DE3929162C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Versetzen
des Bruchraums beim Strebbau im untertägigen Bergbau
durch Nachversetzen des Bruchraumes mit einem
hydraulisch herangeförderten Gemisch aus feinkörni
gem Feststoff und Wasser, den vor der hydraulischen
Förderung feinst- bis feinkörnige Ergänzungsstoffe
zugesetzt werden.
In den Eisen-, Stahl- und Gießereibetrieben nehmen
bei der Gußfertigung die Form- und Kernherstellver
fahren zu. Hierbei, sowie auch bei den NE-Metall
gießereien nimmt der Bedarf an Sand für diese ver
schiedenen Verfahren laufend zu. Durch Altsandre
generierung wird versucht, die Entsorgung der Rest
stoffe möglichst gering zu halten. Dennoch müssen
z. Z. beispielsweise in der Bundesrepublik Deutsch
land jährlich ca. 2 Mio t Gießereiformsande als ver
brauchte Altsande ausgeschleust und durch neuen
Quarzsand ersetzt werden. Die Lagerung des Altsande
belastet die Deponien und es entstehen Engpässe in
der Entsorgung. Desweiteren steigen die Kosten für
die Deponierung derartig, daß diese Kosten für viele
Gießereien zur Existenzfrage werden.
Nach dem DE-PS 34 13 602 ist ein Verfahren bekannt,
bei dem der beim Strebbau entstehende Bruchraum im
untertägigen Steinkohlenbergbau mit einem Gemisch
aus feinkörnigen und feinstkörnigen Feststoffen und
Wasser nachversetzt wird, wobei das Gemisch hydrau
lisch gefördert wird. Als feinkörnige und feinstkör
nige Feststoffe bzw. Füllstoffe werden Elektrofil
terasche und Flotationsberge eingesetzt, wobei durch
das Nachversetzen das Absenken der Hangendschichten
eingeschränkt und damit auf einfache und kostengün
stige Weise die auftretenden Folgeschäden sowie
gleichzeitig unabhängig vom Absenken der Hangend
schichten die durch verbleibende Hohlräume auftre
tenden Schwierigkeiten wirksam vermieden werden.
Die Flotationsberge oder andere feinkörnige Berge
oder auch Kraftwerksrückstände, wie Gips oder Gips
schlamm werden der Elektrofilterasche zugesetzt, um
die notwendigen Mengen für das Nachversetzen jeweils
zur Verfügung zu haben.
Gießereialtsande eignen sich zum Nachversetzen
nicht, weil sich mit ihnen eine stabile, hochkonzen
trierte, hydraulisch förderbare Suspension nicht
herstellen läßt. Die Sandkörner sinken nach der
Beendigung des Mischvorganges sofort ab. Damit ist
eine Verwertung selbst dann ausgeschlossen, wenn
dieser Mischvorgang unmittelbar vor dem Bruchraum
vorgenommen wird, da sich die in dem Bruchraum füh
renden Rohre sehr schnell zusetzen würden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Ver
fahren zu schaffen, das beispielsweise bei weiterer
Verringerung der Folgeschäden beim Bruchbau eine
nutzbringende und umweltschonende Ablagerung von
Gießereialtsanden ermöglicht.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
als Feststoff Gießereialtsand mit max. 80-90 Gew.%
mit 10-20 Gew.% Ergänzungsstoffen und Wasser ge
mischt und die Konzentration des Feststoffs und der Ergänzungsstoffe dabei auf rund
60% eingestellt wird.
Bei einer derartigen Verfahrensweise ergibt sich
überraschend eine stabile Suspension, da durch die
Hinzufügung feinst- bis feinkörnigen Ergänzungs
stoffe die im Gießereialtsand nicht vorhandenen
Feinstkornbestandteile zur Verfügung gestellt wer
den, so daß ein derartiges Gemisch auch über größere
Entfernungen ohne die Gefahr des Absetzens hydrau
lisch förderbar ist. Die Feststoffkonzentration von
ca. 60% ergibt ein förderbares Gemisch, das vor
teilhaft in die vorhandenen Hohlräume des Bruchrau
mes einzubringen ist und dabei zu einer weiteren
Verringerung der Folgeschäden aufgrund der beson
deren Eigenschaften des Quarzsandes, aus dem nämlich
der Gießereialtsand im wesentlichen besteht, bei
trägt.
