DE4002298C2 - Verfahren und Vorrichtung zur automatischen Korrektur von Farbstichen bei der elektronischen Bildverarbeitung - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur automatischen Korrektur von Farbstichen bei der elektronischen BildverarbeitungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur automatischen Korrek
tur von Farbstichen bei der elektronischen Bildverarbeitung nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
Das Verfahren beruht auf einer elektro-optischen Abtastung einer Bildvorlage nach
Spalten und Zeilen für drei Primärfarben, einer Reduzierung der daraus resultie
renden Bildsignale durch Mitteilung über eine Vielzahl von Bildfeldern, ein Bildfor
mat mit geringerer Auflösung und einer Transformation der Bildsignale des auflö
sungsreduzierten Bildes, z. B. in zugeordnete Luminanzsignale Y und zwei Farb
differenzsignale U, V bzw. Chrominanzsignale.
Bei der Reproduktion farbiger Originalbilder (Positiv-Positiv) und bei der Herstel
lung farbfotografischer Positiv-Bilder von Colornegativ-Vorlagen wird in zunehmen
dem Maße auf die elektronische Bildverarbeitung unter Verwendung von Farbkor
rektur-Schaltungen zurückgegriffen (siehe z. B. DE-A-36 29 469 und die dort ange
führten Literaturzitate). Grundlage ist dabei, daß die Bildvorlage nach Zeilen und
Spalten abgetastet (gescannt) wird und die resultierenden Bildsignale nach be
stimmten Kriterien modifiziert bzw. korrigiert werden. Die zu einem Bild gehörenden
Bildsignale werden in der Regel digitalisiert und können in Digitalspeichern abge
legt bzw. zwischengespeichert werden. Die Abtastung der Bildvorlage erfolgt nor
malerweise seriell für die drei Primärfarben Rot, Grün, Blau (R, G, B). Die modifi
zierten Bildsignale werden dann einer bildpunktseriell arbeitenden Farbbelich
tungseinheit zugeführt, z. B. einem CRT-Scanner-Printersystem, das die elektri
schen Bildsignale wieder in ein optisches Bild umwandelt, das auf das Aufzeich
nungsmaterial, z. B. Color-Negativ-Papier, aufbelichtet wird. Wesentlich ist dabei,
daß das optische Bild Punkt für Punkt durch Umwandlung der elektrischen Bild
signale aufgebaut wird.
Die Transformation in Luminanz- und Chrominanzsignale ist grundsätzlich aus der
Videotechnik bekannt. Dort werden mit elektronischen Mitteln Farbkorrekturen
vorgenommen, wenn aufnahmebedingte Farbfehler vorhanden sind (z. B. Farb
stichigkeit) oder bei der Übertragung Farbverfälschungen entstehen, die kompen
siert werden müssen.
In dem Buch "Farbmetrik und Farbfernsehen" von Dr. Ing. H. Lang, R. Oldenbourg
Verlag, München/Wien 1978 sind Grundzeige der automatischen Farbkorrektur
elektronischer Bildsignale benannt. Darin ist auf Seite 436 beschrieben, zur auto
matischen Erkennung eines Farbstichs sowohl in hellen Bereichen (Lichter) als
auch in den dunklen Bereichen (Schatten) eines Bildes Schwellwerte anzugeben.
Durch Vergleich der abgetasteten Bildsignale mit diesen Schwellwerten lassen sich
diese hinsichtlich ihrer Farbdominanz klassifizieren und dementsprechend ein
Korrektursignal bilden. Es hat sich jedoch gezeigt, daß es - insbesondere bei der
Reproduktion von farbigen Bildvorlagen auf fotografischem Material - motivabhän
gige Farbkonstellationen gibt, die eine verfeinerte Klassifikation, Auswertung sowie
Modifikation der entsprechenden Farbsignale erforderlich machen.
