrittenste Verfahren ist
die Shiftregister-Methode (DE 30 28 218 C2, KfK 2203, EUR 6629
EN). In einer Faßmeßanlage sind um das zu vermessende Gebinde die
Detektoren so angeordnet, daß aus dem Verhältnis der Signale der
einzelnen Meßkreise auf die Lage und/oder die Verteilung der Pro
ben im Gebinde zurückgeschlossen werden kann. Hierbei werden die
Impulse der Einzelmeßkreise zu jedem Detektor zu einem Impulsstrom
zusammengefaßt und die zeitlichen koinzidenten Ereignisse in einem
elektronisch eingestelltem Zeitfenster bestimmt. Bei der Faßmeßan
lage sind Neutronen-Detektoren ringförmig um das auszumessende Ab
fallfaß angeordnet, um aus der Winkelabhängigkeit -bezogen auf das
Faßzentrum- die Zählraten, die Lage und/oder die Verteilung der
Probe im Faßquerschnitt zu berechnen. Aus der Zählrate der Detek
toren im Boden und Deckel der Meßanordnung wird die axiale Posi
tion der Probe bestimmt. Aus der Zählrate der Detektoren im Ring
der Meßanordnung wird auf die radiale Position der Probe geschlos
sen. Zeigen die auf Ansprechwahrscheinlichkeit der Detektoren kor
rigierten Zählraten gleiche Werte, so ist eine Unterscheidung zwi
schen einer homogen verteilten Probe und einer Probe, die sich im
Zentrum des Fasses befindet, nicht möglich.
Die Optimierung der Meßsysteme hat zum Ziel, auch bei hohen Er
eignisraten möglichst totzeitfrei zu messen und Totzeiteffekte so
wie die zufälligen Koinzidenzen genau zu erfassen bzw. zu unter
drücken. Dieses Verfahren versagt, wenn zur Faßachse symmetrische
Verteilungen, die aufgrund der Detektoranordnungen gegeben sind,
unterstellt werden müssen.
Dieser Nachteil in der Neutronenautographie führt bei der Bestim
mung des Plutoniumgehaltes und/oder α-Aktivität in Abfallfässern
zu großen Fehlern. Für ein 220 Liter-Faß und einen Polyäthylenge
halt von 60 kg beträgt der Unterschied im Ansprechvermögen der
Meßanordnung einen Faktor 10, wenn die Probe im Zentrum oder am
Rande des Fasses positioniert ist.
In dem Informationsschreiben des Rogowski-Institut für Elektro
technik der RWTH-Aachen vom 15.12.1988, "Hochleistungsmessgerät
zur Messung radioaktiven Abfalls", o. Prof. Dr.-Ing Walter
Ammeling, wird ein aufwendiges Hochleistungsmeßgerät vorgestellt,
das eine genaue zerstörungsfreie Überprüfung des radioaktiven In
halts in Fässern ermöglicht. Die anfallenden Meßsignale werden mit
einem Hochgeschwindigkeits-Parallelrechner verarbeitet, und zwar
wird eine Zeitkorrelations-Analyse (TCA) mit den Meßdaten durchge
führt. Der Nachweisbereich erstreckt sich von 1 mg bis 5 kg in ei
nem Faß. Auch hier wird eine homogene bzw. symmetrische Verteilung
des radioaktiven Materials angenommen.
Für hohe Neutronenemissionsraten, das 100-fache des Untergrundes,
wird die Ansprechwahrscheinlichkeit aus der Multiplettstruktur be
rechnet. Für kleine Neutronenemissionsraten, das 100-fache des Un
tergrundes, versagt diese Datenanalyse. In diesem Fall muß zur Be
rechnung der Ansprechwahrscheinlichkeit der Meßanordnung die Ma
trixzusammensetzung und die Probenlage bekannt sein.
