DE4012851C2 - - Google Patents
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- Casting Or Compression Moulding Of Plastics Or The Like (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
eigenverstärkten Formteilen aus thermoplastischen
Kunststoffen mittels Umformen in einer oder mehreren
Stufen von vorgeformten und erstarrten Formlingen unter
geometrisch definiertes Fließen hervorrufendem
Formungsdruck, verbunden mit der Ausbildung von hohe
Molekülorientierung enthaltenden Strukturen. Die Geometrie
des Vorformlings ist durch die gezielte Abstimmung der
während des Umformens auftretenden Fließ- und
Schervorgänge auf die angestrebte Fertigteilgeometrie
gekennzeichnet. Dadurch ist die mehrdimensionale
Ausbildung der orientierten Strukturen und damit die
bevorzugte Einbringung dieser Strukturen in Richtung der
vorwiegend auftretenden Beanspruchungen möglich.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung arbeitet zur Durchführung
des vorgenannten Verfahrens mit integrierter Hinterein
anderschaltung der Prozeßschritte mit Hilfe von Kavitäts
paaren, die zur Preßkrafteinleitung in ein Werkzeug einge
bracht werden und zum Durchlaufen der weiteren thermischen
Zustände verriegelt verschiedene Stationen durchlaufen,
ohne daß eine weitere Kraftaufbringung erfolgt.
Zur Verbesserung der Werkstoffeigenschaften von
Kunststoffen ist es grundsätzlich bekannt, daß durch
Deformation in fester und flüssiger Phase unter Zug und
Druck ein Orientieren durchgeführt werden kann.
Es wurde auch erkannt, daß insbesondere durch Umformen von
Kunststoffen die Eigenschaften drastisch zu steigern sind.
In US 38 25 648 wird ein Verfahren beschrieben, bei dem
Vorformlinge unter Druck- und Scherkräften zu Fertigteilen
umgeformt werden. Der Vorformling wird dabei auf Tempera
turen von ca. 3-17 °C, und das Werkzeug auf ca 3-42°C
unterhalb der Kristallitschmelztemperatur des eingesetzten
Werkstoffs gebracht. Der Formzwang wird dabei nur zwischen
5 und 60 Sekunden lang aufrechterhalten.
Die Bedeutung der Abstimmung der Geometrien von
Vorformling und Fertigteil und des gerichteten Fließens
für die Lage und Richtung der im Fertigteil ausgebildeten
Orientierungen ist jedoch nicht erkennbar. Außerdem wurde
die Problematik der Handhabung von Vorformling und Fertig
teil in den einzelnen Prozeßstufen bis hin zur Abkühlung
des Bauteils nicht analysiert und betrachtet.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Fertigteil in
gezielten Schritten so herzustellen, daß die
eigenverstärkenden Strukturen der Bauteilbelastung bei
Beanspruchung direkt optimal angepaßt sind.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 beschriebenen
Merkmale gelöst.
Nach dem bisherigen Stand der Technik entwickelte Bauteile
weisen relativ geringe Eigenschaftsverbesserungen,
Eigenschaftsinhomogenität und -instabilität auf. Mit der
erfindungsgemäßen Ausrichtung der Bauteilerstellung auf
die Strukturentstehung mit Hilfe der Abstimmung der
Scherprozesse auf die Geometrie von Vorformling und
Fertigteil wird die Strukturorientierung gezielt auf hohem
Niveau an gewünschten Bereichen des Fertigteils
eingebracht.
Um gezielt eine vorherbestimmte Verteilung der
Eigenverstärkung im Fertigteil erreichen zu können, wird
nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung das
Umformen nicht in einer am Ende des Formungsprozesses
abgeschlossenen Form, sondern kinematisch, d. h. unter
schrittweiser Formgebung mit Formzwang nur auf
Teilbereiche des Werkstücks ausgeführt. Dies ist mit
Freiform- und Walzvorgängen der Fall, wobei sowohl
Fertigteile, als auch weiterzuverarbeitende Halbzeuge
entstehen können.
