DE3700239C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Pessar zur vaginaseitigen
Abstützung des Uterus gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
Pessare bestehen üblicherweise aus einem Abstützungskörper,
der üblicherweise als Kugel, Teller oder Ring ausgebildet
ist. Diese Pessare werden als Descensushilfe in die
Vagina eingesetzt, um den Uterus abzustützen, wenn sich
anatomische Veränderungen in Form von Dehnungen oder
anderen Insuffizienzen ergeben haben, beispielsweise durch
Geburtsgeschehen, Bindegewebsschwächen oder Alterungsprozesse.
Aus der US-PS 8 60 591 ist eine gattungsgemäße Descensushilfe
bekannt, die aus mehreren Teilen zusammengesetzt
ist. Dieses bekannte Pessar besteht aus einem Ballonsegment,
einer daran anschließenden festen Röhre, ein diese
verlängerndes festes Rohr und einem flexiblen Schlauch mit
einem endseitigen Mundstück. Zumindest die feste Röhre und
das feste Rohr sind miteinander durch eine Verschraubung
verbunden. Zum Füllen bzw. zum Entleeren des als Abstützung
wirkenden Ballonsegments befindet sich in dem
festen Rohr ein Rückschlagventil. Um das eingesetzte
Pessar in seiner Position zu sichern, ist ein Haltestreifen
vorgesehen, der den flexiblen Schlauch im Bereich des
Mundstücks umfaßt und durch Bänder oder dergleichen im
Schritt der Patientin festgelegt ist.
Nachteilig an diesem bekannten Pessar ist, daß durch
dessen Aufbau aus mehreren Einzelsegmenten Querschnittsübergänge
entstehen, die sich beim Tragen des Pessars
- genauso wie der im Schritt angeordnete Haltestreifen -
als unangenehm erweisen. Ebenso beeinträchtigend auf den
Tragekomfort wirkt sich die zur Aufnahme des metallischen
Rückschlagventils notwendige, feste Röhre aus. Wegen der
relativ schwierigen Zugänglichkeit des Rückschlagventils
in dieser festen Röhre sind zur Handhabung des Pessars,
insbesondere zur Entleerung der Luft aus dem eigentlichen
Abstützungskörper, besondere Hilfsmittel notwendig.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Pessar anzugeben,
das leicht zu handhaben ist und einen sicheren, beschwerdefreien
Sitz ermöglicht.
Zur Lösung dieser Aufgabe weist die Erfindung die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruchs 1 auf. Durch die Integration
des Rückschlagventils in den Schlauchansatz des
Pessars wird eine einstückige Ausführung des gesamten
Pessars möglich, die ohne beim Tragen des Pessars zwangsläufig
zu Beschwerden führende Querschnittsübergänge ausgebildet
ist. Die erfindungsgemäße Ausführung des Rückschlagventils
im Schlauchansatz des Pessars schließt auch eine
vom Rückschlagventil direkt ausgehende Beeinträchtigung
beim Tragen des Pessars aus. Darüber hinaus hat die Unterbringung
des Rückschlagventils im Schlauchansatz den Vorteil,
daß sowohl ein unbeabsichtigtes Öffnen des Rückschlagventils
ausgeschlossen ist, als auch die gute Erreichbarkeit
des Rückschlagventils, als wesentliche Voraussetzung
zur einfachen Handhabung des Pessars, sichergestellt
ist. Das Befüllen des Ballons beim eingesetzten
Pessar kann beispielsweise mittels einer Einmalspritze
oder einer kleinen Handpumpe erfolgen und von der
Patientin selbst durchgeführt werden. Das Entleeren des
Ballons erfolgt durch äußeren Druck auf den Schlauchansatz
im Bereich des Rückschlagventils.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn zumindest der bauchige
Ballon und das Rückschlagventil aus Gummi oder einem
thermoplastischen Kunststoff, insbesondere aus einem
physiologisch unbedenklichen Weich-PVC, bestehen. Ein
Pessar aus einem derartigen Material läßt sich besonders
gut und leicht in die Vagina einsetzen bzw. herausnehmen.