Bisher wurden bei der Herstellung farbfotografischer Bilder mit Hilfe eines Farbbild-
Reproduktionssystems unerwünschte Farbabweichungen in der Weise kompen
siert, daß der Mittelwert für die Farbvektoren aller Bildpunkte den standardmäßigen
Graupunkt ergibt. Zu diesem Zweck ist in der Praxis ein Farbbalance-Regler vor
gesehen, mit dem, z. B. durch Anhebung der Verstärkung in einem oder zwei
Farbkanälen, eine Verschiebung des Farbvektors möglich ist. Damit können aber
auch bewußte Abweichungen vom standardmäßigen Graupunkt erzeugt werden,
wenn das Motiv der Bildvorlage dies verlangt (z. B. grüne Wiese oder roter
Abendhimmel). Aufgrund der Mittelwertbildung über das gesamte Bild können
Farbabweichungen oder Farbstiche nur global kompensiert bzw. korrigiert werden.
Häufig tritt jedoch der Fall auf, daß in verschiedenen Helligkeitsbereichen eines
Bildes Farbstiche in unterschiedlicher Richtung vorhanden sind. So kann z. B. in
stark belichteten Teilen des Bildes eine Verschiebung nach Rot eintreten
(rotstichig), während schwächer belichtete Teile zyanstichig sind. Diese Erschei
nung wird als "Farbkippen" bezeichnet. Mit der oben beschriebenen globalen
Farbbalance-Einstellung oder -Regelung können solche Farbstiche nicht kompen
siert werden.
Hier setzt die Erfindung an. Es liegt die Aufgabe zugrunde, bei der elektronischen
Bildverarbeitung durch schaltungstechnische Maßnahmen die farbliche Bildqualität
in der Weise zu verbessern, daß im gesamten Bildbereich auch bei unterschied
lichen Helligkeiten Farbstiche jeglicher Art automatisch kompensiert bzw. wegge
regelt werden.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1
angegebenen Merkmale. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegen
stand der abhängigen Ansprüche.
Die erfindungsgemäße Lösung ist dadurch gekennzeichnet,
- - daß der Wertebereich für die Luminanzsignale (Yp) in Helligkeitsintervalle (i) unterteilt wird, denen die entsprechenden Chrominanzsignale (Upi, Vpi) zu geordnet werden (Yp → Ypi, Up → Upi, Vp → Vpi), und daß für die n·m Bildpunkte des auflösungsreduzierten Bildes Farbsättigungswerte (Spi) bestimmt werden und die zugehörigen Bildsignale mit Hilfe eines auf die Farbsättigungswerte angewandten Schwellwertkriteriums in farbdominante und nicht farbdominante Signale klassifiziert werden;
- - daß durch Aufsummierung der jeweils zu einem Intervall (i) beitragenden, je nach Grad der Farbdominanz gewichteten Chrominanzsignale (Upi, Vpi) intervallbezogene Farbstiche (Ui, Vi) bestimmt werden und diese Intervall farbstiche entsprechend dem Grauäquivalenzprinzip durch eine Verschie bung (ΔUi, ΔVi) zum Graupunkt (Ui + ΔUi = 0, Vi + ΔVi = 0) oder zu einer da von abweichenden, vorgewählten Farbtemperatur (Ui + ΔUi = Uggi, Vi + ΔVi = Vgi) kompensiert werden;
- - daß die zu den Intervallfarbstichen gehörenden Chrominanzsignale (Ui, Vi) und die farbstichkompensierten Chrominanzsignale (Ui + ΔUi, Vi + ΔVi) zu sammen mit den entsprechenden Luminanzsignalen (Yi) in intervallbezo gene, unverschobene Bildsignale (Ri, Gi, Bi) und die farbstichkorrigierten Bildsignale (Ri′, Gi′, Bi′) der drei Primärfarben (R, G, B) zurücktransformiert werden;
- - daß durch die Intervallpunkte (Ri, Ri′, Gi, Gi′, Bi, Bi′) jeweils eine Korrek turkennlinie (Ri′ = f (Ri), Gi′ = f (Gi), Bi′ = f (Bi)) in Form eines Polygonzuges oder in Form einer monoton ansteigenden Kurve dargestellt wird;
- - daß die Werte dieser Kennlinie für jede Primärfarbe (R, G, B) getrennt in einen jeweils zugeordneten, überschreibbaren Speicherbaustein, z. B. eine LUT geladen werden;
- - und daß die durch Abtastung der Bildvorlage gewonnenen, ursprünglichen Bildsignale durch die im Signalverarbeitungsweg liegenden, den drei Primär farben (R, G, B) zugeordneten Speicherbausteine entsprechend den jeweils darin gespeicherten Kennlinien korrigiert werden.
