DE3838005A1 - Verfahren zum einstellen des mittelwerts der vorlauftemperatur eines heizmediums und schaltungsanordnung zur durchfuehrung des verfahrens - Google Patents
Verfahren zum einstellen des mittelwerts der vorlauftemperatur eines heizmediums und schaltungsanordnung zur durchfuehrung des verfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einstellen
des Mittelwerts der Vorlauftemperatur eines Heizmediums,
das durch eine Heizvorrichtung intermittierend erwärmt
wird, in einem Heizsystem, das mindestens eine verstell
bare Drosselstelle für das Heizmedium aufweist, bei
dem ein Vorlauftemperatur-Sollwert aufgrund äußerer
Einflußfaktoren ermittelt und das Heizmedium bei voller
Öffnung der Drosselstellen auf den Vorlauftemperatur-
Sollwert erwärmt wird. Darüber hinaus betrifft die Erfin
dung eine Schaltungsanordnung zur Durchführung des Ver
fahrens.
Bei einem derartigen Verfahren wird der vermutete Wärme
bedarf des Systems durch äußere Einflußgrößen, wie Außen
temperatur, Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rück
lauftemperatur oder einer vorgegebenen Raumtemperatur
in einem zentralen Raum eines Hauses, abgeschätzt. Aus
diesen gemessenen bzw. vorgegebenen Werten wird zusammen
mit einer manuell einstellbaren Wärmekurve eine Vorlauf
temperatur errechnet. Ein Nachteil bei diesem Verfahren
ist es, daß Änderungen der tatsächlichen Belastungsver
hältnisse nicht wahrgenommen werden. Bei Verwendung
von thermostatischen Ventilen an den Drosselstellen,
z.B. an den Eingängen der jeweiligen Heizkörper, führt
dies wiederum dazu, daß die thermostatischen Ventile
bei zu kleiner Vorlauftemperatur stets voll geöffnet
und bei zu großer Vorlauftemperatur überwiegend geschlos
sen sind, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen.
Eine zu hohe Vorlauftemperatur bringt einen größeren
Energieverlust der Anlage mit sich, während bei einer
zu niedrigen Vorlauftemperatur die Räume trotz offener
Heizkörperventile nicht ausreichend erwärmt werden.
Erwünscht ist aber eine Vorlauftemperatur, bei der die
thermostatischen Heizkörperventile noch regeln können,
d.h. sich in einem teilweise geöffneten oder teilweise
gedrosselten Zustand befinden.
Aus DE-OS 33 45 949 ist eine Vorrichtung zum Steuern
eines Zentralheizungssystems bekannt, die diese ideale
Vorlauftemperatur durch Messen der Änderungen des Wärme
widerstandes mit Hilfe von Temperatur- und Durchfluß
mengenmeßfühlern zu ermitteln versucht. Diese Lösung
erfordert jedoch aufgrund der vielen Meßfühler relativ
große Investionskosten.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein auto
matisch arbeitendes Regelverfahren zum Einstellen des
Mittelwerts der Vorlauftemperatur auf einen solchen
Wert anzugeben, daß eine optimale Gesamtdurchflußrate
des Heizmediums erreicht wird.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs
genannten Art dadurch gelöst, daß eine Startfunktion,
mit der sich die Vorlauftemperatur beim Erwärmen ändert,
ermittelt, mindestens ein Parameter dieser Startfunktion
zur Festlegung einer Sollfunktion verändert und der
Vorlauftemperatur-Sollwert so lange verändert wird,
bis sich der Verlauf der Erwärmung in jeder Aufheizphase
an die Sollfunktion angeglichen hat.
