DE3711603A1 - Vergasermotor mit verdichter, insbesondere fuer leichtflugzeuge - Google Patents
Vergasermotor mit verdichter, insbesondere fuer leichtflugzeugeInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft Motoren, insbesondere für
Leichtflugzeuge, wie Ultraleichtflugzeuge oder Motorsegler.
Sie wird nachstehend daher für den Anwendungsfall der Leicht
flugzeuge beschrieben, für andere Anwendungsfälle, wie z. B.
für Sportbootmotoren gelten diese sinngemäß unter Beschrän
kung auf die Leistungssteigerung am Boden.
Bei mit Vergasern ausgerüsteten Flugmotoren besteht ein Pro
blem darin, daß mit zunehmender Flughöhe der Sauerstoffanteil
in bezug auf die zugeführte Benzinmenge abnimmt, das Gemisch
somit zu fett wird.
Eine gut bewährte Lösung dieses Problems besteht darin, das
Gemisch im Verhältnis zur geflogenen atmosphärischen Dichte
höhe zu regulieren, zu "leanen".
Eine Leanvorrichtung ist aufwendig in der Konstruktion und
teuer in der Herstellung, so daß diese Lösung für Ultra
leichtflugzeuge bisher nicht angewendet wurde, es wurde viel
mehr der mit dem Sauerstoffunterschuß verbundene Leistungsab
fall und auch die Belastung der Zündkerzen bei 4-Taktmotoren
in Kauf genommen.
Die vorliegende Erfindung hat sich daher die Aufgabe ge
stellt, eine einfache und damit kostengünstige Lösung zu
finden, die darüber hinaus gewichtsmäßig die Zuladungsgrenzen
nicht wesentlich einschränkt.
Die Lösung dieser Aufgabe gelingt bei Vergasermotoren da
durch, daß diese einen von der Kurbelwelle vorzugsweise über
einen Riementrieb angetriebenen Verdichter aufweist.
Derartige Verdichter sind von den Abgasturboladern her be
kannt, wobei der Abgasantrieb erfindungsgemäß durch einen
Leistungsabgriff von der Kurbelwelle des Motors ersetzt ist.
Vorzugsweise wird der Verdichter von einem Riementrieb ange
trieben, der zwar den Nachteil eines durch den Schlupf be
dingten geringeren Wirkungsgrads gegenüber einem Zahnradan
trieb, jedoch hinsichtlich Wartung und Betriebssicherheit
Vorteile aufweist.
Die genannten Verdichter werden mit hohen Umdrehungszahlen
bis über 7000 angetrieben, so daß ein Übersetzungsverhalten
von angetriebener Riemenscheibe zu antreibender Riemenschei
be, wie 1:8 bis 1:18 vorzusehen ist.
Die Anordnung derartiger Verdichter an insbesondere Leicht
flugzeugen, wie Ultraleichtflugzeuge (Trikes) und Motorsegler
bringt noch den entscheidenden Vorteil mit sich, daß auch am
Boden eine Leistungserhöhung zur Verkürzung von Start- bzw.
Startrollstrecken bewirkt werden kann, was wegen der geringen
Dichtehöhe höhergelegener Flugplätze an heißen Sommertagen
einen entscheidenden Sicherheitszuwachs ermöglicht.
Der Verdichter wird hierbei vorzugsweise im unteren Bereich
des Verdichterkennfeldes, d. h. zwischen etwa einem Total
druckverhältnis P 2:P 1 von 1,1 bis 1,3 und einem Luft
durchsatz von
von 0,02 bis 0,13 betrieben,
was Drehzahlen zwischen 40 000 und etwa 80 000 gleich
kommt.
Der Verdichter selbst ist vorteilhaft ein Schaufelradver
dichter mit axialer Zuführung der Ansaugluft, der, wie oben
angeführt, eine Leistung bis zu 0,3 bar Überdruck abgibt.
Um den Vergaserüberdruck durch die zugeführte verdichtete
Luft auszugleichen, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, den
radialen Abluftkanal des Verdichters und die Schwimmerkammer
des Vergasers über eine Ausgleichsleitung miteinander zu
verbinden, um gleiche statische Drücke herzustellen.
