DE4023541A1 - Verfahren und vorrichtung zum auftragen von mehrkomponentenharzen - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum auftragen von mehrkomponentenharzenInfo
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Description
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind ein Verfah
ren und eine Vorrichtung zum Auftragen von Mehrkompo
nentenharzen auf poröse, zu verfestigende körnige Mate
rialien, insbesondere zu verfestigende Schüttgüter, die
gegebenenfalls nachträglich durch Rütteln etc. verdich
tet sind. Typische derartige Materialien sind beispiels
weise die Schotterbetten von Schienenfahrbahnen, zu
sätzliche feinkörnigere Steinschüttungen auf derartige
Schotterbetten, aber auch Sand- und Kiesaufschüttungen
beim Straßenbau, die miteinander verklebt werden sol
len, ohne ihre Wasserdurchlässigkeit zu verlieren. Bei
Schotterbetten für Schienenfahrbahnen erfolgt das Ver
kleben insbesondere in den Übergangszonen zwischen
weichen und festen Bereichen gemäß deutscher Patentan
meldung P 39 41 141.9 der Anmelderin. Weiterhin kann es
sinnvoll sein, insbesondere in Kurven den Querverschie
bewiderstand von Eisenbahnschwellen auf einem Schotter
bett zu erhöhen gemäß deutscher Patentanmeldung P 40 14 529.8
der Anmelderin. Feinkörnigere Aufschüttungen auf
derartige Schotterbetten werden mit Mehrkomponentenhar
zen verklebt zwecks Erhöhung der Schallabsorption
und/oder der Reinigungsfähigkeit eines Bahngleises ge
mäß deutscher Patentanmeldung P 39 41 142.7 der Anmel
derin. Verklebungen von Kies und Sand im Straßenbau
unter Erhalt der Wasserdurchlässigkeit und Porosität
erfolgen insbesondere, um ein rasches Abfließen des
Oberflächenwassers zu gewährleisten und dadurch auch
bei Regen die Verkehrsgeräusche zu vermindern.
In all diesen Fällen sowie ähnlichen Anwendungsgebieten
für die Verklebung von porösen körnigen Materialien und
Schüttgütern mit Mehrkomponentenharzen ist es erforder
lich, möglichst gleichmäßig eine ausreichende Menge der
Mehrkomponentenharze so aufzutragen, daß zumindest im
oberen Bereich die Teile vollflächig benetzt werden und
zumindest an den Berührungspunkten klebende Brücken
entstehen. Überschüssige Mengen des Mehrkomponentenhar
zes sollen dabei jeweils nach unten abfließen und dort
weiteres Material überziehen. Keinesfalls sollen die
Hohlräume gefüllt werden, da dies die Porosität und
Durchlässigkeit der verklebten Schüttgüter für Wasser
und andere Flüssigkeiten beeinträchtigen würde. Die
Mehrkomponentenharze sollen daher nicht zu hoch viskos
und nach Möglichkeit nicht thixotrop sein. Die Abbinde
reaktion soll erst erfolgen, nachdem eine ausreichende
Schichttiefe des Schüttgutes mit dem Mehrkomponenten
harz überzogen, aber nicht vollvolumig gefüllt ist. Da
es sich bei Mehrkomponentenharzen im allgemeinen um
sehr reaktive Substanzen handelt, die bei der Verarbei
tung zur Reizung der Haut und der Schleimhäute führen
können, sollte die Bildung von Sprühnebeln unterdrückt
bzw. völlig vermieden werden.
Beim Verarbeiten in Tun
neln oder gar geschlossenen Räumen sollte obendrein
lösungsmittelfrei gearbeitet werden. Diese Forderung
besteht im Grunde auch für die Verarbeitung im Freien,
da die sofort oder später verdampfenden Lösungsmittel
zu einer nach Möglichkeit zu vermeidenden Umweltbela
stung führen. Dennoch muß das Auftragen der Mehrkompo
nentenharze rasch, einfach und sicher durchführbar
sein, um Materialkosten und Lohnkosten so niedrig wie
moglich zu halten.