Erfindungsgemäß wird also die Belastung des Heizsystems
im "eingeschwungenen Zustand" durch die Änderungsrate
der Vorlauftemperatur bestimmt. Wird viel Heizmedium
benötigt, steigt also die Vorlauftemperatur nur langsam,
dann sind die Heizkörperventile zu weit geöffnet, befin
den sich also nicht im optimalen Regelbereich. Dann
muß also der Mittelwert der Vorlauftemperatur erhöht
werden. Beim Anlauf eines Heizungssystems kann man im
Prinzip davon ausgehen, daß die thermostatischen Ventile
vollständig geöffnet sind. Die Belastung des Kessels
beträgt folglich 100%, da die maximal mögliche Menge
des Heizmediums durch das System fließt. In einem sol
chen Belastungsfall wird sich die Vorlauftemperatur
nur langsam steigern, da eine große Menge des Heizme
diums durch eine konstante Heizleistung erwärmt werden
muß. In diesem Betriebszustand wird die Startfunktion
ermittelt. Nach einer gewissen Zeit sind die Räume er
wärmt, und die Thermostatventile fangen an zu drosseln.
Wenn ein solcher Normalbetrieb erreicht ist, wird der
Verlauf der Vorlauftemperatur bei jedem Starten der
Heizvorrichtung steiler sein als in der anfänglichen
maximalen Belastungssituation. Der Verlauf der Erwärmung
der Vorlauftemperatur in diesem Normalfall im Verhältnis
zu der anfangs ermittelten Maximal-Belastungskurve ist
ein Ausdruck dafür, mit welcher Durchflußrate die Anlage
arbeitet und ob die Vorlauftemperatur richtig eingestellt
ist. Durch die Vorgabe einer Sollfunktion, die einem
optimalen Erwärmungsverlauf und damit der optimalen
Durchflußrate entspricht, und die Annäherung des tatsäch
lichen Vorlauftemperaturverlaufs an diese Sollfunktion
ergibt sich eine optimale Durchflußrate und der richtige
Vorlauftemperaturmittelwert.
Vorteilhafterweise werden dabei keine zusätzlichen Meß
geräte benötigt, da in der Regel jeweils ein Temperatur
fühler zur Messung der Vorlauf- und der Rücklauftempera
tur vorhanden sind. Aufgrund des automatischen Arbeitens
des Verfahrens ist eine öftere Neueinstellung der Kurve
möglich. Das Heizungssystem läßt sich damit jahreszeit
lich bedingten Schwankungen anpassen. Die Rücklauftempe
ratur läßt sich auch ohne eigenen Rücklauftemperaturfüh
ler ermitteln, wenn vor jedem Anlaufen der Heizvorrich
tung ein Pumpenvorlauf erfolgt. Wenn der Pumpenvorlauf
lange genug dauert, wird nämlich Heizmedium mit Rücklauf
temperatur in die Vorlaufleitung eingespeist. Der dort
angeordnete Temperaturfühler ermittelt damit die Rück
lauftemperatur, die zur weiteren Berechnung der Start-
bzw. Sollfunktion gespeichert wird.
In einer vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens
wird die Start- bzw. Sollfunktion, mit der sich die
Vorlauftemperatur ändert, durch folgende Hilfsfunktion
angeglichen:
wobei
T V(t) die Vorlauftemperatur,
P K die maximale Wärmeleistung des Heizkessels,
C m die Wärmekapazität des durchfließenden Wassers,
t die Zeit,
C k die Wärmekapazität des Kessels und
T R die Rücklauftemperatur
P K die maximale Wärmeleistung des Heizkessels,
C m die Wärmekapazität des durchfließenden Wassers,
t die Zeit,
C k die Wärmekapazität des Kessels und
T R die Rücklauftemperatur
ist.
Diese Hilfsfunktion ergibt eine ausreichend genaue An
näherung an den tatsächlich gewünschten Verlauf der
Vorlauftemperatur. Da sich das Aufheizen in der Regel
im Anfangsbereich der e-Funktion abspielen wird, lassen
sich die Steilheit und das Verhältnis der Steigungen
zwischen Startfunktion und Sollfunktion gut bestimmen.
