DE4002303A1 - Antriebseinheit fuer kettenantriebe, insbesondere fuer hobelantriebe, mit ueberlastschutz und lastausgleich - Google Patents
Antriebseinheit fuer kettenantriebe, insbesondere fuer hobelantriebe, mit ueberlastschutz und lastausgleichInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Antriebseinheit für Ketten
antriebe, insbesondere für Hobelantriebe, mit Überlast
schutz und Lastausgleich, bestehend im wesentlichen aus
- - einem elektrischen Antriebsmotor nebst Getriebe anordnung für den Kettenradantrieb;
- - einer Überlastkupplung, die dem Hohlrad einer Planetenstufe der Getriebeanordnung zugeordnet ist;
- - einem das Hohlrad der Planetenstufe über die Über lastkupplung antreibenden elektrischen Stützmotor für den Lastausgleich,
- - einer Steuereinheit zur Schaltbetätigung der Überlastkupplung im Überlastfall.
Getriebe mit Überlastkupplungen, die im Überlastfall den
Getriebeausgang vom Getriebeeingang und damit vom Antrieb
trennen, sind in verschiedenen Ausführungen bekannt (DE-OS
33 23 250, DE-OS 33 23 251). Solche Überlastgetriebe werden
bevorzugt bei leistungsstarken Kettenantrieben vorgesehen,
wie sie vor allem im Bergbau zum Einsatz kommen, hier vor
allem bei Hobelantrieben und sonstigen Kettenantrieben von
Gewinnungsmaschinen.
Die Hobelantriebe und auch sonstige leistungsstarke Ketten
antriebe werden zumeist als Doppelantriebe mit jeweils einem
Antriebssatz am sogenannten Haupt- und Hilfsantrieb, also an
beiden Kettenumlenkstellen, ausgelegt. Bei Verwendung von
Asynchronmotoren am Haupt- und Hilfsantrieb kommt es bekannt
lich aufgrund der elektrischen und mechanischen Unsymmetrien
zu ungleichen Lastverteilungen an den Antrieben mit der Folge,
daß die installierte elektrische Leistung häufig nicht voll
genutzt werden kann. Die Motoren am Haupt- und Hilfsantrieb
sind über das gemeinsame Kettenband zwangssynchronisiert.
Letzteres weist oftmals über seine Gesamtlänge gesehen Län
genabschnitte mit unterschiedlichen bleibenden Kettendehnun
gen auf. Dies führt aufgrund der Zwangssynchronisierung der
Antriebe über das Kettenband zu Leistungsverschiebungen, d.h.
zu einer ungleichmäßigen Lastverteilung am Haupt- und Hilfs
antrieb. Da Asynchronmotoren bekanntlich empfindlich auf
Drehzahländerungen reagieren, können schon verhältnismäßig
kleine Drehzahländerungen dazu führen, daß der eine der bei
den Motoren nur mit einer Teillast oder sogar im generatori
schen Bereich arbeitet. Um hier Abhilfe zu schaffen und eine
möglichst volle Ausnutzung der installierten elektrischen
Antriebsleistung zu erreichen, ist es bei den genannten An
triebssystemen bekannt, mit einem sogenannten Lastausgleich
in Gestalt eines Überlagerungsantriebs zu arbeiten. Hierbei
werden am Haupt- und Hilfsantrieb Überlagerungsgetriebe, zu
meist Planeten-Überlagerungsgetriebe mit last- oder drehzahl
abhängig geregelten Stützmotoren verwendet (DE-OS 38 04 168,
DE-PS 37 42 342).
Bei den bekannten Überlagerungsantrieben werden für die dem
Lastausgleich dienenden Stützmotoren im allgemeinen Hydraulik
motoren vorgesehen, jedoch sind hierfür im Stand der Technik
auch schon Elektromotoren vorgeschlagen worden.
Aufgabe der Erfindung ist es unter anderem, eine mit Überlast
schutz und Lastausgleich versehene Antriebseinheit der genann
ten Art so auszugestalten, daß bei Verwendung eines elektri
schen Stützmotors mit guter, feinfühliger Lastausgleichs
funktion und hoher Betriebssicherheit gearbeitet werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der
elektrische Stützmotor mit einem Reduziergetriebe versehen
ist, und daß in der Antriebsverbindung zwischen Stützmotor
und Hohlrad eine dieses haltende Lastbremse mit zugeordneter
Schaltautomatik angeordnet ist.