Durch den Einsatz der TCA-Methode (Time Correlation Analysis) kön
nen die Anzahl der Neutronen pro Ereignis bestimmt werden. Das
Zeitfenster für die Koinzidenzbestimmung wird ähnlich der Shiftre
gistermethode elektronisch vorgegeben. Damit wird es möglich, ne
ben der Separation der (α, n)-Reaktionen das zur Spaltung beige
tragene Isotop zu bestimmen. Diese Information über die Multi
plettbeiträge kann auch dazu genutzt werden, die Ansprechwahr
scheinlichkeit des Meßsystems zu bestimmen. Damit kann bei bekann
tem Isotopenvektor auf die Eichkurve verzichtet werden. Die An
wendbarkeit dieser Methode ist limitiert, wenn aufgrund zu ge
ringer Neutronenemissionsrate keine signifikanten Beiträge höherer
Multiplettbeiträge bestimmt werden können.
Bis heute gibt es:
- - keine Bestimmung der Multiplettbeiträge für verschiedene Proben im Behälter;
- - kein Datenerfassungssystem, das im Echtzeitbetrieb jedes Ereig nis registriert und zusätzlich die Detektornummer erfasst;
- - keine Methode, die zwischen einer Probe im Zentrum eines Behäl ters und einer homogen verteilten Probe unterscheiden kann;
- - keine Probenlagenbestimmung durch die Nutzung der Koinzidenzana lyse;
- - keine selbständige Einstellung des Zeitfensters - ohne Kenntnis der Matrixzusammensetzung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Plutonium und andere α-
Strahler in Abfallgebinden bei beliebiger Verteilung bis zu klei
nen Neutronenemissionsraten mit hoher Genauigkeit (< 10%) zu
bestimmen.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des An
spruchs 1 gelöst.
Im folgenden soll das Verfahren beschrieben und erläutert werden.
In der Zeichnung ist zunächst in der
Fig. 1 der räumliche Aufbau der o. e. Faßmeßanlage
(DE PS 30 28 218) mit ihrem Meßwertaufnahmebereich gezeigt.
Fig. 2 und 3 zeigen dann die mit dem Verfahren gewonnenen Ergeb
nisse wobei der Radius von der Faßachse ausgesehen den Parameter
bildet.
Fig. 2 zeigt die Häufigkeitsverteilung der Zeit zwischen korre
lierten Ereignissen.
Fig. 3 zeigt die Häufigkeitsverteilung des Winkels zwischen De
tektoren in Koinzidenz.
Das erfindungsgemäße Verfahren basiert auf der Tatsache, daß bei
einem Prozeß zwei oder mehrere Teilchen emittiert und nachgewiesen
werden. Z. B. bei der Spontanspaltung von geradzahligen Plutonium-
Isotopen werden zwei oder mehrere Neutronen emittiert. Im Ver
gleich zu der zeitkorrelierten Anlyse (TCA) wird nicht nur die
zeitliche Koinzidenz bestimmt, sondern auch die örtliche Korrela
tion zweier oder mehrerer Ereignisse, wenn eine zeitliche Koinzi
denz vorliegt.
Ist die Probe im Faßzentrum positioniert und liegt eine homogene
verteilte Matrix vor, so ist die Wahrscheinlichkeit einer Koinzi
denz zwischen zwei Ereignissen von zwei beliebig ausgewählten De
tektorpositionen gleich groß. Wandert die Probe zum Faßrand hin,
so werden benachbarte Detektoren immer mehr bevorzugt. Dies gilt
auch dann, wenn eine ringförmige Verteilung vom Faßzentrum zum
Faßrand wandert. Wird in der Datenanalyse die Häufigkeit der Win
kelverteilung, bezogen auf das Faßzentrum zwischen zwei Detektor
positionen, die in zeitlicher Koinzidenz ansprechen, bestimmt, so
kann mit dem Verfahren die Unterscheidung zwischen verschieden
angeordneten, symmetrisch verteilten Proben vorgenommen werden.
