DE4003606A1 - Elektromagnetisch betaetigtes ventil, insbesondere hydraulisches hochdruckventil fuer fahrzeug-bremsanlag en - Google Patents
Elektromagnetisch betaetigtes ventil, insbesondere hydraulisches hochdruckventil fuer fahrzeug-bremsanlag enInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einem elektromagnetisch betätigten Ventil
nach der Gattung des Hauptanspruchs.
Es ist schon ein solches Ventil bekannt (DE-OS 20 23 967), bei dem
das den Anker aufnehmende Ankerführungsrohr auch das Medium enthält,
dessen Durchfluß durch das Ventilgehäuse in Abhängigkeit von der
stellung des Ankers gesteuert wird. Dieses Medium kann sehr hohe
Drücke auf das Ankerführungsrohr ausüben. Dieses ist daher aus einem
nichtmagnetisierbaren Stahl hoher Festigkeit gefertigt worden, um
eine relativ dünne Wand des Ankerführungsrohres zu erzielen. Da
dieser Werkstoff aber einen erheblichen magnetischen Widerstand im
Magnetkreis des Ventiles bildet, hat man das Ankerführungsrohr aus
einem ferromagnetischen, nichtrostenden Stahl hergestellt, welcher
ebenfalls eine hohe Festigkeit besitzt. Damit ist zwar der erwähnte
Nachteil vermieden, jedoch verursacht der bei diesem Werkstoff nach
dem Abschalten des magnetischen Feldes verbleibende Restmagnetismus
ein Kleben des Ankers im Ankerführungsrohr, was sich nachteilig auf
das dynamische Verhalten des Ventils auswirkt.
Das erfindungsgemäße Ventil mit den kennzeichnenden Merkmalen des
Hauptanpruchs hat demgegenüber den Vorteil, daß mit der Verwendung
des Schichtverbundwerkstoffs sowohl der magnetische Widerstand im
Magnetkreis des Ventils niedrig gehalten als auch das Kleben des
Ankers im Ankerführungsrohr weitgehend vermieden wird.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vor
teilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des im Hauptanspruchs
angegebenen Ventils möglich.
Mit der im Anspruch 2 angegebenen Maßnahme werden durch die
innen- und außenseitig des Rohres identischen Werkstoffe Fertigungs
vorteile, insbesondere bei der Handhabung des Halbzeuges Blech
erzielt, aus dem das Ankerführungsrohr durch Tiefziehen üblicher
weise erzeugt wird.
Der im Anspruch 3 gekennzeichnete Schichtverbundwerkstoff hat den
Vorteil der Korrosionsbeständigkeit sowie der hohen Festigkeit.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung verein
facht dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert. Es zeigen
Fig. 1 ein Magnetventil mit Ankerführungsrohr
im Längsschnitt und
Fig. 2 einen Abschnitt eines Wandquerschnitts
des Ankerführungsrohres.
Das in Fig. 1 in der Zeichnung dargestellte Ventil 10 ist zur Ver
wendung in einer Fahrzeug-Bremsanlage bestimmt. Es hat ein Ventil
gehäuse 11 mit einer Längsbohrung 12. In die Längsbohrung 12 münden
radial verlaufende Einlaßbohrungen 13 für in der Bremsanlage ver
wendetes Druckmittel ein. In die Längsbohrung 12 des Ventil
gehäuses 11 ist von unten ein Ventilkörper 14 eingepreßt. Dieser
besitzt eine gleichachsig verlaufende Auslaßbohrung 15 für Druck
mittel. Im Bereich der Einlaßbohrungen 13 ist die Auslaßbohrung 15
zu einem Ventilsitz 16 ausgestaltet. Dieser wirkt mit einer Ventil
kugel 17 zusammen, welche in einen Anker 18 des Ventils 10 ein
gepreßt ist.
