DE3715282A1 - Verfahren und anlage zum entschalen von krustentieren - Google Patents
Verfahren und anlage zum entschalen von krustentierenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und
eine Anlage zum Entschalen von Krustentieren nach dem Prinzip,
welches in der DE-OS 32 49 265 beschrieben ist. Im wesentlichen
besteht das genannte Verfahren darin, daß die Krustentiere zu
nächst einer kurzen Erwärmung unterzogen werden, so daß die Scha
le und der Bereich unmittelbar unterhalb der Schale auf eine Tem
peratur, die höher als die Temperatur der inneren Fleischteile
der Tiere ist, gebracht werden, wonach die Tiere einer so schnel
len Druckentlastung ausgesetzt werden, daß die Körperflüssigkeit
unmittelbar unterhalb der Schale zu heftigem Kochen gebracht
wird, ohne daß ein Aufkochen der Flüssigkeit im Innern des Tieres
erfolgt. Durch dieses Aufkochen des Außenbereichs entsteht eine
weitgehende Lösung der Schale von der Außenfläche des Tier
fleisches, und unmittelbar danach oder in Verbindung mit der Ent
stehung des heftigen Kochens am äußeren Teil der Tiere werden
diese schnell gegen eine oder in eine Flüssigkeit hineinbewegt,
die auf die äußeren Schalenteile bremsend einwirkt, während die
inneren Fleischteile aufgrund ihrer Trägheit die Bewegung fort
setzen, wodurch die durch das erwähnte Kochen gelösten Schalen
teile weitgehend von den Tierkörpern getrennt werden.
Ohne irgendeine der traditionellen und teilweise zer
störenden mechanischen Bearbeitungen lassen sich die Krustentiere
hierdurch weitgehend entschalen, und es hat sich gezeigt, daß
eine vollständige Entschalung durch Rezirkulation der erstbehan
delten, lediglich teilweise entschalten Tiere erreichbar ist, da
noch verbliebene Krustenteile durch erneutes örtliches Kochen der
unmittelbar unterhalb der Krustenteile vorhandenen Körperflüssig
keit und anschließende schnelle Bewegung in einer oder gegen eine
Flüssigkeit entfernt werden können, ohne daß die restlichen Teile
des Tieres durch das erneute und sehr kurz dauernde Kochen der
Oberfläche und die darauffolgende schnelle Bewegung des Tieres in
der Flüssigkeit beschädigt werden. Durch den ersten Arbeitszyklus
lassen sich z. B. durchschnittlich 50% der Schalen von den Tieren
entfernen, und während eines nächsten Arbeitsablaufs lassen sich
noch etwa 30% der Schalen entfernen, und durch den dritten Ar
beitsablauf nochmals 15 bis 18%, so daß das Endergebnis nach
einem dreifachen Rezirkulieren eine in der Praxis akzeptable Ent
schalung der Tiere von 98% ergibt, wobei während der wiederholten
Arbeitsabläufe lediglich sehr wenig vom Fleischinhalt der Kru
stentiere verloren geht, d. h. im Gegensatz zu der konventionellen
mechanischen Bearbeitung wird mit einer sehr großen Effektivität
gearbeitet.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren der genannten Gattung anzugeben, durch das die
Effektivität weiter verbessert werden kann. Es hat sich überra
schend gezeigt, daß es jedenfalls bei vielen Typen von Krusten
tieren, z. B. bei gewöhnlichen Krabben, möglich ist, durch ledig
lich einen einzigen Arbeitsablauf eine in der Praxis akzeptable
Entschalung zu erreichen, wenn die Tiere nicht nach unten in eine
Bremsflüssigkeit, sondern gegen eine mit Wasser bedeckte Schräg
platte geschleudert werden, wobei jedoch vorzugsweise zwei solche
hintereinander angeordnete Schrägplatten vorgesehen werden, so
daß die Tiere, nachdem sie auf die erste Platte aufgetroffen
sind, ihre Bewegung bis zum Auftreffen auf die andere Platte
fortsetzen und von dort zu geeigneten Organen für die Trennung
von Fleisch und Schalen geleitet werden.