Voraussetzungen für die technische Realisierbarkeit des Verfahrens
sind ein schnelles Datenerfassungssystem und entsprechende
Software zur Datenreduktion und Auswertung. Das erfindungsgemäße
Verfahren und Datenverarbeitungssystem der Zeit-Korrelations-Ana
lyse (TCA) zusammen mit der Ort-Korrelations-Analyse (LCA) leistet
das. Es ist so konzipiert, daß es als Board in einem Personal Com
puter (PC) eingesetzt werden kann. Im Vergleich zu den bisher ein
gesetzten Parallelrechnersystemen registriert TCA-LCA zu jedem
Ereignis die Zeit und die Detektorposition, wobei eine Taktrate
von 10 sec und eine Meßzeit von 0,1 sec eingestellt war. Dies er
möglicht die Schnelligkeit und Speichertiefe der Board-Karte.
Die Daten werden im Kernspeicher gesammelt und nach jeder Messung
komprimiert und dann auf Diskette oder Festplatte gespeichert (ca.
0,2 sec). Neben den bekannten Auswerteverfahren, Bestimmung der
Totalzählrate, der Koinzidenzrate und TCA werden folgende Größen
bestimmt:
- - Ortskorrelation zweier oder mehrerer Ereignisse in Zeitkoinzidenz;
- - Koinzidenzrate zweier oder mehrerer Ereignisse, getriggert durch ein Ereignis oder zufällig getriggert. Hierbei kann das Zeitfenster auch nach Beendigung der Messung variiert werden;
- - ortsabhängige Multiplettstruktur zur Analyse der ortsabhängigen Elementverteilung;
- - gleichzeitige Bestimmung der Lebensdauer der Neutronen im Meßsystem und der Korrelationszeiten.
Im nun folgenden wird die Verarbeitung der Daten aus den erfaßten
Meßsignalen beschrieben:
Die Datenverarbeitung besteht aus zwei Komponenten, nämlich dem
Datenerfassungsystem und dem Datenanalysesystem. Im ersteren wer
den die Zählimpulse, z. B. TTL-Signale mit einer Pulslänge von 5 sec
zeitgleich registriert.
Im Ausführungsbeispiel werden die Impulse von einer Sample & Hold-
Einheit (S & H) erfasst. In zeitlich konstanten Abständen wird der
Inhalt der S & H-Einheiten in einen Zwischenspeicher übertragen, die
S & H Einheiten gelöscht und für die erneute Aufnahme von Signalen
freigegeben. Während der erneuten Datenaufnahme erfolgt die Aus
lese der zwischengespeicherten Ergebnisse z. B. in den Speicher
eines Rechners. Auf diese Weise erfolgt die synchrone Datenauf
nahme mit asynchroner Übertragung in den Speicher des Rechners in
Echtzeit.
Folgende Informationen werden erfaßt:
- - Zeit der Datenaufnahme;
- - Nummer der Zählkanäle, die einen Zählpuls enthielten.
Die Daten werden komprimiert und auf einem Datenträger abgespei
chert. Bei dem eingesetzten PC ist es die Festplatte. Die Daten
aufnahme erfolgt so lange, bis die gewünschte Meßzeit beendet ist.
Vornehmliche Aufgabe der zweiten Komponente der Datenanlage ist
entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren, die auf dem Daten
träger abgelegten Daten zu analysieren. Folgender Algorithmus wird
der Auswertung zugrunde gelegt:
Ein Ereignis öffnet ein Zeitfenster Δt. Wird in diesem Zeitinter
vall ein zweites Ereignis registriert, so wird die relative Posi
tion der Detektoren, welche diese zwei Ereignisse registriert ha
ben, gespeichert. Z. B. bei der Faßmeßanlage wird der Winkel θ zwi
schen den Detektorpositionen bezogen und auf das Zentrum des Fas
ses bestimmt. Auf diese Weise wird eine Häufigkeitsverteilung
solcher Ereignisse als Funktion des Winkels zwischen den Zählern
ermittelt p(θ). Aufgrund von Eichmessungen wird aus p(θ) die Po
sition der Probe berechnet. Für die Faßmeßanlage zeigt die Häufig
keitsverteilung keine große Matrixabhängigkeit.
