DE3928012A1 - Verfahren zur herstellung von windungslegerrohren - Google Patents
Verfahren zur herstellung von windungslegerrohrenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen
von Windungslegerrohren, bei welchem die Rohre auf eine
Temperatur von 1000-1100°C, insbesondere 1050°C erwärmt
werden und anschließend bei Temperaturen von < 850°C gebogen
werden.
In Drahtstraßen, insbesondere Hochleistungsdrahtstraßen wird
der erzeugte Draht mit dem gewünschten Enddurchmesser im
Auslaufbereich in Windungen gelegt und je nach den Erforder
nissen mehr oder minder aufgefächert einer weiteren Abkühlung
unterworfen. Um das mit hoher Geschwindigkeit einlaufende
Drahtmaterial in Windungen zu legen, werden Windungsleger
rohre verwendet, welche naturgemäß einem relativ hohen
Verschleiß unterworfen sind.
Für die Herstellung derartiger Windungslegerrohre wurde
bisher eine Verfahrensweise gewählt, bei welcher die Rohre
bei Temperaturen zwischen 1200 und 1250°C zirka 2 Minuten in
der Ausgleichszone eines Ofens erwärmt wurden, worauf im
Anschluß ein Biegevorgang in geeigneten Biegevorrichtungen
vorgenommen wurde. Da die Rohre innen zunderfrei sein sollen,
wurden die gebogenen Rohre mittels Sandstrahlen innen gerei
nigt. Der Austausch der Rohre erfolgte abhängig vom Ver
schleiß, wobei ein Wechsel des Rohres üblicherweise bei einer
verbleibenden Wandstärke von etwa 2 mm vorgenommen wird. Die
Ausgangswandstärke liegt bei derartigen Windungslegerrohren
üblicherweise bei bis zu 8 mm. Mit derartigen bekannten
Rohren wurden Standzeiten von etwa 5000 bis 7000 t Draht
erzielt. In der Folge wurde dieses bekannte Verfahren
dahingehend optimiert, daß die Temperatur der Legerrohre vor
dem Biegen mit max. 1050°C begrenzt wurde, wodurch eine
Verbesserung der Standzeit von 7000 auf etwa 15000 t Draht
erzielt werden konnte.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, die Standzeit derartiger
Windungslegerrohre wesentlich zu erhöhen. Zur Lösung dieser
Aufgabe besteht das erfindungsgemäße Verfahren im wesent
lichen darin, daß die Rohre während der Erwärmung und während
des Biegevorganges mit N2 gespült werden oder eine N2-Atmo
sphäre im Rohr aufrechterhalten wird. Dadurch, daß nun
während der Erwärmung und während des Biegevorganges mit
Stickstoff gespült wird oder eine N2-Atmosphäre aufrechter
halten wird, kann die Ausbildung von Zunder verhindert werden
und es kann das üblicherweise vorgesehene Sandstrahlen
entfallen. Überraschenderweise hat sich aber nun gezeigt, daß
eine Stickstoffspülung während der Erwärmung und während des
Biegevorganges die Standzeiten der auf diese Weise behan
delten Windungslegerrohre nahezu verdoppelt und bei Auswahl
entsprechender Qualitäten für die Rohre sogar vervielfacht.
Dieser Effekt, dessen Ursache nicht restlos geklärt werden
konnte, ist überraschend und es konnte mit gleichbleibender
Qualität für den Stahl der Rohre gegenüber bisher max.
15000 t für die Standzeit mühelos eine Standzeit von 30000 t
Draht erzielt werden.
Mit Vorteil wird das erfindungsgemäße Verfahren so durchge
führt, daß die N2-Spülung zumindest bis zur Abnahme des
Rohres von der Biegevorrichtung bei einer Rohrtemperatur von
unter 450°C aufrechterhalten wird, wobei vorzugsweise die
Erwärmung auf maximal 1050°C unter N2-Spülung über eine Zeit
von 15 bis 25 Minuten erfolgt. Alle diese Maßnahmen haben
sich als besonders vorteilhaft in bezug auf die Erhöhung der
Standzeit der Rohre erwiesen. Als relativ kritisch für eine
deutliche Erhöhung der Standzeit hat sich die Zeit zwischen
der Erwärmung und dem Beginn des Biegevorganges erwiesen und
es wird das erfindungsgemäße Verfahren in besonders bevor
zugter Weise so durchgeführt, daß der Biegevorgang unter
N2-Spülung bzw. N2-Atmosphäre im Rohr bei Temperaturen von
über 850°C innerhalb von 15 bis 25 Sekunden, vorzugsweise 18
bis 20 Sekunden nach der Entnahme aus dem Ofen erfolgt.