An das Ventilgehäuse 11 ist in Verlängerung der Längsbohrung 12 ein
Ankerführungsrohr 20 angefügt. Dieses besitzt den gleichen Innen
durchmesser wie die Längsbohrung 12 des Ventilgehäuses 11. Das
Ankerführungsrohr 20 ist an seinem oberen Endabschnitt 21
geschlossen ausgebildet. In das Ankerführungsrohr 20 ist ein Pol
kern 22 passend eingefügt und durch eine Formschlußverbindung axial
gehalten. Der Anker 18 erstreckt sich teils im Ventilgehäuse 11 und
teils im Ankerführungsrohr 20 verlaufend zwischen dem Polkern 22 und
dem Ventilkörper 14. Ein derart angeordneter Anker 18 wird in Fach
kreisen als Tauchanker bezeichnet. Der Anker 18 ist durch eine im
Polkern 22 aufgenommene Ventilfeder 23 belastet, so daß die Ventil
kugel 17 mit einer gewissen Schließkraft am Ventilsitz 16 angreift.
Außerdem befindet sich zwischen dem Anker 18 und dem Polkern 22 eine
Restluftspaltscheibe 24. An seinem anderen Endabschnitt 25 ist das
Ankerführungsrohr 20 zu einem radial nach außen verlaufenden
Flansch 26 umgeformt. Dieser ist unter metallischer Pressung an
einer Bohrungsstufe 27 des Ventilgehäuses 11 abgestützt, welche die
Längsbohrung 12 am Übergang zu einer durchmessergrößeren Gewinde
bohrung 28 begrenzt. In die Gewindebohrung 28 ist eine am Flansch 26
angreifende Ringmutter 29 eingeschraubt.
Dem Ventilgehäuse 11 durch die Einlaßbohrungen 13 zugeführtes Druck
mittel befindet sich auch im Ankerführungsrohr 20. Da bei hydrau
lischen Fahrzeug-Bremsanlagen das Druckmittel unter einem Druck von
bis zu 250 bar stehen kann, muß nicht nur die Preßverbindung
zwischen dem Ankerführungsrohr 20 und dem Ventilgehäuse 11 dicht
sein sondern das Ankerführungsrohr auch eine Festigkeit entsprechend
dem nahezu doppelten Berstdruck besitzen.
Das Ankerführungsrohr 20 ist von einer Spule 32 mit einer auf einen
Spulenkörper 33 aus Kunststoff aufgebrachten Wicklung 34 umgeben.
Die Wicklung 34 ist außen von einer ebenfalls aus Kunststoff
bestehenden Umhüllung 35 flüssigkeitsdicht umschlossen. Über die
Spule 32 greift ein etwa topfförmig ausgebildeter Spulen-Gehäuse
mantel 36. Er ist mit dem Ventilgehäuse 11 kraft- und/oder form
schlüssig verbunden. Der Gehäusemantel 36 ist im Bereich des Pol
kerns 22 mit einer buchsenförmigen Einziehung 37 versehen, mit der
er am Ankerführungsrohr 20 passend angreift. Isolierte Kontakt
stifte 38 der Spule 32 sind stirnseitig durch den Spulen-Gehäuse
mantel 36 hindurchgeführt.
Bei erregter Wicklung 34 der Spule 32 des Ventiles 10 führen im
wesentlichen der Spulen-Gehäusemantel 36, der Polkern 22, der Anker
18 sowie das Ventilgehäuse 11 mit Ringmutter 29 den magnetischen
Fluß des magnetischen Kreises. Diese Bauteile des Ventils 10 sind
daher aus einem weichmagnetischen Werkstoff, das ist weich
magnetischer Stahl, hergestellt. Das vom magnetischen Fluß ebenfalls
durchdrungene Ankerführungsrohr 20 besteht dagegen aus einem
Schichtverbundwerkstoff mit drei Schichten (Fig. 2). Eine erste,
äußere Schicht 40 ist ein nichtmagnetisierbares Metall, zum Beispiel
ein nichtrostender austenitischer Stahl. Die zweite, mittlere
Schicht 41 ist ein weichmagnetischer Werkstoff, das heißt ein weich
magnetischer Stahl mit guten Tiefzieheigenschaften. Die dritte,
äußere Schicht 42 besteht vorzugsweise aus dem gleichen Werkstoff
wie die erste Schicht 40. Die drei Schichten 40, 41 und 42 des
Verbundwerkstoffs des Ankerführungsrohres 20 sind über eine Grenz
schicht fest miteinander verbunden. Die Verbindung widersteht den
Herstellungsschritten des durch Tiefziehen aus Blech geformten
Ankerführungsrohres 20. Die Dicke der beiden außenliegenden ersten
Schicht 40 und dritten Schicht 42 beträgt je etwa 10% der gesamten
Dicke des Schichtverbundwerkstoffs. Zur Erfüllung der Festigkeits
anforderungen an das Ankerführungsrohr 20 des als hydraulisches
Hochdruckventil in Fahrzeug-Bremsanlagen benutzten Ventiles 10
genügt eine Dicke des Schichtverbundwerkstoffs zwischen 0,3 und
1,2 mm.