Darüber hinaus macht die Verwendung eines physiologisch
unbedenklichen Kunststoffmaterials das erfindungsgemäße
Pessar beständig gegenüber Seifenlösungen oder Handdesinfektionsmittel.
Dadurch läßt sich das Pessar leicht
säubern, um den Hygieneanforderungen zu genügen. Außerdem
kann das Pessar zu keinen Beeinträchtigungen des Uterus
führen.
Der Hohlkörper kann eine kugelförmige oder birnenförmige
Gestalt aufweisen. Besonders vorteilhaft ist in anatomischer
Hinsicht jedoch ein Hohlkörper mit einer pilzartigen
Gestalt. Gegebenenfalls kann das Pessar auch andere ähnliche
Gestaltungsformen aufweisen.
Die Größe des Pessars kann in Abhängigkeit von den individuell
gegebenen anatomischen Gegebenheiten variieren.
Darüber hinaus kann die Größe eines einzelnen Pessars in
bestimmten Bereichen durch Einfüllen mit unterschiedlichen
Luft- bzw. Flüssigkeitsvolumina variiert werden.
Die Wandstärke des Pessars ist derart getroffen, daß der
Ballon im leeren Zustand schlauchförmig zusammenlegbar
ist. Auf diese Weise wird das Einsetzen und Herausnehmen
des Pessars in die Vagina erleichtert.
Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Pessars ist die Wandstärke am Übergang vom
Ballon zum Schlauchansatz verringert. Dadurch läßt sich
letzterer ohne großen Widerstand gegenüber dem Ballon
neigen und im eingesetzten Zustand desselben wegknicken,
damit dieser beim Tragen nicht störend wirkt.
Weitere Merkmale der Erfindung beziehen sich auf die Ausbildung
des Rückschlagventils als Membranventil. Die beanspruchten
Ausführungsbeispiele haben sich dabei als besonders
vorteilhaft hinsichtlich der Herstellung und der Handhabung
erwiesen. Die erfindungsgemäßen Membranventile
bieten darüber hinaus den Vorteil, daß die Gechmeidigkeit
des Pessars, nämlich des freien Endes des Schlauchansatzes,
erhalten bleibt. Die Trageigenschaften werden
durch die Membranventile nicht wesentlich beeinflußt.
Weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung werden zusammen
mit dem bevorzugten Ausführungsbeispiel nachfolgend
anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer bevorzugten
Ausführungsform des Pessars;
Fig. 2 einen Schnitt durch ein Rückschlagventil in
vergrößertem Maßstab;
Fig. 3 eine Ansicht des Rückschlagventils in Richtung
des Pfeils VII der Fig. 2;
Fig. 4 eine anatomische Darstellung zur Veranschaulichung
einer neuen Indikation des Pessars.
Die Fig. 1 zeigt das bevorzugte Ausführungsbeispiel
des Pessars (10), das sich aus einem Ballon
(41), einem sich anschließenden Schlauchansatz (16) und
einem am äußeren Ende desselben angeordneten
Rückschlagventil (42) zusammensetzt.
Der Ballon (41) verfügt hier über eine in anatomischer
Hinsicht besonders vorteilhafte Gestalt, ist nämlich
pilzförmig ausgebildet.
An das äußere Ende des Schlauchansatzes (16) ist
hier das aus einem seperaten Teil gefertigte Rückschlagventil
(42) fest angeordnet, und zwar vorzugsweise
angeschweißt. Die Abmessungen des äußeren Endes
am Schlauchansatz (16) und des Außenmantels des Rückschlagventils
(42) sind derart getroffen, daß zwischen
dem Rückschlagventil (42) und dem Schlauchansatz (16)
ein bündiger, also nahezu nahtloser Übergang entsteht.
Im fertiggestellten Zustand ist daher das Rückschlagventil
(42) integraler Bestandteil des Pessars.
Wie die Fig. 2 deutlich zeigt, ist das Rückschlagventil
(42) als ein Membranventil ausgebildet. Dieses
verfügt über einen äußeren Mantel (43), der sich zum
freien Ende des Rückschlagventils (42) hin leicht verjüngt.