Es ist dabei von Bedeutung, daß sämtliche Tiere auf die
Schrägplatte oder die Schrägplatten auftreffen und nicht auf die
se in Form eines dicken Stroms prallen, da dann viele Tiere le
diglich gegeneinanderschlagen und daher einem zu weichen Stoß
ausgesetzt werden, so daß die Entschalung nicht ausreichend ef
fektiv durchgeführt wird. Bei jedem "Schuß" kann bei dem bekann
ten Verfahren in der Praxis mit einer recht großen Materialmenge
gearbeitet werden, und zwar mit einer Menge von z. B. 1 kg Krab
ben, da alle Tiere beim Schleudern nach unten in die Flüssigkeit
hinein einer bremsenden Wirkung ausgesetzt werden. Bei der vor
liegenden Erfindung dürfen die Tiere zwar nur in Form eines dün
nen Stahls oder einzeln zugeliefert werden, jedoch ist es mög
lich, eine sehr große Menge von Tieren zu verarbeiten, da die
Tiere von mehreren dicht aneinander angeordneten Zufuhrstellen
gegen diePlatte geschleudert werden können, und weiterhin können
mit kurzen Zeitintervallen kleine Mengen von Tieren gegen die
Platte geschleudert werden, und zwar z. B. eine Kleinmenge pro
Sekunde.
Die vorliegende Erfindung hat die zusätzliche Wirkung,
daß die entschalten Tiere lediglich in geringer Menge oder für
kurze Zeit von Wasser umgeben werden müssen, was von Vorteil ist,
da bekanntlich der Geschmack der Tiere durch Aufenthalt im Wasser
erheblich beeinträchigt wird. Bei dem vorbekannten Verfahren da
gegen ist es erforderlich, daß die Tiere erst in ein Wasserbad
geschleudert und dann durch das Wasser zu einem besonderen Tren
nungsgerät geleitet werden, in dem die ganz entschalten Tiere im
Wasser von den Schalen und von den lediglich teilweise entschal
ten Tieren getrennt werden, wobei die teilweise entschalten Tiere
zumindest noch einmal durch die Anlage geführt werden müssen,
nachdem sie z. B. in einem Windsieb von den losen Schalen befreit
worden sind. Bei der vorliegenden Erfindung ist es lediglich not
wendig, mit einem Windsieb für die Trennung zwischen den ganz
entschalten Tieren und den Schalen dieser Tiere zu sorgen, d. h.
das Wassersieben kann entfallen, und es wird nur wenig Wasser be
nötigt, um eine schnelle Überführung der Mischung aus Schalen und
Tieren von der Vakuumkammer zu dem Windsieb oder zu einem das
Erzeugnis weiterleitenden Förderband zu bewirken, wobei die Tiere
sich nur wenige Sekunden im Wasser aufhalten müssen.
Die vorliegende Erfindung wird, wie in den Patentan
sprüchen angegeben, nachfolgend in weiteren Einzelheiten be
schrieben, wobei auf die Zeichnung Bezug genommen wird, in
welcher
Fig. 1 in perspektivischer Darstellung eine Krabben
koch- und -entschalungsanlage gemäß der Er
findung zeigt und
Fig. 2 in Seitenansicht den Entschalungsabschnitt
der Anlage schematisch darstellt.
Die in Fig. 1 gezeigte Anlage besteht hauptsächlich aus
einem Aufnahmetrichter 2 für frische oder aufgetaute Krabben,
einem darunter befindlichen Förderband 4, das die Krabben durch
eine Kochwanne 6, eine Kühlwanne 8, eine Erwärmungswanne 10 und
von dort zu einem Zuführungstrichter 12 für die in dieser Weise
behandelten Krabben leitet. Der Trichter 12 weist drei Bodenaus
lässe auf, die durch Membranventile 14 mit einer Vakuumkammer 16
verbunden sind, von deren Boden ein Abführungsrohr 18 zu einer
Pumpe 20 führt, die das abgesaugte Erzeugnis durch ein Rohr 22 zu
einem mit Löchern versehenen Förderband 24 leitet, auf das ein
Förderband 26 folgt, das das Erzeugnis einem Windsieb 28 zugeführt,
von welchem die entschalten Tiere an ein Förderband 30 abgegeben
werden, während die losen Schalen in einen Sammelbehälter 32 ab
gegeben werden.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, ist unter den Ventilen
14 in der Vakuumkammer 16 eine Schrägplatte 34 angeordnet, die
nach unten gegen eine entgegengesetzt geneigte Schrägplatte 36
führt, und entlang der Oberkante der oberen Schrägplatte 36 ist
eine Reihe von Düsen 28 angeordnet, welche von einem Wasserrohr
40 Wasser nach unten gegen die Schrägplatte leiten, so daß diese
Platte gleichmäßig mit nach unten laufendem Wasser bedeckt ist.