Die Helligkeitsintervalle können vorteilhafterweise gleich oder mit zunehmender
Helligkeit wachsend ausgebildet sein. Die Verringerung des Gewichtes farbdomi
nanter Chrominanzsignale vor deren Aufsummierung kann dabei je nach Grad der
Farbdominanz abgestuft oder generell auf Verwerfen dieser Signale abgestellt
sein.
Unter "LUT" (Look Up Table) wird ein kommerziell erhältlicher elektronischer Bau
stein verstanden, in dem eine Folge von Werten in Form einer Tabelle gespeichert
werden kann.
Vorzugsweise werden zur Unterscheidung von farbdominan
ten und nicht farbdominanten Bildpunkten die hellig
keitsbezogenen Farbsättigungswerte Spi jeweils mit einem
Schwellwert Sti verglichen, wobei die Schwellwerte Sti
eine den i Helligkeitsstufen zugeordnete, monoton an
steigende Folge bilden, die in einer LUT gespeichert
wird.
In erster Näherung wird dabei zweckmäßig ein linearer
Ansatz für die Vorgabe der Schwellwerte Sti zugrunde
gelegt.
Die Unterscheidung von farbdominanten und nicht farbdo
minanten Bildpunkten erfolgt dann nach dem Schwellwert
kriterium
Sti k₀ + k₁·Ypi,
wobei
k₀ im Bereich von 10 bis 20 und
k₁ im Bereich von 0,05 bis 0,15 gewählt wird.
k₀ im Bereich von 10 bis 20 und
k₁ im Bereich von 0,05 bis 0,15 gewählt wird.
Die nach der intervallbezogenen Farbstichkorrektur in
Form eines Polygonzuges vorliegenden Korrekturkennlinien
Ri′ = f (Ri), Gi′ = f (Gi) und Bi′ = f (Bi) werden vor
teilhaft mit Hilfe bekannter mathematischer Algorithmen
geglättet, so daß man stetige, monoton steigende Kurven
erhält.
Die der Erfindung werden folgende Vorteile erzielt:
- - Mit dem neuen Verfahren können sowohl globale Farb stiche als auch hinsichtlich der Farbart unter schiedliche Farbstiche in verschiedenen Hellig keitsbereichen in den Farbkanälen der Bildvorlage automatisch korrigiert werden. Dabei ergeben sich unter Umständen für die drei Farben R, G, B drei verschiedene Korrekturkurven.
- - Durch geeignete Festlegung der Konstanten k₀ und k₁ bei der Aufteilung in nicht farbdominante und farbdominante Bildpunkte können Farbstiche, die er fahrungsgemäß in den einzelnen Helligkeitsbereichen häufig auftreten, besser als bisher berücksichtigt und korrigiert werden.
- - Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch in der Weise modifiziert werden, daß mehrere, z. B. zu einer Szene gehörende Bildvorlagen gescannt (abge tastet) werden und anschließend alle dazugehörigen Bildsignale zur Ermittlung der Korrekturkurven für die drei Farbkanäle herangezogen werden, die dann auch für die betreffenden Bildvorlagen maßgebend sind.