In der angegebenen Hilfsfunktion lassen sich die Para
meter leicht bestimmen, zumal es ausreicht, jeweils
die Parameterkombination P K /C m und C m /C k zu bestimmen.
Bevorzugterweise werden die Parameter der Startfunktion
durch Messung der Vorlauftemperatur an mindestens drei
Zeitpunkten ermittelt. Dies ergibt eine ausreichende
Anzahl von Werten, um die Hilfsfunktion festzulegen.
Mit Vorteil wird die Sollfunktion aus der Startfunktion
durch Verändern, insbesondere durch Verkleinern, des
Parameters C m ermittelt. Dieser Parameter ist maßgebend
für die Steigung der den Temperaturverlauf wiedergeben
den Kurve.
Durch Verkleinern des Parameters C m wird die Kurve stei
ler. Dies bedeutet eine geringere Durchflußmenge. Bei
einer geringeren Durchflußmenge muß aber die Vorlauf
temperatur höher sein, damit eine ausreichende Wärme
menge von der Heizvorrichtung zu den Heizkörpern trans
portiert wird.
Eine optimale Einstellung, bei der die thermostatischen
Heizkörperventile teilweise gedrosselt sind, ergibt
sich dann, wenn der Parameter C m in der Sollfunktion
etwa 20% bis 40% kleiner ist als der Parameter C m
der Startfunktion. Dies bedeutet, daß eine entsprechend
geringere Menge des Heizmediums das Heizsystem durch
strömt, also nur etwa 60% bis 80% der maximal mögli
chen Menge.
Mit Vorteil wird die Startfunktion bei jedem Übergang
vom Nachtabsenkbetrieb zum Tagbetrieb ermittelt. Damit
ist ein tägliches Neueinstellen der Sollfunktion mög
lich. Das Heizungssystem kann damit dem Zu- oder Abschal
ten mehrerer Heizkörper und/oder jahreszeitlich bedingten
Schwankungen des Wärmebedarfs besser folgen.
Vorteilhafterweise ist zwischen dem Ermitteln der Start
funktion und dem Festlegen der Sollfunktion eine vorbe
stimmte Totzeit vorgesehen. Diese Totzeit beträgt min
destens einen Aufheizzyklus, vorzugsweise mehrere. Da
durch wird sichergestellt, daß die Aufheizung der Räume
nicht verzögert wird.
Mit Vorteil wird aus der Differenz des veränderten Vor
lauftemperatur-Sollwerts und des Vorlauftemperatur-Ist
werts eine Eingangsgröße für einen Integrator gebildet,
der über einen Hystereseschalter die Heizvorrichtung
an- und abschaltet. Ein derartiger Hystereseschalter
ist beispielsweise aus DE-PS 34 26 937 bekannt. Dieses
Verfahren erlaubt eine einfache Regelung.
Bevorzugterweise werden aus den Parametern der Sollfunk
tion die Schwellwerte für den Hystereseschalter ermit
telt. Dies ist eine vorteilhafte zusätzliche Verwendung
der Parameter der Hilfsfunktion. Der Mittelwert der
Vorlauftemperatur läßt sich durch Variieren der Schwell
werte des Hystereseschalters leicht an gewünschte Vor
gaben anpassen.