Die Lagerung des Verdichters muß den geforderten hohen Dreh
zahlen angepaßt werden. Es wird daher eine Lagerung mit Hilfe
einer Welle vorgeschlagen, die beidendig in Schrägschulter
kugellagern läuft, an der das Laufrad des Verdichters ange
ordnet ist. Die Schmierung dieses auf Umdrehungszahlen bis zu
9000/Min. ausgelegten Lagers erfolgt vorzugsweise drucklos
aus einem Vorratsbehälter. Die Welle ist dazu in zwei Kugel
lagern über zwei Distanzbüchsen gelagert, die einen Durch
bruch zur Welle aufweisen, die mit der Schmierölzuleitung in
Verbindung stehen und das verbrauchte Schmiermittel über eine
Ausgleichsbohrung im Gehäuse nach außen abgeben.
Für Ultraleichtflugzeuge werden üblicherweise Zweitaktomoto
ren verwendet, die über ein externes Ölgefäß verfügen, an das
die Lagerschmierung angeschlossen sein kann.
Der Riementrieb, d. h. die große Riemenscheibe, ist erfin
dungsgemäß in leichter Weise auf dem Starterkranz anzuordnen,
wobei der Verdichter entsprechend ausgerichtet am Motorge
häuse angeschraubt wird.
Als Riementrieb hat sich ein Flachriemen aus Polyurethange
webe besonders bewährt. Insbesondere gefährdet dieser den
Flugbetrieb bei Ausfall nicht, da beim Reißen des Bandes eine
vollständige Trennung des Verdichters vom Motor erfolgt.
Die Versorgung des Vergasers mit vorverdichteter Luft kann in
einfacher Weise durch eine Steuerklappe erfolgen, die im
Ladedruckkanal zwischen Verdichter und Vergaseransaugstutzen
anzuordnen ist. Die Klappe kann vom Piloten in Abhängigkeit
vom angezeigten Luftdruck, d. h. vom Höhenmesser mit Hilfe
eines Stellmechanismus den jeweiligen Erfordernissen angepaßt
werden.
Um Leistungsverluste, die durch einständiges Mitlaufen des
Verdichters entstehen, zu vermeiden, ist es im Sinne der
vorliegenden Erfindung auch ohne weiteres möglich, zwischen
der angetriebenen Scheibe des Riemenbetriebes und dem Ver
dichterrad eine Kupplung vorzusehen, die nur bei Bedarf den
Verdichter zuschaltet.
Die hohe Zeitstandfestigkeit bekannter Verdichter bzw. deren
Lager läßt jedoch einen störungsfreien Betrieb auf Dauer zu.
Insbesondere ist es durch eine einfache druckabhängige Mecha
nik möglich, die Steuerklappe im Verdichterkanal druckab
hängig, d. h. dichtehöhenabhängig automatisch zu betätigen.
Die Anordnung des erfindungsgemäßen Verdichters ist sowohl
bei Zweitakt, als auch bei Viertaktmotoren mit Vorteil mög
lich.
Anhand der beiliegenden Figuren wird die vorliegende Erfin
dung beispielhaft erläutert.
Fig. 1 zeigt einen Motor mit Verdichter in Frontansicht.
Fig. 2 zeigt diesen in Seitenansicht.
Fig. 3 zeigt die Lagerung des Verdichters.
Fig. 4 zeigt den Druckausgleich des Vergasers.
In Fig. 1 ist der Motor 1 dargestellt, der vorne den Starter
kranz 16 trägt. Mit dem Starterkranz 16 fest verbunden ist
darauf die große Riemenscheibe 2 befestigt, die über den
Flachriemen 4 die kleine Riemenscheibe 3 antreibt. Das Über
setzungsverhältnis bzw. die geforderte Umdrehungszahl ist für
das Verdichterrad relativ hoch, so daß zur Vergrößerung des
Umschlingungswinkels zwischen den Riemenscheiben eine Umlenk
rolle 18 angeordnet ist.
In Blickrichtung hinter der Riemenscheibe 3 ist das Gehäuse
des Verdichters 5 dargestellt, zwischen denen der Lager
bock 19 liegt, der das schnell laufende Verdichterlager be
herbergt. Über den Lagerbock 19 kann der Verdichter und der
Riementrieb am Motorblock befestigt werden.
