DE3920847A1 - Verfahren und anordnung zum betrieb einer gluehlampe - Google Patents
Verfahren und anordnung zum betrieb einer gluehlampeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Schaltungsan
ordnung zum Betrieb einer einen Glühfaden oder sonstigen
Leuchtkörper aufweisenden Lampe an einer Gleichspannungs
versorgung.
Hält man die Temperatur des Leuchtkörpers so niedrig, daß
keine wesentliche Verdampfung auftritt, tritt bei Gleich
spannungsbetrieb das Problem der sogenannten Elektromigra
tion auf, welches die Lebensdauer der Glühlampe begrenzt.
Deren Leuchtkörper besteht gewöhnlich aus Wolframdraht. Die
Betriebstemperatur liegt bei ca. 2000 K (ca. 1700°C). Bei
dieser hohen Temperatur haben die Wolframatome eine gewisse
Beweglichkeit. Außerdem sind sie mindestens teilweise
ionisiert. Dies führt zu einer Materialverschiebung in dem
elektrischen Feld, welches durch die Betriebsspannung be
dingt ist. Da die Einzelkristallite eines Glühfadens bezüg
lich der Faden- bzw. Drahtachse eine Vorzugsorientierung
haben, und die Beweglichkeit der Wolframionen bezüglich der
Kristallachsen anisotrop ist, findet der Materialtransport
nicht genau in Feldrichtung bzw. Fadenachse, sondern unter
einem Winkel hierzu statt. Dadurch bilden sich auf der Fa
denoberfläche sägezahnartige Strukturen, sogenannte
"Gleichstrom- Ätzungen", Materialeinschnürungen und finger
artiges Wachstum aus. Daraus resultieren u. a. periodische
Querschnittsverjüngungen des Fadens mit der Folge, daß an
diesen Stellen Bereiche mit erhöhter Temperatur und Feld
stärke entstehen. Solche Verjüngungen führen auf kurz oder
lang zum Bruch des Fadens bzw. Drahtes und damit zur Been
digung der Lebensdauer der Glühlampe. Wegen weiterer Ein
zelheiten und Probleme der Elektromigration wird auf Jour
nal of Applied Physic "Electrotransport of Tungsten and
Life of a Filament" Vol. 39/13, Dez. 1968, Seite 6037 ff.
verwiesen.
Die Elektromigration kann dadurch kompensiert werden, daß
Wechselstrom für den Glühlampenbetrieb verwendet wird. Sol
len jedoch die Glühlampen in Transportfahrzeugen, insbeson
dere Kraftfahrzeugen, eingesetzt werden, aus deren Bordnetz
nur Gleichspannung zur Verfügung steht, ist eine Umwandlung
in Wechselspannung durchzuführen. Dies erfordert allerdings
einen verhältnismäßig großen, elektronischen Schaltungsauf
wand.
Hieraus ergibt sich ein beachtliches Bedürfnis nach
Glühlampen, die einerseits eine möglichst hohe Lebensdauer
aufweisen und andererseits mit Gleichstrom bzw. -spannung
betrieben werden können, wobei der hierfür zusätzliche
Schaltungsaufwand minimal ist. Zur Lösung dieser Aufgabe
wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß eine Lampe mit im
Betrag niedrigerer Nennspannung als die Gleichspannung ver
wendet wird, und dieser Lampe die Gleichspannung innerhalb
voneinander beabstandeter Zeitspannen zugeführt wird.
