DE3812473A1 - Beleuchtungseinrichtung mit einem fluessigkeitslichtleiter - Google Patents
Beleuchtungseinrichtung mit einem fluessigkeitslichtleiterInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Beleuchtungseinrich
tung mit einem Lichtleiter, welcher einen Mantel aus einem
Kunststoffschlauch hat, der mit einer lichtleitenden
Flüssigkeit gefüllt und an seinen Enden durch transparente
Fenster verschlossen ist, und mit einer Lichtquelle, welche
mit dem einen Ende des Lichtleiters optisch gekoppelt
ist.
Beleuchtungseinrichtungen mit einem sogenannten "Flüssig
keitslichtleiter" sind seit langem bekannt und haben sich
in der Praxis gut bewährt. Es ist auch eine Kombination
eines Kunststoffschlauches aus einem Fluorkunststoff,
wie FEP, und einer lichtleitenden Flüssigkeit, wie einer
wässerigen Salzlösung oder einem Glycol, die den Kunststoff
nicht benetzt, bekannt.
An den Kunststoffschlauchmantel eines Flüssigkeitslichtlei
ters werden in der Praxis eine ganze Reihe von Anforde
rungen gestellt: Der Kunststoffschlauchmantel soll mög
lichst flexibel sein, damit der Lichtleiter bequem manipu
liert werden kann. Der Schlauch muß ferner die erforder
lichen mechanischen und chemischen Eigenschaften (Elasti
zität, Dichtigkeit, Inertheit bezüglich der Lichtleitflüs
sigkeit usw.) in einem relativ großen Temperaturbereich
auch über längere Zeiten beibehalten, da es in der Praxis
unvermeidlich ist, daß sich das mit der Lichtquelle (Wolf
ram-Halogen-Lampe, Gasentladungslampe und dergl.) gekoppel
te Ende auch bei Verwendung von Wärmeschutzfiltern relativ
stark erwärmt, während sich das andere Ende, das Lichtaus
trittsende, auf Umgebungstemperatur befindet, die im
allgemeinen etwa 20°C beträgt.
Bisher ist kein Kunststoffmaterial bekannt geworden, das
allen diesen Anforderungen genügt. Die seit längerer Zeit
bekannten Fluorkunststoffe, wie FEP, zeichnen sich zwar
durch eine weitgehende Unabhängigkeit ihrer Eigenschaften
von der Temperatur aus, sie sind jedoch relativ starr
und die Flexibilität von Schläuchen aus FEP mit einem
Innendurchmesser über 4 bis 5 mm ist für viele Zwecke
unerwünscht niedrig. Ein anderes bekanntes fluorhaltiges
Polymermaterial ("TFB"), das 20 bis 75 Gew.% an copo
lymerisierten Einheiten des Vinylidenfluorids enthält,
ist zwar erheblich flexibler, seine Eigenschaften sind
jedoch stark temperaturabhängig. Insbesondere wird TFB
beim Erwärmen sehr weich sowie forminstabil und behält
beim anschließenden Erkalten die ihm im warmen Zustand
erteilte Gestalt bei. Im erwärmten Zustand setzt TFB außer
dem auch der Eindiffusion der lichtleitenden Flüssigkeit
keinen so hohen Widerstand entgegen, wie es aus Gründen
der Langzeitstabilität des Lichtleiters erwünscht wäre.
Die vorliegende Erfindung löst, ausgehend von diesem Stand
der Technik, die Aufgabe, eine Beleuchtungseinrichtung
der eingangs genannten Art anzugeben, deren Lichtleiter
weitgehend temperaturunempfindlich und langzeitstabil
sowie gleichzeitig ausreichend flexibel ist, dadurch,
daß der Kunststoffschlauchmantel am Lichteintrittsende
aus einem anderen Kunststoffmaterial besteht als am Licht
austrittsende.
Vorzugsweise ist der Mantel aus zwei in sich homogenen
Stücken aus verschiedenen Kunststoffen zusammengesetzt,
wobei das an das Lichteintrittsende angrenzende Stück
aus einem temperaturunempfindlichen, relativ starren Mate
rial, wie FEP besteht und das an das lichtaustrittsseitige
Ende angrenzende Schlauchstück aus einem relativ flexiblen
und elastischen Material besteht, an das wegen des größeren
Abstandes von der Lichtquelle keine so hohen Anforderungen
hinsichtlich der Temperaturunempfindlichkeit gestellt
zu werden brauchen.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert.
Fig. 1 eine stark vereinfachte, teilweise geschnittene
Ansicht einer bevorzugten ersten Ausführungsform
der Erfindung;
Fig. 2 eine vergrößerte Schnittansicht eines bevorzugten
Verbindungstopfens für die Einrichtung gemäß Fig. 1
und
Fig. 3 eine Teilansicht einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung.
