DE4024398A1 - Stirlingmotor - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Stirlingmotor mit dem bekannten
Kreisprozeß zur Umwandlung von thermischer Energie in mechanische
Energie. Die Maschine weist die bei Stirlingmotoren
üblichen Maschinenelemente auf.
Der Arbeitskolben und der Kompressionskolben, welche mit
einem 90° versetzten Arbeitszyklus zusammenwirken, verwandeln
dabei einen Teil der mit einem Erhitzer zugeführten
Wärme unter Einwirkung einer Kühleinrichtung und eines Absorbers
in eine Drehbewegung der Kurbelwelle.
Bei den bekannten derartigen Maschinen ist es ein Nachteil,
daß zur Erreichung der Motorleistung ein komplizierter Kolbentrieb
und ein relativ großes Bauvolumen erforderlich sind.
Neben einem hohen Materialaufwand sind dadurch auch hohe
Bearbeitungs- und Fertigungskosten verbunden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist ein Stirlingmotor mit
einem einfachen, raumsparenden Triebwerk, bei welchem die im
Motorsystem mögliche Betriebssicherheit weitgehendst genutzt
ist. Die Erfindungsaufgabe wird durch die im Kennzeichen des
Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Jeder Zylinderläufer der erfindungsgemäßen Stirlingmaschine
hat wenigstens drei um 120°C gegeneinander um die Drehachse
des Zylinderläufers herum winkelversetzte Zylinderpaare.
Die in den Zylinderpaaren verschiebbaren durch Kolbenstangen
starr miteinander verbundenen Kolbenpaare werden von Exzenterlagern
einer Kurbelwelle geführt, deren Drehachse um eine vorbestimmte
Exzentrizität gegen die Drehachse des Zylinderläufers
achsparallel versetzt ist. Die Exzenterlager definieren drei
relativ zur Kurbelwelle feststehende Drehachsen, die ihrerseits
um die Drehachsen der Kurbelwelle herum gegeneinander um
120° winkelversetzt sind. Auf diese Weises wird erreicht, daß
jedes Kolbenpaar selbst dann relativ zu der Exzenterachse drehfest
an dem Zylinderläufer abgestützt ist, wenn seine Exzenterachse
mit der Drehachse abgestützt ist, wenn seine Exzenterachse
mit der Drehachse des Rotors momentan zusammenfällt. Die
Abstützung erfolgt ausschließlich über die beiden anderen Kolbenpaare,
ohne daß der Zylinderläufer zusätzlich über ein Zahnradgetriebe
oder dergleichen mit der Kurbelwelle drehmomentfest gekuppelt
sein müßte. Der erfindungsgemäße Stirlingmotor kann deshalb
relativ klein zur Leistung bemessen werden. Da darüberhinaus
die Exzenterlager relativ zur Kurbelwelle feststehende Drehachse
definieren, müssen die Kolbenstangen nicht über Doppellager
an einem Kurbelarm der Kurbelwelle geführt werden und es können
problemlos doppelt wirkende Kolben verwendet werden.
Die Hubräume der Zylinderläufer sind kopfseitig vom Zylinderläufermantel
umschlossen und über Öffnungen mit im Zylindermantel
verlaufenden Leitungskanälen für das Arbeitsgas verbunden.
Der Arbeitsgaswechsel der Hubräume erfolgt ausschließlich bei
Durchströmen des Absorbers über die sich mitdrehenden Leitungskanäle
im Zylinderläufermantel, welcher gleichzeitig als
Temperierungsfläche ausgebildet ist. Abdichtungsprobleme wie
bei Verbrennungsmotoren mit rotierenden Hubräumen bestehen
dadurch nicht.
Die für den Stirling-Arbeitsprozeß erforderliche Kolbenstellung
des Arbeitskolbens zum Kompressionskolben wird durch
radial und schräg verlaufende Leitungskanäle in den Temperierungsflächen
erreicht.
Durch die Nacheinanderordnung des Zylinderläufers mit den
Arbeitskolben und des Zylinderläufers mit den Kompressionskolben
und der Zwischeneinfügung der Absorber ergeben sich in
kompakter Bauweise räumlich günstig voneinander getrennt an
den Mantelflächen der Zylinderläufer relativ zum Bauraum große
Temperaturaustauschflächen für die Erhitzung des Arbeitsgases bzw.
der Kühlung desselben. Die Oberfläche der Temperaturtauschflächen
kann durch eine Verrippung vergrößert sein.
