DE3926739A1 - Befestigungsmittelgurt - Google Patents
BefestigungsmittelgurtInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Gurt aus mittels Kunststoff
miteinander verbundenen Befestigungsmitteln sowie ein Ver
fahren zu dessen Herstellung.
Derartige Gurte werden als bandförmige Magazine einem im
wesentlichen aus Treibkanal und Treiber bestehenden automa
tischen Treibwerkzeug zugeführt. Der in dem Treibkanal hin
und her bewegliche Treiber schlägt das jeweils vordere im
Treibkanal liegende Befestigungselement des Gurts in das
Werkstück ein.
Die Gurte bestehen aus Kunststoff, der zum einen die Be
festigungsmittel vor der Verwendung im Treibwerkzeug sicher
magazinieren und zum andern beim Auftreffen des Treibers
lokal zerspringen soll. Die notwendige Sprödigkeit einer
seits und die Zug-/Biegefestigkeit andererseits werden
durch die Zugabe von Talkum zu dem Kunststoff eingestellt,
wobei mit zunehmendem Talkumgehalt die Sprödigkeit steigt
und die Zug-/Biegefestigkeit abnimmt. Durch Erhöhen der
spezifischen Kunststoffmenge läßt sich bei gegebener Sprö
digkeit die Zug-/Biegefestigkeit des Gurtes verbessern.
In der Praxis hat sich herausgestellt, daß der die Befe
stigungsmittel miteinander verbindende Kunststoff je nach
Umgebungstemperatur problematisch ist. Dies ergibt sich aus
dem grundsätzlich für sämtliche Werkstoffe geltenden Zusam
menhang, daß der Sprödbruch mit steigender Temperatur, bei
gleicher Verformungsenergie, später eintritt.
Bei der Verwendung eines Nagelgurtes im Winter oder in
arktischer Umgebung kann es aufgrund des beschriebenen Zu
sammenhanges bereits vor der Verwendung des Befestigungsmit
tels im Eintreibwerkzeug zum Bruch des Nagelgurtes kommen,
da die üblicherweise verwendeten Kunststoffe bei Kälte ver
spröden und eine hohe Spannungsrißempfindlichkeit besitzen.
Bei hohen Temperaturen verhalten sich Kunststoffe hingegen
duktil. Bei hohen Temperaturen kommt es, insbesondere bei
der Verarbeitung von Nägeln in einem Eintreibwerkzeug, zu
einem Verklemmen des längs des Nagelschaftes hochrutschen
den Kunststoffes unter dem Nagelkopf. Das erwünschte Zer
springen des den Nagel ummantelnden Kunststoffes und die
damit verbundene Ablösung von dem übrigen Teil des Gurtes
setzt nicht ein.
Diesem bei höheren Temperaturen eintretenden Nachteil läßt
sich durch den Einsatz von spröderen Kunststoffen begegnen,
was jedoch dazu führt, daß bei geringeren Temperaturen der
Sprödbruch noch frühzeitiger einsetzt.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift 36 31 676 ist ein
Verfahren zum Herstellen einer aus mindestens zwei Kunst
stoffkomponenten bestehenden Kunststoffmischung bekannt,
die einen ungestörten Betrieb unter allen in der Praxis
vorkommenden Bedingungen erlauben soll. Hierzu werden gra
nulatförmiges Polyäthylen und Polypropylen vor dem Einspei
sen in einen Extruder in einem Mischer mechanisch miteinan
der vermischt.
Wenngleich mit einer solchen Kunststoffmischung eine bes
sere Spannungsrißbeständigkeit erzielt wird, gilt dennoch
der oben beschriebene, für sämtliche Werkstoffe geltende
Zusammenhang zwischen Eintritt des Sprödbruchs und Tempera
tur fort, so daß es immer Temperaturen gibt, bei denen es
zu Schwierigkeiten kommt.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift 27 50 562 ist auch
ein speziell an einen Nagelgurt mit viereckigem Querschnitt
angepaßtes Eintreibwerkzeug bekannt. Das Eintreibwerkzeug
besitzt im Bereich seines Eintreibkanals eine den die Nägel
verbindenden Kunststoffstreifen führende und an der Unter
seite abstützende Rille. Die Führung verhindert das Hochrut
schen des Verbindungsstreifens längs des Nagelschaftes. Des
weiteren werden die Nägel beim Eintreiben von dem Gurt
stets vollständig abgetrennt.
