DE3704499A1 - Transformatorkern - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf elektrische Transformatoren und
insbesondere auf einen Transformatorkern, der aus einem Verbundkörper
aus Korn-orientiertem Stahl Siliziumstahl und amorphem Stahl
aufgebaut ist.
Üblicherweise wurden die Kerne elektrischer Transformatoren aus
Blechen bzw. Lamellen aus stark Korn-orientiertem Siliziumstahl
aufgebaut. Im Laufe der Jahre wurden Verbesserungen in einem
derartigen Stahl vorgenommen, um Verkleinerungen der Transformatorkerngröße,
Senkungen der Fertigungskosten und der Verluste
zu gestatten, die bei der elektrischen Energieverteilung durch
den Transformatorkern hervorgerufen werden. Da die Kosten der
elektrischen Energie kontinuierlich steigen, wurden Senkungen
der Kernverluste ein zunehmend wichtiger werdender Faktor bei
allen Größen elektrischer Transformatoren. Aus diesem Grunde
wurde die Verwendung amorpher ferromagnetischer Materialien zur
Verwendung in Transformatorkernen in Erwägung gezogen, um eine
wesentliche Senkung der Kernbetriebskosten zu erzielen.
Amorphe Materialien zeichnen sich im Prinzip dadurch aus, daß eine
periodische, sich widerholende Struktur im atomaren Bereich,
d. h. das Kristallgitter, praktisch nicht vorhanden ist, wobei
dieses Kristallgitter ein Kennzeichen ihrer kristallinen metallischen
Gegenstücke ist. Die nicht-kristalline, amorphe Struktur
wird durch rasches Abkühlen einer geschmolzenen Legierung der
entsprechenden Zusammensetzung erzeugt, wie es in der US-PS
38 56 513 beschrieben ist. Aufgrund der schnellen Abkühlungsgeschwindigkeiten
bildet die Legierung keinen kristallinen Zustand,
sondern nimmt eine metastabile, nicht kristalline Struktur
an, die von der flüssigen Phase abhängt, aus der sie hergestellt
ist. Aufgrund des Fehlens der kristallinen atomaren
Struktur werden amorphe Legierungen häufig als "glasartige Legierungen"
bezeichnet.
Aufgrund der Natur des Fertigungsprozesses ist ein amorphes
ferromagnetisches Band, das für eine Verwendung in einem geblechten
Transformatorkern geeignet ist, extrem dünn, normalerweise
25 bis 50 µm, im Gegensatz zu 175 bis 300 µm für Korn-orientierten
Siliziumstahl. Darüber hinaus sind derartige Bänder aus
amorphem Stahl recht spröde und brechen deshalb leicht. Diese
Eigenschaften machen die Verarbeitung der amorphen Bänder zu geeigneten
Kernblechen und deren anschließende Handhabung zum Aufbau
eines Transformatorkerns zu einem äußerst schwierigen und
recht kostspieligen Verfahren. So sind spezielle Schneidtechniken
erforderlich, um die amorphen Stahlbänder auf die gewünschten
Kernblechgrößen zu schneiden. Weiterhin sind für Blechpakete,
wie sie bei Leistungstransformatoren verwendet werden, die üblichen
Verfahren zum Stapeln der Bleche, zum Einsetzen der Endbleche
und zum Zusammenklemmen, wie diese Verfahren bei geblechten Kernen
aus Siliziumstahl verwendet werden, nicht zufriedenstellend
für Bleche aus amorphem Metall aufgrund der Dünnheit, Sprödigkeit
und Beanspruchungsempfindlichkeit dieses Materials. Eine andere
und vielleicht die wichtigste Einschränkung von amorphem, ferromagnetischem
magnetischem Stahl besteht darin, daß er eine etwa 25% niedrigere
Sättigungsdichte als Korn-orientierter Siliziumstahl hat.
