DE4012900A1 - Eigenmediumbetaetigtes ventil - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein eigenmediumbetätigtes Ventil
mit einem einen Ventilraum umgebenden Gehäuse, das einen
Eintritt und einen Austritt für das Medium sowie einen
vom Ventilraum abgeschirmten Zylinder aufweist, in dem
ein Kolben verschiebbar angeordnet ist, der den Zylinder
in zwei Zylinderräume unterteilt und über eine Kolben
stange mit einem Verschlußteil verbunden ist, wobei der
während der Schließbewegung des Verschlußteils sich
vergrößernde Zylinderraum wahlweise mit dem Eintritt
oder mit einer Drucksenke verbindbar und der während der
Schließbewegung sich verkleinernde Zylinderraum mit
einer Drucksenke verbunden ist.
Bei Ventilen dieser Art, die z.B. als Frischdampf-
Isolierventile in Kernkraftwerken verwendet werden, ist
die Schließgeschwindigkeit oder die Schließcharakte
ristik unter anderem vom Massenstrom durch das Ventil
abhängig. Ohne Durchfluß schließt das Ventil durch
Beaufschlagen des entsprechenden Zylinderraumes mit dem
unter Druck stehenden Eigenmedium. Dabei schließt das
Ventil mit annähernd linearer Hubcharakteristik, d.h. der
Weg des Verschlußteils über der Zeit. Beim Schließen
des Ventils mit Durchfluß baut sich nach einem bestimm
ten Teilhub des Verschlußteils an diesem eine Druckdif
ferenz auf, die eine zusätzliche Schließkraft zur Folge
hat. Die zusätzliche Schließkraft beschleunigt die
Schließbewegung, und zwar um so mehr, je näher der Ver
schlußteil der Schließstellung ist, weil die Druckdif
ferenz am Verschlußteil stetig größer wird. Dies führt
zu hohen Aufprallkräften, mit denen der Verschlußteil
auf die Ventilsitzfläche auftrifft. Diese Aufprallkräfte
können zu unzulässig großen Belastungen im Ventil sowie
in den an diesen angeschlossenen Rohrleitungen und in den
Vorrichtungen zum Aufhängen und Abstützen der Rohrleitung
führen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Ventil der
eingangs genannten Art so zu verbessern, daß die durch
die Strömungskräfte bedingte Beschleunigung der Schließ
bewegung wesentlich verringert oder ganz vermieden wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
der Verschlußteil federnd nachgiebig, eine Relativbewe
gung zur Kolbenstange zulassend, mit dieser verbunden
ist, daß in der Kolbenstange ein Verbindungskanal
vorgesehen ist, der sich vom verschlußteilseitigen Ende
der Kolbenstange zum sich während der Schließbewegung
verkleinernden Zylinderraum erstreckt, und daß zwischen
dem Verschlußteil und dem Verbindungskanal eine Drossel
stelle besteht, deren Drosselquerschnitt sich abhängig
von der Relativbewegung zwischen Verschlußteil und
Kolbenstange ändert.
Durch die nachgiebige Verbindung des Verschlußteils mit
der Kolbenstange wird ein Abheben des Verschlußteils von
der Kolbenstange möglich, wodurch über die Drosselstelle
am Verbindungskanal Druckmedium in den sich verkleinern
den Zylinderraum gelangen kann, das dort eine Bremskraft
aufbaut, die der zusätzlichen Beschleunigungskraft
entgegenwirkt. Die Bremskraft, die im Idealfall gleich
der zusätzlichen Beschleunigungskraft ist, bewirkt also,
daß der Verschlußteil mit einer solchen Geschwindigkeit
auf diese Ventilsitzfläche aufsetzt, daß keine
zusätzlichen Belastungen im Ventil oder in den daran
angeschlossenen Leitungen mehr auftreten, und zwar
unabhängig davon, wie groß der Massenstrom im Ventil
ist.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der
folgenden Beschreibung anhand der Zeichnung näher erläu
tert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein eigenmedium
betätigtes Absperrventil nach der Erfin
dung in Offenstellung,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch das Ventil nach
Fig. 1 in teilweise geöffneter Stellung,
Fig. 2a das Detail A in Fig. 2 in größerem
Maßstab,
Fig. 3 einen Längsschnitt durch das Ventil nach
Fig. 1 in geschlossener Stellung und
Fig. 4 einen Längsschnitt durch den oberen Teil
eines Ventils, der gegenüber Fig. 1
abgewandelt ist.
