DE3923582A1 - Gluehkerze - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Glühkerze, wie sie in der
Deutschen Patentanmeldung P 38 25 013.6 in der Beschreibung,
den Ansprüchen und den Figuren offenbart ist. Die beiliegende
Abschrift der Hauptanmeldung ist als Inhalt der vorliegenden
Beschreibung zu betrachten.
Überraschenderweise wurde nunmehr gefunden, daß die
erfindungsgemäße Glühkerze besonders wirkungsvoll funktio
niert, wenn die Regelwendel aus einer Kobalt-/Eisenlegierung
besteht, wobei diese Legierung 23-25 Gew.-% Eisen, Rest
Kobalt enthält. Dieses gilt insbesondere, wenn der Eisen
gehalt etwa 25 Gew.-%, Rest Kobalt ist.
Die Ergebnisse werden noch weiter deutlich verbessert,
wenn die Regelwendellegierung durch Sintern hergestellt ist.
Dieses gilt, obwohl bisher nicht geklärt werden konnte, warum
die Ergebnisse für den vorliegenden Zweck deutlich besser
sind, wenn die Legierungen bei gleichem Reinheitsgrad im
Sinter- und nicht im Schmelzverfahren hergestellt wurden.
Der Vorteil der Verwendung der reinen Legierungen Co Fe
23 bis Co Fe 25 liegt in der relativ geringen Widerstandszunahme
bis 800°C wodurch sich rasches Aufheizen ergibt sowie die bei
etwa 825°C ausgeprägt auftretende Sprungcharakteristik des
Temperaturkoeffizienten, wodurch sich ein wirkungsvolles
Abregeln ergibt. Es wurde herausgefunden, daß als obere
Grenztemperatur der Heizwendeln 1060°C
anzusehen sind; durch die erfindungsgemäß eigentümliche
Regelcharakteristik der erfindungsgemäßen Regelwendel sind
keine weiteren Bauelemente mehr nötig, um die Überschreitung
dieser oberen Grenztemperatur zu verhindern.
Besonders vorteilhafte Glühkerzen der erfindungsgemäßen
Art ergeben sich, wenn die Regelwendel in zwei Abschnitte
unterteilt ist, wobei der der Heizwendel benachbarte
Abschnitt aus dem beschriebenen Regelwendelmaterial besteht,
und der andere Abschnitt eine an sich eine bekannte Wendel
aus reinem Nickel ist, und wenn Regel- und Heizwendel
praktisch vollständig in dem Teil des Rohrs angeordnet sind,
der als Glühstift dient und frei von anliegenden, wärmeab
ziehenden Bauteilen ist.
Die Erfindung wird anhand der folgenden Figuren näher
erläutert:
Fig. 1 ist die graphische Wiedergabe des Widerstandsver
hältnisses verschiedener Wendeldrahtmaterialien in
Abhängigkeit von der Temperatur.
Fig. 2 ist die graphische Darstellung der Temperatur der
Heizstab-Oberfläche in Abhängigkeit von der Zeit.
Fig. 3 ist eine bevorzugte Ausführungsform der erfin
dungsgemäßen Glühstiftkerze.
Fig. 4 ist eine andere Ausführungsform der erfindungsge
mäßen Glühstiftkerze.
Es wurde gefunden, daß theoretisch durch Veränderung der
Wendelgeometrie des Wendeldrahtes sowie der Ausbildung des
Glühstiftes Aufheizzeiten unter 5 Sekunden erhältlich sind,
wobei deren Lebensdauer jedoch für den gewünschten Zweck
völlig unzureichend ist. Es wurde gefunden, daß dieses vor
allem daran liegt, daß die schnelle Aufheizperiode nicht zu
"bremsen" ist, so daß sich der Heizstab auf eine Behar
rungstemperatur von mehr als 1130° bei üblicher Batteriespan
nung nach etwa 10 Sekunden einstellt, wobei nach diesseitiger
Erkenntnis diese Temperatur die Lebensdauer solcher Glüh
stiftkerzen entscheidend beeinträchtigt.