Der Motor selbst besitzt für dessen Schmierung einen externen
Ölbehälter 15 mit Zu- und Rücklaufleitungen 20, 21, an die
(21) über ein T-Stück und eine Schlauchleitung 24 auch das
Verdichterwellenlager versorgt werden kann. Mit 17 ist der
Ladedruckkanal zwischen Verdichterausgang und Vergaser be
zeichnet.
Fig. 2 zeigt diese Anordnung in Seitenansicht mit dem
Starterkranz 16 und einem Distanzstück 22, auf dem die große
Riemenscheibe 2 ruht und an die die Propellerwelle 23 für ein
Flugzeug anschließt. Die kleine Riemenscheibe ist hier wegge
lassen, sie ist an der im Lagerbock 19 gelagerten Verdichter
welle befestigt bzw. über eine nicht dargestellte Rutsch
kupplung lösbar mit dieser verbunden. Oben mündet die
Schlauchleitung 24 in den Lagerbock 19 der über den
Stutzen 25 entlüftet bzw. von Ölüberschuß befreit wird. Die
Ölleitungen 20, 21 sind an den Ölvorratsbehälter 15 ange
schlossen.
Das Verdichterlaufrad befindet sich in dem Verdichter 5, der
axial mit Luftfilter versorgt wird und verdichtete Luft
radial über den Ladedruckkanal 17 an den Vergaser abgibt.
Fig. 3 zeigt den Verdichter 5 mit einem axialen Anschluß 27,
über den die angesaugte Luft dem Verdichterrad im Inneren des
Verdichtergehäuses zugeführt wird.
Über das Verdichterrad gelangt die verdichtete Luft über die
radiale Öffnung 28 letztlich in den Vergaser.
Das Verdichterrad ist über eine Welle 12 in einem Lager 13
mit Montagebohrungen 26 gelagert. Dieses besteht aus dem
Lagerbock 19, den beiden Schrägschulterkugellagern 11 sowie
den Distanzbüchsen 29. Die Distanzbüchsen weisen Durch
brüche 30 auf, die einem Ölanschluß 31 zugeordnet sind, der
wiederum über die Leitung 24 mit einem Ölvorratsbehälter für
die Schmierung des schnell laufenden Lagers verbunden ist.
Etwaiger Luftüberdruck oder abzuführendes Öl können das Lager
über die Ausgleichsbohrung 14 veranlassen.
Auf der Welle 12 ist die kleine Flachriemenscheibe 3 befes
tigt, die von dem PU-Gewebeflächenriemen 4 angetrieben wird.
Fig. 4 zeigt die Zuordnung von Verdichter 5 zum Vergaser 9.
An der radialen Öffnung 28 des Verdichters 5 ist der Lade
druckkanal 17 befestigt, der wiederum an die Ausgangs
öffnung 32 des Vergasers 9 angeschlossen ist.
Eine Druckausgleichsleitung 10 gleicht den Vergasersteuer
druck aus, in dem sie den Schwimmerkammervordruck an den
statischen Druck des Verdichterausgangs angleicht.
Im Ladedruckkanal bzw. am Verdichterausgang oder am Vergaser
eingang ist eine an sich bekannte Drosselklappe angeordnet,
wodurch dem Vergaser die gerade benötigte Luftmenge zugeführt
werden kann.
Letztere kann auch beispielsweise dichtehöhenabhängig auto
matisch gesteuert werden. Mit 33 ist die Benzin- oder bei
Zweitaktmotoren die Gemischzuführung bezeichnet.
- Bezugszeichenliste:
1 Motor
2, 3, 4 Riementrieb
5 Verdichter
6 axiale Luftzuführung
7 radialer Abluftkanal
8 Schwimmerkammer
9 Vergaser
10 Druckausgleichsleitung
11 Schrägschulterkugellager
12 Welle
13 Lager
14 Ausgleichsbohrung
15 Ölvorratsbehälter
16 Starterkranz
17 Ladedruckkanal
18 Umlenkrolle
19 Lagerbock
20 Zulauf
21 Rücklauf
22 Distanzstück
23 Propellerwelle
24 Schlauchleitung
25 Stutzen
26 Montagebohrungen
27 Anschluß
28 Öffnung
29 Distanzbüchsen
30 Durchbrüche
31 Ölanschluß
32 Ausgangsöffnung
33 Benzinzufuhr
Claims (13)
1. Vergasermotor, insbesondere für Leichtflugzeuge, wie
Ultraleichtflugzeuge und Motorsegler, dadurch gekenn
zeichnet, daß er einen von der Kurbelwelle des
Motors (1) über vorzugsweise einen Riementrieb (2, 3, 4)
angetriebenen Verdichter (5) aufweist.