Erfindungsgemäß ist die Glühlampe für eine Spannung bemes
sen, die betragsmäßig unter der Höhe der Gleichspannung aus
dem Bordnetz od. dgl. liegt. Der resultierende Gleichstrom
wird der Glühlampe bzw. dessen Leuchtkörper nur in bestimm
ten Zeitabständen, nämlich stoßweise oder pulsierend zuge
leitet. In den zwischen den Zuleitungsphasen liegenden Zei
tintervallen erfolgt keine Versorgung des Leuchtkörpers,
Glühfadens od. dgl. mit Gleichstrom. Die Gleichspannung
wird also, bevor sie am Glühkörper wirksam wird, zerhackt,
und zwar zweckmäßigerweise in eine Rechteckspannung. Unter
diesem Gesichtspunkt liegt eine vorteilhafte Ausbildung des
erfindungsgmäßen Verfahrens darin, daß die Gleichspannung
periodisch getaktet zugeführt wird. Die hierdurch bewirkte,
erhebliche Verringerung der Elektromigration, und die damit
verbundene Erhöhung der Glühlampenlebensdauer erklärt sich
wie folgt: Der durch die Elektromigration bedingte Materi
altransport m ist proportional zur elektrischen Feldstärke
bzw. bei konstanter Glühdrahtlänge auch zur Spannung und zu
der Zeit, während der die Feldstärke wirksam ist. Es gilt
also die folgende Proportional-Gleichung zur Spannung U und
zur Zeit twirk:
m∼U · twirk (1)
Indem nach der Erfindung die Gleichspannung lediglich pul
sierend bzw. zerhackt an die Glühlampe angelegt wird, wird
die für die Elektromigration maßgebliche Zeit twirk verrin
gert.
Im Zusammenhang mit der periodisch getakteten Gleichspan
nungszuführung besteht eine besonders vorteilhafte Ausfüh
rung der Erfindung darin, daß das (Tast-)Verhältnis der
Zeitspanne zur Taktperiodendauer so bemessen ist, daß der
quadratische Mittelwert bzw. der Effektivwert der
getakteten Gleichspannung etwa mit der Nennspannung
übereinstimmt. Die damit erzielte, vorteilhafte Wirkung
erklärt sich wie folgt: Ist T die Taktperiodendauer der
getaktet zugeführten Gleichspannung UG, und
entspricht die obengenannte Zeit twirk der Zeitspanne, in
nerhalb welcher die Gleichspannung bzw. Feldstärke wirksam
ist, so ergibt sich die Effektivspannung Ueff zu
Wird nun die Effektivspannung Ueff etwa gleich der Nenn
spannung UN der Glühlampe gewählt, so ergibt sich - mit
Gleichung (1) - für das Verhältnis des bei getakteter
Gleichspannung erfolgenden Massetransportes mtakt zu dem
bei nicht getakteter Gleichspannung erfolgenden Masse
transport mgleich:
Da vorausssetzungsgemäß die für die Gleichspannung wirksame
Zeit twirk kleiner ist als die Taktperiodendauer T, wird
offensichtlich der Material- bzw. Massetransport und die
Elektromigration durch die erfindungsgemäße Zuführung bzw.
das Takten der Versorgungs-Gleichspannung verringert. Dies
läßt sich an einer beispielhaften, zweckmäßigen Re
alisierung veranschaulichen, nach der die Nennspannung UN
der Glühlampe etwa zur Hälfte der Versorgungs-Gleichspan
nung UG, und die für die Gleichspannung wirksame Zeit bzw.
Impulslänge twirk zu etwa einem Viertel der Taktperi
odendauer gewählt wird, also das Tastverhältnis etwa 0,25
beträgt. Wird also beispielsweise eine 7-Volt-Lampe an ei
ner Spannung von 14 Volt betrieben, die mit einem Tastver
hältnis von 0,25:1 getaktet ist, so gilt:
Mit anderen Worten, gegenüber konstantem 7-Volt-Betrieb
wächst die Lebensdauer der erfindungsgemäß betriebenen
Glühlampe näherungsweise etwa auf das Doppelte an. Übli
cherweise ist die Betriebs- bzw. Gleichspannung fest vorge
geben. Benutzt man nun nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
eine Lampe mit der halben Nennspannung, so hat bei unverän
derter Leistungsaufnahme der Glühfaden bzw. -draht etwa die
doppelte Querschnittsfläche. Dies bedeutet für sich schon -
d. h. ohne Taktbetrieb - eine Verdoppelung der Lebensdauer.