Die erfindungsgemäße Antriebseinheit mit Überlastgetriebe
weist ein dem elektrischen Stützmotor zugeordnetes Reduzier
getriebe auf, das die Antriebsdrehzahl des elektrischen
Stützmotors auf einen solchen Wert herabsetzt, daß eine
feinfühlige Drehzahlanpassung und damit ein feinfühliger
Lastausgleich an den über die angetriebene endlose Kette
gekoppelten Antriebseinheiten im Sinne einer möglichst voll
ständigen Ausnutzung der installierten Antriebsleistung mög
lich ist. Die erfindungsgemäße Antriebseinheit weist zusätz
lich zu der in Bremsfunktion arbeitenden Überlastkupplung
eine Lastbremse auf, die das Hohlrad der als Überlagerungs
getriebe ausgebildeten Getriebeanordnung gegen Drehen hält,
solange der Stützmotor für den Lastausgleich nicht in Funk
tion steht, und die über die Schaltautomatik gelüftet wird,
wenn der Stützmotor für den Lastausgleich eingeschaltet wird.
Die Lastbremse wird vorzugsweise an der Eingangsseite des Re
duziergetriebes angeordnet. Sie ist vorteilhafterweise über
die Schaltautomatik hydraulisch schaltbar. Für die Lastbremse
kann mit Vorteil eine einfache Lamellenbremse vorgesehen wer
den.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das Reduzier
getriebe mit seinem Getriebegehäuse drehbar gelagert und
gegen Drehung durch mindestens ein Druckmeßglied abgestützt,
das, wie bekannt, aus einem mit einer Dehnungsmeßstreifen
anordnung versehenen Meßbolzen od.dgl. bestehen kann. Bei
in der Drehrichtung reversierbarem Stützmotor wird das Re
duziergetriebe in beiden Drehrichtungen durch jeweils ein
Druckmeßglied bzw. einen Meßbolzen abgestützt. Die Zuordnung
des oder der Druckmeßglieder zu dem Reduziergetriebe, das in
diesem Fall drehbar gelagert wird, in der Weise, daß über die
Haltekraft am Reduziergetriebe das vom Hauptgetriebe über
tragene Antriebsdrehmoment als Reaktionsmoment gemessen wird,
führt auch zu Bauvereinfachungen und hat zudem den Vorteil,
daß das bzw. die Druckmeßglieder von außen leicht zugänglich
ist bzw. sind. Die Druckmeßglieder bewirken in bekannter
Weise, daß im Überlastfall die Überlastkupplung gelüftet
wird, so daß der Getriebeausgang von der Antriebsseite ent
koppelt wird.
Im einzelnen kann die Anordnung mit Vorteil so getroffen wer
den, daß das Reduziergetriebe in einem stehenden Außengehäuse
angeordnet und gegenüber diesem durch das oder die Druckmeß
glieder gegen Drehen gehalten ist. Das Reduziergetriebe kann
dabei in Gleitlagern des Außengehäuses gelagert werden. Die
Anordnung kann weiterhin mit Vorteil so getroffen werden, daß
am Gehäuse des Reduziergetriebes ein Lagerring angeschlossen
wird, der mit einem Ansatz für das oder die Druckmeßglieder
versehen ist.
Es empfiehlt sich weiterhin, eingangsseitig des Reduzier
getriebes eine Fliehkraftbremse anzuordnen, die bei Ausfall
der Lastbremse oder ihrer Steuerung verhindert, daß der
Stützmotor vom Hauptgetriebe her über das Reduziergetriebe
mit unzulässig hoher Drehzahl angetrieben wird, die zu sei
ner Beschädigung oder Zerstörung führen könnte. Die genannte
Fliehkraftbremse wird zweckmäßig in einem eingangsseitig am
Gehäuse des Reduziergetriebes angeschlossenen Lagerstück an
geordnet.