Die Kammer 16 weist eine Absaugleitung 42 auf, die mit einer
nicht gezeigten Vakuumpumpe verbunden ist. Im Inneren besitzen
die Ventile 14 ein Membranrohr 44, und der dieses Rohr umgebende
Raum ist durch Steuerventile 46, 48 mit einer Druckluftquelle
bzw. einer Vakuumquelle verbunden. Das Membranrohr 44 ist ein
flächiges Gummirohr, das in freiem Zustand eine halboffene Form
aufweist, während es unter Einwirkung von durch das Ventil gelei
tetem Vakuum zur Kreisform aufgeweitet und unter Einwirkung von
durch das Ventil 46 geleiteter Druckluft flächig zusammengedrückt
wird und dadurch seinen geschlossenen Zustand einnimmt.
Das Förderband 4 ist mit Mitnehmern 50 versehen, die
von dem Bodenbereich des Trichters 2 eine ganz dünne Schicht von
Krabben mitnehmen, und zwar vorzugsweise eine einzelne Schicht
von Krabben, die danach in bekannter Weise nach unten in die
Kochwanne 6 hinein und nach oben aus der Kochwanne 6 herausge
führt werden, in welcher die Krabben einer üblichen Kochbehand
lung ausgesetzt werden. Hiernach werden die Krabben in ebenfalls
bekannter Weise gekühlt, indem sie nach unten in die Kühlwanne 8
hinein und nach oben aus der Kühlwanne 8 wieder herausgeführt
werden. Die Kühlwanne 8 wird von kaltem Wasser durchströmt.
Zur Vorbereitung der Entschaltungsbehandlung werden die
Krabben danach vom Förderband 4 durch die Erwärmungswanne 10 ge
führt, in welcher die Krabben lediglich an ihrer Außenseite auf
gewärmt werden, und zwar bis zu etwas unter die Schale, während
der Hauptanteil des Fleischkerns von einer Aufwärmung praktisch
unbetroffen bleibt. Unmittelbar danach werden die in dieser Weise
vorgewärmten Krabben in den Trichter 12 geladen, in welchem sie
in Richtung nach unten mit einer etwa gleichmäßigen Verteilung
auf die entsprechenden Ventilauslässe 14 fallen.
Die Ventile 14 oder besser die Membraneinsätze 44 die
ser Ventile werden in kurzen Zeitintervallen ganz kurz zum Öffnen
gebracht, z. B. einmal pro Sekunde, wodurch die wenigen Krabben,
die sich im Trichterauslaß gerade über dem entsprechenden Ventil
befinden, nach unten in die Vakuumkammer 16 gesaugt werden. Die
Öffnungsperiode sollte hierbei so kurz sein, daß der zugehörende
Einlaß von Luft in die Vakuumkammer zu keiner nennenswerten Ver
minderung des Vakuums führt, wobei das Vakuum darin durch Verwen
dung einer Pumpe mit mäßiger Leistung aufrechterhalten werden
kann.
Wie bei dem erwähnten bekannten Verfahren wird dafür
gesorgt, daß die vorgewärmten Krustentiere bei der Führung nach
unten in die Vakuumkammer einer Druckentlastung ausgesetzt wer
den, wodurch die Körperflüssigkeit der Tiere unmittelbar unter
der Schale zu einem fast explosionsartigen Aufkochen gebracht
wird, und wobei gleichzeitig dafür gesorgt wird, daß die Tiere
eine kräftige Beschleunigung nach unten in die Vakuumkammer er
fahren.
