DE3831282A1 - Ophthalmologische vorrichtung - Google Patents
Ophthalmologische vorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine ophthalmologische Vorrich
tung nach dem Qberbegriff des Patentanspruchs 1.
Die erfindungsgemäße ophthalmologische Vorrichtung
dient zur Entfernung eines Glaskörpers, weicher Ka
tarakte, präretinaler Membrane, anderer intraokula
rer Strukturen bei deren Pathologien sowie zur Ent
fernung von Fremdkörpern.
In den letzten Jahren haben die Instrumente zur Durch
führung intraokularer Operationen mittels eines ge
ringeren (bis 1,5 mm) Einschnittes in der Augenwan
dung in der Ophthalmochirurgie eine weitgehende Ver
breitung erworben.
Es ist eine ophthalmologische Vorrichtung bekannt, die
als Schneidwerkzeug mit einer Hin- und Herbewegung
ausgebildet ist und in dem ein Absaugkanal zur Ent
fernung des Glaskörpers vorgesehen ist. Als Antrieb
für die Versetzung des Schneidwerkzeugs, das ein Mes
ser mit der Form einer hohlen Röhre ist, in die Hin
und Herbewegung dient ein innerhalb des Handgriffs
des Geräts angeordneter Elektromotor. Das Messer ist
koaxial in eine Außenröhre mit einem geschlossenen
Ende hineingesteckt und bildet mit dieser ein Arbeits
ansatzstück. In der Nähe des Stirnendes der Mantelwan
dung der Außenröhre ist eine Bohrung ausgespart (US-A
41 08 182).
Mit dieser Vorrichtung wird das zur Entfernung vorge
sehene, intraokulare Gewebe mit Hilfe eines Unterdrucks
in der hohlen Innenröhre, der sich von deren offenen
Stirnende aus zu der Bohrung in der Außenröhre aus
dehnt, in den Hohlraum der Außenröhre eingesaugt.
Beim Hervorschieben des Messers schneidet dessen schar
fes Schneidstirnende, während es die Bohrung in der
Außenröhre abdeckt, das ins Innere der Röhre hinein
gesaugte Gewebe ab, das daraufhin aus dem Auge durch
Absaugen entfernt wird. Nach der Rückkehr des Messers
öffnet sich die Bohrung in der Außenröhre und der Ope
rationsvorgang wiederholt sich.
Die Unterbringung des Antriebes in dem Handgriff macht
jedoch das Gerät schwer. Darüber hinaus entstehen da
durch Störschwingungen des Arbeitsansatzstückes. Wei
terhin bereitet die Sterilisation des Geräts durch das
Vorhandensein des Elektromotors viel Mühe. Eine Dosie
rung des Arbeitshubs und der Eingriffskraft auf das
biologische Gewebe ist nicht möglich.
Bekannt ist weiterhin eine ophthalmologische Vorrich
tung, bei der das Arbeitsansatzstück wie oben be
schrieben aus zwei Röhren besteht, während der als
Elektromagnet ausgebildete Antrieb außerhalb des Hand
griffsbereichs angeordnet und mit dem Arbeitsansatz
stück über ein elastisches, in der Umhüllung unterge
brachtes Zugelement verbunden ist (SU-A-9 80 710). Auch
diese Vorrichtung ist auf die während des Betriebes
unvermeidbaren Biegungen des elastischen Zugelementes
äußerst empfindlich, wodurch unerwünschte Veränderun
gen im Ausschlag des Hubes des Verstellteils des Ar
beitsansatzstückes hervorgerufen werden. Darüber hinaus
sind die durch Stöße des Elektromagnets hervorgerufe
nen Schwingungen des Arbeitsansatzstückes groß.
