DE4020261C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entwässern eines bei
der Bodensanierung anfallenden Feststoff/Flüssigkeit-Gemisches mit
einem Schrägförderer, dem das Feststoff/Flüssigkeit-Gemisch aufge
geben wird, wobei eine abgesetzte Feststoffschicht über den
schrägen Boden des Schrägförderers ausgetragen wird und die
Flüssigkeit in einen Absetzbehälter des Schrägförderers gelangt. -
Der Ausdruck Entwässern besagt nicht, daß es sich bei der
flüssigen Phase um Wasser handelt, wenn dieses auch häufig der
Fall ist. - Feststoff/Flüssigkeit-Gemisch bezeichnet die ver
schiedensten, bei der Bodensanierung anfallenden Gemische. Insbe
sondere kann das zu trennende Feststoff/Flüssigkeit-Gemisch ver
schiedene organische und anorganische Feststoffe oder Mischungen
oder Verbindungen beider enthalten. Die Flüssigkeit kann Wasser,
ein organisches oder ein anorganisches Lösungsmittel sein. Es kann
sich bei der flüssigen Phase aber auch um eine Mischung verschie
dener Flüssigkeiten handeln, die selbst durch Mischung oder Ver
unreinigung mit verschiedenen Stoffen, z. B. Säuren, Laugen,
Salzen, organischen Verbindungen versetzt sein kann.
Im einzelnen ist zur Technologie der Entwässerung eines bei der
Bodensanierung anfallenden Feststoff/Flüssigkeit-Gemisches folgendes
zu bemerken: Beim Trennen von Feststoff/Flüssigkeit-Gemischen
kann man mit Hilfe einer sogenannten Entwässerungsrinne Körnun
gen bis 200 µm Größe wirtschaftlich entwässern. Siebe, auch in
Form von Schwingsieben, mit Sieböffnungen unter 200 µm Größe sind
für solche Mischungen, insbesondere wenn es sich bei der flüssigen
Phase um natürliches, nicht entspanntes Wasser handelt, kaum
noch durchlässig. Die Schwingung dieser Siebe bringt zwar Durch
satzsteigerungen, das Problem der Abtrennung kleiner Korngrößen
von der flüssigen Phase wird aber nicht gelöst. Der Durchlauf
beinhaltet alle Korngrößen bis 200 µm. Eine weitergehende
Trennung ist bisher nur unter Verwendung von fluiddynamischen
Abscheidern in Form von Hydrozyklonen, Zentrifugen oder
dergleichen möglich. Allerdings kann auch mit statischen
Eindickern, wie Schrägplattenklärern und Wellplattenabscheidern,
gearbeitet werden. Zur weiteren Entwässerung der Feinfraktion
werden zumeist Pressen in Form von Bandfilterpressen, Kammer
filterpressen und dergleichen eingesetzt. Das alles ist aufwendig.
Bei der klassierenden Trennung fester mineralischer Rohstoffe sind
mechanische Klassierer in Form von sogenannten Rechenklassierern
bekannt (Schubert "Aufbereitung fester mineralischer Rohstoffe" VEB
Deutscher Verlag für Kunststoffindustrie Leipzig, 1989, S. 270,
271). Bei einem Rechenklassierer übernimmt ein gitterähnlicher
Rechen die Grobgutförderung. Dieser Rechen bewegt sich in verti
kaler Ebene auf einer nahezu rechteckigen Bewegungsbahn. Der
Rechenklassierer besitzt einen Trog, dessen Querschnitt mehr oder
weniger rechteckig ausgebildet ist. Der Feingutüberlauf befindet
sich am unteren Trogende, der Grobgutaustrag am oberen. Bei
größeren Ausführungen arbeiten mehrere Rechen parallel. Sind bei
einem solchen Rechenklassierer die gitterähnlichen Rechen durch
ein Fördergatter mit einer Mehrzahl von quer zur Förderrichtung
angeordneten Gatterwänden ersetzt, so spricht man in der Praxis
von einem Schräggatterförderer. Von einem solchen geht die Er
findung aus. Versuche haben ergeben, daß eine solche Vorrichtung
nicht befriedigend arbeitet, wenn es sich darum handelt, ein
bei der Bodensanierung anfallendes Feststoff/Flüssigkeit-Gemisch zu
entwässern. Der Trockensubstanzgehalt im entwässerten Feststoff ist
nicht hoch genug, auch muß in Kauf genommen werden, daß in
störendem Maße feine Körner in der flüssigen Phase bleiben. Das
mag bei der mechanischen Klassierung fester mineralischer Roh
stoffe anders liegen, da diese zumeist durch eine Mahlaufberei
tung, die zu vorgegebenen Kornverteilungen führt, und Benetzungs
mittel auf die mechanische Klassierung vorbereitet werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum
Entwässern eines bei der Bodensanierung anfallenden Feststoff/
Flüssigkeit-Gemisches zu schaffen, welches es erlaubt, die ent