Weitere Gestaltungsmerkmale der erfindungsgemäßen Einrichtung
ergeben sich aus den Unteransprüchen und aus der nachfolgen
den Beschreibung des in der Zeichnung gezeigten Ausführungs
beispiels. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Antriebseinheit
in einer Gesamtansicht und in schema
tischer Vereinfachung;
Fig. 2 eine Einzelheit der Antriebseinheit
nach Fig. 1, nämlich den Stützmotor
nebst Lastbremse, Reduziergetriebe
und Überlastkupplung im Axialschnitt;
Fig. 3 in größerem Maßstab das im Außengehäuse
drehbar gelagerte Reduziergetriebe mit
zugeordneten Druckmeßgliedern im Axial
schnitt durch das Außengehäuse;
Fig. 4 einen Querschnitt zu Fig. 3.
Zum Verständnis der Erfindung wird Bezug genommen auf den
Offenbarungsinhalt der DE-OS 33 23 250 und der DE-OS 33 23 251,
die beide Ausgestaltungsformen eines Überlastgetriebes zum
Inhalt haben, sowie auf den Offenbarungsinhalt der DE-OS
37 04 186, die auf ein Antriebssystem für Kettenantriebe
mit Überlastsicherung und Lastausgleich gerichtet ist. Die
Erfindung basiert auf diesem bekannten System.
Die in Fig. 1 gezeigte Antriebseinheit für Kettenantriebe
weist die das Hauptgetriebe bzw. das Überlagerungsgetriebe
bildende Getriebeanordnung 1 mit der Getriebeeingangswelle 2
und der Getriebeausgangswelle 3 auf. Eingangsseitig ist am
Gehäuse der Getriebeanordnung 1 der aus einem elektrischen
Asynchronmotor bestehende Antriebsmotor 4 über eine Antriebs
verbindung 5 angeflanscht, in der seine Motorwelle mit der
Eingangswelle 2 gekuppelt ist. Auf der Ausgangswelle 3 sitzt
das angetriebene Kettenrad 6 des Kettenantriebs.
Die Getriebeanordnung 1 weist eingangsseitig eine planeten
stufe 7 und ausgangsseitig eine Stirnradgetriebestufe 8 auf.
Diese Getriebestufen sind in Fig. 1 lediglich schematisch an
gedeutet. Auf der in Wellenlagern 9 gelagerten Eingangswelle
2 sitzt das Sonnenrad 10 der Planetenstufe 7, mit dem die
Planetenräder 11 im Zahneingriff stehen. Die Planetenräder 11
sind in Lagern 12 an einem gemeinsamen Planetenträger 13 ge
lagert, der seinerseits in Wellenlagern 14 und 15 im Getriebe
gehäuse gelagert ist. Die Planetenräder 11 stehen außerdem im
Zahneingriff mit dem innenverzahnten Hohlrad 16 der Planeten
stufe, das in Wälzlagern 17 und 18 im Getriebegehäuse drehbar
gelagert ist.
Der Planetenträger 13 ist mit der Welle 19 der Stirnrad
getriebestufe 8 drehschlüssig gekuppelt. Auf der in den
Wellenlagern 20 gelagerten Welle 19 sitzt ein Stirnrad 21,
das mit einem größeren Stirnrad 22 kämmt, welches auf der
Getriebeausgangswelle 3 sitzt. Letzterer ist in Wellenlagern
23 im Getriebegehäuse gelagert. Bei stehendem Hohlrad 16 wird
das Antriebsmoment des Antriebsmotors 4 demgemäß über die Pla
netenstufe 7 und über die Welle 19 und die Stirnradgetriebe
stufe 8 auf das Kettenrad 6 übertragen.
Die vorstehend beschriebene Motor-Getriebeeinheit ist mit
einem Überlastschutz und mit einem Lastausgleich versehen.
