DE3815645A1 - Verfahren zur herstellung eines reinen thrombozytenkonzentrates aus gesamtblut - Google Patents
Verfahren zur herstellung eines reinen thrombozytenkonzentrates aus gesamtblutInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
reinen Thrombozytenkonzentrates aus stabilisiertem Gesamt
blut.
Bei der üblichen Thrombozyten-Gewinnung wird zunächst das
Gesamtblut so zentrifugiert, daß eine obere thrombozyten
reiche Plasmaschicht gebildet wird. Diese Schicht wird an
schließend in einen zweiten Beutel übertragen und dieser
wiederum bei hoher g-Zahl (2000-5000 g) zentrifugiert. Da
bei werden eine obere Schicht aus thrombozytenarmem Plasma
und eine untere Schicht, die Thrombozyten, erhalten. Nach
Abtrennen des plättchenarmen Plasmas wird die Thrombozyten
schicht in ca. 50 ml zurückbleibendem Plasma resuspendiert
und bildet das Thrombozytenkonzentrat.
Aufgrund der hier verwendeten Beutel sind reine Konzentrate
häufig nicht zu erhalten, da unter anderem im oberen Beutel
teil befindliche Abbrechteile bzw. Auslaß-Stutzen zu einem
Festhalten von unerwünschten Zellen und dadurch bei Überlei
tung des plättchenreichen Plasmas zur Kontamination des
Konzentrates führen können.
Thrombozytenkonzentrate mit hoher Reinheit können, wie von
Pieters et al. (Vox Sang. 49, 01-05, 1985) beschrieben, aus
Blutkonserven gewonnen werden. Hierzu wird das in einem
durchsichtigen Beutel, z. B. mit einer oberen sowie einer
unteren Auslaßleitung, wie in der DE-OS 30 12 227 oder in
der EP-A 86 111 079 beschrieben, befindliche Gesamtblut
zunächst mit hoher g-Zahl zentrifugiert. Dabei bilden sich
eine obere Plasmaschicht, eine mittlere Buffy-Coat-Schicht,
welche Leukozyten und Thrombozyten enthält, sowie eine
untere Erythrozytenschicht aus.
Mittels geeigneter Vorrichtungen, wie z. B. in der DE-OS
34 17 892 beschrieben, werden das plättchenarme Plasma und
die Buffy-Coat-Schicht jeweils in separate Beutel abge
preßt.
Anschließend wird das Buffy-Coat mit etwa ¹/₃ des Volumens
mit Plasma versetzt und bei niedriger g-Zahl (bis 1000 g)
zentrifugiert. Hierbei wird der Beutel in einer speziellen
Vorrichtung im Zentrifugenbecher gehalten. Danach wird die
obere Schicht, das Thrombozytenkonzentrat, abgetrennt.
Bei dieser Methode sind Verluste jedoch nicht zu vermeiden,
da hier die viskose Buffy-Coat-Schicht, die die Thrombozy
ten enthält und sehr leicht an den Beutelwänden hängen
bleibt, zunächst in einen anderen Beutel ausgetragen wird.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfah
ren zur Bereitstellung eines Thrombozytenkonzentrates zu
entwickeln, welches verlustfrei aus Gesamtblut erhalten
werden kann und einen hohen Reinheitsgrad aufweist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das in Anspruch 1
der vorliegenden Erfindung beschriebene Verfahren gelöst.
Erfindungsgemäß wird hierbei die Übertragung der
Buffy-Coat-Schicht vom ursprünglichen Beutel in einen Über
tragungsbeutel und dadurch Verluste an Thrombozytenkonzen
trat vermieden.
Weiterhin wird durch das Fixieren des Beutels während der
zweiten Zentrifugation - entweder durch direktes Einhängen
oder durch Befestigung entlang der Linie A-B, die die
Abtrennung des oberen Beutelteils begrenzt - eine Kontamina
tion des oberen Beutelteils und somit des Plasmas mit Blut
zellen unterbunden, da der an sich flexible Beutel durch
die Fixierung definiert in der Zentrifuge gehalten wird.
Der die verschiedenen Blutkomponenten enthaltende, mit
einer oberen und einer unteren Auslaßleitung versehene
Beutel wird mittels einer automatisch betriebenen und ent
sprechend gesteuerten Vorrichtung ausgepreßt. Dabei können
das Blutplasma und die roten Blutzellen gleichzeitig durch
die obere bzw. untere Auslaßleitung ausgetragen werden.
