DE3710590A1 - Verfahren zum herstellen von unterirdischen bauwerken mit bohrpfaehlen - Google Patents
Verfahren zum herstellen von unterirdischen bauwerken mit bohrpfaehlenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen
eines unterirdischen Bauwerks mit von oben einge
brachten Wänden, aus überschnittenen, tangierenden
oder auf Lücke stehenden Bohrpfählen.
Nach dem derzeitigen Stand der Technik wird im Endzu
stand die Bohrpfahlwand nur zur Abtragung des Erddrucks
herangezogen, während die Aufnahme des Wasserdrucks
einer getrennt angeordneten wasserdichten Innenwand zu
gewiesen wird, da bekanntlich Bohrpfahlwände auf Dauer
nicht wasserdicht sind. Auf eine solche wasserdruckhal
tende Wand kann unterhalb des Wasserspiegels nur bei
überschnittenen Bohrpfählen verzichtet werden, wenn ein
dringendes Wasser abgeführt werden kann.
Oberhalb des Grundwasserspiegels hat man auf eine Innen
schale gelegentlich auch verzichtet. Man hat aber auch
schon an Bohrpfahlwänden Verblendungswände für archi
tektonische Zwecke angebracht, die keine statische
Funktion zu erfüllen hatten.
Wasserdichte Innenwände werden als Trogbauwerke oder
geschlossene Rahmen mit großen lotrechten Stützweiten
ausgeführt, wobei wegen der großen statischen Bean
spruchung und der erforderlichen Wasserdichtigkeit stark
bewehrte dicke Wände erforderlich sind.
Eine getrennte Errichtung der Bohrpfahlwand und der Innen
wand bedingt auch eine konstruktive Trennung der Innenwand
von der Bohrpfahlwand durch eine glatte Zwischenschicht.
Zu deren Herstellung müssen die Pfahlzwickel aufgefüllt
werden und dann kann erst nach Aufbringen einer Trenn
schicht z.B. eines Schwarzanstrichs oder einer Folie,
die Innenwand dagegen betoniert werden. Die Trennung
der Funktionen der Bohrpfahlwand und der Innenwand
erfordert zusätzlichen Platz und ist arbeits- und
materialaufwendig.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Wirtschaftlichkeit
dadurch zu verbessern, daß die vorhandenen Bohrpfähle
auch im Endzustand an der Lastabtragung des Erd- und
insbesondere des Wasserdrucks beteiligt werden.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorge
schlagen, daß die Bohrpfähle mit einer nachträglich
hergestellten tragenden Innenschale zu einem Verbund
tragwerk verbunden werden, das Einwirkungen aus Wasser
und/oder Erddruck aufnehmen kann.
Die Verbindung der Bohrpfähle und der Innenschale kann ins
besondere eine schubfeste Verbindung sein, welche dazu führt,
daß die Pfahlwand und die Innenschale bei der Aufnahme
von Vertikalkräften und Biegemomenten zusammenwirken.
Dabei ist insbesondere daran gedacht, eine schubfeste
Verbindung in vertikaler Richtung zwischen der Pfahlwand
und der Innenschale herzustellen, so daß das Biegewider
standsmoment des Verbundtragwerks um horizontale Achsen
erhöht wird. Daneben kann auch eine schubfeste Verbin
dung in horizontaler Richtung von Nutzen sein, um das
Biegewiderstandsmoment des Verbundtragwerks um vertikale
Achsen zu erhöhen.
Die schubfeste Verbindung zwischen der Pfahlwand und der
Innenschale kann durch Rauhigkeit und Profilierung der
Pfahlwand hergestellt werden; die Rauhigkeit der Pfahl
wand kann sich durch die zwischen aufeinanderfolgenden
Pfählen ergebenden Zwickel und die Oberflächenrauhig
keit der Pfähle ohne weiteres ergeben, wenn man den Beton
zur Herstellung der Innenschale unmittelbar im Anschluß
an die Pfahlwand verteilt. Die Rauhigkeit der Pfahlwand
ergibt sich ohne weiteres durch die Herstellung der
Pfähle, bei welcher das angebohrte Erdreich als ent
sprechend rauhe Schalung dient. Bisher hat man einen
Schubverbund zwischen der Pfahlwand und der Innenschale
bewußt dadurch unterdrückt, daß man nach Ausfüllung der
Zwickel in der so gewonnenen glatten Fläche der Pfahl
wand, einen Schwarzanstrich oder eine Trennfolie ange
bracht hat.
Weiterhin ist es auch möglich, in der Pfahlwand gezielt
Profilierungen anzubringen, um den Schubverbund noch zu
verbessern.
Zwischen den Bohrpfählen und der Innenschale kann auch
eine zugfeste Verbindung hergestellt werden, d.h. eine
Zugverbindung mit Wirkungsrichtung senkrecht zu der Wand
ebene. Dadurch wird nicht nur die Ablösegefahr der Innen
schale von der Pfahlwand reduziert, sondern überdies die
Schubverbundwirkung noch verbessert. Die zugfeste Verbin
dung wird man insbesondere dann vorsehen, wenn von der
Erdreichseite her Wasserdruck zu erwarten ist, der sich nach
Durchdringen der Pfahlwand voll auf die Innenschale aus
wirkt und im Sinne einer Ablösung der Innenschale auf die
Pfahlwand zu wirken sucht.
Auch eine bewußte Steigerung der Druckfestigkeit in der
Verbindung zwischen den Bohrpfählen und der Innenschale
kann unter Umständen erwünscht sein, beispielsweise dann,
wenn die Innenschale - etwa bei einem Kanalbauwerk - durch
Wasserdruck belastet ist und der Wasserdruck auf die Pfahl
wand zuverlässig abgetragen werden soll.
Die mit den Bohrpfählen verbundene Innenschale kann
als Teil des Verbundbauwerks Auflage für eine Decke,
Zwischendecke oder einer Sohle sein; dabei werden im
Falle einer Decke oder Zwischendecke deren Eigengewicht
und deren Belastung durch das Verbundbauwerk aufgenommen,
während im Falle einer Sohle der von unten auf die Sohle
wirkende Wasserdruck durch das Verbundbauwerk aufge
nommen werden kann. Es ist dabei vorteilhaft, wenn man
die Decke, Zwischendecke oder Sohle nicht mit den Bohr
pfählen selbst verbindet, sondern nur im Bereich der
Innenschale auf das Verbundbauwerk einwirken läßt, weil
dann die Pfahlwand nicht eingeschnitten werden muß. Die
Krafteinwirkung auf das Verbundbauwerk ist bei Auflage
der Decke, Zwischendecke oder Sohle ausschließlich an
der Innenschale exzentrisch. Diese Exzentrizität führt
zu Biegebelastungen des Verbundbauwerks, welche zum Teil
durch das Verbundbauwerk selbst aufgenommen werden, zum
Teil aber auch durch den Druck des Erdreichs auf der
Erdreichseite der Pfahlwand. Dabei erweist es sich als
vorteilhaft, die Decke, Zwischendecke oder Sohle mit der
Innenschale an den Verbindungsstellen biegeelastisch zu
verbinden, um die statischen Verhältnisse leichter be
herrschen zu können.
Die Verbindungsmittel zwischen Bohrpfahl und Innenschale
können zusammen mit der Pfahlbewehrung in das Bohrloch
eingebracht werden, wobei sie in der Regel beim Betonieren
des jeweiligen Bohrpfahls mit einbetoniert werden. Nach
dem Aushub für die Errichtung der Innenschale können
dann die Verbindungsmittel freigelegt werden.
Wenn hier von Innenschale gesprochen wird, so ist mit
Innenschale, unabhängig von der Betrachtungsrichtung, eine
Schale jeweils auf derjenigen Seite der Pfahlwand gemeint,
die nach dem Errichten der Pfahlwand durch Aushub freige
legt wird.
Die Verbindungsmittel müssen natürlich so angeordnet
werden, daß sie das Ziehen der Bohrrohre nach dem Be
tonieren der Bohrpfähle nicht behindern. Deshalb ist
in der Regel damit zu rechnen, daß die Verbindungsmittel
beim Betonieren der Bohrpfähle in den Beton eingebettet
werden. Um die Verbindungsmittel anschließend trotzdem
leicht zugänglich zu machen, empfiehlt es sich, daß die
Verbindungsmittel während des Betonierens der Bohrpfähle
durch leicht lösbare Abdeckmittel abgedeckt werden, welche
nach dem Aushub seitlich der Pfahlwand von der Baugrube
aus lösbar sind, gegebenenfalls nach Abschlagen einer
sie überdeckenden, dünnwandigen Betonschicht, die beim
Betonieren der Bohrpfähle entsteht.