Durch die stirnseitige Anordnung der Zylinderläufer und die
Rotation der Hubräume ist eine gleichmäßige Temperierung aller
Hubräume bei einem zentralen Erhitzer auf einer Seite und
einer Kühleinrichtung auf der anderen Seite, welche je in
einem im Aufbau integrierten Gehäuse untergebracht sein
können, vorteilhaft möglich.
Zweckmäßig ist der Kurbelgehäuseraum mit unter Druck stehendem
Gas gefüllt, welches dem Arbeitsgas entspricht. Dieses Gas
kann entsprechend der erforderlichen Innentemperatur gekühlt
werden.
In einer Ausgestaltung der Erfindung kann die Temperierung der
Zylinderläufer auch indirekt erfolgen. Dabei ist der sich
drehende Rotor in sehr geringem Spalt von einer Temperierungskammer
umschlossen.
Der Spalt ist mit Arbeitsgas zur effizienten Temperaturübertragung
von der Innenwand der Temperierungskammer auf die
drehende Rotorfläche gefüllt.
Bei direktem Anschluß eines Stromgenerators erübrigen sich
dadurch technisch aufwendige Wellendichtungen.
Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich
aus der folgenden Beschreibung in Verbindung mit den Zeichnungen.
Es zeigt:
Fig. 1 in einer Längsschnittdarstellung einen Stirlingmotor
gemäß der Erfindung
Fig. 2: einen Querschnitt des Stirlingmotors im Bereich
eines Zylinderläufers
Fig. 3: in einer schematischen Abwicklungsdarstellung den
Verlauf der Leitungskanäle für das Arbeitsgas
Fig. 4: eine Ausführung mit indirekter Temperierung der
Zylinderläufer
Wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich, ist in einem Gehäuse 1
eine Kurbelwelle 2 in Wälzlagern 3 auf der Abtriebsseite
abgedichtet 4, gelagert. Im Innenbereich des Gehäuses 1 sind
Lagerstellen 5, 6 für den Rotor 7, welcher im wesentlichen aus
den beiden sogenannten Zylinderläufern 8, 9, dem Absorberbereich
10 und den Leitungskanälen 11 für das Arbeitsgas
besteht.
Die Lagerstellen 5, 6 definieren eine erste Drehachse 12 für
die Zylinderläufer 8, 9, welche im wesentlichen beide baugleich
drei um die erste Drehachse 12 um 120° gegeneinander
winkelversetzte Zylinderpaare 13 aufweisen. In den Zylindern 13
sind Kolben 14 angeordnet, die paarweise durch Kolbenstangen 15
starr miteinander verbunden sind.
Die Kurbelwelle 2 ist im Gehäuse 1 um eine zweite zur ersten
Drehachse 12 vorbestimmte Exzentrität achsparallel versetzte
Drehachse 16 gelagert.
Die Kolbenstangen 15 der Kolbenpaare sind mittels Exzenterlager
17 an der Kurbelwelle 2 geführt. Die Exzenterlager 17
definieren relativ zur Kurbelwelle 2 feststehende um 120°
gegeneinander winkelversetzte Drehachsen. Die Zylinderläufer 8, 9
sind ausschließlich über Kolbenstangen 15 drehmomentfest mit
der Kurbelwelle 2 gekuppelt.
In den aus den Kolben 14 und den Zylindern 13 gebildeten Hubräumen
10 wird, wie bei Stirlingmotoren bekannt, mit Arbeitsgas
über Verdrängungsvorgänge und Temperaturänderung thermische
Energie in mechanische Energie umgesetzt, wobei ein
Zylinderläufer 8 als heiße Seite und der andere Zylinderläufer
9 als kalte Seite ausgebildet ist.
Zwischen den beiden Zylinderläufern 8, 9 befindet sich für
jede Hubraumpaarung ein Absorber 10, welcher vom Arbeitsgas
durchströmt wird.
Die Hubräume 18 stehen über Öffnungen 19 über Leitungskanäle 20
miteinander in Verbindung.