Nach einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens wird der
Vorformling durch Urformen mit chemischer Stoffbildung
hergestellt, ausgeführt in einem Gießverfahren, das durch
die Geschwindigkeit der ablaufenden chemischen Prozesse
bestimmt ist, und dadurch auch bei der
Vorformlingsfertigung im Umformwerkzeug mit hoher
Geschwindigkeit abläuft.
Da die für dieses Verfahren notwendige Vor- und
Nachtemperierung exakt durchgeführt werden muß und daher
eine nicht beeinflußbare Zeit in Anspruch nimmt, werden
nach einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens die zur
langzeit- und temperaturstabilen Vorlage der orientierten
Strukturen notwendigen Temperiervorgänge getaktet in
einzelnen Stationen drucklos ausgeführt. Dazu wird das
jeweils formgebende Kavitätspaar mit geringer Eigenmasse
mit dem Vorformling in das Umformwerkzeug temperiert
eingeführt und nach dem Umformen aus dem Umformwerkzeug
verriegelt entnommen und nacheinander verschiedenen
Temperierstationen zugeführt.
Durch die geringe Eigenmasse der verriegelten Kavitäten
mit dem darin enthaltenen Formteil wird das Werkstück in
den auf den jeweils notwendigen Temperaturen gehaltenen
Temperierstationen in sehr kurzer Zeit auf die vorgegebenen
Temperaturen gebracht.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird durch die in Anspruch
6 beschriebene Vorrichtung durchgeführt bestehend in einer
Anordnung von Formungseinrichtung mit vorgeschalteter Vor
formlingsfertiguing und nachgeschalteter Fertigteiltem
peraturbehandlung jeweils auf linear oder rundlaufend
angeordneten Einheiten, bei der Werkzeug-/Kavität
einsatzpaare ohne äußere Krafteinbringung, miteinander
verriegelt, Zonen spezifisch eingestellter Temperatur
durchlaufen, wobei die Werkzeugeinsatzpaare, in denen die
Fertigteiltemperaturbehandlung erfolgt, zugleich als
formgebende Bestandteile ein Basiswerkzeug in der
Formungseinrichtung durchlaufen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in Abb. 1
dargestellt. Es zeigt die Vorformlingsfertigung und
Temperierung des Vorformlings mit Übergabe des
Vorformlings in das temperierte Preßwerkzeug, sowie die
Umformeinrichtung mit Presse und Basiswerkzeug mit
Einsatzpaaren, einer Einheit mit einzelnen
Temperierstationen, sowie der Übergabevorrichtung.
Die Fertigung des Vorformlings ist mit den Verfahren des
Urformens aus der Schmelze, z. B. durch Spritzgießen (1)
grundsätzlich bekannt. Die Temperierung des Vorformlings
erfolgt kontinuierlich in einem Tunnelofen (2) oder
gemeinsam mit den Kavitäteinsatzpaaren auf Temperaturen
von 10 bis 100 K unterhalb der Kristallitschmelztemperatur
des eingesetzten Kunststoffs.
Das Basiswerkzeug (4), beheizt auf Temperaturen von 10 bis
100 K unterhalb der Kristallitschmelztemperatur des
eingesetzten Kunststoffs, ist in eine Preßvorrichtung (3),
vorzugsweise hydraulisch betrieben, eingebaut. Im
Basiswerkzeug sind die Kavitäteinsatzpaare (5) entnehmbar
eingepaßt. Über eine Handlingvorrichtung werden die
Vorformlinge in das Umformwerkzeug eingelegt und
umgeformt. Nach dem Umformen werden die Formeinsatzpaare
verriegelt und über die Übergabevorrichtung (6) an die
Temperierstationen übergeben.
In den Stationen (7) bis (9) werden Temperiervorgänge bis
zur weitgehenden Abkühlung des Formteils ausgeführt. Nach
dem Entformen des Fertigteils werden die Formeinsatzpaare
in einer weiteren Station (10), gegebenenfalls gemeinsam
mit eingelegtem Vorformling auf Umformtemperatur
aufgeheizt und anschließend wieder in das Basiswerkzeug
geschoben.