Der Überlastschutz weist eine Überlastkupplung 24 auf, die
ausgangsseitig eine Stützwelle 25 aufweist oder mit einer
Stützwelle drehschlüssig gekuppelt ist, auf der ein kleines
Zahnrad als Lastausgleichsrad 27 sitzt, das im Zahneingriff
steht mit einem größeren Zwischenrad 28, das seinerseits
mit einer Außenverzahnung des Hohlrades 16 kämmt. Eingangs
seitig ist die Überlastkupplung 24 über ihre Welle 29, die
eine Drehdurchführung 30 durchfaßt, mit dem Ausgang eines
Reduziergetriebes 31 verbunden, an dessen Eingangsseite sich
ein kleiner elektrischer Stützmotor 32 befindet. Der Stütz
motor 32, das Reduziergetriebe 31, die Drehdurchführung und
die Überlastkupplung 24 sind parallel zur Achse des Motors 4
axial zueinander fluchtend angeordnet und an ihren Gehäuse
teilen durch Verschraubung lösbar miteinander verbunden. Mit
Hilfe des Stützmotors 32 kann über das Reduziergetriebe 31,
die geschlossene Überlastkupplung 24 und die Zahnräder 27,
28 das Hohlrad 16 in der einen oder anderen Drehrichtung an
getrieben werden, um, wie bekannt, den Lastausgleich zu be
wirken. Über die Drehrichtung und die Drehgeschwindigkeit
des Stützmotors 32 kann die Antriebsdrehzahl am angetriebe
nen Kettenrad 6 so geregelt werden, daß der Asynchronmotor 4
stets im Bereich seiner Nenndrehzahl und damit im Bereich
seiner Nennleistung arbeitet.
Einzelheiten der Überlastsicherung und des Lastausgleichs
sind den Fig. 2 und 3 zu entnehmen. Die als Bremse arbeitende
Überlastkupplung 24 ist in ihrem Aufbau im wesentlichen aus
der DE-OS 33 23 250 bekannt. Sie besteht aus einer elektro
hydraulisch betätigten Lamellenkupplung mit dem im Kupplungs
gehäuse 33 angeordneten Lamellenpaket 34, dessen Kupplungs
lamellen einerseits mit einem mit der Eingangswelle 29 dreh
schlüssig verbundenen Kupplungsteil 36 und andererseits mit
einem mit der Ausgangswelle 25 drehschlüssig verbundenen
Kupplungsteil 37 drehschlüssig gekoppelt sind, wobei die
Kupplung mit Hilfe von Kupplungsfedern 38 geschlossen und
hydraulisch gelüftet wird. Die Ausgangswelle 25 kann zugleich
die vorgenannte Stützwelle bilden oder mit dieser gekuppelt
sein. Zum Lüften der Überlastkupplung 24 wird ein ringförmi
ger Lüftzylinder 39 vom hydraulischen Druckmedium beauf
schlagt. Im Lüftzylinderraum bewegt sich als Kolben eine
Druckplatte 40, die das Lamellenpaket 34 unter der Wirkung
der Kupplungsfedern 38 zusammendrückt. Der Lüftzylinderraum
39 ist über die Drehdurchführung 30 und eine hydraulische An
schlußleitung 41 an eine Steuereinheit 42 angeschlossen, die
mit einer Auswerte-Elektronik versehen ist und an eine hydrau
lische Druckmittelzuleitung angeschlossen ist. In der Dreh
durchführung 30 ist die Eingangswelle 29 der Überlastkupplung
24 in Wälzlagern 35 gelagert. Diese Welle weist einen Axialkanal
43 auf, der in einen Radialkanal 44 des Kupplungsteils 36 mün
det und über einen weiteren Axialkanal 45 mit dem Lüftzylinder
raum 39 verbunden ist. Der Axialkanal 43 ist an seinem anderen
Ende über mindestens einen Radialkanal 46 und die Kanäle der
Drehdurchführung 30 an die Anschlußleitung 41 angeschlossen.
Solche Drehdurchführungen sind an sich bekannt.
Die Welle 29 der Überlastkupplung ist mit dem Ausgang des Re
duziergetriebes bei 47 gekoppelt. Das Reduziergetriebe 31 be
findet sich in einem Außengehäuse 48, das mit dem Gehäuse der
Drehdurchführung 30 und daher mit dem Gehäuse der Überlast
kupplung 24 durch Verschrauben fest verbunden ist. Eingangs
seitig ist an dem Außengehäuse 48 der Stützmotor 32 unter
Einschaltung eines Zwischengehäuses 49 angeflanscht, in dem
sich eine Lastbremse 50 befindet. Die Welle 51 des Stütz
motors 32 ist über eine Zwischenwelle 52 mit der Eingangs
welle 53 des Reduziergetriebes 31 verbunden. Der Eingang und
der Ausgang des Reduziergetriebes 31 sind axial fluchtend
zueinander in der Mittelachse des Getriebes angeordnet.