Das vom magnetischen Fluß insbesondere im Bereich zwischen der
Einziehung 37 des Spulen-Gehäusemantels 36 und dem Polkern 22 sowie
zwischen dem Anker 18 und dem Ventilgehäuse 11 mit Ringmutter 29
durchflossene Ankerführungsrohr 20 setzt aufgrund dieser Werkstoffe
dem magnetischen Fluß einen geringen magnetischen Widerstand ent
gegen, weil die zweite, mittlere Schicht 41 des Schichtverbundwerk
stoffs, welche den magnetischen Fluß gut leitet, den überwiegenden
Teil des Wandquerschnitts des Ankerführungsrohres 20 bildet. Die dem
Anker 18 des Ventils 10 zugewandete äußere Schicht des Schicht
verbundwerkstoffs verhindert dagegen aufgrund ihrer nicht
magnetischen Eigenschaften das Kleben des Ankers 18 am Ankerfüh
rungsrohr 20. Hierdurch können sehr kurze Schaltzeiten des
Ventiles 10 erreicht werden.
Abweichend vom Ausführungsbeispiel ist es jedoch auch ausreichend,
wenn zur Herstellung des Ankerführungsrohres 20 ein Schichtverbund
werkstoff aus lediglich zwei Schichten verwendet wird. Die Schicht,
welche die Innenseite des Ankerführungsrohres 20 bildet, besteht aus
einem nichtmagnetisierbaren Metall, während die der Spule 32 zuge
wandte, äußere Schicht des Ankerführungsrohres 20 aus einem weich
magnetischen Werkstoff besteht und eine mehrfach größere Dicke als
die erste Schicht aufweist. Auch können vom beschriebenen Ausfüh
rungsbeispiel abweichende Festigkeitsanforderungen an das Ankerfüh
rungsrohr andere Wandstärken als erwähnt bedingen.
Claims (3)
1. Elektromagnetisch betätigtes Ventil (10), insbesondere hydrau
lisches Hochdruckventil für Fahrzeug-Bremsanlagen, mit einem Anker
(18) aus weichmagnetischem Werkstoff und einem am Ventilgehäuse (11)
befestigten Ankerführungsrohr (20), dadurch gekennzeichnet, daß das
Ankerführungsrohr (20) aus einem wenigstens zweischichtigen Verbund
werkstoff hergestellt ist, dessen die Innenseite des Ankerführungs
rohres bildende eine Schicht aus einem nichtmagnetisierbaren Metall
und die zweite Schicht aus einem weichmagnetischen Werkstoff besteht.
2. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite
Schicht des Ankerführungsrohres (20) zu dessen Außenseite hin durch
eine dritte Schicht aus dem gleichen nichtmagnetisierbaren Metall
der ersten, inneren Schicht überdeckt ist.
3. Ventil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Anker
führungsrohr (20) aus einem weichmagnetischen Stahl mit beidseitiger
Auflage aus einem nichtrostenden austenitischen Stahl besteht.
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| Date | Code | Title | Description |
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| OAV | Applicant agreed to the publication of the unexamined application as to paragraph 31 lit. 2 z1 | ||
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