wässerten Feststoffe mit einem sehr hohen Trockensubstanzgehalt
abzuziehen, während die ablaufende flüssige Phase in störendem
Maße feinere Körner der Feststoffe nicht aufweist.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist Gegenstand der Erfindung eine Vor
richtung zum Entwässern eines bei der Bodensanierung anfallenden
Feststoff/Flüssigkeit-Gemisches, mit einem Schrägförderer, der
einen Trog mit schrägem Boden, ein Fördergatter mit einer Mehr
zahl von quer zur Förderrichtung angeordneten Gatterwänden und
einen Absetzbehälter aufweist, wobei eine abgesetzte Feststoff
schicht über den schrägen Boden nach oben ausgetragen wird und
die Flüssigkeit in den Absetzbehälter gelangt, wobei das Förder
gatter von einer Ausgangsposition aus einen Förderhub durchführt,
bei dem die in die Feststoffschicht eintauchenden Gatterwände sich
längs des schrägen Bodens aufwärts bewegen und das Fördergatter
danach aus der Feststoffschicht heraushebbar, zur Ausgangsposition
zurückbewegbar und in die Feststoffe wieder einsenkbar ist, und
wobei an den Trog ein Vibrationsschwingungserzeuger angeschlossen
ist. Die beschriebene Kinematik läßt sich auf einfache Weise
verwirklichen, wozu vorzugsweise das Fördergatter mit Hilfe von
Kurbeltrieben mit Kurbelzapfen und auf die Kurbelzapfen mit
Langlochführung aufgesetzten Laschen bewegt ist.
Grundsätzlich ist es bekannt, bei der Entwässerung eines Fest
stoff/Flüssigkeit-Gemisches (DE-OS 23 28 258) mit einer Vorrichtung zu
arbeiten, die eine für die Flüssigkeit durchlässige Trennfläche
aufweist, die auf ihrer Oberseite das Feststoff/Flüssigkeit-Gemisch
trägt und deren Unterseite mit einer Einrichtung zum Erzeugen
eines Unterdruckes in Verbindung steht, wobei die Trennfläche
schwingfähig ausgebildet und mit einem Schwingantrieb versehen
ist. So kennt man fernerhin (DE-OS 31 06 435) eine Vorrichtung zur
Entwässerung einer Feststoff/Flüssigkeit-Mischung mit einem end
losen Förderband, welches im Förderbereich ansteigend verläuft
und durch Tragrollen gestützt ist, wobei das Förderband Quer
leisten und gewellte Randleisten aus elastischem Werkstoff aufweist,
die gleichsam Taschen für das zu entwässernde Gemisch bilden. Die
Tragrollen sind in Rollentischen gelagert, die durch jeweils einen
Vibrator in Schwingungen versetzbar sind. All diese bekannten
Maßnahmen haben zur wirksamen Entwässerung der bei der Boden
sanierung anfallenden Feststoff/Flüssigkeit-Gemische, die haupt
sächlich die eingangs angegebene Zusammensetzung aufweisen,
nicht beigetragen.
Die Erfindung beruht auf der überraschenden Tatsache, daß bei
der Überlagerung einer Vibrationsbewegung im Rahmen der eingangs
beschriebenen Maßnahmen zum Entwässern eines bei der Boden
Sanierung anfallenden Feststoff/Flüssigkeit-Gemisches mit Hilfe
eines mechanischen Schrägförderers einerseits der Entwässerungs
grad des entwässerten Gutes beachtlich verbessert werden kann und
andererseits sichergestellt werden kann, daß auch feine und sehr
feine Anteile mit dem entwässerten Gut abgezogen werden können.
Es versteht sich, daß die Frequenz und/oder Amplitude der
Vibrationsbewegung verändert und dadurch der Entwässerungsgrad
eingestellt werden kann. Es versteht sich fernerhin, daß der
Entwässerungsgrad auch durch die Geschwindigkeit des Schräg
förderers beeinflußt werden kann.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Aus
führungsbeispiel darstellenden Zeichnung ausführlicher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 die Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 2 mit den Teilfig.
a, b und c das Arbeiten des Schräg
förderers aus dem Gegenstand der Fig. 1.
Die in den Figuren dargestellte Vorrichtung besitzt einen Schräg
förderer 1, an den ein Vibrationsschwingungserzeuger 2 ange
schlossen ist. Auf diese Weise wird erreicht, daß das Feststoff/Flüssig
keit-Gemisch während des Arbeitens des Schrägförderers
zusätzlich einer Vibrationsbewegung unterworfen wird. Sie wird
über den Schrägförderer 1 auf das Feststoff/Flüssigkeit-Gemisch
übertragen. Zur Anlage gehört das Anlagengestell 3, in dem die
beschriebenen Aggregate untergebracht sind.
