DE3908349C2 - Entlüftungsventil für einen Zweirohr-Schwingungsdämpfer - Google Patents
Entlüftungsventil für einen Zweirohr-SchwingungsdämpferInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Entlüftungsventil für einen Zweirohr-Schwingungsdämp
fer gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
Aus der DE-OS 28 08 481 ist eine Entlüftungsventil für einen Zweirohr-Schwin
gungsdämpfer bekannt, welches im Bereich der Kolbenstangenführung zwischen
oberem Arbeitsraum und Ausgleichsraum angeordnet ist. Ein in der Kolbenstan
genführung angeordneter Durchlaß wird von einem elastischen, vorzugsweise
zylindrischen Ventilteil druckabhängig geöffnet. Als Träger für das schlauchför
mige, elastische Ventilteil dient die Kolbenstangenführung, welche zu dessen An
ordnung mit einer umlaufenden Nut versehen ist. Diese Anordnung des elasti
schen Ventilteiles erfordert, daß die vorzugsweise als Sinterteil hergestellte Kol
benstangenführung einer teueren, spanabhebenden Bearbeitung unterzogen wer
den muß, da die für das Ventilteil erforderlichen Hinterschneidungen nicht im Sin
terverfahren hergestellt werden können.
Die GB 2 053 411 beschreibt ein Entlüftungsventil für einen Zweirohr-
Schwingungsdämpfer, welches im Bereich einer Kolbenstangenführung zwischen
einem oberen Arbeitsraum und einem Ausgleichsraum angeordnet ist, wobei ein
in der Kolbenstangenführung angeordneter Durchlaß von einem elastischen Ven
tilteil druckabhängig öffenbar ist und das elastische Ventilteil auf einem Träger
verspannt ist, der an der Kolbenstangenführung angeordnet ist. Das elastische
Ventilteil wird nur aufgrund der Eigenspannung am Träger gehälten. Weitere
axiale Sicherungen bestehen nicht.
Die DE 82 04 156 U1 offenbart ebenfalls ein Entlüftungsventil für einen Zwei
rohr-Schwingungsdämpfer, wobei das elastische Ventilteil von einem O-Ring
gebildet wird. Zur axialen Sicherung ist der O-Ring in einer v-förmigen Nut ge
kammert, die von der Kolbenstangenführung gebildet wird.
Eine weitere Möglichkeit zur Ausgestaltung eines Entlüftungsventils wird in der
DE 32 13 458 C2 beschrieben. Die Kolbenstangenführung weist stirnseitige
Durchlässe auf, deren Ausgänge von einem elastischen Ventilteil abgedeckt wer
den. Zur axialen Sicherung verfügt das elastische Ventilteil über einen Flansch,
der von einer Metallscheibe gebildet wird und zwischen der Stirnseite der Kol
benstangenführung und einer endseitigen Scheibe verspannt ist.
In diesem Zusammenhang ist noch die DE 37 08 978 A1 zu nennen, bei der der
ebenfalls von einer Metallscheibe gebildete Flansch mit der Außenmantelfläche
der Kolbenstangenführung eine Presspassung eingeht und damit für die axiale
Sicherung des elastischen Ventilteils sorgt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein an der Kolbenstangenführung an
geordnetes Entlüftungsventil zu schaffen, welches eine preiswerte Herstellung
der Kolbenstangenführung gewährleistet, aus möglichst einfachen, leicht her
stellbaren Teilen besteht und eine problemlose Montage ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruches
1 gelöst.
Diese Ausbildung von Träger und Anschlag hat den Vorteil, daß die Kolbenstan
genführung ohne Hinterschneidungen hergestellt werden kann. Sowohl beim Sin
ter- als auch Gußverfahren ist lediglich eine einfaches Werkzeug erforderlich, wo
bei die geforderten Maße ohne spanabhebende Bearbeitung eingehalten werden
können. Die Herstellung des Winkelringes gestalten sich ebenfalls sehr einfach,
wobei auch die Montage der mit dem Entlüftungsventil versehenen Kolbenstan
genführungs-Baueinheit problemlos ist.