Bei dem hohen Sandanteil und der hohen Stoffdichte
der Gießereialtsande (2,6-2,7 g/ccm) liegt der
Feststoffgehalt je Volumeneinheit der hergestellten
Suspension mit cF - 1340-1540 g/l sehr hoch. Die
ses wirkt sich sowohl auf die Versatzgüte als auch
auf die Wirtschaftlichkeit der Entsorgung besonders
günstig aus.
Nach einer zweckmäßigen Weiterbildung des erfin
dungsgemäßen Verfahrens wird der Gießereisand vor
dem Vermischen mit dem Ergänzungsstoff und Wasser
bei 5 mm abgesiebt, wobei nur das Korn < 5 mm nach
versetzt wird. Aufgrund dieser Vorbereitung steht
dann ein Material zur Verfügung, das eine für die
Bruchhohlraumverfüllung optimale Korngröße aufweist.
Der Kornanteil über 5 mm ist gering, kann aber durch
Verkleinern dem Verfahren angepaßt werden.
Um den Anteil an Gießereialtsand möglichst hoch zu
halten, um die Entsorgung zu erleichtern und an
dererseits die Abstützwirkung des Nachsetzproduktes
insgesamt zu verbessern, sieht die Erfindung vor,
daß der Anteil an Ergänzungsstoff möglichst gering
gehalten wird. Andererseits müssen ausreichende
Fließeigenschaften vorhanden sein, wobei die Erfin
dung hierzu vorsieht, daß dem Gießereialtsand minde
stens 15 Gew.% Ergänzungsstoff zugemischt werden.
Hierdurch ergibt sich das optimale Gemisch.
Die Gießereialtsande sollen nach dem erfindungsge
mäßen Verfahren zum Nachversetzen, insbesondere im
Steinkohlenbergbau eingesetzt werden. Dort stehen
insbesondere im Rahmen der Aufbereitung der Stein
kohle fein- bis feinstkörnige Flotationsberge zur
Verfügung. Auch diese Reststoffe müssen entsorgt
werden, was gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren
dadurch möglich wird, daß als Ergänzungsstoff 15
Gew.% Flotationsberge (wf) zugemischt werden. Die
Zumischung dieser Flotationsberge führt zu einer hy
draulisch förderbaren Suspension und ermöglicht das
Einhalten geringstmöglicher Anteile des fein- bis
feinstkörnigen Anteils am Gemisch. Das wiederum er
möglicht die Anbindung großer Mengen an Gießerei
altsand und damit die günstige Abstützung des Gebir
ges im Bereich von Hohlräumen oder insbesondere des
Bruchraums.
Stehen nicht genügend Flotationsberge zur Verfügung
oder müssen andere feine bis feinstkörnige Rest
stoffe entsorgt werden, so bietet das erfindungsge
mäße Verfahren hierzu Möglichkeiten, in dem als
Ergänzungsstoff fein- bis feinstkörnige Verbren
nungsrückstände mit einem Feinstkornanteil von über
50% < 63 zugemischt werden. Hier sind vorrangig
Entsorgungsprodukte mit nicht bzw. nur latenten ab
bindenden Eigenschaften vorgesehen, wozu sich insbe
sondere Aufbereitungsrückstände, Kraftwerksrück
stände und allgemeine Verbrennungsrückstände
eignen.