Gemäß Fig. 1 weist das Ventil ein Gehäuse 1 auf, das
einen Ventilraum 2 begrenzt und an dem ein Eintrittsstut
zen 3 und ein Austrittsstutzen 4 angeschlossen sind. Am
Übergang vom Ventilraum 2 zum Austrittsstutzen 4 ist im
Gehäuse 1 eine Ventilsitzfläche 5 vorgesehen, die mit
einem Verschlußteil 6 zusammenwirkt, wenn dieser sich in
Schließstellung befindet und dessen kegelige Dichtfläche
6′ auf der Ventilsitzfläche 5 aufliegt.
In Fig. 1 oberhalb des Ventilraums 2 ist das Gehäuse 1
mit einem Zylinder 7 versehen, in dem ein Kolben 8 auf-
und abbewegbar ist. Der vom Zylinder 7 umschlossene und
gegen den Ventilraum 2 abgeschirmte Raum wird vom Kolben
8 in einen oberen Zylinderraum 9 und einen unteren
Zylinderraum 10 unterteilt. Vom Kolben 8 aus erstreckt
sich gegen den Ventilraum 2 eine hohle Kolbenstange 11,
die an ihrem freien Ende durch eine Stirnwand 11′ ge
schlossen ist und in einem halsartigen Abschnitt 12 des
Gehäuses 1 dichtend geführt ist. Mit dem unteren freien
Ende der Kolbenstange 11 ist der Verschlußteil 6 nach
giebig verbunden.
Zu diesem Zweck ist der Verschlußteil 6 auf seiner der
Ventilsitzfläche 5 abgewendeten Seite mit einer Stange 13
versehen, die sich durch die Stirnwand 11′ hindurch in
die hohle Kolbenstange 11 erstreckt und an ihrem in Fig.
1 oberen Ende mit einer aufgeschraubten Sechskantmutter
14 versehen ist. Zwischen der Sechskantmutter 14 und der
Stirnwand 11′ ist ein Tellerfederpaket 15 angeordnet, das
mit einer kleinen Vorspannkraft über die Stange 13 den
Verschlußteil 6 gegen die Kolbenstange 11 zieht. Die
Sechskantmutter 14 ist an ihrem in Fig. 1 oberen Ende mit
einer Stange 16 verbunden, die an ihrem oberen Ende die
Stirnwand des Zylinders 7 durchdringt und in einer auf
dieser Stirnwand aufgesetzten, nach oben geschlossenen
Kappe 17 endet. In der Kappe 17 sind an sich bekannte
Stellungsgeber 18 angeordnet, die im Zusammenwirken mit
der Stange 16 die jeweilige Lage des Verschlußteils 6
feststellen und nach außen anzeigen können.
Vom Ventilraum 2 ausgehend ist in der Wand des Gehäuses 1
und des Zylinders 7 ein Kanal 20 vorgesehen, der in den
oberen Zylinderraum 9 mündet. Im Kanal 20 sind ein
Steuerventil 21 und eine Drosselblende 22 angeordnet.
Zwischen dem Steuerventil 21 und der Blende 22 zweigt vom
Kanal 20 ein Kanal 23 ab, der zu einer nicht gezeigten
Drucksenke führt und ein Steuerventil 24 enthält. An der
tiefsten Stelle des unteren Zylinderraumes 10 ist ein
Kanal 25 angeschlossen, der ebenfalls zu einer nicht
gezeigten Drucksenke führt und der eine Drosselblende 26
enthält. Diese Drucksenke kann die gleiche sein, an die
der Kanal 23 angeschlossen ist.
An der in Fig. 1 unteren Stirnfläche des halsartigen
Abschnittes 12 ist eine Sitzfläche 30 vorgesehen, die mit
einer entsprechenden Gegenfläche am Verschlußteil 6
zusammenwirkt und in der voll geöffneten Stellung des
Verschlußteils eine Rücksitzdichtung bildet. Innerhalb
der Wand der hohlen Kolbenstange 11 ist ein Kanal 31
vorgesehen, der an seinem in Fig. 1 oberen Ende in den
unteren Zylinderraum 10 mündet und an seinem anderen Ende
an der Stirnfläche 11′′ der Kolbenstange 11 endet. Dieses
Ende des Kanals 31 ist ein Stück weit zylindrisch erwei
tert und in diese Erweiterung ragt ein sich von unten
nach oben verjüngender Kegelstumpf 32, der am Verschluß
teil 6 befestigt ist. In der Stirnfläche 11′′ ist au
ßerdem eine radiale Nut 19 vorgesehen, die dem Druckaus
gleich in den Räumen beiderseits der Stirnfläche 11′′
dient.