Weitere Ansprüche betreffen eine Vorrichtung zur Durch
führung des beanspruchten Verfahrens.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Blockschaltbild für die erfindungsgemäße
Bildsignal-Verarbeitung,
Fig. 2 Kurven gleicher Luminanz in der Chrominanz
ebene V, U zur Erläuterung der Aufteilung in
farbdominante und nicht farbdominante Bild
punkte,
Fig. 3 ein Diagramm zur Erläuterung der Berechnung
und Darstellung einer Korrektur-Kennlinie
durch eine helligkeitsspezifische Farbstich
auswertung bei den nicht farbdominanten Bild
punkten und anschließende Glättung der Kurve
und
Fig. 4 drei verschiedene Korrektur-Kennlinien für die
Primärfarben R, G, B.
Gemäß Fig. 1 wird die Bildvorlage mit dem Scanner 1 nach
Zeilen und Spalten abgetastet, so daß für jeden Bild
punkt ein elektrisches Bildsignal gewonnen wird. Der
Scanner 1 besteht aus einem CCD-Zeilensensor (Zeilen ho
rizontal), der in vertikaler Richtung mit konstanter Ge
schwindigkeit über die Bildfläche gefahren (gescannt)
wird. Die Abtastung erfolgt nacheinander für die drei
Primärfarben R, G, B. Zu diesem Zweck werden geeignete
Farbfilter in den Lichtweg eingeschwenkt. Das elektro
optisch abgetastete Bild besteht hier aus 2.048 Bild
punkten pro Zeile (horizontal) und 1.024 Zeilen (verti
kal), so daß einem Bild insgesamt N·M 2.048·1.024
Bildelemente (Pixel) in jeder der drei Primärfarben R,
G, B zugeordnet sind. Die so gewonnenen Bildsignale wer
den anschließend digitalisiert (nicht gezeigt) und in
einem Bildspeicher 2 abgelegt. Gleichzeitig erfolgt in
dem in einem parallelen Signalverarbeitungsweg liegenden
Block 3 eine Bilddaten-Reduktion. Zu diesem Zweck wird
das ursprüngliche Bildformat N·M durch Mittelwertbildung
über jeweils k·1 Bildpunkte, z. B. 64·64, auf das Bild
format n·m, z. B. 32·16, reduziert. Diese reduzierten R,
G, B-Pixelwerte werden im Rechner 4 nach den Transforma
tionsgleichungen
Yp = 0,3 R + 0,6 G + 0,1 B
Up = B - Y
Vp = R - Y
Up = B - Y
Vp = R - Y
in Luminanzsignale Yp und Chrominanzsignale Up, Vp
transformiert. Anschließend wird der gesamte zur Verfü
gung stehende Helligkeitsbereich fortlaufend in eine
bestimmte Zahl von Intervallen, z. B. 32 Intervalle,
unterteilt, so daß sich jedes vorkommende Helligkeits
signal Yp einem entsprechenden Helligkeitsintervall Yi
zuordnen läßt. Entsprechend dieser Aufteilung können nun
sämtliche Pixel, ausgehend von dem jeweils zugehörigen
Yp-Wert, den i Helligkeitsintervallen zugeordnet
werden:
Yp → Yi
Up → Upi
Vp → Vpi.
Up → Upi
Vp → Vpi.
Nunmehr werden im Rechner 4 die Beträge der Farbsätti
gungsvektoren S gemäß
bestimmt.
Als nächster Schritt werden im Rechner 4 alle Farbsätti
gungswerte Sp nach einem Schwellwertkriterium Sp < Sti
und Sp Sti sortiert bzw. klassifiziert. Bildpunkte mit
Sp < Sti, die eine relativ hohe Farbsättigung aufweisen,
werden als farbdominante Bildpunkte bei der Farbstich
korrektur nicht in Betracht gezogen, da das Grauäqui
valenzprinzip bei stark gesättigten Farben nicht anwend
bar ist. Dabei liegt die Erfahrung zugrunde, daß sich
bei farbdominanten Bildpunkten eine Farbstichigkeit
nicht störend auswirkt.
