DE4014462A1 - Vorrichtung zum auflockern von schuettgut - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Auflockern
schwerfließfähigen Schüttgutes, insbesondere beim Abtanken von
körnigem Erntegut aus dem Korntank eines Mähdreschers mittels
einer am Boden des Korntanks angeordneten und mit einer einstell
baren Abdeckung versehenen Austragförderschnecke.
Um die durch Stauerscheinungen oder Brückenbildungen des Schütt
gutes beim Entleeren von Behältern hervorgerufenen Störungen zu
vermeiden, sind bereits verschiedene Ausführungen von beweglich
angetriebenen Lockerungseinrichtungen bekannt, die oberhalb oder
seitlich von der Austragförderschnecke angeordnet sind.
So ist beispielsweise aus der SU-EB 1 97 328 eine Vorrichtung zum
Lockern des Erntegutes im Korntank eines Mähdreschers darge
stellt, bei der ein von der Austragförderschnecke angetriebenes
keilförmiges Rührwerk vorhanden ist. Quer zu dem Rührwerk ist
eine Welle angeordnet, die mit dem Rührwerk antriebsverbunden
ist. An beiden Enden der Welle sind in den Seitenwandbereichen
des Korntanks zusätzliche Schwingarme angebracht, die auf ihrer
gesamten Länge mit Zinkenstäben versehen sind, die bis in die Nä
he des Korntankbodens reichen. Obwohl mit dieser Vorrichtung zwar
ein großer Einwirkungsbereich der vorhandenen Lockerungselemente
auf das im Korntank befindliche Erntegut erreicht wird, so tritt
aber dennoch kein wirkungsvoller Lockerungseffekt auf, da der An
trieb aller schwingbeweglichen Lockerungselemente von der
schnellaufenden Austragförderschnecke aus erfolgt. Aufgrund der
dadurch vorhandenen hohen Schwingfrequenz wird das schwerfließfä
hige und zusammenhängende Erntegut noch weiter verdichtet und das
Entleeren des Korntanks wesentlich erschwert. Ohne zusätzlichen
manuellen Aufwand ist deshalb auch mit Hilfe dieser Vorrichtung
kein störungsfreier Abtankvorgang möglich.
Die gleichen Nachteile treten auch bei der aus der SU-EB 4 08 622
bekannten Lockerungsvorrichtung auf, bei der eine oberhalb der
Austragförderschnecke angeordnete schnell auf- und abbewegliche
Abdeckung über einen Exzenter und einen Stößel von der mit einer
hohen Drehzahl umlaufenden Austragförderschnecke angetrieben
wird.
Das Ziel der Erfindung besteht darin, durch Brückenbildung ver
ursachte Störungen beim Abtankvorgang von schwerfließfähigen
Schüttgütern aus Behältern zu vermeiden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine oberhalb der Aus
tragförderschnecke angeordnete Lockerungseinrichtung so auszubil
den und anzutreiben, daß mit einem geringen Bauaufwand der Wir
kungsbereich vergrößert und der Lockerungseffekt erhöht wird.
Erfindungsgemäß wird dies durch folgende Merkmale gelöst:
- a) die Abdeckung für die Austragförderschnecke ist an der Abgabe seite um einen an der gegenüberliegenden Seite angeordneten Schwenkpunkt über einen separaten Antrieb heb- und senkbar,
- b) an beiden Seitenwänden der Abdeckung sind schwenkbeweglich ge lagerte Zinkenstangen angeordnet, an denen in Abständen Zinken befestigt sind,
- c) an beiden Zinkenstangen sind in Richtung der Zinken verlau fende, starr befestigte Hebel angeordnet, an deren Endberei chen starre Führungsstangen gelenkig befestigt sind, die sich in etwa vertikaler Richtung bis zu einem oberen Querträger er strecken, an dem sie ebenfalls gelenkig angeschlossen sind.