Verwendet man demgegenüber als Regelwendel eine
Widerstandswendel mit höherem Widerstand ist es nicht
möglich, die gewünschte Verkürzung der Aufheizzeit zu
erzielen, wenn man auf eine Beharrungstemperatur von etwa
maximal 1060°C abzielt.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß sowohl die
Aufheizzeit verringert wie auch die funktionsgemäße Lebens
dauer erzielbar ist, wenn man für die Regelwendel ein
Material verwendet, das ein Widerstandsverhältnis von größer
als etwa 7,5, vorzugsweise größer als 12 und insbesondere von
etwa 14 aufweist.
Geeignete Materialien sind nicht, wie aus dem Stand der
Technik bekannt, Reinnickel sondern beispielsweise Legierun
gen aus Nickel/Eisen und Kobalt/Eisen, insbesondere Kobalt/
Eisen gemäß Anspruch 1 und Anspruch 2.
Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß die erfin
dungsgemäße Glühkerze dann besonders wirkungsvoll arbeitet,
wenn die Regelwendellegierung (bei gleicher Zusammensetzung,
bzw. gleichem Reinheitsgrad) nicht durch Schmelzverfahren,
sondern durch Sintern hergestellt wurde.
Als ganz besonders geeignet haben sich solche Mate
rialien herausgestellt, die nicht nur das genannte Wider
standsverhältnis aufweisen, sondern bei denen sich die Wider
standsänderung in einem bestimmten Temperaturbereich
"sprunghaft" ändert, d. h., daß er sich nicht etwa linear wie
bei rein Nickel sondern wie den genannten Legierungen im
Bereich von 600 bis 900° sehr schnell, bezogen auf den
übrigen Kurvenverlauf, verändert. Dieses wird durch die
Kurven gemäß Fig. 1 aufgezeigt, in der der Verlauf des
Widerstandsverhältnisses in Abhängigkeit von der Temperatur
für die genannten Materialien schematisch wiedergegeben wird.
Entsprechend erfindungsgemäß ausgebildete Glühstiftkerzen
zeigen bezüglich ihrer Oberflächentemperatur als Funktion der
Zeit ein Verhalten gemäß der Fig. 2. Während bei diesem
gezeigten Beispiel die Glühstiftkerze aus dem Stand der
Technik die Glühstiftspitzentemperatur von 850°C nach etwa 8
Sekunden erreicht hat, erreicht die erfindungsgemäße
Glühstiftkerze diese Temperatur nach etwa 3 bis 4 Sekunden.
Darüber hinaus ergibt sich aus der Darstellung qualitativ,
daß die erfindungsgemäße Glühstiftkerze bezüglich der
Oberflächentemperatur sehr stark "gebremst" wird und sich auf
eine Beharrungstemperatur gemäß Fig. 2 von etwa 1000°C
einstellt, während die Glühstiftkerze aus dem Stand der
Technik sich auf eine Beharrungstemperatur von etwa über
1150°C einstellt.
Die niedrige Beharrungstemperatur der erfindungsgemäßen
Glühkerze verbessert jedoch nicht nur die Lebensdauer der
Glühstiftkerze entscheidend; sie ermöglicht vor allem auch,
daß mit dieser Kerze in den laufenden Motor mit höherer
Generatorspannung (bis zu 13 Volt an der Kerze) nachgeglüht
werden kann, ohne Heiz- und Regelwendel zu zerstören; dieser
Möglichkeit des Nachglühens kommt wesentliche Bedeutung zur
Verminderung der Schadstoffe im Abgas von Dieselmotoren zu.
Auf diese Weise entfallen beim Nachglühen die sonst vor
zusehenden aufwendigen elektrischen oder elektronischen
Steuerungen.
Eine typische Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Glühstiftkerze ist in Fig. 3 wiedergegeben.
Der Glühstift 1, als verschlossenes Glührohr ausgebil
det, besteht üblicherweise aus korrosionsbeständigem
Werkstoff, vorzugsweise Inconel 600 oder 601.
In diesem Schutzrohr ist eine Wendelkombination 2/3 in
einem gut wärmeleitenden Isolierstoff 4 (beispielsweise
Magnesiumoxid) eingebettet.
Der vordere Abschnitt 2 der hintereinander angeordneten
Wendeln wird als Heizwendel bezeichnet und besteht aus einem
Drahtmaterial mit geringem positiven oder negativem Tempera
turkoeffizienten, vorzugsweise aus einem Chrom-/Aluminium-
/Eisendraht. Der Durchmesser des Drahtes beträgt üblicher
weise 0,3 bis 0,5 mm.
