DE4022364A1 - Verfahren zur herstellung von stahlbetontraegern sowie gleitfertiger zur durchfuehrung des verfahrens und damit hergestellte stahlbetontraeger - Google Patents
Verfahren zur herstellung von stahlbetontraegern sowie gleitfertiger zur durchfuehrung des verfahrens und damit hergestellte stahlbetontraegerInfo
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Description
Die Erfindung betrifft gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruchs ein
Verfahren zur Herstellung von einem oder gleichzeitig mehreren
Stahlbetonträgern, einen Gleitfertiger zur Durchführung des Verfahrens
sowie einen gemäß dem Verfahren des Hauptanspruchs hergestellten
Stahlbetonträger.
Mit einem bekannten gattungsgemäßen Verfahren nach dem Oberbegriff
unter Zuhilfenahme von Gleitfertigern (DE-OS 19 46 636) lassen sich
Stahlbetonträger verschiedenster Querschnittsform herstellen, wobei
dieses bekannte Verfahren in Schritten arbeitet und zuerst ein recht
eckförmiger Betonstreifen vorgefertigt wird. Im anschließenden zweiten
Arbeitsgang wird die Stahlarmatur unter Verwendung von Abstandshaltern
aufgesetzt und schließlich der restliche Stahlbetonträger mit einer
zweiten Gleitfertigeranlage mit Einfüll- und Verdichtervorrichtung
betoniert. Erst dann wird abgelängt.
Dabei ist allerdings nachteilig, daß dieses Verfahren wegen der zwei
Betoniervorgänge einen hohen Zeitbedarf aufweist, zwei Maschinen bzw.
Maschinenüberläufe erfordert und nicht die Möglichkeit besteht, Träger
mit aus dem Beton hervorstehenden Stahlarmaturen zu fertigen. Ebenfalls
ist nachteilig, daß wegen der zwei unabhängig ausgeführten
Betoniervorgänge das Verfahren nur auf Stahlbetonträger angewendet
werden kann, deren Festigkeit nur geringe Werte aufzuweisen braucht.
Ein anderes gattungsähnliches Verfahren zur Herstellung von Stahlbeton
trägern arbeitet mit Formen. Nach diesem Verfahren werden zuerst
die Stahlarmaturen mit entsprechenden Abstandshaltern in die Formen
eingesetzt, die Formen anschließend mit Beton aufgefüllt und zur
Verdichtung gerüttelt.
Nachteilig bei diesen Verfahren ist, daß es viele Formen und Abstands
halter erfordert. Auch ist das Verfahren schlecht zu automatisieren.
Ein gattungsgemäßer Gleitfertiger und damit hergestellte Stahlbeton
träger sind ebenfalls bekannt (DE-OS 19 46 636). Der Gleitfertiger
weist Einfüll- und Verdichtervorrichtungen, Formwände sowie
Hilfseinrichtungen auf. Nachteil an diesem Gleitfertiger ist, daß das
Verfahren gemäß dem Hauptanspruch mit diesen nur unzulänglich
durchführbar ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes
Verfahren sowie die danach arbeitenden Gleitfertiger nach dem Ober
begriff des Hauptanspruches derart auszugestalten, daß das Verfahren
auch für Stahlbetonträger anwendbar ist, mit aus dem Beton
hervorstehenden Stahlarmaturen, daß der Anwendungsbereich des
Verfahrens gemäß dem Oberbegriff auf Stahlbetonträger ausgeweitet
wird, an die höhere Forderungen in bezug auf die Festigkeit gestellt
werden und daß das Verfahren kürzere Fertigungszeiten aufweist. Ein
weiterer Teil der Aufgabe ist es, einen gattungsgemäßen Gleitfertiger
derart auszugestalten, daß er an das Verfahren gemäß dem Hauptanspruch
angepaßt ist und die Vorrichtungen aufweist, die zur Durchführung des
Verfahrens notwendig sind. Außerdem ist eine besonders günstige
Ausgestaltungsform des Stahlbetonträgers aufzuzeigen.
Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Verfahren, einem danach
arbeitenden Gleitfertiger sowie einen Stahlbetonträger durch die Gegen
stände des Verfahrens, Vorrichtungs- sowie Erzeugnishauptanspruchs
gelöst. Die Ausgestaltung des zuerst zu fertigenden mit einer nach
oben offenen Rinne versehenen Betonstreifens ermöglicht es, das
Verfahren rationeller und schneller durchzuführen als bisher. Außerdem
verringert diese Form des Betonstreifens den nach dem Aufsetzen der
Armatur zu verarbeitenden Betonanteil, so daß hier auch nicht zu
verdichtender Beton eingesetzt werden kann. Dadurch ist die notwendige
mechanische Verdichtung des Betons nur vor dem Einsetzen der
Stahlarmatur erforderlich. Somit können auch Stahlarmaturen
berücksichtigt werden, bei denen Teile der Armatur aus dem Beton
hervorstehen. Der neuartige Einsatz der nach oben offenen, auf die
Stahlarmatur abgestimmten Rinne erlaubt es außerdem, auf
Abstandshalter zum Einsetzen der Stahlarmaturen zu verzichten.
