DE4040595A1 - Kupplungsscheibe mit reibungsbehaftetem leerweg - Google Patents
Kupplungsscheibe mit reibungsbehaftetem leerwegInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Kupplungsscheibe für eine
Reibungskupplung mit einem Leerlaufdämpfersystem (Federung und
ggf. Reibung), welches nur im Leerlaufbereich wirksam ist, sowie
einem Lastdämpfersystem (Federung und Reibung), welches im An
schluß an den Leerlaufbereich wirksam ist.
Eine Kupplungsscheibe dieser Bauart ist beispielsweise aus der
DE-PS 16 80 049 bekannt. Bei dieser bekannten Kupplungsscheibe
kommt zusammen mit der steileren Federkennlinie des Lastdämpfer
systems auch die höhere Reibkraft dieses Systems zum Einsatz. Bei
bestimmten Betriebszuständen ist es nun möglich, daß Verdrehwin
kelbewegungen stattfinden, die über den Leerlaufbereich hinausge
hen und teilweise in den Lastbereich reichen. Dies ist beispiels
weise möglich beim Starten der Brennkraftmaschine, beim Abstellen
derselben und beim schnellen Einkuppeln. Bei diesen Betriebszu
ständen - bei denen sehr schnell über diesen Punkt in der Kenn
linie hinweggefahren wird - wirkt der Anstieg in der Reibkraft
sowie ggf. eine geringe Vorspannung der Federn des Lastdämpfer
systems wie ein Stufensprung, wobei entsprechende Geräusche hör
bar werden.
Es ist nun Aufgabe der vorliegenden Erfindung, mit möglichst ein
fachen Mitteln die oben beschriebenen Geräusche zu eliminieren.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch das Kennzeichen des
Hauptanspruches gelöst. Durch die Zuordnung eines Leerweges zum
Lastdämpfersystem, in welchem lediglich die Lastreibung wirksam
ist, kann der Stufensprung soweit abgebaut werden, daß er nicht
mehr negativ in Erscheinung tritt. Innerhalb dieses vorgesehenen
Leerweges steigt somit die Federkraft nicht an und es muß ledig
lich zu Beginn des Leerweges der Sprung in der Reibkraft überwun
den werden, der sich beim Übergang in das Lastdämpfersystem er
gibt.
Bei einer Kupplungsscheibe, bei welcher das Leerlaufdämpfersystem
nach Zurücklegen des Leerlauf-Verdrehweges durch Anschläge über
brückt ist, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß alle in den
Ein- bzw. Ausgangsteilen des Lastdämpfersystems angeordneten
Schraubenfedern in entsprechende Fenster eingesetzt sind, die in
einem der Teile - Ein- oder Ausgangsteile - der umfangsmäßigen
Erstreckung der Federn entsprechen und in den anderen Teilen min
destens um den vorgesehenen Leerweg umfangsmäßig größer ausgeführt
sind als die Erstreckung der Federn. Auf diese Weise ist sicher
gestellt, daß im Anschluß an den Wirkungsbereich des Leerlauf
dämpfersystems ein Leerweg durchlaufen werden muß, in dem ledig
lich die Reibkraft des Lastdämpfersystems wirksam ist. Dadurch
ist in diesem Leerweg kein Federkraftanstieg zu verzeichnen und
die da wirksame Reibkraft ist über den Verdrehwinkel des Leerwe
ges gleichbleibend.
Entsprechend der Erfindung sind die Federn des Lastdämpfersystems
vorzugsweise in den Fenstern der Eingangsteile in Form von Deck
blech bzw. Belagträger spielfrei bzw. mit geringer Vorspannung
eingesetzt und die Fenster des Ausgangsteiles in Form der Naben
scheibe um das Maß des Leerweges umfangsmäßig größer ausgeführt.
Damit ist eine exakte Fixierung der Federn im Deckblech bzw. im
Belagträger gegeben, die vor allem auch bei höheren Drehzahlen
wirksam ist.
Für den Fall, daß mehrere Federstufen im Lastdämpfersystem vorge
sehen sind, müssen die Fenster der zweiten und der weiteren Stufe
entsprechend größer ausgeführt werden als das Maß des Leerweges.