Die Heizwendel 2 ist mit der Regelwendel 3 üblicherweise
durch Verschweißen verbunden. Die Regelwendel besteht in
diesem Fall aus einer Legierung Kobalt/Eisen, wobei der
Kobaltanteil in der Legierung etwa 75% beträgt und der Rest
Eisen ist; auf diese Weise wird erfindungsgemäß ein Material
verwendet, dessen Widerstandskennlinie der Anwendung einer
Glühkerze angepaßt ist. Diese Regelwendel 3 weist erfin
dungsgemäß zunächst einen niedrigeren Anstieg des Widerstands
auf, während der Widerstand im Bereich der Wendeldrahttem
peratur von etwa 400 bis etwa 900° steil ansteigt.
Ebenfalls erfindungsgemäß stellt sich die gewünschte
Beharrungstemperatur nach etwa 8 Sekunden ein. Die Glüh
temperatur von etwa 850°C wird bereits nach zwei bis fünf
Sekunden erreicht. Der Durchmesser der Regelwendel beträgt
bei diesem Ausführungsbeispiel etwa 0,3 bis 0,4 mm.
Beispiele für erfindungsgemäß verwendbare Legierungen
ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
Eine weitere erfindungsgemäße Ausführungsform wird in
Fig. 4 wiedergegeben. Bei dieser Ausführungsform ist die
Regelwendel in die beiden Abschnitte 3 und 6 unterteilt,
wobei der Abschnitt 3 aus einem Material mit dem genannten
steilen Widerstandsanstieg im genannten Temperaturbereich
besteht, während Abschnitt 6 aus einer ansich bekannten
Wendel aus z. B. reinem Nickel besteht. Auf diese Weise kann
die Widerstandskennlinie bezüglich der Anwendung der
Glühkerze erfindungsgemäß angepaßt werden.
Claims (7)
1. Glühkerze zur Anordnung im Brennraum einer luftver
dichtenden Brennkraftmaschine, mit einem Kerzengehäuse, mit
einer Anschlußvorrichtung für den Glühstrom, mit einem an dem
Kerzengehäuse befestigten Rohr, das an seinem vom Kerzen
gehäuse abgewandten Ende verschlossen ist, wobei in dem Rohr
ein drahtwendelförmiges Widerstandselement in einem Isolier
stoff angeordnet ist, wobei das Widerstandselement aus zwei
in Reihe verbundenen Widerstandswendeln besteht, von denen
die hintere als Regelwendel dienende Widerstandswendel einen
höheren positiven Temperatur-Widerstandskoeffizienten als die
vordere, als Heizwendel dienende Widerstandswendel aufweist,
wobei das Regelwendelmaterial ein Widerstandsverhältnis,
bezogen auf ein Temperaturverhältnis von 20°/1000°C von
größer als etwa 7,5 aufweist nach Patentanmeldung
P 38 25 013.6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Regelwendel aus einer Kobalt-/Eisenlegierung mit einem
Eisengehalt von 23-25 Gew.-%, Rest Kobalt, besteht.
2. Glühkerze nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Regelwendel aus einer Kobalt-/
Eisenlegierung mit einem Eisengehalt von 25 Gew.-%, Rest
Kobalt, besteht.
3. Glühkerze nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Regelwendellegierung durch Sintern
hergestellt ist.
4. Glühkerze nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Legierung durch Sintern hergestellt
ist.
5. Regelwendel nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Regelwendel in zwei Abschnitte
unterteilt ist, wobei der der Heizwendel benachbarte
Abschnitt aus dem beschriebenen Regelwendelmaterial besteht,
und der andere Abschnitt eine an sich bekannte Wendel aus
reinem Nickel ist.
6. Glühkerze nach Anspruch 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Regelwendel in zwei Abschnitte
unterteilt ist, wobei der der Heizwendel benachbarte
Abschnitt aus dem beschriebenen Regelwendelmaterial besteht,
und der andere Abschnitt eine an sich bekannte Wendel aus
reinem Nickel ist.
7. Glühkerze nach mindestens einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
Regel- und Heizwendel praktisch vollständig in dem Teil des
Rohres angeordnet sind, der als Glühstift dient und frei von
anliegenden, wärmeabziehenden Bauteilen ist.
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