Je nach Fragestellung können weitere Optionen ausgeführt werden.
In Bezug auf die Faßmeßanlage werden die einzelnen Möglichkeiten,
die mit dem Prototyp getestet wurden, beschrieben:
Die Ereignisse der Zähler werden zeitlich geordnet zusammengefaßt
und der zeitliche Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden
Zählimpulse ungeachtet des Zählers, von dem sie herrühren, be
stimmt. Anschließend wird die Häufigkeitsverteilung der Ereignisse
entsprechend dem zeitlichen Abstand ermittelt. Aus dieser wird
dann die mittlere Korrelationszeit ermittelt.
Aus der zeitlichen Koinzidenz der Zählimpulse kann entsprechend
der Formel
ZRC = A(1 - e- α t)
mit A als Normierungskonstante, 1/α als die Verweildauer und Δt
als dem Zeitfenster der Koinzidenz, durch Variationen von Δt die
Verweildauer 1/α berechnet werden (siehe H. Würz et al. "Coinci
dence and pulsed Neutron Assay of sealed α-waste drums", KfK 1549,
1989). Für diese Untersuchung genügt im Vergleich zu früheren Vorrichtungen
nur eine Messung, da die auf dem Datenträger gespei
cherten Daten alle hierfür notwendigen Informationen enthalten.
Zur Unterscheidung von Prozessen, wobei nur ein Teilchen oder meh
rere Teilchen emittiert werden, z. B. (α, n)-Prozesse oder bei Spal
tungen wird die Koinzidenzmethode angewandt.
Die Koinzidenzraten werden entsprechend der Formel 1
A = ε2(n(n - 1)/2nq,
ausgewertet. Die Normierungskonstante A enthält die Ansprechwahr
scheinlichkeit ε des Systems und die Quellstärke q, mit n(n - 1)/2
als der mittleren Zahl der Neutronenpaare pro Prozeß und n als
mittlere Zahl der Neutronen pro Prozeß.
Für die Anwendung der Koinzidenzmethode ist die neue Vorrichtung
vorteilhaft, da aufgrund der Abhängigkeit
1/α = f(ε)
eine Anpassung von α nachträglich, d. h. nach der Bestimmung von ε,
vorgenommen werden kann. ε selbst kann über die Kalibrierungsfunk
tion
ε = f(1/α)
bestimmt werden.
Neben der besseren Anpassung der Parameter α und ε kann die bisher
genaueste Methode der Shiftregister-Auswertung angewandt werden.
Aus der Häufigkeitsverteilung der Zahl der auftretenden Ereignisse
pro Auslesezyklus wird die Totzeitkorrektur berechnet, wodurch
eine weitere Verbesserung gegenüber früheren Vorrichtungen erzielt
wird.
Die Vorrichtung erlaubt die Datenanalyse entsprechend der TCA-Me
thode. Hierbei werden die Ereignisse aller Zählkanäle unabhängig
von dem individuellen Zählkanal zusammengefaßt. Koinzidenzen bei
festem Δt werden bis zur dritten Ordnung ausgewertet. Auf diese
Weise erhält man 3 Gleichungen, mit denen man ε, Multiplizität und
Multiplikationseffekte bestimmt. Die zusätzlichen Analysen, wie
sie bei der Koinzidenzzeitenbestimmung beschrieben wird, werden
auch hierbei berücksichtigt.
Die Auswertung der Multiplettstruktur wird hierbei nur für eine
bestimmte Zahl von Zählern vorgenommen, so daß eine lokale Analyse
durchgeführt wird (siehe oben p(θ)). Der Vorteil dieser Ana
lysentechnik liegt darin, daß beim Auftreten von Hotspots eine
ortsabhängige Elementanalyse vorgenommen wird. Diese Analysentech
nik wurde bisher nicht angewandt.