Dadurch verfügt der äußere Mantel (43) über eine
etwa kegelstumpfförmige äußere Gestalt. Zusätzlich sind
an gegenüberliegenden Bereichen des äußeren Mantels
(43) zwei Griffmulden (44) angeordnet. Diese dienen -
wie nachfolgend noch näher erläutert werden wird - zum
leichteren Entleeren des Ballons (41) zum Herausnehmen
aus der Vagina.
Im Inneren des Rückschlagventils (42) ist etwa zentrisch
zum äußeren Mantel (43) ein etwa zylindrischer
Ventilsitz (45) mit gegenüber dem äußeren Mantel (43)
kleinerem Durchmesser angeordnet. Letzterer ist mit dem
äußeren Mantel (43) an der freien Seite des Rückschlagventils
(42) verbunden. Dadurch ragt der Ventilsitz
(45) mit seinem freien Ende (46) ins Innere des Rückschlagventils
(42), also in Richtung auf den Ballon
(41).
Mit Abstand vom freien Ende (46) des Ventilsitzes (45)
ist eine zum Verschluß desselben dienende quergerichtete
Dichtwand (47) angeordnet. Wie die Fig. 3 zeigt,
weist die Dichtwand (47) einen länglichen, diametral
verlaufenden Einschnitt (48) auf, der die Dichtwand in
zwei Hälften, nämlich zwei Dichtlippen (49) unterteilt.
Die Richtung des Einschnitts ist derart gewählt, daß
dieser quer zu den Griffflächen der Griffmulden (44)
gerichtet ist. Auf diese Weise öffnen sich die Dichtlippen
(49) am Einschnitt (48) durch ein Zusammendrücken
des Rückschlagventils (42) infolge eines Zusammendrückens
des äußeren Mantels (43) zwischen den gegenüberliegenden
Griffmulden (44).
Der Fig. 6 kann noch entnommen werden, daß im Bereich
der Dichtwand (47) und daran angrenzenden Randbereichen
der äußere Mantel des Ventilsitzes (45) eine umlaufende
Einschnürung (50) aufweist. Letztere dient zur Aufnahme
eines in der Figur strichpunktiert dargestellten Ventilgummis
(51). Dieses spannt die Dichtlippen (49) derart
vor, daß diese im Bereich des Einschnitts (48) dichtend
aneinanderstoßen.
Das erfindungsgemäße Pessar
(10) wird wie folgt gehandhabt: Schlauchartig zusammengelegt
wird das Pessar (10) mit einem Finger oder einem
Führungsstab in die Vagina der Patientin eingeführt.
Anschließend wird das Pessar von außen durch das Rückschlagventil
(42) hindurch auf das erforderliche
Volumen aufgempumpt, um die gewünschte Abstützung
des Uterus zu erreichen. Das Füllen erfolgt zweckmäßigerweise
durch eine Einmalspritze oder dergleichen, die
von der Patientin selbst betätigt werden kann. Zum
Herausnehmen des Pessars (10) ist es lediglich erforderlich,
das Rückschlagventil (42) zu öffnen,
beispielsweise durch Zusammendrücken desselben an den
gegenüberliegenden Griffmulden (44), damit die Füllung
des Pessars (10) entweichen kann. Es ist auch denkbar,
unter Zuhilfenahme einer Kanüle oder einer Einmalspritze
die Füllung aus dem Pessar (10) zu entfernen.
Soweit dies geschehen ist, läßt sich das Pessar (10)
problemlos aus der Vagina herausziehen.
Ein ganz anderer Indikationsbereich des erfindungsgemäßen
Pessars (10) ist in der Fig. 4 dargestellt.
Hierzu wird das Pessar im ungefüllten, schlauchförmigen
Zustand durch den After (52) in den Mastdarm (53)
geschoben, dann mit Luft oder dergleichen gefüllt. Das
Pessar (10) erhält dann die dargestellte Lage im unteren
Bereich des Mastdarms (53) zur Abdichtung desselben
gegenüber dem After (52). Es wird dadurch zuverlässig
vermieden, daß Stuhl aus dem After (52) entweichen
kann, solange das untere Ende des Mastdarms (53) durch
das Pessar (10) verschlossen ist. Das Pessar (10) eignet
sich so in idealer Weise zur Vermeidung der unerwünschten
Folgen, wie sie im Zusammenhang mit einer
Stuhlinkontinenz auftreten können.
