DE40203C - Wehstuhl für Flachstuch - Google Patents
Wehstuhl für FlachstuchInfo
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- D—TEXTILES; PAPER
- D03—WEAVING
- D03D—WOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
- D03D41/00—Looms not otherwise provided for, e.g. for weaving chenille yarn; Details peculiar to these looms
- D03D41/002—Looms for weaving reed, straw or wood
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 86: Weberei.
Fatentirt im Deutschen Reiche vom l. Juni 1886 ab.
Die vorliegend« Erfindung betrifft einen Webstuhl, welcher das Verweben von stengelartigem
Material zum Zwecke der Herstellung von Läufern, Ballenhüllen, Rohrdecken u. dergl.
ermöglicht, und besteht in der Anwendung eines eigenthümlich construirten Schützens in Verbindung
mit einfachen Winkelhebeln u. dergl. an den Schützenkästen der Lade und festliegenden
Vorsprüngen (Stiften u. dergl.) etc., welche; den Schützen befähigen, Stengel oder
dergleichen, welche ihm zu beiden Seiten des Webstuhles als Schufsmaterial dargeboten werden,
zu erfassen, mit sich durch das von den Kettenfäden gebildete Fach zu ziehen, und
alsdann wieder loszulassen.
Diese Vorrichtungen sind derart construirt, dafs sie mit Leichtigkeit an jedem mechanischen
Webstuhle angebracht werden können.
Ein Beispiel ihrer Anwendung wird in den beiliegenden Zeichnungen durch die Fig. 1 bis 5
dargestellt, von denen die Fig. 1 und 2 Seiten- und Vorderansicht eines completen Webstuhles
und die Fig. 3 bis 5 in gröfserem Mafsstabe Ansichten des linksseitigen Schützenkastens mit
einliegendem Schützen nebst den bei vorliegender Erfindung in Betracht zu ziehenden wesentlichen
Vorrichtungen zeigen.
Aufserdem ist in den Fig. 6 und 6a eine besondere Stengelbehälterconstruction zur Darstellung
gebracht, während die Fig. 7 bis 9 die Detailconstruction des Schützens und seinen
Zusammenhang mit den übrigen hier in Betracht kommenden neuen Vorrichtungen veranschaulichen.
Die aus Garn, Draht oder anderem Material bestehenden Kettenfäden KK, Fig. 1, wickeln
sich wie gewöhnlich von einem Kettenbaum K0 ab, passiren einen Streichbaum S0 und durchziehen
sodann die Litzen der Schäfte oder des Harnisches (hier nicht gezeichnet) und das Rietblatt
der Lade L, auf deren Klotz (Laden klotz) der durch das gebildete Fach hindurchgeschleuderte
Schützen A aus einem Schützenkasten in den anderen gleitet.
So weit unterscheidet sich die Einrichtung des Webstuhles in nichts von den sonst gebräuchlichen
Einrichtungen. Anstatt aber, dafs der Schützen sonst eine mit Garn bewickelte
Schufsspule enthält, ■ ist er in vorliegendem Falle ;
an seinen beiden Enden mit je einer Greifervorrichtung ausgestattet, welche in der Ruhelage
des Schützens im rechten oder im linken Schützenkasten aus dem Schützenkasten hervorragt
und während des Vorwärtsgehens der Lade (zum Anschlage) in ein senkrecht angeordnetes
Büschel von Stengeln S, Fig. 1, 2, 4 und-9,
eindringt, einen (oder mehrere) der Stengel (Fig. 3, 4, 7 und 9) erfafst und festhält,· so
dafs sie denselben beim Rückgang der Lade sowohl als auch bei ihrem darauf folgenden
Wege durch das Kettenfach mit sich bis zu dem anderseitigen Schützenkasten zieht, in wet
chem sie zum Loslassen des Stengels genöthigt wird. Auf diese Weise trägt der Schützen bei
jeder seiner Bewegungen durch das Kettenfach einen (oder mehrere) Stengel zwischen die
Kettenfäden ein, und die Lade reiht einen von Kettenfäden umfafsten Stengel nach dem
anderen (bezw. auch eine Abtheilung von Stengeln nach der anderen) wie gewöhnliche
Schufsfäden an einander, so dafs man ein fortlaufendes Gewebe erhält, dessen Schufs eben
jene Stengel bilden. Das erzeugte Gewebe wird in der gewöhnlichen Weise unter Spannstäben
oder Walzen hinweg über einen Brustbaum B und einen Sandbaum E oder dergleichen
gezogen und auf einen Zeugbaum F aufgewickelt.
