DE4040173A1 - Verbundbauteil - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verbundbauteil gemäß dem Ober
begriff des Anspruchs 1.
Aus der DE-OS 34 47 185 ist ein Armaturenbrett für Kraft
fahrzeuge bekannt, das Trägerbauteile aus Polyurethan-
Hartschaum aufweist, die faserverstärkt sein können. Die
Trägerbauteile sind zum einen an ihren Trennebenen mit
einander und zum anderen an ihren Kanten an der Fahrzeug-
Karosserie durch eine Polyurethan-Verklebung fest verbun
den. Der verwendete Polyurethan-Kleber dient jedoch nur
zur Verbindung der Bauteile und weist sonst keine weitere
Funktionen auf.
Aus der DE-OS 29 15 474 ist ein Verbundschichtgebilde be
kannt, das als ein Fertighimmel für Kraftfahrzeuge ein
setzbar ist. Das Verbundschichtgebilde besteht aus Poly
urethanschichten, die ohne einen zusätzlichen Klebstoff
miteinander verbunden sind. So ist unterhalb einer
dekorativen Deckschicht eine Schicht aus einem offenzel
ligen weichen Polyurethanschaumstoff angeordnet, an die
sich eine harte bis halbharte Polyurethanschaumstoff
schicht anschließt. Dabei ist das Polyurethan der harten
Schaumstoffschicht teilweise in das Polyurethan der wei
chen Schaumstoffschicht eingedrungen, wodurch dieser Be
reich als Armierung dient und gleichzeitig die Verbindung
beider Schichten herstellt. Durch diese Sandwichbauweise
können jedoch nur ebene Bauteile geformt werden.
Ferner ist die Verwendung von Polyurethan zum Ausschäumen
von Hohlräumen bekannt, wodurch die Stabilität des Bau
teils erhöht wird, wie dies beispielsweise aus der
DE-OS 35 13 765 zur Herstellung eines Aluminium-Leichtbau-
Bootes der Fall ist oder das zur Wärmeisolierung dient,
wie dies beispielsweise bei einem Kühlschrank nach der
DE-OS 28 55 115 angegeben ist. In beiden Fällen dient das
Polyurethan jedoch nur als Füllstoff und hat nach außen
hin keine weiteren Funktionen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verbundbauteil zu
schaffen, bei dem die Eigenschaften des Polyurethans bes
ser ausgenutzt sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Verbundbau
teil der eingangs genannten Art durch die Merkmale des
kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst.
Bei dem erfindungsgemäßen Verbundbauteil ist von Vorteil,
daß zwei oder mehrere Bauteile durch eine Umschäumung mit
Polyurethan miteinander verbunden werden können. Die
Verschäumung erfolgt so, daß das Polyurethan aufgrund
seiner Form und/oder sonstigen Eigenschaften zu einer
Funktionserhöhung führt und dadurch als ein eigenständi
ges Bauteil dient. Ferner wird durch das Polyurethan
oftmals die Funktion des Gesamtbauteils erst ermöglicht,
so daß das Polyurethan Funktionsträger ist. So können die
miteinander zu verbindenden Bauteile aus gleichen oder
unterschiedlichen Werkstoffen bestehen, soweit diese
Werkstoffe durch Polyurethan miteinander verklebbar sind.
Solche mit Polyurethan verklebbaren Werkstoffe sind
beispielsweise Metalle wie Blech oder Aluminium,
Kunststoffe wie Polyestherharz oder Epoxidharze oder
Polyurethan selbst sowie beispielsweise auch Holz. Sowohl
in den zu verbindenden Kunststoffen als auch in dem u. a.
als Verbindungswerkstoff dienenden Polyurethan können
Verstärkungsstoffe wie Fasern, Matten, Gewebe usw.
eingearbeitet sein. Diese Verstärkungsstoffe können an
den Kanten oder Rändern der Bauteile herausragen und
durch die Tränkung mit Polyurethan miteinander verbunden
werden, wodurch sich eine "Verkrallung" ergibt. Durch das
aufgeschäumte Polyurethan kann eine Formgebung erreicht
werden, die die erforderlichen Geometrien erfüllt. Durch
die Verwendung unterschiedlicher Schaumsysteme, d. h.
Hart-, Halbhart- oder Weich-Schäume sowie die
dazwischenliegenden Bereiche, ist eine Einstellung der
Steifigkeit auf die geforderte Funktion des Ver
bundbauteils möglich. Durch die Einarbeitung von soge
nannten "Inserts", d. h. von Einlegeteilen, ergibt sich
ein weiterer Integrationseffekt des Polyurethans. Durch
die Ausnutzung der Eigenschaften des Polyurethans können
Bauteile eingespart werden, wodurch sich eine Gewichtser
sparnis ergibt. Ferner ist eine schnellere Fertigung mög
lich, da im Vergleich zu bekannten Herstellungsarten
weniger Arbeitsschritte zur Fertigstellung eines Bautei
les nötig sind. Schließlich sind auch komplizierte Formen
bei der Verwendung von Polyurethan in einfacher Weise
herstellbar.
Die Einsatzmöglichkeiten des erfindungsgemäßen Verbund
teiles sind vielfältig. So können beispielsweise eine
Vielzahl von Innenausstattungsteilen in Kraftfahrzeugen
in der beanspruchten Bauweise hergestellt werden. Solche
Innenausstattungsteile können Sitzlehnen, Türverkleidun
gen, Kofferraumauskleidungen und Armaturentafeln sein.
Das erfindungsgemäße Verbundbauteil kann auch zur Her
stellung von Gehäusen elektrischer oder elektronischer
Geräte dienen.
