DE402405C - Verfahren zur Herstellung eines wolleartigen Gespinstes aus Viskoseloesungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines wolleartigen Gespinstes aus ViskoseloesungenInfo
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
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- D01F2/06—Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof from viscose
- D01F2/08—Composition of the spinning solution or the bath
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Description
Durch das Hauptpatent soll ein Verfahren geschützt werden, nach dem ein wolleartiges,
baumwolle- oder schappeartiges Gespinst aus Viskoselösungen hergestellt wird, indem man
die für die Lösung verwandte Zellulose vor der Behandlung mit Schwefelkohlenstoff und
der Auflösung einer derartig geringen Hydratisierung unterwirft, daß die Fäden keinen
Kunstseidenglanz erhalten.
Dadurch, daß die Hydratisierung zur Erreichung einer weit festeren und sperrigeren,
aber mehr oder weniger glanzlosen Faser eingeschränkt wurde, wurde das ganze Verfahren
und das dadurch erreichte Produkt ein anderes als das frühere Kunstseideverfahren und die
hiermit erzielte Kunstseide.
Es wurde bei der Herstellung des neuen Produktes ganz außerordentlich an Zeit gespart,
indem es in einem Tage hergestellt und versponnen werden konnte anstatt in 8 Tagen
und länger bei der Kunstseidenfabrikation.
Auch genügten die einfachsten und billigsten Räder für die Verspinnung der neuen Lösungen.
Es hat sich nun gezeigt, daß die im Beispiel des Hauptpatentes gekennzeichnete Hydratisierung
sich noch weiter einschränken läßt. Nach S t e a r n, der die erste brauchbare Kunstseide aus Viskose herstellte, wird die
Zellulose vor der Behandlung mit Schwefelkohlenstoff und der Auflösung in laugt-haltigem
Wasser zunächst volle 24 Stunden in etwa i8prozentige Natronlauge getaucht; dann wird
der Überschuß an Lauge bis auf das dreifache Gewicht der Zellulose abgepreßt und die letztere
48 Stunden in geschlossenen Gefäßen unter der Einwirkung der restlichen Lauge belassen.
Die fertige Spinnlösung soll nach demselben Gewährsmann noch 7 Tage reifen.
Im Beispiel des Hauptpatentes wurde gezeigt, daß für die Herstellung des neuen wolleartigen
Gespinstes die Zellulose nur kurze Zeit getaucht wird, anstatt, wie bisher bekannt, 24 Stunden
lang. Die Tauchzeit soll durchschnittlich nur 21Z2 Stunden betragen, je nach der chemischen
Konstitution der Zellulose. Es sollten nur 2 Gewichtsteile i8prozentiger Lauge in einem
Teil Zellulose nach dem Auspressen verbleiben gegen 3 Teile nach der Stearnschen Vorschrift.
Nach demselben Beispiel wurde die abgepreßte Zellulose nur 12 Stunden unter der hydratisierenden
Wirkung der noch in ihr enthaltenen Lauge belassen (nach S'tearn 48 Stunden).
Es hat sich nun herausgestellt, daß namentlich bei gut aufgeschlossenem Zellstoff diese schon
stark reduzierte Nachhydratisierung der gepreßten Alkalizellulose durch zeitliche Einwirkung
von gelinder Wärme und Luft ganz fortfallen kann, und daß in solchem Falle
das Gespinst noch wolliger und fester ausfällt.
Hierin liegt ein doppelter Fortschritt sowohl hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des Verfahrens
als auch der Güte des Endproduktes.
Auch die aus solcher nur durch kurzes Tauchen schwach hydratisierten Zellulose ge-
wonnenen. Lösungen sind sofort in Bädern aus Minerafsäufen spihnbar und bedürfen nicht
de£&Khxiägigen Nachreife. Die Konzentration
und Länge der Spinnbäder kann in wesentlich weiteren Grenzen gehalten werden, da die
Koagulationsverhältnisse der gesponnenen Fäden mit abnehmender Hydratisierung der Zellulose
immer günstiger werden.