Nach weiteren Merkmalen der Erfindung ist an der Abgabeseite der
Austragförderschnecke zwischen der Abdeckung und dem oberen Quer
träger in etwa vertikaler Richtung ein doppeltwirkender hydrauli
scher Arbeitszylinder, ein elektrischer Getriebemotor oder ein
elektrischer Linearmotorantrieb mit zugehörigen Umsteuerungs- und
Regeleinrichtungen angeordnet. Die Anzahl und die Geschwindigkeit
der Hub- und Senkbewegungen der Abdeckung ist sowohl manuell als
auch automatisch über ein Einstell- und Frequenzregelgerät steu
erbar. Die Zinken weisen einen winkelförmigen Querschnitt auf,
wobei der außenliegende Bereich vorzugsweise spitzwinklig und der
der Zinkenstange zugewandte Bereich etwa rechtwinklig ausgebildet
ist. Die Winkelschenkel sind dabei nach unten gerichtet. Die Län
ge der Zinken vergrößert sich in Richtung zur Abgabeseite der
Austragförderschnecke.
Durch die erfindungsgemäße Ausführung der Lockerungsvorrichtung
wird mit einem geringeren Herstellungsaufwand eine wirkungsvolle
Auflockerung von schwerfließfähigen Schüttgütern, wie z. B. von
Getreide mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt, von Grassamen oder
von anderen feinkörnigen Sämereien erreicht. Beim Abtanken von
solchen Schüttgütern aus dem Korntank wird eine Brückenbildung
oberhalb der Austragförderschnecke verhindert und eine Entleerung
des Korntanks innerhalb einer kurzen Zeit ohne aufwendige manuel
le Hilfsarbeiten ermöglicht. Da der Antrieb der Lockerungsein
richtung unabhängig von der schnellaufenden Austragförderschnecke
mit einer sehr geringen Geschwindigkeit durch separate Antriebs
mittel erfolgt, treten keinerlei zusätzliche unerwünschte Ver
dichtungen des Erntegutes auf. Ein nachträglicher Einbau der Loc
kerungsvorrichtung ist ohne großen Umbauaufwand möglich, da keine
prinzipiellen Änderungen am Grundaufbau des Korntanks erforder
lich sind. Ebenso ist eine wahlweise Einsatzmöglichkeit für
schwer- und leichtfließende Schüttgüter vorhanden und die Umstel
lung nur mit einem geringen Umrüstumfang verbunden.
Die Erfindung wird nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert. In den Zeichnungen zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Lockerungseinrichtung
in einer Vorderansicht,
Fig. 2 den Schnitt nach Fig. 1 und
Fig. 3 das Bewegungs- und Antriebsschema der Lockerungsein
richtung in einer Seitenansicht.
Innerhalb des Korntanks 1 eines nicht dargestellten Mähdreschers
ist oberhalb der Austragförderschnecke 2 eine höhenbewegliche Ab
deckung 3 angeordnet, die um einen Schwenkpunkt 4 heb- und senk
bar ist. Die Auf- und Abwärtsbewegung der Abdeckung 3 und der da
durch bewirkten Veränderung der Zuführungsspaltweite zur Austrag
förderschnecke 2 zwischen der Bodenwand 5 des Korntanks 1 und den
beiden Seitenwänden 6; 7 der Abdeckung 3 erfolgt durch einen dop
peltwirkenden hydraulischen Arbeitszylinder 8, der an der Abgabe
seite der Austragförderschnecke 2 zwischen der Oberseite der Ab
deckung 3 und einem mit der vorderen und hinteren Wand 9 des
Korntanks 1 starr verbundenen Querträger 10 in vertikaler Rich
tung angeordnet ist. Die Betätigung des Arbeitszylinders 8 er
folgt vom Fahrerstand des Mähdreschers aus über ein manuell oder
automatisch gesteuertes Wegeventil. Während die Anzahl der Hub-
und Senkbewegungen bei der manuellen Ansteuerung vom Mähdre
scherfahrer nach den jeweiligen Erfordernissen gewählt wird, er
folgt bei der automatischen Steuerung nach Vorwahl über ein elek
tronisches Einstell- und Frequenzregelgerät der kontinuierliche
Betrieb der Lockerungseinrichtung. Bei beiden Steuerungsarten
wird aufgrund der angewandten Schaltungsanordnung die Kolbenstan
ge 11 des Arbeitszylinders 8 mit einer sehr geringen Geschwindig