Die als Schufsmaterial zur Verwendung kommenden Stengel S werden zweckmäfsig in den
ringförmigen Raum von vertical zu beiden Seiten des Webstuhles in bestimmtem Abstande
von der Lade angeordneten doppelmanteligen Cylindern C eingesteckt, deren äufserer Mantel
etwas kürzer ist als der innere. Dieser Doppelcylinder wird an dem Webstuhl derart befestigt,
dafs der erstere freischwebend von dem Webstuhl getragen wird und über dem noch etwas
weiteren Boden des Doppelcylinders eine breite ringförmige Spalte freibleibt, durch welche die
Greifervorrichtung des Schützens eindringen kann, um die Stengel zu erfassen.
Der Boden des doppelmanteligen Cylinders C ist auf einer verticalen, am Webstuhle festgelagerten
Achse befestigt, auf welcher ein vermittelst Schaltkegels i>, Stange n>, Kurbel χ
und Schubstange s t mit der Triebwelle W1
in zwangläufiger Verbindung stehendes Schaltrad R aufgekeilt ist, vermöge dessen daher die
Stengelmasse S in langsame Umdrehung gesetzt und dem Schützengreifer ohne Unterbrechung
dargeboten wird.
Man kann indessen auch mit Vortheil den rotirenden Doppelmantelcylinder C durch einen
feststehenden, cylindrisch gekrümmten Stengelbehälter U von der in den Fig. 6 und 6 a dargestellten
Art ersetzen. Dieser Behälter erhält zweckmäfsig horizontale Schlitze s'2 s2, durch
die unter einander verbundene Stangen s hindurchgreifen, welche sich um eine gemeinschaftliche
Achse drehen können und durch gewundene Federn s1 s1 oder dergleichen gegen
das vor ihnen in dem Behälter aufrechtgestelhe Stengelmaterial angedrückt werden, um dieses
,gegen eine erweiterte Mündung hinzudrängen, in welche die Greifervorrichtung des Schützens
eindringt.
Den wichtigsten Theil der Erfindung bilden der Schützen A und die seine Greifervorrichtungen
öffnenden und zum Schlüsse bringenden Apparate an den beiden Schützenkästen
und an dem Brustbaume (oder einem anderen feststehenden Theil des Webstuhles).
Der Schützen A selbst (s. Fig. 7 bis 9) besteht aus dem allgemein üblichen schiffäh.nlichen
Holzkörper und zwei in diesem untergebrachten . Greifervorrichtungen, die sich aus einem nasenförmigen,
über das Schützenende hervorragenden und zwischen zwei Metallplatten α α befestigten
Greifhaken a1 und einem Fangschlofs
b c glf zusammensetzen. Dieses letztere besteht einerseits aus einem Riegel c, welcher von den
beiden Metallplatten α α umschlossen wird und
am hinteren (inneren) Ende (oben) mit einer Fangbacke c2 und unten mit einem Drücker c1
versehen ist, gegen welchen sich eine in den Schützenkörper eingelassene Spiralfeder/ (oder
dergleichen) anstemmt, und andererseits aus einem Fanghebel b, der mittelst einer Holzschraube
i»1 (oder dergleichen) an dem Schützenkörper
drehbar befestigt ist und von einem (durch Stift oder Schraube mit ihm verbundenen)
Pfropfen g umfafst wird, gegen welchen eine andere in den Schützenkörper eingelassene
Spiralfeder g1 oder dergleichen drückt. Am vorderen (äufseren) Ende aber ist der
Fanghebel b mit einer hakenförmigen Klaue i>2
versehen, welche entweder die Backe c2 umfafst und dadurch den Riegel c in geöffneter
Lage festhält (Fig. 7 und 9, rechte Hälfte) oder sich gegen diese Backe seitlich anstemmt, wenn
der Riegel nach erfolgtem Seitwärtsdrücken des Fanghebels b (durch Feder f) nach aufsen
gegen die Nase a1 geschnellt ist (s. Fig. 7 und 9,
linke Hälfte).