Das Reduziergetriebe 31 ist im Außengehäuse 48 drehbar ge
lagert. Es weist zu diesem Zweck an seinem Getriebegehäuse 54
auf der Getriebeeingangsseite ein etwa topfförmiges Lager
stück 55 auf, das in einem Gleitlager 56 des Außengehäuses 48
gelagert und mittels axialer Schrauben 47 am Gehäuse 54 lös
bar festgelegt ist. Auf der Getriebeausgangsseite ist am Ge
triebegehäuse 54 ein ringförmiges Lagerstück 58 mittels
Schrauben 59 lösbar angeschlossen, mit dem das Reduzier
getriebe 31 in einem weiteren Gleitlager 60 am Ausgang der
Drehdurchführung 30 gelagert ist. Das Lagerstück 58 besteht
aus einer Ringplatte, die, wie auch Fig. 3 zeigt, einen radia
len Ansatz 61 aufweist. Gegen diesen radialen Ansatz 61 stützen
sich von beiden Seiten als Meßbolzen ausgebildete Druckmeß
glieder 62, die jeweils mit einer Dehnungsmeßstreifenanord
nung 63 bestückt und an einem Gewindestopfen 64 angeordnet
sind, der in eine seitliche Gewindebohrung am Außengehäuse
48 eingeschraubt ist. Die elektrischen Anschlußleitungen 65
der Druckmeßglieder 62 sind zu der Steuereinheit 42 geführt.
Es ist erkennbar, daß die beiden Druckmeßglieder 62 das Re
duziergetriebe 31 in beiden Drehrichtungen halten, wobei die
Druckmeßglieder als Haltekräfte die Reaktionskräfte aufneh
men, die auf das Hohlrad 16 der Planetenstufe 7 wirken. Diese
Kräfte werden über die Räder 27 und 28, die geschlossene Über
lastkupplung, über die Welle 29 an der Drehdurchführung 30 und
über das Reduziergetriebe 31 auf die Druckmeßglieder 62 über
tragen. Die elektrische Meßwertübertragung erfolgt über die
zu der Steuereinheit 42 führende Leitung 65.
Die Steuereinheit 42 enthält, wie erwähnt, eine Auswerte
elektronik, der die elektrischen Meßsignäle über die Leitung
65 zugeführt werden und die im Überlastfall ein Elektromagnet
ventil schaltet, das die hydraulische Druckmittelzuleitung zu
dem Lüftzylinderraum 39 über die Drehdurchführung 30 öffnet,
so daß die Überlastkupplung 24 öffnet und demgemäß das Hohl
rad 16 freigegeben wird, so daß es nunmehr frei umlaufen
kann. Dies bedeutet, daß der Getriebeausgang mit dem ange
triebenen Kettenrad 6 vom Getriebeeingang und damit von der
Antriebsseite abgekoppelt wird.
Bei geschlossener Überlastkupplung 24 und stehendem Stütz
motor 32 wird das Hohlrad 16 der Planetenstufe 7 durch die
Lastbremse 50 gegen Drehen gehalten, die über die Zwischen
welle 52, das Reduziergetriebe 31, die Wellen 35 und 25 und
die Zahnräder 27 und 28 mit dem Hohlrad 16 in Kraftverbin
dung steht, so daß die Haltekraft am Hohlrad von der Last
bremse 50 aufgenommen und gegen das Gehäuse, hier das Zwi
schengehäuse 49, abgesetzt wird. Der Stützmotor 32 ist daher
der Einwirkung der Haltekraft entzogen.
