DE4000590C1 - Ammunition detonator unit - comprises initial charge which contains sec explosive which ignites by chain reaction - Google Patents
Ammunition detonator unit - comprises initial charge which contains sec explosive which ignites by chain reactionInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Detonator zum Zünden eines
im Abstand von ihm angeordneten, weiteren Gliedes, wie
Zündverstärker oder Zündübertrager, einer Zündkette eines
Munitionszünders, wobei die - vom Anzündsatz aus
gesehen - letzte Ladung des Detonators, die im folgenden
auch als Ausgangssatz bezeichnet wird, einen Sekundärsprengstoff,
wie Oktogen oder Nitropenta, enthält.
Beim Zünden derartiger Detonatoren werden Schwaden
erzeugt, die eine Stoßwelle auf ein weiteres Glied der
Zündkette übertragen. Es hat sich, insbesondere bei
kleinkalibriger Munition, gezeigt, daß sich aufgrund
baulicher Toleranzen zwischen dem Detonator und dem
weiteren Glied der Zündkette oft ein Abstand ergibt,
der vergleichsweise groß ist. Dies kann zur Folge
haben, daß die Überzündleistung des Detonators nicht
ausreicht, den Zündverstärker bzw. den Zündübertrager
zu zünden. Es kommt dann zu Zündversagern. Dies insbesondere
dann, wenn auch noch die Überzündleistung des
Detonators im unteren Bereich eines Toleranzrahmens
liegt.
Bei solchen Detonatoren liegen die Verhältnisse anders
als bei Anzündmitteln. Bei Anzündmitteln wird durch
eine Redoxreaktion Hitze entwickelt, durch die eine
nachgeordnete Ladung angezündet wird. Heiße Partikel
können die Anzündwirkung verbessern. Dies ist in der
DE-OS 34 46 315 beschrieben. Die Zündverzögerungszeit
bei der Anzündung ist wesentlich länger als bei Detonatoren
der eingangs genannten Art.
Verstärkerladungen entsprechend der DE 35 23 569 A1 und DE 27 51 058
B2 bestehen aus einer Sprengladung, die eine Hauptladung über eine
Stoßwelle zünden. Unterschiedliche Abstände zwischen der Verstärkerladung
und der Hauptladung sind aufgrund der Energie der Verstärkerladung
ohne Einfluß.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Detonator der eingangs
genannten Art vorzuschlagen, der so aufgebaut
ist, daß er eine Überzündreserve hat, welche ein sicheres
Zünden des weiteren Gliedes der Zündkette auch
bei vergleichsweise großem Abstand zwischen diesem und
dem Detonator gwährleistet.
Erfindungsgemäß ist obige Aufgabe bei einem Detonator
der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß im Bereich
des Ausgangssatzes des Detonators Partikel enthalten
sind, die nach Zündung des Detonators zusammen
mit Schwaden des Sekundärsprengstoffes das weitere
Glied der Zündkette beaufschlagen.
Diese Partikel werden beim Zünden des Detonators
beschleunigt und gelangen mit den Schwaden zum weiteren
Glied der Zündkette und beaufschlagen dieses mit der
gewünschten Wirkung. Aufgrund der Masse und Geschwindigkeit
der Partikel überbrücken diese auch größere
Abstände zwischen dem Detonator und dem weiteren Glied
der Zündkette. Der Detonator hat damit eine Überzündreserve,
die aufwendige Maßnahmen zur Verminderung der
baulichen Toleranzen überflüssig machen. Gleichzeitig
ist das Überzünden weitgehend unabhängig von den Exemplarstreuungen
des Detonatortyps.
Ein derartiger Detonator verbessert insbesondere bei
kleinkalibriger Munition die Zündsicherheit.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind
die Partikel in dem Ausgangssatz des Detonators gleichmäßig
verteilt untergemischt. Es ist jedoch auch möglich,
die Partikel in einer - gegebenenfalls gesonderten
- Schichtung vor oder nach dem Ausgangssatz anzuordnen.
