DE3732883A1 - Apparat zum positiven muskeltraining - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Apparat gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Wie aus Sportstudios bekannt, können Trainingsapparate vielfältige und höchst
beeindruckende Formen haben, je nachdem, für welchem Muskel sie dienlich sein
sollen. Dem Zweck entsprechend ist der Krafteinleitungsteil ein Handgriff, Fuß
pedal oder ein sonstwie gestalteter Hebel. Im Allgemeinen wird die Muskelkraft
über Hebel oder Seile und Rollen zumeist auf Gewichte oder Federn übertragen,
die die Gegenkraft aufbringen.
Beim positiven Muskeltraining wird eine Bewegung entgegen einer Gegenkraft
ausgeführt und diese Bewegung wird mehrfach wiederholt. Maßgeblich für den
Muskelaufbau ist, daß die letzten zwei oder drei Wiederholungen im sogenannten
überschwelligen Leistungsbereich ausgeführt werden, bei dem die Leistungsfähigkeit
schon überfordert wird. Demgemäß reicht dann die erschöpfte Muskelkraft nicht
mehr ganz aus, um die Bewegung zu vollenden. Der Trainierende ist daher auf die
Hilfe einer anderen Person angewiesen, die ihm feinfühlig eine kleine Unterstützung
geben muß, damit die Bewegung nicht steckenbleibt. Wenn aber diese Unterstützung
zu groß ist, unterläuft dies den Trainingseffekt. Es ist jedoch für einen Trainings
partner sehr schwierig, diese Hilfe richtig zu dosieren, denn meist steht dieser
unter der Nachwirkung einer eigenen anstrengenden Übung. Das Training an üblichen
Apparaten hat daher häufig einen unzureichenden Trainingserfolg. Die Notwendigkeit
fremder Hilfe erfordert zudem eine Anpassung an das Trainingsprogramm des Helfers und
kostet beider Zeit.
Bekanntgeworden sind auch Trainingsmaschinen mit prozessorgesteuerten "Bremsmotoren",
die also gemäß einer vorgegebenen Kennlinie und programmgesteuert den gewünschten
Bewegungswiderstand bieten. Im überschwelligen Bereich kann dabei die trainierende
Person durch Knopfdruck den Bremswiderstand stufenweise reduzieren, wenn sie merkt,
daß sie in der Bewegung hängenbleiben könnte. Diese Manipulation beeinträchtigt
jedoch die Konzentration bei der Ausführung der Übung. Wenn der "Totpunkt"
überwunden ist, sollte wieder die ursprüngliche Belastung wirksam werden, doch
da dazu erneut ein Schalter betätigt werden müßte, unterbleibt diese Rückstellung
häufig. Die manuelle Reduktion der Bremskraft birgt auch noch die Gefahr, daß
der Widerstand zu stark reduziert wird, womit das Trainingsergebnis verschlechtert
wird. Bei falsch verstandenem Ehrgeiz wiederum besteht die Gefahr, daß die Brems
kraft zu wenig reduziert wird, womit dann die Bewegung nicht zu Ende geführt
werden kann und also ebenfalls der Trainingseffekt unterlaufen wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen gattungsgemäßen Apparat so weiterzubilden,
daß eine optimale Trainingsfunktion ohne Hilfe einer zweiten Person und ohne
Beeinträchtigung der Konzentration der trainierenden Person möglich ist. Auch
sollen konventionelle Apparate nachgerüstet werden können.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Die motorische Hilfskrafteinrichtung ist ein stets verfügbarer Trainingspartner,
der dann aktiv wird, wenn es erforderlich ist. Diese Hilfskrafteinrichtung kann
prinzipiell an jedes konventionelle Trainingsgerät angefügt werden, wobei
selbstverständlich die Art der mechanischen Ankopplung individuell anzupassen ist.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Gemäß Anspruch 2 wird die Notwendigkeit einer Hilfe in einfacher Weise aus der
nachlassenden Bewegungsgeschwindigkeit abgeleitet. Wenn gemäß Anspruch 3 die
Hilfskraft sanft steigend einsetzt, wird sie auf elegant einfache Weise optimal
dosiert. Denn sie wird dadurch nur gerade so groß, als nötig, um die vorgegebene
Geschwindigkeit der Bewegung zu halten.
Ein Höchstwert der Hilskraft gemäß Anspruch 5 hat sich als zweckmäßig erwiesen.
Müßte zur Aufrechterhaltung der Bewegung eine größere Hilfskraft zugesetzt werden,
hieße dies nur, daß das Trainingsprogramm falsch abgestimmt ist. Das Warnsignal
gemäß Anspruch 6 kann, wenn es zu oft auftritt, als Hinweis dienen, eine andere
Abstimmung des Trainingsprogramms zu überlegen. Die Warnung verhindert auch
eine Überraschung, wenn gemäß Anspruch 7 bei zu starker Erlahmung der Muskel
kraft die Hilfskraft abgeschaltet wird.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 einen Apparat gemäß der Erfindung in stark schematisierter Vereinfachung,
Fig. 2 ein vereinfachtes Schaltschema einer Steuereinrichtung mit Elektromotor.