Die Erfindung wird anschließend an Hand eines Ausführungsbeispie
les näher erläutert. Es zeigen im einzelnen:
Fig. 1 die Prinzipdarstellung einer Kupplungsscheibe mit Last
und Leerlaufdämpfersystem;
Fig. 2 Federkennlinie und Reibkraftaufbau in Abhängigkeit vom
Verdrehwinkel;
Fig. 3 den Längsschnitt durch eine Kupplungsscheibe als Ausfüh
rungsbeispiel.
Die Fig. 1 und 2 sind im Zusammenhang zu sehen. Die Prinzipan
ordnung gem. Fig. 1 zeigt einen Torsionsschwingungsdämpfer in
Ruhelage. Dabei sind die Federn 14 des Leerlaufsystems entspannt
und die Nabenscheibe 6 des Lastdämpfers ist zentrisch zur Innen
nabe 8 ausgerichtet, wobei die Innennabe 8 auf einer nicht darge
stellten Getriebewelle drehfest angebracht ist. Zwischen Naben
scheibe 6 und Innennabe 8 ist eine Spielverzahnung 7 angeordnet,
die eine relative Verdrehung beider Teile um die Winkel 1 bzw.
2 ermöglicht. Die Spielverzahnung 7 ist dabei zwischen der In
nennabe 8 und der Außennabe 5 angeordnet, wobei die Außennabe 5
einteilig mit der Nabenscheibe 6 ausgeführt ist. In der Naben
scheibe 6 sind weiterhin mehrere am Umfang verteilte Fenster 18
angeordnet, die mit den Federn 10 des Lastdämpfersystems zusammen
wirken. Zu beiden Seiten der Nabenscheibe 6 sind ein Reibbelag
träger 3 bzw. ein Deckblech 4 angeordnet, welche ebenfalls mit
Fenstern 19 bzw. 20 zur Aufnahme der Federn 10 ausgestattet sind.
Die Fenster 19 und 20 sind mit einer derartigen umfangsmäßigen
Erstreckung versehen, daß die Federn 10 zumindest spielfrei und
ggf. mit geringer Vorspannung darin gehalten sind. Die entspre
chenden Fenster 18 in der Nabenscheibe 6 sind umfangsmäßig um das
Maß X in der einen Richtung und um das Maß Y in der anderen Rich
tung größer ausgeführt als die umfangsmäßige Erstreckung der
montierten Federn 10. Wie noch später in Verbindung mit der Be
schreibung von Fig. 3 dargelegt, wirkt zwischen der Nabenschei
be 6 und den Teilen 3 bzw. 4 bei Relativverdrehung die Reibkraft
der Lastreibeinrichtung. Das Leerlaufdämpfersystem kann ebenfalls
mit einer Reibeinrichtung versehen sein, die jedoch auf ein sehr
niedriges Niveau eingestellt ist.
Bei Drehmomentbeaufschlagung der Eingangsteile des Lastdämpfer
systems, d. h. bei Drehmomenteinleitung in den Reibbelagträger 3
und das Deckblech 4 entsprechend den Pfeilen in Zug- bzw. in
Schubrichtung und bei festgehalten gedachter Innennabe 8, ergibt
sich nun folgender Bewegungsablauf: Bei Drehmomentbeaufschlagung
in Zugrichtung werden sämtliche Teile des Lastdämpfersystems in
folge der zwischen ihnen wirkenden hohen Reibkraft der Lastreib
einrichtung als komplette Einheit gegen die Kraft der Federn 14
des Leerlaufdämpfersystems in Gegenuhrzeigersinn verdreht. Dabei
entsteht ein Drehmoment entsprechend der flachen Federkennlinie
von Fig. 2, ausgehend von der Neutralstellung entsprechend dem
Nullpunkt auf der Drehmoment- und der Verdrehwinkelachse. Der
Drehmomentaufbau auf dieser flachen Federkennlinie erfolgt so
lange, bis nach dem Zurücklegen des Winkels 1 die Spielverzahnung
7 einseitig zur Anlage kommt. Von diesem Moment an ist das Leer
laufdämpfersystem überbrückt und es kommt das Lastdämpfersystem
zum Einsatz. Dies bedeutet, daß jedoch zunächst eine reine Reib
kraft zu überwinden ist, da die Feder 10 des Lastdämpfersystems
erst nach dem Zurücklegen des Weges X beaufschlagt wird. Der
Verdrehwinkelweg X verläuft somit rein horizontal ohne Drehmo
mentzunahme. Nachdem dieser Weg X zurückgelegt ist, wird die
eine oder sämtliche Federn 10 des Lastdämpfersystems beaufschlagt
und die Kennlinie weist ab hier einen wesentlich steileren Ver
lauf auf. Beim Rückgang während des Drehmomentabbaues erfolgt
zuerst ein Abbau und die Umkehr des Lastreibmomentes und dann
ein Rücklauf parallel zum Hochlauf mit der gleichen steilen Fe
derkennung. Am Knickpunkt zwischen der steilen und der flachen
Federkennlinie, wenn also die Federn 10 entspannt sind, wird das
Lastdämpfersystem als Einheit komplett eine Rücklaufbewegung
durchführen entsprechend der Summe aus den Winkeln 1 und 2.