Mit erfindungsgemäßem Taktbetrieb nach dem zuvor genannten
Beispiel ergäbe sich dann noch eine Steigerung der Le
bensdauer auf das Vierfache.
Eine Schaltungsanordnung, mit der eine Lampe mit Glühfaden
oder sonstigem Leuchtkörper zum Gleichstrombetrieb verbun
den ist, weist erfindungsgemäß ein Schaltglied auf, welches
die Gleichspannungsquelle an die Lampe koppelt und von ei
ner Ablaufsteuerung innerhalb beabstandeter Zeitspannen be
tätigt wird. Im Rahmen des pulsierenden Gleichstrom-Be
triebs der Lampe allein, der durch das Zusammenwirken von
Ablaufsteuerung und Schaltglied bewirkt wird, wird sie
nicht in ihrem Leistungsbereich mit maximaler Effektivität
gefahren. Dem begegnet eine weitere Ausbildung der Schal
tungsanordnung, wonach die Lampe mit ihrer Nennspannung im
Betrag niedriger als die Versorgungs-Gleichspannung ausge
legt ist. Die Lampe kann dann mit optimaler Lichtausbeute
betrieben werden, und gleichzeitig wird die oben dargelegte
Verminderung der Elektromigration und des Materialtrans
ports im Glühfaden erzielt.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines be
vorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung.
Darin zeigen:
Fig. 1 eine Schaltungsanordnung zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 2 ein Impuls/Zeit-Diagramm zur Veranschaulichung der
Wirkungsweise der Schaltungsanordnung nach Fig. 1.
Gemäß Fig. 1 ist zwischen einer Gleichspannungsquelle 1 mit
der Ausgangsspannung UG und einer Glühlampe 2 mit einem
ohmschen Glühfaden-Widerstand RF ein Schaltglied 3 angeord
net. Dieses weist einen Schließkontakt 4 und - zur Herbei
führung von dessen Schließ- und Öffnungsbewegung - eine Re
laiseinrichtung 5 auf. Gemäß gezeichnetem Beispiel ist der
Schließkontakt zwischen der Gleichspannungsquelle 1 und der
Glühlampe 2 seriell eingefügt, führt also Unterbrecher-
Funktion aus.
Am Steuereingang der Relaiseinrichtung 5 liegt eine Steuer
spannung Ust, die von einer Ablaufsteuerung 6 erzeugt wird.
Diese weist einen Taktgenerator 7 auf, der ein Rechtecksi
gnal mit der Taktperiode T erzeugt. Ferner besitzt die Ab
laufsteuerung 6 einen Zeitgeber 8, dessen Triggereingang 9
mit dem Ausgang des Taktgenerators 7 verbunden ist und auf
jede fallende Flanke von dessen rechteckförmigem Taktsignal
anspricht. Mit jedem Ansprechen erzeugt der Zeitgeber 8 an
seinem Ausgang die Steuerspannung Ust für die Relaisein
richtung 5 in Form eines Impulses mit der Dauer twirk.
Die Wirkungsweise ist wie folgt: Bei jedem Steuerimpuls Ust
wird für die Dauer twirk der Schließkontakt 4 geschlossen,
und nach Beendigung des Steuerimpulses wieder geöffnet. Im
geschlossenen Zustand fließt aufgrund der Gleichspannungs
quelle 1 kurzzeitig, d. h. für die Dauer twirk ein Strom
durch die Lampe 2 bzw. deren ohmschen Widerstand RF gegen
Masse. Im geöffneten Zustand des Schließkontaktes 4 (vgl.
Fig. 1) ist der Stromkreis der Lampe 2 unterbrochen.