Infolgedessen müßte ein Kern aus amorphem Metall räumlich größer
sein als ein Siliziumstahlkern, um den gleichen Fluß führen zu
können. Dieser Faktor stellt bei dem Versuch, kleinere Kernverluste
insbesondere bei höheren Nennleistungen zu erreichen,
einen wesentlichen wirtschaftlichen Nachteil dar, da amorpher
Stahl ein teureres Material ist als Siliziumstahl. Ein weiterer
Faktor, der einen großen Kern aus amorphem Stahl relativ zu
einem Kern aus Siliziumstahl mit vergleichbarer Leistung erfordert,
besteht darin, daß der erstere einen von Natur aus kleineren
Packungsfaktor besitzt, d. h. das Verhältnis der Querschnittsfläche
von ferromagnetischem Material in einem Kern zur gesamten
Querschnittsfläche des Kerns.
Die vorgenannten Überlegungen haben auf dem Gebiet von Leistungstransformatoren
zu der allgemeinen Übereinstimmung geführt, daß
die zahlreichen Nachteile von Kernen aus amorphem, ferromagnetischem
Stahl wirtschaftlich den Vorteil des damit erreichbaren
verminderten Kernverlustes ausgleichen. Es gibt jedoch eine gewisse
Aktivität in bezug auf die Verwendung von amorphem Stahl
bei physikalisch kleineren Transformatoren, wie sie üblicherweise
zur Verteilung von elektrischer Energie verwendet werden, im
Gegensatz zu der Übertragung elektrischer Energie, bei der der
Leistungstransformator hauptsächlich eingesetzt wird. Beispielsweise
beschreiben die US-Patentschriften 43 64 020 und 45 20 335
gewickelte Verteilertransformatorkerne mit einer Mischung von
Blechen aus amorphem Stahl und Siliziumstahl, wobei die Bleche
auf die Joche und Schenkel verteilt sind, die miteinander verbunden
sind, um einen oder mehrere Magnetkreise, die ausschließlich
aus amorphem Stahl bestehen, und einen oder mehrere Magnetkreise
zu bilden, die ausschließlich aus Siliziumstahl bestehen.
Die gleiche Anordnung von parallelen Flußkreisen aus amorphem
Stahl und Siliziumstahl ist in der US-PS 45 06 348 beschrieben.
Es ist eine Aufgabe der Erfindung, einen Transformatorkern mit
einer verbesserten Kernverlustcharakteristik zu schaffen. Dabei
soll der Transformatorkern so aufgebaut sein, daß er Bleche aus
amorphem Stahl in einer wirtschaftlich vernüftigen Weise verwendet.
Ferner soll der zu schaffende Transformatorkern aus einer
Kombination von Blechen aus amorphem Stahl und Siliziumstahl hergestellt
sein, um einen zusammengesetzten oder Verbundkern mit
niedrigem Verlust zu erhalten. Der Transformatorkern soll auch
effizient im Design sein, hinsichtlich der Fertigung verbessert
sein und über eine lange Lebensdauer sicher arbeiten können.
Erfindungsgemäß wird ein Transformatorkern geschaffen, bei dem
wenigstens dessen Wicklungsschenkel oder die Wicklungsschenkel
aus mehreren Siliziumstahlblechen aufgebaut ist (sind) und bei
dem dessen Joche aus mehreren Blechen aus amorphem Stahl aufgebaut
sind. Die Joche und Schenkel werden der Reihe nach verbunden
durch Siliziumstahl-Amorphstahl-Blechverbindungen, um einen
magnetischen Kreis zu bilden und somit einen Transformatorkern
zu schaffen, der wesentlich verbesserte Kernverlusteigenschaften
im Vergleich zu einem Leistungstransformatorkern aufweist, der
ausschließlich aus Siliziumstahlblechen hergestellt ist.
Die Erfindung wird nun mit weiteren Merkmalen anhand der Beschreibung
und Zeichnung von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Fig. 1 ist eine Seitenansicht von einem gestapelten oder geschichteten
Leistungstransformatorkern, der gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung aufgebaut ist.
