Technisches Gebiet
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Die Erfindung bezieht sich auf eine Gelatinzusammensetzung
zur Verwendung bei Kapseln für die Füllung einer Medizin
u.dgl., Beschichtungsmitteln oder Bindemitteln von Tabletten,
Gehaüsematerialien usw.
Stand der Technik
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Einige Arzneien sind bspw. in Kapseln eingehüllt, um
Kapselarzneien zu präparieren, die für den Zweck einer einfachen
Einnahme oder einer sicheren Absorption bei dem dafür
bestimmten Verdauungsorgan verwendet werden. Eine Kapsel
für diese Verwendung muβ eine formerhaltende Fähigkeit
haben, wobei sie die Form unter verschiedenen Bedingungen
beibehalten kann, und muß ein Auflösungsvermögen ergeben,
das sich mit dem Verlauf der Zeit nicht ändert.
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Der Wechsel des Auflösungsvermögens mit dem Verlauf der
Zeit wird angeblich darauf zurückgeführt, daß das Gelatin
als eine Hauptkomponente der Kapsel aus sich selbst heraus
reagiert oder mit einer in die Kapsel eingeschlossenen
Substanz und es mit der Zeit unlöslich wird.
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Die Japanische Patentveröffentlichung (Kokai) No. 58-62120
beschreibt eine weiche Kapsel, welche diese Art einer
Unlöslichkeit von Gelatin mit dem Verlauf der Zeit
verhindern kann. Die weiche Kapsel ist eine Gelatinzusammensetzung,
die einen Zusatz an Polypeptid von 0.5 - 10 Gew.-% des
Gelatins aufweist. Die weiche Kapsel wurde zur Verhinderung
einer Unlöslichkeit ausgedacht, indem dafür das hinzugefügte
Polypeptid mit einer eingeschlossenen Substanz reagieren
konnte, bevor das Gelatin reagiert.
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Es wurde jedoch durch Versuche der jetzigen Erfinder
gefunden, daß in dem Fall, wo die eingeschlossene Substanz hoch
reaktiv ist, die Menge des Polypeptidverbrauchs bei der
Reaktion bedeutsam ansteigt, was zu einer ungenügenden
Verhinderung der Unlösbarkeit bei Verwendung der Menge in
dem vorerwähnten Bereich führt. Wenn das Polypeptid über
den Bereich hinzugefügt wird, mit dem die ungenügende
Verhinderung gelöst wird, dann ergibt sich daraus die
Neigung zu einem Abbau der formerhaltenden Fähigkeit der
Gelatinzusammensetzung oder der daraus bestehenden Produkte.
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Mit Rücksicht auf diese Situationen wurde die vorliegende
Erfindung zur Bereitstellung einer Gelatinzusammensetzung
konzipiert, welche die Unlösbarkeit von Gelatin als Folge
des Verlaufs der Zeit verhindern kann ohne jeden Abbau der
formerhaltenden Fähigkeit der Gelatinzusammensetzung.
Beschreibung der Erfindung
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Die Erfindung schafft eine Gelatinzusammensetzung, die
dadurch gekennzeichnet ist, daß sie Gelatin und Polypeptid
als eine Hauptkomponente umfaßt, wobei das Polypeptid in
dem Bereich von 15 - 70 Gew.-% in Bezug auf das
Gesamtgewicht des Polypeptids und des Gelatins ist, wobei das
Gelatin eine Gelierfestigkeit von 250 Bloom oder mehr hat.
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Im folgenden wird die Erfindung detailliert beschreiben.
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Die Gelatinzusammensetzung dieser Erfindung umfaßt Gelatin
und Polypeptid als eine Hauptkomponente. Neben diesen
beiden können zu der Gelatinzusammensetzung eines oder
mehrere unter den Weichmachern, Verdickungsmitteln,
Farbmitteln usw. hinzugefügt werden. Einige Beispiele von
Weichmachern sind Glyzerin und Sorbitol, und sie können
entweder allein oder in der Kombination verwendet werden.
Einige Beispiele von Verdickungsmitteln sind Gummiarabikum
und Algininsäure, und sie können allein oder in Kombination
verwendet werden. Einige Beispiele von Farbmitteln sind
verschiedene Nahrungsmittelfarben, und sie können allein
oder in der Kombination verwendet werden.
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Das bei der vorliegenden Erfindung verwendete Gelatin muß
eine Gelierfestigkeit von 250 Bloom oder mehr haben. Der
Grund dafür ist, daß wenn die Festigkeit weniger als 250
Bloom beträgt, die formerhaltende Fähigkeit der
Gelatinzusammensetzung oder der sie aufweisenden Produkte abgebaut
wird, selbst wenn die Menge des hinzugefügten Polypeptids
relativ gering ist. Die Gelierfestigkeit wurde hier in
Übereinstimmung mit JIS K 6503 (Ausgabe 1977) getestet.