Die hier vorgeschlagene Lösung besitzt den Nachteil, daß
ein an den speziellen Nagelgurt angepaßtes Eintreibwerkzeug
verwendet werden muß.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Gurt
aus Befestigungsmitteln für die Verwendung in herkömmlichen
Eintreibwerkzeugen zu schaffen, der störungsfrei über einen
weiten Temperaturbereich eingesetzt werden kann.
Die Lösung dieser Aufgabe basiert auf dem Gedanken, durch
einen geeigneten Verbundwerkstoff einen die Temperaturab
hängigkeit des Sprödverhaltens des Gurtkunststoffes aus
gleichenden Effekt zu erzielen.
Im einzelnen besteht die Erfindung darin, daß bei einem
Gurt der eingangs erwähnten Art erfindungsgemäß in den
Kunststoff eine in Längsrichtung wirksame Verstärkungsein
lage eingebettet ist. Die die Befestigungsmittel kreuzende
Verstärkungseinlage kann beispielsweise aus einem Faden,
einer Schnur oder auch einem Papierstreifen bestehen. Der
Verbund zwischen dem Kunststoff und der Verstärkungseinlage
ist umso besser, je größer die Haftfläche, d. h. die Einla
genoberfläche, ist. Deshalb können sich auch mehrere Ver
stärkungseinlagen in dem Kunststoff befinden. Alternativ
oder ergänzend kann die Verstärkungseinlage eine rauhe Ober
fläche aufweisen, um bei gegebener Haftfläche die Haftkräf
te zu vergrößern.
Sowohl eine große Oberflächenrauhigkeit als auch eine große
Haftoberfläche besitzt insbesondere ein in den Kunststoff
eingelegter Papierstreifen.
Die Verstärkungseinlage hält den die Befestigungsmittel ver
bindenden Kunststoff auch bei einem in Folge tiefer Tem
peraturen auftretenden Sprödbruch zuverlässig zusammen, so
daß aufgrund eines Bruchs keine Betriebsstörungen zu erwar
ten sind. Um auch geringste Verschiebungen längs der Bruch
flächen eines Sprödbruchs zu vermeiden, ist es vorteilhaft,
die Verstärkungseinlage vorzuspannen. Durch die Vorspannung
wird außerdem die Neigung des Kunststoffs zu Sprödbruch
verringert, da der Kunststoff durch die vorgespannte Ver
stärkungseinlage auf Druck beansprucht wird.
In Folge der nunmehr unschädlichen Sprödbrüche eröffnet die
Erfindung die Möglichkeit, einen besonders spröden Kunst
stoff zu verwenden. Hierzu kommt beispielsweise ein einem
für Spritzgießverfahren geeigneter PPN-Polyäthylen mit ei
ner Talkummenge von 40 bis 60%, bezogen auf die Ge
samtmischung in Betracht. Bei einem derart spröden Werk
stoff besteht selbst bei höchsten Verarbeitungstemperaturen
keine Gefahr mehr, daß die Schlagbelastung durch den Trei
ber des Treibwerkzeugs nicht ausreicht, um den die Befe
stigungsmittel ummantelnden Kunststoff zu zertrümmern. Ein
Hochrutschen der Kunststoffhülsen längs des Befestigungs
mittelschaftes ist nahezu ausgeschlossen.
Aufgrund der zusätzlichen, von der Verstärkungseinlage aus
gehenden Zug-/Biegefestigkeit läßt sich die für den Gurt
bisher notwendige Kunststoffmenge in etwa um die Hälfte
reduzieren, was neben den mit der Materialersparnis einher
gehenden niedrigeren Kosten einen geringeren Abfall-Anfall
am Eintreibwerkzeug zur Folge hat.
