DE3720084A1 - Dichtungsanordnung fuer einen drehschieber - Google Patents
Dichtungsanordnung fuer einen drehschieberInfo
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- F01—MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
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Description
Die Erfindung betrifft eine Dichtungsanordnung gemäß dem Oberbegriff des Pa
tentanspruchs 1. Eine Dichtungsanordnung mit diesen Merkmalen ist für den
bevorzugten Einsatzfall der Erfindung, nämlich zur Abdichtung eines der La
dungswechselsteuerung einer Brennkraftmaschine dienenden Drehschiebers, aus
der US-PS 44 04 934, F 01 L 7/10, bekannt. Unter einem Drehschieber im Sinne
der Erfindung ist jedoch außer einem Walzendrehschieber auch ein Kugel- oder
ein Flachdrehschieber zu verstehen.
Betrachtet man den bevorzugten Anwendungsfall der Erfindung, so wird das Ab
dichtproblem dadurch vergrößert, daß der auf dem Schleifring lastende, diesen
gegen den Drehschieber drückende Gasdruck in dem jeweiligen Brennraum in Ab
hängigkeit vom Arbeitstakt sehr großen Schwankungen unterliegt. Damit der
Druck im Brennraum eine einwandfreie Anpressung des Schleifrings an den Dreh
schieber und damit eine gute Abdichtung an dieser Stelle hervorruft, ist beim
Stand der Technik die Gleitfläche kleiner als die Summe der dem Brennraum
zugekehrten Flächen bzw. ihrer Projektionen, die dem Brennraumdruck in Rich
tung Drehschieber ausgesetzt sind. Bei hohen Brennraumdrücken wird jedoch
die gasdruckerzeugte Anpressung sehr hoch und führt zu einem hohen Gleitflä
chenverschleiß.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Dichtungsanordnung gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 unter Wahrung der Vorteile des Verzichts
auf eine Ölschmierung mit einfachen Mitteln so auszubilden, daß trotz einwand
freier Abdichtung der Verschleiß an den miteinander zusammenwirkenden Gleit
flächen von Schleifring und Drehschieber vernachlässigbar ist.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht in den kennzeichnenden
Merkmalen des Hauptanspruchs, vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen der Er
findung beschreiben die Unteransprüche.
Bezüglich des Patentanspruchs 2 und der auf ihn rückbezogenen Ansprüche ist
darauf hinzuweisen, daß die in ihm geschützte Merkmalskombination sich auch
dann anwenden läßt, wenn eine Ölschmierung vorliegt und/oder die Bemessungs
regel des Patentanspruchs 1 nicht erfüllt ist. Die Maßnahme gemäß Patentan
spruch 2 ist der Lösung der Aufgabe jedoch insofern förderlich, als bei An
ordnung des als Gasdichtung dienenden Dichtrings nicht in schleifringseitigen,
sondern in gehäuseseitigen Nuten der Schleifring in Höhe des Dichtrings rela
tiv dünnwandig gehalten sein kann, wodurch von vornherein eine relativ kleine,
dem Gasdruck in Richtung Drehschieber ausgesetzte Stirnfläche des Schleifrings
erzielbar ist; dies wiederum ermöglicht die Einhaltung der Bemessungsregeln
nach Anspruch 1 mit relativ kleinen Querschnittsabmessungen des Schleifrings
im Bereich seiner Gleitfläche.
Der Bemessungsregel nach Patentanspruch 1 liegt folgende gasdynamische Überle
gung zugrunde:
Nimmt man zwischen Schleifring und Drehschieber einen idealisierten Leckspalt
minimaler Höhe an, so strömt entsprechend dem an diesem anliegenden Druckge
fälle Leckgas durch den Spalt. Im einfachen Fall eines Spaltes konstanter
Höhe, Länge und Breite strömt bei überkritischem Druckverhältniss Leckgas
mit Schallgeschwindigkeit durch den Spalt, in dem sich je nach Art des Gases
ein Druck zwischen dem 0,49- bis 0,56-fachen des Gasdrucks im Brennraum oder
allgemeiner: im Druckraum einstellt. Für einen vollkommenen Ausgleich der
vom Gasdruck ausgeübten Kräfte wäre in diesem Fall die axial statisch wirksame
Schleifringdruckfläche als das 0,49- bis 0,56-fache der Gleitfläche des
Schleifrings am Drehschieber zu bemessen.
Für gasdynamisch nicht kritische Druckverhältnisse, daß heißt im Bereich gerin
ger Brennraumdrücke sowie bei negativem Druckgefälle, tritt eine negative
Anpreßkraft auf, die durch die Kraft der Feder oder einen unvollkommenen über
kritischen Druckausgleich überkompensiert werden muß. In jedem Falle folgt
aus diesen gasdynamischen Betrachtungen, daß bei Einhaltung der im Patentan
spruch 1 angegebenen Bemessungsregel sowohl eine einwandfreie Abdichtung er
zielt als auch (da die Gleitfläche des Schleifrings relativ groß bemessen ist)
ein unerwünschter Verschleiß der zusammenwirkenden Dichtflächen von Schleif
ring und Drehschieber vermieden wird.