In letzterer Lage ist . zwischen der Nase al
und dem Riegel c ein Stengel m festgeklemmt, und der Schützen kann diesen Stengel bei
seiner Bewegung aus dem linksseitigen Schützenkasten in den rechtsseitigen durch das von
den Kettenfäden gebildete Fach hindurchziehen (s. Pfeil i, Fig. 7 und 9). Ist er in dem rechtsseitigen
Schützenkasten angekommen, so mufs er den Stengel loslassen, damit dieser in dem
Gewebe zur Bindung gelangen kann.
Zu diesem Zwecke mufs der Riegel c aus der vorgeschnellten Lage nach einwärts zurückgezogen
werden. Dies bewirkt eine am Schützenkasten montirte Gelenkvorrichtung, welche im
wesentlichen aus einem Winkelhebel ddid'z\
einer mit Rolle da armirten Druckstange d2
und einer Feder d1 oder dergleichen besteht, in Verbindung mit einem (vermittelst Flachschiene
h1 oder .dergleichen) am Brustbaum B
oder an einem anderen stabilen Theile des Webstuhles befestigten Führungsstücke h mit
ansteigender Bahn, auf welcher die Rolle d3 emporsteigt, währenddessen die Lade (und mit
ihr der Schützenkasten) sich zum Anschlagen nach vorwärts gegen den Brustbaum B hin
bewegt. .
Dabei wird die Druckstange d2, in deren unterer Gabelung die Rolle d3 gelagert ist,
gehoben und der mittelst Bolzen an ihrer oberen Gabelung befestigte Winkelhebel dd* d2'
so gedreht, dafs sein längerer (oben gekrümmter) Hebelarm d dl in die Aushöhlung des Schützenkörpers,
in welcher sich der Drücker cl des zurückzuziehenden Riegels c bewegt, hineinfafst
(s. die punktirte Lage des Winkelhebels in Fig. 7) und diesen Drücker und mit ihm den
Riegel c selbst (unter gleichzeitiger Zusammendrückung der Spiralfeder f) nach einwärts
in eine Position schiebt, welche der in der
rechten Hälfte der Fig. 7 veranschaulichten entspricht.
Dabei gleitet die Backe c2 des Riegels an der Klaue b2 des Fanghebels b entlang und
läfst dann die erstere frei, so dafs dieselbe unter der Einwirkung der Feder gl hinter die
Backe c2 schnappt und diese und mit ihr den Riegel c selbst in der einwärts geschobenen
Position festhält. .
Während dieses Vorganges nähert sich, aber auch der Greifhaken al am anderen Ende des
Schützens dem vor dem rechtsseitigen Schützenkasten befindlichen Stehgelbehälter C (s. Fig. 9,
rechte Hälfte) und dringt in das Stengelbüschel S ein; es mufs deshalb nun das im
rechtsseitigen Schützentheile befindliche Fangschlofs gelöst und dessert Riegel nach aufsen
,geschnellt werden, um einen oder mehrere der von dem Greifhaken erfafsten Stengel festzuklemmen.
Zu diesem Zwecke ist an einem festliegenden Theil des Webstuhles (beispielsweise an
dem Brustbaum B) eine hervorragende Schraube e (oder ein Stift oder dergleichen) befestigt und
derart gelagert, dafs sie durch eine Aushöhlung G des ihr entgegenbewegten Schützenkastens
hindurchgreift und direct gegen den im rechtsseitigen Theil des Schützens befindlichen
Pfropfen g stöfst, so dafs dieser infolge des Vorwärtsgehens der Lade in der Richtung des '
Pfeiles 2, Fig. 8 und 9, in "das Innere des Schützens hineingedrängt wird, den von ihm
umfafsten Fanghebel b und dessen Klaue b2
zur Seite drückt und dadurch die anliegende Riegelbacke c2 aus ihrer Arretirung befreit.