Der gattungsgemäße Stand der Technik ergibt sich aus
der US-A-38 84 238. Diese Druckschrift zeigt eine oph
thalmologische Vorrichtung, die ein Schneidwerkzeug
als Arbeitsansatzstück aufweist. Das Arbeitsansatz
stück besteht aus einer unbeweglichen Außenröhre mit
einem geschlossenen freien Stirnende und einer Seiten
bohrung in der Nähe dieses Stirnendes und aus einer
Innenröhre, die den Verstellteil mit abgespitztem Frei
stirnende bildet, der hin- und herbewegbar ist. Das
Arbeitsansatzstück kann auch eine Mikroschere sein.
Diese Vorrichtung enthält auch einen Handgriff, an
dem das Arbeitsansatzstück befestigt und in dessen
Innerem ein Teil des Antriebes in Form einer Wellrohr
membran untergebracht ist, die mit dem flexiblen
Schlauch in Verbindung gesetzt wird und mit dem Ver
stellteil in mechanischer Verbindung steht.
Der Antrieb ist hierbei eine pneumatische Anlage, die
aus einem Verdichter, aus Steuerungsorganen und dem
flexiblen Schlauch besteht, der an seinem einen Ende
mit dem Verdichter und an dem anderen mit der inner
halb des Handgriffs untergebrachten Wellrohrmembran
gekoppelt ist.
Solange das Arbeitsansatzstück unmittelbar ins Opera
tionsfeld hineingeführt ist, ist auch die Leistung
des Antriebs der pneumatischen Art eingeschränkt, wo
durch der Antrieb nicht ausreichend auf den Verstell
teil einwirken kann, um das Dichtgewebe des Auges wie
beispielsweise die Sehlochmembrane, Schwarten fibrosa
vitra und andere ähnliche Gewebe durchzuschneiden.
Außerdem kann eine zuverlässige Pinzette zum Ergrei
fen von Fremdkörpern bzw. Schichtstaren mit einem sol
chen Antrieb nicht erreicht werden. Versuche, die Lei
stung des pneumatischen Antriebes durch Erhöhung des
Luftdruckes zu steigern, können einen Luftdurchbruch
ins Operationsfeld hervorrufen. Darüber hinaus ist die
Reaktionsgeschwindigkeit der Kette Steuerungsfußhe
bel - Steuerungselektroschaltung - Verdichter - Ven
tilsystem - Arbeitsmedium - Wellrohrmembran - Verstell
teil des Arbeitsansatzstückes nicht hoch genug, da
Luft sehr kompressibel ist. Dies beeinträchtigt ein
kurz entschlossenes Handeln im Laufe der Operation.
Der Chirurg ist an den Betriebszustand des Gerätes
gebunden. Jede Veränderung des Betriebszustands muß
am Steuerpult durchgeführt werden, was der ständigen
Anwesenheit einer technisch geschulten Fachkraft im
Operationssaal bedarf.
Der ausführende Chirurg hat bei der vorstehend be
schriebenen Vorrichtung zu wenig unmittelbare Kontrol
le über den Arbeitsablauf des Gerätes. Er muß sich
für die genaue und augenblickliche Durchführung sei
ner Entschlüsse auf Einflußgrößen wie Zuverlässigkeit
und die Möglichkeitsgrenzen der verwickelten elektro
mechanischen Vorrichtung, den Verstand und die Gewand
heit der Hilfskraft, die Stabilität des Betriebes des
elektrischen Speisenetzes und andere verlassen. Die
ungenügende unmittelbare Kontrolle des Arbeitsablaufs
des Geräts durch den Chirurgen bewirkt eine Erhöhung
der Gefahr bei intraokularen Operationen und eine Er
niedrigung deren Wirksamkeit, falls die Entschlüsse
des Chirurgen durch die Grenzen der technischen Mög
lichkeiten nicht im Vollen und Ganzen ausgeführt wer
den.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine ophthal
mologische Vorrichtung zu schaffen, die eine unmittel
bare Kontrolle des Ausmaßes und der Kraft der Bewe
gung des Verstellteils durch den Chirurgen ermöglicht.
Ausgehend vom Stand der Technik wird diese Aufgabe
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Antrieb eine
geschlossene Hydraulikanlage ist, durch die der unbe
wegliche Teil und der Verstellteil gegenseitig ver
stellt werden.
Mit dieser ophthalmologischen Vorrichtung ist es für
den Chirurgen möglich, das Ausmaß und die Kraft der
Bewegung des Verstellteils unmittelbar zu kontrollie
ren.
Zweckmäßigerweise enthält die geschlossene Hydraulikan
lage einer solchen ophthalmologischen Vorrichtung, de
ren Antrieb mit einer mit dem Verstellteil gekoppelten
Wellrohrmembran versehen ist, einen Faltenbalg, der
innerhalb der Druckvorrichtung angeordnet ist, während
die Wellrohrmembran, die mit dem Verstellteil des chir
urgischen Gerätes zusammenwirkt, im Inneren des Gehäu
ses angeordnet ist.
Das aus dem unbeweglichen Gerätteil herausragende
Stirnende des Verstellteils kann sich an dem Stirnende
der im Inneren des Gehäuses untergebrachten Wellrohr
membran abstützen.
Vorteilhafterweise kann der Verstellteil gegen die im
Inneren des Gehäuses untergebrachte Wellrohrmembran
mittels einer an diesem Verstellteil aufgesetzten Fe
der belastet werden.
Es ist günstig, den Faltenbalg zwischen zwei die An
druckvorrichtung als Fußhebel ausbildenden Flächen
einzusetzen.
Das chirurgische Gerät kann demontierbar sein, wobei
das Stirnende der Wellrohrmembran die Trennfläche bil
det, an die der Verstellteil drückt. Das demontierbare
chirurgische Gerät kann auch eine Pinzette oder eine
Schere sein.
Sind der unbewegliche Teil und der Verstellteil als
Röhren ausgebildet, von denen die innenliegende Röhre
einen an dem hervortretenden Stirnende des Verstell
teils vorgesehenen Stutzen zur Entfernung der Gewe
be aus dem Auge des Patienten aufweist, kann die an
dem Verstellteil aufgesetzte Feder ein Anschlagstück
aufweisen, das von dem oben erwähnten Stutzen gebil
det wird.
Anhand von Zeichnungen wird die Erfindung beispiels
weise näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine ophthalmologische Vorrichtung in Gesamt
ansicht,
Fig. 2 einen Längsschnitt eines als Vitreotom ausge
bildeten chirurgischen Geräts,
Fig. 3 einen Längsschnitt eines Handgriffs des chi
rurgischen Geräts,
Fig. 4 den Handgriff von Fig. 3 in einer Gesamtan
sicht,
Fig. 5 einen Längsschnitt eines als Pinzette ausge
bildeten chirurgischen Geräts und
Fig. 6 einen Längsschnitt eines als Schere ausgebil
deten chirurgischen Geräts.
Die ohpthalmologische Vorrichtung umfaßt, wie in
Fig. 1 gezeigt, ein chirurgisches Gerät 1 und dessen
Antrieb in Form einer geschlossenen Hydraulikanlage.
Das chirurgische Gerät 1 weist zwei gegenseitig ver
stellbare Teile, den unbeweglichen Teil 2 und den
Verstellteil 3 (Fig. 2 und 3) auf. Der unbewegliche
Teil 2 ist mit dem Gehäuse 4 fest verbunden. Der Ver
stellteil 3 ist verstellbar angeordnet und mit dem
Antrieb gekopppelt, der die gegenseitige Verstellung
beider Teile 2 und 3 bewirkt.