Dagegen machen sich Farbstiche in Bereichen geringerer
Bildhelligkeit, d. h. bei nicht farbdominanten Bildpunk
ten, stark bemerkbar. Dementsprechend werden nachfolgend
nur die durch Sp Sti charakterisierten, nicht farbdomi
nanten Bildpunkte für die Bildkorrektur in Betracht ge
zogen. Der für die Unterscheidung zwischen farbdominan
ten und nicht farbdominanten Bildpunkten maßgebliche
Schwellwert ist keine Konstante, sondern wird für die
i Helligkeitsstufen unterschiedlich vorgegeben. Das Ent
scheidungskriterium Sp Sti besagt daher, daß die zum i-
ten Helligkeitsintervall gehörenden Bildpunkte Upi, Vpi
hinsichtlich ihrer Farbsättigung Spi mit dem zu diesem
Intervall gehörenden Schwellwert Sti verglichen werden.
Bei der Festlegung der Schwellwerte Sti wird der Tat
sache Rechnung getragen, daß bei großen Helligkeitswer
ten Bildpunkte mit einer relativ niedrigen Farbsättigung
im Gegensatz zu den gleichen Sättigungswerten bei ver
gleichsweise kleinen Helligkeiten praktisch keinen oder
einen weitaus niedrigeren Beitrag zur Farbstichigkeit
liefern. Damit in Einklang wird eine von kleinen zu
großen Helligkeitswerten anwachsende Folge von Schwell
werten Sti empirisch festgelegt. Außerdem kann bei der
Festlegung der Schwellwerte eine Verschiebung gegenüber
dem Graupunkt U = 0, V = 0 berücksichtigt werden. Diese
Verschiebung ergibt sich aus der Beziehung
Uoi, Voi charakterisieren dabei intervallbezogene mitt
lere Farbstiche, die vor der Durchführung der Farbstich
korrektur bestimmt werden. Praktisch geht man so vor,
daß die zu den einzelnen Helligkeitsstufen gehörenden
Sti-Werte in eine LUT geladen werden und bei der Klassi
fizierung in farbdominante und nicht farbdominante Bild
punkte vom Rechner übernommen werden.
Bei der Festlegung der Sti-Werte werden auch die sensi
tometrischen Eigenschaften der farbfotografischen Auf
zeichnungsmaterialien berücksichtigt, die zur Reproduk
tion der farbkorrigierten Bilder verwendet werden.
Ein gegenüber diesem Verfahren vereinfachter Ansatz geht
von einer linearen Beziehung für die Festlegung der Sti
Werte in Abhängigkeit von Yi aus:
Sti = k₀ + k₁·Yi
Die Koeffizienten k₀, k₁ werden im Wertebereich
10 k₀ 20
und
0,05 k₁ 0,15
und
0,05 k₁ 0,15
gewählt. Die genaue Festlegung von k₀, k₁ in den angege
benen Bereichen erfolgt wiederum empirisch in Abhängig
keit von den sensitometrischen Eigenschaften der farbfo
tografischen Aufzeichnungsmaterialien.
In dieser Näherung nehmen also die Schwellwerte Sti mit
wachsender Helligkeit proportional zu.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich, liegen die auf einen be
stimmten Helligkeitswert Yi bezogenen Bildpunkte glei
cher Farbsättigung auf Kreisen, deren Radien den jewei
ligen Farbsättigungswerten entsprechen. Der Radius der
Kreise nimmt in Übereinstimmung mit dem obigen linearen
Ansatz proportional zur Helligkeit Y zu. Gemäß dem oben
erläuterten Schwellwertkriterium liegen die zu einer
Helligkeitsstufe gehörenden farbdominanten Bildpunkte
außerhalb und die für die Farbstichkorrektur maßgebli
chen nicht farbdominanten Bildpunkte innerhalb des je
weiligen Kreises. Normalerweise würden sich konzentri
sche Kreise um den Graupunkt U = 0, V = 0 ergeben. Bei
der Darstellung in Fig. 2 liegt jedoch die Annahme zu
grunde, daß in verschiedenen Helligkeitsbereichen ver
schiedenartige Farbstiche auftreten und bei der Analyse
der Bildpunkte (Unterscheidung zwischen farbdominanten
und nicht farbdominanten Bildpunkten) die Mittelpunkte
der Kreise so verschoben werden, daß in jedem Hellig
keitsintervall ein zentrischer Bereich um den zu erwar
tenden mittleren Farbstich Uoi, Voi analysiert werden
kann.