Die rechtsseitige Feder/ kommt nun zur Wirkung und schnellt den anliegenden Riegeldrücker
c1 und dessen Riegel c selbst nach
aufsen gegen den oben erwähnten Greifhaken αλ.
Geht die Lade nach erfolgtem Anschlage des zuletzt eingeschlossenen Stengels m wieder nach
rückwärts, wobei der geschlossene Schützengreifer den neuerdings festgeklemmten Stengel
aus seinem Behälter C herauszieht, so verlä'fst auch die Rolle d3 des am Schützenkasten montirten
Winkelhebels d d* d2' den Anlauf h
wieder und nun kommt die am oberen Hebelarme dd* und an den Schützenkasten direct
angehängte Spiralfeder ti1, welche vorher beim
Hochsteigen der Druckstange d2 gespannt wurde, zur Wirkung und zieht den Hebelarm d di
aus dem Schützenkörper heraus, so dafs .er das gleich darauf erfolgende Wegschleudern des
Schützens aus dem in Betrachtung stehenden Schützenkasten in den anderen nicht hindert.
Die Bewegung des Schützens aus einem Schützenkasten in den anderen wird durch
eine Schlagvorrichtung von bekannter Construction bewirkt. Der Treiber t, welcher die
Bewegung vermittelt, fafst direct in eine der Aussparungen H des Schützenkörpers, Fig. 7
und 9, ein und schlägt gegen deren verticale Begrenzungen H1.
Das Auffangen des Schützens in dem Schützenkasten erfolgt durch einen an der Kastenwand
des letzteren drehbar befestigten Haken i (siehe Fig. ι bis 5) und sein Zurückspringen aus dem
Schützenkasten wird durch eine Bremse von üblicher Construction verhindert (in den Fig. 4
und 5 ist ein an dem Schützenkasten drehbar befestigter Bremsklotz r gezeichnet, welcher
mittelst einer Blattfeder in eine Nuth am Rücken des Schützens eingedrückt wird).
Als Schützenwächter, welcher das Stillstellen des Webstuhles bewirkt, wenn der Schützen
aus irgend welcher Veranlassung nicht tief genug in den Schützenkasten eintritt, functionirt
ein zweiarmiger Hebel /, welcher in dem Ladenklotz drehbar gelagert ist, an seinem nach
aufsen hin gekehrten Hebelende eine sich gegen den im Kasten befindlichen Schützen anstützende
Rolle Z2 und am inneren Hebelende eine kurze Zugstange /' trägt, die einen an der horizontal
gelagerten Welle 0 befestigten Hebel o2 (oder dergleichen) anhebt, so dafs dieser beim Vorwärtsschwingen
der Lade (zum Anschlagen des Schufseintrages) frei über eine am Brustbaum B
(oder anderem festliegenden Theil des Stuhlgestelles) angebrachten Buffer y hinweggehen
kann, wenn der an beiden Enden ansteigend abgerundete Schützen die Rolle I2 tief genug
niederdrückt, dagegen an den Buffery anstöfst,
wenn die Rolle I2 kein Anlager oder ein zu hochliegendes an dem Schützen findet.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:,Ein Webstuhl für Flachstuch, bei welchem die als Einschlag verwendeten natürlichen Pflanzenstengel von dem Webschützen selbst mittelst einer automatisch wirkenden Zange ergriffen und in das Fach geführt werden.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE40203C true DE40203C (de) |
Family
ID=315779
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT40203D Expired - Lifetime DE40203C (de) | Wehstuhl für Flachstuch |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE40203C (de) |
-
0
- DE DENDAT40203D patent/DE40203C/de not_active Expired - Lifetime
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