DE3712089A1 - Anordnung zur identifizierung des papillarlinienmusters eines fingers - Google Patents
Anordnung zur identifizierung des papillarlinienmusters eines fingersInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zur Identifizierung des Pa
pillarlinienmusters eines Fingers mit einem ein sequentielles elektrisches
Bildsignal erzeugenden lichtempfindlichen Teil und mit Mitteln zum
Vergleichen des Bildsignals mit Vorgabesignalen zur Erzeugung eines Frei
gabesignals bei zumindest weitgehender Übereinstimmung der vergliche
nen Signale.
Eine Anordnung dieser Art ist aus der DE-OS 26 27 981 bekannt.
Bei der bekannten Anordnung ist zur Erzeugung des sequentiellen elektri
schen Bildsignals eine mechanisch-optische Abtasteinrichtung vorgesehen,
die einen Schwenkspiegel und einen dazugehörenden mechanischen
Antrieb enthält. Derartige Bauteile erhöhen nicht nur den
Leistungsverbrauch der Anordnung, sie sind darüber hinaus störanfällig
und verhindern eine kompakte Bauweise der Anordnung.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung zur Iden
tifizierung des Papillarlinienmusters eines Fingers der eingangs genannten
Art zu schaffen, die klein baut, sich durch geringe Störungsanfälligkeit
auszeichnet und die somit als kompakte Einheit auch bei gewöhnlichen
Schließanlagen, wie beispielsweise bei einer gewöhnlichen Wohnungstür,
mit sinnvollem Aufwand eingesetzt werden kann.
Diese Aufgabe ist dadurch gelöst, daß das lichtempfindliche Teil ein mit
einer zweidimensionalen Anreihung von lichtempfindlichen Elementen ver
sehener, elektronisch abgetasteter Sensor ist.
Durch die erfindungsgemäße Verwendung eines zweidimensionalen Sensors
mit elektronischer Abtastung zur Erzeugung eines sequentiellen elektri
schen Bildsignals kann auf mechanisch bewegliche Bauteile, wie bei
spielsweise Dreh- oder Schwenkspiegel verzichtet werden. Der zweidimen
sionale Sensor, der beispielsweise ein CCD-Sensor sein kann, beansprucht
wenig Platz, arbeitet zuverlässig und schnell, so daß trotz der kleinen
Bauweise ein hoher Genauigkeits- und Sicherheitsgrad erreicht werden
kann. Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß die Empfindlichkeit und
das Auflösungsvermögen eines zweidimensionalen CCD-Sensors
ausreichend zur sicheren Erfassung des Papillarlinienmusters sind.
Es wurde sogar festgestellt, daß die Aufnahmeempfindlichkeit des zweidi
mensionalen CCD-Sensors selbst dann noch ausreichend kontraststarke
Bildsignale erzeugt, wenn die Papillarlinienfläche des Fingers im Auflicht
aufgenommen wird. Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung ist daher eine Fingerauflage vorgesehen, die die Pa
pillarlinienfläche des Fingers nur an wenigen Bereichen abstützt und an
den übrigen Bereichen freiläßt. An den freigelassenen Bereichen kann das
Papillarlinienmuster durch den zweidimensionalen CCD-Sensor direkt auf
genommen werden. Im Gegensatz zum Stande der Technik, bei dem ein
Fingerabdruck an einem Prisma unter Ausnützung der Totalreflektions
eigenschaften erzeugt wird, ist die Anordnung gemäß der vorteilhaften
Ausführungsform überlegen, da die Papillarlinien nicht durch das
Auflegen auf einem Glasträger verformt werden können. Ebenso besteht
keine Gefahr der Verschmutzung des prismenförmigen Glasträgers.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist
die Fingerauflage Anschläge für die gezielte Positionierung des aufzu
nehmenden Fingers auf. Durch die Anschläge kann die Lage des aufzuneh
menden Fingers in genau reproduzierbarer Weise festgelegt werden.
