DE3710032A1 - Seilbremse fuer den antrieb einer sicherheitsgurt-rueckstrammvorrichtung - Google Patents
Seilbremse fuer den antrieb einer sicherheitsgurt-rueckstrammvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Seilbremse nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
Aus der DE-OS 32 31 807 ist eine Sicherheitsgurt-Rückstramm
vorrichtung bekannt, deren Antrieb eine Seilrolle aufweist,
die von einem Zugseil mehrfach umschlungen ist. Das eine
Ende des Zugseils ist an einen Linearantrieb, beispiels
weise einen Kolben/Zylinder-Antrieb, angeschlossen, während
das andere, freie Ende durch eine Seilbremse geführt und
darin durch Umlenkung an ortsfesten, aus der Führungsebene
des Zugseils herausragenden Hindernissen gehemmt ist. Die
Seilbremse ist erforderlich, damit das Zugseil nach Art
einer Umschlingungskupplung auf der Oberfläche der Seil
rolle festgezogen wird.
Da die über eine solche Umschlingungskupplung übertragbaren
Kräfte den durch die Seilbremse erzeugten Hemmkräften
proportional sind, müssen diese Hemmkräfte ausreichend
groß sein, damit die maximal benötigte Antriebskraft
auf die Seilrolle und durch diese auf die Gurtspule der
Rückstrammvorrichtung übertragen werden kann. Der Linear
antrieb der Rückstrammvorrichtung muß so dimensioniert
werden, daß er zusätzlich zu der benötigten Antriebs
kraft für den Rückstrammvorgang auch die durch die Seil
bremse erzeugten Hemmkräfte überwindet, die durch den
Seilumschlingungseffekt auf der Antriebsseite der Seil
rolle mit dem Umschlingungswinkel exponentiell verstärkt
wirksam sind. Damit nun aber keine unnötig hohe Antriebs
kraft benötigt wird, sollte die Hemmwirkung der Seilbremse
möglichst konstant sein.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine
Seilbremse zur Verfügung zu stellen, durch die bei einer
Sicherheitsgurt-Rückstrammvorrichtung mit Umschlingungs
kupplung die von der Seilbremse erzeugten Hemmkräfte
möglichst konstant und insbesondere weitgehend unabhängig
von Temperaturschwankungen sowie Herstellungstoleranzen
sind.
Diese Aufgabe wird bei der gattungsgemäßen Seilbremse
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß wenigstens eines der
Hindernisse eine unter einem Neigungswinkel von weniger
als 90° zu der Führungsebene geneigte Kontaktfläche für
das Zugseil aufweist. Es wurde gefunden, daß durch diese
einfache Maßnahme eine weitgehend konstante Hemmwirkung
der Seilbremse erreicht wird. Durch die zur Führungsebene
unter einem Winkel von weniger als 90° geneigte Kontakt
fläche für das Zugseil wird dieses beim Überlaufen des
Hindernisses in den V-förmigen Spalt hineingezogen, den
diese geneigte Kontaktfläche mit der Führungsebene bildet.
Hierbei läuft das Zugseil gleichmäßig zwischen der Füh
rungsebene und der geneigten Kontaktfläche. Insbesondere
wird der Neigung des Zugseiles entgegengewirkt, quer zu
seiner Längsrichtung zu wandern. Durch Herstellungstole
ranzen bedingte Durchmesseränderungen des Zugseils haben
kaum Einfluß auf die Hemmwirkung. Diese bleibt auch inner
halb eines weiten Temperaturbereiches von beispielsweise
-40 bis +80°C weitgehend konstant.
Durch die im Patentanspruch 2 angegebene Weiterbildung
der Erfindung wird ein besonders gleichmäßiger Lauf des
Zugseils erreicht. Bei dieser Ausführungsform sind drei
an den Ecken eines Dreiecks angeordnete Hindernisse vor
gesehen, von denen die beiden bezüglich des Zugseils be
nachbarten Hindernisse jeweils eine Kontaktfläche für das
Zugseil aufweisen, deren gleicher Neigungswinkel zu der
Führungsebene weniger als 90° beträgt, während vorzugs
weise die Kontaktfläche des dritten, bezüglich des Zug
seils gegenüberliegenden Hindernisses senkrecht zu der
Führungsebene orientiert ist. Als besonders günstig hat
sich ein Neigungswinkel von etwa 75° zwischen den Kontakt
flächen der beiden Hindernisse und der Führungsebene er
wiesen.
Weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung sind in den
Unteransprüchen angegeben.
Eine Ausführungsform der Erfindung wird nun unter Bezug
nahme auf die Zeichnung näher beschrieben. In der Zeich
nung zeigen:
Fig. 1 und 2 schematische Schnittansichten zur Erläute
rung der Wirkungsweise einer Umschlingungskupplung;
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht einer erfindungs
gemäßen Seilbremse für eine Umschlingungskupplung
der in den Fig. 1 und 2 gezeigten Art;
Fig. 4 eine Seitenansicht der in Fig. 3 gezeigten Seil
bremse; und
Fig. 5 eine Draufsicht der in den Fig. 3 und 4 ge
zeigten Seilbremse mit durch diese hindurchge
führtem Zugseil.
Die in den Fig. 1 und 2 gezeigte Umschlingungskupplung
zur Umsetzung einer Linearbewegung in eine Drehbewegung
besteht aus einer Seilrolle 1, die drehfest an die Gurt
spule einer (nicht gezeigten) Sicherheitsgurt-Rückstramm
vorrichtung angeschlossen ist, aus einem die Seilrolle 1
in mehreren Windungen umschlingenden Zugseil 3 und einer
Seilbremse 4. Das Zugseil 3 weist einen an einen (nicht
gezeigten) Linearantrieb, beispielsweise Kolben/Zylinder-
Antrieb mit pyrotechnischer Ladung, angeschlossenen An
triebsabschnitt 3 a, einen die Seilrolle 1 umgebenden Um
schlingungsabschnitt 3 b und einen freien Endabschnitt 3 c
auf, der durch die Seilbremse 4 geführt ist. Die Seilbrem
se 4 besteht aus drei dreieckförmig angeordneten, zylinder
förmigen Hindernissen 4 a, 4 b, 4 c, zwischen denen das
freie Ende 3 c des Zugseils 3 hindurchgeführt ist, wobei
die Abstände zwischen diesen Hindernissen so gewählt
sind, daß eine Umlenkung des Zugseils stattfindet. Die
auf das freie Ende 3 c des Zugseils ausgeübten Hemmkräfte
entstehen durch Reibung und Deformierung des Zugseils
entgegen seiner Eigensteifigkeit. Die Eigensteifigkeit
des Zugseils 3 hat auch zur Wirkung, daß sein Umschlin
gungsabschnitt 3 b im radialen Abstand von der Außenober
fläche der Seilrolle 1 verbleibt, solange kein Zug am
Antriebsende 3 a des Zugseils 3 auftritt. Dieser Zustand
ist in Fig. 1 gezeigt. Auf seiner Außenseite kann sich
das Zugseil 3 in diesem Zustand an einer gehäusefesten
Führungswand 6 abstützen. Sobald aber am Antriebsende 3 a
eine Zugkraft S 2 auftritt, die der aktivierte Linearan
trieb liefert, legt sich das Zugseil 3 mit seinem Um
schlingungsabschnitt 3 b an die Oberfläche der Seilrolle 1
an, wobei in dem freien Ende 3 c des Zugseils die erheblich
kleinere Zugkraft S 1 auftritt, die gleich der durch die
Seilbremse 4 erzeugten Hemmkraft ist. Diese Hemmkraft ist
aber Schwankungen aufgrund von Herstellungstoleranzen,
insbesondere bei den Seileigenschaften, Temperaturschwan
kungen und aufgrund eines ungleichmäßigen Laufes des Zug
seils zwischen den Hindernissen unterworfen.
Durch die in den Fig. 3, 4 und 5 gezeigte Ausbildung
der erfindungsgemäßen Seilbremse wird eine annähernd
konstante Hemmkraft auf das freie Ende des Zugseils aus
geübt. An einem einzigen, allgemein blockförmigen Bau
teil 10 sind 3 zapfenförmige Hindernisse 12, 14, 16 an
geformt, die aus einer ebenen Grundfläche 18 herausragen,
die der Führungsebene für das Zugseil 20 (Fig. 5) ent
spricht. Wie die Fig. 5 zeigt, sind die beiden zapfen
förmigen Hindernisse 12, 14 bezogen auf das Zugseil 20
nebeneinander und im Abstand voneinander angeordnet, wäh
rend das Hindernis 16, wiederum bezogen auf das Zugseil
20, den beiden Hindernissen 12, 14 im Abstand gegenüber
liegend angeordnet ist. Die Kontaktflächen für das Zug
seil 20 sind mit 12 A, 14 A bzw. 16 A bezeichnet. Sie sind
jeweils zum Zugseil hin konvex gewölbt. Die Kontaktfläche
16 A des Hindernisses 16 ist senkrecht zu der Grundfläche
18 orientiert. Die Kontaktflächen 12 A, 14 A der Hindernisse
12, 14 sind jedoch, wie in Fig. 4 gezeigt ist, um einen
Neigungswinkel a gegenüber der Grundfläche 18 geneigt und
schließen über eine dem Seildurchmesser etwa entsprechende
Krümmung an diese Grundfläche an.
Der Neigungswinkel α beträgt vorzugsweise etwa 75°.
Zwischen den Kontaktflächen 12 A, 14 A und der Grundfläche
18 ist somit jeweils ein U-förmiger Spalt gebildet, in
den das hindurchgeführte Zugseil 20 mit der resultieren
den Querkraft F (Fig. 4) hineingezogen wird. Durch diese
Querkraft F wird das Zugseil 20 daran gehindert, aufgrund
der Verseilung an den Hindernissen 12, 14, 16 hochzuwan
dern, wobei es sich aus ihnen lösen könnte. Ferner wird
eine gleichmäßige Anlage des Zugseils nicht nur an den
Hindernissen, sondern auch an der Grundfläche 18 erreicht.
Wie die Fig. 3 zeigt, bildet die erfindungsgemäße Seil
bremse einen einzigen Körper, der in eine komplementär
geformte Aussparung der Sicherheitsgurt-Rückstrammvor
richtung (nicht gezeigt) einsetzbar ist. Dieser Körper
läßt sich kostengünstig als Gußteil mit hoher Genauig
keit herstellen. Besonders zweckmäßig ist die Verwendung
einer Zinklegierung, die durch Druckguß verarbeitet wer
den kann. Wenn ferner als Zugseil ein Stahlseil verwendet
wird, ergibt sich eine günstige Materialpaarung, da Zink
legierungen gegenüber Stahl relativ weich sind und sich
das Stahlseil beim Lauf zwischen den Hindernissen 12, 14,
16 in deren Oberfläche geringfügig eingräbt, wodurch das
Zugseil zusätzlich geführt wird.
Eine weitere Verbesserung der Führung des Zugseils 20
wird durch Wandungsteile 22, 24 erreicht, die jeweils in
einem geringen Abstand L von den äußeren Hindernissen 12,
14 angeordnet sind und einen Winkel β mit der Laufrichtung
des Zugseils 20 zwischen den Hindernissen 12, 14, 16 bilden.
Das Zugseil 20 ist einseitig an den Innenflächen der Füh
rungswände 22, 24 in Anlage. Der Winkel β beträgt vorzugs
weise etwa 30 bis 45°.
Wie aus Fig. 4 ersichtlich ist, wird die Höhe der Hinder
nisse 12, 14, 16 vorzugsweise um ein vorbestimmtes Maß d
größer gewählt als die größte Querschnittsabmessung des
unter Last zu ovaler Querschnittsform verformten Zugseils
20. Auch ohne aufgesetzte Halteplatte oder dgl. besteht
daher keine Gefahr, daß das Zugseil 20 zwischen den Hin
dernissen 12, 14, 16 nach oben herausrutscht. Der Quer
schnittsform des zwischen die Hindernisse 12, 14, 16 ein
gezwängten, aber noch nicht mit Zug belasteten Zugseils
20 entspricht die konkave Rundung, mit der jede Kontakt
fläche 12 A, 14 A, 16 A an die Grundfläche 18 anschließt.