Die Lastbremse 50 besteht bei dem gezeigten Ausführungsbei
spiel ebenfalls aus einer Lamellenbremse mit dem Lamellen
bremspaket 66, dessen Bremslamellen in wechselnder Folge mit
einem Lamellenträger 67 der Welle 52 und mit dem Ringteil 68
des Zwischengehäuses 49 drehschlüssig gekoppelt sind. Das
Zwischengehäuse 49 mit dem Ringteil 68 ist mittels axialer
Schrauben 69 am Außengehäuse 48 angeschraubt. Die Lastbremse
50 wird mit Hilfe (nicht dargestellter) Schließfedern ge
schlossen und auf hydraulischem Wege gelüftet. Zu diesem
Zweck ist ein ringförmiger Lüftzylinderraum 70 vorgesehen,
der über einen hydraulischen Anschluß 71 und eine hydrauli
sche Anschlußleitung 72 an eine Steuereinheit 73 angeschlos
sen ist, die auch mit der Steuereinheit 42 zu einer Bau
einheit verbunden sein kann. Die Anordnung ist so getroffen,
daß beim Einschalten des Stützmotors 32 die Lastbremse 50
durch hydraulische Beaufschlagung des Lüftzylinderraumes 70
geöffnet und beim Ausschalten des Stützmotors 32 die Last
bremse 50 durch hydraulische Druckentlastung des Lüftzylin
derraumes 70 unter Federwirkung wieder geschlossen wird.
Die Steuereinheit 73 bildet also eine Steuervorrichtung, die
die Lastbremse 50 in Abhängigkeit vom Schaltzustand des
Stützmotors 32 steuert.
Zwischen dem Stützmotor 32 und dem Reduziergetriebe 31 ist
eine eine Fliehkraftbremse 74 angeordnet. Diese sitzt in dem
topfförmigen Lagerstück 55 des Reduziergetriebes 54 auf einer
mit dem Eingang des Reduziergetriebes drehschlüssig gekoppel
ten Welle 53. Die Fliehkraftbremse 74 kann von bekannter Aus
führung sein. Sie verhindert, daß der Stützmotor 32 bei Aus
fall der Lastbremse 50 oder ihrer Steuerung vom Hohlrad 16
her über das Reduziergetriebe 31 mit einer Drehzahl angetrie
ben wird, die zu einer Beschädigung oder Zerstörung des Stütz
motors führen könnte.
Der elektrische Stützmotor 32 ist in seiner Drehrichtung re
versierbar, so daß er das Hohlrad 16 über das Reduziergetriebe
31 und die geschlossene Überlastkupplung 24 wahlweise in der
einen oder anderen Richtung antreiben kann, und zwar mit einer
leistungsabhängig geregelten Geschwindigkeit. Bei Hobelantrie
ben oder sonstigen Kettenantrieben ist jedem der beiden an
getriebenen Kettenräder eine Antriebseinheit der vorstehend
beschriebenen Art zugeordnet. Die Asynchronmotoren 4 der
beiden Antriebseinheiten weisen im allgemeinen dieselbe Nenn
leistung und Nenndrehzahl auf. Die den Antriebseinheiten zu
geordnete elektronische Auswerte- und Steuereinheit bewirkt
in bekannter Weise den Lastausgleich an den beiden Antriebs
einheiten, die bei Hobelanlagen am Haupt- und Hilfsantrieb
angeordnet sind. Mit Hilfe des Reduziergetriebes 31 kann die
Drehgeschwindigkeit des Stützmotors 32 auf einen so kleinen
Wert untersetzt werden, daß eine feinfühlige Regelung des
Lastausgleichs im laufenden Betrieb erreichbar ist. Die der
Überlastsicherung und dem Lastausgleich dienenden Bauteile
24, 30, 31, 50 und 32 sind zu einer kompakten und auch mon
tagefreundlichen Baueinheit zusammengefaßt, die sich am Ge
häuse des Überlagerungsgetriebes 1 anflanschen läßt. Letzte
res kann auch aus zwei Getriebegehäusen bestehen, von denen
das eine mindestens eine Planetenstufe und das andere minde
stens eine Stirnradgetriebestufe aufnimmt. Anstelle der
Stirnradgetriebestufe kann auch eine zweite Planetenstufe
vorgesehen sein.
Claims (14)
1. Antriebseinheit für Kettenantriebe, insbesondere für
Hobelantriebe, mit Überlastschutz und Lastausgleich,
bestehend im wesentlichen aus
- - einem elektrischen Antriebsmotor (4) nebst Getriebe anordnung (1) für den Kettenradantrieb;
- - einer Überlastkupplung (24), die dem Hohlrad einer Planetenstufe der Getriebeanordnung (1) zugeordnet ist;
- - einem das Hohlrad der Planetenstufe über die Über lastkupplung (24) antreibenden elektrischen Stütz motor (32) für den Lastausgleich;
- - einer Steuereinheit (42) zur Schaltbetätigung der Überlastkupplung im Überlastfall, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische Stützmotor (32) mit einem Reduziergetriebe (31) versehen ist, und daß in der Antriebsverbindung zwischen Stützmotor (32) und Hohlrad (16) eine dieses haltende Lastbremse (50) mit zugeordneter Schaltauto matik (73) angeordnet ist.