Fig. 2 ist eine Teilschnittansicht nach einem Schnitt entlang
der Linie 2-2 in Fig. 1, um die Verbindungskonstruktion
darzustellen, die in dem Transformatorkern verwendet
ist.
Fig. 3 ist eine Teilschnittansicht von einer alternativen Verbindungskonstruktion,
die in dem Transformatorkern gemäß
Fig. 1 anwendbar ist.
Fig. 4 ist eine Seitenansicht von einem geschichteten bzw.
gestapelten Transformatorkern, der gemäß einem anderen
Ausführungsbeispiel der Erfindung aufgebaut ist.
Fig. 5 ist eine Teilschnittansicht nach einem Schnitt entlang
der Linie 5-5 in Fig. 4, um die Verbindungskonstruktion
darzustellen, die in dem Transformatorkern verwendet
ist.
Fig. 6 ist eine Seitenansicht von einem Transformatorkern
gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Fig. 7 ist eine vergrößerte Teilansicht der oberen rechten
Eckverbindungsregion des Transformatorkerns gemäß
Fig. 6.
Fig. 1 und 2 zeigen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand
eines einphasigen, zwei Schenkel aufweisenden Leistungstransformatorkerns
10, der zwei Wicklungsschenkel 12 aufweist,
die zu einem magnetischen Kreis an ihren Verbindungsstellen mit
einem oberen Joch 14 und einem unteren Joch 16 durch eine kleine
Reluktanz aufweisende stufenförmige, geläppte Verbindungen verbunden
sind, die allgemein mit 18 bezeichnet und am besten aus
Fig. 2 entnehmbar sind. Um jeden Schenkel sind Wicklungen gewickelt,
die schematisch mit 20 bezeichnet sind. Gemäß einem
wesentlichen Merkmal der Erfindung sind die Wicklungsschenkel aus
mehreren üblichen Korn-orientierten Siliziumstahlblechen 22 aufgebaut,
während die Joche aus mehreren Blechen 24 aus amorphem
Stahl aufgebaut sind. Diese Bleche aus amorphem Stahl können
einen Aufbau besitzen, wie er von der Allied Corporation hergestellt
und unter dem Handelsnamen METGLAS vertrieben wird. Die
Allied Corporation hat auch einen sogenannten Power Core Strip
entwickelt. Dieser Power Core Strip bzw. dieser Leistungskernstreifen
ist aus sechs Bändern aus amorphem Stahl aufgebaut, wobei
jedes 25 µm (1/1000 Zoll) dick ist und die Bänder verdichtet
sind zu einem einheitlichen Streifen oder einem Blech (Lamelle),
das 125 µm (5/1000 Zoll) dick ist. Da die Bänder aus amorphem
Stahl üblicherweise nur 25 bis 50 µm (1 bis 2/1000 Zoll) dick
sind, wird jede einzelne gestufte-geläppte Verbindungshälfte
18 a des Joches aus mehreren aus amorphem Stahl bestehenden Blechen
bzw. Lamellen 24 aufgebaut, um mit einer einzelnen gestuften-
geläppten Verbindungshälfte 18 b des Schenkels richtig zusammenzupassen,
die üblicherweise aus einem einzelnen Siliziumstahlblech
22 (175 bis 275 µm dick) besteht, wie es aus Fig. 2
ersichtlich ist.
Fig. 1 zeigt, daß die Breite der Joche 14, 16 wesentlich größer
ist als die Breite der Schenkel 12, während ihre Dicken gleich
sind, wie es aus Fig. 2 hervorgeht. Infolgedessen ist die
Querschnittsfläche der Joche größer als diejenige der Schenkel.
Dieses Merkmal berücksichtigt die kleinere magnetische Sättigung
von amorphem Stahl im Vergleich zu Siliziumstahl. Ferner
ist in der Relation der Jochquerschnittsfläche zu der Schenkelquerschnittsfläche
der kleinere Packungsfaktor berücksichtigt,
der mit mehreren Blechen aus amorphem Stahl sicher erzielbar ist.