Zum Zweck der Veranschaulichung des Prinzips ist in Fig. 1 ein ganz einfacher
Gewichthebeapparat schematisch angedeutet. Auf einer Basis 10 steht eine Säule 11,
an der oben eine Umlenkrolle 12 gelagert ist. In einer Umfangsnut der Umlenkrolle 12
ist ein Seil 13 geführt, dessen vorderes Trum 14 mit einem Handgriff 15 und dessen
rückwärtiges Trum 16 mit eine Gewicht 17 verbunden ist. Am Handgriff 15 kann
die angedeutete Person ihre Muskelkraft einleiten, indem sie in Richtung zur Basis 10
zieht. Dabei muß sie die Gegenkraft des Gewichts 17 überwinden.
An der Säule 11 ist eine Zubehöreinheit 18 befestigt, nahe der Umlenkrolle 12,
umfassend einen Elektromotor 19, dessen Abtriebswelle 20 angedeutet ist, und eine
nicht besonders dargestellte Steuereinrichtung. Das Seil 13 ist beispielsweise einmal
um die Abtriebswelle gewickelt, wodurch eine einfache Ankopplung an den Kraftweg
des Trainingsapparates realisiert wird. Es versteht sich, daß dies nur als schematisches
Beispiel dient.
Ebenso zum Zwecke der Veranschaulichung vereinfacht ist das Schaltschema der
Steuereinrichtung gemäß Fig. 2. Demnach ist der Elektromotor 19 fest mit einem
Tachogenerator 21 verbunden, von dem eine der Drehzahl und damit der Bewegungs
geschwindigkeit des Seils 13 proportionale Spannung v abgenommen und gegebenen
falls über einen Verstärker an einen Vergleicher 22 gelegt wird. Dieser gibt an seinem
Ausgang ein Schaltsignal A von beispielsweise 1 Volt nur dann ab, wenn die Spannung
zwischen einem oberen Grenzwert v 1 und einem unteren Grenzwert v 2 liegt. Diese
Grenzwerte werden von einer Kontrollschaltung 23 aufgrund einer Voreinstellung über
deren Tastatur 24 bestimmt. Wenn die Spannung v größer als der obere Grenzwert v 1
ist, bedeutet dies, daß die Muskelkraft der trainierenden Person ausreicht, die
Bewegung mit der dem Trainingsprogramm entsprechenden Mindestgeschwindigkeit
auszuführen. Wenn jedoch zufolge des Nachlassens der Muskelkraft im über
schwelligen Bereich die Geschwindigkeit unter diesen Grenzwert absinkt, so
besagt dies, daß eine Hilfe nötig ist. Diese wird in der nachstehenden Weise
gesteuert. Wenn aber trotz zugeführter Hilfe die Bewegungsgeschwindigkeit noch
weiter abfällt und schließlich den unteren Grenzwert v 2 unterschreitet, bedeutet
dies, daß die Übung nicht zu Ende gebracht werden kann und folglich auch keine
weitere Hilfskraft erforderlich ist.
Mit dem Schaltsignal A, welches also die Notwendigkeit einer Hilfe anzeigt,
wird ein Funktionsgeber 25 aktiviert, der an seinem Ausgang ein Signal P als
Funktion der Zeit mit einer von Null sanft ansteigenden Spannung abgibt. Dieses
Signal P wird über einen Begrenzer 26 als Signal an eine Drehmomentsteuerung 27
in Gestalt einer Phasenanschnittsteuerung mit Thyristoren geleitet. Es versteht sich
somit, daß die Größe des Signals P bzw. entsprechend der Charakteristik der
Phasenanschnittsteuerung und des Elektromotors die Größe des Drehmoments repräsentiert.
Folglich setzt das Motordrehmoment sanft ein und steigert sich ebenso sanft. Damit nun
das Drehmoment nur bis zu einem Maximalwert von 25% der beim jeweiligen Trainings
programm maximal aufzubringenden Muskelkraft ansteigt, wird ein Anstieg des Signales
über den ebenfalls von der Kontrollschaltung 23 vorgegebenen Grenzwert Pmax
hinaus unterbunden. An der Kontrollschaltung wird dazu beispielsweise die Größe G
des Gewichts 17 eingetastet und daraus intern Pmax errechnt (Pmax = 0,25 G).
Das Signal P wird außerdem an einen Vergleicher 28 gelegt, der von der Kontroll
schaltung eine Referenzspannung 0,8 Pmax erhält. Daher gibt der Vergleicher 28
ein Signal B an eine Signaleinrichtung 39, sobald die Hilfskraft größer als 80%
ihres vorgegebenen Höchstwertes (Pmax) ist. Diese Signaleinrichtung 39 gibt dann
ein optisches und/oder akustisches Warnsignal ab.