Hierdurch werden die Tiere unmittelbar im Anschluß an
das kräftige und im Bereich unmittelbar unter den Schalen örtli
che Aufkochen mit großer Geschwindigkeit auf die Schrägplatte 34
auftreffen, und - wie erwähnt - zeigt es sich, daß hierdurch ein
in der Praxis fast totales Abreißen oder endgültiges Loslösen der
Schalenteile bewirkt wird, wobei es sich jedoch als wesentlich
gezeigt hat, daß die Schrägplatte mit einer Wasserschicht bedeckt
ist.
Die Tiere werden beim Auftreffen auf die Schrägplatte
34 etwas gebremst, jedoch setzen sie ihre Bewegung mit großer
Geschwindigkeit auf der Schrägplatte entlang nach unten fort, und
es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn sie hierdurch
gegen die untere Schrägplatte 36 nach unten gesteuert werden, da
beim Anschlag gegen diese Schrägplatte eine weitere Lösung der
Schalen oder eine weitere Abstoßung der Schalen stattfinden kann,
ohne daß durch diese Behandlung den Tieren oder dem Tierfleisch
eine Beschädigung zugefügt wird. Durch dieses zweite Auftreffen
wird die Bewegung der Tiere weiter gebremst, so daß normalerweise
keine zusätzliche Entschalung erreicht werden kann, falls die
Tiere noch gegen eine nachfolgende dritte Schrägplatte geleitet
werden sollten.
Die hierdurch in der Praxis total entschalten Tiere
werden somit nach unten zum Boden der Kammer 16 geführt, und zwar
zusammen mit den abgerissenen Schalenteilen und mit dem Wasser,
das durch die Düsen 38 hereingeleitet wird, und diese Bodenmi
schung von Wasser, Tieren und Schalenteilen wird durch die Pumpe
20 aus der Kammer 16 gepumpt. Die Pumpe kann von einem Typ sein,
der in der Lage ist, das ausgepumpte Erzeugnis bei Atmosphären
druck abzuliefern, ohne daß dieser Druck sich zurück in die Va
kuumkammer fortpflanzt.
Das in dieser Weise ausgepumpte Mischungserzeugnis wird
durch das Rohr 22 auf das Förderband 24 geliefert. Das Förderband
24 ist in einer solchen Weise mit Löchern versehen, daß das Was
ser vom Mischungserzeugnis abgeleitet werden kann, wobei weiter
hin über dem Förderband 24 ein nach unten blasender Luftdüsenkopf
52 angeordnet ist, der aktiv wirkend anhaftendes Wasser durch das
Förderband 24 nach unten bläst. Es ist hierbei wesentlich, daß
das Wasser weitgehend von dem restlichen Mischungserzeugnis, d. h.
vom Tierfleisch und von den Schalen entfernt wird, bevor dieses
Erzeugnis das Windsieb 28 erreicht, da die gewünschte Abtrennung
durch das Windsieb sonst erschwert wird. Aus dem gleichen Grunde
ist es erwünscht, daß das Erzeugnis eine Strecke mit einer bedeu
tenden Länge zwischen dem Düsenkopf 52 und dem Windsieb 28 zu
rücklegt, wenn entlang dieser Strecke nicht besondere Erwärmungs
mittel zum Reduzieren des restlichen Wassergehalts im Erzeugnis
angeordnet werden.
Wenn das Erzeugnis aus Tierfleisch und aus ganz oder
fast ganz gelösten Schalenteilen in dieser Weise beim Erreichen
des Windsiebes 28 ausreichend trocken ist, läßt sich durch dieses
Windsieb leicht eine Abtrennung der gelösten Schalen durchführen,
da diese mit Hilfe eines Luftstroms von unten durch das mit
Löchern versehene Förderband 26, 30 nach oben geblasen werden,
wodurch die Schalenteile in den Sammelbehälter 32 gelangen, wäh
rend die schwereren Fleischstücke der Tiere ihre Bewegung auf dem
Ablieferungs-Förderband 30 fortsetzen. Der Sammelbehälter oder
Sammelsack 32 wird nach Bedarf entleert oder ausgetauscht, und
die auf dem Förderband 30 liegenden abgelieferten Fleischteile
werden abgenommen und in gewünschter Weise verpackt.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Schräg
platten 34 und 36 so gelagert werden, daß ihre Winkelstellung zur
Anpassung an die Art und an die Größe der Krustentiere, die zu
behandeln sind, justiert werden kann.
