DE3900990A1 - Verfahren zum rechnergestuetzten auslegen des verlaufs, zum herstellen und einrichtung zum herstellen von raeumlich winklig gebogenen, kleinkalibrigen rohrleitungen, insbes. von kraftstoff- oder bremsleitungen im kraftfahrzeugbau - Google Patents
Verfahren zum rechnergestuetzten auslegen des verlaufs, zum herstellen und einrichtung zum herstellen von raeumlich winklig gebogenen, kleinkalibrigen rohrleitungen, insbes. von kraftstoff- oder bremsleitungen im kraftfahrzeugbauInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum rechnergestützten Auslegen des
Verlaufs, ferner ein Verfahren zum Herstellen und außerdem eine
Einrichtung zur Auslegung und Herstellung von kleinkalibrigen
Rohrleitungen, insbesondere von Kraftstoff- oder Bremsleitungen im
Kraftfahrzeugbau.
Derartige, mit räumlich winkligem Verlauf gebogene, kleinkalibrige
Rohrleitungen werden praktisch ausschließlich auf dem Reißbrett
festgelegt. Im Kraftfahrzeugbau werden solche Rohrleitungen entworfen,
wenn das Fahrzeug fertig konzipiert ist. Anschließend fertigt man
gewöhnlich ein Drahtmodell an, das auf einem Meßtisch ausgemessen wird.
Ein solches Auslegungsverfahren ist umständlich, zeitaufwendig und
relativ ungenau. Da solche winklig gebogenen Rohrleitungen bis zu zehn
und mehr Biegestellen aufweisen und selbst nicht im Automobilwerk
hergestellt werden, ist die Konzeption eines Modells nach einem ersten
Muster notwendig, auf das meist ein zweites Muster folgt. Das erhaltene
xte Muster muß dennoch nicht biegetechnisch günstig sein. Das System des
Auslegens, der Herstellung und der Gestaltung der Einrichtung zum Biegen
ist daher erheblich verbesserungsbedürftig. Als Beispiel für die
Herstellungseinrichtung solcher winklig gebogener Rohrleitungen im
Kraftfahrzeugbau ist die DE-C1-12 02 100 anzusehen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Gesamtsystem der Auslegung
von räumlich winklig gebogenen Rohrleitungen, später der Herstellung und
der Einrichtung zu verbessern, d. h. aufeinander systemtechnisch
abzustimmen und außerdem den Übertragungsweg zwischen Auslegung und
Herstellung bzw. Gestaltung der Einrichtung zu beschleunigen.
Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in einem
ersten Schritt über einen mechanisch betätigten Meßtaster Raumpunkte des
Rohrleitungsverlaufs aufgenommen und die entsprechenden
Raumkoordinatenwerte in einem Speicher eines Rechners abgelegt werden
und daß danach in einem zweiten Schritt über ein in den Rechner
geladenes Umrechnungsprogramm die Raumkoordinatenwerte der Schnittpunkte
der Mittellinien von jeweils zwei Rohrleitungsabschnitten errechnet
werden. Dieses Verfahren erspart eine Drahtmodellentwicklung oder eine
langwierige Konstruktion auf dem Reißbrett. Vorteilhafterweise können
die errechneten Raumkoordinatenwerte als Ausgangsbasis für weitere
Systemverbesserungen dienen.
Eine diesbezügliche Verbesserung besteht darin, daß in einem dritten
Schritt die Rückfederung eines Rohrleitungsabschnitts und die
Verdrillung des Rohrs in Abhängigkeit von der Länge des
Rohrleitungsabschnittes in Form eines empirischen Wertes, der in einer
Erfahrungstabelle abgespeichert ist, entnommen und aus diesen Werten die
Ebenen von Biegeelementen errechnet werden. Diese Maßnahme wirkt sich
letztlich vorteilhaft auf die Gestaltung der Biegeeinrichtung aus.
Die bisher mühsam nachvollzogenen, über sich ständig ändernde
Konstruktionszeichnungen oder Modelländerungen sich ergebenden neuen
Biegeverläufe können nach einer anderen Verfahrensweise dadurch als
umgangen gelten, daß die Biegefolgen schrittweise abgearbeitet werden
und daß aufgrund vorgegebener Objektkonstruktionen für jede Biegefolge
eine Kollisionsprüfung durchgeführt wird.