2. Antriebseinheit nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Lastbremse (50) an
der Eingangsseite des Reduziergetriebes (31) angeordnet
ist.
3. Antriebseinheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Lastbremse (50)
hydraulisch schaltbar ist.
4. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß die Last
bremse (50) aus einer die Haltekraft des Hohlrades (16)
gegen ein Gehäuseteil (68) absetzenden Reibungs- bzw.
Lamellenbremse besteht.
5. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß das Redu
ziergetriebe (31) mit seinem Getriebegehäuse (54) dreh
bar gelagert und gegen Drehung durch mindestens ein Druck
meßglied (62) abgestützt ist.
6. Antriebseinheit nach Anspruch 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Druckmeßglied (62)
aus mindestens einem mit einer Dehnungsmeßstreifenanord
nung (63) versehenen Meßbolzen besteht.
7. Antriebseinheit nach Anspruch 5 oder 6, dadurch
gekennzeichnet, daß das Reduziergetriebe
(31) in einem Außengehäuse (48) angeordnet und gegenüber
diesem durch das Druckmeßglied (62) gegen Drehung ge
halten ist.
8. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 5 bis 7, da
durch gekennzeichnet, daß das Redu
ziergetriebe (31) in Gleitlagern (56, 60) gelagert ist.
9. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 5 bis 8, da
durch gekennzeichnet, daß bei in der
Drehrichtung reversierbarem Stützmotor (32) das Reduzier
getriebe (31) in beiden Drehrichtungen durch jeweils ein
Druckmeßglied (62) abgestützt ist.
10. Antriebseinheit nach Anspruch 8 oder 9, dadurch
gekennzeichnet, daß am Gehäuse (54) des
Reduziergetriebes (31) ein Lagerstück (58), vorzugsweise
durch Verschraubung (59), befestigt ist, das mit einem
Ansatz (61) für die Abstützung an dem oder den Druckmeß
gliedern (62) versehen ist.
11. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 10, da
durch gekennzeichnet, daß eingangs
seitig des Reduziergetriebes (31) eine Fliehkraftbremse
(74) angeordnet ist.
12. Antriebseinheit nach Anspruch 11, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Fliehkraftbremse (74)
sich in einem eingangsseitig am Gehäuse (54) des Redu
ziergetriebes (31) angeschlossenen, vorzugsweise topf
förmigen, Lagerstück (55) befindet.
13. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 12, da
durch gekennzeichnet, daß der Stütz
motor (32), die Lastbremse (50), das Reduziergetriebe
(31) und die Überlastkupplung (24) axial miteinander
fluchtend angeordnet und mit ihren Gehäuseteilen durch
Verschraubung lösbar miteinander verbunden sind.
14. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 13, da
durch gekennzeichnet, daß die an der
Ausgangsseite des Reduziergetriebes (31) angeordnete Über
lastkupplung (24) über ein auf einer Stützwelle (25)
sitzendes Lastausgleichsrad (27) und ein mit diesem käm
mendes Zwischenrad (28) größeren Durchmessers mit dem mit
einer Außenverzahnung versehenen Hohlrad (16) der planeten
stufe (7) getrieblich gekoppelt ist.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4002303A DE4002303A1 (de) | 1990-01-26 | 1990-01-26 | Antriebseinheit fuer kettenantriebe, insbesondere fuer hobelantriebe, mit ueberlastschutz und lastausgleich |
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE4002303A DE4002303A1 (de) | 1990-01-26 | 1990-01-26 | Antriebseinheit fuer kettenantriebe, insbesondere fuer hobelantriebe, mit ueberlastschutz und lastausgleich |
Publications (1)
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Legal Events
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Owner name: WESTFALIA BECORIT INDUSTRIETECHNIK GMBH, 4670 LUEN |
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Owner name: DBT DEUTSCHE BERGBAU-TECHNIK GMBH, 45128 ESSEN, DE |
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