DE3828350A1 - Automatische spannvorrichtung - Google Patents
Automatische spannvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine automatische Spannvorrichtung nach
dem Oberbegriff des Hauptanspruches.
Spannvorrichtungen dieser Art werden vorzugsweise in
Kraftfahrzeugmotoren eingesetzt und erzeugen eine bei den
wechselnden Betriebszuständen des Motors über längere Zeit
hinweg weitgehend gleiche Spannung des Treibriemens. Die
Spannkraft der z. B. schwenkbar angeordneten Spannrolle wird
durch eine Feder erzeugt, wodurch ein automatischer Ausgleich
bei nachgebendem bzw. straff werdendem Treibriemen erfolgt.
Die Spannung des Treibriemens ändert sich zwischen Kalt- und
Warmphase des Motors langfristig durch Materialermüdung des
Riemenmaterials und im Betrieb durch Impulsstöße bei Zu- oder
Abschalten Belastungen wie Generator, Vakuumpumpe, Kompressor
etc., bei Lastwechsel-Momenten des Motors oder
bei Erschütterungen des Fahrzeugs etwa durch Fahrbahnfehler.
Weiterhin wirken ständige Vibrationen des Treibriemens,
hervorgerufen durch die Ventilsteuerung, die
verbrennungsbedingten Einflüsse auf den Rundlauf etc. auf
die Spannrolle. Aus diesen Gründen ist es vorteilhaft, die
Stellbewegung der Spannvorrichtung zu dämpfen.
Eine wirksame Dämpfung ist jedoch nicht einfach zu erreichen,
da die genannten Vibrationen des Treibriemens relativ geringe
Schwenkamplituden bei hoher Frequenz an der Spannrolle
verursachen. Andererseits bewirken Impulsstöße eine langhubige,
oft nur einmalige Auslenkung der Spannrolle.
Durch die US-PS 42 83 181 ist beispielsweise eine
Spannvorrichtung bekannt, deren Schwenklager mit einer radial
vorgespannten Reibhülse versehen ist. Dadurch wird eine
Reibungsdämpfung in beide Schwenkrichtungen der Spannvorrichtung
erreicht. Durch eine starke radiale Vorspannung kann eine
wirksame Dämpfung der Impulsstöße erreicht werden. Bei
Vibrationen verhält sich die Spannvorrichtung jedoch dabei wie
eine feste, unbewegliche Führungsrolle. Das heißt, daß die
Vibrationen vom Treibriemen selbst ausgeglichen werden müssen,
was zu starkem Verschleiß und vorzeitigem Ausfall führen kann.
Durch das DE-GM 77 03 393 ist ein hydraulischer Stoßdämpfer
bekannt, der die Stellbewegung der Spannvorrichtung hydraulisch
dämpft. In der speziellen Ausführung ist ein Ventil im Fluid-
Kanal vorgesehen, das beim Stoßdämpfer in einer Richtung hohe
und in der anderen geringe Dämpfung bewirkt. Stoßdämpfer dieser
Art sind besonders vorteilhaft für die Dämpfung großer
Bewegungen mit relativ langen Wegen vorgesehen und eignen sich
deshalb vorzüglich zur Energievernichtung bei den oben
genannten Impulsstößen. Zur Dämpfung von Vibrationen können
sie nur bedingt eingesetzt werden, weil innerhalb des relativ
kleinen Amplituden-Bereiches mindestens nach kürzerer
Betriebszeit mit einem durch Leckverlust entstandenen
Spielraum gerechnet werden muß, innerhalb dessen überhaupt
keine Dämpfung mehr möglich ist. Vibrationen des Treibriemens
werden bei dieser Ausführung danach nicht mehr gedämpft. Hinzu
kommt, daß die meist beengten Platzverhältnisse bei
Spannvorrichtungen nur Teleskop-Stoßdämpfer geringer Baulänge
ermöglichen und weiterhin die Schwenkbewegung aus diesen
Gründen untersetzt auf den Stoßdämpfer übertragen werden muß.