Diese vielseitige, schwierige und teilweise widersprüch
lich erscheinende Aufgabe kann überraschend einfach
dadurch gelöst werden, daß die Komponenten räumlich
voneinander getrennt mit relativ hohem Druck an eine
Mischkammer herangeführt, in der Mischkammer turbulent
miteinander gemischt und als Gemisch mit relativ niedri
gem Druck als flacher Vorhang laminar auf das Material
aufgetragen werden.
Vorzugsweise wird durch Auswahl der Komponenten sowie
gegebenenfalls geeignete Zusätze dafür gesorgt, daß die
Viskosität des Gemisches auf 300 bis 1000 mPas erhöht,
jedoch die Oberflächenspannung erniedrigt wird. Diese
beiden Eigenschaften tragen dazu bei, daß der flache
Vorhang des Gemisches nicht vorzeitig aufreißt und da
bei Sprühnebel bildet.
Die Komponenten und die Zusätze sollten dabei von vorn
herein lösungsmittelfrei sein. Weiterhin sollte auf den
Zusatz von Lösungsmitteln möglichst ganz verzichtet
werden.
Zur Erzeugung eines flachen Vorhangs des laminar aus
tretenden Gemisches eignen sich insbesondere Flach
strahldüsen, die mit relativ niedrigem Druck arbeiten.
Geeignete Flachstrahldüsen werden beispielsweise von
der Firma Spraying Systems Deutschland GmbH, Hamburg
unter den Bezeichnungen FlatJet®-Düsen und FloodJet®-
Düsen angeboten. Diese Flachstrahldüsen liefern bei
Verwendung üblicher niedrigviskoser Materialien wie
Wasser und wäßrigen Spüllösungen einen flachen Vorhang
feiner Tröpfchen mit einem erheblichen Anteil an Sprüh
nebeln. Es war zunächst nicht vorhersehbar, daß es mög
lich ist, mit derartigen Flachstrahldüsen Mehrkomponen
tenharze so auszutragen, daß der entstehende Vorhang
nicht vorzeitig aufreißt und keine Sprühnebel bildet.
Insbesondere wenn beim Austritt des Gemisches aus der
Düse nur noch ein Druck zwischen 2 und 6 bar (vorzugs
weise 3,5 bis 5 bar) vorhanden ist, entsteht ein lami
nar fließender, flacher Vorhang des Gemisches. Dieser
Vorhang bleibt im allgemeinen mindestens 10, meistens
20 cm geschlossen und zerfällt erst dann in Einzel
strahlen und schließlich in relativ große Tropfen, je
doch keinesfalls in die zu vermeidenden Sprühnebel.
Die einzelnen Komponenten der Mehrkomponentenharze müs
sen vor dem Austrag aus der Flachstrahldüse möglichst
rasch und möglichst intensiv vermischt werden, wobei
die Menge des jeweils hergestellten Gemisches so klein
wie möglich zu halten ist, um Materialverluste bei Ar
beitsunterbrechungen so gering wie möglich zu halten.
Die Komponenten müssen daher erfindungsgemäß in der
Mischkammer turbulent miteinander gemischt werden. Be
sonders bewährt haben sich Statikmischer. Dies sind
relativ kurze Rohre, die hintereinander linksdrehende
und rechtsdrehende Wendel aufweisen und dadurch eine
turbulente Strömung und einwandfreie Vermischung der
Komponenten gewährleisten.
Die Zuleitungen für die einzelnen Komponenten zum Sta
tikmischer müssen erfindungsgemäß unter relativ hohem
Druck stehen. Bewährt haben sich Drücke zwischen 30 und
200 bar (vorzugsweise 50 bis 150 bar). Dieser relativ
hohe Druck wird innerhalb des Statikmischers so stark
abgebaut, daß das fertige Gemisch nur noch unter einem
Restdruck von 2 bis 6 bar in die Flachstrahldüse aus
tritt.
