DE3702432C2 - Schraubenverdichter mit Hubventilen zur Leistungssteuerung - Google Patents
Schraubenverdichter mit Hubventilen zur LeistungssteuerungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Schraubenverdichter gemäß dem Ober
begriff des Anspruches 1.
Die Leistung eines Schraubenverdichters in Kälte- und Wärme
pumpenanlagen wird gewöhnlich durch ein oder mehrere axial
verschiebbare Schiebeventile gesteuert (siehe Fig. 1). Bei
dem Verdichter kann es sich beispielsweise um einen Schrauben
verdichter handeln. Wenn ein steuerbarer Schieberanschlag hin
zugefügt wird, kann auch das eingebaute Volumen des Verdich
ters verändert werden.
Es sind ferner Schraubenverdichter bekannt, bei denen Hubven
tile oder Hubventilkolben die Leistung des Schraubenverdich
ters steuern und das eingebaute Volumen verändern (siehe
Fig. 2). Diese Hubventile sprechen schlagartig an und sind
entweder offen oder geschlossen. Wenn diese Ventilkolben zur
Arbeitskammer hin schließen, werden sie von dem Druck in der
Arbeitskammer beaufschlagt, welcher, bedingt durch Pulsatio
nen, Druckabfälle usw., größer sein kann als der Austritts
druck des Verdichters und in der Nähe der Austrittsöffnung
tatsächlich größer ist als der Austrittsdruck (siehe in Fig.
3 den Druck P2k). Die auf die Hubventilkolben ausgeübte radial
nach innen gerichtete Kraft muß daher größer sein als die von
der Arbeitskammer her nach außen gerichtete Kraft, um ein si
cheres Schließen der Hubventile zu gewährleisten und sie an
einer unsteten (klappernden) Arbeitsweise zu hindern.
Ein solcher Schraubenverdichter ist aus der DE 31 18 312 A1
bekannt, bei dem ein oder mehrere Hubventile nacheinander in
axialer Richtung des Rotors am Kompressionsteil angeordnet
sind. Die Hubventile werden über Steuerventile betätigt, die
ihrerseits durch unter Steuerdruck stehendes Öl betätigt wer
den. Im geöffneten Zustand verbinden die Hubventile den Kom
pressionsraum über einen Ablaßkanal mit dem Einlaß des Schrau
benverdichters. Ein Drehen der Ventilkolben wird durch einen
Stift verhindert, der in einer axialen Nut des Ventilkolbens
geführt wird.
Aus der US 44 53 900 ist ein Schraubenverdichter bekannt, der
ebenfalls zur Leistungssteuerung mit Hubventilen ausgerüstet
ist. Die Betätigung der Hubventile erfolgt durch Öl, welches
über Dreiwege-Ventile zugeführt wird. Wenn der Öldruck wegge
nommen oder überwunden wird, wird der Ventilkolben radial nach
außen geschoben, wodurch eine Verbindung zwischen benachbarten
Windungen des Rotors hergestellt wird. Eine Drehung der Kolben
wird auch hier durch einen seitlichen Stift, der in einer Nut
des Kolbens geführt wird, verhindert. Kolben und Zylinderwand
sind mit einer ineinander greifenden seitlichen Schulter ver
sehen, durch die verhindert wird, daß der Kolben in den Kom
pressionsraum hineinragen und mit dem Rotor in Berührung kom
men kann. Durch diese Schulter ist die radial nach außen wei
sende Fläche des Kolbens geringfügig größer als die radial
nach innen weisende Fläche.
Aus der DE-Firmenschrift "Der Hydraulik Trainer", Mannesmann
Rexroth, 1980, Seite 13, ist das physikalische Prinzip be
kannt, mittels eines Stufenkolbens eine Druckverstärkung zu
erzeugen.
Die einfache Konstruktion von Hubventilen ist besonders at
traktiv für kleine Verdichter, die aus wirtschaftlichen Grün
den billig und in ihrer Arbeitweise einfach sein müssen. Diese
Verdichter haben daher häufig keine Ölpumpe oder andere Ein
richtungen zur Druckerhöhung, und der Austrittsdruck des Ver
dichters ist der höchste im System selbst vorkommende Druck
außerhalb der Arbeitskammer des Verdichters. Daher soll dieser
höchste Systemdruck die Bewegung der Hubventile steuern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schraubenver
dichter der eingangs genannten Art zu entwickeln, bei welchem
ein zuverlässiges Schließen des Hubventils sichergestellt ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Schraubenverdichter mit
Hubventilen zur Leistungssteuerung gemäß dem Oberbegriff des
Anspruches 1 vorgeschlagen, welcher erfindungsgemäß die im
kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 genannten Merkmale hat.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprü
chen genannt.