Zur Beleuchtung der freiliegenden, d. h. nicht durch die Auflage abge
deckten, Papillarlinienfläche des Fingers wird nach einer weiteren vorteil
haften Ausführungsform der Erfindung eine impulsförmig betriebene elek
trische Lichtquelle verwendet. Durch den blitzlichtartigen Betrieb der
Lichtquelle werden Unschärfen der Aufnahme, die auf eine geringfügige
Bewegung (Zittern) des Fingers zurückzuführen sind, vermieden.
Eine weitere Steigerung der Aufnahmepräzision wird nach einer weiteren
vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung dadurch erreicht, daß als
elektrische Lichtquelle eine lichtemittierende Diode verwendet wird. Eine
solche lichtemittierende Diode kann in besonders geeigneter Weise blitz
lichtartig betrieben werden. Darüber hinaus ist das von einer lichtemit
tierenden Diode abgestrahlte Licht monochromatisch (insbesondere, wenn
eine Laserdiode eingesetzt wird), so daß sich die Möglichkeit eröffnet,
Streulicht auszufiltern, das nicht dem Emissionsspektrum der licht
emittierenden Diode entspricht.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist der
Ausgang des CCD-Sensors mit einem Schwellwertvergleicher verbunden,
der aus dem Bildsignal ein Binärsignal erzeugt. Durch diese Binärisierung
des Bildsignales wird die anschließend zu verarbeitende Informationsmen
ge drastisch reduziert, ohne daß eine Genauigkeitseinbuße zu befürchten
ist. Die Reduzierung der Information durch Binärisierung des Bildsignals
ermöglicht die Verwendung von kleineren Speichereinheiten, führt zu kür
zeren Rechnerzeiten oder zu größerer Rechnergenauigkeit bei gleichen
Rechnerzeiten.
Ganz besonders vorteilhaft ist dabei, wenn der Schwellwertvergleicher
mit einer Schwellwertrechnerschaltung verbunden ist, durch die der
Schwellwert selbsttätig derart festgelegt wird, daß das Minimum der
Größe dZ/dS iterativ ermittelt wird, wobei Z die Anzahl der Signalwert
übergänge des binärisierten Bildsignales und S den Schwellwert bedeuten.
Wird der Schwellwert auf diese Weise ermittelt, wird das von dem Papil
larlinienmuster entworfene Bild optimal wiedergegeben. Das bedeutet,
daß in diesem Fall die durch Rauschen oder optische Effekte
auftretenden Störungen minimal sind. Die Schwellwertrechnerschaltung
ist einfach aufgebaut und kann in einem Signalprozessor integriert sein.
Zur iterativen Ermittlung des optimalen Schwellwertes wird zunächst ein
Standardschwellwert vorgegeben und das Bildsignal wird mit diesem
Schwellwert binärisiert. Danach werden die Signalwertübergänge, d. h. die
Übergänge des Binärsignales von einem Zustand (beispielsweise 0) in den
anderen Zustand (beispielsweise 1) ermittelt. Danach wird der
Schwellwert um einen vorgegebenen Betrag erhöht und die Anzahl der
Signalwertübergänge sowie deren Zuwachs wird festgestellt. Derjenige
Schwellwert, für den Wert dZ/dS minimal ausfällt, wird gespeichert und
für die Binärisierung des Bildsignales verwendet.
Eine weitere Reduzierung der zu verarbeitenden Datenmenge mit den da
mit verbundenen oben erwähnten Vorteilen (Verkleinerung der Speicher,
Verkürzung der Rechenzeit) wird dann erzielt, wenn nach einer weiteren
vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung eine Filterschaltung vorgese
hen ist, über die die Bildsignale geführt werden. Auch die Filterschaltung
kann in einem Signalprozessor, d. h. in einer Schaltung, die in der Lage
ist, analoge Signale zu verarbeiten, integriert sein. Da die Papillarlinien
eines Fingers eine bestimmte Dichte nicht unterschreiten, ist die
maximale Raumfrequenz für ein Papillarlinienmuster festgelegt. Treten
in dem Bildsignal größere Raumfrequenzen auf, so sind diese auf Störun
gen zurückzuführen und können ausgefiltert werden.