Der Beutel wird im wesentlichen durch gleichförmiges Zu
sammendrücken, z. B. zwischen zwei im Ausgangszustand im
Winkel angeordneten Platten,zusammengepreßt. Mittels geeig
neter Detektoren, welche an einem Auslaßschlauch oder im
Beutelbereich angeordnet sein können, kann das Abpreßen
bis zu einem vorgewählten Niveau erfolgen. Mit Detektoren
im Beutelbereich wird beispielsweise die Buffy-Coat-Schicht
auf gleichem Niveau gehalten. Der obere Auslaß wird automa
tisch gesperrt bzw. geöffnet, wenn die dünne Zwischen
schicht des zentrifugierten Gesamtbluts entweder oberhalb
oder unterhalb der festgelegten Grenze liegt. Dieser Vor
gang wird beendet, sobald ein vorgewähltes Endvolumen er
reicht ist. Mit einem Detektor im Bereich der oberen Aus
laßleitung wird die obere Auslaßleitung gesteuert, sobald
die Blutzellenschicht diesen Detektor erreicht. Die Erythro
zytenschicht wird solange noch weiter abgepreßt, bis das
vorgewählte Endvolumen erreicht worden ist.
Im erfindungsgemäßen Verfahren werden daher Blutbeutel
verwendet, welche mindestens einen oberen Auslaß und einen
unteren Auslaß aufweisen und zusätzlich so konstruiert
sind, daß sie während der Zentrifugation nicht beschädigt
werden können und eine Verwirbelung der auszutragenden
Komponenten vermieden wird.
Das Verfahren und die erfindungsgemäßen Blutbeutel werden
anhand der Abb. 1 und 2 näher erläutert.
Abb. 1 zeigt schematisch einen Blutbeutel, wie er im
erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt wird. Er weist nur
am oberen Ende eine Auslaßleitung (5), die durch ein Mehr
fachverbindungssystem, z. B. ein Abbrechteil (4), ver
schlossen ist, auf. Ihr gegenüber ist am unteren Ende eine
Auslaßleitung (6) angeordnet. Neben der unteren Auslaß
leitung (6) befindet sich ein Füll- bzw. Blutentnahme
schlauch (7).
Mit dieser Beutelkonstruktion wird gewährleistet, daß das
Abbrechelement (4) während des Zentrifugierens immer oben
liegt und somit nicht zerbrechen kann. Da der untere Beutel
teil kein solches Abbrechelement aufweist, wird hier eine
Verwirbelung des Sediments bei der Handhabung vermieden.
Darüberhinaus werden keine unerwünschten Blutzellen durch
Anschluß-Stutzen festgehalten.
Da die Zulaufleitung (7) im unteren Beutelteil angeordnet
ist, wird eine Kontamination der oberen Plasmaschicht mit
Blutzellen weiter reduziert.
Somit werden die Plasma- und Erythrozytenschicht von der
Buffy-Coat-Schicht abgetrennt, ohne daß unerwünschte Blut
zellen zurückbleiben. Die nachfolgende Zentrifugation des
Buffy-Coat in dem in der senkrechten Position fixierten
Beutel (1), welcher nur zu einem Drittel gefüllt ist, führt
Thrombozytenkonzentraten, welche über eine nicht kontami
nierte Auslaßleitung bzw. Beutelkopf in reinem Zustand
ausgetragen werden können.
Das in der Abb. 2 dargestellte Blutbeutelsystem veran
schaulicht das Verfahren zur Herstellung eines reinen
Thrombozytenkonzentrats. Es enthält einen das Spenderblut
aufnehmenden Beutel (1) mit Stabilisator und drei Über
tragungsbeutel (2) und (2 a) sowie (3). Der Blutbeutel (1)
mit dem Abbrechteil (4) ist über die obere Auslaßleitung
(5) mit den Übertragungsbeuteln (2) und (2 a) über die
untere Auslaßöffnung (6) mit dem Beutel (3) verbunden.