Aus den so definierten nicht farbdominanten Bildpunkten
werden nun die Korrekturkurven für die Primärfarben R,
G, B in folgender Weise ermittelt:
Aus den zu einem Intervall i gehörenden, nicht farbdomi
nanten Bildpunkten wird jeweils ein mittlerer, inter
vallbezogener Farbstich Ui, Vi gemäß
berechnet. Sodann werden diese Farbstiche für jedes
Intervall entsprechend dem Grauäquivalenzprinzip durch
eine Verschiebung zum Graupunkt hin (U = 0, V = 0) gemäß
Ui + ΔUi = 0 und Vi + ΔVi = 0 korrigiert. Abweichend vom
Graupunkt kann jedoch auch eine andere, bewußt vom Grau
punkt abweichende Einstellung Ui + ΔVi = Ugi und
Vi + ΔVi = Vgi gewählt werden. Von einer solchen Ein
stellung wird Gebrauch gemacht, wenn abweichend vom
Grauabgleich entsprechend dem individuellen Geschmack
und nach subjektiv ästhetischen Gesichtspunkten z. B.
eine "wärmere" (Verschiebung nach Gelb bzw. Rot) oder
"kühlere" Farbtemperatur bevorzugt wird. Für eine solche
Einstellung müssen dann die empirisch gefundenen Ugi,
Vgi-Werte in einer Tabelle festgehalten werden.
Mit Hilfe der Gleichungen
R = V + Y
G = Y - 0,5 V - 0,166 U
B = U + Y
G = Y - 0,5 V - 0,166 U
B = U + Y
werden nunmehr sowohl die ursprünglichen Farbkoordinaten
Ui, Vi, Ypi als auch die korrigierten (verschobenen)
Farbkoordinaten Ui + ΔUi, Vi + ΔVi, Ypi in das RGB-System
zurücktransformiert (Ypi-Werte unverändert). Die neuen,
aus den korrigierten Chrominanzwerten errechneten RGB-
Werte werden mit Ri′, Gi′, Bi′ und die ursprünglichen
RGB-Werte mit Ri, Gi, Bi bezeichnet. Damit ergibt sich
die Zuordnung Ri → R′i, Gi → G′i und Bi → B′i.
Die aus dieser Zuordnung resultierende Korrekturkurve
ist für die Farbe Rot (R′i = f (Ri)) in Fig. 3 darge
stellt. Für jedes Intervall i existiert zu dem ursprüng
lichen Ri-Wert (mit x bezeichnet), der einem Intervall
farbstich Ui, Vi zugeordnet ist, ein neuer, korrigierter
R′i-Wert (mit o bezeichnet). Die Verbindung dieser Punk
te ergibt den in Fig. 3 dargestellten Polygonzug. Dieser
Polygonzug kann mit Hilfe bekannter mathematischer Glät
tungsalgorithmen in eine stetige Kurve umgewandelt wer
den. Ein bekanntes Verfahren besteht z. B. darin, daß für
jeden Punkt des Polygonzuges der neue Punkt Pn auf der
geglätteten Kurve auf die Hälfte des Abstands zwischen
dem Punkt Pn und dem in der Mitte auf der Verbindungs
geraden zwischen Pn-1 und Pn+1 liegenden Punkt gelegt
wird. Diese Prozedur kann mehrere Male wiederholt werden
(Iteration), bis man schließlich den in Fig. 3 darge
stellten S-förmigen Kurvenverlauf erhält. In Fig. 3 ist
auch die 45°-Gerade eingezeichnet, für die R′i = Ri
gilt. Dementsprechend ist im oberen, großen Bildhellig
keiten entsprechenden Bereich der Kurve R′i < Ri, während
im unteren, kleinen Helligkeiten entsprechenden Teil der
Kurve R′i < Ri ist. Dies bedeutet, daß im Bereich klei
nerer Bildhelligkeiten eine Verschiebung nach Rot er
folgen mußte, während umgekehrt im Bereich größerer
Bildhelligkeiten der Rotanteil vermindert wurde. Damit
wird deutlich, wie die bei verschiedenen Helligkeiten
unterschiedlichen Farbstiche individuell kompensiert
werden.
