DE4313880A1 - Verfahren und Vorrichtung zum gesteuerten Auftragen von Klebern - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum gesteuerten Auftragen von KlebernInfo
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Description
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind ein Verfahren
und eine Vorrichtung zum gesteuerten, flächenmäßigen
Auftragen von Klebern auf zu verfestigende körnige
Materialien, insbesondere auf das Schotterbett von
Bahngleisen.
Aus der EP-A-91 960 018 sind ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum Auftragen von Mehrkomponentenharzen
bekannt, mit welchen ein Mehrkomponentenkleber auf das
Schotterbett von Bahngleisen versprüht wird. Dieses
Verfahren und diese Vorrichtung haben sich ausgezeichnet
bewährt und werden inzwischen in erheblichem Umfang in der
Praxis eingesetzt. Bei diesem Einsatz hat sich gezeigt, daß
es insbesondere für größere Streckenabschnitte erstrebens
wert wäre, den Kleber mit größerer Geschwindigkeit auf das
Schotterbett auf zusprühen, wobei nach Möglichkeit ein
Besprühen der Schienen und der Schwellen unterbleiben
sollte. Ein Besprühen der Schienen und Schwellen bedeutet
einen unnötigen Materialverbrauch. Weiterhin führt das
Besprühen der Oberfläche der Schienen zu veränderten
Reibungswiderständen zwischen Rädern und Schienen, die erst
dann beseitigt sind, wenn die Kleberschicht wieder nahezu
vollständig von den Schienen entfernt ist.
Die Erfindung hat sich somit die Aufgabe gestellt, das
gesteuerte, flächenmäßige Auftragen von Klebern auf zu
verfestigende körnige Materialien, insbesondere auf das
Schotterbett von Bahngleisen, rascher und rationeller
durchzuführen, wobei ein Besprühen der Schwellen und der
Schienenoberfläche möglichst zu vermeiden ist.
Diese Aufgabe konnte jetzt überraschend einfach dadurch
gelöst werden, daß das Auftragen in Form einer Reihe von
nebeneinanderliegenden Einzelstrahlen oder Vorhang
abschnitten erfolgt, die mit gesteuerter Geschwindigkeit
über das Material wandern.
Vorzugsweise werden für das erfindungsgemäße Verfahren
Zweikomponentenharze verwendet und dabei die Komponenten
räumlich voneinander getrennt mit einem Druck von 30 bis
200 bar an eine Mischkammer herangeführt, in der Misch
kammer turbulent miteinander gemischt und das Gemisch mit
einem Druck von 2 bis 10 bar laminar auf das Material
aufgetragen.
Prinzipiell können aber erfindungsgemäß auch Einkompo
nentenkleber und Kleberdispersionen eingesetzt werden,
sofern sie beim Auftragen, beim Abbinden und im abgebun
denen Zustand die Anforderungen an die verfestigten
Materialien erfüllen.
Um ein Besprühen der Schwellen zu vermeiden, werden die
Reihen von Einzelstrahlen oder Vorhangabschnitten
kurzfristig gesteuert an- und abgestellt. Die Steuerung des
An- und Abstellens kann mechanisch oder optisch erfolgen,
wobei vorzugsweise mehrere Sensoren feststellen, ob der zu
besprühende Abschnitt Schotter ist oder eine nicht zu
besprühende Schwelle darstellt.
Die Reihe von Einzelstrahlen oder Vorhangabschnitten wird
erzeugt durch eine mit Druck von 2 bis 10 bar arbeitende
Auftragsvorrichtung, bestehend aus einem Rohr mit einer
Reihe von nebeneinanderliegenden Austrittslöchern oder
Austrittsschlitzen. Der Mindestdruck von 2 bar bewirkt eine
permanente Reinigung der Austrittslöcher oder Austritts
schlitze. Die obere Grenze von 10 bar verhindert ein
turbulentes Austreten des Klebers aus den Austrittslöchern
oder Austrittsschlitzen. Turbulenter Austritt des Klebers
aus den Austrittslöchern oder Austrittsschlitzen kann zur
Erzeugung von unerwünschten Nebeln des Klebers führen.
Erfindungsgemäß soll der Kleber jedoch in Form einer Reihe
von nebeneinanderliegenden Einzelstrahlen oder Vorhang
abschnitten austreten.