Gemäß weiteren Merkmalen der Erfindung ist der Winkelring samt Bund durch
Umformung eines Blechteils gebildet. Ein solcher Winkelring, der beispielsweise
aus 0,5 mm starkem Blech besteht, ist leicht und preiswert herstellbar. Ebenso ist
es ohne weiteres möglich, daß der den äußeren Bund aufweisende Winkelring
aus Kunststoff, vorzugsweise aus einem faserverstärkten Kunststoff, gebildet ist.
Eine besonders einfache Montage des Winkelringes auf der Kolbenstangenfüh
rung wird - wie die Erfindung zeigt - dadurch geschaffen, daß der Winkelring im
Bereich seines äußeren Durchmessers auf der Kolbenstangenführung zentriert
und fixiert ist. Hierzu ist die Kolbenstangenführung merkmalsmäßig vorteilhaf
terweise zum Aufbringen des Winkelringes mit mindestens drei gleichmäßig über
den Umfang verteilt angeordneten Zentriernasen versehen.
Eine weitere Ausführungsform des Entlüftungsventiles wird merkmalsgemäß da
durch erhalten, daß der Winkelring mit seinem inneren Durchmesser im Bereich
des Zylinderrohrsitzes mit der Kolbenstangenführung verbunden ist. Damit für
diese Verbindungsart des Winkelringes auf der Kolbenstangenführung keine allzu
engen Toleranzen für die Bauteile erforderlich sind, weist die Kolbenstangenfüh
rung im Bereich des Zylinderrohrsitzes einen Aufpreßbund für den Innendurch
messer des Winkelringes auf. Damit wird erreicht, daß beim Aufziehen des Win
kelringes eine Spanbildung vermieden wird. Hierbei ist es ohne weiteres möglich,
daß am Innendurchmesser des Winkelringes mehrere gleichmäßig über den Um
fang verteilt angeordnete und mit dem Aufpreßbund zusammenwirkende Nasen
angeordnet sind.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der in der Zeichnung dar
gestellten Ausführungsformen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 ein Federbein im Längsschnitt;
Fig. 2 die komplett montierte Kolbenstangenführung gem. Fig. 1
in vergrößerter Darstellung;
Fig. 3 die Ansicht der Kolbenstangenführung von unten - ohne Win
kelring;
Fig. 4 den Winkelring im Längsschnitt;
Fig. 5 eine Kolbenstangenführung, wobei der Winkelring im Bereich
des Zylinderrohrsitzes befestigt ist;
Fig. 6 eine Draufsicht auf den Winkelring gem. Fig. 5.
Das in Fig. 1 dargestellte Federbein 1 besitzt einen Behälter 2,
in welchem ein Zylinder 3 mittels eines Bodenventiles 4 und einer
Kolbenstangenführung 5 koaxial eingespannt ist. Mittels einer
Kolbenstangendichtung 6 ist eine Kolbenstange 7 nach außen abge
dichtet. Ein mit der Kolbenstange 7 verbundener und mit Dämpfven
tilen versehener Kolben 8 unterteilt den mit Dämpfflüssigkeit ge
füllten Innenraum des Zylinders 3 in den unteren Arbeitsraum 9
und den oberen Arbeitsraum 10. Der untere Arbeitsraum 9 steht
über das Bodenventil 4 mit einem Ausgleichsraum 11 in Verbindung,
wobei dieser Ausgleichsraum 11 als Ringraum zwischen der Außen
fläche des Zylinders 3 und der Innenwand des Behälters 2
gebildet ist. Andererseits steht auch der obere Arbeitsraum 10
über die Kolbenstangenführung 5 und ein damit verbundenes Entlüf
tungsventil mit dem Ausgleichsraum 11 in Verbindung. Der Aus
gleichsraum 11 ist teilweise mit Flüssigkeit gefüllt und weist
außerdem vorzugsweise eine unter Druck stehende Gasfüllung auf.
Wenn ein Gasdruck vorgesehen ist, wird dieser bei einer derarti
gen Ausführung des Schwingungsdämpfers in der Größenordnung von
etwa 10 bar liegen. Die Vorteile solcher Gasdruckdämpfer liegen
in der exakten Dämpfung und geräuscharmen Funkton sowie dem da
mit verbundenen hohen Fahrkomfort. Bei einer derartigen Zweirohr-
Ausführung des Schwingungsdämpfers sind Gas- und Flüssigkeitsfül
lung im Ausgleichsraum 11 nicht durch eine Trennwand voneinander
abgetrennt. Dementsprechend müssen Vorkehrungen getroffen werden,
um eventuell aus dem Ausgleichsraum 11 in die Arbeitsräume 9 und
10 angesaugtes Gas wieder über die Kolbenstangenführung 5 in den
Ausgleichsraum 11 zurückzuführen. Hierzu dient das mit der Kol
benstangenführung 5 verbundene Entlüftungsventil, welches in
Fig. 2 in vergrößerter Darstellung gezeigt ist. Im Grundkörper
der Kolbenstangenführung 5, der beispielsweise als Sinter- oder
Gußteil hergestellt ist, ist eine Führungsbüchse 12 eingepreßt,
in welcher die in Fig. 1 dargestellte Kolbenstange 7 gleitet. Die
an der Kolbenstange 7 anhaftende Dämpfflüssigkeit wird mittels
des Ölabstreifringes 14 abgestreift, wobei dieser Ölabstreifring,
14 in einer Anschlagbuchse 13 zwischen zwei Anschlägen axial be
weglich angeordnet ist und diese Anschlagbuchse 13 ebenfalls in
den Grundkörper der Kolbenstangenführung 5 eingepreßt ist. Über
mehrere einen Durchlaß 15 bildende Bohrungen ist der im wesentli
chen von der Anschlagbuchse 13 begrenzte obere Raum mit dem Ent
lüftungsventil verbindbar. Dieses Entlüftungsventil besteht aus
einem Winkelring 16, der einen zylindrischen Träger 18, eine von
einem äußeren Bund 17 gebildete Anschlagfläche und ein scheiben
förmiges Teil 22 aufweist. Auf dem Träger 18 ist ein elastisches,
zylindrisches Ventilteil 20 vorgesehen, welches länger als der Trä
ger 18 ausgebildet ist und mit einer Anlagefläche 21 der Kolben
stangenführung 5 zusammenwirkt. Für die Montage des Winkelrin
ges 16 auf der Kolbenstangenführung 5 ist diese mit mehreren
gleichmäßig über den Umfang verteilt angeordneten Zentriernasen 19
versehen, auf die der Winkelring 16 mit der Innenfläche 24 des
Trägers 18 aufgeschoben wird. Anschließend wird das elastische,
zylindrische Ventilteil 20 aufgezogen. Die in Fig. 2 dargestellte
Kolbenstangenführung 5 stellt somit eine vormontierte Baueinheit
dar, die dann beim Zusammenbau des Schwingungsdämpfers eingebaut
wird. Gegen das scheibenförmige Teil 22 wird der mittels Zylin
derrohrsitz 23 geführte Zylinder 3 stirnseitig angedrückt, so daß
der Winkelring 16 fest zwischen Zylinderstirnseite und Kolben
stangenführung 5 eingepreßt wird. Entsprechend dient die Verbin
dung des Winkelringes 16 auf der Kolbenstangenführung 5 mittels
der Zentriernasen 19 und der Innenfläche 24 lediglich als Verlier
sicherung, die so lange wirksam sein muß, bis der Zusammenbau mit
den übrigen Schwingungsdämpferteilen erfolgt. Die Anordnung der
Zentriernasen 19 zu den den Durchlaß 15 bildenden Bohrungen in
der Kolbenstangenführung 5 zeigt Fig. 3. Der als Blechteil ausge
bildete Winkelring 16 ist in Fig. 4 als Einzelteil dargestellt
und zeigt, daß durch Umformung eines relativ dünnwandigen, etwa
0,5 mm starken Bleches dieser Winkelring 16 mit Träger 18, äuße
rem Bund 17 und scheibenförmigem Teil 22 einteilig hergestellt
ist. Mit der Innenfläche 24 ist dieser Winkelring 16 auf den Zen
triernasen 19 der Kolbenstangenführung 5 zentriert und fixiert.