Erfindungsgemäß wird weiterhin eine Schaltungsanordnung
zur Durchführung des Verfahrens angegeben, mit einer
Vorgabeeinrichtung, die aufgrund äußerer Einflußfaktoren
ein Vorlauftemperatur-Sollwertsignal erzeugt, einem
Integrator, dem die Differenz zwischen einem modifizier
ten Vorlauftemperatur-Sollwertsignal und einem Vorlauf
temperatur-Istwertsignal zugeführt wird, einem Hyste
reseschalter, der ein Kesselsteuersignal zum Schalten
der Heizvorrichtung erzeugt, wenn das Integratorausgangs
signal einen ersten vorbestimmten Wert überschreitet
bzw. einen zweiten vorbestimmten Wert unterschreitet,
eine Parameter-Identifikationseinrichtung, die die Para
meter der Startfunktion ermittelt, eine Recheneinheit,
die die Sollfunktion berechnet und die Differenz zwischen
der Sollfunktion und dem gemessenen Erwärmungsverlauf
des Heizmediums bildet, eine Fehlersignalerzeugungsein
heit, die in Abhängigkeit von der in der Recheneinheit
gebildeten Sollfunktion und der ermittelten Differenz
einen Fehler bildet und in Abhängigkeit von diesem Fehler
einen von drei Temperatursignalwerten, von denen minde
stens einer positiv und einer negativ ist, erzeugt und
eine Summationseinheit, die die Temperatursignalwerte
bei jedem Abschalten des Kessels aufaddiert, wobei der
Ausgang der Summationseinheit zum Ausgang der Vor
gabeeinrichtung addiert wird.
Mit Vorteil entsprechen die drei Temperatursignalwerte
einer Temperaturänderung von -0,2°, 0° und +0,2°C.
Die Änderungsrate des geänderten Vorlauftemperatur-Soll
werts ist damit relativ klein. Das Heizungssystem kann
der Änderung leicht folgen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung
beschrieben. Die einzige Figur darin zeigt in schemati
scher Darstellung ein Heizungssystem.
Das Heizungssystem weist beispielsweise drei Heizkörper
13, 14, 15 auf, die über eine Vorlaufleitung 11 mit
warmem Wasser aus einem Kessel 5 versorgt werden. Nach
Durchströmen der Heizkörper 13, 14, 15 fließt das Wasser
über eine Rücklaufleitung 12 zum Kessel 5 zurück. Die
Wasserdurchflußmenge durch jeden Heizkörper 13, 14,
15 wird durch jeweils ein Ventil 16, 17, 18 bestimmt.
Diese Ventile 16, 17, 18 sind als übliche Thermostatven
tile ausgeführt, d.h. ihr Öffnungsgrad ist abhängig
von der Temperatur desjenigen Raumes, den der Heizkörper
beheizt. Liegt die Temperatur in diesem Raum unter der
eingestellten Solltemperatur, öffnet das thermostatische
Heizkörperventil, liegt sie darüber, drosselt das Ventil
den Zustrom von warmem Wasser in den Heizkörper.
Der Kessel 5 weist in üblicher Weise eine Heizvorrich
tung, beispielsweise einen Brenner für Öl, Gas oder
ähnlichem oder eine elektrische Heizvorrichtung, und
einen Vorratsbehälter für Wasser auf.
Die Vorlauftemperatur T V und die Rücklauftemperatur
T R werden an der Vorlaufleitung 11 bzw. der Rücklauf
leitung 12 oder im Kessel 5 gemessen, beispielsweise
mit Hilfe eines Thermometers 25 mit angeschlossenem
Meßwertformer, der einen Temperaturwert in elektrische
Signale umwandelt, die über Leitungen 19, 20 bzw. 23
einer weiteren Verarbeitung zugeführt werden. Obwohl
mit zwei getrennten Temperaturfühlern genauere Meßwerte
zur Bestimmung der Vor- und der Rücklauftemperatur er
halten werden, reicht es auch aus, wenn lediglich ein
(nicht dargestellter) Temperaturfühler für die Vorlauf
temperatur vorhanden ist. Zur Ermittlung der Rücklauf
temperatur wird dann vor jedem Starten der Heizvorrich
tung im Kessel das Heizmedium über einen gewissen Zeit
raum im Heizkreislauf herumgepumpt, so daß die Vorlauf
temperatur gleich der Rücklauftemperatur ist. Diese
Vorlauftemperatur wird dann gespeichert und für die
nächste Aufheizperiode als konstante Rücklauftemperatur
verwendet.