Die in Fig. 1 dargestellte Beleuchtungseinrichtung enthält
eine Lichtquelle (10) mit einer Wolfram-Halogenlampe (12),
die mit einem ellipsoidförmigen Fokussierspiegel (14)
versehen ist. Der Spiegel (14) ist vorzugsweise als Kalt
lichtspiegel ausgebildet, d.h. daß er IR-Strahlung durch
läßt.
Mit der Lichtquelle (10) ist ein Flüssigkeitslichtleiter
(16) gekoppelt, der einen Kunststoffschlauch-Mantel auf
weist, der am Lichteintrittsende mit einem stopfenartigen
Fenster (18) und am Lichtaustrittsende mit einem stopfenar
tigen Fenster (20) verschlossen ist. Der Lichtleiter ist
mit einer lichtleitenden Flüssigkeit (22), z. B. einer
wässerigen Salzlösung oder einem höheren Glykol, wie
Diethylen- und/oder Triethylenglykol gefüllt, welche einen
höheren Brechungsindex hat als das Kunststoffmaterial
des Mantels.
Gemäß der Erfindung besteht der Mantel aus zwei Stücken
(24 a, 24 b), die durch eine Verbindungsanordnung (26) mitein
ander verbunden sind. Das an das Eintrittsfenster (18)
angrenzende Schlauchstück (24 a) besteht aus einem Kunst
stoff, insbesondere einem Fluorkunststoff, vorzugsweise
FEP, der weitgehend temperaturunempfindlich ist, so daß
seine Eigenschaften durch die unvermeidliche Erwärmung
des Lichteintrittsendes durch die Lichtquelle (10) nicht
beeinträchtigt werden. Die Länge des relativ wenig flexib
len Schlauchstücks (24 a) kann beispielsweise 5 bis 20%
der Gesamtlänge des Lichtleiters, in der Praxis also etwa
10 bis 40 cm betragen.
Das restliche Schlauchstück (24 b) besteht aus einem Kunst
stoff, der die für eine bequeme Manipulierbarkeit des
Lichtleiters nötige Flexibilität aufweist, also z. B.
aus TFB. In thermischer Hinsicht brauchen keine großen
Anforderungen an das Schlauchstück (24 b) gestellt zu wer
den, da sich dieses in größerem Abstand von der Lichtquelle
befindet.
Der Lichtleiter als Ganzes ist daher thermisch stabil
und ausreichend flexibel.
Der Mantel (24 a, 24 b) kann einstückig sein und durch
Verschweißen oder Verkleben von zwei Schlauchstücken aus
zwei verschiedenen Kunststoffmaterialien hergestellt werden.
Vorzugsweise wird der Mantel jedoch aus mindestens zwei
getrennten Schlauchstücken aus verschiedenen, in sich
homogenen Schlauchmaterialien mittels eines
Verbindungselements zusammengesetzt. Bei der in Fig. 1
dargestellten bevorzugten Ausführungsform erfolgt dies
mittels eines Verbindungs- oder Kupplungsstopfens (30)
aus einem geeigneten Material, dessen Brechungsindex
möglichst weitgehend mit dem der lichtleitenden Flüssigkeit
übereinstimmt. Der Kupplungsstopfen (30) hat eine axiale
Bohrung (32), die kapillaren Abmessungen haben kann und
seine zylindrische Außenfläche ist vorzugsweise feuerpoliert
und kann außerdem mit einer Schicht (34) niedrigen
Brechungsindex, z. B. einem Fluoridmaterial, wie MgF2
(n =1,36) oder NaAlF2 beschichtet sein, um die Stoßstelle
zwischen den beiden Kunststoffschläuchen optisch zu
isolieren.
Wie Fig. 2 zeigt, ist der Stopfen (30) an den Enden gering
fügig konisch verjüngt, damit scharfe Kanten vermieden
werden und der Schlauch an den Enden des Stopfens nicht
so leicht knickt. Das Anfasen erleichtert auch das
Aufschieben der Schlauchstücke auf den Stopfen. Das Ende
über welches das härtere Schlauchstück geschoben wird,
hat eine relativ kleine konische Fase (30 a), während das
Ende über das das weichere Schlauchstück geschoben wird,
eine längere konische Fase (30 b) mit einem kleineren
Konuswinkel aufweist. Gegebenenfalls genügt es, den Stopfen
nur an einem Ende, insbesondere dem für den weicheren
Schlauch anzufasen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform bestand die Füllflüs
sigkeit aus Diethylenglycol (n =1,45), der Verbindungsstop
fen (30) aus SiO2 (n =1,46), das Schlauchstück (24 a) aus
FEP und das Schlauchstück (24 b) aus TFB. Die Differenz
der Brechungsindizes zwischen der lichtleitenden Flüssig
keit und dem Material des Kupplungsstopfens (30) beträgt
nur 1/100, so daß der Kupplungsstopfen für Strahlung im
sichtbaren Spektralbereich praktisch "unsichtbar" ist
und somit keine nennenswerten Transmissionsverluste im
Lichtleiter erzeugt.