Der Verlauf der Leitungskanäle 20 ist aus der schematischen
Abwicklungsdarstellung (Fig. 3) der Rotormantelfläche 21 bzw.
der Zylindermantelflächen 22, 23 ersichtlich.
Die Leitungskanäle 20, welche mit einem sehr geringen Querschnitt
zur Erreichung einer großen Oberfläche ausgeführt
sind, verlaufen unter der Oberfläche im Zylindermantelbereich
22, 23, welcher nach innen die Hubräume 18 umschließt und
außen zur Erreichung großer Temperierungsflächen mit einer
Verrippung 24 versehen ist.
Über die Öffnungen 19 zu den Hubräumen 18 strömt das Arbeitsgas
abwechselnd gegenseitig von einem Sammelbereich 25 in welchen
die schraublinienförmig verlaufenden Leitungskanäle 20 einerseits
und andererseits im Absorber 10 münden, zu den paarweise
einander zugeordneten Hubräumen 18, wobei in einer Zylindermantelfläche
22 das Arbeitsgas zum Motorbetrieb erhitzt wird.
Die Temperierungsbereiche sind von ringförmigen Kammern 26
welche im Gehäuseaufbau integriert sind, gebildet und sind
zweckmäßig durch eine Temperaturdämmschicht 27 voneinander
getrennt.
Durch den schraublinienförmigen Verlauf der Leitungskanäle 20
ist der unterschiedliche Winkelbereich eines Verdrängerkolbens
zu einem dazugehörenden Arbeitskolben überbrückt, gleichzeitig
ergeben sich dadurch relativ lange Leitungskanäle zur Temperatureinwirkung.
Der Kurbelgehäuseraum 28 ist ebenfalls mit Arbeitsgas gefüllt,
welches in einer nicht dargestellten Einrichtung umgepumpt
und zur Aufrechterhaltung der Innentemperatur gekühlt werden kann.
Fig. 4 zeigt eine Variante eines Stirlingmotors, die sich
von der Ausführung nach der Fig. 1 und 2 im wesentlichen
dadurch unterscheidet, daß die Temperierung der Zylinderläufer
indirekt erfolgt. Gleiche Teile sind in der Fig. 4
mit den Bezugszahlen der Fig. 1 und 2 zur Unterscheidung
mit dem Buchstaben a versehen. Zur Erläuterung des Aufbaus
und der Wirkungsweise wird auf die Beschreibung des Ausführungsbeispiels
der Fig. 1 und 2 Bezug genommen.
Beim Ausführungsbeispiel nach der Fig. 4 ist die Rotormantelfläche
bzw. sind die Zylindermantelflächen 22a, 23a von einer
gehäusefesten, zylindrischen Wandung 30 mit einem für die
Rotordrehung erforderlichen geringen Spalt 31 umschlossen.
Die zylindrische Wandung 30 ist dabei Bestandteil der ringförmigen
Kammern 26a und die Temperierung der drehenden
Zylindermantelflächen 22a und 23a erfolgt indirekt über den
Spalt 31, welcher ebenfalls mit unter Druck stehendem Gas
zur effizienten Temperaturübertragung gefüllt sein kann.
Zur Minderung ungewollter Gas- und Temperaturwechselvorgänge
im Spalt 31 ist zweckmäßig im Absorberbereich eine Labyrinthabdichtung
32 vorgesehen.
Ist bei dieser Ausführungsform beispielsweise ein Stromgenerator 33
als Flanschmaschine dichtend am Gehäuse 1 angeschlossen, wodurch
eine herausführende Welle 2a vermieden werden kann, dann erübrigen
sich die bei den bestehenden Druck- und Temperaturverhältnissen
aufwendigen Wellendichtungen für das eingeschlossene
Gas.
Die vorstehend erläuterte Stirlingmaschine ist als Stirlingmotorausführung
vorgestellt. Wie bekannt, eignet sich das
Stirlingprinzip auch als Wärmepumpe oder Kühlmaschine. Auf
eine Verwendung der Erfindung für diese Anwendungen ist der
Vollständigkeit halber hingewiesen.
