DE4013979A1 - Vorrichtung zum vorreinigen von verschmutztem wasser - Google Patents
Vorrichtung zum vorreinigen von verschmutztem wasserInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des
Patentanspruches 1.
Stark verschmutzte, z.B. ölige oder chemische Substanzen enthal
tende Abwässer, insbesondere aus gewerblichen Betrieben, müssen
vor Ihrer Einleitung in das Abwassernetz gereinigt werden.
In der EP-PS 00 67 795 ist eine Vorrichtung zum Ausscheiden von
Schlamm und Schmutz aus dem Wasser und Entfernen mittels Filter
säcken bekannt geworden. Diese Vorrichtung weist jedoch den Nach
teil auf, daß das anfallende Schmutzwasser für den Ausschei
dungsprozeß nicht vorbereitet wird und das gezielte Einfüllen
der Filtersäcke ohne vorzeitiges Benetzen ihrer Innenwand nicht
gewährleistet ist. Dies kann ein Verstopfen der Poren des Sackes
zur Folge haben und dadurch den problemlosen Austritt des Wassers
aus dem Sack verhindern.
Es bestand daher die Aufgabe, eine Vor
richtung der eingangs genannten Gattung zu schaffen, welche bei
kompakter Bauweise diese Nachteile vermeidet.
Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 auf
geführten Merkmale gelöst.
Zur Vermeidung unangenehmer Gerüche werden der oder die Filter
säcke zweckmäßig während des Abfüllens abgedeckt.
Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vor
richtung rinnt das aus dem Filtersack austretende vorgereinigte
Wasser in eine unterhalb des aufgehängten Filtersackes angeordne
te Auffangschale, von wo aus es, zwecks Nachfiltration, einem wei
teren, unter dieser Auffangschale angeordneten Filtersack zuge
führt wird. Nach dem Entfernen des ersten mit Schlamm gefüllten
Filtersackes kann dieser durch den sich unter der Auffangschale
befindlichen Filtersack und dieser durch einen neuen, d.h. unge
brauchten Sack, ersetzt werden.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand von zwei Ausführungsbei
spielen mit Bezug auf die Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 schematisch einen Vertikalschnitt durch eine erste
Ausführungsform mit einem Filtersack, und
Fig. 2 schematisch einen Vertikalschnitt durch eine zweite
Ausführungsform mit mehreren Filtersäcken.
In den beiden dargestellten Ausführungsbeispielen sind entspre
chende Teile mit dem gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
Die Vorrichtung nach der Fig. 1 ist in einem Behälter 26 unterge
bracht. Sie umfaßt auf der linken Seite eine Misch- und Aufbe
reitungseinrichtung und auf der rechten Seite einen dieser nach
geschalteten Filtersack 19. Die Misch- und Aufbereitungseinrich
tung weist ein aufrechtstehendes Zylinderrohr 1 auf, das in drei
Kammern 11, 12 und 13 unterteilt ist. In die erste Kammer 11 wird
ein schüttfähiges Spaltmittel 25 eingefüllt und durch die konisch
zulaufenden Innenwände 3 der Kammer 11 dem unteren Bereich einer
in einem zentralen Rohr 4 untergebrachten und mit einer Auflocke
rungsvorrichtung versehenen Förder- und Dosierschnecke 5 z.B.
stoßweise zugeführt.
Die Decke 2 der ersten Kammer 11 bildet gleichzeitig den Boden
der zweiten Kammer 12 und der dritten Kammer 13 wobei diese
Kammern 12 und 13 durch eine Trennwand 6 voneinander getrennt
sind.
Vom oberen Bereich der Förder- und Dosierschnecke 5 gelangt das
zugeführte Spalt- bzw. Flockungsmittel 25 über eine Rutsche 7 in
die zweite Kammer 12, welche einen Einlaufstutzen 8 für das zu
klärende Abwasser aufweist. In der gleichen zweiten Kammer 12 be
findet sich ein mit einem Rührflügel versehenes Rührwerk 9 zum
intensiven Einmischen des Spaltmittels 25 in das Abwasser, was
ein Flocken und Binden der im Wasser enthaltenden öligen oder
chemischen Mittel bewirkt. Nahe dem Boden 2 der beiden oben lie
genden Kammern 12 und 13 befindet sich ein Durchlaß 10, durch
welchen das Abwasser in die dritte Kammer 13 fließt, wo es mit
tels eines zweiten zur Erzielung einer großen Schlammflockung
langsamer laufenden Rührwerks 14 weiter vermischt und gegen das
oben liegende Auslaufrohr 15 befördert wird.