Insgesamt erhält man auf diese Weise für jede Primär
farbe R, G, B, eine Korrektur-Kennlinie (siehe Fig. 4).
In der Praxis geht man nun so vor, daß diese drei Kenn
linien in drei verschiedene, den drei Farbkanälen R, G,
B, zugeordnete LUTs geladen werden, die im Signalver
arbeitungsweg zwischen dem Scanner 1 und dem Printer 7
für die Bildausgabe liegen. Durch die LUTs 5 werden die
eingehenden Bildsignale getrennt für die drei Farbkanäle
R, G, B modifiziert und im Bildspeicher 6 zwischenge
speichert. Das farbstichkorrigierte Bild kann dann vom
Printer 7 aus dem Zwischenspeicher 6 ausgelesen und z. B.
auf Color-Papier aufgezeichnet werden.
Die beschriebene automatische Farbstichkorrektur kann
sowohl globale Farbstiche als auch das schon erläuterte
"Farbkippen" eliminieren, sofern die einzelnen Hellig
keitsintervalle mit Bildpunkten entsprechend besetzt
sind, d. h. wenn graunahe Punkte im Bild vorhanden sind.
Sind keine graunahen Punkte vorhanden, so wird in den
entsprechenden Intervallen auch keine Korrektur durch
geführt. Aufgrund der beschriebenen Glättungsoperation
der Korrekturkennlinie wird jedoch die Korrektur beim
nächsthöheren Intervall fortgeführt. Dagegen wird bei
einer globalen Farbstichkorrektur nach dem Stand der
Technik auch dann eine Farbkorrektur für alle Intervalle
durchgeführt, wenn nur einzelne Intervalle mit graunahen
Punkten besetzt sind. Sind dagegen alle oder die meisten
Helligkeitsintervalle mit graunahen Bildpunkten besetzt,
so kann der Fall eintreten, daß sich die einzelnen
Intervallfarbstiche gerade so kompensieren, daß bei der
globalen Farbstichkorrektur keine Nachstellung der
Farbtemperatur erfolgt. Durch eine Kombination von
globaler und helligkeitsbezogener Farbkorrektur kann man
also die Vorteile beider Korrekturansätze miteinander
verbinden, d. h. einerseits erreicht man eine Korrektur
des Farbstichs auch wenn keine graunahen Punkte vor
handen sind, und andererseits kann das helligkeits
bezogene "Farbkippen" korrigiert werden.