Zur Steuerung des Kessels, d.h. zur Einstellung des
Mittelwerts der Vorlauftemperatur T V ist eine Vorgabe
einrichtung 1 vorgesehen, in der aus mehreren äußeren
Einflußfaktoren, wie der Außentemperatur T außen und
einer Kurvensteilheit H, ein Vorlauftemperatur-Sollwert
T S gebildet wird. Die Größe T S kann beispielsweise nach
einer bekannten Formel gebildet werden in der
T S = H (22-T außen) + 22 + 2/H
ist. H gibt dabei eine Kurvensteilheit an, wobei bei
einem niedrigen H-Wert eine verhältnismäßig niedrige
Mittelvorlauftemperatur erreicht wird, während bei einem
höheren H-Wert ein höherer Vorlauftemperaturmittelwert
erreicht wird. Dieser Sollwert wird in einem Summations
punkt 2 durch eine später beschriebene Korrekturgröße
in einen modifizierten Sollwert T F verändert. Von diesem
modifizierten Sollwert T F wird über eine Signalleitung
20 der Istwert der Vorlauftemperatur T V an einem Diffe
renzbildungspunkt 29 abgezogen. Diese Differenz wird
dem Eingang eines Integrators 3 zugeführt. Der Integrator
3 integriert dieses Signal über die Zeit. Der Ausgang
des Integrators 3 wird einem Hystereseschalter 4 zuge
führt, der die Heizvorrichtung des Kessels 5 ausschaltet,
wenn der Ausgangswert des Integrators 3 einen vorbestimm
ten ersten Wert überschreitet, und die Heizvorrichtung
des Kessels 5 wieder einschaltet, wenn der Ausgangswert
des Integrators einen vorbestimmten zweiten Wert unter
schreitet.
In der Aufheizphase, d.h. wenn die Heizvorrichtung das
Wasser erwärmt, kann der zeitliche Verlauf der Erwärmung
der Vorlauftemperatur T V durch folgende Hilfsfunktion
beschrieben werden,
worin
T V(t) die Vorlauftemperatur,
P K die maximale Wärmeleistung des Heizkessels,
C m die Wärmekapazität des durchfließenden Wassers,
t die Zeit,
C k die Wärmekapazität des Kessels und
T R die Rücklauftemperatur
P K die maximale Wärmeleistung des Heizkessels,
C m die Wärmekapazität des durchfließenden Wassers,
t die Zeit,
C k die Wärmekapazität des Kessels und
T R die Rücklauftemperatur
ist.
Eine Parameter-Identifikationseinrichtung 7 stellt an
mehreren verschiedenen Zeitpunkten, vorzugsweise minde
stens drei, die Vorlauftemperatur T V fest und ermittelt
daraus die Parameter P K , C m und C k . Um die Hilfsfunktion
eindeutig festlegen zu können, genügt es in der Regel
sogar, lediglich die Quotienten P K /C m und C m /C k zu ermit
teln. Als Eingangsgrößen werden der Parameter-Identifika
tionseinrichtung 7 ein Zeitsignal, die Vorlauftemperatur
T V über eine Signalleitung 26, die mit der Signalleitung
19 in Verbindung steht, und die Rücklauftemperatur T R
über eine Signalleitung 24, die mit der Signalleitung
23 in Verbindung steht, zugeführt. Die Parameter-Identi
fikationseinrichtung 7 arbeitet lediglich beim erstmali
gen Aufheizen der Heizflüssigkeit, beispielsweise beim
Übergang vom Nachtabsenkbetrieb auf den Tagbetrieb.
Die Parameter, die in der Parameter-Identifikationsein
richtung 7 ermittelt worden sind, definieren demnach
eine Startfunktion.