Die geschlossene Hydraulikanlage enthält eine im Inne
ren des Gehäuses 4 untergebrachte Wellrohrmembran 5
(Fig. 1, 3), die gegen das Stirnende 6 des Verstell
teils drückt, und einen Faltenbalg 7, der in eine
Druckeinrichtung eingebaut ist. Der Verstellteil 3
wird bezüglich der Wellrohrmembran 5 durch eine Feder
8 (Fig. 3) belastet, die im Inneren des Gehäuses 4
auf den Verstellteil 3 aufgesetzt ist.
Der unbewegliche Teil 2 und der Verstellteil 3
(Fig. 2 und 3) sind als Röhren ausgebildet. Der Ver
stellteil 3 hat einen Abzweigstutzen 9 zum Entfernen
der Gewebe aus dem Auge eines Patienten. Dieser Ab
zweigstutzen 9 ist an dem aus dem unbeweglichen
Teil 2 herausragenden Abschnitt des Verstellteils 3
angeordnet, der als Abstützung für die Feder 8 ausge
bildet ist.
Der Abzweigstutzen 9 (Fig. 1) ist durch einen flexib
len Schlauch 10 mit einer Aspirationseinrichtung 11
verbunden.
Die geschlossene Hydraulikanlage wird von der Wellrohr
membran 5, dem Faltenbalg 7 und einem diese beiden
verbindenden, flexiblen Schlauch 12 gebildet und ist
mit Flüssigkeit, beispielsweise mit flüssigem Mineral
öl, vollkommen ausgefüllt.
Die Druckeinrichtung weist einen von Flächen 14 und
17 ausgebildeten Fußhebel 13 auf, zwischen denen der
Faltenbalg 7 montiert ist. An der Fläche 15 ist ein
zwei Stellungslagen der Fläche 15, eine Arbeitsstel
lung 15′ und eine Transportstellung bedingender Bügel
16 befestigt.
An der Schlauchleitung 12 ist eine elastische Hülse
17 angeordnet, um einem Herausfallen des Schlauchs
12 aus dem Fußhebel 13 und einem Einklemmen des
Schlauches 12 durch die Arbeitsflächen 14 und 15 des
Fußhebels 13 vorzubeugen. Die Fläche 15 ist um eine
Schwenkachse 18 drehbar angelenkt.
Der Hub des Verstellteils 3 (Fig. 2) ist durch einen
Vorsprung 19 an dem Verstellteil 3 und einen Vor
sprung 20 an dem unbeweglichen Teil 2 begrenzt, die
bei der gegenseitigen Verstellung beider Teile 2 und
3 aneinanderstoßen.
Der unbewegliche Teil 2 weist außerdem einen Vorsprung
21 auf, der zur Vermeidung einer Verdrehung des unbe
weglichen Teils 2 in einen Ausschnitt 22 eingreift.
Fig. 2 zeigt ein Vitreotom, an dem das Stirnende
23 des unbeweglichen Teils 2 geschlossen ist und eine
Seitenöffnung 24 mit einer Schneidkante 25 versehen
ist. Das Verstellteil 3 hat hierbei ein offenes Stirn
ende 26 mit einer Schneidkante 27. In der Nähe des
Stirnendes 26 ist in der Mantelwandung des Verstell
teils 3 ein Schlitz 28 für ein Aneinanderdrücken der
Schneidkanten 25 und 27 ausgespart.
Ein Stirnende 29 (Fig. 3) der Wellrohrmembran 5 stößt
gegen eine Mutter 30, durch deren Drehung ein erforder
licher Ausschlag der Hubbewegung des Verstellteils 3
eingestellt wird.
Der Ausschnitt 22 (Fig. 4) ist längs einer Schraubenli
nie angeordnet. In ihm verstellt sich außerdem der
Abzweigstutzen 9.
Der unbewegliche Teil 2 ist durch eine weitere Mutter
31 (Fig. 3, 4) im Gehäuse 4 festgelegt.
Das chirurgische Gerät 1 ist abnehmbar ausgeführt,
wobei das Stirnende 32 (Fig. 3) der Wellrohrmembran
5 die Trennfläche bildet.