Die Mündung des Auslaufrohrs 15 befindet sich zentrisch über der
oberen Öffnung 16 des an einem Haltering 17 der Vorrichtung of
fen aufgehängten Filtersackes 19. Der Haltering kann an einem ab
stehenden Arm 20 des Zylinderrohres 1 oder am Gestell, in welchem
die gesamte im geschlossenen Behälter 26 befindliche Vorrichtung
untergebracht ist, befestigt sein.
Damit der Filtersack nicht in sich zusammenfällt ist unterhalb
des Halteringes ein Verstärkungsgitter 21 angebracht. Der Filter
sack 19 steht zudem in einer Schale 22, welche das aus dem Sack
nach außen fließenden Wasser auffängt. Dieses Wasser wird dann,
über einen Ausguß 23, dem öffentlichen Abwassernetz zugeleitet.
Von diesem ersten Ausführungsbeispiel unterscheidet sich dasje
nige nach der Fig. 2 dadurch, daß am rohr- oder rinnenförmigen
Auslauf 15 mehrere, hier zwei Filtersäcke 19 angeschlossen sind.
Der Auslauf 15 ist in Abständen mit Abgangsstutzen 27 versehen
die je durch ein Absperrelement 28 verschließbar sind. Die lös
bare Befestigung der Filtersäcke 19 am zugehörigen Abgangsstutzen
27 erfolgt mittels Klemm- und Spannelementen 29. Ein großer
Flansch 30 spreizt den Sack auf und verhindert ein Ablaufen des
Schlammwassers entlang den Wänden des Filtersackes, was zu vor
zeitigem Verschlammen und Verkrusten des noch nicht vollständig
mit Schlamm gefüllten Filtersackes führen könnte.
Im Betrieb der Anlage bleibt jeweils der Zulauf zu einem der Säk
ke geöffnet, die anderen sind geschlossen. Ist nun ein Filtersack
mit Schlamm gefüllt, so steigt das nicht mehr abfließende Wasser
in Auslaufrohr 15 an und betätigt eine Niveausonde 30. Diese
stellt die Anlage ab und gibt ein Signal zum manuellen oder auto
matischen Schließen des vollen Sackes und Öffnen eines anderen
Zulaufes in einen leeren Sack. Der volle Sack kann, in der Zeit
bis der nächste voll ist, weiter entwässern und wird dann gegen
einen neuen Sack ausgetauscht. Die Anlage ist dadurch vor dem
Überlaufen der Säcke abgesichert und kann manuell oder vollauto
matisch auf andere Säcke umschalten.
Wird die Vorrichtung zur Reinigung von stark verschmutztem Wasser
eingesetzt, ist es vorteilhaft, wenn, zwecks noch besserer Filt
rierung, im Anschluß an die Vorrichtung bzw. an den oder die
Filtersäcke 19, das aus dem Ausguß 23 abgeleitete Wasser in ei
nen nachgeschalteten Filtersack 24 geleitet wird. Da in diesem
Sack 24 lediglich eine Nachfiltration erfolgt, ist dieser nicht
wesentlich verschmutzt und kann nach Entfernen des ersten Fil
tersackes an dessen Stelle nochmals verwendet werden. Zum Nach
filtrieren ist ein neuer Sack anzubringen.
In bezug auf das Auslaufrohr 15 der Mischeinrichtung ist der er
ste Filtersack so anzubringen, daß das in den Auslauf geförderte
vorgereinigte Wasser nicht der Innenseite des Filtersackes ent
lang nach unten, sondern auf direktem Weg dorthin gelangt. Zu
diesem Zweck kann der Auslauf 15 (beim Beispiel der Fig. 1) bzw.
können die Abgangsstutzen 27 beim Beispiel der Fig. 2 bis in den
Filtersack hinein verlängert sein, bzw. am Einlauf aufgespreizt
werden.
Zwecks Verminderung eventueller Gerüche, ist zweckmäßig die
obere Öffnung der Filtersäcke 19 mit einem Deckel verschlossen.
Da mittels des Rührwerks 9 in der zweiten Kammer 12 eine inten
sive Vermischung des Spalt- und Flockungsmittels mit dem zu rei
nigenden Abwasser erfolgt, ist es von Vorteil, dieses Rührwerk
mit einer höheren Tourenzahl als derjenigen des Rührwerks 14 in
der dritten Kammer laufen zu lassen, welches der Weiterförderung
des Gemisches zum Auslaßrohr dient. Zwecks Steuerung des gesam
ten Ablaufes des Vorbereitungsprozesses in der Einrichtung, kann
in der zweiten Kammer 12 ein Niveauregler eingebaut sein.
Als Spaltmittel kann z.B. Tonerde, Kalk oder dgl. vermengt mit
einem Metallsalzgemisch, verwendet werden, wodurch einerseits
ölige Teile gebunden und/oder der Schmutzteil des Wassers in
flockige Form gebracht wird.