Insbesondere bei Verwendung von mit Chrom und Molybdän
legierten Stählen als Material für die Rohre konnte bei
Einhaltung dieser Parameter eine Standzeiterhöhung auf ein
Vielfaches erzielt werden.
Um mit Sicherheit die Ausbildung von Zunderschichten hint
anzuhalten wird das erfindungsgemäße Verfahren mit Vorteil so
durchgeführt, daß im Anschluß an den Biegevorgang vor der
Abnahme von der Biegeform eine Abkühlung an ruhender Luft
über einen Zeitraum von etwa 20 Minuten auf eine Temperatur
von kleiner 450°C unter N2-Spülung erfolgt.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird mit Vorteil auf spezielle
Stahlqualitäten angewandt und es entspricht einer besonders
bevorzugten Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
wenn so vorgegangen wird, daß für die Rohre ein Stahl mit
einer Richtanalyse von 0,09 bis 1,00 Gew.-% C, 0,01 bis 1
Gew.-% Si, 0,01 bis 2,00 Gew.-% Mn, und gegebenenfalls bis zu
20 Gew.-% Cr, bis zu 5 Gew.-% Mn, bis zu 5 Gew.-% Ni, bis zu
2 Gew.-% V einzeln oder gemeinsam, Rest Fe und herstellungs
bedingte Verunreinigungen, insbesondere von 0,2 Gew.-% C,
0,4 Gew.-% Si, 0,55 Gew.-% Mn, max. 0,02 Gew.-% P, max.
0,02 Gew.-% S, 11,5 Gew.-% Cr, 1,0 Gew.-% Mo, 0,5 Gew.-% Ni
und 0,3 Gew.-% V, Rest Fe verwendet wird. Mit derartigen
Stählen, welche unter der Werkstoff Nr. 1.4922 bekannt sind,
wurde zwar auch schon früher eine Verbesserung der Standzeit
von den üblichen 10000 t auf bis zu 30000 t pro Jahr erzielt.
Durch Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens auf derar
tige Stahlqualitäten mit der Werkstoff Nr. 1.4922 konnte
jedoch eine Standzeit von über 100000 t und insbesondere eine
Standzeit von etwa 112000 bis 115000 t Draht erzielt werden.
Claims (7)
1. Verfahren zum Herstellen von Windungslegerrohren, bei
welchem die Rohre auf eine Temperatur von 1000-1100°C
insbesondere 1050°C erwärmt werden und anschließend bei
Temperaturen von < 850°C gebogen werden, dadurch gekennzeich
net, daß die Rohre während der Erwärmung und während des
Biegevorganges mit N2 gespült werden bzw. eine N2-Atmosphäre
aufrechterhalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
N2-Spülung zumindest bis zur Abnahme des Rohres von der
Biegevorrichtung bei einer Rohrtemperatur von unter 450°C
aufrechterhalten wird.
-
-
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Erwärmung auf maximal 1050°C unter N2-Spülung über
eine Zeit von 15 bis 25 Minuten erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeich
net, daß der Biegevorgang unter N2-Spülung bei Temperaturen
von über 850°C innerhalb von 15 bis 25 Sekunden, vorzugsweise
18 bis 20 Sekunden nach der Entnahme aus dem Ofen erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß im Anschluß an den Biegevorgang vor der
Abnahme von der Biegeform eine Abkühlung an ruhender Luft
über einen Zeitraum von etwa 20 Minuten auf eine Temperatur
von kleiner 450°C unter N2-Spülung erfolgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß für die Rohre ein Stahl mit einer Richt
analyse von 0,09 bis 1,00 Gew.-% C, 0,01 bis 1 Gew.-% Si,
0,01 bis 2,00 Gew.-% Mn, und gegebenenfalls bis zu 20 Gew.-%
Cr, bis zu 5 Gew.-% Mn, bis zu 5 Gew.-% Ni, bis zu 2 Gew.-% V
einzeln oder gemeinsam, Rest Fe und herstellungsbedingte
Verunreinigungen verwendet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß für die Rohre ein Stahl mit einer Richt
analyse von 0,2 Gew.-% C, 0,4 Gew.-% Si, 0,55 Gew.-% Mn,
max. 0,02 Gew.-% P, max. 0,02 Gew.-% S, 11,5 Gew.-% Cr,
1,0 Gew.-% Mo, 0,5 Gew.-% Ni und 0,3 Gew.-% V, Rest Fe
verwendet wird.
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