Abschließend werden die Fig. 2 und 3 erläutert:
Fig. 2 zeigt die Häufigkeitsverteilung koinzidentialer Ereig
nisse in Abhängigkeit der Zeit zwischen den korrelierten Ereig
nissen (Δt = 10-5 sec). Das 220 Liter-Faß mit einem Radius von 30 cm
war mit 57 Kg Polyäthylen gefüllt. Die Neutronen-Quellemit
Californium als Strahler war an verschiedenen radialen
Positionen, von der Faßachse ausgesehen, aufgestellt. Dabei
wurde das Faß um die Faßachse gedreht. Die Radien sind als
Parameter im Schaubild aufgeführt.
Fig. 3 zeigt die Häufigkeitsverteilung koinzidentialer Ereig
nisse in Abhängigkeit des Winkels θ zwischen Detektoren in Koin
zidenz. Dieses Meßergebnis resultiert aus derselben Faßmessung
wie in Fig. 2.
Claims (1)
1. Verfahren zur Bestimmung der Menge und Ortsverteilung von in
einem Gebinde vorhandenen Plutonium und/oder anderen α-Strah
lern durch eine Analyse des Zeitspektrums der aus einem Gebin
de emittierten Neutronenstrahlung über ein Datenerfassungs
system, dadurch gekennzeichnet, dass:
- - von dem Datenerfassungssystem die von Strahlungsdetektoren verursachten Zählimpulse nach Meßkanal zeitgleich registriert, in zeitlich konstanten Abständen in Echtzeit in einem Zwi schenspeicher zusammen mit einer Detektorposition gespeichert werden, bei erneuter Zählimpulsregistrierung eine endgültige Speicherung der zwischengespeicherten Daten aus der vorherge henden Registrierung in einem Datenträger einer Datenverarbei tungsanlage erfolgt und das Neutronenzeitspektrum softwaremä ßig analysiert wird;
- - aus den gespeicherten Daten Einfach- und Vielfachkoinzidenzen
für eine Auswahl an Detektorpositionen bestimmt werden;
aus den gespeicherten Daten eine ortsabhängige Multiplett struktur zu einem Spaltereignis bestimmt wird;
aus den gespeicherten Daten die Verweildauer der Neutronen im Meßsystem bestimmt wird und die Koinzidenzrate sowie die Mul tiplettstruktur des Neutronenspektrums zu einem Spaltereignis während eines in seiner Dauer variierbaren Zeitfensters be stimmt wird; - - aus den gespeicherten Daten die Häufigkeitsverteilung von zwei oder mehreren Spaltereignissen in Koinzidenz als Funktion des Abstandes zwischen den Detektorpositionen bestimmt wird;
- - aus den gespeicherten Daten die Ortsverteilung durch die Be stimmung der Ortskorrelation zweier oder mehrerer emittierter Neutronen zu einem Spaltereignis, die in Zeitkoinzidenz auf treten, bestimmt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904031249 DE4031249C2 (de) | 1990-10-04 | 1990-10-04 | Verfahren zur Bestimmung der Menge und Ortsverteilung von in einem Gebinde vorhandenen Plutonium und/oder anderen alpha-Strahlern |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19904031249 DE4031249C2 (de) | 1990-10-04 | 1990-10-04 | Verfahren zur Bestimmung der Menge und Ortsverteilung von in einem Gebinde vorhandenen Plutonium und/oder anderen alpha-Strahlern |
Publications (2)
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| DE4031249A1 DE4031249A1 (de) | 1992-04-09 |
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ID=6415486
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904031249 Expired - Lifetime DE4031249C2 (de) | 1990-10-04 | 1990-10-04 | Verfahren zur Bestimmung der Menge und Ortsverteilung von in einem Gebinde vorhandenen Plutonium und/oder anderen alpha-Strahlern |
Country Status (1)
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Families Citing this family (1)
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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