DE3918290C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Kalklöschanlage mit einem
insbesondere mehrere Etagen aufweisenden Mischer, der
eingangsseitig einen Anschluß an mindestens ein Kalksilo,
insbesondere mit Weißfeinkalk, und einen Löschwasserzulauf
aufweist, sowie mit einer dem Mischer zugeordneten
Naßentstaubungseinrichtung, die einem Abzug mit
Gebläse vorgeschaltet ist, wobei die Naßentstaubungseinrichtung
in Durchzugsrichtung der Gase hintereinander
angeordnete Düsen zum Versprühen von Wasserwänden aufweist
und das versprühte, mit Kalkstaub angereicherte
Wasser, als Löschwasser dem Mischer über den Löschwasserzulauf
zuführbar ist.
Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Löschung
von Kalk.
Eine solche Anlage ist in der DE-AS 19 12 118 beschrieben,
die eine Naßentstaubungskammer mit einer Wanne oberhalb
des oberen Bereiches der Löschkammer und mit lotrecht
verlaufenden Jalousien sowie mit Sprühdüsen betrifft,
welche jedoch von Brüdenwasser gespeist werden.
Aus der DE-PS 12 73 398 ist ein Verfahren zum Beschicken
eines Kalkhydrators bekannt, bei dem die Zuordnung in
Zwischenbehältern nach Sorten differenziert aufgrund der
unterschiedlichen Stromaufnahme einer vorgeschalteten
Schlagmühle erfolgt. Die Förderung aus den Zwischenbehältern
zum Hydrator geht unter Zwischenschaltung von Zellen
radschleusen vor sich.
Eine Verwendung des Entstaubungswassers als Löschwasser
mit den damit verbundenen Vorteilen ist aber nicht
ersichtlich.
Bei den Kalklöschanlagen (Kalkhydratanlagen) der eingangs
genannten Bauart, bei welchen aus einem Tank sowohl
die dem Mischer aufgesetzte Naßentstaubungseinrichtung
gespeist, als auch das Löschwasser für die Reaktion
im Mischer entnommen wird, ist dieser Tank wannenartig
unterhalb der in der Entstaubungskammer vorgesehenen Einbauten
wie Rohrleitungen, Düsen, Prallbleche und Jalousien
angeordnet und mit einer Pegelstandsregelung verbunden,
die bei Absinken des Niveaus Frischwasser in die
Wanne zuführt. Die mit niedergeschlagenem Kalk angereicherte
Aufschlämmung in der Wanne wird über Rohrleitungen
und Pumpen den Düsen zugeführt, die gegen ein Prallblech
gerichtet sind und die einen Wasservorhang versprühen,
der den Kalkstaub aus den abziehenden Gasen auswäscht.
Die Zugabe bzw. Einleitung von Löschwasser in
den Mischer erfolgt in Abhängigkeit von der chemischen
Reaktion in einer dosierbaren Menge derart, daß aus dem
Mischer gelöschter Kalk (Hydrat) in Form eines trockenen
Pulvers austritt.
Das Ansaugen des für die Naßentstaubung notwendigen Wassers
aus dem Tank bzw. der Wanne führt wegen des bereits
beträchtlichen Kalkstaubgehaltes sehr rasch zu Verengungen
der Rohrleitungen, Störungen der Pumpen und Verstopfungen
der Düsen. Die gesamte Löschanlage müßte in kurzen
Zeitabschnitten abgeschaltet und gereinigt werden.
Ferner neigen die im Inneren der Entstaubungskammer angeordneten
Leitungen, Düsen, Halterungen und insbesondere
auch die aus parallelen Leitblechen aufgebauten Jalousien
dazu, Kalkstaub anzusetzen, der in kurzer Zeit kompakte,
rasch wachsende Rippen, Platten oder Pfropfen bildet.