Fig. 5 zeigt ein als Pinzette 33 ausgebildetes chirur
gisches Gerät, in dem Branchen 34 und 35 vorgesehen
sind, die mit dem Verstellteil 3 bzw. mit dem unbeweg
lichen Teil 2 gekopppelt sind.
Das in Fig. 6 gezeigte, als Schere 36 ausgebildete
chirurgische Gerät ist mit seinen Branchen 37, 38 ähn
lich ausgeführt.
Die ophthalmologische Vorrichtung funktioniert folgen
dermaßen.
Zunächst wird das chirurgische Gerät ins Innere des
Auges eingeführt. Der Chirurg führt, indem er das
Gerät 1 am Gehäuse 4 festhält, das freie Ende des Ge
räts 1 zu einem zu entfernenden Abschnitt des intra
okularen Gewebes heran. Über den Abzweigstutzen 9
wird ein Unterdruck in den Innenräumen des unbeweg
lichen Teils 2 und des Verstellteils 3 entwickelt,
mit Hilfe dessen die in der Nähe der Seitenöffnung
24 des unbewglichen Teils 2 befindlichen intraoku
laren Strukturen ins Innere dessen Innenraums einge
saugt werden.
Daraufhin drückt der Chirurg mit seinem Fuß auf die
Fläche 15 des Fußhebels 13, wodurch der Faltenbalg
7 zusammengedrückt wird. Da die die Hydraulikanlage
ausfüllende Flüssigkeit praktisch inkompressibel ist,
dehnt sich die Wellrohrmembran 5 entsprechend, wo
durch der Verstellteil 3 vorgeschoben wird und unter
Zusammenwirkung seiner an seinem Stirnende 26 angeord
neten Schneidkante 27 mit der Schneidkante 25 der Sei
tenöffnung 24 ein ins Innere des unbeweglichen Teils
2 hineingesaugtes Stückchen intraokularen Gewebes ab
schneidet, das dann über den Abzweigstutzen 9 und den
Schlauch 10 in die Aspirationseinrichtung 11 evakuiert
wird. Daraufhin beendet der Chirurg das Drücken mit
seinem Fuß auf den Fußhebel 13. Durch die Wirkung der
Feder 8 und durch die Elastizität der Wellrohrmembran
5 und des Faltenbalges 7 kehren das Verstellteil 3
und die ganze Hydraulikanlage in ihre Ausgangsstel
lung zurück.
Dieser Vorgang kann beliebig oft wiederholt werden.
Durch Verschließen der Seitenöffnung 24 des unbeweg
lichen Teils 2 kann notfalls die ganze Hydraulikanlage
und dementsprechend auch der Verstellteil 3 in der
hervorgeschobenen Vorderstellung gehalten werden.
Der Gebrauch der in Fig. 5 bzw. 6 gezeigten chirurgi
schen Geräte verläuft ähnlich, außer daß sich hierbei
auch die beweglichen Branchen 34 bzw. 37 zusammen
mit dem Verstellteil 3 bewegen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung wurde im Versuch an
10 isolierten Leichenaugen und 4 Kaninchenaugen ge
prüft. Nach der erfolgreichen Erprobung wurde sie auch
in der Klinik bei 32 Operationen an Kranken mit unter
schiedlicher intraokularer Pathologie verwendet. Es
sind 12 Operationen der transziliaren Vitreoektomie
anläßlich nicht zurückgehender vitrealer Blutergüs
se und Glaskörpertrübungen, 13 Operationen der hinte
ren Lensektomie wegen weicher und mit unterschiedli
cher Ätiologie versehener Membrankatarakte und 7 Opera
tionen Phakovitreoektomie aufgrund penetrierender Wun
den und Komplikationen der Kataraktenextraktion unter
Entstehung einer vitreakortikalen Mischung durchge
führt worden. Dabei wurden 4 von diesen Operationen
außerhalb der Hauptklinik während des Hinausfahrens
zu den anderen Heilanstalten durchgeführt. Es wurden
alle drei Ausführungsversionen des chirurgischen Gerä
tes 1, das Guillotinenvitreotom, die Schere und die
Röhrenpinzette verwendet. In allen Fällen wurde der
erwünschte anatomische Effekt vollkommen erreicht.