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Das Gelatin kann unter milden Bedingungen hergestellt
werden, die jeden Abbaufaktor seiner Gelierfestigkeit
verhindert, um die hohe Gelierfestigkeit zu erhalten. Es
kann auch durch andere Verfahren hergestellt oder vom
Erzeugermarkt erhalten werden, wo die Gelatine mit einer
Gelierfestigkeit von 250 Bloom oder mehr zu erhalten sind.
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Die Art des Polypeptids für die Erfindung ist nicht
spezialisiert. Das Polypeptidverhältnis sollte hier jedoch in dem
Bereich von 15 - 70 Gew.-% in Bezug auf das Gesamtgewicht
des Polypeptids und des Gelatins sein. Wenn das Polypeptid
über diesen Bereich hinaus hinzugefügt wird, können die
Gelatinzusammensetzung oder die sie umfassenden Produkte
eine sehr niedrige Form erhaltende Fähigkeit haben und
wären für den praktischen Gebrauch ungünstig. Wenn das
Polypeptid unterhalb dieses Bereichs hinzugefügt wird, wird
die Verhinderungswirkung auf die Unlösbarkeit des Gelatins
mit dem Verlauf der Zeit ungenügend. Auch dies ist praktisch
ungünstig.
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Das bei der Erfindung verwendete Polypeptid sollte
vorzugsweise ein Molekulargewicht von etwa 5.000 - 10.000 haben.
Bei einem Molekulargewicht von weniger als 5.000 kann das
Polypeptid in einer unerwünscht niedrigen formerhaltenden
Fähigkeit resultieren, und bei einem Molekulargewicht von
mehr als 10.000 kann es die Unlösbarkeit von Gelatin mit
dem Verlauf der Zeit nicht wirksam verhindern.
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Die Unlösbarkeit von Gelatin mit dem Verlauf der Zeit wird
wirksam verhindert, weil die Gelatinzusammensetzung dieser
Erfindung das Polypeptid umfaßt. Insbesondere ist dies der
Fall, wenn die Gelatinzusammensetzung oder die daraus
bestehenden Produkte mit der eingeschlossenen
Reaktionssubstanz in Berührung kommen und das Polypeptid mit der
Substanz noch vor dem Gelatin chemisch reagiert. Das Verhältnis
des Polypeptids befindet sich vorliegend in dem vorerwähnten
Bereich, sodaß selbst dann, wenn die berührende Substanz
ein hohes Reaktionsvermögen hat, die Verringerung der
Lösbarkeit des Gelatins über eine Zeitdauer verhindert wird
und die formerhaltende Fähigkeit der die
Gelatinzusammensetzung aufweisenden Produkte nicht merklich abnimmt.
Obwohl das Polypeptid in einer großen Menge wie
vorbeschrieben vermischt wird, wird die formerhaltende Fähigkeit
nahezu in demselben Ausmaße erhalten wie diejenige der
Produkte, die mit der existierenden Gelatinzusammensetzung
für Kapseln hergestellt werden, weil das vorliegende Gelatin
eine Gelierfestigkeit von 250 Bloom oder mehr hat.
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Da die Gelatinzusammensetzung der Erfindung das vorstehende
Verhalten hat, wird das Ausmaß der Unlösbarkeit des darin
enthaltenen Gelatins mit dem Verlauf der Zeit klein, ohne
daß es zu irgendeinem Abbau der formerhaltenden Fähigkeit
kommt, und das Ausmaß der Unlösbarkeit mit dem Verlauf der
Zeit ist darüberhinaus genügend klein, selbst wenn die
Gelatinzusammensetzung mit einer Substanz mit hohem
Reaktionsvermögen in Kontakt kommt.
Beste Ausführungsform der Erfindung
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Einige Beispiele dieser Erfindung werden im Vergleich mit
Bezugsbeispielen erläutert, die von einem Bereich der
numerischen Werte dieser Erfindung abweichen. Die Erfindung
ist jedoch nicht auf diese Beispiele beschränkt. Die bei
den folgenden Beispielen verwendeten Polypeptide haben
Molekulargewichte von etwa 8.000.
Beispiele 1 - 5
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In Übereinstimmung mit dem in der Tabelle 1 gezeigten
Verfahren wurden Sheets aus der vorliegenden
Gelatinzusammensetzung durch ein Lösen jeder Materialgruppe unter warmen
Bedingungen erhalten, deren gute Mischung und Abkühlung
nach der Ausbildung zu einem Sheet sowie einem
anschließenden Trocknen bei einer niedrigen Temperatur.