Es ist wichtig, daß die erwähnte Neigung der Platten
oder der Prallflächen 34 und 36 in bezug auf die Einführungsrich
tung der Tiere durch die Ventile 14, 44 abgestimmt ist, da die
Tiere abgleiten sollen, ohne daß sie durch Auftreffen auf eine
Fläche zum Halten gebracht werden. Absolut gesehen brauchen die
Platten nicht schräg zu sein, nämlich wenn die Ventile 14, 44
eine schräge Einführströmung der Tiere bewirken, und wenn - wie
durch die gestrichelte Linie a in Fig. 2 angedeutet ist - die
Vakuumkammer am Boden schräg ausgebildet ist.
Die Prallplatten oder die Prallflächen sorgen für eine
gute Funktion, wenn sie aus glattem Stahl bestehen, jedoch können
sie mit gutem Erfolg aus einem weniger festen Material bestehen,
und zwar z. B. aus halbhartem Kunststoff oder aus Gummi. Mit einer
quer geriffelten Belagplatte aus Gummi derjenigen Qualität, die
bei Autoreifen vorliegt, sind gute Erfolge erzielt worden, da die
geriffelte Oberfläche dazu beiträgt, die Reibung und die Abbrem
sung der Tiere entlang der Platte zu vergrößern. Es lassen sich
auch verschiedene harte oder halbharte gewebte Beläge verwenden,
falls sie die benötigte große Strapazierfähigkeit aufweisen. Die
Prallplatten brauchen nicht unbedingt eben zu sein, sondern es
ist auch eine gekrümmte Ausbildung möglich.
Das Gerät ist vorzugsweise für das Entschalen recht
kleiner Krustentiere, z. B. von Krill bis zu halbgroßen Krabben
geeignet. Es wurde festgestellt, daß der Einlaufwinkel bei ver
hältnismäßig weichschaligen Krabben aus dem ersten Teil des Jah
res vorzugsweise in bezug auf die Schrägplatte 34 etwa 10° bis
15° betragen kann, während der Winkel für Krabben aus dem späte
ren Teil des Jahres, wenn die Schalen härter sind, vorteilhaft
auf etwa 15° bis 30°, vorzugsweise 20°, erhöht werden kann. Im
ersten Fall kann die zweite Prallplatte 36 mit der Zufuhrströmung
parallel sein, so daß die Platte unter einem Winkel von 10° bis
15° von den Tieren getroffen wird, während diese Platte in dem
zuletzt erwähnten Fall für den Empfang der Tiere von der ersten
Platte auf einen Winkel, der etwas steiler als der vorgenannte
Winkel von 15° bis 30° ist, also z. B. 40° bis 60° beträgt, einge
stellt wird.
In der Praxis werden zufriedenstellende Ergebnisse er
reicht, wenn die Ventile so einjustiert sind, daß sie zweimal pro
Sekunde geöffnet werden, und zwar mit einer Öffnungszeitdauer von
0,15 sec, wobei jedesmal etwa 12 bis 18 Krabben in die Vakuum
kammer geschleudert werden. Die erwähnte Öffnungsdauer sollte
nicht wesentlich kürzer sein, da der eingelassene Luftstrom dann
unzureichend sein kann, um die Tiere auf die benötigte hohe Ge
schwindigkeit zu beschleunigen. Andererseits darf die Zeitdauer
auch nicht viel länger sein, da sonst ein unnötig großer Luftein
laß erforderlich wird, der eine unnötig große Vakuum-Pumpenlei
stung erforderlich macht. Dies sind jedoch lediglich praktische
Rücksichten. Prinzipiell liegt keine obere Grenze für die Öff
nungszeitdauer vor, und die Vakuumpumpe muß lediglich in der Lage
sein, das Vakuum in der Vakuumkammer aufrecht zu erhalten. Norma
lerweise liegt die Öffnungszeitdauer zwischen 0,1 und 0,5 sec, da
die schnell zu aktivierenden Ventile in offenem Zustand einen
Durchströmungsquerschnitt von 3 bis 10 cm2, vorzugsweise von etwa
5 cm2 aufweisen. Das Vakuum in der Vakuumkammer sollte etwa 70
bis 85%, vorzugsweise 75% bis 80%, betragen. Der Strömungsabstand
vom Ventil bis zur ersten Prallplatte kann etwa 20 cm sein und
vorzugsweise nicht weniger als 10 cm, wobei der Abstand auch grö
ßer sein kann, jedoch ist hiermit kein besonderer Vorteil verbun
den.