Der Schrägförderer 1 ist mit dem Vibrationsschwingungserzeuger 2
in Form eines Magnetvibrators ausgerüstet. Der freie Wassergehalt
des aufgegebenen Feststoff/Flüssigkeit-Gemisches fließt als
Flüssigkeitsfilm 4 auf der Oberfläche des entwässerten Gutes zurück
in einen Absetzbehälter 5. In der gehobenen Stellung des Förder
gatters 6 ebnet sich durch die Schwingung die geförderte Feststoff
schicht ein. Das ermöglicht ein gutes Zurückfließen der wäßrigen
Phase als Flüssigkeitsfilm 4. Das sich wieder auf den flachen,
schrägen Boden 7 senkende Fördergatter 6 durchteilt die gleich
mäßige Feststoffschicht und beginnt, diese Feststoffschicht weiter
zum Austrag 8 zu fördern. Insoweit wird auf eine vergleichende
Betrachtung der Teilfig.
a, b, c in Fig. 2 verwiesen. Das
ausgetragene Gut 9 mit allen Korngrößen über ca. 30 bis 40 µm
und gleichzeitig auch beträchtlichen Anteilen der kleineren
Kornfraktionen ist gut entwässert, Trockensubstanzgehalte von über
80% bis fast 90%. Das Ziel einer Wiederverwendung des Gutes
ohne weitere mechanische aufwendige und kostenintensive Ent
wässerungsaggregate wird so erreicht.
Insbesondere aus einer vergleichenden Betrachtung der Fig. 1 und
2 entnimmt man, daß das Fördergatter 6 von einer Ausgangs
position aus einen Förderhub durchführt, der durch einen Pfeil
angeordnet wurde und bei dem die in der Feststoffschicht ein
tauchenden Gatterwände 10 sich längs des schrägen Bodens 7
bewegen. Das Fördergatter 6 ist danach aus der Feststoffschicht
heraushebbar, zur Ausgangsposition zurückbewegbar und in die
Feststoffschicht wieder einsenkbar. Um die beschriebene Bewegung
des Fördergatters 6 zu erreichen, ist im Ausführungsbeispiel das
Fördergatter 6 mit Hilfe von Kurbeltrieben 11 mit Kurbelzapfen 12
und auf die Kurbelzapfen 12 mit Langlochführung 13 aufgesetzten
Laschen 14 bewegbar.
Claims (2)
1. Vorrichtung zum Entwässern eines bei der Bodensanierung
anfallenden Feststoff/Flüssigkeit-Gemisches, - mit
einem Schrägförderer (1), der einen Trog mit schrägem Boden
(7), ein Fördergatter (6) mit einer Mehrzahl von quer zur
Förderrichtung angeordneten Gatterwänden (10) und einen Ab
setzbehälter (5) aufweist, wobei eine abgesetzte Feststoff
schicht über den schrägen Boden (7) nach oben ausgetragen
wird und die Flüssigkeit in den Absetzbehälter (5) gelangt,
wobei das Fördergatter (6) von einer Ausgangsposition aus einen
Förderhub durchführt, bei dem die in die Feststoffschicht ein
tauchenden Gatterwände (10) sich längs des schrägen Bodens (7)
aufwärts bewegen, und das Fördergatter (6) danach aus der Fest
stoffschicht heraushebbar, zur Ausgangsposition zurückbewegbar
und in die Feststoffe wieder einsenkbar ist, und wobei an den
Schrägförderer (1) ein Vibrationsschwingungserzeuger (2) ange
schlossen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei das Fördergatter (6) mit
Hilfe eines Kurbeltriebes (11) mit Kurbelzapfen (12) und auf die
Kurbelzapfen (12) mit Langlochführung (13) aufgesetzten Laschen
(14) bewegt ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE4020261A DE4020261A1 (de) | 1990-06-26 | 1990-06-26 | Verfahren und anlage zum entwaessern eines feststoff/fluessigkeit-gemisches |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4020261A DE4020261A1 (de) | 1990-06-26 | 1990-06-26 | Verfahren und anlage zum entwaessern eines feststoff/fluessigkeit-gemisches |
Publications (2)
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|---|---|
| DE4020261A1 DE4020261A1 (de) | 1992-01-02 |
| DE4020261C2 true DE4020261C2 (de) | 1993-03-04 |
Family
ID=6409066
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4020261A Granted DE4020261A1 (de) | 1990-06-26 | 1990-06-26 | Verfahren und anlage zum entwaessern eines feststoff/fluessigkeit-gemisches |
Country Status (1)
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| DE (1) | DE4020261A1 (de) |
Families Citing this family (1)
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1990
- 1990-06-26 DE DE4020261A patent/DE4020261A1/de active Granted
Also Published As
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| DE4020261A1 (de) | 1992-01-02 |
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