Der Packungsfaktor ist bekanntlich das Verhältnis der Querschnittsfläche
des flußführenden ferromagnetischen Materials in
einem Kernteil zu der gesamten Querschnittsfläche des Kernteils.
Somit berücksichtigt der Packungsfaktor das Vorhandensein von
Fehlstellen zwischen den Lamellen bzw. Blechen, die durch Oberflächenrauhigkeit,
Grate usw. hervorgerufen werden, und dem Isolationsfilm
auf den Blechoberflächen. Die Faktoren, die zu einem
kleineren Packungsfaktor für Bleche aus amorphem Stahl beitragen,
sind deren weit größere Anzahl, die zum Erreichen der gewünschten
Dicke erforderlich ist, wodurch die Möglichkeit für Grenzflächen-
Fehlstellen und Isolierfilme vermehrt werden, und die
Empfindlichkeit im Hinblick auf übertragene Beanspruchungen
gegenüber irgendwelchen signifikanten Klemmdrucken. Somit ist
eine entsprechende Relation der Querschnittsfläche der Joche 14,
16 zu den Querschnittsfläche der Schenkel 12 umgekehrt proportional
zu den Verhältnissen der Sättigungsinduktanz und des
Packungsfaktors von Siliziumstahl zu denjenigen von amorphem
Stahl. Beispielsweise kann bei einer Sättigungsinduktanz von
1,7 Tesla und einem Packungsfaktor von 0,80 für Bleche 24 aus
amorphem Stahl relativ zu einer Sättigungsinduktanz von 1,98
Tesla und einem Packungsfaktor von 0,96 für Bleche 22 aus Sliliziumstahl
das Verhältnis der Jochquerschnittsfläche A y zur
Schenkelquerschnittsfläche A l wie folgt berechnet werden:
A y /A l = 1,98 × 0,96/1,70 × 0,80 = 1,40
Dieses berechnete Flächenverhältnis kann optimiert werden durch
Berücksichtigung der anderen spezifischen magnetischen Eigenschaften
der zwei Materialien und ihrer relativen Kosten.
Der Hauptgrund für die Verwendung von Blechen aus amorphem Stahl
in den Jochen und von Blechen aus Siliziumstahl in den Wicklungsschenkeln
besteht darin, daß die Schenkel dann mit der kleineren
Querschnittsfläche versehen werden können, und infolgedessen
können die Einsparungen bei der Leiterlänge und dem daraus folgenden
kleineren Leitungsverlust in den Wicklungen 20 wenigstens
teilweise die erhöhten Material- und Fertigungskosten ausgleichen,
die bei der Benutzung von Blechen aus amorphem Stahl
in den Jochen 14, 16 auftreten. Auf dieser Basis werden die verminderten
Kernverluste, die durch die Ausnutzung von amorphem
Stahl in einem Leistungstransformatorkern gemäß der Erfindung
erzielt werden, zu einer kommerziell tragfähigen Lösung. Darüber
hinaus gibt es üblicherweise weniger Abmessungseinschränkungen
für die Größe des Joches als für die Größe der Wicklungsschenkel.
Üblicherweise bilden die Joche etwa ein Drittel des Kerngewichtes,
und durch Verwendung von amorphem Stahl mit beispielsweise
20% der Verluste, die mit Siliziumstahl auftreten, wird der gesamte
Kernverlust des aus dem amorphem Stahl und Siliziumstahl zusammengesetzten
Kerns gemäß der Erfindung um etwa 25% gesenkt im
Vergleich zu einem vollständig aus Siliziumstahl bestehenden
Kern mit vergleichbarer Nennleistung.