Dabei werden die Federn 14 des Leerlaufdämpfersystems entspannt
und wieder gespannt. Nach diesem Durchlauf und nach dem Anschla
gen der Spielverzahnung 7 an den entgegengesetzten Kanten kommt
wiederum das Lastdämpfersystem zum Einsatz, indem es mit seiner
hohen Reibung über einen Weg von X + Y, währenddessen kein Dreh
momentaufbau erfolgt. Anschließend an den Weg X + Y wird wiederum
die steile Federkennlinie durchlaufen. Die daran anschließende
Umkehrbewegung ist das genaue Gegenstück der soeben beschriebenen
Drehbewegung. Nach einmaliger Verdrehung bis in den Lastbereich
hinein ergeben sich die in Fig. 2 dargestellten und mit Pfeilen
versehenen Drehmoment- und Reibkraftverläufe.
Durch den bezüglich des Drehmomentaufbaues wirksamen Leerweg in
der Größe von X + Y, in welchem lediglich die Reibkraft des Last
dämpfersystems wird ein besserer Übergang vom Leerlaufdämpfersystem
zum Lastdämpfersystem erzielt und es werden die unerwünschten
Anlaß- und Abstellgeräusche sowie die Einkuppelstöße vermieden.
In Fig. 3 ist an Hand einer ausgeführten Kupplungsscheibe 1 dar
gestellt, wie das Prinzip gem. Fig. 1 umgesetzt werden kann. Um
eine Drehachse 9 sind sämtliche konzentrischen Teile der Kupp
lungsscheibe 1 drehbar angeordnet. Die Innennabe 8 ist mit einer
Innenverzahnung zum drehfesten Aufsetzen auf eine nicht darge
stellte Getriebewelle versehen. Sie ist nach radial außen über
eine Spielverzahnung 7 mit der Außennabe 5 verbunden. Dabei legt
das Spiel in der Größe 1 + 2 den Wirkungsbereich des Leerlauf
dämpfersystems fest. Einteilig mit der Außennabe 5 ist die Naben
scheibe 6 ausgebildet, die Fenster 18 zur Aufnahme von Torsions
federn 10 für das Lastdämpfersystem aufweist. Zu beiden Seiten
der Nabenscheibe 6 sind der Reibbelagträger 3 und das Deckblech 4
angeordnet, die über Abstandsniete 15 drehfest verbunden und auf
Abstand gehalten sind. Der Reibbelagträger 3 ist radial außen
über Niete 16 mit Federsegmenten 17 und Reibbelägen 2 verbunden.