Die Parameter werden an eine Recheneinheit 6 übergeben,
wo sie modifiziert werden können, um eine Sollfunktion
zu bilden. In einem späteren Aufheizzyklus wird mit
Hilfe der modifizierten Parameter eine Sollfunktion
gebildet, die den zeitlichen Sollverlauf der Erwärmung
der Vorlauftemperatur T V angibt. Dieser berechnete Ver
lauf von T V wird über eine Signalleitung 28 einem Diffe
renzbildungspunkt 8 zugeführt, dem über eine Signallei
tung 27, die mit der Signalleitung 19 in Verbindung
steht, der Wert der Vorlauftemperatur T V zugeführt wird.
Am Differenzbildungspunkt 8 wird also die Differenz
zwischen dem berechneten Wert von T V und dem gemessenen
Wert von T V gebildet. Diese Differenz wird einer Fehler
signalerzeugungseinheit 9 zugeführt. Diese Fehlersignal
erzeugungseinheit 9 ermittelt aus der am Differenzbil
dungspunkt 8 berechneten Differenz und den über eine
Signalleitung 30 zugeführten Werten der Sollfunktion
einen Fehler. Die Fehlersignalerzeugungseinheit 9 gibt
an ihrem Ausgang in Abhängigkeit vom ermittelten Fehler
einen von drei Temperatursignalwerten A aus, und zwar
nach folgender Regel: Wenn der Fehler zwischen -2%
und +2% ist, ist A = 0; wenn der Betrag des Fehlers
größer als 2% ist, ist der Betrag A = 0,2°C; das Vor
zeichen von A richtet sich nach dem Vorzeichen des Feh
lers.
Der Ausgang der Fehlererzeugungseinheit 9 wird in einer
Summationseinheit 10 bei jedem Stopp der Heizvorrichtung
des Kessels 5 aufaddiert. Der Ausgang der Summationsein
heit 10 wird am Summationspunkt 2 zum Ausgang T S der
Vorgabeeinrichtung 1 hinzuaddiert. Am Summationspunkt
2 wird somit ein veränderter oder modifizierter Vorlauf
temperatur-Sollwert T F gebildet. Im Normalbetrieb wird
dieser modifizierte Vorlauftemperatur-Sollwert T F dazu
verwendet, wie oben beschrieben, zusammen mit dem Vor
lauftemperatur-Istwert T V eine Differenz zu bilden,
die dann dem Integrator 3 zugeführt wird.
Das Heizungssystem arbeitet wie folgt: Beim Umstellen
des Systems vom Nachtabsenkbetrieb zum normalen Tagbe
trieb kann man davon ausgehen, daß alle Heizkörperther
mostate 16, 17, 18 voll geöffnet sind und die maximale
Wassermenge durch die Heizkörper 13, 14, 15 strömt.
Der Kessel 5 wird gestartet. Daraufhin steigt die Vor
lauftemperatur T V an und wird gemessen. Anhand der gemes
senen Kurve können in der Parameter-Identifikationsein
richtung 7, beispielsweise mit Hilfe eines Mikroprozes
sors, die Konstanten P K , C m , C k der Hilfsfunktion des
Heizungssystems berechnet werden. Da diese Konstanten
beim Starten des Heizungssystems berechnet werden, erhält
man somit eine Startfunktion, d.h. die Gleichung, die
für das Heizsystem bei 100% Durchfluß gilt.