Die Benutzung der erfindungsgemäßen ophthalmologischen
Vorrichtung bringt folgende Vorteile mit sich.
Im Laufe der Operation kann der Chirurg leicht den
Handlungsplan im Zusammenhang mit der entstandenen
Situation ändern bzw. umgekehrt diesen unabhängig von
nicht vorausgesehenen Verhältnissen nicht ändern, d.h.
beim Treffen der groben fibrösen Schichten und Schwar
ten kann er die Belastung an dem Verstellteil 3 des
chirurgischen Geräts 1 leicht und wesentlich verstär
ken, bei einer Tendenz zu Intraoperationshypotonie
kann er das Verhältnis der Öffnungs- und Schließungs
zeiten der Seitenöffnung des unbeweglichen Teils 2
während des Arbeitsspiels verändern, und bei einer
Arbeit in Retinanähe kann er die Bewegung des Verstell
teils 3 verzögern, wodurch Traktioneneinwirkungen an
der Retina herabgesetzt werden.
Der Chirurg kann das zu operierende Gewebe durch das
chirurgische Gerät 1 mit seiner Schneidkante 25 bzw.
27 in bestimmten Dosen fest einklemmen, den fest ein
geklemmten Abschnitt des Gewebes in die erforderliche
Stellungslage herabziehen, beispielsweise die fibröse
Membran von der Retina wegstellen, um diesen durch
weiteres Drücken am Fußhebel 13 gefahrlos abzuschnei
den. Darüber hinaus kann der Chirurg die Fremdkörper
mittels der Pinzette 33 mit unterschiedlicher Kraftbe
lastung am Körper ergreifen, was beim Ergreifen von
gebrechlichen Fremdkörpern von besonderer Bedeutung
ist. Der Chirurg kann außerdem durch Druck am Fuß
hebel 13 die Seitenöffnung des unbeweglichen Teils
2 zuhalten, was zur Aufrechterhaltung der Bilanz zwi
schen dem Abfluß der Flüssigkeit aus dem Auge und dem
Zufluß dieser Flüssigkeit über ein anderes zusätzlich
angewandtes Gerät von Wichtigkeit ist. Falls notwendig
kann der Chirurg auch das Gerät, beispielsweise das
Vitreotom gegen Schere 36 bzw. Röhrenpinzette 33 und
umgekehrt schnell auswechseln. Die hohe Schnellwirkung
des hydraulischen Antriebes gibt dem Chirurgen die
Möglichkeit, auch auf Veränderungen der intraokularen
Situation schnell zu reagieren. In diesem Zusammenhang
nimmt die Wirksamkeit des chirurgischen Eingriffs im
wesentlichen zu, indem der Chirurg die vor der Opera
tion gestellten, anatomischen Aufgaben praktisch immer
lösen kann.
Weiterhin ist die Gefahr beseitigt, daß die Anweisung
en des Chirurgen von einer Fachkraft nicht rechtzeitig
und nicht genau ausgeführt werden, die notfalls die
Arbeitsweise des Geräts 1 an einem nicht abgebildeten
Steuerpult verändern muß.
Es ist zudem die Gefahr eines Gerätbruches im Laufe
der Operation minimal, da keine verwickelte elektri
sche Schaltung und kein System von Pneumoklappen ange
wandt werden. Darüber hinaus fehlt auch die Abhängig
keit von einer Elektronetzspeisung, durch die unerwar
tete Unterbrechungen durchaus möglich sind. Alle er
wähnten Faktoren verringern die Gefahr der chirurgi
schen Operation.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist auch keine
sperrigen Einheiten wie Stromerzeugungsanlage oder
Steuerpult auf. Dadurch ist es möglich, die Abmessun
gen des Geräts so stark zu verringern, daß es praktisch
ein Taschengerät geworden ist. Durch den kompakten
Aufbau des erfindungsgemäßen Geräts wird sein Anwen
dungsbereich wesentlich erweitert, wodurch das Gerät
für die auswärtige Notfallchirurgie sehr wertvoll ist.