Die Bildung von Nebeln ist generell unerwünscht, unabhängig
davon ob es sich um Einkomponentenkleber, Kleberdisper
sionen oder Mehrkomponentenkleber handelt. Insbesondere bei
Mehrkomponentenklebern ist jedoch die Sprühnebelbildung
unbedingt zu vermeiden. Außerdem besteht bei Mehrkompo
nentenklebern und Klebern mit kurzer Topfzeit die Gefahr,
daß die Austrittslöcher oder Austrittsschlitze verkleben
und dadurch zu Störungen des Austritts führen. Überraschen
derweise wurde festgestellt, daß dieses Verkleben und diese
Störungen vermieden werden können, wenn im Inneren des
Rohres eine spiralförmig verdrehte Trennwand vorhanden ist,
wobei der Abstand der Wendel der Spirale das Ein- bis
Achtfache des Innendurchmessers des Rohres beträgt. Diese
spiralförmig verdrehte Trennwand führt dazu, daß ohne
Erzeugung von unerwünschten Turbulenzen dennoch ein
Materialstrom des Klebers relativ rasch durch das Rohr
geführt wird und den verschiedenen Austrittslöchern oder
Austrittsschlitzen zur Verfügung gestellt wird. Der in
derartigen Vorrichtungen zwangsläufig eintretende
Druckabfall zwischen Rohranfang und Rohrende führt zwar zu
einem gewissen Gradienten des Mengenaustrags vom Rohranfang
hin zum Rohrende, diese Abweichungen der ausgetragenen
Menge stören aber beim erfindungsgemäßen Verfahren nicht.
Da der Bereich außerhalb der Schienen teilweise aus
Schwellen besteht und teilweise nur aus Schotterbett,
werden in diesem Bereich erfindungsgemäß Vorrichtungen
eingesetzt, die aus zwei Teilrohren bestehen, die zwar von
einer Mischkammer aus versorgt werden, aber unabhängig
voneinander an- und abstellbar ausgestaltet sind. Es ist
auf diese Art und Weise möglich, das Besprühen der
Schwellen zu vermeiden, jedoch gleichzeitig den Schotter im
Außenbereich durchgehend und dauernd zu besprühen. Diese
Vorrichtung für den Bereich außerhalb der Schienen wird von
einer Mischkammer aus versorgt, wobei jedoch die
Fördermenge so gesteuert wird, daß sie proportional der
beiden Teilrohre erhöhbar oder verminderbar ist. Hierdurch
wird gewährleistet, daß der äußere Schotterbereich
gleichmäßig besprüht wird, ohne jedoch den äußeren
Schwellenabschnitt außerhalb der Schiene zu besprühen.
Um die Reihe von nebeneinanderliegenden Einzelstrahlen oder
Vorhangabschnitten mit gesteuerter Geschwindigkeit über das
Material wandern zu lassen, werden mehrere erfindungsgemäße
Vorrichtungen miteinander auf einem Wagen montiert. Bewährt
hat sich eine Anordnung von vier Vorrichtungen gleicher
Dimensionierung und gleicher Fördermenge, wobei zwei Rohre
den Schotter zwischen den Schienen besprühen und je eine
Vorrichtung aus zwei Teilrohren außerhalb der Schienen
dafür sorgt, daß nur die Schotterbereiche und nicht die
Schwellen besprüht werden.
Insbesondere bei Rohren mit nebeneinanderliegenden
Austrittslöchern kann es vorteilhaft sein, die Rohre in
Längsrichtung hin- und herbewegbar auszugestalten. Dies
kann beispielsweise und in besonders einfacher Weise
erfolgen mit Hilfe eines Excenters. Durch diese Bewegung
des Rohres erfolgt eine gleichmäßigere Verteilung des
Klebers auf dem Schotter.
Schließlich hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die
Förderleistung zu den Mischkammern hin so auszugestalten,
daß sie in Abhängigkeit der Geschwindigkeit des Wagens
erhöht oder erniedrigt werden kann. Dabei ist jedoch darauf
zu achten, daß der Druck in den Auftragvorrichtungen nicht
die Grenzen von 2 bis 10 bar unterschreitet oder
überschreitet. Bei Unterschreitung oder Überschreitung der
zulässigen Geschwindigkeit des Wagens werden durch die
Steuerung Warnsignale abgegeben. Gegebenenfalls ist es
sogar möglich, durch diese Signale eine Beschleunigung oder
eine Abbremsung des Wagens auszulösen.
Für das Aufsprühen eines Zweikomponentenklebers auf die
Schotterbereiche eines Eisenbahngleises haben sich im
Innenbereich Rohrlängen von 70 cm bewährt. Diese Rohre
haben einen Innendurchmesser von 1,4 mm und weisen im
Abstand von 7,5 mm Bohrlöcher mit 2 mm Durchmesser auf. Die
Wendel der spiralförmig verdrehten Trennwand im Inneren
weisen einen Abstand von 30 mm auf, so daß jeweils 4 Löcher
nebeneinander miteinander mit Kleber versorgt werden.
Für den Bereich außerhalb der Schienen eignet sich ein
Rohr, welches einen 50 cm langen Abschnitt zur Schiene hin
und 20 cm außerhalb des Schwellenbereiches aufweist.