Die in den Fig. 1 und 2 gezeigten Verbindungen 18 schließen
eine eine kleinere Reluktanz aufweisende Flußbahn zwischen dem
größeren Querschnitt der Joche und dem kleineren Querschnitt der
Wicklungsschenkel. Diese Verbindungen werden dadurch erreicht,
daß aus Siliziumstahl bestehende Schenkelbleche 22 gleicher
Länge in Sätzen angeordnet werden, wobei die Mittelpunkte der
Bleche in jedem Satz in ihrer Längsrichtung gleichförmig versetzt
sind, um an jedem Schenkelende das sich widerholende
Stufenmuster der Schenkelverbindungshälften 18 b zu erreichen,
das in Fig. 2 gezeigt ist. Um das dazu passende Stufenmuster
der Jochverbindungshälften 18 a zu erzeugen, sind aus amorphem
Stahl bestehende Bleche 24 gleicher Länge in Gruppen angeordnet,
die an den Verbindungshälften 18 a enden. Die Gruppen sind in
Sätzen angeordnet, wobei die Bleche in den entsprechenden Gruppen
inkrementell unterschiedliche Breiten aufweisen. Die Seitenkante
der Bleche 24 entlang den äußeren Seiten der Joche sind
ausgerichtet, um auf diese Weise die sich wiederholenden Sätze
von Jochverbindungshälften 18 a entlang den inneren Seiten der
Joche 14, 16 zu erhalten, die in Fig. 2 gezeigt sind. Somit wird
deutlich, daß die Jochbleche eine gleichförmige Breite haben
können, wobei ihre longitudinalen Mittellinien seitlich versetzt
sind, um die Verbindungshälften 18 a zu bilden. Die dabei
entstehende Fehlausrichtung der äußeren Kanten der Jochbleche
kann durch ferromagnetische Einsätze ausgeglichen werden, wenn
dies erwünscht ist.
Fig. 3 ist eine Schnittansicht einer alternativen Verbindungskonstruktion,
die auf der technischen Lehre gemäß der US-PS
45 20 556 basiert. Dort wird eine gestapelte Leistungstransformatorkernanordnung
unter Verwendung von ferromagnetischen Einsätzen
angegeben, um die Eckverbindungen zwischen dem oberen
Joch und den Wicklungsschenkeln auszuführen. Dadurch können die
spröden Bleche 24 aus amorphem Stahl sorgfältig einzeln oder in
Gruppen auf einer horizontalen Oberfläche in einem Vormontagebereich
auf die Dicke der Joche 14 und 16 aufgestapelt werden.
Die Siliziumstahlbleche 22 können dann geschnitten und mit großer
Präzision gestapelt werden, um eine perfekte Passung zwischen
den Schenkeln und dem unteren Joch 16, wobei die gestuften, gelappten
Verbindungen 18 gemäß Fig. 2 verwendet werden, und
zwischen den Schenkeln und dem oberen Joch 14 zu erreichen, wobei
das Verbindungsmuster gemäß Fig. 3 verwendet wird. Wie dort
gezeigt ist, stößt jedes andere Schenkelblech 22 aus Siliziumstahl
gegen die ausgerichtete Gruppe von oberen Jochblechen 24
aus amorphem Stahl, wie es bei 26 gezeigt ist. Die ineinandergreifenden
Schenkelbleche und die ausgerichteten Gruppen von
oberen Jochblechen sind so bemessen, daß sie kurz voreinander
enden, wobei Zwischenräume übrig bleiben, die Einsätze 28 aus
ferromagnetischem Material, vorzugsweise Siliziumstahl, aufnehmen.