Besonders einfach läßt sich ein erfindungsgemäßer Gurt her
stellen, indem die Befestigungsmittel beidseitig mit Kunst
stoff angespritzt werden, und zwischen mindestens einer der
Aufgabestellen des Kunststoffes und den Befestigungsmitteln
eine vorgespannte Verstärkungseinlage eingeführt wird.
Durch die gleichzeitige Verarbeitung des Kunststoffes und
der Verstärkungseinlage ergibt sich ein besonders enger
Verbund der beiden Werkstoffe, der durch eine nachträgliche
Verbindung, beispielsweise durch Kleben, nicht erreicht wür
de. Durch die vorgespannte Verstärkungseinlage wird der
spröde Kunststoff unter Druck gesetzt, was dessen Spannungs
rißempfindlichkeit erheblich herabsetzt. Die für spröde
Werkstoffe schädlichen Zugkräfte werden zudem weitestgehend
von den Verstärkungseinlagen aufgenommen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeich
nungen dargestellten Ausführungsbeispiels des näheren erläu
tert. In den Zeichnungen zeigen
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Gurt in Seitenansicht;
Fig. 2 einen Schnitt durch den erfindungsgemäßen Gurt
längs der Linie II-II in Fig. 1; und
Fig. 3 eine Vorrichtung zum Herstellen des erfindungsge
mäßen Gurtes.
Der Nagelgurt 1 besteht aus mittels Kunststoff miteinander
verbundenen Nägeln 2 mit parallel zueinander verlaufenden
Schäften 3 und gestaffelten Köpfen 4. Der in zwei Streifen
5, 6 aufgespritzte Kunststoff bildet die Nagelschäfte 3
ummantelnde Hülsen 7, die Hülsen miteinander verbindende
Stege 8 sowie eine quer zu den Nagelschäften 3 zwischen den
Hülsen 7 verlaufende Versteifungsrippe 9. In die Kunst
stoffstreifen 5, 6 ist ein die Nägel 2 kreuzender Faden 10
eingebettet.
Die Vorrichtung zum Herstellen des erfindungsgemäßen Gurtes
1 besitzt eine umlaufende Zahnsegmentkette 12. Zwischen den
Zähnen 13 der einzelnen Zahnsegmente 14 befinden sich Zahn
zwischenräume 15. Die Zahnsegmentkette 12 wird auf übliche,
in der Zeichnung nicht dargestellte Art und Weise angetrie
ben und umgelenkt. Etwa auf der Höhe der Zahnsegmente 14
befinden sich zwei Hüllkreise 16 von Formrädern 17. Längs
des Hüllkreises 16 besitzen die Formräder 17 eine Zahnstruk
tur 18. In Laufrichtung der Zahnsegmentkette 12 vor den
Formrädern 17 liegen Auslaßdüsen 19 von oberhalb und unter
halb der Zahnsegmente 13 angeordneten Extrudern 20. In
Laufrichtung vor den Extruderdüsen 19 ist oberhalb der
Zahnsegmente 14 eine justierbare Fadenführung 21 befestigt.
Der Faden 10 wird von einer Vorratsspule 22 über eine Um
lenkrolle 23 zu der Fadenführung 21 geführt. Die Vorrats
spule 22 ist gebremst, um den Faden vorzuspannen.
Beim Herstellen des erfindungsgemäßen Gurtes werden zu
nächst die Nägel 2 mit einer in der Fig. 3 nicht dargestell
ten Aufgabevorrichtung in den zwischen den Zähnen 13 liegen
den Zahnzwischenräumen 15 eingeklemmt. An dem vordersten
Nagel 2 des herzustellenden Gurtes 1 wird der Faden 10
befestigt. Die für die Herstellung notwendige Zugspannung
in dem Faden 10 wird durch das gebremste Abrollen des
Fadens 10 von der Vorratsspule 22 erzeugt. Der in gleicher
Geschwindigkeit wie die Nägel 2 an den Extrudern 20 vorbei
geführte Faden 10 wird von dem aus den Düsen 19 austreten
den Kunststoff mit an die Nägel angespritzt. Sodann wird
der noch nicht ausgehärtete, an den Nägeln haftende Kunst
stoff durch die Zahnstrukturen 18 der beiden gegenläufig
drehenden Formräder 17 in die gewünschte, materialsparende
"Hülsen-Steg"-Form gewalzt. Der beim Walzen anfallende über
schüssige Kunststoff wird den Extrudern 20 wieder zuge
führt.