An Hand der Fig. 1 und 2 wird die Wirkungsweise des mit dem
Winkelring 16 versehenen Entlüftungsventiles beschrieben. Die
Kolbenstangendichtung 6 ragt in den von der Anschlagbuchse 13 be
grenzten oberen Raum der Kolbenstangenführung 5. Dieser Dich
tungsraum steht mit den den Durchlaß 15 bildenden Bohrungen mit
dem durch ein elastisches, zylindrisches Ventilteil 20 absperrba
ren Ausgleichsraum 11 in Verbindung. Insbesondere beim Zughub
legt sich der Ölabstreifring 14 gegen die Stirnfläche der An
schlagbuchse 13 und gestattet über eine in dieser Stirnfläche
eingearbeitete Kerbe einen Durchlaß zum Dichtungsraum. Sobald der
Druck im Dichtungsraum größer als der im Ausgleichsraum 11 ist,
hebt das Ventilteil 20 von der Anlagefläche 21 ab und ermöglicht
ein Abströmen in den Ausgleichsraum 11.
Eine weitere Ausführungsform des mit der Kolbenstangenführung 5
verbundenen Entlüftungsventiles zeigen die Fig. 5 und 6. Auch
hier ist für das Entlüftungsventil ein Winkelring 16 vorgesehen, der
aus einem Blechteil hergestellt ist und einen äußeren Bund 17,
einen Träger 18 und ein scheibenförmiges Teil 22 aufweist. Die
Befestigung dieses Winkelringes 16 erfolgt durch einen am Ende
des Zylinderrohrsitzes 23 angeordneten Aufpreßbund 25, der nur
einen geringfügig größeren Durchmesser als der Zylinderrohrsitz
23 aufweist. Damit wird erreicht, daß beim Aufpressen des Winkel
ringes 16 im Bereich des Innendurchmessers des scheibenförmigen
Teiles 22 keine Spänebildung auftritt, denn über die Länge des
Zylinderrohrsitzes 23 gleitet der Innendurchmesser des scheiben
förmigen Teiles 22 leicht, und lediglich der Aufpreßbund 25 be
wirkt den Preßsitz. Auch bei dieser Ausführung ist der zylindri
sche Träger 18 in axialer Richtung kürzer als das elastische Ven
tilteil 20 ausgeführt, so daß die Arbeitsweise entsprechend der
zu den Fig. 1 bis 4 beschriebenen erfolgt.
Claims (7)
1. Entlüftungsventil für einen Zweirohr-Schwingungsdämpfer, welches im Bereich
einer Kolbenstangenführung zwischen einem oberen Arbeitsraum und einem
Ausgleichsraum angeordnet ist, wobei ein in der Kolbenstangenführung ange
ordneter Durchlaß von einem elastischen Ventilteil druckabhängig öffenbar ist
und das elastische Ventilteil auf einem Träger verspannt ist, der an der Kol
benstangenführung angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß Träger (18) und Anschlag für das elastische Ventilteil (20) einteilig als
Winkelring (16) mit einem radial äußeren Bund (17) und einem scheibenförmi
gen Teil (22) ausgebildet sind, wobei auf dem Träger (18) das elastische, zy
lindrische Ventilteil (20) aufgespannt ist, welches in axialer Richtung länger als
der Träger (18) ausgebildet ist und mit einer Anlagefläche (21) der Kolben
stangenführung (5) zusammenwirkt.
2. Entlüftungsventil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Winkelring (16) samt Bund (17) und scheibenförmigem Teil (22) durch
Umformung eines Blechteils gebildet ist.
3. Entlüftungsventil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der den äußeren Bund (17) aufweisende Winkelring (16) aus Kunststoff,
insbesondere aus einem faserverstärkten Kunststoff, gebildet ist.
4. Entlüftungsventil nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Winkelring (16) im Bereich seines äußeren Durchmes
sers (Innenfläche 24 vom Träger 18) auf der Kolbenstangenführung (5) zen
triert und fixiert ist.
5. Entlüftungsventil nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kolbenstangenführung (5) zum Aufbringen des Winkelringes (16) min
destens drei gleichmäßig über den Umfang verteilt angeordnete Zentrierna
sen (19) aufweist.
6. Entlüftungsventil nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Winkelring (16) mit seinem inneren Durchmesser (Innendurchmesser
des scheibenförmigen Teils 22) im des Zylinderrohrsitzes (23) mit der Kolben
stange (5) verbunden ist.
7. Entlüftungsventil nach den Ansprüchen 1 bis 3 und 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kolbenstangenführung (5) im Bereich des Zylinderrohrsitzes (23) einen
Aufpreßbund (25) für den Innendurchmesser (Innendurchmesser des scheiben
förmigen Teiles 22) des Winkelringes (16) aufweist.
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