Der Einsatz des erfindungsgemäßen Gleitfertigers erlaubt darauf abge
stimmt die Fertigung von Stahlbetonträgern mit aus dem Beton hervor
stehenden Stahlarmaturen.
Zweckmäßige Ausgestaltungen sowie Weiterbildungen der Erfindung sind
in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Ein Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Gleitfertiger nebst
einem Beispiel für einen damit hergestellten Stahlbetonträger ist nach
folgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert. In dieser zeigt:
Fig. 1 den erfindungsgemäßen Gleitfertiger, in schematischer
Seitenansicht und
Fig. 2 einen mit dem erfindungsgemäßen Verfahren unter
Zuhilfenahme des Gleitfertigers gefertigten Stahl
betonträger, im Querschnitt.
Der in Fig. 1 dargestellte Gleitfertiger weist einen auf Rädern
2 verfahrbaren Rahmen 1 auf. Eine Seilzugeinrichtung 3 ist in Fahrt
richtung vorne auf dem Rahmen angeordnet und mit einem daneben
angeordneten stufenlos regelbaren Getriebe 4 über ein Trieborgan
verbunden. Ebenfalls in Fahrtrichtung vorn ist auf dem Rahmen eine
Kabeltrommel 5 angeordnet. An dem Rahmen sind ferner Formwände
17, 20 angeordnet, oberhalb derer in Fahrtrichtung von vorn nach
hinten folgende Einrichtungen angeordnet sind: eine Einfüllstation 11
für eine erste Betonart und mit dieser an ihrem unteren Ende
verbunden ein Schieber 12, ein Handrad 13, das mit dem Schieber
verbunden ist, sowie Rüttlerbrücken 14, Rüttler 15 und Verdichtungs
kufen 16. Die Verdichtungskufen 16 sind zwischen den Formwänden
17, 20, die in Fahrtrichtung längs ausgerichtet sind, angeordnet. Zur
Bewegung der Formwände 17, 20 in Längsrichtung ist am Rahmen
1 ein Regelgetriebemotor 18 angeordnet, der mit Gestängen 19 verbunden
ist, die an den Formwänden 17, 20 befestigt sind. Eine weitere
Einfüllstation 10 für die erste Betonart ist in Fahrtrichtung hinter
den Rüttlern 15 auf dem Rahmen 1 angeordnet. Sie ist über Gestänge
9 mit einem Rahmen gelagerten stufenlos regelbaren Motor 8 verbunden.
Auch diese Einfüllstation 10 ist noch oberhalb der Formwände angeordnet
und die in Fahrtrichtung hinter der Einfüllstation 10 angeordnete Ver
dichterstufe weist eine zweite Rüttlerbrücke 21, die mit den
Verdichtungskufen 22 verbunden ist, wobei die Verdichtungskufen 22
wiederum zwischen den Formwänden 17, 20 angeordnet sind. Die
Formwände 17, 20 sind durch Quertraversen verbunden an Blattfedern
25 angehängt, die selbst an Querelementen 26, 26′ festgelegt sind.
Die Querelemente 26, 26′ sind am Rahmen 1 befestigt. Die
Rüttlerbrücken 21, 14 sind über Gummipuffer 27 am Rahmen 1 gelagert.
Die Formwände 17, 20 weisen an ihrer Unterseite Verschleißstreifen
28 auf. In Fahrtrichtung hinter der zweiten Verdichtungsstufe ist eine
Trennvorrichtung 30 am Rahmen 1 angeordnet und hinter dieser
eine Einsetzvorrichtung 31 für Verschlußstücke. In Fahrtrichtung hinter
der Einsetzvorrichtung 31 weist der Gleitfertiger eine Einsetzvorrichtung
33 für das Einsetzen der Stahlarmatur auf. In Fahrtrichtung hinter
der Einsetzvorrichtung 33 ist eine weitere Einfüllvorrichtung 32
angeordnet. Sie weist Öffnungen auf, die zwischen den Formwänden
und oberhalb der offenen Rinne angeordnet sind. Auf dem Rahmen
sind außerdem eine Schalttafel 6 und ein Umformer 7 angeordnet.
Fig. 2 zeigt einen nach dem erfindungsgemäßen Verfahren sowie von
einem danach arbeitenden Gleitfertiger hergestellten Betonträger, der
erfindungsgemäß als Gitterträger mit aus dem Beton hervorstehenden
Stahlarmaturen ausgebildet ist. Der vor dem Einsetzen der Stahlarmatur
2 verdichtete Beton bildet den Betonstreifen 1, dessen inneren Wände
4 eine nach oben offene Rinne bilden. Diese ist in Fig. 2 schon mit
dem Beton 3 ausgegossen.