Die Verweilzeiten der Mehrkomponentenharze in der Misch
kammer bzw. dem Statikmischer sind wesentlich kürzer
als die sogenannten Topfzeiten der fertigen Gemische.
Das erfindungsgemäß auf die Schüttgüter aufgetragene
Gemisch behält somit seine relativ niedrige Viskosität
lange genug, um spreitend und benetzend durch eine aus
reichend dicke Schicht des Schüttgutes hindurchzulau
fen.
Keinesfalls dürfen jedoch die Komponenten der Mehrkom
ponentenharze in den Rohrleitungen bis zur Mischkammer
miteinander in Berührung kommen oder gar in den Zufüh
rungsleitungen reagieren. Es ist deshalb zweckmäßig,
jede der getrennten Zuleitungen für die Komponenten
durch Rückschlagventile abzusichern. Weiterhin ist es
außerordentlich zweckmäßig, jede dieser Zuführungslei
tungen getrennt mit einer Druckluftleitung zu verbin
den, die ihrerseits durch Rückschlagventile abgesichert
ist. Bei Ausfall einer Komponente oder bei beabsichtig
ter oder nicht beabsichtigter Unterbrechung der Zufuhr
einer Komponente sorgt die Druckluft für eine Entlee
rung der Zuführungsleitung in die Mischkammer und von
dort zur Flachstrahldüse. Dort tritt dann nach kurzer
Zeit ein flacher Vorhang eines Flüssigkeit/Luft-Gemi
sches aus, was sowohl optisch als auch akustisch sofort
bemerkt werden kann und zur Unterbrechung des gesamten
Verarbeitungsvorganges führen sollte.
Auch bei beabsichtigter Unterbrechung oder Beendigung
des Verarbeitungsvorganges werden durch die Druckluft
die Rohrleitungen und die Mischkammer gereinigt. Eine
darüber hinausgehende Reinigung mit Lösungsmitteln ist
im allgemeinen nicht mehr nötig.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit zu
nächst das Verfahren gemäß den obigen Verfahrensansprü
chen. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfin
dung ist die Vorrichtung zur Durchführung des Verfah
rens bestehend aus
- a) getrennten Zuleitungen für die unter relativ hohem Druck stehenden Komponenten
- b) einer vorzugsweise als Statikmischer ausgebildeten Mischkammer
- c) einer Flachstrahldüse für relativ niedrigen Druck,
- d) vorzugsweise getrennten Druckluftleitungen, die in den Zuleitungen für die Komponenten münden und
- e) Rückschlagventilen am Anfang und am Ende jeder Zu leitung für die Komponenten sowie in den Druckluft leitungen.
Im einfachsten Fall besteht die Vorrichtung somit aus
den getrennten Zuleitungen für die unter relativ hohem
Druck stehenden Komponenten, einer Mischkammer und ei
ner Flachstrahldüse für relativ niedrigen Druck. Vor
zugsweise weist die Vorrichtung getrennte Druckluftlei
tungen auf, die in den Zuleitungen für die Komponenten
münden. Zweckmäßigerweise sind die Zuleitungen für die
Komponenten und die Druckluftleitungen jeweils durch
Rückschlagventile abgesichert, so daß ein unbeabsich
tigtes Eindringen einer oder aller Komponenten in ande
re Teile der Vorrichtung als die Mischkammer und die
Flachstrahldüse vermieden wird.
Die Vorrichtung ist bei Verwendung von Statikmischern
relativ einfach, leicht und daher gut manuell handhab
bar. Die Zuführung zu der Vorrichtung erfolgt vorzugs
weise uber flexible Schläuche. Bei einem Zweikomponen
tenharz genügen somit zwei Schläuche für die Komponen
ten und ein Schlauch für die Druckluft.