Diese Einsätze 28 bilden gestufte, geläppte Verbindungen
zwischen den aus Siliziumstahl bestehenden Schenkelblechen 22
und den aus amorphem Stahl bestehenden Blechen 24 des oberen
Joches. Die Bleche der Schenkel und Joche werden dann durch geeignete
Mittel zusammengeklemmt, beispielsweise durch mit
Epoxydharz getränkte Glasbandwicklungen 30, wie es in Fig. 1
gezeigt ist. Alle diese Montageschritte werden durchgeführt,
während der Kern in einer horizontalen Ebene liegt. Die Einsätze
28 werden dann herausgezogen, und das obere Joch 14 wird
vorsichtig wegbewegt. Der Kern mit dem oberen Joch wird aufgerichtet,
um eine Anbringung der Wicklungen 20 auf den Schenkeln
12 zu erleichtern. Das obere Joch wird vorsichtig auf die Schenkel
gehoben, und die Einsätze 28 werden wieder eingesetzt, um
die eine kleine Reluktanz aufweisenden Verbindungen dazwischen
herzustellen. Somit wird deutlich, daß dieses Fertigungsverfahren
die Handhabung der einzelnen Bleche aus amorphem Stahl minimiert
und die Möglichkeit für eine Beschädigung verkleinert, wodurch
der aus amorphem Stahl und Siliziumstahl zusammengesetzte
Transformatorkern gemäß der Erfindung vom Standpunkt der Fertigungskosten
eine brauchbare Lösung darstellt.
Fig. 4 und 5 stellen einen Einphasenkern 32 mit zwei Schenkeln
34 dar, die aus mehreren Siliziumstahlblechen 36 und oberen und
unteren Jochen 38 bzw. 40 aufgebaut sind, die einen größeren
Querschnitt mit zahlreichen Lamellen 42 aus amorphem Stahl aufweisen.
Diese Joch- und Schenkelbleche sind miteinander verbunden,
wie es bei 30 gezeigt ist. Die Enden dieser Bleche sind diagonal
geschnitten, um für Gehrungsverbindungen der Schenkel und
Joche zu sorgen. Wenigstens diejenigen Verbindungen, die das obere
Joch 38 enthalten, weisen Einsätze 44 aus Siliziumstahl auf,
wie es in Verbindung mit Fig. 3 und in der US-PS 45 20 556 beschrieben
ist. Dort ist auch angegeben, wie ein dreischenkliger
Verbundkern aus amorphem Stahl und Siliziumstahl aufgebaut sein
würde, um die Fertigungsvorteile auszunutzen, die durch den Einbau
von ferromagnetischen Einsätzen in den Gehrungsverbindungen
des oberen Jochs und des benachbarten Wicklungsschenkels erzielbar
sind.
Fig. 6 und 7 zeigen einen Transformatorkern 50 mit einem oberen
Joch 52 und einem unteren Joch 54, die jeweils aus Blechen
56 aus amorphem Stahl bestehen, und mit zwei Wicklungsschenkeln
58, die aus Siliziumstahlblechen 60 aufgebaut sind. Im Gegensatz
zu den gestapelten Kernen gemäß den Fig. 1 und 4 sind
die Bleche des Kerns 50 an ihren Seitenkanten freiliegend zu den
Stirnflächen des Kerns. Somit ist der Aufbau dieses Kerns analog einem gewickelten
Kern, wie er bei Verteilungstransformatoren üblich ist.
Wiederum ist die Querschnittsfläche der aus amorphem Stahl bestehenden
Joche entsprechend größer als derjenige der aus Siliziumstahl
bestehenden Schenkel. Der Kern 50 benutzt eine besondere,
eine kleine Reluktanz aufweisende Verbindung, die allgemein
bei 62 gezeigt ist, um die Übergänge von den Siliziumstahlschenkeln
mit einem kleineren Querschnitt auf die aus amorphem Stahl
bestehenden Joche mit einem größeren Querschnitt zu bilden.
