DE3705114A1 - Nockenwelle aus gusseisen fuer brennkraftmaschinen - Google Patents
Nockenwelle aus gusseisen fuer brennkraftmaschinenInfo
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Description
Bei modernen Brennkraftmaschinen tritt eine sehr hohe
spezifische Flächenpressung zwischen den Nocken der
Nockenwelle und den damit zusammenwirkenden Stößeln,
Kipp- oder Schwinghebeln auf. Wegen seines guten Ver
schleißverhaltens eignet sich Gußeisen (Grauguß,
Sphäroguß oder Temperguß) besonders gut als Material
für die Nockenwelle. Ein gravierender Nachteil von
Gußeisen ist seine geringe Biegewechselfestigkeit,
die zu Nockenwellenbrüchen führen kann, da die Nocken
welle im Betrieb wechselnden Biegemomenten ausgesetzt
ist. Solche Nockenwellenbrüche treten vornehmlich im
Bereich bzw. kurz nach der ersten Lagerstelle auf, die
dem Ende der Nockenwelle benachbart ist, auf dem das
Antriebsrad angebracht ist, da durch die Antriebskette
oder den Antriebsriemen ein hohes Biegemoment auf die
Nockenwelle ausgeübt wird, die aufgrund der Drehung
der Nockenwelle zu einer hohen Biegewechselbelastung
führt.
Es sind zwar Gußwerkstoffe mit höherer Biegewechsel
festigkeit bekannt, jedoch haben diese durchwegs eine
kleinere zulässige spezifische Flächenpressung und
dadurch ein schlechteres Verschleißverhalten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Nocken
welle aus Gußeisen zu schaffen, die einerseits eine
hohe spezifische Flächenpressung zuläßt und damit ein
günstiges Verschleißverhalten aufweist, bei der jedoch
die Gefahr von Biegeschwingungsbrüchen auf ein Mindest
maß reduziert ist.
Diese Aufgabe wird nach dem Kennzeichen des Anspruchs 1
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß Mittel zur Erzeugung
einer Druckspannung in der Nockenwelle zumindest in dem
Bereich vorgesehen sind, der sich von dem das Antriebs
rad tragenden Ende bis zu der Stelle erstreckt, an der
das von dem Antrieb auf die Nockenwelle ausgeübte Biege
moment zu Null wird.
Die Erfindung macht sich dabei die Erkenntnis zu Nutze,
daß die hier in Frage kommenden Gußwerkstoffe eine
Schwellbelastung ertragen, die bis sechs Mal so hoch
sein kann, wie die zulässige Biegewechselbelastung.
Durch den erfindungsgemäßen Vorschlag werden in dem
Gußeisen Druckspannungen erzeugt, die bei Drehung der
Welle in Schwellbelastung umgewandelt werden. Dadurch
kann die Nockenwelle um ein Vielfaches höher belastet
werden, so daß bei einer Nockenwelle aus einem Material
mit relativ geringer Biegewechselfestigkeit, jedoch
mit einem guten Verschleißverhalten Brüche effektiv
vermieden werden.
Die erwähnte Druckspannung kann durch eine Schraube
erzeugt werden, die sich an dem antriebsseitigen Ende
der Nockenwelle axial abstützt und sich in eine Längs
bohrung der Nockenwelle erstreckt und in ein Innenge
winde in dieser Bohrung eingreift, das in dem Bereich
angeordnet ist, in dem das Biegemoment zu Null wird.
Diese Schraube kann gleichzeitig zur axialen Fixierung
des Antriebsrades verwendet werden.
Alternativ kann die Nockenwelle eine durchgehende Längs
bohrung aufweisen, durch die sich ein Zuganker erstreckt,
der an beiden Enden der Nockenwelle axial fixiert ist,
nachdem durch Anziehen einer Schraube oder dergleichen
an einem oder beiden Enden des Zugankers eine ent
sprechende Druckspannung in dem Gußmaterial aufgebaut
wurde.
Druckspannungen können in dem Gußmaterial schon beim
Gießen der Nockenwelle erzeugt werden, indem ein von
dem Gußmaterial umgossener Zuganker, der von einem
Rohr oder einem Stab gebildet sein kann, vorgesehen
ist, der aus einem Material besteht, dessen Längen
ausdehnungskoeffizient größer ist als derjenigen des
Gußmaterials, wobei Mittel zur Aufnahme der beim Ab
kühlen des Gußmaterials entstehenden Schubspannungen
in der Grenzschicht zwischen dem Zuganker und dem Guß
material vorgesehen sind. Beim Abkühlen des Gußver
bundes werden aufgrund der unterschiedlichen Längen
ausdehungskoeffizienten in dem Zuganker Zugspannungen
und in dem Gußmaterial Druckspannungen aufgebaut. Die
an der Grenzschicht entstehenden Schubspannungen können
durch entsprechende Oberflächenrauheit oder durch
Profilieren der Oberfläche des Zugankers oder auch
durch je einen Bund an beiden Enden des Zugankers auf
genommen werden. Damit keine unerwünschte Abschreck
wirkung des Gußmaterials am Zuganker erfolgt, kann
dieser vorher angeheizt oder während des Gießvor
ganges durch elektrischen Stromdurchfluß auf einer
gewünschten Temperatur gehalten werden. Zusätzlich
werden dadurch unerwünschte Gasblasen im Guß vermieden.