Anhand dieser Startfunktion kann nun eine Sollfunktion
berechnet werden, indem z.B. ein neuer Wert für C m ein
gesetzt wird. Der neue Wert kann beispielsweise 20%
bis 40%, insbesondere 30%, kleiner sein als in der
Startfunktion. Die Aufgabe des durch den Integrator
3, den Hystereseschalter 4, den Kessel 5, die Rückführ
leitung 20 und den Differenzbildungspunkt 26 gebildeten
Reglers ist es nun, einen Mittelwert für die Vorlauf
temperatur so einzustellen, daß die Vorlauftemperatur
T V den durch die gewünschte Sollkurve vorgegebenen modi
fizierten Vorlauftemperatur-Sollwert T F einhält. Wenn
die Vorlauftemperatur T V den gewünschten Verlauf hat,
erreicht man einen Durchfluß, der etwa 60% bis 80%,
vorzugsweise 70%, des maximalen Durchflusses ent
spricht. Bei diesem Durchfluß befinden sich die Heiz
körperthermostatventile 16, 17, 18 in einem teilweise
gedrosselten Zustand, d.h. sie können auf Temperatur
änderungen im Raum durch stärkeres Öffnen oder stärkeres
Drosseln reagieren und damit ihre Regelfunktion erfüllen.
Nach jedem Stoppen des Kessels, d.h. nach jedem Abschal
ten der Heizvorrichtung, wird der gemessene Temperatur
verlauf der Vorlauftemperatur T V mit der berechneten
Sollfunktion in mehreren Punkten verglichen. In Abhängig
keit von dem Ergebnis dieses Vergleiches wird der Mittel
wert der Vorlauftemperatur konstant gehalten, um 0,2°C
angehoben oder um -0,2°C abgesenkt. Diese Änderung
ist so klein, daß das System ausreichend Zeit hat, sich
auf die neuen Randbedingungen einzustellen. Diese Anpas
sung des Mittelwerts an die Belastungen wird ausgeführt,
solange der Tagbetrieb eingestellt ist.
Ein zusätzlicher Vorteil des Systems ist darin zu sehen,
das aus den berechneten Konstanten C m , C k und P K ein
sogenannter Alpha-Wert ermittelt werden kann, der dem
Hystereseschalter 4 über eine Signalleitung 31 zugeführt
werden kann. Dieser Alpha-Wert dient dazu, die beiden
vorbestimmten Schwellwerte festzulegen oder zu verändern,
bei deren Über- bzw. Unterschreiten ein Kesselsteuer
signal zum Schalten der Heizvorrichtung erzeugt wird.
Damit wird eine etwas unsichere manuelle Einstellung
dieses Wertes vermieden.
Die Belastung des Systems wird also nicht nur abge
schätzt, sondern es wird der tatsächlich verbrauchte
Wärmebedarf ermittelt. Die Vorlauftemperatur T V wird
so gesteuert, daß die Heizkörperthermostate bei wechseln
den Außenbedingungen trotzdem immer in ihrem Regelbereich
bleiben können.
Die Außentemperatur T außen und die Kurvensteilheit H,
die der Vorgabeeinrichtung 1 zugeführt werden, werden
auch im Tagbetrieb weiter benutzt, um den Sollwert T S
in Abhängigkeit von den äußeren Bedingungen zu modifizie
ren. Dieser Eingang des Summationspunkts 2 muß also
über den Tag nicht notwendigerweise konstant sein.
Claims (12)
1. Verfahren zum Einstellen des Mittelwerts der Vorlauf
temperatur eines Heizmediums, das durch eine Heizvor
richtung intermittierend erwärmt wird, in einem Heiz
system, das mindestens eine verstellbare Drosselstel
le für das Heizmedium aufweist, bei dem ein Vorlauf
temperatur-Sollwert aufgrund äußerer Einflußfaktoren
ermittelt und das Heizmedium bei voller Öffnung der
Drosselstellen auf den Vorlauftemperatur-Sollwert
erwärmt wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine Start
funktion, mit der sich die Vorlauftemperatur (T V )
beim Erwärmen ändert, ermittelt, mindestens ein Para
meter (C m ) dieser Startfunktion zur Festlegung einer
Sollfunktion verändert und der Vorlauftemperatur-Soll
wert (T F ) so lange verändert wird, bis sich der Ver
lauf der Erwärmung in jeder Aufheizphase an die Soll
funktion angeglichen hat.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Start- bzw. Sollfunktion, mit der sich die
Vorlauftemperatur (T V ) ändert, durch folgende Hilfs
funktion angeglichen wird:
wobeiT V(t) die Vorlauftemperatur,
P K die maximale Wärmeleistung des Heizkessels,
C m die Wärmekapazität des durchfließenden Wassers,
t die Zeit,
C k die Wärmekapazität des Kessels und
T R die Rücklauftemperaturist.