Verständlicherweise können außerhalb der mehrfach erwähnten Gleitfläche wei
tere Gleitflächen vorgesehen sein, die gasdruckentlastet sind und den Ver
schleiß weiter vermindern.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand der Figuren
erläutert, die Querschnitte durch den hier interessierenden Bereich der Zylin
derköpfe von Brennkraftmaschinen wiedergeben.
Betrachtet man zunächst Fig. 1, so erkennt man im Zylinderkopf 1, der oberhalb
des Zylinderblocks 2 mit dem Brennraum 3 einer Brennkraftmaschine sitzt, den
Walzendrehschieber 4 an sich bekannter und daher nicht dargestellter Bauart;
seine Längsachse ist mit 5 bezeichnet. In bekannter Weise enthält der Walzen
drehschieber 4 im wesentlichen quer und/oder längs verlaufende Kanäle, die
den Brennraum 3 - sowie weitere Brennräume im Zylinderblock 2 - zeitweise
mit einer Frischgaszufuhr oder einem Abgassystem der Brennkraftmaschine ver
binden.
Die im Rahmen der Erfindung besonders interessierende Dichtungsanordnung ent
hält als wesentliche Bestandteile den Schleifring 6, der mit seiner Gleit
fläche 7 bei Drehbewegungen des Drehschiebers 4 auf dessen Umfangsfläche glei
tet und den Kanal 8 umschließt, die auf den Schleifring 6 eine Kraft in Rich
tung auf den Drehschieber 4 ausübende, sich an der Gehäuseschulter 9 abstützen
de Druckfeder 10 und den Gasdichtring 11, der in die Nut 11 a im Zylinderkopf
1 eingesetzt ist. Der Zylinderkopf 1 bildet also zugleich ein Gehäuse sowohl
für den Drehschieber 4 als auch die beschriebene Dichtungsanordnung.
Der Schleifring 6 besteht aus einem Material, das eine Schmierung im Bereich
der Gleitfläche 7 erübrigt. Durch den auf die brennraumseitige Stirnfläche
12 des Schleifrings 6 wirkenden Gasdruck wird der wesentliche Teil der An
preßkraft zwischen Schleifring 6 und Drehschieber 4, das heißt der wesentliche
Teil der Dichtkraft, erzeugt. Damit einerseits die Dichtkraft im Bereich der
Gleitfläche 7 ausreichend groß ist, andererseits aber ein unerwünschter Ab
rieb an den zusammenwirkenden Flächen von Schleifring 6 und Drehschieber 4
vermieden ist, beträgt die gasdruckbeaufschlagte Stirnfläche 12 des Schleif
rings 6 das 0,4- bis 0,7-fache der Größe der Gleitfläche 7, ist also etwa
halb so groß wie diese. Umgekehrt kann man sagen, daß die Dichtfläche 7 etwa
doppelt so groß wie die Stirnfläche 12 gewählt ist. Hinsichtlich der Erfüllung
dieser Bemessungsregel auch bei einem relativ dünnwandigen Schleifring 6 macht
sich die Unterbringung des Gasdichtrings 11 in einer Nut 11 a günstig bemerkbar,
die nicht, wie beim Stand der Technik, im äußeren Umfang des Schleifrings 6,
sondern in der diesem gegenüberstehenden Wand des Zylinderkopfes 1 vorgesehen
ist.
Dieses Merkmal zeigt in abgewandelter Form auch das Ausführungsbeispiel nach
Fig. 2. Der Zylinderkopf ist hier mit 20, der Zylinderblock mit 21, der Brenn
raum mit 22 und der diesen mit Strömungswegen im Drehschieber 23 verbindende
Kanal ist mit 24 bezeichnet. Wiederum erkennt man einen Schleifring 25, dessen
gasdruckbeaufschlagte Stirnfläche 26 etwa halb so groß ist wie seine Dichtflä
che 27, die unter der Wirkung der Feder 28 und des Gasdrucks gegen die Umfangs
fläche des Drehschiebers 23 gedrückt wird.
In diesem Ausführungsbeispiel wird die Nut 29 zur Aufnahme des Gasdichtrings
30 durch die Schulter 31 im Zylinderkopf 20 und eine Ausnehmung in dem Zusatz
ring 32 gebildet, der durch die Feder 28 niedergehalten ist.
Insbesondere im Falle der Konstruktion nach Fig. 1, in der die Nut 11 a also
direkt ins Material des Zylinderkopfes 1 eingestochen ist, ist es zur Montage
zweckmäßig, einen geschlitzten Dichtring 11 zu verwenden, der zur Montage
radial zusammengedrückt werden kann. Im zusammengedrückten Zustand liegen
die Stoßenden des Dichtrings axial übereinander, so daß es zweckmäßig ist,
der Nut 11 a eine Höhe zu geben, die der doppelten Höhe des Dichtrings ent
spricht. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, einen mehrere Windungen auf
weisenden Dichtring einzusetzen; auch dann wird man die Höhe der Nut der Höhe
des Dichtrings während seiner Durchmesserverringerung entsprechend wählen.