Als Abdeckmittel können z.B. die Verbindungsmittel ein
schließende Verwahrkästen im Bereich der Verbindungsmittel
eingebracht werden. Um die dann im Innenraum dieser Ver
wahrkästen liegenden Verbindungsmittel leicht zugänglich
zu machen, empfiehlt es sich, diese Verwahrkästen mit
einem, auf die jeweilige Bohrpfahlachse bezogen, radial
außen liegenden, lösbaren Deckel zu versehen. Man braucht
dann zur Herstellung des Zugangs zu den Verbindungsmitteln
lediglich diesen Deckel zu lösen. Die übrigen Teile des
Verwahrkastens können im Betonkörper des jeweiligen Bohr
pfahls verbleiben und gegebenenfalls als Schubkraft
übertragende Elemente wirken, etwa dann, wenn die Wand
des Verwahrkastens gewellt oder genoppt ist.
Eine andere Möglichkeit der Abdeckung besteht darin, die
in der Bewehrung der Bohrpfähle vormontierten oder zumin
dest positionierten Verbindungsmittel durch einen Schaum
kern abzudecken, der vor dem Einbringen der Pfahlbewehrung
gebildet und nach dem Aushub auf einer Seite der Pfahlwand,
gegebenenfalls wiederum nach vorherigem Abschlagen einer
dünnen Betonschicht entfernt werden kann. Das Entfernen
eines solchen Schaumkerns kann beispielsweise durch
einen Hochdruckwasserstrahl bewirkt werden.
Die Verbindungsmittel können als vorgefertigte Bewehrungs
anschlüsse ausgebildet sein, so daß nach dem Freilegen
die Bewehrung der Innenschale und/oder die Bewehrungen
von Zwischendecken oder Sohlen oder Decken angeschlossen
werden können.
Als Bewehrungsanschluß können abgewinkelte Bewehrungs
stäbe verwendet werden, welche integrierte oder be
festigte Teile der jeweiligen Pfahlbewehrung sind.
Abgewinkelt müssen diese Bewehrungsstäbe deshalb sein,
weil sie sonst in Kollision mit den beim Betonieren zu
ziehenden Bohrrohren aus der Phase der Pfahlherstellung
treten würden. Nach Freilegen können diese abgewinkelten
Bewehrungsstäbe in eine Verbindungsstellung gebogen werden,
in der sie radial von dem jeweiligen Pfahl abstehen und
leicht mit einer Anschlußbewehrung der Innenschale und
gegebenenfalls einer Decke, Zwischendecke oder Sohle
des Bauwerks verbunden werden können.
Weiterhin können als Bewehrungsanschlüsse innerhalb des
jeweiligen Pfahls Schraubanschlüsse vorgesehen werden,
insbesondere in Form von Schraubmuffen, deren Innengewinde
zum Schutz gegen Eindringen von Beton beim Betonieren
des jeweiligen Pfahls durch Stöpsel verschlossen werden
können. Diese Art der Bewehrungsanschlüsse wird man ins
besondere dann anwenden, wenn hohe Zugkräfte oder Druck
kräfte senkrecht zur Wandebene übertragen werden müssen,
welche durch biegbare Stäbe nicht mehr ohne weiteres
übertragen werden können.
Als Bewehrungsanschlüsse, die an den Pfahlbewehrungen
vormontiert oder positioniert werden, kommen auch
hinterschnittene Ankerschienen in Frage, in deren
Hinterschneidungen Anschlußelemente der Innenschalen
bewehrungen und/oder der Decken- oder Sohlenbewehrungen
einhängbar sind. Solche Ankerschienen können als Längs
profile ausgebildet sein, z.B. Trapezprofile mit offener,
kurzer Trapezseite. Man kann dann allerdings in Profil
längsrichtung keine Schubkräfte durch die in die Profile
eingehängten Anschlußelemente übertragen.