Wie am besten aus Fig. 7 zu sehen ist, ist der Endabschnitt an
jedem Ende der Siliziumstahlbleche 60 im rechten Winkel zur Ebene
der Bleche abgebogen, wie es bei 60 a gezeigt ist. Von der Außenecke
beginnend ist eine erste Gruppe dieser etwa U-förmigen
Siliziumstahl-Schenkelbleche derart verschachtelt, daß ihre geraden
Schnittenden an einer ersten Gruppe von aus amorphem Stahl
bestehenden Jochbleche 56 anstoßen, wie es bei 64 gezeigt ist,
und mit einer unmittelbar benachbarten zweiten Gruppe von aus
amorphem Stahl bestehenden Jochblechen überlappen, wie es bei
66 gezeigt ist. Zusätzlich liegen die Schnittenden dieser zweiten
Gruppe von Jochblechen aus amorphem Stahl an dem innersten
Blech der verschachtelten ersten Gruppe von U-förmigen Schenkelblechen
aus Siliziumstahl an, wie es bei 68 gezeigt ist, während
die Endabschnitte davon die um 90° versetzten Endabschnitte 60 a
einer zweiten Gruppe von Siliziumstahlblechen überlappen, wie
es bei 70 gezeigt ist. Dieses Verbindungsmuster wiederholt sich
bei nachfolgenden Gruppen von zunehmend kürzeren Siliziumstahl-
Schenkelblechen, die an nachfolgenden Gruppen aus zunehmend
kürzeren Jochblechen aus amorphem Stahl anstoßen bzw. diese
überlappen. Um eine gewünschte Joch-Schenkel-Querschnittsrelation
zu erreichen, kann es notwendig sein, eine innerste Gruppe
aus geraden Siliziumstahl-Schenkellamellen hinzuzufügen, wie es
bei 60 b gezeigt ist, deren Schnittenden durch die innerste Gruppe
von Jochlamellen aus amorphem Stahl geläppt sind, wie es
bei 56 a gezeigt ist.
Vorstehend sind zwar Transformatorkerne beschrieben, deren Joche
ausschließlich aus Lamellen aus amorphem Stahl aufgebaut sind,
es kann aber wünschenswert sein, mehrere Siliziumstahlbleche vorzusehen,
die strategisch angeordnet sind, um für Halterung und
Schutz für die zerbrechlichen Lamellen aus amorphem Stahl zu
sorgen. Somit können beispielsweise in den Jochen der Kerne
gemäß den Fig. 1 und 4 stirnseitig vorne und hinten Bleche
aus Siliziumstahl angeordnet sein, während die innersten und
äußersten Jochbleche in dem Kern gemäß Fig. 6 Siliziumstahlbleche
sein können.
Die Erfindung ist in gleicher Weise auf Leistungstransformatorkerne
anwendbar, die nur einen einzigen Wicklungsschenkel aufweisen,
wie es bei Manteltransformatorkernen der Fall ist. Der
bzw. die keine Wicklung tragenden Schenkel dieser Kerne bzw.
Blechpakete werden als Verlängerungen der Joche betrachtet und
üblicherweise als Flußrückleitschenkel bezeichnet. Vorzugsweise
würden diese Flußrückleitschenkel zusammen mit den Jochen aus
Blechen aus amorphem Stahl aufgebaut, wenn der Raum dies zuläßt.
Wenn dies nicht der Fall ist, würden der Wicklungsschenkel
und die Flußrückleitschenkel aus Siliziumstahlblechen aufgebaut
werden.
Aus der vorstehenden Beschreibung wird deutlich, daß erfindungsgemäß
ein zusammengesetzter Transformatorkern geschaffen wird,
bei dem die Verlustarmut von amorphem Stahl bis zum äußersten,
praktikablen Grad ausgenutzt wird. Durch Einfügung von amorphem
Stahl nur in die Kernjoche und, wenn möglich, irgendwelche Flußrückleitschenkel,
kann die entsprechende Vergrößerung der Querschnittsfläche
des ferromagnetischen Materials ohne eine unzulässige
Vergrößerung der Gesamtgröße des Kerns aufgenommen werden.
Indem dann Siliziumstahl in den oder die Wicklungsschenkel
des Kerns eingebaut wird, die dann einen kleineren Querschnitt
haben können, werden wirtschaftliche Wicklungsleiterkosten und
Leistungsverluste realisiert. Dies in Verbindung mit der erzielbaren
drastischen Senkung des Transformatorkernverlustes gleicht,
vom wirtschaftlichen Standpunkt, die erhöhten Material- und Fertigungskosten,
die durch die Joche aus amorphem Stahl verursacht
werden, mehr als aus.