Die Stirnflächen des Stopfens sind optisch poliert, die
Umfangsfläche mindestens feuerpoliert. Die Stirnflächen
können mit einer Antireflexbeschichtung versehen sein,
wenn dies zweckmäßig ist.
Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform der Erfin
dung sind die beiden Schlauchstücke (24 a und 24 b) durch
einen Vollstab (30 a) miteinander verbunden. Der Stab (30 a)
kann wieder aus SiO2 bestehen, auf seiner zylindrischen
Mantelfläche mit einer Fluoridschicht überzogen und an
mindestens einem Ende mit einer Fase versehen sein, wie
es anhand von Fig. 2 erläutert wurde. Bei der Ausführungs
form gemäß Fig. 3 ist es möglich, das Schlauchstück (24 a)
mit einer lichtleitenden Flüssigkeit (22 a) zu füllen,
die von der lichtleitenden Flüssigkeit (22 b) im Schlauch
stück (24 b) verschieden ist. Die Flüssigkeit (22 a) kann
beispielsweise eine wässerige Salzlösung und die Flüssigkeit
(22 b) ein höheres Glycol sein.
Selbstverständlich kann der Mantel auch aus mehr als zwei
Schlauchstücken aus verschiedenen Kunststoffmaterialien
bestehen.
Die Verbindungsstelle zwischen den beiden Schlauchstücken
(22 a und 22 b) wird vorzugsweise mit einem aufgeschrumpf
ten Kunststoffschlauchstück (36) aus PVDF fixiert.
Der Lichtleiter kann im übrigen in bekannter Weise ausgebil
det und mit einer lichtundurchlässigen Umhüllung versehen
sein.
Claims (11)
1. Beleuchtungseinrichtung mit einem Lichtleiter (16),
welcher einen Mantel aus einem Kunststoffschlauch (24 a,
24 b) hat, der mit einer lichtleitenden Flüssigkeit gefüllt
und an seinen Enden durch transparente Fenster (18, 20)
verschlossen ist, und mit einer Lichtquelle (10), welche
mit dem einen Ende des Lichtleiters optisch gekoppelt
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel mindestens
zwei Schlauchabschnitte (24 a, 24 b) aus verschiedenen Kunst
stoffen enthält.
2. Beleuchtungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die beiden Schlauchabschnitte (24 a, 24 b)
im wesentlichen homogene Schlauchstücke sind, die durch
einen optisch transparenten Stopfen (30, 30 a) verbunden
sind.
3. Beleuchtungseinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Stopfen an seiner an den Kunststoff
schlauchmantel (24 a, 24 b) angrenzenden Fläche mit einer
Schicht aus einem Material niedrigen Brechungsindex, wie
einem Fluoridmaterial überzogen ist.
4. Beleuchtungseinrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Stopfen (30, 30 a) aus einem
Material, insbesondere einem Glas, wie Quarzglas, besteht,
dessen Brechungsindex weitestgehend mit dem der
lichtleitenden Flüssigkeit übereinstimmt.
5. Beleuchtungseinrichtung nach Anspruch 2, 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Stopfen an mindestens
einem seiner Enden verjüngt ist.
6. Beleuchtungseinrichtung nach Anspruch 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Stopfen an seinen Enden konische
Fasen mit unterschiedlichem Konuswinkel aufweist.
7. Beleuchtungseinrichtung nach einem der Ansprüche 2
bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Stopfen eine axiale
Bohrung (32) aufweist.
8. Beleuchtungseinrichtung nach einem der Ansprüche 2
bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Schlauch
abschnitte (24 a, 24 b) durch einen optisch transparenten
Vollstab (30 a) miteinander verbunden sind.
9. Beleuchtungseinrichtung nach Anspruch 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die beiden Schlauchabschnitte mit
verschiedenen lichtleitenden Flüssigkeiten (22 a, 22 b)
gefüllt sind.
10. Beleuchtungseinrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der an das mit
der Lichtquelle (10) gekoppelte Ende angrenzende Schlauchab
schnitt (24 a) aus einem wärmeunempfindlichen Kunststoff,
wie FEP besteht und daß der Schlauchabschnitt (24 b), der
an das der Lichtquelle (10) abgewandte Ende angrenzt,
aus einem Kunststoff, wie TFB, besteht, der eine höhere
Flexibilität aufweist als der Kunststoff des lichtquellen
seitigen Abschnitts (24 a).
11. Beleuchtungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1
bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Stopfen aus Quarzglas
und die lichtleitende Flüssigkeit aus Di- und/oder
Triethylenglykol besteht.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE19883812473 DE3812473A1 (de) | 1988-04-14 | 1988-04-14 | Beleuchtungseinrichtung mit einem fluessigkeitslichtleiter |
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Publications (1)
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ID=6351999
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Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE3812473A1 (de) |
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