Die Niveauregelung in der Auffangwanne ist notwendig, weil
die Entnahme sowohl durch die Pumpen der Entstaubungseinrichtung
als auch insbesondere als Löschwasser
variabel und dem Löschvorgang angepaßt werden kann. Beim
Abstellen der Anlage müßte der Inhalt der Wanne abgelassen
und in einen Tank geleitet und sodann die Wanne gespült
werden. Um eine gleichmäßige Verschlämmung auch
während der stillgesetzten Anlage aufrechtzuerhalten,
müßten die Schlämme etwa über Nacht ständig gerührt
werden.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Kalklöschanlage,
die im selbstregelnden Automatikbetrieb arbeiten
kann, möglichst wartungsfrei auszubilden, damit etwa
Nachtschichten ohne Personalaufwand möglich sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
eine außerhalb der Entstaubungskammer der Naßentstaubungseinrichtung
angeordnete Frischwasserleitung, an die
Düsen angeschlossen ist, deren Sprühwinkel etwa dem Winkel
von dachartig zueinander geneigten Seitenwänden der
Entstaubungskammer entspricht, daß das in der Naßentstaubungseinrichtung
ablaufende, mit Kalkstaub versetzte Wasser
in den Löschwasserzulauf des Mischers geführt ist
und daß zwischen dem Kalksilo, das als füllstandregelbares
Zwischensilo über eine Rohrförderschnecke an Silos
angeschlossen ist, und dem Mischer ein drehzahlregelbares
Zellenrad als Dosiereinrichtung für die Kalkzugabe angeordnet
ist, die an den Anschluß des Mischers einmündet.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind
in den Unteransprüchen angegeben. Es ist dabei von Vorteil,
daß die Naßentstaubungseinrichtung ausschließlich
mit kalkstaubfreiem Frischwasser gespeist wird. Dadurch
kommt es nicht zu Verstopfungen im System. Die Armaturen
liegen durchwegs außerhalb der Entstaubungskammer. Damit
kann sich in dem von Einbauten freiem Inneren der Entstaubungskammer
kein Kalk ansetzen. Eine Reinigung wird
überdies wesentlich vereinfacht. Das abfließende Wasser
gelangt unmittelbar über den Löschwasserzulauf in den
Mischer. Der zur Entstaubung optimalen Wassermenge, die
in weiterer Folge als Löschwassermenge dient, wird dabei
nach Anspruch 3 die Kalkmenge angepaßt. Es bleibt daher
die Wassermenge konstant und die Kalkmenge wird variiert,
wobei die Reaktionstemperatur als Führungsgröße
herangezogen wird. Mit den Maßnahmen nach Anspruch 4
wird dabei der letzte Rest an Staub in den Abgasen in
der Naßentstaubungseinrichtung zurückgehalten.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in
den Zeichnungen dargestellt. Es zeigt:
Fig. 1 zeigt den prinzipiellen Aufbau einer Kalklöschanlage
im Längsschnitt und
Fig. 2 den Querschnitt längs der Linie II-II in
Fig. 1.
Kernstück einer Kalklöschanlage gemäß Fig. 1 und 2 ist ein
Mischer 1, der in drei Etagen jeweils elektromotorisch ange
triebene Wellen 2, 3, 4 mit Rührflügeln 5, 6, 7 aufweist, wel
che den am eingangsseitigen Anschluß 8 des Mischers 1 einge
brachten Kalk (z. B. Weißfeinkalk) mit dem über einen Wasser
zulauf 9 zugeführten Löschwasser mischen. Die Rührflügeln 5,
6, 7 fördern dabei den mit Löschwasser reagierenden Kalk in
Richtung der Pfeile bis zum Ausgang. Dabei läuft der Löschvor
gang ab. Sowohl der zugeführte Weißfeinkalk als auch das am
Ausgang ausfließende abfüllbare Endprodukt sind vollkommen
trockene, hoch-fließfähige Pulver, die während des Durchlaufs
durch den Mischer 1 Staub entwickeln. Ferner entsteht beim
Löschvorgang noch Wasserdampf, der mit Feststoffanteilen ange
reichert ist. Es ist daher auf das Gehäuse des Mischers eine
Naßentstaubungseinrichtung 10 aufgesetzt, in welche die mit
Kalkstaub angereicherten Gase des Kalklöschvorganges sowie der
Kalkstaub gelangen. Gereinigt entweichen diese Gase über einen
Abzug 11, der zusätzlich ein Gebläse 12 aufweist.
Die Naßentstaubung erfolgt durch Wasserfächer, die von Flach
düsen 13, 14, 15, 16, 17, 18 versprüht werden. In den Zulei
tungen, die sich außerhalb der Entstaubungskammer befinden,
sind jeweils Ventile zur Einstellung der Wassermenge vorge
sehen. Eine Pumpe 19 versorgt das System mit Frischwasser mit
einem Druck von etwa 18 bar.
Wie Fig. 2 zeigt, entspricht der dachartige Winkel der Sei
tenwände des Innenraumes der Naßentstaubungseinrichtung 10
dem Sprühwinkel der Flachdüsen. Damit ist sichergestellt, daß die
Frischwasserfächer einen dichten Wasservorhang für die abziehen
den Gase bildet und daher eine optimale Filterwirkung aufwei
sen. Eine zusätzliche Sprühdüse 20, die einen Kegel versprüht,
liegt am Fußpunkt des Abzugs 11. Der Sprühkegel ist der Strö
mungsrichtung des abziehenden Gases entgegengerichtet und fil
tert die allerletzten Staubreste aus dem abziehenden Gas aus.