Das beschriebene Auf-/Zu-Ventil funktioniert wie folgt.
In der in Fig. 1 gezeigten Offenstellung des Ventils sind
die Steuerventile 21 und 24 geschlossen bzw. offen, so
daß im oberen Zylinderraum 9 und im unteren Zylinderraum
10 der niedere Druck der Drucksenke herrscht. Der Ver
schlußteil 6 wird durch den Druck des Druckmittels gegen
die Sitzfläche 30 gedrückt, da die aus dem Druck
resultierende, auf die Unterseite des Verschlußteils 6
wirkende Kraft den Verschlußteil nach oben drückt. Soll
die Schließbewegung eingeleitet werden, so wird das
Steuerventil 21 geöffnet und das Steuerventil 24 ge
schlossen, so daß Druckmedium aus dem Ventilraum 2 über
den Kanal 20 in den oberen Zylinderraum 9 gelangt. Die in
diesem Zylinderraum einströmende Menge ist durch die
Drosselblende 22 bestimmt. Es überwiegt nun die auf den
Kolben 8 wirkende, abwärts gerichtete Druckkraft die
entgegengesetzt wirkende Druckkraft auf der Unterseite
des Verschlußteils 6. Der Verschlußteil 6 bewegt sich
also in Schließrichtung. Während dieser Schließbewegung
baut sich eine Druckdifferenz an dem Verschlußteil 6
auf, die eine zusätzliche Schließkraft zur Folge hat.
Durch diese zusätzliche Schließkraft entfernt sich der
Verschlußteil 6 etwas von der Stirnfläche der Kolben
stange 11, und zwar um den Hub h (Fig. 2 und 2a). Die
Größe dieses Hubes hängt von der Kennlinie des Teller
federpaketes 15 ab. Durch die Relativbewegung zwischen
dem Verschlußteil 6 und der Kolbenstange 11 wird der
Kanal 31 geöffnet, wobei sich zwischen dem Kegelstumpf 32
und dem Kanalende ein in seiner Größe vom Hub h abhängi
ger ringförmiger Drosselquerschnitt ergibt. Über diesen
Drosselquerschnitt strömt Eigenmedium in den unteren
Zylinderraum 10. Durch den Druck des Mediums in diesem
Zylinderraum 10 wird eine Bremskraft aufgebaut, die
gleich oder ungefähr gleich groß ist wie die am Ver
schlußteil wirkende zusätzliche Schließkraft. Die
Größe der Bremskraft wird durch entsprechendes Abstimmen
des Drosselverhältnisses am Kegelstumpf 32 zur Drossel
blende 26 in Abhängigkeit vom Hub h und der Federkenn
linie bestimmt. Je größer die zusätzliche Schließkraft
ist, um so größer wird der Hub h und damit auch der
Drosselquerschnitt am Kegelstumpf 32. Eine zunehmende
zusätzliche Schließkraft erzeugt also eine zunehmende
Bremskraft, so daß sich die beiden Kräfte ausgleichen
und die Schließgeschwindigkeit für alle Durchflußmengen
im Ventil von 0% bis 100% konstant bleibt.