Aus diesem Grund nimmt der obengenannte wirkungslose Spielraum
einen erheblichen Teil des Bewegungs-Bereiches der Spannrolle
ein. Der Stoßdämpfer ist dadurch mindestens bei kleinen
Schwenkbewegungen und insbesondere bei Vibrationen unwirksam.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine automatische Spannvorrichtung
der eingangs genannten Art zu schaffen, die alle während des
Betriebes entstehenden Stellbewegungen wirkungsvoll dämpft und
sich den wechselnden Zustandsbedingungen des Riementriebes
anpaßt.
Die Aufgabe wird gelöst durch die Kombination eines mindestens
um die Normalstellung der Spannrolle wirksamen Reibungsdämpfers
mit geringerer Dämpfkraft und einem mindestens in einer
Bewegungsrichtung der Spannrolle wirksamen, hydraulischen
Stoßdämpfer mit höherer Dämpfkraft.
Durch die Kombination von zwei verschiedenen Dämpfungsarten
können die entsprechenden Elemente individuell auf die
charakterischen Merkmale des zu dämpfenden Schwingungsverlaufes
abgestimmt werden. Der hydraulische Dämpfer ist dabei gemäß
seiner grundsätzlich optimalen Verwendbarkeit zur Dämpfung
der Impulsstöße vorgesehen. Der Reibungsdämpfer beruhigt die
vom Treibriemen übertragenen Vibrationen geringerer Amplitude.
Die erfindungsgemäße Spannrolle paßt sich durch geeignete
Mittel wie Federn, hydraulische oder pneumatische Mittel etc.
automatisch an die jeweilige Betriebssituation oder auch den
Ruhezustand einer Maschine, Motor oder dgl. an und bewirkt
vorteilhafterweise in jeder Stellung eine geeignete Dämpfung
im Sinne eines ruhigen, geräuscharmen Laufes und einer langen
Betriebsdauer bei geringem Verschleiß.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist eine parallele
Wirkung von Reibungsdämpfer und hydraulischem Stoßdämpfer
vorgesehen mit bedarfsweise einem in durch Vibrationen
abgedeckten Bewegungsbereich der Spannrolle unwirksamen,
hydraulischen Stoßdämpfer.
Die parallele Wirkung bedeutet, daß die Dämpfungselemente
der hydraulischen und der Reibungsdämpfung gleichzeitig von
einer Ruhestellung heraus arbeiten. Bei dieser Darstellung
ist nicht berücksichtigt, daß der hydraulische Dämpfer einen
anfänglichen Leerhub ohne Dämpfung aufweisen kann. Alternativ
kann dieser durch Leckverluste sich ergebende Bereich auch
bewußt vorgesehen werden, um in diesem Bewegungsbereich allein
den Reibungsdämpfer wirken zu lassen. In jedem Fall ist durch
die parallele Anordnung sichergestellt, daß aus einer
Ruhestellung heraus unverzögert die Reibungsdämpfung wirksam
wird und bei Bewegungsamplituden, die größer als die
Vibrationsamplituden sind, zusätzlich der hydraulische Dämpfer
mit erhöhter Dämpfkraft wirksam wird.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung sind
in das Schwenklager integrierte Elemente zur Reibungsdämpfung
und ein extern angebrachter Stoßdämpfer vorgesehen. Das
Schwenklager kann dabei relativ einfach als radial
vorgespannte Reibhülse aus Gleitlagermaterial ausgeführt sein
oder axial federnd abgestützte Reibscheiben vorgesehen werden.
Ein hydraulischer Teleskop-Stoßdämpfer wird dabei
beispielsweise mit dem Schwenkarm der Spannvorrichtung
verbunden. Um ein sofortiges Nachspannen des nachgebenden
Treibriemens zu bewirken, kann, wie weiter gekennzeichnet ist,
sowohl bei der hydraulischen Dämpfung als auch bei der
Reibungsdämpfung eine hohe Dämpfung gegen die Spannrichtung
und eine geringere bis keine Dämpfung in Spannrichtung
vorgesehen werden.