Die Partikel können aus einem beliebigen Material möglichst
hoher Härte sein. Bevorzugt sind Metallpulver
einer Vickershärte, die möglichst über 10 kp/mm² liegt,
wie beispielsweise Pulver von Wolfram, Zirkon, Aluminium,
Eisen, Wismut oder Titan. Auch Pulver aus
Inertstoffen, wie beispielsweise Pentaerythrit oder
Quarzsand können eingesetzt werden.
Im allgemeinen beträgt die Menge der Partikel mindestens
2 Gew.-%, bezogen auf den gesamten Ausgangssatz.
Die obere Grenze hängt u. a. von dem gewählten Pulver
und dessen Korngröße ab. Der bevorzugte Bereich liegt
zwischen 3 und 7 Gew.-%. Die Korngröße der Partikel
liegt im allgemeinen zwischen 2 und 10 µm, vorzugsweise
zwischen 4 und 8 µm.
Ausführungsbeispiele ergeben sich aus der folgenden
Beschreibung. Die Figur zeigt schematisch in einem
Zünder einen Detonator in Scharfstellung vor einem
Zündverstärker.
In einem Gehäuse 1 ist ein aus einer Sicherstellung in
eine Scharfstellung beweglicher Träger 2 gelagert, in
dem ein Detonator 3 angeordnet ist. Der Detonator 3
steht in der Scharfstellung einem im Gehäuse 1
angeordneten Zündverstärker 4 in einem Abstand A
gegenüber. Der Zündverstärker 4 bildet nach dem Detonator
3 ein zweites Glied einer weiter nicht dargestellten
Zündkette.
Der Detonator 3 weist eine Hülse 5 auf, in der ein mechanisch
oder elektrisch empfindlicher Anzündsatz 6
eine Primärladung 7 und ein Ausgangssatz 8 hintereinander
angeordnet sind. Der Ausgangssatz 8 ist mit
einer Scheibe 9 abgedeckt. Der Ausgangssatz 8 ist eine
Sekundärladung, wie beispielsweise Oktogen oder Nitropenta.
Dem Ausgangssatz 8 ist ein Metallpulver oder ein
Inertstoffpulver beigemischt. Die Beimischung beträgt
etwa 5 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Ausgangssatzes
8.
Der Abstand (A) ist durch bauliche Toleranzen des Gehäuses
1, des Trägers 2, der Lagerung des Trägers 2 im
Gehäuse 1 und die Anordnung des Detonators 3 im Träger
2 sowie die Anordnung des Zündverstärkers 4 im Gehäuse
1 beeinflußt. Der Abstand A schwankt damit bei den
Munitionsexemplaren beträchlich.
Die folgenden Beispiele zeigen die Vorteile der vorliegenden
Erfindung:
Bei einem Detonator, dessen Ausgangssatz 8 keine Metall-
oder Inertstoffpartikel beigemischt sind, ergibt
sich bei Raumtemperatur ein sicheres Zünden des Zündübertragers
4 nur dann, wenn der Abstand A etwa 5,9 mm
nicht übersteigt.
Bei einer Beimischung von Wolframpartikeln zum Ausgangssatz
8 zündet der gleiche Detonator 3 den
Zündübertrager 4 auch dann noch, wenn der Abstand A
etwa 9,2 mm beträgt.
Bei einer Beimischung von Zirkonpartikeln zum Ausgangssatz
8 zündet der Detonator 3 bei Raumtemperatur den
Zündübertrager 4 auch dann noch, wenn der Abstand A
etwa 9,8 mm beträgt.
Die Metallpartikel verbessern also die Überzündleistung
bei Raumtemperatur beträchtlich.
Bei einem Detonator, dessem Ausgangssatz 8 keine Metall-
oder Inertstoffpartikel beigemischt sind, ergab
sich ein sicheres Zünden eines Zündverstärkers 4 bei
einer Temperatur von +71°C nur bis zu einem Abstand A
von etwa 3,0 mm.