Claims (8)
1. Verfahren zum Entschalen von Krustentieren, bei dem die
Krustentiere einer kurzzeitigen Erwärmung unterzogen werden, wo
nach eine Druckentlastung zum Hervorrufen eines Aufkochens der
Körperflüssigkeit unmittelbar unterhalb der Schale der Tiere zur
Lösung der Schale folgt, worauf die Tiere schnell gegen ein
Bremsmedium zum Abreißen der Schale bewegt werden, dadurch
gekennzeichnet, daß als Bremsmedium eine Oberfläche aus halb-
oder vollfestem Material in der Vakuumkammer, in welche die er
wärmten Krustentiere intermittierend hineingeschleudert werden,
verwendet wird, daß die Tiere unter einem so schrägen Winkel ge
gen die Oberfläche und in einer so kleinen Menge pro Mal oder in
einem so dünnen Strom geschleudert werden, daß praktisch sämtli
che Tiere einem Anschlag auf der Oberfläche ausgesetzt werden,
daß die Oberfläche mit Wasser überspült wird, welches die behan
delten Tiere und die gelösten Schalen zu einem Sammelbereich in
der Vakuumkammer mitnimmt, daß dann die entstandene Mischung
abgepumpt und danach die entschalten Tiere von den gelösten Scha
len vorzugsweise durch Ableiten des Wassers und daran anschließen
de Windsiebung abgetrennt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die erwärmten Krustentiere durch ein periodisch arbeitendes Ven
til aus einer unmittelbar unter Atmosphärendruck stehenden Umge
bung in die Vakuumkammer eingeschleust werden.
3. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1,
umfassend eine Vakuumkammer mit einer Zuführungsanordnung für er
wärmte Krustentiere sowie mit einem Bremsmedium zum Abbremsen der
mit großer Geschwindigkeit zugeführten Tiere und mit Orangen zum
Abführen des Behandlungserzeugnisses aus der Vakuumkammer zu
einer Abtrennanlage zur Trennung des Erzeugnisses in entschalte
Tiere und lose Schalen, dadurch gekennzeichnet, daß das Bremsme
dium aus einer halb- oder vollfesten Oberfläche eines Aufprallor
gans (34) besteht, das in der Zuführbahn der Tiere schräggestellt
angeordnet und mit Wasser überrieselt oder befeuchtet ist, und
daß die Zuführungsanordnung ein oder vorzugsweise mehrere paral
lel angeordnete Einführungsventile (14) für die portionsweise
Zufuhr der Tiere gegen das Aufprallorgan in Form eines dünnen
Strahls umfaßt, wobei die Vakuumkammer an eine Pumpe (20) ange
schlossen ist, die zum Abpumpen der Mischung von Wasser, Schalen
und entschalten Tieren aus der Vakuumkammer und zur Weiterleitung
an die Abtrennanlage dient.
4. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Einführungsventile (14) Membranventile sind, die periodisch die
Verbindung zwischen der Vakuumkammer (16) und einem offenen Zu
führungsbehälter (12) öffnen und schließen.
5. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein
wasserableitendes Band (24), das die abgepumpte Mischung empfängt,
das vom Wasser befreite Erzeugnis unmittelbar einer Windsiebanla
ge (28) zuführt, in der die Schalen von den entschalten Tieren
getrennt werden, und daß die entschalten Tiere von dort, ohne
weiteren Abtrenn- oder Rezirkulierungs-Vorgängen unterworfen zu
werden, einer Ablieferungsstelle zugeführt werden.
6. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
unmittelbar außerhalb der Abführungskante des Aufprallorgans (34)
ein weiteres Aufprallorgan (36) angeordnet ist.
7. Anlage nach Anspruch 3 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Winkelstellung des Aufprallorgans einstellbar ist.
8. Anlage nach Anspruch 3 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Oberfläche des Aufprallorgans aus einem gummiähnlichen
Material besteht und genoppt oder geriffelt ist.
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