Bezugsbeispiele 1 - 4
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In Übereinstimmung mit dem in der Tabelle 1 gezeigten
Verfahren wurde ein Auflösen unter warmen Bedingungen
vorgenommen, gefolgt von einem Mischen. Die aus der
herkömmlichen Gelatinzusammensetzung bestehenden Sheets wurden
nach demselben Verfahren wie die vorstehenden Beispiele
erhalten.
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Bei jedem der Beispiele 1 - 5 und der Bezugsbeispiele 1 - 4
wurde die Gelierfestigkeit an dem Gelatin und an dem Gemisch
des Gelatins mit dem Polypeptid getestet, und es wurde auch
an jedem erhaltenen Sheet die Zersetzung getestet. Die
Ergebnisse sind in der Tabelle 1 gezeigt.
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Der Test für die Gelierfestigkeit wurde in Übereinstimmung
mit JIS K 6503 (Ausgabe 1977) durchgeführt.
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Die Zersetzung der Sheets wurde an jedem der erhaltenen
Sheets unmittelbar nach der Herstellung, nach einer Lagerung
über 6 Monate bei 40ºC und nach einem Eintauchen in ein
Leberöl für 1 Monat bei 20ºC getestet. Die Test wurden
durch die Bestimmung der Zeit durchgeführt, die für ein
Auflösen bei 37ºC mit einem Zersetzungsapparat benötigt
wurde. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1 mit der Zeit
zum Auflösen von 0.2 g der Sheets angegeben.
TABELLE 1
Zus.setzung der wässrigen Lösung der Gelatinzus. Physikal.Eigensch.
Komponenten (g)
Gelatin
Glycerin
Wasser
Gelierfestigkeit von Gelatin (Bloom)
Gelierfestigkeit des Gemisches Gelatin/Polypept. (Bloom)
Zersetzung der Sheets (min)
Unmittelbar nachher
nach Lagerung 6Mon
nach Eintauchen in Leberöl 1Mon./20ºC
* Sheets waren für den Test zu weich, Anzeige für keine formerhaltende Fähigkeit
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Wie in der Tabelle 1 gezeigt ist, haben unter den
Bezugsbeispielen 1 - 4, die von dem Bereich der numerischen Werte
abweichen, welche bei der vorliegenden Erfindung
spezifiziert sind, die Bezugsbeispiele 1 und 3 keine formerhaltende
Fähigkeit, und das Bezugsbeispiel 2 zeigt eine große
Verringerung der Zersetzung mit dem Verlauf der Zeit. Das
Bezugsbeispiel 4 zeigte noch eine große Zersetzung und war
bei dem Eintauchen in ein Leberöl unlösbar gemacht. Im
Gegensatz dazu zeigen alle Beispiele 1 - 5 kleinere Werte
der Zersetzung mit dem Verlauf der Zeit als die
Bezugsbeispiele 2 und 4 waren außerdem bei der Zersetzung bei dem
Testen unmittelbar nach der Herstellung, nach einer Lagerung
über 6 Monate im Anschluß an ihre Herstellung und nach
einem Eintauchen in ein Leberöl für einen Monat überlegen.
Industrielle Anwendbarkeit
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Die Gelatinzusammensetzung der Erfindung kann für eine
Gelatinzusammensetzung in einer Rohmaterialstufe, in einer
Produktstufe und in einer Zwischenstufe zwischen diesen
anwendbar sein, wenn sie Gelatin und Polypeptid in dem
vorstehend spezifizierten Verhältnis umfaßt und andere
Komponenten wo erforderlich.
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Einige Beispiele der Gelatinzusammensetzung in einer
Rohmaterialstufe dieser Erfindung sind ein Pulver, hergestellt
durch ein Mischen von Gelatin und Polypeptid in dem
vorstehend spezifizierten Verhältnis, ein Pulver, hergestellt
durch ein Mischen dieses Pulvers mit anderen Materialien wo
erforderlich, oder eine Lösung, welche solche Pulver umfaßt.
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Beispiele der Gelatinzusammensetzung in einer Produktstufe
dieser Erfindung sind Kapseln oder Mikrokapseln zur
Umhüllung von Arzneien od.dgl., Hüllmaterialien in der Form
eines Sheets oder eines Films, oder Bindemittel oder
Beschichtungsmittel für Tabletten, usw.
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Einige Beispiele der Gelatinzusammensetzung bei einer Stufe
zwischen den Rohmaterial- und den Produktstufen sind bei
dieser Erfindung Sheets zur Bildung von Kapseln und Sheets
oder Filme zur Bildung von Umhüllungsmaterialien in einer
Beutelform od.dgl.