Den teilweise unterschiedlichen Eigenschaften der
Gießereialtsande wird erfindungsgemäß Rechnung ge
tragen, in dem z. B. bei Kaltharzsanden und Bento
nit-Altsand mit Hot-Box-Kernresten die Feststoff
konzentration auf 58-62 Volumen % Feststoffe in
dem Gemisch, bei Bentonit-Altsand mit Croning-,
Cold-Box- und Hot-Box-Kernresten auf 56-60
Volumen % und bei Bentonit-Altsand mit Cold-Box-
Kernresten auf 50-55 Volumen % eingestellt wird.
Damit können jeweils gemäß den eingesetzten
Gießereialtsanden optimale Feststoffkonzentrationen
gewährleistet werden, wobei alle diese genannten
Gemische stabil, d. h. hydraulisch förderbar
sind und die erforderlichen Fließeigenschaften ha
ben.
Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich durch
hohe Wirtschaftlichkeit aus, da es die Möglichkeit
gibt, die ansonsten nur mit großem Aufwand deponier
baren Gießereialtsande nutzbringend einzusetzen. Das
erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich weiter da
durch aus, daß das Nachversetzen zu einer Versatz
güte führt, die mit üblichen Aschen nicht zu errei
chen ist. Damit ist nicht nur ein Entsorgungsverfah
ren für den problematischen Gießereialtsand geschaf
fen, sondern auch eine Verbesserung der Versatztech
nik erreicht, die gleichzeitig auch zu einer Umwelt
schonung beiträgt.
Zur besseren Erläuterung des Verfahrens wird nach
folgend die einzige Figur interpretiert.
Grundsätzlich ist es möglich, die für das Nachsetz
verfahren benötigten Gemische unter Tage oder
auch über Tage herzustellen, um sie dann in das Bruchfeld
zu injizieren. Die hier wiedergegebene Fi
gur zeigt ein Verfahren, wo das notwendige Gemisch
über Tage vorbereitet, in Rohrleitungen nach
unter Tage gefördert und dann in den Bruchhohlraum
eingebracht wird.
Schematisiert dargestellt ist ein Streb 1 mit den
beiden Strebbegleitstrecken 2 und 3. Die beiden
Strebbegleitstrecken 2 und 3 sind über den Streb 1
miteinander verbunden. Der Strebhohlraum wird über
den Strebausbau 6 offengehalten. Hinter dem Stre
bausbau 6 liegt das Bruchfeld 7, das durch Nachver
setzen stabilisiert werden soll. Hierzu wird das
Gemisch aus Gießereialtsand und Flotationsbergen
sowie Wasser über die Nachversatzleitung 9 und
Schleppleitungen 5 in das Bruchfeld hineingepumpt,
so daß die dort verbliebenen Hohlräume entsprechend
ausgefüllt werden.
Im Strebhohlraum sind an die Nachversetzleitung 9
Schleppleitungen 5 angeschlossen, die über den
Strebförderer 10 dem Abbaufortschritt entsprechend
mitgeführt werden. Die Nachversatzleitung 9 wird über
den Schacht 12 und eine der Strebbegleitstrecken 2,
3 verlegt. Bei Bedarf können im Untertagebereich
eine zusätzliche Mischstation und zusätzliche Pumpen
installiert werden.
Die Vorbereitungsstation, die über Tage angeordnet
ist, weist eine Pumpe 14 auf, die über das Silo 15
mit einem im Mischer 16 vorbereiteten Gemisch ver
sorgt wird. Im Mischer 16 wird der über das Förder
mittel 17 herangeführte Gießereialtsand mit dem über
das Fördermittel 20 angeführten Flotationsbergen in
tensiv gemischt, wobei gleichzeitig Wasser zugeführt
wird.
Der Gießereialtsand wird im Gießereialtsandbunker 18
vorgehalten, dem eine Siebstation 19 vorgeordnet
ist. Hier erfolgt eine Trennung bei 5 mm. Das Über
korn wird einer Halde 22 zugeführt, während das
Feinkorn in dem Gießereialtsandbunker 18 gelagert
wird. Der Flotationsbergebunker 21 ist aufgrund der
wesentlich geringeren Menge an Flotationsbergen im
Gesamtgemisch kleiner bemessen als der Gießereialt
sandbunker 18.