Claims (9)
1. Ophthalmologische Vorrichtung mit einem in die Au
genhöhle eines Patienten einzuführenden chirurgischen
Gerät (1), das zwei koaxiale, gegeneinander verstell
bare Teile, einen unbeweglichen Teil (2) und einen
verstellbaren Verstellteil (3) aufweist, wobei der
unbewegliche Teil (2) mit einem Gehäuse (4) gekoppelt
ist und der Verstellteil (3) mit einem eine Druckvor
richtung aufweisenden Antrieb verbunden ist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Antrieb eine ge
schlossene Hydraulikanlage ist, die die Verstellung
des Verstellteils (3) bezüglich des unbeweglichen
Teils (2) bewirkt.
2. Ophthalmologische Vorrichtung nach Anspruch 1, wo
bei der Antrieb eine mit dem Verstellteil (3) gekoppel
te Wellrohrmembran (5) aufweist, dadurch ge
kennzeichnet, daß die geschlossene Hydrau
likanlage einen in der Druckvorrichtung angeordneten
Faltenbalg (7) enthält und die Wellrohrmembran (5)
innerhalb des Gehäuses (4) angeordnet ist.
3. Ophthalmologische Vorrichtung nach Anspruch 2, da
durch gekennzeichnet, daß ein aus dem
unbeweglichen Teil (2) herausragendes Stirnende (6)
des Verstellteils (3) gegen das Stirnende der inner
halb des Gehäuses (4) angeordneten Wellrohrmembran
(5) drückt.
4. Ophthalmologische Vorrichtung nach Anspruch 2 oder
3, dadurch gekennzeichnet, daß der Verstellteil (3)
bezüglich der innerhalb des Gehäuses (4) angeordne
ten Wellrohrmembran (5) durch eine auf ihm aufge
setzte Feder (8) belastet wird.
5. Ophthalmologische Vorrichtung nach einem der An
sprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeich
net, daß der Faltenbalg (7) zwischen zwei Flächen
(14, 15) eingesetzt ist, die die Druckeinrichtung als
Fußhebel (13) ausbilden.
6. Ophthalmologische Vorrichtung nach einem der An
sprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß das chirurgische Gerät (1) demontierbar ist, wobei
das Stirnende (32) der Wellrohrmembran (5) die Trenn
ebene bildet, gegen die der Verstellteil (3) drückt.
7. Ophthalmologische Vorrichtung nach einem der Ansprü
che 4 bis 6, wobei der unbewegliche Teil (2) und der
Verstellteil (3) als Röhre ausgebildet sind, von denen
die innenliegende Röhre einen Abzweigstutzen (9) auf
weist, der zum Herausführen von Geweben aus dem Auge
des Patienten dient und an dem herausragenden Ende
(6) des Verstellteils (3) befestigt ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die auf dem Verstell
teil (3) aufgesetzte Feder (8) gegen ein Anschlagstück
drückt, das von dem Abzweigstutzen (9) gebildet wird.
8. Ophthalmologische Vorrichtung nach Anspruch 6, da
durch gekennzeichnet, daß das demontierbare chirurgi
sche Gerät als Pinzette (33) ausgebildet ist.
9. Ophthalmologische Vorrichtung nach Anspruch 6, da
durch gekennzeichnet, daß das chirurgi
sche Gerät als Schere (36) ausgebildet ist.
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- 1988-09-23 GB GB8822452A patent/GB2222952A/en not_active Withdrawn
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