Nach dem vorigen Beispiel wird die Hilfskraft sofort abgeschaltet, sobald die Spannung
den unteren Grenzwert v 2 unterschreitet. Man kann nun ein zeitverzögertes Halteglied
vorsehen, welches dann das Schaltsignal A noch beispielsweise für 1 Sekunde aufrecht
erhält. Dadurch führt ein kurzzeitiger Leistungseinbruch der trainierenden Person nicht
sofort zum Abbruch der Übung, vielmehr bleibt die Hilfskraft noch verfügbar.
Der untere Grenzwert v 2 kann für eine mit dem Traininsprogramm variable langsame
Geschwindigkeit stehen oder eine unveränderliche Grenze sein, insbesondere dem
Stillstand zugeordnet sein. Der obere Grenzwert v 1 hängt vom jeweiligen Trainings
programm ab und wird dementsprechend variabel vorgegeben. Er kann beispielsweise
mit dem Gewicht G korreliert sein, so daß daraus v 1 in der Kontrollschaltung selbst
errechnet wird.
Wenn zu hebende Gewichte von 10 bis 150 kg zu berücksichtigen sind, muß der
Elektromotor 19 eine Hilfskraft von maximal 37,5 kg liefern und dies kann man
noch gut mit eine Asynchron-Kurzschlußläufermotor in Steinmetzschaltung für
Einphasen-Betrieb mit Betriebskondensator der Motorbaugröße 80 realisieren.
Das Schaltschema der Fig. 2 beruht auf analogen Signalen, doch ist natürlich eine
digitale Signalverarbeitung auch möglich. Als nicht besonders dargestellte Zusatz
ausstattung kann man noch verschiedene Auswertungen des Trainingsprogramms
vorsehen, wie etwa eine Anzeige der Bewegungswiederholungen insgesamt und bei
wievielen eine Hilfskraft zugesetzt wurde. Letzteres ist deshalb zweckmäßig, weil
die trainierende Person oft nicht merkt, daß eine Unterstützung stattfand, weil
die Hilfskraft sanft einsetzt.
Claims (12)
1. Apparat zum positiven Muskeltraining, mit einem Krafteinleitungsteil, zum
Einleiten der Muskelkraft einer trainierenden Person, sowie mit einer Gegenkraft
einrichtung, die eine der Muskelkraft entgegenwirkende Gegenkraft auf den
Krafteinleitungsteil überträgt,
dadurch gekennzeichnet
daß eine motorische Hilfskrafteinrichtung vorgesehen ist, zur Einleitung einer
die Muskelkraft unterstützenden Hilfskraft auf den Krafteinleitungsteil und daß
eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, durch welche die Hilfskraft automatisch
zuschaltbar ist.
2. Apparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß die Steuereinrichtung Sensoren zur Erfassung der
Bewegungsgeschwindigkeit des Krafteinleitungsteiles aufweist und so ausgebildet
ist, um beim Unterschreiten einer oberen vorgebbaren Geschwindigkeitsgrenze
die Hilfskraft zuzuschalten.
3. Apparat nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung
so ausgebildet ist, um die Hilfskraft von Null sanft steigend bis zu einem
vorgebbaren Höchstwert zu vergrößern, solange die obere Geschwindigkeits
grenze unterschritten ist.
4. Apparat nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die obere Geschwindig
keitsgrenze und der Höchstwert der Hilfskraft dem Trainingsprogramm entsprechend
vorgebbar sind.
5. Apparat nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Höchstwert der
Hilfskraft 25% der dem jeweiligen Trainingsprogramm entsprechenden maximal
aufzubringenden Muskelkraft beträgt.
6. Apparat nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuer
einrichtung so ausgebildet ist, um ein Warnsignal zu geben, sobald die
Hilfskraft größer als 80% ihres vorgegebenen Höchstwertes ist.
7. Apparat nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung
so aufgebaut ist, um keine Hilfskraft zuzuschalten, sobald die Bewegungs
geschwindigkeit des Krafteinleitungsteiles eine untere vorgebbare Geschwindig
keitsgrenze unterschreitet.
8. Apparat nach einem oder mehreren der voranstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Hilfskrafteinrichtung samt Steuereinrichtung als
Zubehöreinheit ausgebildet ist, die an den Kraftweg konventioneller Trainings
geräte ankoppelbar ist.
9. Apparat nach einem oder mehreren der voranstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Hifskrafteinrichtung einen Elektromotor mit Dreh
momentsteuerung umfaßt.
10. Apparat nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektromotor als
Einphasen-Asynchron-Kurzschlußläufer ausgebildet ist.
11. Apparat nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehmoment
steuerung als Phasenanschnittsteuerung ausgebildet ist.
12. Apparat nach Anspruch 2 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Sensor für
die Bewegungsgeschwindigkeit ein mit der Motorwelle gekoppelter Tachogenerator
vorgesehen ist.
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Also Published As
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| GB8822990D0 (en) | 1988-11-09 |
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| FR2620944A1 (fr) | 1989-03-31 |
| CH677736A5 (de) | 1991-06-28 |
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