Als Bewehrungsanschlüsse können weiterhin Stahlplatten
verwendet werden, die beim Anbringen der Pfahlbewehrung
an dieser montiert oder positioniert werden. Diese Stahl
platten können im Beton des Pfahls durch Verankerungs
elemente zusätzlich verankert sein. Nach dem Freilegen
des jeweiligen Pfahls können an diesen Stahlplatten
Anschlußelemente, z.B. Bewehrungseisen oder Kopfbolzen
dübel befestigt werden, z.B. durch Anschweißen, die dann
wieder mit der Bewehrung der Innenschale und/oder eines
Deckenelements und/oder einer Sohle verbunden werden oder
Teil einer solchen Bewehrung sind.
Es ist grundsätzlich auch denkbar, die Verbindungsmittel
an den Bohrpfählen nachträglich anzubringen, etwa durch
Einbohren und Eindübeln und/oder Einbetonieren in die
Bohrpfähle.
Weiterhin kann man die Verbindungsmittel auch dadurch,
nach Fertigstellung der Pfahlwand, an den einzelnen Pfählen
anbringen, daß man einen Teil der jeweiligen Pfahlbeweh
rungen freilegt und die Verbindungsmittel an der jeweiligen
Pfahlbewehrung anschließt.
Bei entsprechenden Umgebungsbedingungen empfiehlt es
sich, die Verbindungsmittel korrosionsgeschützt auszu
führen, indem man sie entweder aus korrosionsfestem
Material fertigt oder indem man sie verzinkt oder indem
man sie mit einem korrosionsfesten Anstrich versieht.
Die beiliegenden Figuren erläutern die Erfindung anhand
eines Ausführungsbeispiels; es stellen dar:
Fig. 1a einen Horizontalschnitt durch ein erfindungs
gemäß hergestelltes Verbundbauwerk nach Schnitt
linie Ia-Ia der Fig. 1b;
Fig. 1b einen Schnitt nach Linie Ib-Ib der Fig. 1a;
Fig. 2a einen Horizontalschnitt nach Linie IIa-IIa der
Fig. 2b durch die eben erstellte Pfahlwand;
Fig. 2b einen Schnitt nach Linie IIb-IIb der Fig. 2a; und
Fig. 3 ein erfindungsgemäß hergestelltes Verbundbauwerk
mit einer daran angeschlossenen Sohle und
einer daran angeschlossenen Decke.
In der Fig. 2a erkennt man einen Bohrpfahl 10, mit einer
Pfahlbewehrung 12, welche von vertikal verlaufenden Stäben
12 a und Umfangsstäben 12 b gebildet ist. Der Pfahl 10 ist
in einer Bohrung 14 im Erdreich gebildet. Diese Bohrung
14 wurde vorher mittels eines Bohrrohrs unter Entfernung
des Kernmaterials innerhalb des Bohrrohrs eingebracht.
In der oberen Hälfte der Fig. 2a ist ein solches Bohrrohr
17 zu erkennen. Nach Einbringen des Bohrrohrs 17 wurde
die Pfahlbewehrung 12 angebracht. In der Pfahlbewehrung 12
ist eine Verbindungsbewehrung 16 angeschweißt oder auch
nur positioniert. Die Verbindungsbewehrung 16 ist von
Stäben gebildet, die an ihren in Fig. 2a rechten Enden
in achsparalleler Richtung abgewinkelt sind. Die abge
winkelten Abschnitte sind mit 16 a bezeichnet. Diese ab
gewinkelten Abschnitte 16 a sind innerhalb des Bohrrohrs
17 untergebracht, wie aus der oberen Hälfte von Fig. 2a
zu erkennen ist. Die abgewinkelten Stäbe 16 a sind in
Verwahrkästen 18 untergebracht, die durch Deckel 20 ab
gedeckt sind. Beim Einbringen des Betons für den Pfahl 10,
bleibt der Umgebungsbereich der abgewinkelten Stabenden
16 a innerhalb des Verwahrkastens 18 im wesentlichen frei
von Beton. Radial außerhalb des Deckels 20 bildet sich
eine relativ dünne Betonschicht 22, welche leicht abge
schlagen werden kann. Nach Abschlagen der Betonschicht 22
kann der Deckel 20 abgenommen werden, so daß die abgewin
kelten Stabenden 16 a wieder in radialer Richtung gebogen
werden können, so wie in Fig. 1a und 1b dargestellt.
Nach der Errichtung der Pfahlwand gemäß der unteren Hälfte
der Fig. 2a, wird das Erdreich auf der rechten Seite der
Pfahlwand ausgehoben. Nunmehr wird gemäß Fig. 1a und 1b
eine Innenschale 24 betoniert. Zum Betonieren dieser In
nenschale 24 kann in Abstand von der Pfahlwand eine
Schalung errichtet werden, die an der Pfahlwand, beispiels
weise durch einen Teil der Stäbe 16, 16 a abgestützt werden
kann. Zwischen der Pfahlwand und der Schalung wird eine
Bewehrung 26 eingebaut, welche mit den radial abstehenden
Stabenden 16 a der Bewehrungsstäbe 16 verbunden wird.
Dann wird die Innenschale 24 betoniert, wobei der Beton der
Innenschale in unmittelbarem Eingriff mit den Zwickeln 28
der Pfahlwand und mit der Oberflächenrauhigkeit der Pfähle
tritt. Die verbleibenden Verwahrkästen 18 können mit
Rippen, Noppen oder Wellen versehen sein, so daß die Ver
bindung zwischen den Pfählen 10 und der Innenschale 24 in
vertikaler Richtung noch weiter erhöht wird.
In Fig. 3 erkennt man einen Pfahl 10 und die mit ihm
verbundene Innenschale 24. An der Krone der Innenschale
24 liegt auf dieser und nur auf dieser eine Decke 30
auf, die eine Bewehrung 32 aufweist. Die Bewehrung 32
der Decke kann mit den Bewehrungsstäben 16, 16 a der Pfahl
bewehrung verbunden sein. Die Verbindung zwischen Decke
30 und der Innenschale 24 ist aber nicht biegesteif. Die
an der Innenschale 24 angebrachten Nasen 33 dienen le
diglich der Unterbringung von Fugenbändern und einer
Trennschicht 34, welche ein Zusammenwachsen der Innen
schale 24 mit der Decke 30 außerhalb des Fugenbandes
verhindert. In entsprechender Weise ist eine Sohle 36
mit einer Bewehrung 38 eingebracht und mit der Innenschale
24 nicht biegesteif verbunden. Man erkennt, daß die über
die Decke 30 und die Sohle 36 vertikal in das Verbund
bauwerk 10, 24 eingeleiteten Vertikalkräfte exzentrisch
zur Mittelebene des Verbundbauwerks 16, 24 liegen. Dies
führt zu Biegemomenten in dem Verbundbauwerk 16, 24,
denen jedoch der Druck des Erdreichs auf der linken
Seite der Pfahlwand entgegen wirkt.
In Fig. 2a ist ein Winkel α eingezeichnet. Dieser Winkel α
deutet den Bewegungsspielraum an, innerhalb dessen sich
die abgewinkelten Stabenden 16 a beim Ziehen des Bohr
rohrs 17 in ihrer Lage verändern können. Dies kann da
durch eintreten, daß die Bohrrohre beim Ziehen einer
oszillierenden Winkelbewegung unterworfen werden. Die
Bewehrungsstäbe 16 mit ihren abgewinkelten Enden 16 a
werden so verteilt, daß auch unter Berücksichtigung
des möglichen Winkelspiels α wenigstens ein Teil der
Bewehrungsstäbe 16 zur Verbindung mit der Innenschale
zur Verfügung steht.
Die Bewehrung 26 der Innenschale 24 wird so dimensio
niert, daß auch bei Zwangsbeanspruchung infolge des
Abfließens der Hydratationswärme die Rißbildung begrenzt
bleibt und die Bauwerksdichtigkeit auch bei größeren
Fugenabständen sichergestellt ist. Die Arbeitsfugen
zwischen der Innenschale 24 einerseits und der Decke
30 sowie der Sohle 36 andererseits können mit Fugen
bändern abgedichtet sein, nämlich bei 34, wobei die
Nasen 33 der Bildung von Schlitzen für die Aufnahme der
Fugenbänder dienen.
Während des Aushubs nach Fertigstellung der Bohrpfahlwand,
können bauseitige Aussteifungen eingesetzt werden.