Mithin ergibt sich für die Lampe 2 eine Betriebsspannung
Utakt, deren rechteckförmiger Verlauf über die Zeit t aus
Fig. 2 ersichtlich ist. Die Periodendauer der Lampen-Be
triebsspannung Utakt entspricht der vom Taktgeber 7 er
zeugten, die Zeitspanne, innerhalb der eine der Gleich
spannungsquelle 1 entsprechende Amplitude UG wirksam ist,
der vom Zeitgeber 8 erzeugten Impulsdauer twirk. Das
Schaltglied 3 zerhackt also gleichsam die konstante,
gleichförmige Ausgangsspannung der Gleichspannungsquelle 1
in eine periodische Folge von Rechteckimpulsen mit der
Amplitude UG und einem bestimmten Tastverhältnis twirk/T
Dabei wird der Massetransport im Leuchtkörper der Lampe 2
umso geringer, je kleiner das Verhältnis twirk/T ist.
Claims (10)
1. Verfahren zum Betrieb einer einen Glühfaden oder son
stigen Leuchtkörper aufweisenden Lampe an einer
Gleichspannungsversorgung, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gleichspannung (UG) einer Lampe (2) mit im
Betrag niedrigerer Nennspannung (UN) innerhalb beab
standeter Zeitspannen (twirk) zugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gleichspannung (UG) periodisch getaktet
(twirk, T) zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Tastverhältnis der Zeitspanne (twirk) zur
Taktperiodendauer (T) so bemessen ist, daß der qua
dratische Mittelwert bzw. Effektivwert der getakteten
Gleichspannung (Utakt) etwa mit der Nennspannung (UN)
übereinstimmt.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Nennspannung (UN) der
Lampe (2) etwa die Hälfte der Versorgungs-Gleichspan
nung (UG) oder weniger beträgt.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 3 und 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Tastverhältnis (twirk/T) etwa
0,25 oder weniger beträgt.
6. Schaltungsanordnung mit Gleichspannungsquelle zum Be
trieb einer Lampe mit Glühfaden oder sonstigem
Leuchtkörper, insbesondere geeignet zur Durchführung
des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die Lampe (2) an die
Gleichspannungsquelle (1) über wenigstens ein Schalt
glied (3) gekoppelt ist, welches von einer Ablauf
steuerung (6) innerhalb beabstandeter Zeitspannen
(twirk) betätigt wird.
7. Schaltungsanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Nennspannung (UN) der Lampe im Be
trag niedriger als die Versorgungs-Gleichspannung
(UG) ausgelegt ist.
8. Schaltungsanordnung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Ablaufsteuerung (6) einen pe
riodischen Taktgeber (T, 7) aufweist.
9. Schaltungsanordnung nach Anspruch 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß dem Taktgeber (7) ein Zeitglied (8)
nachgeschaltet ist, das zur Ansteuerung des Schalt
glieds (3) in einem unter eins liegendem Tastverhält
nis (twirk) ausgelegt ist.
10. Schaltungsanordnung nach Anspruch 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Länge (twirk) des Ansteuerungsim
pulses (Ust) etwa ein Viertel der vom Taktgeber (7)
erzeugten Taktperiodendauer (T) oder weniger beträgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3920847A DE3920847C2 (de) | 1989-06-24 | 1989-06-24 | Verfahren zur Verringerung der Elektromigration beim Betrieb einer Lampe und Verwendung einer zugehörigen Schaltungsanordnung zur Durchführung des Verfahrens |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE3920847A DE3920847C2 (de) | 1989-06-24 | 1989-06-24 | Verfahren zur Verringerung der Elektromigration beim Betrieb einer Lampe und Verwendung einer zugehörigen Schaltungsanordnung zur Durchführung des Verfahrens |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE3920847A1 true DE3920847A1 (de) | 1991-01-03 |
| DE3920847C2 DE3920847C2 (de) | 1999-11-18 |
Family
ID=6383575
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE3920847A Expired - Fee Related DE3920847C2 (de) | 1989-06-24 | 1989-06-24 | Verfahren zur Verringerung der Elektromigration beim Betrieb einer Lampe und Verwendung einer zugehörigen Schaltungsanordnung zur Durchführung des Verfahrens |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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1989
- 1989-06-24 DE DE3920847A patent/DE3920847C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
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| DE3920847C2 (de) | 1999-11-18 |
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