Bei einem Graugußmaterial mit einem Längenausdehnungs
koeffizienten von α=9-10 kann für den Zuganker bei
spielsweise einer der folgenden Werkstoffe verwendet
werden:
10 NiCrAlTi 32.20- α = 15
2 CrNiSi 18.15- α = 16,5
15 CrNiSi 20.12- α = 16,5
üblicher Stahl- α = 12.
Einige Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im
folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen be
schrieben. Es zeigt:
Fig. 1 einen Teillängsschnitt einer Nockenwelle ent
sprechend einem ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
Fig. 2 ein Diagramm, aus dem der Verlauf des Biege
moments im kritischen Bereich der Nockenwelle
hervorgeht,
Fig. 3 ein Diagramm, der den Spannungsverlauf über den
Querschnitt an der bruchgefährdeten Stelle X-X
in Fig. 1 zeigt, wenn keine Druckvorspannung
vorgesehen ist,
Fig. 4 ein Diagramm ähnlich Fig. 3, jedoch mit Druck
vorspannung des bruchgefährdeten Bereiches
der Nockenwelle,
Fig. 5 einen Längsschnitt einer Nockenwelle gemäß
einem zweiten Ausführungsbeispiel und
Fig. 6 einen Längsschnitt einer Nockenwelle gemäß
einem dritten Ausführungsbeispiel.
Die in Fig. 1 dargestellte Nockenwelle 1 ist unter
anderem an den Stellen A, B und C in einem nicht dar
gestellten Zylinderkopf einer Brennkraftmaschine ge
lagert und mit Nocken 2 zur Betätigung nicht darge
stellter Einlaß- und/oder Auslaßventile versehen. An
dem in der Zeichnung linken Ende der Nockenwelle 1 ist
ein Antriebsrad 3, im Ausführungsbeispiel eine Zahn
riemenscheibe, mittels einer Feder 4 drehfest angebracht.
In der Nockenwelle 1 wird durch den Zug des Zahnriemens,
der durch den Pfeil P veranschaulicht ist, auf die
Nockenwelle 1 ein Biegemoment ausgeübt, dessen Verlauf
in Fig. 2 dargestellt ist. Dieses Biegemoment erzeugt
beim Umlauf der Nockenwelle 1 eine Biegewechselbe
lastung, die im Querschnitt X-X zu einem Bruch führen
kann, wenn für die Nockenwelle ein Gußeisen verwendet
wird, das zwar gute Verschleißeigenschaften, jedoch
eine geringe Biegewechselfestigkeit aufweist. Um die
guten Verschleißeigenschaften dieses Materials aus
nutzen zu können und gleichzeitig die Bruchgefahr auf
ein vertretbares Maß zu reduzieren, wird in dem Bereich
der Nockenwelle 1, der sich von dem Angriffspunkt der
Antriebskraft P bis zu der Stelle Z erstreckt, an der
das Biegemoment zu Null wird (siehe Fig. 2), eine Druck
spannung erzeugt, welche die Biegewechselspannung in
dem gefährdeten Querschnitt X-X, die in Fig. 3 dar
gestellt ist, überlagert und in eine reine Druckspannung
gemäß Fig. 4 umwandelt. Bei der Ausführung gemäß Fig. 1
wird diese Druckspannung durch eine Schraube 5 erzeugt,
die sich in eine Längsbohrung 6 in der Kurbelwelle 1
erstreckt, sich mit ihrem Kopf 7 über die Zahnriemen
scheibe 3 am linken Ende der Nockenwelle 1 abstützt
und mit ihrem Gewinde 8 in ein Innengewinde 9 der
Bohrung 6 eingeschraubt ist, welches im Bereich des
Nulldurchganges Z des Biegemoments angeordnet ist.
Beim Festziehen der Schraube 5 wird somit in dem
Bereich der Nockenwelle 1, der sich vom linken Ende
der Nockenwelle bis zum Nulldurchgang Z des Biege
moments erstreckt, die erwähnte Druckspannung aufge
baut, so daß der in Fig. 4 dargestellte Spannungsver
lauf im gefährdeten Querschnitt X-X erreicht wird.
Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 unterscheidet
sich von demjenigen gemäß Fig. 1 im wesentlichen da
durch, daß die Nockenwelle 1′ mit einer durchgehenden
Längsbohrung 10 versehen ist, durch welche sich ein
Zuganker 11 erstreckt, dessen Schraubenkopf 12 sich
über die Zahnriemenscheibe 3′ am linken Ende der Nocken
welle 1′ abstützt und auf dessen Ende 13 eine Mutter 14
aufgeschraubt ist, die sich am rechten Ende der Nocken
welle 1′ abstützt. Durch Festziehen der Mutter 14 wird
in der Nockenwelle 1′ eine Druckspannung aufgebaut, durch
die in jedem Querschnitt der Nockenwelle die sonst gemäß
Fig. 3 auftretende Biegewechselbelastung in eine Druck-
Schwellbelastung umgewandelt wird. Der Zuganker 11 kann
von einem massiven Stab oder auch von einem Rohr ge
bildet sein.
Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 6 wird die Druck
spannung in der Nockenwelle 1′′ bereits beim Gießen
erzeugt. Zu diesem Zweck ist in die Nockenwelle 1′′
ein rohrförmiger Zuganker 15 eingegossen, der sich
über die ganze Länge der Nockenwelle 1′′ erstreckt und
aus einem Material besteht, dessen Längenausdehnungs
koeffizient größer ist als derjenige des Gußmaterials.
Beim Abkühlen des Gußverbundes werden aufgrund der
unterschiedlichen Längenausdehnungskoeffizienten in
dem Zuganker 15 Zugspannungen und in dem Gußmaterial
Druckspannungen aufgebaut. Um die beim Abkühlen des
Gußmaterials in der Grenzschicht zwischen dem Zuganker
15 und dem Gußmaterial entstehenden Schubspannungen
aufzunehmen, ist der Zuganker 15 an beiden Enden je
weils mit einem Bund 16 bzw. 17 versehen, an dem sich
das Gußmaterial axial abstützt. Der Bund 16 weist ein
Innengewinde 18 zur Aufnahme einer Schraube 19 für die
Befestigung der Zahnriemenscheibe 3′′ auf. Zusätzlich
zu den Bunden 16 und 17 oder anstelle derselben kann
die Oberfläche des Zugankers 15 zur Aufnahme der
Schubspannungen aufgerauht oder profiliert sein, wie
dies schematisch durch die dicken Linien 20 angedeutet
ist. An Stelle eines rohrförmigen Zugankers kann
auch ein massiver Stab eingegossen werden.
Die Wirkung des eingegossenes Zugankers gemäß Fig. 6
ist im Prinzip die gleiche wie diejenige des durch
gehenden Zugankers gemäß Fig. 5.
Die Vorteile des erfindungsgemäßen Vorschlages ergeben
sich naturgemäß auch dann, wenn der Antrieb der Nocken
welle nicht durch einen Zahnriemen, sondern durch eine
Kette erfolgt, da in beiden Fällen eine Biegewechsel
belastung der Nockenwelle erfolgt, die durch die Er
findung in eine Druck-Schwellbelastung umgewandelt
wird.
Claims (8)
1. Nockenwelle aus Gußeisen für Brennkraftmaschinen,
die an einem Ende ein Antriebsrad für ein endloses
Zugmittel trägt,
gekennzeichnet
durch Mittel (5, 11, 15) zur Erzeugung einer Druck
spannung in der Nockenwelle (1, 1′, 1′′) zumindest
in dem Bereich, der sich von dem genannten Ende
bis zu der Stelle (Z) erstreckt, an der das von
dem Antrieb auf die Nockenwelle ausgeübte Biege
moment zu Null wird.
2. Nockenwelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Erzeugung der Druckspannung eine Schraube (5)
vorgesehen ist, die sich an dem genannten Ende der
Nockenwelle (1) axial abstützt und sich in eine
Längsbohrung (6) der Nockenwelle erstreckt und
deren Gewinde (8) in ein Innengewinde (9) in der
genannten Bohrung eingreift, das in dem Bereich
angeordnet ist, in dem das Biegemoment zu Null wird.
3. Nockenwelle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schraube (5) gleichzeitig zur axialen
Fixierung des Antriebsrades (3) verwendet ist.
4. Nockenwelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß sie eine durchgehende Längsbohrung (6) aufweist,
durch die sich ein Zuganker (11) erstreckt, der an
beiden Enden der Nockenwelle (1′) axial fixiert ist.
5. Nockenwelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß sie einen eingegossenen, sich über die ganze
Länge der Nockenwelle (1′′) erstreckenden Zuganker
(15) aus einem Material aufweist, dessen Längenaus
dehnungskoeffizient größer als derjenige des Guß
materials, und daß Mittel (16, 17) zur Aufnahme der
beim Abkühlen des Gusses entstehenden Schubspannungen
in der Grenzschicht zwischen dem Zuganker (15) und
dem Gußmaterial vorgesehen sind.
6. Nockenwelle nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Oberfläche des Zugankers (15) zur Aufnahme
der Schubspannungen aufgerauht oder profiliert ist.
7. Nockenwelle nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Zuganker (15) an seinen Enden jeweils einen
Bund (16, 17) aufweist, an dem sich das Gußmaterial
axial abstützt.
8. Nockenwelle nach einem der Ansprüche 4 bis 7, da
durch gekennzeichnet, daß der Zuganker von einem
Rohr oder von einem massiven Stab gebildet ist.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE19873705114 DE3705114A1 (de) | 1987-02-18 | 1987-02-18 | Nockenwelle aus gusseisen fuer brennkraftmaschinen |
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ID=6321239
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