Radial innerhalb der Torsionsfedern 10 ist zwischen Reibbelagträ
ger 3 und Deckblech 4 sowie Nabenscheibe 6 die Reibeinrichtung
für das Lastdämpfersystem angeordnet, bestehend aus zwei Reibrin
gen 21, einem Stützring 22 sowie einer Tellerfeder 23. Seitlich
neben dem Reibbelagträger 3 und somit räumlich außerhalb des
Lastdämpfersystems ist das Leerlaufdämpfersystem angeordnet,
wobei die Nabenscheibe 11 dieses Systems fest auf der Innennabe
angeordnet ist und die beiden Deckbleche 12 und 13 drehfest mit
der Außennabe verbunden sind. In entsprechenden Fenstern der Na
benscheibe 11 sowie den Deckblechen 12 und 13 sind Torsionsfe
dern 14 für das Leerlaufdämpfersystem angeordnet. Dieser Aufbau
wird prinzipiell auch beim Lastdämpfersystem durchgeführt, wobei
in Fenstern 19 und 20 von Reibbelagträger 3 und Deckblech 4 eben
falls die Torsionsfedern 10 eingesetzt sind. Bei entsprechender
Anordnung der Fenster und der Federn gem. Fig. 1 ergibt sich
eine Wirkungsweise entsprechend dem Drehmoment- und Reibkraftver
lauf von Fig. 2. Dabei ist der äußere Aufbau der Kupplungsschei
be 1 nicht an das System von Fig. 3 gebunden. Die gleiche Wir
kungsweise kann auch erzielt werden, wenn das Leerlaufdämpfersystem
in das Lastdämpfersystem räumlich integriert ist wie z. B. ent
sprechend den deutschen Patentanmeldungen Nr. 33 45 409 und
Nr. 34 15 927. Weiterhin ist darauf hinzuweisen, daß das Last
dämpfersystem mit verschiedenen Federgruppen ausgerüstet sein
kann, welche nacheinander zum Einsatz kommen, so daß die Feder
kennlinie zunehmend stufenweise steiler wird. In einem solchen
Fall sind sämtliche Fenster für die Lastfedern in der Nabenschei
be der Außennabe mindestens um das Maß X + Y größer auszuführen,
wobei die später zum Einsatz kommenden Federn entsprechend größere
Fenster benötigen.
Claims (4)
1. Kupplungsscheibe für eine Reibungskupplung mit einem Leerlauf
dämpfersystem (Federung und ggf. Reibung) welches nur im
Leerlaufbereich wirksam ist, sowie einem Lastdämpfersystem
(Federung und Reibung), welches im Anschluß an den Leerlaufbe
reich wirksam ist, dadurch gekennzeich
net, daß das Lastdämpfersystem (3, 4, 6, 10) mit einem
lediglich der Lastreibung (21, 22, 23) unterworfenen Leerweg
(X + Y) versehen ist.
2. Kupplungsscheibe nach Anspruch 1, bei welcher das Leerlauf
dämpfersystem nach Zurücklegen des Leerlaufverdrehweges durch
Anschläge überbrückt ist, dadurch gekenn
zeichnet, daß alle in den Ein- bzw. Ausgangsteilen
(3, 4, 6) des Lastdämpfersystems angeordneten Schraubenfedern
(10) in entsprechende Fenster (18, 19, 20) eingesetzt sind,
die in einem der Teile - Eingangsteile oder Ausgangsteile -
der umfangsmäßigen Erstreckung der Federn (10) entsprechen
und in den anderen der Teile mindestens um den vorgesehenen
Leerweg (X+Y) umfangsmäßig größer ausgeführt sind als die
Erstreckung der Federn (10).
3. Kupplungsscheibe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Federn (10) des Lastdämpfersystems vorzugsweise in den
Fenstern (19, 20) der Eingangsteile (Belagträger 3, Deckblech 4)
spielfrei bzw. mit geringer Vorspannung eingesetzt sind und
die Fenster (18) des Ausgangsteiles (Nabenscheibe 6) um das
Maß des Leerweges (X+Y) umfangsmäßig größer ausgeführt sind.
4. Kupplungsscheibe nach Anspruch 3, bei welcher im Lastdämpfer
system wenigstens zwei Federstufen vorgesehen sind, da
durch gekennzeichnet, daß die Federn der
zweiten Stufe in Fenstern der Nabenscheibe angeordnet sind,
die umfangsmäßig um das Maß des Leerweges (X+Y) und zusätz
lich um ein weiteres Maß größer ausgeführt sind als die in
Ruhelage eingebauten Federn.
Priority Applications (3)
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| DE19904040595 DE4040595C2 (de) | 1990-12-19 | 1990-12-19 | Kupplungsscheibe mit reibungsbehaftetem Leerweg |
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| DE19904040595 DE4040595C2 (de) | 1990-12-19 | 1990-12-19 | Kupplungsscheibe mit reibungsbehaftetem Leerweg |
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| DE4040595C2 DE4040595C2 (de) | 1997-09-25 |
Family
ID=6420690
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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| FR (1) | FR2670852B1 (de) |
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