Die Berücksichtigung des Biegewerkzeuges erfolgt weiterhin dadurch, daß
über ein korrigierendes Biegeprogramm Raumkoordinatenwerte für die
Achsen von rollenförmigen Biegeelementen ermittelt werden. Diese
Maßnahme erleichtert wie die vorhergehenden die Konstruktion und
Einrichtung bzw. Ausrichtung der Biegeelemente eines Biegewerkzeuges.
Ein anderer Vorschlag richtet sich auf den Ablauf der
aufeinanderfolgenden Biegefolgen und dient der Vermeidung von
Schwierigkeiten während der Herstellung im Biegewerkzeug. Es wird daher
vorgeschlagen, daß unter Verwendung von in der Achse der
Winkelhalbierenden des Biegewinkels postierten Normbiegeelementen die
Biegeelemente derart geschwenkt werden, daß der zum Einlegen der geraden
Rohrleitungen bzw. der zum Entnehmen erforderliche Freiraum in einer
notwendigen Einlegeebene bzw. in einer notwendigen Entnahmeebene zu
liegen kommt.
Eine Einrichtung zur rechnergestützten Auslegung des Verlaufs von
räumlich winklig gebogenen kleinkalibrigen Rohrleitungen, insbesondere
von Kraftstoff- oder Bremsleitungen im Kraftfahrzeugbau und für die
Herstellung solcher mehrfach unter Winkelverlauf gebogener Rohrleitungen
wird vorteilhafterweise dahingehend gestaltet, daß ein Meßwertgeber
einen gelenkigen Tastarm aufweist, der mit einem Winkeldrehgeber in dem
Gelenk verbunden ist und an den Speicher eines Rechners angeschlossen
ist. Diese Einrichtung gestattet an einem Objekt (z. B. Kraftfahrzeug),
den Verlauf von winklig gebogenen räumlich verlegten Rohrleitungen in
einem Schnellverfahren unmittelbar festzuhalten bzw. festzulegen.
Ein weiterer Vorschlag geht dahin, daß die im Rechner abgespeicherten
Raumkoordinatenwerte eines Rohrleitungsverlaufs als
Maschinensteuerungsdaten für eine frei programmierbare Steuerung einer
Biegemaschine nach einem vorgegebenen Programm verwendbar sind. Aufgrund
der vorgegebenen Daten können kurzfristig die Biegeelemente
(z. B. Biegerollen) durch Roboterarme in eine neue Lage verschoben werden,
um einen neuen Biegeverlauf für eingeführte kleinkalibrige Rohrleitungen
einzurichten. Demnach sind mehrere unterschiedliche Biegewerkzeuge für
mehrere unterschiedlich gebogene Rohrleitungen nicht mehr erforderlich.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung schematisch
dargestellt und werden nachfolgend näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Systemdarstellung für die rechnergestützte Auslegung des
Verlaufs räumlich verlaufender, winklig gebogener
kleinkalibriger Rohrleitungen und
Fig. 2 eine Systemdarstellung eines durch Raumkoordinatenwerte in
einem Rechner abgespeicherten Verlaufs einer winklig
gebogenen Rohrleitung zwecks automatischer Einstellung von
Biegeelementen eines Biegeautomaten,
Fig. 3 den Freiraum während einer Rohrbiegung,
Fig. 4 die Entnahmeebene nach einer Rohrbiegung.
In einem Objekt 1, d. h. beispielsweise in einem Kraftfahrzeug, werden
Kraftstoff- oder Bremsleitungen in Form von kleinkalibrigen räumlich
mehrfach winklig gebogener Rohrleitungen 2 benötigt. Derartige
Rohrleitungen 2 weisen einen Außendurchmesser von ca. 10 mm auf und sind
druckfest und korrosionsbeständig. Meist sind solche Rohrleitungen durch
ein Wickelverfahren (sog. Bundy-Verfahren) hergestellt und bestehen
daher aus mehreren Schichten, die durch Schweiß- oder Lötverbindungen
verschmolzen sind.