Claims (10)
1. Transformatorkern mit zwei Schenkeln und zwei Jochen,
dadurch gekennzeichnet,
daß von den zwei Schenkeln wenigstens einer ein Wicklungsschenkel
ist, der aus mehreren Blechen (22) aus
Siliziumstahl gebildet ist, die zwei Joche (14, 16)
mehrere Bleche (24) aus amorphem Stahl enthalten und Verbindungen
(18) vorgesehen sind, die die Siliziumstahlbleche
(22) des Wicklungsschenkel (12) und die aus
amorphem Stahl bestehenden Bleche (24) der Joche (14, 16)
in einem magnetischen Kreis in Reihe verbinden.
2. Transformatorkern nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Joche (14, 16) eine größere Querschnittsfläche
haben als der Wicklungsschenkel (12).
3. Transformatorkern nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindungen (18) gestufte, geläppte Verbindungen
sind, die eine kleine Reluktanz aufweisende
Flußpfade zwischen den Siliziumstahlblechen des Wicklungsschenkels
und den aus armophem Stahl bestehenden
Blechen der Joche bildet.
4. Transformatorkern nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die aus amorphem Stahl bestehenden Bleche in dem
Bereich von 25 bis 50 µm dick sind und die Siliziumstahlbleche
in dem Bereich von 175 bis 275 µm dick
sind, die Verbindungen jeweils eine sich wiederholende
Reihe von zusammenpassenden Blechverbindungshälften
aus amorphem Stahl und Blechverbindungshälften aus
Siliziumstahl aufweisen, wobei die Anzahl von Blechen
in jeder Blechverbindungshälfte aus amorphem Stahl
die Anzahl der Bleche in seiner damit zusammenpassenden
Blechverbindungshälfte aus Siliziumstahl überschreitet.
5. Transformatorkern nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens die Verbindung zwischen dem Wicklungsschenkel
und einem der Joche herausnehmbare ferromagnetische
Einsätze aufweist.
6. Transformatorkern nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die aus Siliziumstahl bestehenden Wicklungsschenkelbleche
alle die gleiche Länge haben und mit ihren
Längsmittelpunkten längsweise inkrementell versetzt
angeordnet sind zur Ausbildung eines Stufenmusters der
Schenkelverbindungshälften an jedem Wicklungsschenkelende,
und daß die aus amorphem Stahl bestehenden Bleche
in getrennten Blechgruppen angeordnet sind, wobei
deren Längskanten lateral versetzt sind zur Ausbildung
eines Stufenmusters der Jochverbindungshälften,
die mit den Wicklungsschenkelverbindungshälften zusammenpassen.
7. Transformatorkern nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die aus Siliziumstahl bestehenden Wicklungsschenkelbleche
mit im Winkel versetzten Endabschnitten
versehen sind, wobei die Wicklungsschenkelbleche in
mehreren Gruppen mit den versetzten Endabschnitten
derart verschachtelt angeordnet sind, daß sie an den
Enden der aus amorphem Stahl bestehenden Jochbleche
anliegen und diese läppen zur Bildung der Verbindungsstellen.
8. Transformatorkern nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindungsstellen in der Form von Gehrungseckverbindungen
ausgebildet sind, wobei die Eckverbindung
zwischen dem Wicklungsschenkel und wenigstens
einem der Joche herausnehmbare ferromagnetische Einsätze
aufweist.
9. Transformatorkern nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verhältnis der Querschnittsfläche des Joches
zur Querschnittsfläche des Wicklungsschenkels proportional
zu den relativen Sättigungsinduktanzen und
Packungsfaktoren der aus Siliziumstahl bestehenden
Wicklungsschenkelbleche und der aus amorphem Stahl bestehenden
Jochbleche ist.
10. Transformatorkern nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Wicklungsschenkel ausschließlich aus Siliziumstahlblechen
hergestellt ist.
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