Durch die Krümmung des Zugseils 20 zwischen den Hinder
nissen 12, 14, 16 ändert sich seine Querschnittsform, da
auf der Innenseite der Krümmung eine Stauchung und auf
der Außenseite ein Zug im Verbund der verseilten Draht
litzen auftritt. Die veränderte Querschnittsform kommt
einem Ellipsenbogen nahe. Die Anpassung der Übergangs
krümmung der Kontaktflächen 12 A, 14 A, 16 A an diese Form
gewährleistet eine geringe Störung des Seilverbundes der
Drahtlitzen durch Vergrößerung der Anlagefläche an den
Hindernissen, so daß eine gleichmäßige Hemmwirkung beim
Durchlaufen des Zugseils 20 zwischen diesen Hindernissen
erhalten wird.
Claims (11)
1. Seilbremse für den Antrieb einer Sicherheitsgurt-Rück
strammvorrichtung, deren Seilrolle von einem Zugseil mehr
fach umschlungen ist, dessen eines Ende an einen Linearan
trieb angeschlossen ist und dessen anderes Ende durch die
Seilbremse geführt und darin durch Umlenkung an ortsfesten,
aus der Führungsebene des Zugseils herausragenden Hinder
nissen gehemmt ist, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens
eines (12, 14) der Hindernisse (12, 14, 16) eine unter
einem Neigungswinkel (α) von weniger als 90° zu der Füh
rungsebene (18) geneigte Kontaktfläche (12 A, 14 A), für
das Zugseil (20) aufweist.
2. Seilbremse nach Anspruch 1, mit drei an den Ecken eines
Dreiecks angeordneten Hindernissen, von denen bezüglich des
zwischen ihnen hindurchgeführten Zugseiles zwei im Abstand
voneinander und nebeneinander angeordnet sind und das
dritte den beiden benachbarten Hindernissen im Abstand
gegenüberliegend angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß beide benachbarten Hindernisse (12, 14) eine unter
einem Neigungswinkel (α) von weniger als 90° zu der Füh
rungsebene (18) geneigte Kontaktfläche (12 A, 14 A) für das
Zugseil (20) aufweisen.
3. Seilbremse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das dritte (16), den beiden benachbarten Hindernis
sen (12, 14) bezüglich des Zugseils (20) gegenüberlie
gende Hindernis eine Kontaktfläche (16 A) für das Zugseil
(20) aufweist, die senkrecht zu der Führungsfläche (18)
orientiert ist.
4. Seilbremse nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Neigungswinkel (α) etwa
gleich 75° ist.
5. Seilbremse nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die drei Hindernisse (12, 14, 16) mit
die Führungsebene (18) des Zugseils (20) definierenden
ebenen Fläche als einstückiges Bauteil (10), vorzugswei
se als Formgußteil, ausgebildet sind.
6. Seilbremse nach einem der vorstehenden Ansprüche,
für ein Zugseil aus Stahl, dadurch gekennzeichnet, daß
die Hindernisse (12, 14, 16) aus einem im Vergleich zu
Stahl relativ weichen metallischen Werkstoff bestehen.
7. Seilbremse nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der Werkstoff eine Zinklegierung ist.
8. Seilbremse nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe der Hindernisse
(12, 14, 16) größer ist als die größte Querschnittsab
messung des unter Last zu einem ovalen Querschnitt ver
formten Zugseils (20).
9. Seilbremse nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Zugseil (20) in Lauf
richtung vor und/oder hinter wenigstens einem der
Hindernisse (12, 14, 16) durch eine Führungswand (22, 24)
geführt ist, die den Ein- bzw. Auslaufwinkel (b) des Zug
seils (20) in die bzw. aus der Seilbremse festlegt.
10. Seilbremse nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Führungswand (22, 24) in einem bestimmten Abstand
(L) von dem benachbarten Hindernis (12, 14) endet.
11. Seilbremse nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktflächen (12 A, 14 A,
16 A) an die Führungsebene (18) über eine konkave Rundung
anschließen, deren Form an die Querschnittsform des zwi
schen die Hindernisse (12, 14, 16) eingezwängten, nicht
zugbelasteten Zugseils (20) angepaßt ist.
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