Eine weitere Reduktion der zu verarbeitenden Datenmenge ergibt sich
dann, wenn nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfin
dung eine Verarbeitungsschaltung vorgesehen ist, die aus dem binärisier
ten Bildsignal eine Signalfolge erzeugt, die im wesentlichen eine Folge
von den Signalwertübergängen entsprechenden Ortskoordinaten enthält.
Die Verarbeitungsschaltung umfaßt im wesentlichen einen Zeilenzähler
und einen Spaltenzähler sowie einen Dekoder, der Signalübergänge, das be
deutet eine Änderung des binären Signales, feststellt. Bei jeder festgestell
ten Änderung des binären Bildsignales erzeugt der Dekoder ein Speicher
signal für den momentan in dem Zeilen- und dem Spaltenzähler befind
lichen Wert.
Die für den Vergleich bestimmten Vorgabesignale, die eine binäre Be
schreibung eines Fingerabdruckes einer zutrittsberechtigten Person dar
stellen, können entweder von einer zentralen Einheit geliefert werden
oder in einem in der Anordnung enthaltenen Vorgabesignalspeicher gespei
chert sein.
Wenn die Anzahl der zutrittsberechtigten Personen und die damit in dem
Vorgabesignalspeicher gespeicherten Daten gering ist, ist es möglich,
sämtliche Vorgabesignale mit dem momentan aufgenommenen
Fingerabdruck zu vergleichen, so daß durch die Anordnung gewissermaßen
die Identität der zutrittsberechtigten Person selbst ermittelt wird. Bei
einer sehr großen Zahl von Zutrittsberechtigten ist es jedoch zur
Verkürzung der Rechenzeit empfehlenswert, ein Eingabeterminal
vorzusehen (beispielsweise ein Tastenfeld) über das der
Vorgabesignalspeicher derart angesteuert werden kann, daß er nur eine
bestimmte Datengruppe für den Vergleich bereitstellt.
Wenn nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform die Stromversor
gung durch eine Batterie gebuffert ist, wird sichergestellt, daß die In
halte der Speicher, insbesondere der Inhalt des Vorgabesignalspeichers
auch bei Stromausfall erhalten bleiben.
Trotz der Verwendung der erläuterten Anschläge zur genauen Positionie
rung des aufzunehmenden Fingers kann es vorkommen, daß die Lage des
aufzunehmenden Fingers nicht völlig exakt reproduziert wird. Ein
Vergleich der aufgenommenen Bildsignale mit den Vorgabesignalen führt
in diesem Fall nicht zu einer hinreichenden Übereinstimmung der beiden
Signale, so daß kein Freigabesignal erzeugt wird, obwohl eine
Übereinstimmung des aufgenommenen Papillarlinienmusters mit dem in
binärer Form gespeicherten Papillarlinienmuster vorliegt. Um dies zu
vermeiden ist nach einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung ein Koordinatenrechner vorgesehen, der die Koordinaten des
Bildsignals oder des Vorgabesignals Koordinatentransformationen
unterwirft, wobei nach jeder Koordinatentransformation die Anzahl der
zwischen dem Bildsignal und den Vorgabesignalen übereinstimmenden
Signalwerte festgestellt und diejenige Koordinatentransformation
ermittelt wird, die die maximale Anzahl von Signalwert
übereinstimmungen aufweist. Unter Koordinatentransformation sind Ko
ordinatenverschiebungen in zwei zueinander senkrechten Richtungen
sowie Drehungen zu verstehen. Der Koordinatenrechner führt somit eine
dreidimensionale Autokorrelation durch.
Dabei hat es sich gezeigt, daß zur Ermittlung der maximalen Anzahl der
Signalwertübereinstimmungen nur eine Teilmenge der Bildsignale und der
Vorgabesignale verglichen werden müssen. Dies trägt zur Verkürzung der
Rechenzeit bei. Als Teilmenge kann dabei vorzugsweise eine einem cha
rakteristischen Bildbereich, wie beispielsweise dem Fingerabdruckzentrum
entsprechende Teilmenge, ausgewählt werden. Wenn diejenige Koordina
tentransformation festliegt, für die die maximale Anzahl von Signalwert
übereinstimmungen erzielt wird, wird der gesamte aufgenommene Bildsig
nalbestand mit dem Bestand der Vorgabesignale verglichen, um eine Ent
scheidung über die Erzeugung eines Freigabesignales herbeizuführen.
Die Anordnung gemäß der Erfindung kann zur Sicherung von Wohnungs
türen, Schließanlagen für Sicherheitsbereiche, Sicherungsschalter für hoch
wertige Maschinen, Geldautomaten und viele weitere Verwendungszwecke
eingesetzt werden. Sie gewährleistet nicht nur, daß unberechtigte Per
sonen von der Bedienung der jeweiligen Anlage ausgeschlossen werden,
vielmehr kann auch durch Auslesen des Bildsignalspeichers festgestellt
werden, wie der Fingerabdruck der Person ausgesehen hat, die die Anlage
zuletzt bedient hat oder bedienen wollte. Bei entsprechender Größe des
Bildsignalspeichers können sogar mehrere derartige Fingerabdrücke ge
speichert werden. Die Anordnung kann somit über alle Bedienungsvorgän
ge oder Bedienungsversuche "Protokoll führen", wodurch eventuellen Miß
bräuchen entgegengewirkt wird.
Die Erfindung wird im folgenden anhand des in den Figuren schematisch
dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 Eine Anordnung zur Identifizierung des Pa
pillarlinienmusters eines Fingers im Schnitt.
Fig. 2 Eine Prinzipdarstellung eines CCD-Sensors.
Fig. 3 Ein Übersichtsblockschaltbild einer ersten
Ausführungsform.
Fig. 4 Ein Übersichtsblockschaltbild einer zweiten
Ausführungsform mit Signalprozessor.
Die in Fig. 1 im Schnitt dargestellte Anordnung zur Identifizierung des
Papillarlinienmusters eines Fingers besteht aus einem quaderförmigen
Gehäuse 15, das an einer Seite mit einer kreisrunden Bohrung versehen
ist, die als Fassung für eine optische Linse 6 dient. Über die Linse ist
ein rohrförmiges Ansatzstück 16 angeordnet, dessen lichte Weite etwa
den Abmessungen eines menschlichen Daumens entspricht. Das
rohrförmige Ansatzstück 16 ist etwa unter einem Winkel von 45° gegen
die Horizontale nach unten geneigt, so daß der üblicherweise nach oben
gerichtete Daumen 3 in das rohrförmige Ansatzstück 16 bequem
eingeführt werden kann. Der Daumen 3 liegt auf einer Auflage 2 auf.
Durch einen Anschlag 4 wird die präzise Positionierung des Daumens
erleichtert. Vor der Linse 6 ist - auf den Fingerabdruck des Daumens 3
gerichtet - eine Lichtquelle in Form von mehreren lichtemittierenden
Dioden 5 angeordnet. Im Innern des Gehäuses befinden sich zwei
Zwischenträger 17 und 18. Auf dem ersten befindet sich gegenüber der
Linse 6 ein zweidimensionaler CCD-Sensor 1. Ansonsten dienen die
Träger 17 und 18 zur Aufnahme der elektronischen Schaltung zur Aus
wertung des Bildsignals des CCD-Sensors 1. Unter den elektronischen
Bauteilen seien insbesondere eine Buffer-Batterie 19 und ein Freigabe
relais 20 hervorgehoben.
Wie in Fig. 1 zu sehen ist, wird der Daumen 3 dessen Papillarlinien
muster identifiziert werden soll, in das rohrförmige Ansatzstück 16 ein
geführt. Die Papillarlinienfläche des Daumens wird intermittierend durch
Leuchtdioden 5 beleuchtet, so daß die freie Papillarlinienfläche mittels
der Linse 6 auf den CCD-Sensor 1 abgebildet wird. Die Brennweite der
Linse 6 ist so bemessen, daß die Papillarlinienfläche scharf auf der licht
empfindlichen Ebene des zweidimensionalen CCD-Sensors abgezeichnet
wird. Sofern die elektronische Auswerteschaltung feststellt, daß das
Papillarlinienmuster des Daumens 3 mit einem gespeicherten Muster über
einstimmt, wird ein Freigabesignal an das Relais 20 geliefert, das zur Be
tätigung einer Schließanlage, eines Geldautomaten oder dgl. verwendet
werden kann. Ersichtlich baut die Anlage klein, so daß sie beispielsweise
auch für gewöhnliche Wohnungstüren Verwendung finden kann. Ersichtlich
kommt die Papillarlinienfläche nicht in Kontakt mit der optischen Linse,
so daß keine Verschmutzungsgefahr besteht.