2. Motor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Riementrieb (2, 3, 4) ein Übersetzungsverhältnis von 1:8
bis 1:18 aufweist.
3. Motor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Verdichter (5) ein Schaufelradverdichter mit
axialer Zuführung (6) der Ansaugluft mit einer Leistung
von etwa bis zu 0,3 bar Überdruck ist.
4. Motor nach mindestens einem der Ansprüche 1-3, dadurch
gekennzeichnet, daß der radiale Abluftkanal (7) des Ver
dichters (5) und die Schwimmerkammer (8) des Ver
gasers (9) über eine Druckausgleichsleitung (10) mitein
ander verbunden sind.
5. Motor nach mindestens einem der Ansprüche 1-4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Verdichter (5) stirnseitig an
einer für Drehzahlen bis 90 000 U/Min. geeigneten auf
Schrägschulterkugellagern (11) laufender Welle (12)
gelagert ist.
6. Motor nach mindestens einem der Ansprüche 1-5, dadurch
gekennzeichnet, daß das Lager (13) mit einer vorzugs
weise drucklosen Ölschmierung verbunden ist und eine
Ausgleichsbohrung (14) aufweist.
7. Motor nach mindestens einem der Ansprüche 1-6, dadurch
gekennzeichnet, daß das Lager (13) mit dem Ölvorratsbe
hälter (15) des Motors (1) für dessen Wellenschmierung
verbunden ist.
8. Motor nach mindestens einem der Ansprüche 1-7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Antriebsscheibe (2) für den
Riementrieb auf dem Starterkranz (16) angeordnet ist.
9. Motor nach mindestens einem der Ansprüche 1-8, dadurch
gekennzeichnet, daß der Riementrieb ein Flachriemen
trieb, vorzugsweise mit einem Polyurethan-Geweberiemen
(4) ist.
10. Motor nach mindestens einem der Ansprüche 1-9, dadurch
gekennzeichnet, daß im Ladedruckkanal (17) zwischen Ver
dichter (5) und Vergaser (9) eine Steuerklappe angeord
net ist.
11. Motor nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
Steuerklappe mit einem druckabhängigen Antrieb versehen
ist.
12. Flugzeug mit Vergasermotor, dadurch gekennzeichnet, daß
es mit einem Verdichter nach Ansprüchen 1-14
ausgestattet ist.
13. Verwendung eines Verdichters zur Leistungserhöhung von
Leichtflugzeugmotoren.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873711603 DE3711603A1 (de) | 1987-04-07 | 1987-04-07 | Vergasermotor mit verdichter, insbesondere fuer leichtflugzeuge |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873711603 DE3711603A1 (de) | 1987-04-07 | 1987-04-07 | Vergasermotor mit verdichter, insbesondere fuer leichtflugzeuge |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3711603A1 true DE3711603A1 (de) | 1988-10-27 |
Family
ID=6324991
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19873711603 Withdrawn DE3711603A1 (de) | 1987-04-07 | 1987-04-07 | Vergasermotor mit verdichter, insbesondere fuer leichtflugzeuge |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3711603A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2015072035A1 (ja) * | 2013-11-18 | 2015-05-21 | 川崎重工業株式会社 | エンジンの過給機 |
-
1987
- 1987-04-07 DE DE19873711603 patent/DE3711603A1/de not_active Withdrawn
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2015072035A1 (ja) * | 2013-11-18 | 2015-05-21 | 川崎重工業株式会社 | エンジンの過給機 |
| US10247090B2 (en) | 2013-11-18 | 2019-04-02 | Kawasaki Jukogyo Kabushiki Kaisha | Supercharger for engine |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |