DE4042696C2 - Stufenloses hydrostatisch-mechanisches Leistungsverzweigungsgetriebe, insbesondere für Kraftfahrzeuge - Google Patents
Stufenloses hydrostatisch-mechanisches Leistungsverzweigungsgetriebe, insbesondere für KraftfahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein stufenloses hydrostatisch-mechanisches
Leistungsverzweigungsgetriebe, insbesondere für Kraftfahrzeuge nach dem Oberbegriff des An
spruches 1.
Ein Leistungsverzweigungsgetriebe dieser Gattung ist aus der DE 27 58 659 A1 bekannt. Bei
diesem Getriebe ist das Summierungsplanetengetriebe auf der Antriebswelle und die Kupplungen zum
Schalten von Schaltbereichen versetzt zur Antriebswelle angeordnet. Die Hydrostat-Einheiten -
Verstelleinheit und Konstanteinheit - sind jeweils versetzt zur Antriebswelle plaziert, wobei beide
Einheiten in getrennter Bauweise, nicht hintereinander sondern nebeneinander, angeordnet sind. Der
Nachteil dieser bekannten Getriebe-Ausführung besteht darin, daß große Baumaße entstehen und
außerdem ungünstige Bauverhältnisse für die Anwendung in verschiedenen Kraftfahrzeug-Getrieben
gegeben sind, d. h. daß eine Anpassung an unterschiedliche fahrzeugspezifische Forderungen,
insbesondere in Bezug auf Einbaumaße nicht oder nur sehr schwierig möglich sind.
Durch die versetzte Anordnung der Schaltkupplungen ist bei dieser bekannten Getriebe-
Ausführung der weitere Nachteil gegeben, daß die Kupplungselemente in den Ölsumpf eintauchen und
dadurch unnötige Panschverluste erzeugen und den Getriebe-Wirkungsgrad verschlechtern.
Eine weitere Getriebe-Ausführung dieser Gattung ist aus der DE 36 21 166 C2 bekannt. Dieses
Getriebe ist als Einbereichsgetriebe ausgebildet und besitzt ein Gruppengetriebe mit zwei Schaltstufen
zur Auswahl von zwei unterschiedlichen Fahrstufen. Die erste Hydrostat-Einheit wird wechselweise
über zwei schaltbare Getriebestufen angetrieben. Dieses Getriebe-Konzept erfordert relativ große
Hydrostat-Einheiten mit Nachteilen hinsichtlich Wirkungsgrad, Kosten und Bauraum.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein hydrostatisch-mechanisches Leistungsverzweigungsgetriebe
zu schaffen, welches gegenüber bekannten Getrieben dieser Art möglichst kleine Einbaumaße
ermöglicht. Darüber hinaus soll der Kostenaufwand reduziert und der Wirkungsgrad verbessert werden.
Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass, wie in der Figur dargestellt, auf
der durch das Getriebe führenden Antriebswelle nicht nur das Summierungsplanetengetriebe sondern
auch die Kupplungen zum Schalten von aneinander anschließenden Schaltbereichen angeordnet sind
bzw. dass das Summierungsplanetengetriebe und die Schaltkupplungen koaxial hintereinander
angeordnet sind und das Hydrostat-Getriebe als Kompaktgetriebe parallel versetzt zur Antriebswelle
platziert ist, wie in der Figur dargestellt, wobei die Abtriebswelle 302 versetzt zur Antriebswelle liegt.
Die Schaltbarkeit mehrerer Bereichskupplungen erlaubt außerdem viel kleinere Hydrostat-Einheiten.
Durch die koaxiale Anordnung der Schaltkupplungen 333 zur Antriebswelle ist der weitere Vorteil
gegeben, dass der panschverlustabhängige Wirkungsgrad des Getriebes verbessert wird.
Durch die koaxiale Anordnung von Summierungsplanetengetriebe 4; 204 und der
Schaltkupplungen 333 wird der weitere Vorteil erzielt, daß eine kostengünstigere Fertigung möglich ist
und beide vorgenannte Baugruppen zu einer gemeinsamen Baueinheit zusammengefasst werden können.
Die Erfindung wird an einem Ausführungsbeispiel anhand einer Schema-Zeichnung (einzige
Figur) erläutert.
Im Hinblick auf die Gesamtwirtschaftlichkeit für ein derartiges Produkt ist es wichtig, ein
Getriebe-System zu schaffen, das es ermöglicht, die Grundbaueinheiten - Hydrostatpaket,
Summierungsplanetengetriebe mit den Schaltkupplungen und weiteren Baugruppen - als
Grundbaueinheiten ausbilden zu können.
Die erfindungsgemäße Getriebeausführung ist so konzipiert, dass mehrere Fahrbereiche
schaltbar sind. Dies wird gemäß der Erfindung damit erreicht, dass das Summierungsplanetengetriebe
(4; 204) mit wenigstens vier Wellen ausgebildet ist, wobei die erste Welle (1; 11) und die zweite Welle
(12) des Summierungsplanetengetriebes Eingangswellen sind und die erste Welle mit der ersten
Hydrostateinheit A verstellbaren Volumens und die zweite Welle mit der zweiten Hydrostateinheit B
vorzugsweise konstanten Volumens verbunden ist und die dritte (13) und vierte Welle (14)
Ausgangswellen des Summierungsplanetengetriebes darstellen, welche abwechselnd mit der
Abtriebswelle koppelbar sind. Die Bereichsschaltungen finden jeweils bei Synchronlauf bzw. im
Synchronlaufbereich der zu schaltenden Kupplungselemente statt. Das Drehzahlniveau aller
Getriebeglieder ist relativ niedrig. Eine Drehzahlanpassungsstufe an der Getriebeausgangswelle ist
nicht erforderlich, so dass die üblichen Achsübersetzungen der nachgeordneten Triebachse verwendbar
sind.
Im Summierungsplanetengetriebe 4; 204 wird die hydraulische Leistung und die mechanische
Leistung aufsummiert und in den entsprechenden Fahrbereichen über jeweils eine Welle 13 oder 14
zum Abtrieb weitergeleitet. Die Bereichskupplungen sind im Synchron-Zustand schaltbar und können
daher als form- plus lastschlüssig schaltbare Kupplungen, wie in der deutschen Patentanmeldung P 37 00 813 beschrieben, ausgebildet werden.
Das Summierungsplanetengetriebe 204 besteht aus zwei Planetenstufen, wobei die erste Welle
11 mit dem Hohlrad der ersten Stufe und dem Steg der zweiten Stufe und die zweite Welle 12 mit
beiden Sonnenrädern beider Planetenstufen in Verbindung steht. Die dritte Welle 13 bildet den Steg
der ersten Planetengetriebestufe und das Hohlrad der zweiten Stufe die vierte Welle 14.
Im Hinblick auf nahtlose Bereichsschaltungen werden Synchronlaufabweichungen bzw. -fehler,
z. B. infolge lastabhängigen Drehzahlschlupfes des Hydrostaten durch entsprechende Verstellreserve in
der Hydrostatik ausgeglichen. Außerdem ist nur annähernder Synchronlauf der zu schaltenden
Kupplungselemente erforderlich.
Unter der Definition "Synchronlauf" bzw. "Gleichlauf" wird der Synchronlaufbereich
verstanden, der vorgenannte Abweichungen enthält.
Unter der Definition "Endstellung" oder "maximale Verstellgröße" beim Bereichswechsel wird
die jeweils günstige Regelstellung der Hydrostatverstellung für die Bereichsumschaltung verstanden, die
eine beliebige Zwischenstellung zwischen "Null" und Endverstellung des Hydrostaten sein kann.
Für die Bereichsschaltungen können sehr vorteilhaft form- plus kraftschlüssig schaltbare
Kupplungen verwendet werden, wie aus der deutschen Patentanmeldung DE 39 03 010 bekannt ist.
Die einzelnen Getriebekomponenten erlauben eine individuelle Anpassung hinsichtlich der
Bauweise an verschiedene Fahrzeugforderungen. Zum Beispiel ist, wie in der Figur dargestellt, das
Hydrostatgetriebe A, B achsversetzt zu den Baueinheiten - Summierungsplanetengetriebe und den
entsprechenden Kupplungen - angeordnet.
Das Getriebe besitzt eine parallel versetzt angeordnete Abtriebswelle 302, die im ersten
Vorwärtsfahrbereich und Rückwärtsfahrbereich über eine mit einem Zwischenrad 336 versehene
Stirnradstufe ausgeführt ist. Im zweiten und in weiteren Schaltbereichen ist die Abtriebswelle 302 über
weitere Stirnradstufen 345, 309; 377 wechselweise über Kupplungen mit einer der beiden
Ausgangswellen 13 und 14 des Summierungsplanetengetriebes 204 verbindbar.
Durch die einseitige Anordnung beider Eingangswellen 11 und 12 des
Summierungsplanetengetriebes können beide Hydrostateinheiten A und B zu einem Hydrostatpaket
zusammengefasst werden, wodurch Arbeitsdruckleitungen entfallen und eine bauraum- und
kostengünstige Hydrostatbauweise möglich ist. Auch der Wirkungsgrad sowie das Geräusch- und
Schwingungsverhalten der Hydrostatik wird damit gegenüber bekannten Lösungen verbessert. Das
Hydrostatpaket 3 ist achsversetzt zur Antriebswelle 1 angeordnet. Die Antriebswelle 1 wird zu diesem
Zweck durch das Getriebe hindurchgeführt, wobei über eine Getriebestufe 318 die erste
Hydrostateinheit A mit der Antriebswelle 1 gekoppelt ist. Die zweite Hydrostateinheit B wird hierbei
über eine antriebsseitig angeordnete Stirnradstufe 319 mit der zweiten Welle 12 des
Summierungsplanetengetriebes verbunden. Die Abtriebswelle 302 steht über eine Getriebestufe 320 mit
einem Achsdifferential 317 in Verbindung. Die beiden Ausgangswellen 323 des Differentials 317
können direkt mit den Vorderrädern, z. B. eines frontgetriebenen PKW's triebverbunden sein. Dieses
Getriebe eignet sich besonders für Quereinbau der Triebwerksanlage.
Bei Anwendung einer formschlüssigen bzw. form- plus kraftschlüssigen Kupplung für die
Bereichsschaltung ist im Hinblick auf eine ruckfreie Schaltung eine gezielte Hydrostatführung innerhalb
der Schaltphase erforderlich. Der lastabhängige Drehzahlschlupf des Hydrostatgetriebes, der vor und
nach der Bereichsschaltung umgekehrtes Verhalten aufweist, ist entsprechend zu berücksichtigen. Die
Steuerung ist so ausgelegt, dass bei erreichtem Synchronlauf der Kupplungsglieder der neuen Kupplung
nach erfolgtem Synchronsignal, z. B. aus einem bekannten Drehzahlvergleich bestimmter
Getriebeglieder, die neue Kupplung geschlossen wird und die alte Kupplung erst geöffnet wird nachdem
der Hydrostat entsprechend dem Drehzahlschlupf innerhalb der Schaltphase so weit zurückgeregelt
wird, bis im neuen Bereich eine Hydrostatbelastung bzw. ein Hydrostatdrehmoment auftritt, die/das
dem Lastzustand des neuen Bereiches entspricht. Erfindungsgemäß wird dies dadurch gelöst, dass nach
dem Schließen der neuen Kupplung der Hydrostat spontan das Signal zur Rückregelung vor Öffnen der
alten Kupplung erhält, z. B. aus dem Drucksignal der neuen Kupplung. Nach Erreichen eines
entsprechenden Hydrostatdruckes wird nun das Signal zum Öffnen der alten Kupplung ausgelöst.
Für den Schaltablauf, insbesondere bei Anwendung der form- plus kraftschlüssig wirkenden Kupplung
sind verschiedene Steuerungsarten möglich, wie z. B. in der DE 39 03 010 beschrieben.
Claims (7)
1. Stufenloses hydrostatisch-mechanisches Leistungsverzweigungsgetrie
be, insbesondere für Kraftfahrzeuge mit mehreren Schaltbereichen mit in
einem Getriebe-Gehäuse angeordneten Getriebe-Komponenten beste
hend aus einer ersten Hydrostat-Einheit (A) verstellbaren Volumens und
einer zweiten Hydrostat-Einheit (B) verstellbaren oder konstanten Volu
mens, welche versetzt zur Antriebswelle (1) angeordnet sind, mit einem
Summierungsplanetengetriebe (4; 204) zum Aufsummieren der in einen
hydrostatischen und einen mechanischen Leistungszweig aufgeteilten
Leistung, mit Schaltkupplungen (333) zum Schalten mehrerer aneinander
ohne Lastunterbrechung anschließender Schaltbereiche, wobei die erste
Hydrostat-Einheit (A) mit der Antriebswelle (1) und die zweite Hydrostat-
Einheit (B) mit einem Glied des Summierungsplanetengetriebes verbun
den ist, wobei eine Abtriebswelle (302) vorgesehen ist, die mit dem
Summierungsplanetengetriebe und den zugeordneten Schaltkupplungen
in Verbindung steht,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Hydrostat-Einheit (A) über eine der Eingangsseite gegenüber
liegenden Seite angeordneten Zahnradstufe (318) angetrieben wird und
die zweite Hydrostat-Einheit (B) räumlich auf der Getriebe-Eingangsseite
über eine weitere Getriebe-Stufe (319) mit dem Summierungsplaneten
getriebe (4; 204) verbunden ist, dass die Hydrostat-Einheiten (A und B)
hintereinander angeordnet sind, wobei die Antriebswelle (1) durch das
Getriebe führt und das Summierungsplanetengetriebe und die Schalt
kupplungen (333) auf der Antriebswelle (1) angeordnet sind, dass eine
Steuer- und Regeleinrichtung zugeordnet ist, welche bewirkt, das bei er
reichtem Synchronlauf der Kupplungsglieder der neuen Kupplung diese
geschlossen wird und dass die alte Kupplung erst nach Schließen der
neuen Kupplung öffnet, wobei der Synchronlauf aus einem Drehzahlver
gleich von der neuen Kupplung zugeordneter Getriebeglieder ermittelt
wird.
2. Getriebe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die die Abtriebswelle (302) verbindende Kupplung (312) für Vorwärtsfahrt
auf der Antriebswelle bzw. koaxial zur Antriebswelle angeordnet ist.
3. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die die Abtriebswelle (302) verbindende Kupplung (310) für Rückwärts
fahrt auf der Antriebswelle bzw. koaxial zur Antriebswelle angeordnet ist.
4. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Abtriebswelle (302) über eine Getriebestufe (320) mit einem Achs
differentialgetriebe (317) in Triebverbindung steht.
5. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kupplungen Reibkupplungen oder formschlüssige Kupplungen oder
form- plus kraftschlüssige Kupplungen sind.
6. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hydrostat-Einheiten (A und B) zu einem Hydrostatpaket (3) zusam
mengefasst sind.
7. Getriebe nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die alte Kupplung erst nach geschlossener neuer Kupplung geöffnet wird,
wobei innerhalb der Schaltphase vor Öffnen der alten Kupplung der Hy
drostat zurückgeregelt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE4042696A DE4042696C2 (de) | 1989-09-02 | 1990-09-02 | Stufenloses hydrostatisch-mechanisches Leistungsverzweigungsgetriebe, insbesondere für Kraftfahrzeuge |
Applications Claiming Priority (5)
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Publications (1)
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ID=27434722
Family Applications (2)
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| DE4042696A Expired - Lifetime DE4042696C2 (de) | 1989-09-02 | 1990-09-02 | Stufenloses hydrostatisch-mechanisches Leistungsverzweigungsgetriebe, insbesondere für Kraftfahrzeuge |
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