Claims (11)
1. Vorrichtung zum Vorreinigen von chemischen und/oder physika
lisch verschmutztem Wasser vor dessen Einleitung in einen öffent
lichen Abwasserkanal, mit einer Misch- und Aufbereitungseinrich
tung und mindestens einem nachgeschalteten Filtersack, dadurch
gekennzeichnet, daß die Misch- und Aufbereitungseinrichtung ein
in einem stehenden Zylinderrohr (1) angeordnetes Dreikammersystem
aufweist, deren unterste erste Kammer (11) über eine mittlere
Fördereinrichtung (4, 5) mit einer der beiden darauf angeordneten,
nebeneinanderstehenden, je ein Rührwerk (9, 14) aufweisenden,
oberen zweiten und dritten Kammer (12 bzw. 13) verbunden ist,
daß die zweite Kammer (12), nahe ihrer Decke, eine Zuleitung
(8) aufweist, über welche das zu reinigende Wasser und über eine
Rutsche (7) ein Spaltmittel (25) aus der ersten Kammer (11)
führbar ist, die zweite Kammer (12) ferner über einen in Boden
nähe angeordneten Durchlaß (10) mit der danebenliegenden dritten
Kammer (13) verbunden ist und ferner, daß aus dem oberen Bereich
der dritten Kammer ein Auslauf (15) für das chemisch behandelte
und geflockte Abwasser zum ausbaubar befestigten offenen Filter
sack (19) führt, unter welchem sich eine Auffangschale (22) für
das gefilterte Wasser befindet, aus welcher dieses Wasser dem Ab
wasserkanal über einen Ausguß (23) direkt oder indirekt zuge
führt wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß meh
rere hintereinandergeschaltete Filtersäcke (19) an den Auslauf
(15) angeschlossen sind, und die Verbindung zu den Filtersäcken
(19) über Absperrorgane (28) regelbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die lösbare Befestigung des oder der Filtersäcke (19) am
Auslauf mittels Klemm- oder Spannelementen (29, 30) erfolgt.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß im Auslauf (15) eine Niveausonde (30) ange
bracht ist, die bei mit ausgefiltertem Schlamm gefülltem Filter
sack und dadurch steigendem Abwasserspiegel die Anlage abschaltet
und die Umstellung der Absperrorgane (29) zu den Filtersäcken
(19) signalisiert oder durch Stellelemente veranlaßt.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der oder die Filtersäcke (19) nach dem zu
gehörigen Absperrorgan (29) über einen Spreizflansch (31) wasser
dicht befestigt sind, so daß das in den Sack einfließende noch
nicht geklärte Abwasser, ohne die Wand des Filtersackes zu berüh
ren, direkt in den unteren Bereich des Sackes gelangt.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen dem Auslauf (15) und dem oberen
Rand jedes Filtersackes (19) eine Abdeckung angeordnet ist, wel
che einerseits den Austritt von Gerüchen aus dem Sack und ander
seits das Berühren der Sackwandung beim Einfüllen von Flüssigkeit
verhindert.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß im Inneren der Fördereinrichtung (4) eine
sich drehende Förderschnecke (5) angeordnet ist, durch welche dem
in die erste Kammer (11) eingefüllten chemischen Flockungs- und
Spaltmittel (25) die für die zweite Kammer (12) benötigte Menge
kontinuierlich führbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Seitenwände (3) im unteren Bereich der
ersten Kammer (11) gegen die Mitte zu konisch verlaufen, so daß
das eingefüllte Flockungs- und Spaltmittel (25) gegen das untere
Ende der Fördereinrichtung (4) nachgleitet.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Drehzahl des Rührwerks (9) in der
zweiten Kammer (12) höher ist, als diejenige des Rührwerks (14)
in der dritten Kammer (13).
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß sie in einem geschlossenen Behälter (26) un
tergebracht ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß unterhalb jedes Filtersackes (19) bzw. der
ihm zugeordneten Auffangschale (22) ein weiterer Filtersack (24)
derart angeordnet ist, daß das vorfiltrierte Wasser in diesen
zweiten Sack gelangt und nachfiltriert wird, wobei nachdem der
erste Sack (19) mit ausgeschiedenem entwässertem Sondermüll
gefüllt ist, dieser Sack durch den unteren Sack (24) ersetzbar
und an dessen Stelle ein neuer Filtersack einsetzbar ist.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH2748/89A CH678523A5 (de) | 1989-07-17 | 1989-07-17 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4013979A1 true DE4013979A1 (de) | 1991-01-31 |
Family
ID=4240723
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4013979A Ceased DE4013979A1 (de) | 1989-07-17 | 1990-05-01 | Vorrichtung zum vorreinigen von verschmutztem wasser |
Country Status (2)
| Country | Link |
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