In Fig. 2a erkennt man, daß durch das Vorhandensein
von mehreren Bewehrungsstäben 16 der Winkelspielraum α
unschädlich gemacht ist.
Claims (18)
1. Verfahren zum Herstellen eines unterirdischen Bauwerks mit
von oben eingebrachten Wänden, aus überschnittenen, tangie
renden oder auf Lücke stehenden Bohrpfählen, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Bohrpfähle mit einer nachträglich herge
stellten tragenden Innenschale zu einem Verbundtragwerk ver
bunden werden, das Einwirkungen aus Wasser und/oder Erddruck
aufnehmen kann.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
den Bohrpfählen und der Innenschale eine, insbesondere in ver
tikaler Richtung, schubfeste Verbindung hergestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen den Bohrpfählen und der Innenschale eine zugfeste
Verbindung hergestellt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen den Bohrpfählen und der Innenschale
eine druckfeste Verbindung hergestellt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die mit den Bohrpfählen verbundene Wandschale
als Auflager für eine Decke, Zwischendecke und/oder Sohle
verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Verbindungsmittel zwischen Bohrpfahl und
Innenschale zusammen mit der Pfahlbewehrung in das Bohrloch
eingebracht, beim Betonieren des jeweiligen Bohrpfahls
gegebenenfalls mit einbetoniert werden und nach dem Aushub
freigelegt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindungsmittel während des Betonierens der
Bohrpfähle durch leicht lösbare Abdeckmittel abgedeckt
werden, welche nach dem Aushub seitlich der Pfahlwand
von der Baugrube aus lösbar sind, gebenenfalls nach
Abschlagen einer sie überdeckenden, dünnwandigen Beton
schicht.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
als Abdeckmittel ein die Verbindungsmittel einschließen
der Verwahrkasten gebildet wird, insbesondere mit einem
in bezug auf die jeweilige Bohrpfahlachse radial außen
liegenden lösbaren Deckel.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß als
Abdeckmittel ein die Verbindungsmittel abdeckender Schaum
kern verwendet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Verbindungsmittel aus vorgefertigten
Bewehrungsanschlüssen bestehen.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
als Bewehrungsanschlüsse abgewinkelte Bewehrungsstäbe
verwendet werden, welche nach Freilegen in Verbindungs
stellung gebogen werden.
12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß als Bewehrungsanschlüsse Schraubanschlüsse, ins
besondere in Form von Schraubmuffen verwendet werden,
deren Innengewinde durch Stöpsel verschließbar sind.
13. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß als Bewehrungsanschlüsse hinterschnittene Anker
schienen verwendet werden, in deren Hinterschneidungen
Anschlußelemente einhängbar sind.
14. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß als Bewehrungsanschlüsse Stahlplatten verwendet
werden, an denen nach dem Freilegen Anschlußelemente
z.B. Bewehrungseisen oder Kopfbolzendübel oder der
gleichen befestigt werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Verbindungsmittel nachträglich
an den Bohrpfählen angebracht werden.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindungsmittel durch Einbohren und Eindübeln
oder Einbetonieren an den Bohrpfählen angebracht werden.
17. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindungsmittel nach Freilegung eines Teiles
der Pfahlbewehrung an dieser angeschlossen werden.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch
gekennzeichnet, daß korrosionsgeschützte Verbindungs
mittel verwendet werden, z.B. Verbindungsmittel die aus
korrosionsfestem Material bestehen oder verzinkt sind
oder einen korrosionsfesten Anstrich besitzen.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19873710590 DE3710590A1 (de) | 1987-03-31 | 1987-03-31 | Verfahren zum herstellen von unterirdischen bauwerken mit bohrpfaehlen |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3710590A1 true DE3710590A1 (de) | 1988-10-20 |
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Country Status (1)
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| DE (1) | DE3710590A1 (de) |
Cited By (14)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| RU2138597C1 (ru) * | 1999-03-31 | 1999-09-27 | Закрытое акционерное общество "Подземпроект" | Способ возведения подземного сооружения |
| RU2174174C1 (ru) * | 2001-01-23 | 2001-09-27 | ООО "Организатор" | Способ возведения подземного сооружения |
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