Im Ausführungsbeispiel verläuft die Rohrleitung 2 von einem
Treibstofftank 3 über mehrere Biegewinkel 4 zu einem Motor 5. Zur
Ersparnis von vielen Konstruktionsstunden werden in einem ersten Schritt
über einen Meßtaster 6 Raumpunkte 7 des räumlichen Rohrleitungsverlaufs
aufgenommen und die erhaltenen Raumkoordinatenwerte in einem Speicher 8
eines Rechners 9 abgelegt. Danach werden in einem zweiten Schritt über
ein in den Rechner 9 geladenes Umrechnungsprogramm 10 die
Raumkoordinatenwerte der Schnittpunkte der Mittellinien von jeweils zwei
Rohrleitungsabschnitten, z. B. 11 a und 11 b errechnet.
In einem dritten Schritt wird die durch den metallischen Werkstoff
natürlicherweise vorhandene Rückfederung jeweils eines
Rohrleitungsabschnittes 11 a oder 11 b und seine Verdrillung in
Abhängigkeit von dem Rohrleitungsabschnitt 11 a oder 11 b in Form eines
empirischen Wertes, der in einer Erfahrungstabelle 12 abgespeichert ist,
entnommen und aus diesem Wert jeweils die Ebenen von Biegeelementen, wie
z. B. Biegerollen, errechnet.
Bei sich sehr rasch während der Entwicklung oder gegen Ende der
Entwicklung ändernden Objekten, wie z. B. Fahrzeugaggregaten, werden die
Biegefolgen pro Rohrleitungsabschnitt 11 a, 11 b schrittweise
abgearbeitet, und es wird aufgrund vorgegebener Objektkonstruktionen für
jede Biegefolge eines Rohrleitungsabschnittes 11 a, 11 b eine
Kollisionsprüfung gegenüber den Fahrzeugaggregaten durchgeführt.
In den oder die Rechner 9 ist außerdem ein korrigierendes Biegeprogramm
13 ladbar, über das Raumkoordinaten für die Achsen 14 von rollenförmigen
Biegeelementen ermittelt werden.
Das Herstellverfahren von räumlich winklig gebogenen, kleinkalibrigen
Rohrleitungen 2, deren Verlauf durch in einem Rechner 9 abgespeicherten
Raumkoordinaten und jeweils zwischen zwei Raumpunkten 15 und 16 (Fig. 2)
verlaufenden Geraden 17 festgelegt wird, erfolgt unter Verwendung von in
der Achse 14 der Winkelhalbierenden des Biegewinkels 18 postierten
Normbiegeelementen 19 (Fig. 3), wobei die Biegeelemente 19 derart
geschwenkt werden, daß der zum Einlegen der geraden Rohrleitungen 2 bzw.
der zum Entnehmen erforderliche Freiraum 20 in einer notwendigen
Einlageebene 20 a bzw. in einer notwendigen Entnahmeebene 20 b zu liegen
kommt (Fig. 4).
Der Rohrschenkel 28 (Fig. 3) könnte innerhalb des Biegewinkels 18 noch
weiter gebogen werden. Dennoch bleibt der Freiraum 20 zum Herausnehmen
der Rohrleitung 2 erhalten. Gemäß Fig. 4 werden die noch ungebogenen
Rohre 29 über eine Transportstrecke 30 der Biegemaschine 26 zugeführt.
Die Einrichtung zur rechnergestützten Auslegung des Verlaufs von
räumlich winklig gebogenen, kleinkalibrigen Rohrleitungen 2 und für die
Herstellung solcher mehrfach unter Winkelverlauf gebogener Rohrleitungen
2 weist für den Meßtaster 6 einen Meßwertgeber 21 auf, der aus einem
Infrarotmeßtaster besteht, ferner einen gelenkigen Tastarm 22, der mit
einem Winkeldrehgeber 23 in einem Gelenk verbunden ist und an den
Speicher 8 des Rechners 9 angeschlossen ist.
Gemäß Fig. 2 sind die im Rechner 9 abgespeicherten Raumkoordinatenwerte
15 a, 16 a eines Verlaufs einer Rohrleitung 2, wie in Fig. 1 dargestellt
ist, als Maschinensteuerungsdaten für eine frei programmierbare
Steuerung 25 einer Biegemaschine 26 nach einem vorgegebenen Programm 27
verwendbar. Mittels weiter nicht gezeigter Roboterarme können die
Biegeelemente (jeweils als Pfeile in Fig. 2 dargestellt) in die richtige
Lage räumlich gefahren oder geschwenkt werden.