Bei nach vorstehend beschriebenen Verfahren hergestellten
Gurten können extrem spröde Kunststoffe mit einem Talkumge
halt von 40 bis 60% eingesetzt werden, da der vorgespannte
Faden 10 die bei spröden Materialien ansonsten durch Biege-
oder Zugbelastungen auftretenden Spannungsrisse weitest
gehend verhindert. Die durch die Verstärkungseinlage ermög
lichte Verwendung spröder Werkstoffe gewährleistet eine si
chere Betriebsweise eines automatischen Nagelgerätes, da
beim Auftreffen des Nagelgerättreibers auf den Nagelkopf
die Hülse des im Treibkanal befindlichen Nagels sofort
zerspringt. Betriebsstörungen durch Hochrutschen der Hülse
längs dem Nagelschaft treten nicht mehr auf.
Claims (13)
1. Gurt aus mittels Kunststoff miteinander verbundenen
Befestigungsmitteln, dadurch gekennzeichnet, daß in
dem Kunststoff (5, 6) mindestens eine in Längsrichtung
wirksame Verstärkungseinlage (10) eingebettet ist.
2. Gurt nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen die
Befestigungsmittel (2) kreuzenden Faden (10).
3. Gurt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verstärkungseinlage (10) aus einer Schnur besteht.
4. Gurt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verstärkungseinlage (10) aus einem Papierstreifen be
steht.
5. Gurt nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Papierstreifen 1,5 bis 2 mm breit und 0,07 bis 0,09 mm
dick ist.
6. Gurt nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Verstärkungseinlage (10) vorgespannt
ist.
7. Gurt nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Befestigungsmittel (2) in über Stege
(8) miteinander verbundenen Hülsen (7) angeordnet sind.
8. Gurt nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß we
nigstens an einer Seite der Stege (8) jeweils eine
Versteifungsrippe (9) angeordnet ist.
9. Gurt nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8,
gekennzeichnet durch einen spröden Werkstoff.
10. Gurt nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der
Kunststoff aus Talkum enthaltendem Polyäthylen besteht.
11. Gurt nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der
Talkumgehalt 40 bis 60% beträgt.
12. Verfahren zum Herstellen eines Gurtes nach einem der
Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die
Befestigungsmittel (2) beidseitig mit Kunststoff ange
spritzt werden, und zwischen mindestens einer der Auf
gabestellen (19, 20) des Kunststoffes und den Befesti
gungsmitteln (2) die vorgespannte Verstärkungseinlage
(10) eingeführt wird.
13. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach An
spruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Befesti
gungsmittel (2) mit einer umlaufenden, mit Zahnzwi
schenräumen (15) die Schäfte (3) der Befestigungsmit
tel (2) einklemmenden Zahnsegmentkette (12) an den
Aufgabestellen (19, 20) für den Kunststoff vorbeige
führt werden, und die Verstärkungseinlage (10) durch
eine in Bewegungsrichtung der Zahnsegmentkette (12)
vor den Aufgabestellen (19, 20) liegende Verstärkungs
einlageführung (21) geführt und von einer gebremsten
Vorratsrolle (22) abgewickelt wird.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19893926739 DE3926739A1 (de) | 1989-08-12 | 1989-08-12 | Befestigungsmittelgurt |
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3926739A1 true DE3926739A1 (de) | 1991-02-14 |
| DE3926739C2 DE3926739C2 (de) | 1991-11-21 |
Family
ID=6387038
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|---|---|---|---|
| DE19893926739 Granted DE3926739A1 (de) | 1989-08-12 | 1989-08-12 | Befestigungsmittelgurt |
Country Status (1)
| Country | Link |
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