Durch das Eliminieren der zusätzlichen Schließkraft wird
erreicht, daß der Verschlußteil 6 mit einer relativ
kleinen Kraft auf die Ventilsitzfläche 5 aufsetzt, so
daß keine unzulässig großen mechanischen und/oder
hydraulischen Belastungen im Ventil und in den ange
schlossenen Leitungen auftreten. Bei geschlossenem Ventil
(Fig. 3) steigt der Mediumdruck im oberen Zylinderraum 9
auf den vollen Druck des Druckmediums an und die Kolben
stange 11 wird wieder gegen die Rückseite des Verschluß
teils 6 gedrückt. Damit ist der Hub h gleich Null und der
Drosselquerschnitt am Kegelstumpf 32 ist wieder geschlos
sen. Der Druck im unteren Zylinderraum 10 wird über die
Drosselblende 26 auf den der Drucksenke abgebaut.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 ist die im zuvor
beschriebenen Beispiel verwendete Drosselblende 22 mit
festem Drosselquerschnitt durch einen hubabhängig
variablen Drosselquerschnitt ersetzt, der zwischen der
Stange 16 und einer diese umgebenden, zylindrischen
Bohrung 35 in der Stirnwand des Zylinders 7 ausgebildet
ist. Die Stange 16 hat in einem oberen Abschnitt des
Bereiches W, der während der Schließbewegung die Bohrung
35 passiert, Zylinderform, wogegen der restliche Teil des
Bereiches W eine von der Zylinderform abweichende Formge
bung aufweist. Die in Fig. 4 gezeichnete Stellung der
Stange 16 entspricht der voll geöffneten Stellung des
Ventils, d.h. entsprechend Fig. 1. In dieser Stellung ist
der Stangenquerschnitt auf der Höhe der Bohrung 35 klein,
d.h. der Drosselquerschnitt ist relativ groß. Durch
allmähliches Größerwerden des Stangenquerschnittes in
Fig. 4 nach oben, wird der Drosselquerschnitt über einen
zweiten Teil der Hubbewegung stetig kleiner. In einem
dritten Teil der Hubbewegung ist der Drosselquerschnitt
konstant. Durch diese variable Gestaltung des Drossel
querschnittes wird erreicht, daß die Totzeit (Zeit für
das Auffüllen des oberen Zylinderraumes 9) kurz ist und
der erste Teil der Hubbewegung bei hoher Geschwindigkeit
stattfindet, wogegen während des zweiten und des dritten
Teils der Hubbewegung bis zum Einfahren in die Schließ
stellung die Geschwindigkeit abnimmt. Diese Charakteri
stik der Schließbewegung wird durch die Kompensation der
zusätzlichen Schließkraft durch die Bremskraft im
unteren Zylinderraum 10 ermöglicht.
Claims (4)
1. Eigenmediumbetätigtes Ventil mit einem einen Ventil
raum umgebenden Gehäuse, das einen Eintritt und einen
Austritt für das Medium sowie einen vom Ventilraum
abgeschirmten Zylinder aufweist, in dem ein Kolben
verschiebbar angeordnet ist, der den Zylinder in zwei
Zylinderräume unterteilt und über eine Kolbenstange
mit einem Verschlußteil verbunden ist, wobei der
während der Schließbewegung des Verschlußteils sich
vergrößernde Zylinderraum wahlweise mit dem Eintritt
oder mit einer Drucksenke verbindbar und der während
der Schließbewegung sich verkleinernde Zylinderraum
mit einer Drucksenke verbunden ist, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Verschlußteil
federnd nachgiebig, eine Relativbewegung zur Kolben
stange zulassend, mit dieser verbunden ist, daß in
der Kolbenstange ein Verbindungskanal vorgesehen ist,
der sich vom verschlußteilseitigen Ende der Kolben
stange zum sich während der Schließbewegung verklei
nernden Zylinderraum erstreckt, und daß zwischen dem
Verschlußteil und dem Verbindungskanal eine Drossel
stelle besteht, deren Drosselquerschnitt sich abhän
gig von der Relativbewegung zwischen Verschlußteil
und Kolbenstange ändert.
2. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Drosselstelle zwischen dem Verschlußteil und dem
Verbindungskanal einen am Verschlußteil befestigten
Kegelstumpf aufweist, der in einen zylindrischen
Abschnitt des Verbindungskanals ragt, wobei zwischen
dem Kegelstumpf und dem Bohrungsabschnitt ein ring
förmiger Drosselquerschnitt freibleibt.
3. Ventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die nachgiebige Verbindung zwischen dem
Verschlußteil und der Kolbenstange aus einem Teller
federpaket besteht, das den Verschlußteil mit
Vorspannung gegen die Kolbenstange zieht.
4. Ventil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, mit einem
Verbindungskanal zwischen dem während der Schließ
bewegung sich vergrößernden Zylinderraum und dem
Druckmitteleintritt, dadurch gekennzeichnet, daß im
Bereich der Mündung des Verbindungskanals in den
Zylinderraum eine Drosselstelle vorgesehen ist, wobei
die Größe des Drosselquerschnittes dieser Drossel
stelle von der Bewegung des Kolbens relativ zum
Zylinder abhängig ist.
Applications Claiming Priority (1)
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| CH177789A CH679066A5 (de) | 1989-05-11 | 1989-05-11 |
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