Weitere Merkmale der Erfindung werden im folgenden an den
in der Zeichnungen dargestellten Beispielen beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 die Draufsicht einer Spannvorrichtung mit
hydraulischem Teleskop-Stoßdämpfer und in das
Schwenklager integrierten Reibungs-Elementen,
Fig. 2 den teilweisen Längsschnitt entlang der Linie A-A
nach Fig. 1 und
Fig. 3 den Längsschnitt eines Teleskop-Stoßdämpfers mit
integrierten Reibungselementen.
Die in Fig. 1 dargestellte Spannvorrichtung besteht aus einem
Tragkörper 1 und einer darauf drehbar angeordneten Spannrolle 2,
die der besseren Übersicht wegen nicht in voller Größe und nicht
im Detail gezeigt ist. Der Tragkörper 1 weist im Abstand
zur Spannrolle 2 ein Schwenklager 3 auf, das auf einer
Montageplatte 4 befestigt ist.
Zwischen dem Befestigungspunkt der Spannrolle 2 und einem
Gelenkbolzen 5 der Montageplatte 4 ist ein hydraulisch wirkender
Teleskop-Stoßdämpfer 6 mit darüber koaxial angeordneter
Schraubenfeder 7 vorgesehen, die gegenüber dem Schwenkkreis
der Spannrolle 2 um das Schwenklager 3 eine etwa tangentiale
Ausrichtung aufweisen. Die Schraubenfeder 7 ist als Druckfeder
ausgebildet und bewegt die Spannrolle 2 und den Tragkörper 1
um dessen Schwenklager 3 in eine der Schwenkrichtungen. Durch
die Schraubenfeder 7 und die Spannrolle 2 wird ein nicht
dargestellter Treibriemen gespannt, wobei der Kolben 8 des
Teleskop-Stoßdämpfers 6 eine Position zwischen seinen
Bewegungsendpunkten einnimmt. Der Teleskop-Stoßdämpfer 6 hat
einen dämpfenden Einfluß auf die Schwenkbewegung der
Spannrolle 2. Die Montageplatte 4 kann mittels Schrauben, die
durch eine Befestigungsbohrung 9 und durch das Schwenklager 3
hindurch führen, beispielsweies an einem Maschinenblock
befestigt werden.
In das Schwenklager 3 der Spannvorrichtung sind, wie besser
aus Fig. 2 hervorgeht, Elemente zur Reibungsdämpfung
integriert. Zwischen einer Lagerhülse 10 und einem
Hülsenabschnitt 11 des Schwenkarmes 1 ist eine dünnwandige
Gleitlagerbüchse 12 eingesetzt, die im Bereich des
Schraubenkopfes 13 radial umgeformt ist. Daran liegt ein
mit der Lagerhülse 10 einstückig verbundener Flansch 14
axial an und wird axial und radial von einer Flanschhülse 15
umgeben, die axial formschlüssig an der Stirnseite 16 des
Hülsenabschnittes 11 anliegt und mit dem radial eingezogenen
Rand 17 in eine Rille 18 des Hülsenabschnittes 11 greift.
Zwischen dem zum Schraubenkopf 13 reichenden Flanschabschnitt
19 und der äußeren Reibfläche 20 des Flansches 14 ist ein
Dämpfungsring 21 und ein axial wirkender Federring 22
verdrehgesichert eingesetzt. Die dadurch erreichte Reibung
ist so ausgelegt, daß sie Vibrationen des Treibriemens, die
sich als Schwingungen kleiner Amplitude auf die
Spannvorrichtung übertragen, wirksam gedämpft werden. Bei
dem oben genannten Teleskop-Stoßdämpfer 6 ist durch bewußt
unvollständig gefüllte Kammern ein aus der jeweiligen
Ruhestellung heraus wirkender Leerhub ohne Dämpfwirkung
vorgesehen. Er überdeckt den sich durch die Vibrationen
ergebenden Bewegungsbereich der Spannvorrichtung. Bei größeren
Bewegungen, insbesondere bei auf die Spannrolle 4 wirkenden,
starken Impulsstößen, wirkt zusätzlich zur Reibungsdämpfung
die hydraulische Dämpfung des Teleskop-Stoßdämpfers 6.