Um einen festen Sitz des Dichtrings in der Nut zu gewährleisten, kann in diese
nachträglich ein weiterer Ring eingesetzt werden, der, da er keine Dichtaufga
ben löst, einen relativ großen Montageschlitz besitzen kann.
Mit der Erfindung ist also eine Dichtungsanordnung für einen Drehschieber
geschaffen, die sich durch gute Dichtwirkung und Verschleißarmut auszeichnet.
Claims (7)
1. Dichtungsanordnung für einen Drehschieber, der schwankenden Drücken in
einem ihm benachbarten Druckraum, insbesondere einem Brennraum einer Brenn
kraftmaschine, ausgesetzt ist, mit einem Schleifring, der unter Verzicht
auf eine Ölschmierung mit zumindest einer umlaufenden Gleitfläche unter
der Wirkung von Kräften, die von dem auf ihm lastenden Druck im Druckraum
und zumindest einer Feder auf ihn ausgeübt werden, auf dem Schieber auf
liegt, und mit zumindest einem den Schleifring umfangsseitig umschließen
den, in einer Nut axial festgelegten Dichtring zur Abdichtung eines Spalts
zwischen dem Schleifring und einem ihn aufnehmenden Gehäuse, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Summe der dem Schieber (4) abgekehrten, druckbeauf
schlagten Flächen (12) des Schleifrings (6) bzw. ihrer entsprechenden Pro
jektionen etwa das 0,4- bis 0,7-fache der Gleitfläche (7) beträgt.
2. Dichtungsanordnung für einen Drehschieber, der schwankenden Drücken in
einem ihm benachbarten Druckraum, insbesondere einem Brennraum einer Brenn
kraftmaschine, ausgesetzt ist, mit einem Schleifring, der mit zumindest
einer umlaufenden Gleitfläche unter der Wirkung von Kräften, die von dem
auf ihm lastenden Druck im Druckraum auf ihn ausgeübt werden, auf dem Schie
ber dichtend aufliegt, und mit zumindest einem den Schleifring umfangs
seitig umschließenden, in einer Nut axial festgelegten Dichtring zur Ab
dichtung eines Spalts zwischen dem Schleifring und einem ihn aufnehmenden
Gehäuse, insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Nut (11 a) gehäuseseitig vorgesehen und der Dichtring (11) radial nach in
nen vorgespannt ist.
3. Dichtungsanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Nut
(11 a) unmittelbar im Material des Gehäuses (1) vorgesehen ist.
4. Dichtungsanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichent, daß die Nut
(29) durch eine dem Schieber (23) zugekehrte Innenschulter (23) des Ge
häuses (20) und einen Zusatzring (32) gebildet ist.
5. Dichtungsanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Zu
satzring (32) durch eine zwischen ihm und einer Außenschulter am Schleif
ring (25) eingespannte, diesen gegen den Schieber (23) drückende Feder
(28) niedergehalten ist.
6. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Dichtring (30) geschlitzt sowie derart ausgelegt ist, daß zur Ver
ringerung seines Durchmessers seine Enden axial nebeneinander bewegbar
sind, und daß die Nuthöhe etwa gleich der Höhe des Dichtrings (30) bei
verringertem Durchmesser bemessen ist.
7. Dichtungsanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in der
Nut (29) zumindest ein weiterer Ring mit weit offenem Montageschlitz axial
neben dem Dichtring (30) angeordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873720084 DE3720084A1 (de) | 1986-06-25 | 1987-06-16 | Dichtungsanordnung fuer einen drehschieber |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3621203 | 1986-06-25 | ||
| DE19873720084 DE3720084A1 (de) | 1986-06-25 | 1987-06-16 | Dichtungsanordnung fuer einen drehschieber |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3720084A1 true DE3720084A1 (de) | 1988-01-07 |
Family
ID=25844928
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19873720084 Ceased DE3720084A1 (de) | 1986-06-25 | 1987-06-16 | Dichtungsanordnung fuer einen drehschieber |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3720084A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10034679A1 (de) * | 2000-07-17 | 2002-01-31 | Bayerische Motoren Werke Ag | Dichtungsanordnung für einen insbesondere zur Ladungssteuerung bei Brennkraftmaschinen dienenden Drehschieber |
Citations (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US1671255A (en) * | 1924-11-25 | 1928-05-29 | Porter Engine Dev Inc | Internal-combustion engine |
| DE919378C (de) * | 1951-09-19 | 1954-10-21 | Rudolf Burkhardt Dipl Ing | Kugeldrehschieber fuer Verbrennungskraftmaschinen |
| US2745395A (en) * | 1948-08-10 | 1956-05-15 | Genet Joseph Jean | Device for controlling the opening and closing of the cylinders of combustion engines |
| US4404934A (en) * | 1978-06-16 | 1983-09-20 | Honda Giken Kogyo Kabushiki Kaisha | Rotary valve in an internal combustion engine |
| US4506636A (en) * | 1982-07-27 | 1985-03-26 | Elf France | Device for controlling a gas circuit of a combustion chamber and a sealing member for its operation |
-
1987
- 1987-06-16 DE DE19873720084 patent/DE3720084A1/de not_active Ceased
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Legal Events
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