Claims (7)
1. Verfahren zum rechnergestützten Auslegen des Verlaufs von räumlich
winklig gebogenen, kleinkalibrigen Rohrleitungen, insbesondere von
Kraftstoff- oder Bremsleitungen im Kraftfahrzeugbau,
dadurch gekennzeichnet,
daß in einem ersten Schritt über einen mechanisch betätigten
Meßtaster Raumpunkte des Rohrleitungsverlaufs aufgenommen und die
entsprechenden Raumkoordinatenwerte in einem Speicher eines Rechners
abgelegt werden und daß danach in einem zweiten Schritt über ein in
den Rechner geladenes Umrechnungsprogramm die Raumkoordinatenwerte
der Schnittpunkte der Mittellinien von jeweils zwei
Rohrleitungsabschnitten errechnet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß in einem dritten Schritt die Rückfederung eines
Rohrleitungsabschnitts und die Verdrillung des Rohrs in
Abhängigkeit von der Länge des Rohrleitungsabschnittes in Form
eines empirischen Wertes, der in einer Erfahrungstabelle
abgespeichert ist, entnommen und aus diesen Werten die Ebenen von
Biegeelementen errechnet werden.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Biegefolgen schrittweise abgearbeitet werden und daß
aufgrund vorgegebener Objektkonstruktionen für jede Biegefolge eine
Kollisionsprüfung durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß über ein korrigierendes Biegeprogramm Raumkoordinatenwerte für
die Achsen von rollenförmigen Biegeelementen ermittelt werden.
5. Verfahren zum Herstellen von räumlich winklig gebogenen
kleinkalibrigen Rohrleitungen, insbesondere von Kraftstoff- oder
Bremsleitungen im Kraftfahrzeugbau, deren Verlauf durch in einem
Rechner abgespeicherte Raumkoordinatenwerte und jeweils zwischen
zwei Raumpunkten verlaufenden Geraden festgelegt sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß unter Verwendung von in der Achse der Winkelhalbierenden des
Biegewinkels postierten Normbiegeelementen die Biegeelemente derart
geschwenkt werden, daß der zum Einlegen der geraden Rohrleitungen
bzw. der zum Entnehmen erforderliche Freiraum in einer notwendigen
Einlegeebene bzw. in einer notwendigen Entnahmeebene zu liegen
kommt.
6. Einrichtung zur rechnergestützten Auslegung des Verlaufs von
räumlich winklig gebogenen kleinkalibrigen Rohrleitungen,
insbesondere von Kraftstoff- oder Bremsleitungen im
Kraftfahrzeugbau und für die Herstellung solcher mehrfach unter
Winkelverlauf gebogener Rohrleitungen,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Meßwertgeber (21) einen gelenkigen Tastarm (22) aufweist,
der mit einem Winkeldrehgeber (23) in dem Gelenk verbunden ist und
an den Speicher (8) eines Rechners (9) angeschlossen ist.
7. Einrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die im Rechner (9) abgespeicherten Raumkoordinatenwerte (15 a,
16 a) eines Rohrleitungsverlaufs als Maschinensteuerungsdaten für
eine freiprogrammierbare Steuerung (25) einer Biegemaschine (26)
nach einem vorgegebenen Programm (27) verwendbar sind.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE3900990A DE3900990A1 (de) | 1989-01-12 | 1989-01-12 | Verfahren zum rechnergestuetzten auslegen des verlaufs, zum herstellen und einrichtung zum herstellen von raeumlich winklig gebogenen, kleinkalibrigen rohrleitungen, insbes. von kraftstoff- oder bremsleitungen im kraftfahrzeugbau |
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Publications (1)
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| DE3900990A1 true DE3900990A1 (de) | 1990-08-02 |
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ID=6372100
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| DE3900990A Withdrawn DE3900990A1 (de) | 1989-01-12 | 1989-01-12 | Verfahren zum rechnergestuetzten auslegen des verlaufs, zum herstellen und einrichtung zum herstellen von raeumlich winklig gebogenen, kleinkalibrigen rohrleitungen, insbes. von kraftstoff- oder bremsleitungen im kraftfahrzeugbau |
Country Status (1)
| Country | Link |
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