Alternativ zu dem in Fig. 2 dargestellten, in das Schwenklager
3 integrierten Reibungsdämpfer 14, 21, 22, kann dieser, wie
in Fig. 3 gezeigt ist auch in den hydraulischen Teleskop-
Stoßdämpfer 6 integriert sein.
Der Kolben 23 weist dazu eine relativ breite Ringnut auf, in
die ein Reibring 24 aus Kunststoff eingesetzt ist. Dieser
liegt durch die materialeigene Elastizität unter Vorspannung
an der Zylinderwand 25 des Teleskop-Stoßdämpfers 6 und bildet
einen linear beweglichen Reibungsdämpfer. Der Kolben 23 ist
weiterhin mit einer progressiv wirkenden Dichtung 26 versehen,
so daß bei einer Bewegung der Spannrolle 4 vom Treibriemen
weg bzw. beim Einschieben des Kolbens 23 in den Zylinder 27
in Pfeilrichtung 28 hydraulische Flüssigkeit von der vorderen
Kammer 29 lediglich durch die engen Strömungskanäle 30
in die hintere Kammer 31 strömt. Dadurch entsteht eine
relativ starke hydraulische Dämpfung insbesondere von
Impulsstößen. Bei dieser Bewegungsrichtung 28 ist der
Rückflußkanal 32 durch ein Kugelventil 33 mit Druckfeder 34
geschlossen. In der umgekehrten Richtung 35, daß heißt bei
Bewegung der Spannrolle 4 zum Treibriemen öffnet das
Kugelventil 33, wodurch die hydraulische Flüssigkeit von
der hinteren 31 in die vordere Kammer 29 strömt und keine
wesentliche Dämpfung bewirkt. Auch dieser hydraulische
Teleskop-Stoßdämpfer 6 hat durch unvollständige Füllung einen
Leerhub, der den durch Vibrationen erzeugten und durch den
Reibungsdämpfer 24, 25 abgedeckten Bereich ohne hydraulische
Dämpfung freihält.
Claims (7)
1. Automatische Spannvorrichtung mit einer unter Vorspannung
gegen einen Treibriemen oder dgl. anliegenden Spannrolle
und in deren Bewegungsrichtung wirksamen
Dämpfungselementen, gekennzeichnet durch die Kombination
eines mindestens um die Normalstellung der Spannrolle
wirksamen Reibungsdämpfers (14, 21, 22, 24, 25) mit
geringerer Dämpfkraft und einem mindestens in einer
Bewegungsrichtung der Spannrolle wirksamen, hydraulischen
Stoßdämpfer (8) mit höherer Dämpfkraft.
2. Spannvorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
die parallele Wirkung von Reibungsdämpfer (14, 21, 22,
24, 25) und hydraulischem Stoßdämpfer (6).
3. Spannvorrichtung nach mindestens einem der vorhergehenden
Ansprüche, gekennzeichnet durch einen im durch
Vibrationen abgedeckten Bewegungsbereich der Spannrolle
(4) unwirksamen, hydraulischen Stoßdämpfer (6).
4. Spannvorrichtung nach mindestens einem der vorhergehenden
Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Spannvorrichtung mit
in deren Schwenklager (3) integrierten Elementen (14, 21,
22) zur Reibungsdämpfung und einem extern angebrachten,
hydraulischen Stoßdämpfer (6).
5. Spannvorrichtung nach mindestens einem der vorhergehenden
Ansprüche, gekennzeichnet durch in den hydraulischen
Stoßdämpfer (6) integrierte Elemente (24, 25) zur
Reibungsdämpfung.
6. Spannvorrichtung nach mindestens einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der hydraulische
Stoßdämpfer (6) gegen die Spannrichtung der Spannrolle
eine hohe Dämpfung und in Spannrichtung im wesentlichen
keine Dämpfung aufweist.
7. Spannvorrichtung nach mindestens einem der vorhergehenden
Ansprüche, gekennzeichnet durch eine gegen die
Spannrichtung wirkende höhere und in Spannrichtung
wirkende geringere bis keine Reibungsdämpfung.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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| 8141 | Disposal/no request for examination |