Bevorzugte Mehrkomponentenharze sind Epoxidharzkleber
sowie Polyurethanharzkleber. Für Spezialanwendungen
kann aber ohne weiteres auch eine dritte oder vierte
flüssige Komponente zudosiert werden, insbesondere wenn
die Oberflächenspannung, die Viskosität und die Reak
tionszeit den jeweiligen Sondersituationan angepaßt
werden sollen oder diese zusätzlichen Komponenten bei
Vormischung zu einer verminderten Haltbarkeit der Haupt
komponenten führen.
Weitere zusätzliche Komponenten können auch Flammschutz
mittel, Entschäumer, Suspensionen von Farbpigmenten
etc. sein, die nur an bestimmten Stellen oder besonders
kritischen Bereichen zum Einsatz kommen sollen.
In der anliegenden Fig. 1 ist schematisch eine
erfindungsgemäße Vorrichtung für das Auftragen eines
Zweikomponentenharzes mit den Komponenten A und B
dargestellt.
In dieser Figur bedeutet.
1 eine Flachstrahldüse
2 einen Statikmischer
3A die Zuleitung für die Komponente A
3B die Zuleitung für die Komponente B
4 die getrennten Zuleitungen für Druckluft
5 die Rückschlagventile in den Zuleitungen für die Komponenten und den Zuleitungen für Druckluft
2 einen Statikmischer
3A die Zuleitung für die Komponente A
3B die Zuleitung für die Komponente B
4 die getrennten Zuleitungen für Druckluft
5 die Rückschlagventile in den Zuleitungen für die Komponenten und den Zuleitungen für Druckluft
Claims (7)
1. Verfahren zum Auftragen von Mehrkomponentenharzen auf
poröse, zu verfestigende körnige Materialien, dadurch
gekennzeichnet, daß die Komponenten räumlich voneinan
der getrennt mit relativ hohem Druck an eine Mischkam
mer herangeführt, in der Mischkammer turbulent mitein
ander gemischt und als Gemisch mit relativ niedrigem
Druck als flacher Vorhang laminar auf das Material auf
getragen werden.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der flache Vorhang des Gemisches aufgrund niedriger
Oberflächenspannung und/oder erhöhter Viskosität des
Gemisches an einem vorzeitigen Aufreißen und der Bil
dung von Sprühnebeln gehindert wird.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß lösungsmittelfrei gearbeitet wird.
4. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß als Mischkammer ein Statikmischer
verwendet wird.
5. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß jede Zuleitung für die Komponenten
getrennt durch Rückschlagventile abgesichert ist und
durch Zufuhr von Druckluft über die Mischkammer ent
leert werden kann.
6. Verfahren gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
bei Ausfall der Zufuhr einer Komponente zur Mischkammer
ein Gemisch aus Luft und der anderen Komponente als
flacher Vorhang eines Flüssigkeit/Luft-Gemisches ausge
tragen wird.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß An
sprüchen 1 bis 6, bestehend aus
- a) getrennten Zuleitungen für die unter relativ hohem Druck stehenden Komponenten
- b) einer vorzugsweise als Statikmischer ausgebildeten Mischkammer
- c) einer Flachstrahldüse für relativ niedrigen Druck,
- d) vorzugsweise getrennten Druckluftleitungen, die in den Zuleitungen für die Komponenten münden und
- e) Rückschlagventilen am Anfang und am Ende jeder Zu leitung für die Komponenten sowie in den Druckluft leitungen.
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|---|---|---|---|
| DE19904023541 DE4023541A1 (de) | 1990-07-25 | 1990-07-25 | Verfahren und vorrichtung zum auftragen von mehrkomponentenharzen |
| EP91900018A EP0502920B1 (de) | 1989-12-02 | 1990-11-23 | Verfahren und vorrichtung zum auftragen von mehrkomponentenharzen und anwendungen derselben |
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Family
ID=6410935
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