Claims (6)
1. Verfahren zur automatischen Korrektur von Farbstichen bei der elektroni
schen Bildverarbeitung durch
- a) elektro-optische Abtastung einer Bildvorlage nach N-Spalten und M- Zeilen für die drei Primärfarben (R, G, B);
- b) Reduzierung der resultierenden N·M Bildsignale durch Mitteilung über Bildfelder mit jeweils k·I Bildpunkten auf ein Bildformat von n·m Bild punkten mit entsprechend geringerer Auflösung, wobei n = N: k und m = M : I gilt;
- c) Transformation der n·m Bildsignale des auflösungsreduzierten Bildes in zugeordnete Luminanzsignale (Yp) und zwei Chrominanzsignale (Up, Vp) oder Farbdifferenzsignale,
dadurch gekennzeichnet,
- d) daß der Wertebereich für die Luminanzsignale (Yp) in Helligkeits intervalle (i) unterteilt wird, denen die entsprechenden Chrominanz signale (Upi, Vpi) zugeordnet werden (Yp → Ypi, Up → Upi, Vp → Vpi), und daß für die n·m Bildpunkte des auflösungsreduzierten Bildes Farbsättigungswerte (Spi) bestimmt werden und die zugehörigen Bild signale mit Hilfe eines auf die Farbsättigungswerte angewandten Schwellwertkriteriums in farbdominante und nicht farbdominante Signa le klassifiziert werden;
- e) daß durch Aufsummierung der jeweils zu einem Intervall (i) beitragen den, je nach Grad der Farbdominanz gewichteten Chrominanzsignale (Upi, Vpi) intervallbezogene Farbstiche (Ui, Vi) bestimmt werden und diese Intervallfarbstiche entsprechend dem Grauäquivalenzprinzip durch eine Verschiebung (ΔUi, ΔVi) zum Graupunkt (Ui + ΔUi = 0, Vi + ΔVi = 0) oder zu einer davon abweichenden, vorgewählten Farbtempe ratur (Ui + ΔUi = Ugi, Vi + ΔVi = Vgi) kompensiert werden;
- f) daß die zu den Intervallfarbstichen gehörenden Chrominanzsignale (Ui, Vi) und die farbstichkompensierten Chrominanzsignale (Ui + ΔUpi, Vpi + ΔVi) zusammen mit den entsprechenden Luminanzsignalen (Yi) in inter vallbezogene, unverschobene Bildsignale (Ri, Gi, Bi) und die farbstich korrigierten Bildsignale (Ri′, Gi′, Bi′) der drei Primärfarben (R, G, B) zu rücktransformiert werden;
- g) daß durch die Intervallpunkte (Ri, Ri′, Gi, Gi′, Bi, Bi′) jeweils eine Korrekturkennlinie (Ri′ = f (Ri), Gi′ = f (Gi), Bi′ = f (Bi)) in Form eines Polygonzuges oder in Form einer monoton ansteigenden Kurve dar gestellt wird;
- h) daß die Werte dieser Kennlinie für jede Primärfarbe (R, G, B) getrennt in einen jeweils zugeordneten, überschreibbaren Speicherbaustein, z. B. eine LUT geladen werden;
- i) und daß die durch Abtastung der Bildvorlage gewonnenen, ursprüng lichen Bildsignale durch die im Signalverarbeitungsweg liegenden, den drei Primärfarben (R, G, B) zugeordneten Speicherbausteine entspre chend den jeweils darin gespeicherten Kennlinien korrigiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Unter
scheidung von farbdominanten und nicht farbdominanten Bildpunkten die
helligkeitsbezogenen Farbsättigungswerte (Spi) jeweils mit einem Schwell
wert (Sti) verglichen werden, wobei die Schwellwerte (Sti) eine den Hellig
keitsstufen (i) zugeordnete, monoton ansteigende Folge bilden, die in einer
LUT gespeichert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Unter
scheidung von farbdominanten und nicht farbdominanten Bildpunkten nach
dem Schwellwertkriterium
Sti k₀ + k₁ · Ypivorgenommen wird, wobei10 k₀ 20
0,05 k₁ 0,15
0,05 k₁ 0,15
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
in Form eines Polygonzuges vorliegenden Korrekturkennlinien (Ri = f (Ri),
Gi′ = f (Gi), Bi′ = f (Bi)) mit Hilfe bekannter mathematischer Algorithmen ge
glättet werden.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß in dem Signalverarbeitungsweg für die Bildsignale in
den drei Primärfarben (R, G, B) je ein Speicherbaustein (5) für je eine Farb
korrekturkennlinie (Ri′, Gi′, Bi′) vorgesehen ist, aus dem jeweils aufgrund
eines Helligkeitswertes eines Bildpunktes ein Farbkorrekturwert entnommen
wird.
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