Über den Füll- bzw. Blutentnahmeschlauch (7) wird in den
Beutel (1) Blut stabilisiert und gespendet, die Fülleitung
(7) abgesperrt und das Blut anschließend bei hoher g-Zahl
zentrifugiert. Hierbei werden eine obere Plasmaschicht,
eine mittlere Buffy-Coat-Schicht und eine untere Erythrozy
tenschicht erhalten. Mittels einer automatisch gesteuerten
Vorrichtung wird anschließend das plättchenarme Plasma
über Leitung (5) in den Beutel (2) und die Erythrozyten
schicht über Leitung (6) in den Beutel (3) übertragen. Das
Erreichen der jeweiligen Grenzschicht kann mittels
Schlauch- oder Beuteldetektoren ermittelt werden. Bei Er
reichen eines vorgewählten Endvolumens wird der Abpreßvor
gang beendet. Gegebenenfalls kann der das Erythrozytenkon
zentrat aufnehmende Beutel (3) ein Konservierungsmittel
enthalten. Das plättchenarme Plasma kann gegebenenfalls in
zwei Fraktionen mit verschiedener Qualität aufgeteilt
werden. Das zuerst abgepreßte Plasma, entsprechend ca. ²/₃
des Plasmavolumens, weist einen deutlich niedrigeren Zell
gehalt auf als die zweite Fraktion.
Nachdem Plasma- und Erythrozytenschicht abgepreßt sind,
werden die Auslaßleitungen (5) und (6) geschlossen und die
Beutel (2) und (3) abgetrennt.
Der die Buffy-Coat-Schicht enthaltende Beutel (1) wird an
schließend an den oberen Enden in einen Behälter einge
hängt und erneut bei niedriger g-Zahl zentrifugiert. Vor
zugsweise kann der nur zu einem Drittel gefüllte Beutel (1)
auch im oberen Drittel abgeklemmt und entlang dieser Ab
trennlinie A-B im Behälter aufgehängt werden.
Nach dem Zentrifugieren wird der Beutel (1) dem Zentrifugen
behälter entnommen. Er enthält eine obere Schicht, das
Thrombozytenkonzentrat, und eine untere Schicht mit Zellen
des Buffy-Coats.
Das Thrombozytenkonzentrat wird über die Auslaßleitung (5)
in den Übertragungsbeutel (2 a) abgepreßt. Das hierbei
erhaltene reine Thrombozytenkonzentrat kann in besonderen
Beuteln bei 20-24°C über mehrere Tage stabil gelagert
werden.
Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht zum
einen darin, daß die aus Gesamtblut erhältliche
Buffy-Coat-Schicht zur weiteren Auftrennung nicht in einen
anderen Beutel übertragen werden muß. Dadurch werden
Verluste an Konzentratkomponenten vermieden.
Durch den Einsatz eines Sammelbeutels ohne zusätzlichen
Anschlußstutzen mit nur einem Mehrfachbeutelverbindungs
system, z. B. einem Abbrechteil, werden Aufwirbelungen der
einzelnen Komponentenschichten vermieden. Durch Anordnung
nur eines Schlauches im Beutelkopf wird eine Kontamination
der hier durchgeleiteten Komponenten vermieden. Es werden
somit reine Präparate erhalten. Nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren können Thrombozyten-Präparationen in hoher Rein
heit auf einfache rationelle Weise verlustfrei aus Gesamt
blut hergestellt werden.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung eines reinen Thrombozyten
konzentrates aus Gesamtblut, dadurch gekennzeichnet,
daß man
- a) das in einem flexiblen Beutel mit einer oberen und einer unteren Auslaßleitung enthaltene Gesamtblut bei hoher g-Zahl zentrifugiert,
- b) die obere plättchenarme Plasmaschicht über die obere Leitung und die untere Erythrozytenschicht über die untere Leitung auspreßt,
- c) den noch die Buffy-Coat-Schicht und Restplasma enthal tenden ursprünglichen Beutel nach Durchmischung hängend bei niedriger g-Zahl zentrifugiert und
- d) das erhaltene Thrombozytenkonzentrat über die obere Auslaßleitung auspreßt und die im unteren Teil des Beutels befindlichen Zellen im Beutel läßt.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der ursprüngliche, die Buffy-Coat-Schicht enthalten
de Beutel in der oberen Hälfte entlang der Linie A-B
abgequetscht und während der zweiten Zentrifugation ent
lang dieser Abtrennlinie in einem Behälter aufgehängt
wird.
3. Blutbeutel, insbesondere zur Verwendung im Verfahren nach
Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Einlaßleitung (5) am oberen Ende und eine Auslaßlei
tung (6) sowie der Füll- bzw. Blutentnahmeschlauch (7)
am unteren Beutelteil angeordnet sind und nur ein Mehr
fachbeutelverbindungssystem (4) am oberen Ende des
Beutels angebracht ist und kein Auslaßstutzen vorhanden
ist.
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| DE3815645A DE3815645A1 (de) | 1988-05-07 | 1988-05-07 | Verfahren zur herstellung eines reinen thrombozytenkonzentrates aus gesamtblut |
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Publications (1)
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Family Applications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE3815645A1 (de) |
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