Claims (11)
1. Stirlingmotor mit einem Kreisprozeß zur Umwandlung von
thermischer Energie in mechanische Energie, wobei mittels
Arbeits- und Kompressionskolben, welche mit einem 90° versetzten
Arbeitszyklus zusammenwirken, über einen Erhitzer,
einen Absorber und einen Kühler die dabei bewirkte Temperaturveränderung
bzw. Druckänderung eines Arbeitsgases
mit einer Kurbelwelle als Drehbewegung genutzt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß als Rotor (7) achsgleich
zwei Zylinderläufer (8, 9) mit Kolben (14) zur Volumenänderung
angeordnet sind, deren Hubräume (18) über Absorber
(10) miteinander verbunden sind und dabei ein
Zylinderläufermantel (22) mit einer Erhitzungseinrichtung (26)
und der andere Zylinderläufermantel (23) mit einer Kühleinrichtung
(26) in Verbindung steht.
2. Stirlingmotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
im Zylindermantel (22, 23) Kanäle (20) als Leitungen für das
Arbeitsgas vorgesehen sind.
3. Stirlingmotor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Leitungskanäle (20) schraublinienförmig verlaufen.
4. Stirlingmotor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die schraublinienförmig verlaufenden Leitungskanäle (20) an
einem Ende im Absorber (10) und mit dem anderen Ende in einem Sammelbereich
(25) münden.
5. Stirlingmotor nach Anspruch 1, insbesondere dadurch gekennzeichnet,
daß an einer gehäusefesten Drehachse gelagerte (5)
Zylinderläufer (8, 9) drei um die erste Drehachse (12) um 120°
gegeneinander winkelversetzte Zylinderpaare (13) mit Kolben (14)
aufweisen, die paarweise durch Kolbenstangen (15) starr miteinander
verbunden sind.
im Gehäuse (1) für beide Zylinderläufer (8, 9) eine Kurbelwelle (2) um eine zweite zur ersten Drehachse (12) vorbestimmte Exzentrität achsparallel versetzte Drehachse (16) gelagert ist,
die Kolbenstangen (15) der Kolbenpaare mittels Exzenterlager (17) mit der Kurbelwelle (2) geführt sind und
die Zylinderläufer (8, 9) ausschließlich über die Kolbenstangen (15) drehmomentfest mit der Kurbelwelle (2) verbunden sind.
im Gehäuse (1) für beide Zylinderläufer (8, 9) eine Kurbelwelle (2) um eine zweite zur ersten Drehachse (12) vorbestimmte Exzentrität achsparallel versetzte Drehachse (16) gelagert ist,
die Kolbenstangen (15) der Kolbenpaare mittels Exzenterlager (17) mit der Kurbelwelle (2) geführt sind und
die Zylinderläufer (8, 9) ausschließlich über die Kolbenstangen (15) drehmomentfest mit der Kurbelwelle (2) verbunden sind.
6. Stirlingmotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kurbelgehäuseraum (28) ebenfalls mit Gas, das dem
Arbeitsgas entspricht, gefüllt ist.
7. Stirlingmotor nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
das Gas im Kurbelgehäuseraum (28) gekühlt werden kann.
8. Stirlingmotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zylinderläufermantel (22a, 23a) von einer gehäusefesten,
zylindrischen Wand (30) mit einem für die Rotordrehung
erforderlichen, geringen Spalt (31) umschlossen
sind.
9. Stirlingmotor nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
der Spalt (31) mit unter Druck stehendem Gas gefüllt ist.
10. Stirlingmotor nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Spaltstrecke (31) durch eine Labyrinthdichtung unterbrochen
ist.
11. Stirlingmotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
am Gehäuse (1) als Flanschmaschine dichtend eine elektrische
Maschine (33) angeschlossen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904024398 DE4024398A1 (de) | 1990-08-01 | 1990-08-01 | Stirlingmotor |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904024398 DE4024398A1 (de) | 1990-08-01 | 1990-08-01 | Stirlingmotor |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4024398A1 true DE4024398A1 (de) | 1992-02-06 |
Family
ID=6411428
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904024398 Withdrawn DE4024398A1 (de) | 1990-08-01 | 1990-08-01 | Stirlingmotor |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4024398A1 (de) |
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- 1990-08-01 DE DE19904024398 patent/DE4024398A1/de not_active Withdrawn
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