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In dem Fall, daß die Gelatinzusammensetzung der Erfindung
zu Kapseln gewandelt wird, können die Kapseln entweder
weich oder hart oder eine mittlere Ausbildung zwischen
diesen haben. Sie können die Form einer Mikrokapsel haben.
Die Form oder die Größe ist nicht begrenzt.
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Obwohl die Kapseln aus der Gelatinzusammensetzung der
Erfindung unterschiedlich von den bekannten Kapseln
hinsichtlich einer hohen Gelierfestigkeit des Gelatins und eines
großen Anteils des Polypeptids sind, können sie durch
bestehende Verfahren und Ausrüstungen hergestellt werden,
die bis jetzt auf diesem Gebiet verwendet wurden. Es besteht
daher kein Erfordernis für die Bereitstellung irgendeiner
neuen Herstellungstätte oder einem Investment für
Ausrüstungen.
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Wenn Kapseln aus der vorliegenden Gelatinzusammensetzung
hergestellt werden, können die Arbeitsbedingungen für die
bis jetzt bekannten Kapseln ohne eine merkbare Änderung
angewendet werden. Bspw. kann die wässrige Lösung aus dem
vorliegenden Gelatin und dem Polypeptid in dem vorstehend
spezifizierten Verhaltnis und falls erforderlich von anderen
Materialien präpariert werden. Die Lösung wird getrocknet,
um in Übereinstimmung mit einem üblichen Verfahren ein
Sheet zu bilden. Aus dem Sheet können Kapseln mit einem
kontinuierlichen Verfahren erhalten werden, wie einem
Füllen der Inhalte mit einer Rotationsfüllmaschine, oder
mit einem Plattenverfahren, bei welchem das Sheet verwendet
wird. Anstelle einer vorhergehenden Sheetherstellung können
Kapseln bspw. durch ein Verfahren hergestellt werden, wie
das Globex-Verfahren, bei welchem Inhalte zusammen mit der
Herstellung der Kapseln gefüllt werden. Ein Verfahren zur
Herstellung von Kapseln mit der vorstehenden
Gelatinzusammensetzung hat keine spezielle Beschränkung.
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Die in den Kapseln oder Mikrokapseln aus der
Gelatinzusammensetzung eingeschlossenen Substanzen können von
verschiedenen Arten sein und haben keine Beschränkung. Bspw. sind
es Arzneien, Nahrungsstoffe, usw. Die eingeschlossenen
Substanzen sind nicht auf flüssige Materialien beschränkt.
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Mikrokapseln, welche die vorliegende Gelatinzusammensetzung
als ein Wandmaterial verwenden, können bspw. durch die
Herstellung einer wässrigen Lösung aus der vorliegenden
Gelatinzusammensetzung, der Hinzufügung von einem oder
mehreren öligen oder festen Kernmaterialien, dem
anschließenden Mischen und einem Sprühtrocknen des Gemisches erhalten
werden.
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Ein Umhüllungsmaterial aus der vorliegenden
Gelatinzusammensetzung kann bspw. erhalten werden durch Herstellung eines
Sheets, das aus der Gelatinzusammensetzung besteht, und
dessen Ausbildung zu einem Beutel od.dgl. Ein solches
Umhüllungsmaterial kann als eine Einhüllung von festen oder
öligen Materialien verwendet werden.
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Ein aus der vorliegenden Gelatinzusammensetzung bestehender
beschichteter Film kann mit einer Flüssigkeit für ein
Glätten, einer Flüssigkeit für ein Färben u.dgl. erhalten
werden, welche bspw. durch die Hinzufügung des Gelatins der
spezifizierten Gelierfestigkeit und des Polypeptids in dem
spezifizierten Verhältnis zusammen oder getrennt hergestellt
werden, anstelle des bisher verwendeten gewöhnlichen
Gelatinmaterials. Der beschichtete Film kann durch das Beschichten
einer solchen Lösung auf der Oberfläche von Tabletten
erhalten werden. Einige Beispiele von Beschichtungen sind
eine Zuckerbeschichtung, eine wasserlösliche Beschichtung
und eine darmlösliche Filmbeschichtung.
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Bei einer Verwendung der vorliegenden Gelatinzusammensetzung
als ein Bindemittel für Tabletten kann bspw. ein Bindemittel
für kondensierte Tabletten hergestellt werden durch die
Hinzufügung von Gelatin der spezifizierten Gelierfestigkeit
und von Polypeptid in dem spezifizierten Verhältnis zusammen
oder getrennt anstelle des herkömmlichen Gelatins, welches
ein Bindemittel bei der Herstellung von kondensierten
Tabletten ist.