Mit einer Beimischung von Wolframpartikeln ergab sich
ein sicheres Zünden des Zündverstärkers 4 bei einer
Temperatur von +71°C noch bis zu einem Abstand A von
5,2 mm. Die Wolframbeimischung führt also auch dazu,
daß sich die Leistung des Detonators 3 bei hohen
Temperaturen weniger verringert als bei einem Detonator
ohne beigemischte Partikel. Eine ähnliche Verbesserung
ergab sich auch mit Zirkonpartikeln.
Ähnliche Werte ergaben sich bei der Beimischung von
Pentaerythrit als Inertstoffpulver zum Ausgangssatz 8.
Im Vakuum (840 mbar) ergibt sich mit einem Detonator
ohne Partikel ein sicheres Zünden des Zündübertragers 4
nur dann, wenn der Abstand A nur etwa 4,4 mm
beträgt. Dieser Wert ist kleiner als der entsprechende
Wert bei Umgebungsdruck, da im Vakuum die Luftschockwelle
geschwächt ist.
Bei einer Beimischung von Wolframpartikeln ergab sich
ein sicheres Zünden noch bei einem Abstand A von
10,2 mm. Dieser Wert ist hoch, da die Dynamik der
Partikel im Vakuum nicht geschwächt ist.
Claims (6)
1. Detonator zum Zünden eines im Abstand von ihm angeordneten,
weiteren Gliedes, wie Zündverstärker
oder Zündübertrager, einer Zündkette eines Munitionszünders,
wobei ein Ausgangssatz des Detonators
einen Sekundärsprengstoff, wie Oktogen oder Nitropenta,
enthält, dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich des Ausgangssatzes
(8) des Detonators (3) Partikel enthalten sind,
die nach Zündung des Detonators zusammen mit Schwaden
des Sekundärsprengstoffes das weitere Glied
der Zündkette beaufschlagen.
2. Detonator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Partikel dem Ausgangssatz (8) untergemischt
sind.
3. Detonator nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Partikel von einem Metallpulver,
beispielsweise aus Wolfram, Zirkon, Aluminium,
Eisen, Wismut oder Titan, gebildet sind.
4. Detonator nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Partikel aus einem Inertstoffpulver,
beispielsweise Pentaerythrit, gebildet
sind.
5. Detonator nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Menge der Partikel
3-7 Gew.-% des Ausgangssatzes (8) beträgt.
6. Detonator nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Partikel eine
Korngröße von 4-8 µm aufweisen.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19904000590 DE4000590C1 (en) | 1990-01-11 | 1990-01-11 | Ammunition detonator unit - comprises initial charge which contains sec explosive which ignites by chain reaction |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4000590C1 true DE4000590C1 (en) | 1991-09-05 |
Family
ID=6397858
Family Applications (1)
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| DE19904000590 Expired - Lifetime DE4000590C1 (en) | 1990-01-11 | 1990-01-11 | Ammunition detonator unit - comprises initial charge which contains sec explosive which ignites by chain reaction |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4000590C1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2000066517A1 (de) * | 1999-04-28 | 2000-11-09 | Hirtenberger Aktiengesellschaft | Anzündmischung |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2751048B2 (de) * | 1976-12-21 | 1978-11-09 | Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon- Buehrle Ag, Zuerich (Schweiz) | Verstärkerkapsel mit Oktogenkristallen fur Geschosse und Verfahren zu ihrer Herstellung |
| DE3446315A1 (de) * | 1984-12-19 | 1986-06-19 | Diehl GmbH & Co, 8500 Nürnberg | Anzuendsystem fuer verbrennbare kartuschen |
| DE3523569A1 (de) * | 1985-07-02 | 1987-01-15 | Messerschmitt Boelkow Blohm | Verstaerkerladung |
-
1990
- 1990-01-11 DE DE19904000590 patent/DE4000590C1/de not_active Expired - Lifetime
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