keit bewegt, so daß das Erntegut durch die sich hebende und sen
kende Abdeckung 3 aufgelockert wird und keine zusätzliche Ver
dichtung durch eine schnelle Hub- und Senkbewegung der Abdeckung
3 erfolgt. Anstelle des hydraulischen Arbeitszylinders 8 kann
auch ein elektrischer Getriebemotor oder ein elektrischer Linear
motorantrieb mit einer entsprechenden Steuerungseinrichtung ver
wendet werden. Um eine zusätzliche Auflockerung zu erreichen und
den seitlichen Wirkungsbereich der Lockerungseinrichtung zu er
weitern, sind an beiden Seiteneingängen 6; 7 der Abdeckung 3 über
die gesamte Länge durchgehende, schwenkbeweglich gelagerte Zin
kenstangen 12; 13 angeordnet, an denen in Abständen ebenfalls
über die gesamte Länge der Abdeckung 3 Zinken 14 starr befestigt
sind. Die Zinken 14 weisen einen winkelförmigen Querschnitt auf,
wobei der außenliegende Bereich vorzugsweise spitzwinkelig und
der der Zinkenstange 12; 13 zugewandte Bereich etwa rechtwinklig
ausgebildet ist. Durch die nach unten gerichteten Winkelschenkel
der Zinken 14 wird bei der Abwärts-Schwenkbewegung der Zinken 14
eine günstige Förderwirkung des Erntegutes zur Austragförder
schnecke 2 erzielt. An beiden Zinkenstangen 12; 13 sind im seit
lichen Bereich des Arbeitszylinders 8 in Richtung der Zinken 14
verlaufende, starr befestigte Hebel 15; 16 angeordnet, an deren
Endbereichen je eine etwa senkrecht und parallel zum Arbeitszy
linder 8 verlaufende starre Führungsstangen 17; 18 gelenkig ange
schlossen ist. Die oberen Enden der Führungsstangen 17; 18 sind
am Querträger 10 ebenfalls gelenkbeweglich befestigt. Durch die
Hub- und Senkbewegung der Abdeckung 3 wird im Zuammenwirken mit
den beiden Führungsstangen 17; 18 eine Schwenkbewegung der Zin
kenstangen 12; 13 mit den daran befestigten Zinken 14 bewirkt.
Die Größe der Schwenkbewegung der Zinkenstangen 12; 13 und dem
damit zusammenhängenden Schwenkbereich der Zinken 14 wird durch
die Länge der an den Zinkenstangen 12; 13 befestigten Hebel 15;
16 und durch die Bewegungsgröße der Kolbenstange 11 des Arbeits
zylinders 8 bestimmt. Im Schwenkbereich der Zinken 14 wird das im
Korntank 1 befindliche Erntegut intensiv aufgelockert und in
Richtung zum Zuführungsspalt 19 der Abdeckung 3 mit einer gerin
gen Bewegungsgeschwindigkeit gefördert und der Austragförder
schnecke 2 zugeführt. Da sich die Größe des Zuführungsspaltes 19
in Richtung zur Abgabeseite der Austragförderschnecke 2 in der
größten Hubstellung der Abdeckung 3 vergrößert, verändert sich
auch die Länge der Zinken entsprechend diesem Verhältnis, um eine
gleichmäßige Erntegutzuführung zur Austragförderschnecke 2 zu er
reichen. Die Förderrichtung F der Austragförderschnecke 2 ist in
der Fig. 1 durch einen Pfeil angegeben. In der Fig. 3 ist die
Richtung der Hub- und Senkbewegung H der Kolbenstange 11 sowie
die Richtung der Schwenkbewegung S der Zinken 14 ebenfalls durch
entsprechende Pfeile gekennzeichnet.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
1 Korntank
2 Austragförderschnecke
3 Abdeckung
4 Schwenkpunkt
5 Bodenwand
6; 7 Seitenwände
8 Arbeitszylinder
9 Wand
10 Querträger
11 Kolbenstange
12; 13 Zinkenstangen
14 Zinken
15; 16 Hebel
17; 18 Führungsstange
19 Zuführungsspalt
F Förderrichtung
H Hub- und Senkbewegung
S Schwenkbewegung
2 Austragförderschnecke
3 Abdeckung
4 Schwenkpunkt
5 Bodenwand
6; 7 Seitenwände
8 Arbeitszylinder
9 Wand
10 Querträger
11 Kolbenstange
12; 13 Zinkenstangen
14 Zinken
15; 16 Hebel
17; 18 Führungsstange
19 Zuführungsspalt
F Förderrichtung
H Hub- und Senkbewegung
S Schwenkbewegung
Claims (5)
1. Vorrichtung zum Auflockern von schwerfließfähigem Schüttgut,
insbesondere zum Abtanken von körnigem Erntegut aus dem Korn
tank eines Mähdreschers mittels einer am Boden des Korntanks