Anhand der Fig. 2 wird im folgenden der Aufbau und die Arbeitsweise
des zweidimensionalen CCD-Sensors 1 erläutert. Der zweidimensionale
CCD-Sensor weist eine zweidimensionale Anreihung von Fotodioden 21
auf. Jeder Fotodiode 21 ist ein MOSFET 22 nachgeschaltet, dessen
Ausgang jeweils mit einer vertikalen Signalleitung 23 verbunden ist. In
vertikaler Richtung sind untereinander angeordnete MOSFETs jeweils an
dieselbe vertikale Signalleitung 23 angeschlossen. Die GATE-Anschlüsse
sind jeweils in horizontalen Gruppen mit einer horizontalen Adressleitung
24 zusammengefaßt und an ein Vertikalschieberegister 25 angeschlossen.
An den Enden jeder vertikalen Signalleitung ist jeweils ein weiterer
MOSFET 27 angeschlossen, dessen GATE jeweils mit einem Ausgang eines
Horizontalschieberegisters 26 verbunden ist. Dem Vertikalschieberegister
25 wird ein Taktimpuls y und dem Horizontalschieberegister 26 ein
Taktimpuls x zugeführt. Durch die weiteren MOSFETs 27, die durch das
Horizontalschieberegister 26 nacheinander durchgesteuert werden, wird
jede Matrixspalte an den Signalausgang gelegt. Das Vertikalschiebe
register 25 wählt dabei mit Hilfe eines positiven Impulses die jeweilige
Zeile, die ausgelesen werden soll. Durch Anheben der GATE-Potentiale
der MOSFETs in einer Zeile, können die in den Fotodioden 21
entstandenen Ladungen auf die vertikalen Signalleitungen 23 gelangen.
Sequentiell gesteuert durch das Horizontalschieberegister 26 passieren die
Ladungen die weiteren MOSFETs 27 und gelangen einzeln zum
Signalausgang.
Die matrixförmige Ansteuerung der lichtempfindlichen Fotodioden ähnelt
stark der Adressierung von Zellen in Halbleiterspeichern. Der Aufbau des
CCD-Sensors kann deshalb in praktisch dergleichen Technologie wie bei
CMOS-RAMs erfolgen. Die zu erfassende Fläche beträgt 25 × 20 mm,
wobei die minimale Auflösung drei Linien pro mm beträgt. Der Sensor
weist mindestens 75 × 60 Elemente auf, um die nötige Auflösung zur
erzielen.
Die elektronische Schaltung zur Verarbeitung des Bildsignals und ihre Wir
kungsweise werden nachfolgend anhand des Prinzipschaltbilds der Fig. 3
erläutert. In Fig. 3 ist wiederum der CCD-Sensor 1 angedeutet, der mit
einem Taktgenerator zur Erzeugung des x- und des y-Impulses verbunden
ist. Das aus dem CCD-Sensor kommende Bildsignal wird einem Schwell
wertvergleicher 7 zugeführt, der aus diesem ein Binärsignal erzeugt, also
ein Signal, das nur zwei Zustände annehmen kann. Nach der Binärisierung
im Schwellwertvergleicher 7 gelangt das Binärsignal in ein digitales
Filter 9, in dem höhere Raumfrequenzen, ausgefiltert werden. Dies be
deutet, daß in dem digitalen Filter 9 eine rasche Folge von Signalwert
übergängen als Störung erkannt und ausgefiltert wird, während diejenigen
Signalbestandteile, die Raumfrequenzen aufweisen, welche der na
türlichen Struktur eines Papillarlinienmusters entspricht, durch das Filter
hindurchtreten. Das gefilterte Binärsignal gelangt sodann in einen
Schwellwertrechner 8. Bei dem Schwellwertrechner 8 handelt es sich um
eine digitale Rechnerschaltung, die die Anzahl der Signalübergänge, d. h.
die Anzahl der Übergänge von 0 auf 1 und die Anzahl der Übergänge von
1 auf 0 ermittelt. Der Schwellwertrechner 8 gibt an einem Ausgang ein
digitales Schwellwertsignal ab, das über einen Digital-Analog-Wandler 28
dem Schwellwertvergleicher 7 zugeführt wird. Der Schwellwertrechner 8
erhöht in mehreren Schritten den Schwellwert S und ermittelt zu jedem
neuen Schwellwert S die Zahl der Signalübergänge Z. Diese Werte sowie
die Differenzwerte dS und dZ werden in entsprechende Register ein
geschrieben. Der Schwellwertrechner 8 ermittelt aus einer durchgeführ
ten Meßreihe denjenigen Schwellwert S, für den der Wert dS/dZ ein
Minimum aufweist. Dieser Wert S, für den dS/dZ minimal ist, wird erneut
an den Digital-Analog-Wandler 28 geliefert und gleichzeitig wird über
einen Ausgang 16 des Schwellwertrechners ein Freigabesignal an eine Ver
arbeitungsschaltung 10 weitergeleitet, der das binärisierte, gefilterte Bild
signal zugeleitet wird.
Durch die Zuleitung des Freigabesignales über die Leitung 16 wird be
wirkt, daß nur dasjenige Bildsignal verarbeitet wird, das aufgrund des
optimalen Schwellwerts, d. h. mit optimalen Kontrastverhältnissen ge
wonnen wird. Dieses Bildsignal erfährt in der Verarbeitungsschaltung 10
eine Verarbeitung dahingehend, daß es in eine Folge von Koordinaten mit
dem dazugehörigen Helligkeitswert umgewandelt wird. Die aus der Verar
beitungsschaltung 10 austretende Signalfolge besteht daher aus einer
Folge von digitalen Daten, die den Ortskoordinaten der Signalwertüber
gänge entsprechen. Durch diese Verarbeitung wird die Informationsmenge
drastisch reduziert. Die Verarbeitungsschaltung enthält hierzu im wesent
lichen einen von dem Taktgenerator 29 angesteuerten Zähler sowie eine
Dekodierschaltung für Signalwertübergänge. Jedesmal, wenn ein Sig
nalwertübergang dekodiert wird, wird der Inhalt des internen Zählers der
Verarbeitungsschaltung 10 als digitaler Signalwert weitergegeben. Dieser
entspricht der Ortskoordinate des Signalwertüberganges in kodierter
Form.
Das so verarbeitete Bildsignal gelangt über einen Betriebswahlschalter
30, dessen Funktion unten erläutert wird, in einen Bildsignalspeicher 11
und wird dort gespeichert.
In einem Vorgabesignalspeicher 12 sind Vorgabesignale in einem entspre
chenden Daten-Format gespeichert, die vorgegebenen Papillarlinienmu
stern entsprechen.
Durch einen Koordinatenrechner/Vergleicher 13, der ebenfalls durch den
Taktgenerator 29 getaktet wird, können die in dem Vorgabesignalspeicher
gespeicherten Signalwerte einzeln mit den in dem Bildsignalspeicher ge
speicherten Signalwerten verglichen werden.
Der Koordinatenrechner/Vergleicher 13 ist so programmiert, daß die An
zahl von Vergleichen mit positivem Ergebnis (Übereinstimmung) ermittelt
wird, und bei Überschreiten eines vorgegebenen Schwellwertes ein Frei
gabesignal erzeugt wird.
Der Koordinatenrechner ist des weiteren in der Lage, lineare Koordinaten
transformationen des aus dem Bildsignalspeicher 11 ausgelesenen Bild
signales durchzuführen. Unter linearen Koordinatentransformationen sind
dabei Verschiebungen in x- und y-Richtung sowie Drehungen zu
verstehen. Verschiebungen in x- und y-Richtung werden durch
inkrementale Erhöhung der x- und y-Koordinaten erzielt. Für Drehungen
ist folgende Transformation durchzuführen:
x′ = x · cos a + y · sin a
y′ = -x · sin a + y · cos a
y′ = -x · sin a + y · cos a
wobei x und y die ursprünglich gespeicherten Koordinaten, a der Dre
hungswinkel und x′ bzw. y′ die errechneten Koordinaten sind.
Die linearen Koordinatentransformationen werden dann abgebrochen,
wenn sich eine Maximalzahl von Signalwertübereinstimmungen ergibt. Auf
diese Weise werden Ungenauigkeiten bei der Positionierung des Fingers
vor dem CCD-Sensor rechnerisch eliminiert.
Wenn sich auch nach Durchführung einer vorgegebenen Anzahl von Koordi
natentransformationen keine ausreichende Anzahl von Signalwertüberein
stimmungen ergibt, wird der Rechenvorgang abgebrochen.
Andernfalls wird ein Freigabesignal erzeugt, das einem Relais 20 zuge
führt wird, über das eine Schließanlage betätigt werden kann.
Zur Aufnahme von neuen Papillarlinienmustern in den Vorgabesignalspei
cher 12 wird der Betriebswahlschalter 30 betätigt, so daß der Ausgang
der Verarbeitungsschaltung 10 mit dem Vorgabesignalspeicher 12 verbun
den ist. Die neu aufgenommenen "Fingerabdrücke" können dann in den
Vorgabesignalspeicher 12 eingespeichert werden.
Der Koordinatenrechner 13 kann so programmiert sein, daß er sämtliche,
in dem Vorgabesignalspeicher 12 enthaltenen Daten mit dem aus dem
Bildsignalspeicher ausgelesenen Daten vergleicht. Dies ist insbesondere
dann sinnvoll, wenn nur wenige Daten - beispielsweise die Daten von
zehn verschiedenen Papillarlinienmustern - in dem Vorgabesignalspeicher
gespeichert sind.
Für den Fall jedoch, daß eine größere Datenmenge in dem Vorgabesignal
speicher 12 abgespeichert ist, kann über ein Tastenfeld die Kennzahl
eines bestimmten gespeicherten Papillarlinienmusters eingegeben werden,
so daß nur der Vergleich zwischen diesen, dem bestimmten Papillarlinien
muster entsprechenden Daten und den in dem Bildsignalspeicher gespei
cherten Daten durchgeführt werden muß. Hierdurch kann die Rechenzeit
erheblich verringert werden.
In Fig. 4 ist eine Ausführungsform der Erfindung dargestellt, bei der die
Filterschaltung, der Schwellwertrechner, die Verarbeitungsschaltung und
der Koordinatenrechner/Vergleicher in einem masken-programmierten Sig
nalprozessor 14 zusammengefaßt sind. Ansonsten sind ähnliche Teile mit
gleichen Bezugszeichen wie in Fig. 3 bezeichnet. Alle Bauteile sind im
SMD-Technik (Surface Mounted Device) ausgeführt, wodurch sich eine
besonders kompakte Bauweise erzielen läßt. Der Taktsignalgenerator 29
ist durch einen Steuerprozessor realisiert. Die Speicher 11 und 12 sind
mit dem Signalprozessor 14 und mit dem Steuerprozessor 29 über einen
8-Bit-Datenbus 33 verbunden. Über die Verbindungsleitungen 34 und 35
erhält der Signalprozessor 14 von dem Steuerprozessor 29 Schreib- und
Löschbefehle. Die Bildsignaldaten werden in den Bildsignalspeicher nach
folgendem Muster eingelesen:
Bit Nr.
0Zeile 1Punkt 2Inhalt 3 (frei)
4Zeile 5Punkt 6Inhalt 7 (frei)
8Zeile
0Zeile 1Punkt 2Inhalt 3 (frei)
4Zeile 5Punkt 6Inhalt 7 (frei)
8Zeile
Das bedeutet, daß die ersten beiden Bits jeder Vierergruppe die Koordi
nateninformation für Signalwertübergänge und das jeweilige dritte Bit
den Signalwertinhalt beschreibt.