Durch die Erfindung wird sichergestellt, daß der auf die Hub
ventile zur Regelung oder Steuerung der Leistung des Schrau
benverdichters und zur Verstellung des eingebauten Volumens
ausgeübte Druck ausreichend groß ist, um die Öffnungen in den
zylindrischen Wänden des Verdichters durch die Hubventile zu
verschließen. Wenn die Hubventile geschlossen sind, wird die
Oberfläche, die an der Übergangsstufe zwischen den beiden Ab
schnitten mit unterschiedlichem Durchmesser gebildet wird, von
einem Druck beaufschlagt, der kleiner ist als der Druck, wel
cher die Endflächen der Hubventile beaufschlagt. Durch ent
sprechende Druckbeaufschlagung der axial gerichteten Fläche
am Übergang zwischen den beiden, unterschiedliche Durchmesser
aufweisenden Abschnitten der Hubventilkolben wird eine ausrei
chende Schließkraft sowohl bei offenen wie bei geschlossenen
Hubventilen erzielt.
Anhand der in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele soll
die Erfindung näher erläutert werden. Es zeigen
Fig. 1 einen Schnitt durch einen Schraubenverdichter mit ei
nem Schiebeventil,
Fig. 2 in einem Schnitt die Anordnung von Hubventilen in ei
nem Schraubenverdichter gemäß der Erfindung,
Fig. 3 das Verhältnis zwischen Druck und Volumen in dem Ver
dichter,
Fig. 4 und 5 im Schnitt ein Ausführungsbeispiel eines Ver
dichters mit Hubventilen gemäß der Erfindung,
Fig. 6 und 7 ein zweites Ausführungsbeispiel gemäß der Er
findung.
Im PV-Diagramm, in welchem der Verdichter optimal arbeitet,
gilt (siehe Fig. 3)
Für diesen Idealfall ist ersichtlich, daß der Druckverlust an
den Öffnungen zur Folge hat, daß der innere Druck des Verdich
ters, also P1k, P2k, von dem Druck des Systems, P1 beziehungs
weise P2, abweicht. P1 und P1k sind der äußere und der innere
Druck, welche auf das Hubventil zur Leistungssteuerung wirken.
P2 und P2k sind der äußere und der innere Druck, welche auf
das Hubventil zur Steuerung des Auslasses, also des eingebau
ten Volumens, wirken.
Bei Fluktuationen der Druckverhältnisse im Systems, was eher
die Regel als eine Ausnahme ist, ist die Differenz P2k - P2
groß, und es ist stets der Druck P2k, welcher dazu neigt, das
Hubventil zu öffnen, um das eingebaute Volumen zu verändern.
Die Hubventile zur Leistungssteuerung arbeiten im Bereich zwi
schen V1 bis V2, theoretisch also sicher unterhalb des Drucks
P2. Örtliche Druckfluktuationen in der Arbeitskammer des Ver
dichters können jedoch diesen Sicherheitsabstand auf einen
kritischen Wert reduzieren, insbesondere beim Vorhandensein
von Hubventilen nahe der Austrittsebene.
Die Fig. 4 bis 6 zeigen einen Schraubenverdichter mit zwei
zusammenarbeitenden Rotoren. Hubventile zur Leistungssteuerung
1 und für die Auslaßsteuerung (eingebautes Volumen) 2 sind in
nerhalb entsprechender zylindrischer Wände des Verdichters an
geordnet. Fig. 4 zeigt die Hubventile im geschlossenen Zu
stand, wobei der innere Druck P2k des Verdichters auf das Hub
ventil 2 wirkt und ein niedrigerer Zwischendruck auf das Hub
ventil 1 wirkt. Um den entsprechenden Kräften auf die Hubven
tile entgegenzuwirken, sind diese an ihren radial äußeren
Stirnflächen dem Systemdruck P2 ausgesetzt, der in der Praxis
jedoch infolge von Druckverlusten und Undichtigkeiten etwas
kleiner als der Druck P2k ist. Um das innere Ende des Hubven
tils 2 herum herrscht der Systemdruck P3. Der niedrigste Druck
des Systems, der dem Ansaugdruck in dem Verdichter entspricht,
herrscht gewöhnlich um das inneren Ende des Hubventils 1 herum
bei 8 (Fig. 4).
Um sicherzustellen, daß die Kraft als Funktion des Druckes
bei 5 beziehungsweise 6 größer ist als die Kraft als Funktion
des Druckes bei 3 beziehungsweise 4, hat die zylindrische Wand
des Hubventils 1, 2 unterschiedlich große Durchmesser an den
entsprechenden Enden. Der Druck an der scharf definierten
Stufe zwischen den beiden Abschnitten der Hubventile, welche
Stufen senkrecht zur Achsrichtung stehende Flächen bei 9 be
ziehungsweise 10 bilden, muß folglich geringer sein als der
Systemdruck P2. Dies ist für den Kolben des leistungsregelnden
Hubventils 1 offensichtlich erfüllt, vorausgesetzt, daß die
Leckage des bei 6 vorhandenen Druckmittels durch den Spalt 12
kleiner ist als die Leckage durch den Spalt 14. Dies ist je
doch stark abhängig von den Toleranzen und den Spaltflächen.