angeordneten und mit einer einstellbaren Abdeckung versehenen
Austragförderschnecke, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
- a) die Abdeckung (3) für die Austragförderschnecke (2) ist an der Abgabeseite um einen an der gegenüberliegenden Seite angeordneten Schwenkpunkt (4) über einen separaten Antrieb heb- und senkbar,
- b) an beiden Seitenwänden (6; 7) der Abdeckung (3) sind schwenk beweglich gelagerte Zinkenstangen (12; 13) angeordnet, an denen in Abständen Zinken (14) befestigt sind,
- c) an beiden Zinkenstangen (12; 13) sind in Richtung der Zinken (14) verlaufende starr befestigte Hebel (15; 16) ange ordnet, an deren Endbereichen starre Führungsstangen (17; 18) gelenkig befestigt sind, die sich in etwa vertikaler Richtung bis zu einem oberen Querträger (10) erstrecken, an dem sie ebenfalls gelenkig angeschlossen sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an
der Abgabeseite der Austragförderschnecke (2) zwischen der Ab
deckung (3) und dem oberen Querträger (10) in etwa vertikaler
Richtung ein doppeltwirkender hydraulischer Arbeitszylinder
(8), ein elektrischer Getriebemotor oder ein elektrischer Li
nearmotorantrieb mit zugehörigen Umsteuerungs- und Regelein
richtungen angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Anzahl und die Geschwindigkeit der Hub- und Senkbewegungen
der Abdeckung (3) sowohl manuell als auch automatisch über ein
Einstell- und Frequenzregelgerät steuerbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Zinken (14) einen winkelförmigen Querschnitt aufweisen, wobei
der außenliegende Bereich vorzugsweise spitzwinklig und der
der Zinkenstange (12; 13) zugewandte Bereich etwa rechtwinklig
ausgebildet ist und daß die Winkelschenkel nach unten gerich
tet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß
sich die Länge der Zinken (14) in Richtung zur Abgabeseite der
Austragförderschnecke (2) vergrößert.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DD89328816A DD284150B5 (de) | 1989-05-23 | 1989-05-23 | Vorrichtung zum auflockern von schuettgut |
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|---|---|
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| RU2370941C1 (ru) * | 2008-07-28 | 2009-10-27 | Федеральное государственное образовательное учреждение высшего профессионального образования "Ставропольский государственный аграрный университет" | Устройство для выгрузки из бункера малосыпучего вороха |
| RU2421977C1 (ru) * | 2010-03-09 | 2011-06-27 | Федеральное государственное образовательное учреждение высшего профессионального образования "Ставропольский государственный аграрный университет" | Устройство для разрушения сводообразования малосыпучего зернового вороха бункера зерноуборочного комбайна |
| DE102015206429A1 (de) * | 2015-01-13 | 2016-07-14 | Hecht Technologie Gmbh | Saugrohr zur Entleerung von Behältern, insbesondere Fässern |
| WO2017005510A1 (de) * | 2015-07-07 | 2017-01-12 | Benninghoven GmbH & Co. KG Mülheim | Vorrichtung für konglomerierende schüttgüter |
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| DE102015206648A1 (de) | 2015-04-14 | 2016-10-20 | Deere & Company | Fördereinrichtung zur Vermeidung von Brückenbildung beim Entladen von Erntegut aus einem Korntank eines Mähdreschers |
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1989
- 1989-05-23 DD DD89328816A patent/DD284150B5/de not_active IP Right Cessation
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1990
- 1990-05-07 DE DE4014462A patent/DE4014462A1/de not_active Withdrawn
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Also Published As
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: INGENIEURBETRIEB AGRITECHNIK GMBH, O-8355 NEUSTADT |
|
| 8130 | Withdrawal |