Claims (6)
1. Verfahren zur Fertigung von Formteilen aus thermo
plastischen Kunststoffen, bei dem ein Vorformling so
hergestellt wird, daß seine Geometrie mit den beim
Umformen zum Fertigteil vorliegenden Scherprozessen
abgestimmt ist, bei dem der Vorformling auf eine
Temperatur von 10-100 K unterhalb der Kristallitschmelz
temperatur des eingesetzten Kunststoffs gleichmäßig
erwärmt und in ein auf eine Temperatur von 10-100 K
unterhalb der Kristallitschmelztemperatur erwärmtes
Preßwerkzeug eingelegt wird, wobei das Preßwerkzeug
separate, miteinander verriegelbare Kavitätseinsätze
jeweils in Ober- und Unterseite des Werkzeugs aufweist,
wobei die Einsätze nach dem Umformen mit dem darin
befindlichen Formteil verriegelt und die Formteile auch
außerhalb des Preßwerkzeugs bis zur Abkühlung in den
verriegelten Einsätzen verbleiben.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mit Freiformen (Aufweiten, Absetzen, Breiten und
Stauchen) und Stückgut- Walzen (Schräg-, Quer- und
Drückwalzen), die Formgebung kinematisch mit
Verarbeitungsgeschwindigkeiten zwischen 2 und 100 mm/min
erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorformlinge durch Gießen mit chemischer
Stoffbildung hergestellt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1-3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die verriegelten Kavitätseinsätze dem Werkzeug
entnommen werden, daß die Vorformlingsfertigung dem
Formungsprozeß direkt vorgeschaltet erfolgt und dem
Umformschritt nachgeordnet eine Formfixierung ohne weitere
mechanische Bearbeitung des Werkstücks auf einer
ringförmig oder linear angeordneten Einheit erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Umformen im gesamten Werkstück oder in
Teilbereichen erfolgt, wobei mit ein- oder mehrmalig
hintereinander ausgeübten Formänderungs- und
Scherfließeinwirkungen in einem oder mehreren Schritten
die Formgebung erfolgt.
6. Vorrichtung zum Fertigen von Formteilen aus Kunststoff,
vorzugsweise unter Verwendung des Verfahrens nach einem
oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, bestehend in einer
Anordnung von Formungseinrichtung mit vorgeschalteter Vor
formlingsfertigung und nachgeschalteter Fertigteiltem
peraturbehandlung jeweils auf linear oder rundlaufend
angeordneten Einheiten, bei der Werkzeug-/Kavität
einsatzpaare ohne äußere Krafteinbringung, miteinander
verriegelt, Zonen spezifisch eingestellter Temperatur
durchlaufen, wobei die Werkzeugeinsatzpaare, in denen die
Fertigteiltemperaturbehandlung erfolgt, zugleich als
formgebende Bestandteile ein Basiswerkzeug in der
Formungseinrichtung durchlaufen.
Priority Applications (1)
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| DE19904012851 DE4012851A1 (de) | 1990-04-19 | 1990-04-19 | Verfahren und vorrichtung zum fertigen von hochfesten bauteilen und gegenstaenden aus kunststoff durch verfahren des umformens |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19904012851 DE4012851A1 (de) | 1990-04-19 | 1990-04-19 | Verfahren und vorrichtung zum fertigen von hochfesten bauteilen und gegenstaenden aus kunststoff durch verfahren des umformens |
Publications (2)
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| DE4012851A1 DE4012851A1 (de) | 1991-10-24 |
| DE4012851C2 true DE4012851C2 (de) | 1993-07-15 |
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ID=6404878
Family Applications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
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Cited By (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE102007041268A1 (de) | 2007-08-31 | 2009-03-05 | Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. | Verfahren zur Herstellung eines Verbundwerkstoffes sowie Verbundwerkstoff und dessen Verwendung |
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1990
- 1990-04-19 DE DE19904012851 patent/DE4012851A1/de active Granted
Cited By (2)
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Also Published As
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