Die Flotationsberge werden über das Fördermittel 20
in den Mischer 16 je nach Aggregatzustand gefördert
oder gepumpt, um von dort nach entsprechendem Vermi
schen als Suspension nach unter Tage zu gelangen.
1 Streb
2 Strebbegleitstrecke oben
3 Strebbegleitstrecke unten
4 Kohlenstroß
5 Schleppleitung
6 Strebausbau
7 Bruchfeld
9 Nachversetzleitung
10 Strebförderer
11 Pumpe unter Tage
12 Schacht
14 Pumpe über Tage
15 Silo
16 Mischer über Tage
17 Fördermittel
18 Gießereialtsandbunker
19 Siebstation
20 Fördermittel
21 Flotationsbergebunker
22 Halde
2 Strebbegleitstrecke oben
3 Strebbegleitstrecke unten
4 Kohlenstroß
5 Schleppleitung
6 Strebausbau
7 Bruchfeld
9 Nachversetzleitung
10 Strebförderer
11 Pumpe unter Tage
12 Schacht
14 Pumpe über Tage
15 Silo
16 Mischer über Tage
17 Fördermittel
18 Gießereialtsandbunker
19 Siebstation
20 Fördermittel
21 Flotationsbergebunker
22 Halde
Claims (5)
1. Verfahren zum Versetzen insbesondere des Bruchraums
beim Strebbau im untertägigen Bergbau durch Nachver
setzen des Bruchraumes mit einem hydraulisch heran
geförderten Gemisch aus feinkörnigem Feststoff und
Wasser, dem vor der hydraulischen Förderung feinst-
bis feinkörnige Ergänzungsstoffe zugesetzt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß als Feststoff Gießerei
altsand mit max. 80-90 Gew.-% mit 10-20 Gew.-%,
Ergänzungsstoffen und Wasser gemischt und die
Konzentration des Feststoffs und der Ergänzungsstoffe dabei auf rund 60 Vol.-% ein
gestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Gießereialtsand vor dem Vermischen mit dem
Ergänzungsstoff und Wasser bei 5 mm abgesiebt und
nur das Korn <5 mm nachversetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Ergänzungsstoff 15 Gew.-% Flotationsberge
(wf) zugemischt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Ergänzungsstoff feinst- bis feinkörnige Ver
brennungsrückstände mit einem Feinstkornanteil von
über 50%<63 µ zugemischt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß bei Kaltharzsanden und Bentonit-Altsand mit Hot-
Box-Kernresten die Feststoffkonzentration auf 58-62
Vol.-% Feststoff in der Suspension, bei Bentonit-Altsand
mit Croning-, Cold-Box- und Hot-Box-Kernresten
auf 56-60 Vol.-% und bei Bentonit-Altsand
mit Cold-Box-Kernresten auf 50-55 Vol.-% eingestellt
wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893929162 DE3929162A1 (de) | 1989-09-04 | 1989-09-04 | Verfahren zum versetzen von untertagehohlraeumen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893929162 DE3929162A1 (de) | 1989-09-04 | 1989-09-04 | Verfahren zum versetzen von untertagehohlraeumen |
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| Publication Number | Publication Date |
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| DE3929162A1 DE3929162A1 (de) | 1991-03-14 |
| DE3929162C2 true DE3929162C2 (de) | 1991-08-29 |
Family
ID=6388484
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19893929162 Granted DE3929162A1 (de) | 1989-09-04 | 1989-09-04 | Verfahren zum versetzen von untertagehohlraeumen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3929162A1 (de) |
Family Cites Families (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3413602C2 (de) * | 1984-04-11 | 1986-04-24 | Bergwerksverband Gmbh, 4300 Essen | Verfahren zum Versetzen der Hohlräume eines Bruchfeldes |
-
1989
- 1989-09-04 DE DE19893929162 patent/DE3929162A1/de active Granted
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3929162A1 (de) | 1991-03-14 |
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