Dementsprechend wird auch die Fördermenge zum Statikmischer
in den Sprühpausen oberhalb der Schwellen um ca. 70%
reduziert. Dadurch bleibt der Druck in dem kürzeren
Teilrohr in dem Bereich zwischen 2 und 10 bar weiterhin
gewährleistet.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße
Vorrichtung gestatten das Besprühen des Schotterbettes ohne
Besprühen der Schienen und der Schwellen mit größerer
Präzision und vor allem auch wesentlich höherer Geschwin
digkeit als das manuelle Besprühen gemäß EP-A-91 900 018.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist darüber hinaus besonders
gut geeignet, mit dem Verfahren und der Vorrichtung zur
längerfristigen Stabilisierung der Stopfbereiche von
Bahngleisen zu kombinieren, bei welchem vor allem die
Stopfbereiche von Bahngleisen auf einem Schotterbett im
Bereich unter den Schwellen mit einem Kleber besprüht
werden. Dieses Verfahren ist Gegenstand der Patentanmeldung
P 43 04 776.9 der gleichen Anmelderin. Auch für dieses
Verfahren werden vorzugsweise Zweikomponentenkleber
eingesetzt, wobei die gleichen Materialien geeignet sind,
die bereits in-der EP-A-091 900 018 beschrieben sind.
Claims (12)
1. Verfahren zum gesteuerten, flächenmäßigen Auftragen von
Klebern auf zu verfestigende körnige Materialien, insbe
sondere auf das Schotterbett von Bahngleisen, dadurch
gekennzeichnet, daß das Auftragen in Form einer Reihe von
nebeneinanderliegenden Einzelstrahlen oder Vorhang
abschnitten erfolgt, die mit gesteuerter Geschwindigkeit
über das Material wandern.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Zweikomponentenharz verwendet wird und die Komponenten
räumlich voneinander getrennt mit einem Druck von 30 bis
200 bar an eine Mischkammer herangeführt, in der Misch
kammer turbulent miteinander gemischt werden und das
Gemisch mit einem Druck von 2 bis 10 bar laminar auf das
Material aufgetragen wird.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Reihe von Einzelstrahlen oder Vorhangabschnitten
kurzfristig gesteuert an- und abgestellt wird.
4. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß nur ein Teilbereich der Reihe von
Einzelstrahlen oder Vorhangabschnitten kurzfristig
gesteuert an- und abgestellt wird, während der andere
Teilbereich dauernd angestellt bleibt.
5. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das An- und Abstellen mechanisch oder
optisch gesteuert wird.
6. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Förderleistung des Klebers in
Abhängigkeit von der Wandergeschwindigkeit gesteuert wird.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 6, bestehend aus
- a) getrennten Zuleitungen für die unter relativ hohem Druck stehenden Komponenten,
- b) einer vorzugsweise als Statikmischer ausgebildeten Mischkammer,
- c) einer mit einem Druck von 2 bis 10 bar arbeitenden Auftragvorrichtung,
- d) vorzugsweise getrennten Druckluftleitungen, die in den Zuleitungen für die Komponenten münden, und
- e) Rückschlagventilen am Anfang und am Ende jeder Zulei tung für die Komponenten sowie in den Druckluftlei tungen, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragvorrichtung aus einem Rohr mit einer Reihe von nebeneinanderliegenden Austrittslöchern oder Austrittsschlitzen besteht und die gesamte Vorrichtung auf einem Wagen montiert ist.
8. Vorrichtung gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
im Inneren des Rohres eine spiralförmig verdrehte Trennwand
vorhanden ist, wobei der Abstand der Wendel der Spirale das
Ein- bis Achtfache des Innendurchmessers des Rohres
beträgt.
9. Vorrichtung gemäß Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeich
net, daß die Auftragvorrichtung aus zwei Teilrohren
besteht, die von einer Mischkammer aus versorgt werden,
aber unabhängig voneinander an- und abstellbar ausgestaltet
sind, wobei eine Steuerung vorhanden ist, welche die
Fördermenge proportional der Länge der beiden Teilrohre
erhöhbar oder verminderbar macht.
10. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 7 bis 9 für
Bahngleise, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder zwei
kurzfristig an- und abstellbare Rohre zwischen den Schienen
und je eine aus zwei Teilrohren bestehende Vorrichtung
außerhalb der Schienen miteinander auf einem Wagen montiert
sind.
11. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die Rohre in Längsrichtung hin- und
herbewegbar ausgestaltet sind.
12. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß die Förderleistung steuerbar
ausgestaltet ist in Abhängigkeit der Geschwindigkeit des
Wagens.
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Applications Claiming Priority (1)
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ID=6486574
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|---|---|---|---|
| DE19934313880 Withdrawn DE4313880A1 (de) | 1993-04-28 | 1993-04-28 | Verfahren und Vorrichtung zum gesteuerten Auftragen von Klebern |
Country Status (3)
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| WO (1) | WO1994025174A1 (de) |
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- 1994-04-26 WO PCT/EP1994/001309 patent/WO1994025174A1/de not_active Ceased
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