Es wurde weiter beobachtet, daß die Güte des ίο Gespinstes noch verbe?sert wird durch Herabsetzung
der zur Einwirkung gelangenden Schwefelkohlenstoffmenge ur.d durch Erhöhung
des Zellulosegehaltes der Spinnlösungen. Es sei noch erwähnt, daß das Tauchen der Zellulose
bei normaler Temperatur erfolgen kann, daß dagegen bei der Auflösung der Zellulose
eine etwas kühlere Temperatur einzuhalten ist, die praktischerweise bis zum Verspinnen der
Masse auf gleicher Höhe gehalten wird, da ja nach dem Wesen des neuen Verfahrens die für |
die Erzeugung von Kunstseidenfäden erforderliche Nachreife vollständig ausgeschaltet werden ■
soll. :
100 kg trockene Zellulose werden in einer ! 17,7 prozentigen Ätznatronlösun» von etwa
18° C getaucht und etwa 3 Stunden in dieser belassen. Darauf wird die Zellulose durch :
Schleudern oder Pressen von der überschüssigen Natronlauge befreit, bis die Zellulose nur noch
2 Gewichtsteile Lauge (auf einen Teil Zellulose) enthält. Die so gewonnene Alkalizellulose
wird dann zerfasert und sofort mit etwa 50 Prozent Schwefelkohlenstoff (auf trockene
Zellulose berechnet) behandelt, ohne sie vorher der sonst üblichen Reifezeit in geschlossenen
Gefäßen bei höheren Temperaturen auszusetzen. Das Xanthogenat wird dann in etwa 1200 kg
4 prozentiger Natronlauge bei einer Temperatur von unter 150 C aufgelöst, worauf die Lösung
sofort in einem Mineralsäurebad versponnen werden kann. Eine Aufbewahrung der Lösung
muß bei Temperaturen von unter 150 C stattfinden, da sonst ein Reifen der Viskose, das
vermieden werden soll, eintritt.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Abänderung des durch Patent 389394 geschützten Verfahrens zur Herstellung eines wolleartigen Gespinstes aus Viskoselösungen, dadurch gekennzeichnet, daß die Zellulose vor dem Behandeln mit Schwefelkohlenstoff und dem Auflösen nur einige Stunden in Natronlauge getaucht wird und die weitere, sonst durch zeitliche Einwirkung der in ihr enthaltenen Restlauge hervorgerufene Hydratisierung ganz in Fortfall kommt.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1918G0046465 DE402405C (de) | 1918-02-23 | 1918-03-28 | Verfahren zur Herstellung eines wolleartigen Gespinstes aus Viskoseloesungen |
| GB2898220A GB152349A (en) | 1918-02-23 | 1919-11-13 | An improved process for producing spun material resembling wool or cotton from viscose solutions |
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1918G0046325 DE389394C (de) | 1918-02-23 | 1918-02-23 | Verfahren zur Herstellung eines wolleartigen Gespinstes aus Viskoseloesungen |
| DE1918G0046465 DE402405C (de) | 1918-02-23 | 1918-03-28 | Verfahren zur Herstellung eines wolleartigen Gespinstes aus Viskoseloesungen |
| DEG47045A DE405002C (de) | 1918-02-23 | 1918-08-16 | Verfahren zur Herstellung eines wolleartigen Gespinstes aus Viskoseloesungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE402405C true DE402405C (de) | 1924-09-15 |
Family
ID=31981841
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1918G0046465 Expired DE402405C (de) | 1918-02-23 | 1918-03-28 | Verfahren zur Herstellung eines wolleartigen Gespinstes aus Viskoseloesungen |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE402405C (de) |
| GB (1) | GB152349A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE746991C (de) * | 1933-10-10 | 1944-09-04 | Ig Farbenindustrie Ag | Verfahren zur Herstellung von Kunstfaeden aus ueberreifen Viskosen |
-
1918
- 1918-03-28 DE DE1918G0046465 patent/DE402405C/de not_active Expired
-
1919
- 1919-11-13 GB GB2898220A patent/GB152349A/en not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE746991C (de) * | 1933-10-10 | 1944-09-04 | Ig Farbenindustrie Ag | Verfahren zur Herstellung von Kunstfaeden aus ueberreifen Viskosen |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB152349A (en) | 1921-02-14 |
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