Claims (16)
1. Anordnung zur Identifizierung des Papillarlinienmusters eines
Fingers mit einem ein sequentielles elektrisches Bildsignal erzeugenden
lichtempfindlichen Teil und mit Mitteln zum Vergleichen des Bildsignals
mit Vorgabesignalen zur Erzeugung eines Freigabesignals bei zumindest
weitgehender Übereinstimmung der verglichenen Signale, dadurch gekenn
zeichnet, daß das lichtempfindliche Teil ein mit einer zweidimensionalen
Anreihung von lichtempfindlichen Elementen (21) versehener elektronisch
abgetasteter Sensor (1) ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine
Fingerauflage (2), die die Papillarlinienfläche des Fingers (3) nur an weni
gen Bereichen abstützt und an den übrigen Bereichen freiläßt.
3. Anordnung nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch Anschläge
(4) für die gezielte Positionierung des Fingers (3).
4. Anordnung nach Anspruch 2 oder 3, gekennzeichnet durch
eine impulsförmig betriebene elektrische Lichtquelle (5), die auf die freie
Papillarlinienfläche des auf der Auflage (2) abgestützten Fingers (3)
gerichtet ist.
5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
elektrische Lichtquelle (5) eine lichtemittierende Diode (LED) ist.
6. Anordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen der Fingerauflage (2) und dem Sensor (1) eine opti
sche Linse (6) angeordnet ist.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Ausgang des Sensors (1) mit einem Schwellwertverglei
cher (7) verbunden ist, der aus dem Bildsignal ein Binärsignal erzeugt.
8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schwellwertvergleicher (7) mit einer Schwellwertrechnerschaltung (8)
verbunden ist, durch die der Schwellwert (S) selbsttätig derart festgelegt
wird, daß das Minimum der Größe dZ/dS iterativ ermittelt wird, wobei Z
die Anzahl der Signalwertübergänge des binärisierten Bildsignals und S
den Schwellwert bedeuten.
9. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet
durch eine Filterschaltung (9), der die Bildsignale zuführbar sind.
10. Anordnung nach Anspruch 7 oder 8, gekennzeichnet durch
eine Verarbeitungsschaltung (10), der das binärisierte Bildsignal zuführbar
ist und die aus diesem eine Signalfolge erzeugt, die im wesentlichen eine
Folge von den Signalwertübergängen entsprechenden Ortskoordinaten ent
hält.
11. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeich
net durch einen Bildsignalspeicher (11).
12. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, gekennzeich
net durch einen Vorgabesignalspeicher (12).
13. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, gekennzeich
net durch eine Bufferbatterie (19).
14. Anordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
sie einen Koordinatenrechner (13) enthält, der die Koordinaten des Bildsig
nals oder des Vorgabesignals Koordinatentransformationen unterwirft, wo
bei nach jeder Koordinatentransformation die Anzahl der übereinstimmen
den Signalwerte zwischen dem Bildsignal und dem Vorgabesignal festge
stellt und diejenige Koordinatentransformation ermittelt wird, die die
maximale Anzahl von Signalwertübereinstimmungen aufweist.
15. Anordnung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß
der Koordinatenrechner (13) so programmiert ist, daß zur Ermittlung der
maximalen Anzahl von Signalwertübereinstimmungen nur eine Teilmenge
der Bildsignalwerte und der Vorgabesignalwerte verglichen werden.
16. Anordnung nach den Ansprüchen 8, 12 und 14, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Schwellwertrechnerschaltung, die Filterschaltung,
die Verarbeitungsschaltung, und/oder der Koordinatenrechner in einem
Signalprozessor (14) zusammengefaßt sind.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19873712089 DE3712089A1 (de) | 1987-04-09 | 1987-04-09 | Anordnung zur identifizierung des papillarlinienmusters eines fingers |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19873712089 DE3712089A1 (de) | 1987-04-09 | 1987-04-09 | Anordnung zur identifizierung des papillarlinienmusters eines fingers |
Publications (2)
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Family
ID=6325282
Family Applications (1)
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| DE19873712089 Granted DE3712089A1 (de) | 1987-04-09 | 1987-04-09 | Anordnung zur identifizierung des papillarlinienmusters eines fingers |
Country Status (1)
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