Claims (18)
1. Verfahren zur Herstellung von einem oder gleichzeitig mehreren
Stahlbetonträgern, wobei in zeitlicher Abfolge nacheinander zuerst
in einem ersten Verfahrensschritt ein Betonstreifen gefertigt wird,
danach in einem zweiten Verfahrensschritt auf diesen Betonstreifen
Stahlarmaturen aufgesetzt werden und schließlich in einem letzten
Verfahrensschritt die Stahlarmaturen einbetoniert werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Betonstreifen im ersten Verfahrensschritt mit inneren Begrenzungswänden, die eine nach außen, vorzugsweise oben offene Rinne bilden, und von denen die eine ein Boden ist und die übrigen sich daran anschließenden Seitenwände sind, gefertigt wird,
daß die Stahlarmatur im zweiten Verfahrensschritt in die offene Rinne eingesetzt wird,
und daß im letzten Verfahrensschritt die offene Rinne mit Beton ausgegossen wird.
daß der Betonstreifen im ersten Verfahrensschritt mit inneren Begrenzungswänden, die eine nach außen, vorzugsweise oben offene Rinne bilden, und von denen die eine ein Boden ist und die übrigen sich daran anschließenden Seitenwände sind, gefertigt wird,
daß die Stahlarmatur im zweiten Verfahrensschritt in die offene Rinne eingesetzt wird,
und daß im letzten Verfahrensschritt die offene Rinne mit Beton ausgegossen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Betonstreifen mit im Querschnitt rechteckförmig
angeordneten äußeren Begrenzungswänden gefertigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Betonstreifen mit äußeren Begrenzungswänden gefertigt
wird, die so angeordnet sind, daß die äußeren Begrenzungswände
zweier Betonstreifen ineinander eingreifen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Betonstreifen mit inneren Begrenzungswänden gefertigt
wird, die winklig, vorzugsweise U-förmig, zueinander angeordnet
sind.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein unterer Teil der Stahlarmatur bündig mit den inneren
Begrenzungswänden in die nach oben offene Rinne eingesetzt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stahlarmatur in die nach oben offene Rinne so eingesetzt
wird, daß ein oberer Teil der Stahlarmatur nach oben über die
äußeren Begrenzungswände des Betonstreifens hinaussteht.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß vor dem zweiten Verfahrensschritt der Betonstreifen abgelängt
wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die nach oben offene Rinne stirnseitig mit Verschlußstücken
verschlossen wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest der im ersten Verfahrensschritt zu fertigende
Betonstreifen aus einer ersten Betonart gefertigt sowie verdichtet
wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß im letzten Verfahrensschritt zum Ausgießen der nach oben
offenen Rinne eine zweite Betonart verwendet wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zweite Betonart so mit Zuschlägen versetzt wird, daß
sie sich selbst verdichtet und keine weitere Verdichtung erfordert.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest der im ersten Verfahrensschritt zu fertigende Beton
streifen aus halbtrockenem Beton mit einem Wasserzementfaktor
von etwa 0,4 gefertigt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß im letzten Verfahrensschritt zum Ausgießen der nach oben
offenen Rinne Beton mit einem Wasserzementfaktor von etwa
0,55 verwendet wird.
14. Gleitfertiger zur Herstellung von einem oder gleichzeitig mehreren
Stahlbetonträgern nach einem der Verfahren gemäß der Ansprüche
1 bis 13, mit an einem in Verfahrrichtung verfahrbaren Rahmen
gelagerten und entsprechend den Querschnittsformen der
herzustellenden Träger ausgebildeten Formwänden, mit an dem
Rahmen festgelegten Einfüllvorrichtungen, die den Beton zuführen,
mit an dem Rahmen elastisch gelagerten Rüttlern, die auf zwischen
den Formwänden angeordnete Verdichtungskufen einwirken, sowie
mit einer Trennvorrichtung, mittels derer die Stahlbetonträger
auf die gewünschte Länge abgelängt werden und mit
Hilfseinrichtung, z. B. Schalttafeln, Kabeltrommeln und
Antriebseinrichtungen,
dadurch gekennzeichnet,
daß entgegen der Verfahrrichtung hinter den elastisch gelagerten
Rüttlern ein Einsatzbereich zum Einsetzen der Stahlarmatur
angeordnet ist und daß entgegen der Verfahrrichtung hinter dem
Einsatzbereich für die Stahlarmaturen eine weitere
Einfüllvorrichtung zum Ausgießen der nach oben offenen
Rinne angeordnet ist.
15. Gleitfertiger nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Einsatzbereich eine Einsetzvorrichtung zum Einsetzen
der Stahlarmatur angeordnet ist.
16. Gleitfertiger nach Anspruch 14 oder 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß entgegen der Verfahrrichtung hinter den Formwänden eine
Einsetzvorrichtung zum Einsetzen von Verschlußstücken zum
stirnseitigen Verschließen der nach oben offenen Rinne angeordnet
ist.
17. Gleitfertiger nach einem der Ansprüche 14 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Trennvorrichtung entgegen der Verfahrrichtung vor der
Einsetzvorrichtung angeordnet ist.
18. Stahlbetonträger, hergestellt nach einem der Verfahren 1 bis
13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die gefertigten Stahlbetonträger Gitterträger sind.
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| DE19904022364 DE4022364A1 (de) | 1990-07-13 | 1990-07-13 | Verfahren zur herstellung von stahlbetontraegern sowie gleitfertiger zur durchfuehrung des verfahrens und damit hergestellte stahlbetontraeger |
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