DE3908040A1 - Verfahren zur probennahme und zur probenvorbereitung von geloesten stoffen fuer deren spektrometrischen nachweis - Google Patents
Verfahren zur probennahme und zur probenvorbereitung von geloesten stoffen fuer deren spektrometrischen nachweisInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Probennahme und Pro
benvorbereitung von gelösten Stoffen für den spektrometrischen
Nachweis nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Bei Ruzicka, Hansen Anal. Chim. Acta 106 (1979) Seiten 207 bis
224 werden zwei Methoden der Probennahme und Vorbereitung be
schrieben.
- 1. Dosieren eines definierten Probevolumens in einen kontinu ierlichen Reagenzstrom, Fließinjektion genannt.
- 2. Getrenntes Dosieren von Probe und Reagenz in je einen Trä gerstrom und synchrones Zusammenführen der beiden Teil ströme (merging zones).
Dabei wird jedoch ein sehr hoher Reagenzienverbrauch in Kauf
genommen und die Meßgenauigkeit wird durch den ungleichmäßigen
Reagenzienfluß sowie durch die Reproduzierbarkeit der Proben
dosiereinrichtung eingeschränkt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu
entwickeln, das quasi kontinuierlich, mit geringem Wartungauf
wand und mit sparsamen Einsatz von Reagenzien arbeitet.
Manuelle Probenbehandlung muß vermieden werden.
Diese Aufgabe wird durch die Kennzeichen des Patentanspruches
1 gelöst.
Die weiteren Ansprüche stellen vorteilhafte Ausbildungen des
Verfahrens dar.
Insbesondere werden folgende Vorteile durch das erfindungsge
mäße Verfahren erzielt.
Das Verfahren arbeitet unabhängig von der Konstanz des Träger
stromes. Es kann daher eine wartungsarme, langlebige Pumpe 5
verwendet werden. Bei der Farbreaktion muß das Verhältnis von
Reagenzien zur Probenflüssigkeit etwa 10 zu 1 betragen.
Durch das Zudosieren der Reagenzien zum quasi-kontinuierlichen
Probenstrom kann der Einsatz der Reagenzienmengen gegenüber
den o.g. Verfahren drastisch reduziert werden. Schlierenbil
dung aufgrund von Unterschieden in Dichte und Brechungsindex
von Probe und Reagenzien wird durch die Art der Dosierung und
der Vermischung verhindert.
Ein Ausführungsbeispiel für das erfindungsgemäße Verfahren
wird im folgenden anhand der Figur näher erläutert.
Die Probenflüssigkeit z.B. Abwasser mit Nitratbelastung wird
nach der Filtration aus dem Zulauf 6 mit Hilfe einer robusten,
wartungsarmen Pumpe 5 über ein Mehrwegeventil 1 angesaugt. Die
Durchflußgeschwindigkeit muß bei diesem Verfahren nicht kon
stant gehalten werden, da dieser Parameter nicht in die Meß
genauigkeit eingeht. Daher kann, im Vergleich zu den anderen
bekannten Verfahren, eine einfachere und preisgünstigere Pumpe
verwendet werden.
Das Ventil 1 ist so gewählt, daß die Probenflüssigkeit beim
Durchtritt entspannt, so daß die Flüssigkeit ausgast. Durch
eine Verzweigungselement 13 wird der Probenstrom in einen Ana
lysenzweig 11 und einen Bypasszweig aufgeteilt, wobei der By
passzweig 10 nach oben führt und so die im Ventil 1 gebildeten
Gasblasen mitführt.
Mit Hilfe eines Reduzierventils 2 kann die Aufteilung des Pro
benflusses auf die beiden Zweige 10 und 11 eingestellt werden.
Zur Messung der optischen Eigenschaften der Probenflüssigkeit
wird diese durch das Mehrwegeventil 3 über einen Reaktionsweg
12 dem Meßvolumen 9, vorzugsweise eine Mikroküvette mit einem
Volumen von 70µl, zugeleitet und mit Hilfe eines konventio
nellen Spektrometers in der üblichen Weise vermessen. Zur Mes
sung der Konzentration des in der Probenflüssigkeit gelösten
Stoffes wird der Probenstrom im Analysenzweig 11 durch das
Mehrwegeventil 3 gestoppt und gleichzeitig die Zudosierung der
Reagenzien 8 mit Hilfe der Dosierpumpe 6 über das Ventil 3
gestartet.
Zum Nitratnachweis besteht das Reagenziengemisch aus voll
entsalztem Wasser, konzentrierter Schwefelsäure und dem Dina
triumsalz der Chromotropsäure im Verhältnis 1:4:1.
Das zudosierte Reagenzienvolumen transportiert dabei die Pro
benflüssigkeit, die sich im Analysenzweig befindet weiter, wo
bei sich an der Grenze zwischen den Reagenzien und der Proben
flüssigkeit eine Mischungszone bildet, die sich auf dem Weg
zum Meßvolumen 9 über einen Reaktionsweg 12 verbreitert. In
nerhalb dieser Mischungszone beginnt die Farbreaktion. Es sind
alle Mischungsverhältnisse enthalten.
Durchmesser und Länge des Reaktionsweges, sowie die Dosierge
schwindigkeit sind so aufeinander abgestimmt, daß am Ende der
Dosierphase das Meßvolumen 9 von einer Mischung geeigneter Zu
sammensetzung erfüllt ist. Zu diesem Zeitpunkt wird das Ventil
4 geschlossen und die Dosierpumpe 6 abgeschaltet und das Ven
til 3 umgeschaltet. Nach einer vorgegebenen Zeit wird die
Farbmessung in der üblichen Weise durchgeführt.
Aus der Änderung z. B. der Absorptionseigenschaften der Mi
schung gegenüber der Probe wird mit Hilfe einer Eichkurve die
Konzentration des gelösten Stoffes bestimmt. Danach wird das
Ventil 4 wieder geöffnet, so daß die Probenflüssigkeit allein
den Analysenzweig 11 durchspült und der nächste Meßzyklus be
ginnt.
Besonders vorteilhaft ist die Übernahme der Steuer- und Aus
wertefunktionen durch einen Prozeßrechner.
Dadurch können während einer längeren Meßperiode ohne Eingriff
durch Bedienungspersonal die einzelnen Verfahrenszeiten neu an
veränderte Versuchsbedingungen angepaßt und optimiert werden.
Die Datenauswertung und Datendokumentation wird dadurch eben
falls erleichert.
Nach einem weiteren festen Zeitintervall kann eine neue Unter
grundmessung erfolgen und der Ablauf wiederholt sich.
Um eine Gerätedrift zu eliminieren wird in vorwählbaren Zeit
abständen eine Eichmessung durchgeführt. Dazu wird anstelle
der Probenflüssigkeit in den Zulauf 14 über das Mehrwegeventil
1 Eichlösung 7 mit Hilfe der Pumpe 5 angesaugt. Das übrige
Eichverfahren entspricht dem oben beschriebenen.
Folgende Zeiten werden für die einzelnen Verfahrensschritte
angegeben.
| Zeit/s | |
| Teilvorgang | |
| 0 | |
| Ventil 4 öffnen | |
| 120 | Messung der optischen Eigenschaften |
| (Transmission der einen Probe) | |
| 125 | Dosierventil 3 umschalten |
| Dosierpumpe 6 einschalten | |
| 145 | Dosierpumpe 6 ausschalten |
| Ventil 4 schließen | |
| Dosierventil 3 umschalten | |
| 295 | Messung der Änderung der optischen Eigenschaften |
| (Transmission der gefärbten Probe) | |
| Berechnung der Konzentration | |
| 300 | Wiederholung ab t = 0 |
Die Zeiten sind für folgende apparative Parameter optimiert.
- - Zulauf: 22 l/h Die Probe wird durch klare PVC-Schläuche 4×6 mm geför dert.
- - Ventil 1, Universalventil, Edelstahl/Viton
Fa. Labokron, Best. Nr. 22320
Es handelt sich um ein 3/2-Wege-Magnetventil, das im strom losen Zustand Probenlösung in das System läßt. Nach Um schalten dieses Ventils wird Eichlösung angesaugt. Wegen der engen Ventilbohrung von 0,8 mm fällt der Druck in der strömenden Flüssigkeit stark ab und die im Wasser gelö sten Gase treten aus der Flüssigkeit aus (Düse). - - Das Ventil 2 dient zur Regulierung des Durchsatzes
- - Filtratpumpe 5 ist eine Membranpumpe (F 120 G 14 der Firma ASF)
- - Die Abscheidung der Gasblasen erfolgt in einem PVC-T-Stück (Fa. Labokron, Best. Nr. 56 141), in das die Probe seitlich einströmt. Der Hauptstrom wird nach oben geführt und trans portiert das Gas mit in den Ablauf. Der Probenstrom (0,6 l/h) fließt nach unten in einen Teflonschlauch mit 1,3 mm Innendurchmesser, so daß dahin keine Gasblasen gelangen.
- - Ventil 3 ist ein 3/2-Wege-Magnetventil aus Teflon mit einem sehr kleinen Innenvolumen von 80 µl (PSV 100 Fa. Pharmacia/LKB oder Modell 368 Fa. Angar, Vertrieb Fa. WSM Armaturen; die Modelle sind baugleich).
- - Die Membran-Dosierpumpe (M201-1 mit Hublängenverstellung, Fa. Alldos) dosiert bei einem auf 50% eingestellten Hub Reagenzlösung in die Probe. Werkstoffe sind schwarzes Hart- PVC (Pumpenkopf und Anschlüsse) und Teflon (Membran).
- - Die Eichlösung 7 enthält 10 mg Nitrat-N/l als Natriumnitrat gelöst. Der 5-l-Vorratsbehälter reicht bei einem Durchsatz von 22 l/h und einer Systemspülzeit von 100 s für zwölf Eichvorgänge.
- - Der Reaktionsweg ist ein 700 mm langer Teflonschlauch mit 1,3 mm Innendurchmesser.
- - Ventil 4 ist ein 2/2-Wege-Magnetventil aus Teflon mit Dop pelspule (Modell 190 L von Angar, Fa. WSM) .
- - Die zudosierte Reagenzienmenge beträgt 3,8 ml.
Weitere Anwendungsgebiete sind Dosieraufgaben mit gleichzeiti
ger Mischung, insbesondere bei unterschiedlicher Dichte, Vis
kosität und Brechungsindex.
Ähnlich wie im Ausführungsbeispiel können durch Zugabe ent
sprechender Reagenzien z.B. Phosphat, Ammonium, Formaldehyd
u.a. in wäßriger Lösung bestimmt werden.
Umgekehrt ist auch das Dosieren einer wäßrigen Farbreagenzlö
sung in eine Probenlösung mit anderer Dichte, Viskosität und
Brechungsindex möglich.
Claims (3)
1. Verfahren zur Probennahme und Probenvorbereitung von gelö
sten Stoffen für den spektrometrischen Nachweis, bei wel
chem der Lösung geeignete Reagenzien reproduzierbar zudo
siert werden und bei welchem die Stoffkonzentration aus der
Änderung der optischen Eigenschaften der Lösung durch eine
Reaktion bestimmt wird, gekennzeichnet durch folgende Ver
fahrensschritte
- a) kontinuierliches Ansaugen der Probenflüssigkeit aus einem Zulauf (14) mit einer Pumpe (5) über ein Ventil (1)
- b) Aufteilung des Probenstromes in einen Analysenzweig (11) und einen Bypasszweig (10) derart, daß störende Gasbla sen im Bypasszweig abgeführt werden,
- c) Messung der optischen Eigenschaften der Probenflüssig keit in einem Meßvolumen (9) des Analysenzweigs (11) mit Hilfe eines optischen Meßsystems,
- d) Unterbrechung des Probenstromes im Analysenzweig (11) mit einem Mehrweg-Ventil (3) bei gleichzeitiger Zugabe der Reagenzien (8) mit Hilfe einer Dosierpumpe (6) der art, daß die Probenflüssigkeit durch den Strom der Rea genzien (8) im Analysenzweig (11) weitertransportiert wird, wobei sich allein durch Diffusionsvorgänge und Turbulenzen beim Transport eine Zone geeigneter Zusam mensetzung von Reagenzien und Probenflüssigkeit bildet,
- e) Beendung der Reagenzienzugabe, Umschalten des Ventils (3) und Schließen des Ventils (4) nach einer vorwählba ren Zeit derart, daß die flüssige Phase der geeigneten Zusammensetzung das Meßvolumen (9) ausgefüllt,
- f) Erfassung der optischen Eigenschaften der Mischung kon stanter Zusammensetzung aus Probenflüssigkeit und Rea genzien nach einer 2. vorwählbaren Zeit,
- g) Berechnung der Stoffkonzentration aus den Änderungen der optischen Eigenschaften von Probenflüssigkeit und Ge misch,
- h) Öffnen des Meßzweiges durch Betätigung des Ventils (4) für den Probenstrom und periodisches Wiederholen der Verfahrensschritte ab Schritt c) bis Schritt h).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
durch Einspeisen einer Lösung (7) bekannter Zusammensetzung
anstelle der Probe, mit Hilfe der Pumpe (5) über das Ventil
(1) während des Verfahrensschrittes c) und anschließender
Durchführung der Schritte d), e), f) und g) eine Quantifi
zierung der Meßwerte vorgenommen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ablauf der einzelnen Verfahrensschritte sowie die Auswer
tung der Messungen von einem Prozeßrechner gesteuert wird.
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