P K die maximale Wärmeleistung des Heizkessels,
C m die Wärmekapazität des durchfließenden Wassers,
t die Zeit,
C k die Wärmekapazität des Kessels und
T R die Rücklauftemperaturist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Parameter der Startfunktion durch Mes
sung der Vorlauftemperatur (T V ) an mindestens drei
Zeitpunkten ermittelt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeich
net, daß die Sollfunktion aus der Startfunktion durch
Verändern des Parameters C m ermittelt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Sollfunktion durch Verkleinern des Parameters
C m ermittelt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Parameter C m in der Sollfunktion etwa 20%
bis 40% kleiner ist das der Parameter C m in der
Startfunktion.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Startfunktion bei jedem
Übergang vom Nachtabsenkbetrieb zum Tagbetrieb ermit
telt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen dem Ermitteln der Start
funktion und dem Festlegen der Sollfunktion eine
vorbestimmte Totzeit vorgesehen ist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß aus der Differenz des veränder
ten Vorlauftemperatur-Sollwerts (T F ) und des Vorlauf
temperatur-Istwerts (T V ) eine Eingangsgröße für
einen Integrator gebildet wird, der über einen Hyste
reseschalter (4) die Heizvorrichtung (5) an- und
abschaltet.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß aus den Parametern der Sollfunktion die Schwell
werte für den Hystereseschalter (4) ermittelt werden.
11. Schaltungsanordnung zur Durchführung des Verfahrens
nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeichnet
durch eine Vorgabeeinrichtung (1), die aufgrund
äußerer Einflußfaktoren (H, T außen) ein Vorlauftempe
ratur-Sollwertsignal (T S ) erzeugt, einen Integrator
(3), dem die Differenz zwischen einem modifizierten
Vorlauftemperatur-Sollwertsignal (T F ) und einem
Vorlauftemperatur-Istwertsignal (T V ) zugeführt wird,
einen Hystereseschalter (4), der ein Kesselsteuer
signal zum Schalten der Heizvorrichtung (5) erzeugt,
wenn das Integrator-Ausgangssignal einen ersten
vorbestimmten Wert überschreitet bzw. einen zweiten
vorbestimmten Wert unterschreitet, eine Parame
ter-Identifikationseinrichtung (7), die die Parameter
(P K /C m , C m /C k ) der Startfunktion ermittelt, eine
Recheneinheit (6, 8), die die Sollfunktion berechnet
und die Differenz zwischen der Sollfunktion und
dem gemessenen Erwärmungsverlauf des Heizmediums
bildet, eine Fehlersignalerzeugungseinheit (9) ,
die in Abhängigkeit von der in der Recheneinheit
(6, 8) gebildeten Sollfunktion und der ermittelten
Differenz einen Fehler bildet und in Abhängigkeit
von diesem Fehler einen von mindestens zwei Tempera
tursignalwerten (A), von denen mindestens einer
positiv und einer negativ ist, erzeugt, und eine
Summationseinheit (10), die die Temperatursignalwerte
(A) bei jedem Abschalten des Kessels aufaddiert,
wobei der Ausgang der Summationseinheit (10) zum
Ausgang der Vorgabeeinrichtung (1) addiert wird,
um das Vorlauftemperatur-Sollwertsignal (T S ) zu
modifizieren.
12. Schaltungsanordnung nach Anspruch 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß die drei Temperatursignalwerte (A)
eine Temperaturänderung von -0,2°, 0° und +0,2°C
entsprechen.
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