Eine Ausführungsform der Erfindung wird nachstehend an
hand einer einzigen Zeichnung dargestellt, die ein Ver
bundbauteil im Querschnitt zeigt.
Das Verbundbauteil 1 besteht im vorliegenden Fall aus
fünf Bauteilen 2 bis 6, die durch ein aus aufgeschäumten
Polyurethan bestehendes Bauteil 7 miteinander verbunden
sind. So ist ein waagrechtes Trägerbauteil 2 mit
rechteckförmigem Querschnitt mit einem senkrechten Steg 3
über eine aus Polyurethan bestehende Kehlnaht 8 an einer
Stoßstelle 9 verbunden. Die zur Kehlnaht 8 gegenüberlie
genden Oberflächen 10 und 11 des Trägerbauteils 2 bzw.
des Steges 3 sind ebenfalls mit Polyurethan umschäumt,
wobei die Außenoberfläche dieser Verbindungsstelle 12
eine einstellbare Geometrie aufweist. Im fließenden Über
gang an eine Kehlnaht 13 schließt sich ein treppenförmi
ger Abschnitt 14 an. Auf den treppenförmigen Abschnitt 14
folgen waagrechte, senkrechte und schräge Abschnitte 15
bis 19, deren Form funktionsbedingt ist. Neben den ge
zeigten geradlinigen Abschnitten sind auch kurvenförmige
Abschnitte aus Polyurethan formbar. Unterhalb des schrä
gen Abschnittes 19 ist ein T-förmiges Profil 4 über einen
seiner beiden waagrechten Seitenarme 20 im Polyurethan 7
gehaltert. Das Polyurethan erstreckt sich unterhalb des
Trägerbauteils 2 sowie des T-Profils 4 über die gesamte
Fläche, wobei besonders in diesem Bereich Verstärkungs
stoffe eingearbeitet sein können. Auf der nach außen hin
gerichteten Fläche 21 des Polyurethanbauteils 7 ist
unterhalb des Trägerbauteils 2 eine Schraube 5 durch das
Polyurethan befestigt. Benachbart zur Schraube 5 ist ein
weiteres waagrechtes Bauteil 6 mit rechteckförmigem Quer
schnitt mit dem Polyurethanbauteil 7 verbunden.
Das Polyurethanbauteil 7 kann aus unterschiedlichen
Schaumsystemen bestehen, so daß beispielsweise in Sand
wichbauweise auf einen Weichschaum ein Hartschaum folgt
und umgekehrt. Ferner kann das Polyurethanbauteil 7 mit
einer dekorativen Deckschicht überzogen sein, wobei eben
falls ein zusätzlicher Kleber entfallen kann.
Durch die Verwendung von Polyurethan als Werkstoff für
ein Bauteil sind vielfältige Anpassungsmöglichkeiten ent
sprechend den gewünschten Anforderungen bzw. Funktionen
möglich.
Claims (8)
1. Verbundbauteil, bestehend aus mindestens zwei Bau
teilen, die durch Polyurethan miteinander verklebt
sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung der
Bauteile (2, 3, 4, 5, 6) mit Polyurethan so erfolgt,
daß das Polyurethan ein eigenständiges Bauteil (7)
ist, das zusätzliche Funktionen erfüllt, die auf
grund der bekannten Eigenschaften des Polyurethans
auf die gewünschten Anforderungen einstellbar sind
bzw. daß das Polyurethan ein Funktionsträger ist,
der die Funktion des Gesamtbauteils erst ermöglicht.
2. Verbundbauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß das Polyurethan-Bauteil (7) funktionsbe
dingte Formen aufweist.
3. Verbundbauteil nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die zu verbindenden Bauteile (2,
3, 4, 5, 6) aus gleichen oder unterschiedlichen
Werkstoffen bestehen, die durch Polyurethan
miteinander verklebbar sind.
4. Verbundbauteil nach einem oder mehreren der vorher
gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Werkstoffe Metalle, Kunststoffe oder Holz sind.
5. Verbundbauteil nach einem oder mehreren der vorher
gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
sowohl in die aus Kunststoff bestehenden Bauteile
als auch in das Polyurethan Verstärkungsstoffe, ins
besondere Fasern, Matten, Gewebe usw., eingearbeitet
sind.
6. Verbundbauteil nach einem oder mehreren der vorher
gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verstärkungsstoffe der miteinander zu verbindenden
Bauteile an den Kanten bzw. Rändern der Bauteile
herausragen und mit dem aufgeschäumten Polyurethan
eine hochfeste Verbindung bewirken.
7. Verbundbauteil nach einem oder mehreren der vorher
gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Steifigkeit des Polyurethanbauteils (7) durch die
Verwendung unterschiedlicher Schaumsysteme einstell
bar ist.
8. Verbundbauteil nach einem oder mehreren der vorher
gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in
das Polyurethanbauteil (7) Einlegeteile (5) eingear
beitet sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE19904040173 DE4040173A1 (de) | 1990-12-15 | 1990-12-15 | Verbundbauteil |
Publications (1)
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|---|---|
| DE4040173A1 true DE4040173A1 (de) | 1992-06-17 |
Family
ID=6420462
Family Applications (1)
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| DE19904040173 Withdrawn DE4040173A1 (de) | 1990-12-15 | 1990-12-15 | Verbundbauteil |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4040173A1 (de) |
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1990
- 1990-12-15 DE DE19904040173 patent/DE4040173A1/de not_active Withdrawn
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Legal Events
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|---|---|---|---|
| OM8 | Search report available as to paragraph 43 lit. 1 sentence 1 patent law | ||
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