Das mit Kalkstaub versetzte Frischwasser gelangt in milchi
ger Form in die V-förmige Ablaufrinne 21 (Fig. 2) und wird so
dann als Löschwasser verwendet. Die Rinne mündet in den Lösch
wasserzulauf 9 des Mischers 1.
Um eine gute Naßentstaubung zu gewährleisten, fährt die An
lage mit jener Frischwassermenge, die Staubfreiheit der aus dem
Abzug 11 austretenden Abluft garantiert. Für den Löschvorgang
wird die dem Mischer 1 zugeführte Menge an Kalk geregelt. Dazu
wird die Reaktionstemperatur des Löschvorganges durch einen
Temperaturfühler 22 an der kritischen Stelle überwacht. Der
Temperaturwert wird einer Regeleinrichtung 23 zugeführt, wel
che die einem Zwischensilo 31 entnommene Kalkmenge so abstimmt,
daß sich die optimale Temperatur an der Meßstelle einstellt.
Dazu wird die Drehzahl eines Zellenrades 28 variiert und so
mit die Kalkmenge im Mischer 1 ständig der konstanten Wasser
menge angepaßt.
Der gebrannte Kalk, der das Ausgangsprodukt darstellt, la
gert in Silos 24, 25. Eine von einem allenfalls drehzahlregel
baren Motor 26 angetriebene Rohrförderschnecke 27 transpor
tiert den Kalk in den vorgenannten Zwischensilo 31. Eine Füll
standsregelung des Zwischensilos 31 aktiviert bei Unterschrei
ten einer Minimummarke die Rohrförderschnecke 27. Auch die Silo
schieber 29, 30 können in die Regelung eingebunden werden.
Claims (5)
1. Kalklöschanlage mit einem insbesondere mehrere Etagen
aufweisenden Mischer, der eingangsseitig einen Anschluß
an mindestens ein Kalksilo, insbesondere mit
Weißfeinkalk, und einen Löschwasserzulauf aufweist,
sowie mit einer dem Mischer zugeordneten Naßentstaubungseinrichtung,
die einem Abzug mit Gebläse vorgeschaltet
ist, wobei die Naßentstaubungseinrichtung in
Durchzugsrichtung der Gase hintereinander angeordnete
Düsen zum Versprühen von Wasserwänden aufweist und
das versprühte, mit Kalkstaub angereicherte Wasser
als Löschwasser dem Mischer über den Löschwasserzulauf
zuführbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine außerhalb der Entstaubungskammer der Naßentstaubungseinrichtung
(10) angeordnete Frischwasserleitung,
an die Düsen (13-18) angeschlossen ist, deren
Sprühwinkel etwa dem Winkel von dachartig zueinander
geneigten Seitenwänden der Entstaubungskammer entspricht,
daß das in der Naßentstaubungseinrichtung
(10) ablaufende, mit Kalkstaub versetzte Wasser, in
den Löschwasserzulauf (9) des Mischers (1) geführt
ist und daß zwischen dem Kalksilo (31), das als
füllstandsregelbarer Zwischensilo über eine Rohrförderschnecke
(27) an Silos (24, 25) angeschlossen ist und
dem Mischer (1) ein drehzahlregelbares Zellenrad (28)
als Dosiereinrichtung für die Kalkzugabe angeordnet
ist, die an den Anschluß (8) des Mischers (1)
einmündet.
2. Kalklöschanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Düsen (13-18) einen Sprühwinkel von
90° aufweisen und die Frischwasserleitung über eine
Pumpe (19) an die Düsen (13-18) angeschlossen ist.
3. Kalklöschanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die als Löschwasser zugeführte Frischwassermenge
voreinstellbar ist und ein an sich bekannter
Temperaturfühler (22) für die Reaktionstemperatur im
Mischer (1) an eine Regeleinrichtung (23) für die
Drehzahl des Zellenrades (28) zur temperaturabhängigen
Mengenregelung des in den Mischer (1) eingebrachten
ungelöschten Kalkes angeschlossen ist.
4. Kalklöschanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß in einem rotationssymmetrischen Übergangsbereich
zwischen der Entstaubungskammer (10) und dem
Abzug (11) mindestens eine Wasserdüse (20) mit einem
der Strömungsrichtung entgegengesetzten Sprühkegel
vorgesehen ist, dessen Kegelmantel die Wand im
Übergangsbereich berührt.
5. Verfahren zur Löschung von Kalk mit einem Mischer für
ungelöschten Kalk und Wasser und einer dem Mischer zugeordneten
Naßentstaubungseinrichtung mit Sprühdüsen
nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß den Düsen eine konstante Menge an Frischwasser
zugeführt und sodann unmittelbar in den Mischer
als Löschwasser geleitet wird und daß die Kalkmenge
bei konstanter Löschwassermenge zur Aufrechterhaltung
eines kontinuierlichen vollständigen Löschvorganges
variiert wird.
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