Für das Hubventil 2 kann der Druck bei 7 größer als der Druck
bei 5 sein, was auch häufig der Fall ist. Der bei 7 herr
schende Druck muß daher von der Fläche 9 mittels eines Dich
tungselementes 15 ferngehalten werden, während gleichzeitig
der Druck bei 9 niedrig gehalten wird durch Anschluß dieses
Raumes an ein Vacuum oder einen Zwischendruck über den Kanal
16. In der Oberfläche 14 des Zylinders oder Kolbens des Hub
ventils 1 wird vorzugsweise eine Nut 17 angebracht, über wel
che der Raum bei 10 mit dem Kanal 8 verbunden wird, in welchem
- wie oben erläutert - ein Vacuum herrscht. Die umgebenden zy
lindrischen Flächen 11 und 13 sind so beschaffen, daß sie zu
den entsprechenden unterschiedlichen Durchmessern des Hubven
tils 2 passen. Entsprechendes gilt für das Hubventil 1.
Fig. 5 zeigt die Hubventile in der nicht beaufschlagten Stel
lung, in der die Räume 5 beziehungsweise 6 mit Druckniveaus
verbunden sind, die niedriger sind, als der Druck, der in der
Arbeitskammer an der entsprechenden Stelle für jedes Hubventil
herrscht.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 und 5 hat der Rotor zy
lindrische Bohrungen, während die Hubventilebene Stirnflächen
haben. Das verbleibende Volumen in dem Zylinder des Hubventils
auf der Seite der Arbeitskammer ist ein schädlicher Raum der
in vollem Umfange meßbare Verluste verursachen kann, zumindest
unter bestimmten Arbeitsbedingungen. Aus diesem Grunde sollten
die Stirnflächen der Hubventile die gleiche Form wie die Zy
linderbohrung haben, wie dies in Fig. 6 der Fall ist. In die
sem Falle müssen die Hubventile mit einer Führung versehen
sein, die ihre Drehung verhindert. Dies wird in dem Ausfüh
rungsbeispiel gemäß Fig. 7 dadurch erreicht, daß die beiden,
unterschiedliche Durchmesser aufweisenden axialen Abschnitte
des Hubventils, exzentrisch zueinander angeordnet sind.
Claims (6)
1. Schraubenverdichter mit Hubventilen zur Leistungssteue
rung, mit welchen die Leistung des Kompressors und sein ein
gebautes Volumen geändert werden können, dadurch
gekennzeichnet, daß die Hubventile (1, 2) aus
zwei zylindrischen Abschnitten mit verschiedenem Durchmesser
bestehen, welche Abschnitte exzentrisch zueinander angeord
net sind, daß der Übergang zwischen den beiden Abschnitten
scharf (stufenförmig) ausgebildet ist und eine axial ge
richtete Fläche (9, 10) bildet, daß der Abschnitt mit dem
kleineren Durchmesser radial innen in Bezug auf die Arbeits
kammer des Kompressors liegt, daß der Abschnitt mit dem grö
ßeren Durchmesser radial außen in Bezug auf die Arbeitskam
mer des Kompressors liegt und so angeordnet ist, daß er von
einem Steuerdruck beaufschlagt werden kann, der gleich groß
oder kleiner als der Arbeitsdruck des Kompressors ist, und
daß die genannte axial gerichtete Fläche an der Stufe zwi
schen den beiden Abschnitten von einem Druck beaufschlagt
wird, welcher kleiner als der Druck in der Arbeitskammer und
kleiner als der maximale Steuerdruck ist.
2. Schraubenverdichter nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Außenwand des Hub
ventilkolbenabschnittes mit dem kleineren Durchmesser eine
Nut (17) vorhanden ist, welche die axial gerichtete Stu
fenfläche (10) am Übergang zwischen den beiden, unter
schiedliche Durchmesser aufweisenden Hubventilkolbenab
schnitten mit dem Niederdruckverbindungskanal (8) verbindet.
3. Schraubenverdichter nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Zylinderwand, die
den Hubventilkolbenabschnitt mit dem kleineren Durchmesser
aufnimmt, eine Nut (17) vorhanden ist, welche die axial
gerichtete Stufenfläche (10) am Übergang zwischen den bei
den, unterschiedliche Durchmesser aufweisenden Hubventilkol
benabschnitten mit dem Niederdruckverbindungskanal (8) ver
bindet.
4. Schraubenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß in dem
Spalt zwischen dem Hubventilkolbenabschnitt mit dem kleine
ren Durchmesser und der umgebenden Zylinderwand eine Dich
tung (15) vorhanden ist, welche die axial gerichtete Stu
fenfläche (9) am Übergang zwischen den beiden, unterschied
liche Durchmesser aufweisenden Hubventilkolbenabschnitten
gegenüber dem Hochdruckverbindungskanal (7) abdichtet.
5. Schraubenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die
axial gerichtete Stufenfläche (9) am Übergang zwischen den
beiden unterschiedliche Durchmesser aufweisenden Kolbenab
schnitten des Hubventils (2) über einen Kanal (16) an ein
Vacuum oder einen Zwischendruck anschließbar ist.
6. Schraubenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß das
zur Arbeitskammer gerichtete Ende der Hubventile (1, 2) an
die Form der der Arbeitskammer angepaßt ist.
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