Wie der Fig. 4 weiterhin zu entnehmen ist, verfügt das
dargestellte Pessar (10) über einen besonders langen
Schlauchansatz (54). Dieser ist erforderlich, damit
dieser zwischen den Beinen in den Bauchbereich des
Patienten bzw. der Patientin geführt werden kann zum
einfachen Füllen bzw. Entleeren des Pessars (10). Als
Verschluß des Pessars (10) kann auch bei dieser Indikation
vorteilhaft das Rückschlagventil (42)
zum Einsatz kommen.
Der lange Schlauchansatz (54) dient darüber hinaus dazu,
das Pessar (10) noch aus dem Mastdarm (53) entnehmen zu
können, wenn dieses innen einmal hochgerutscht sein
sollte.
Claims (12)
1. Pessar zur vaginaseitigen Abstützung des Uterus mit
einem bauchigen, elastischen Ballon, dem ein ein Rückschlagventil
aufweisender Schlauchansatz zum Aufblasen des
Ballons zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß das Rückschlagventil (42) als integraler
Bestandteil des Schlauchansatzes (16) aus einem in
dem Schlauchansatz (16) angeordneten Ventilsitz (45) gebildet
ist, der eine Dichtwand (47) mit einem länglichen Einschnitt
(48) zur Bildung zweier zusammenstoßender Dichtlippen
(49) aufweist.
2. Pessar nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Ventilsitz (45) trichterförmig ausgebildet ist.
3. Pessar nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Rückschlagventil (42) einen den Ventilsitz
(45) zentrisch umgebenden äußeren Mantel (43) aufweist,
der einstückig mit dem Ventilsitz (45) verbunden ist.
4. Pessar nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilsitz (45) mit
einem freien Ende des äußeren Mantels (43) verbunden ist,
und die Dichtwand (47) mit Abstand vom freien Ende des
äußeren Mantels (43) angeordnet ist.
5. Pessar nach Anspruch 1 sowie einem oder mehreren
der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ventilsitz (45) an über die Dicke der Dichtwand (47)
hinausragenden äußeren Bereichen mit einer vorzugsweise
leicht kegelförmigen Einschnürung (50) zur Aufnahme eines
elastisch vorgespannten Ventilgummis (51) versehen ist.
6. Pessar nach Anspruch 3 sowie einem oder mehreren
der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
äußere Mantel (43) des Rückschlagventils (42) zwei einander
gegenüberliegende Griffmulden (44) aufweist, die
derart am äußeren Mantel (43) angeordnet sind, daß die
Flächen der Griffmulden (44) quergerichtet zum Einschnitt
(48) in der Dichtwand (47) verlaufen.
7. Pessar nach Anspruch 1 sowie einem oder mehreren
der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ballon (12, 41) im leeren Zustand schlauchförmig zusammenlegbar
ist.
8. Pessar nach Anspruch 1 sowie einem oder mehreren
der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ballon (12) kugelförmig oder birnenförmig ausgebildet ist.
9. Pessar nach Anspruch sowie einem oder mehreren
der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ballon (41) pilzförmig ausgebildet ist.
10. Pessar nach Anspruch 1 sowie einem oder mehreren
der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest
der Ballon (12, 41) und der Schlauchansatz aus physiologisch
unbedenklichem, hautverträglichem thermoplastischem
Kunststoff, insbesondere Weich-PVC, besteht.
11. Pessar nach Anspruch 1 sowie einem oder mehreren
der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ballon (12, 41) und der Schlauchansatz (16) eine Wandstärke
von 0,3 bis 0,5 mm aufweisen.
12. Pessar nach Anspruch 1 sowie einem oder mehreren
der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wandstärke im Übergangsbereich (14) zwischen dem Ballon
(12, 41) und Schlauchansatz (16) gegenüber der übrigen
Wandstärke verringert ist.
Priority Applications (1)
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| DE19873700239 DE3700239A1 (de) | 1986-03-18 | 1987-01-07 | Pessar |
Publications (2)
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| DE3700239A1 DE3700239A1 (de) | 1987-09-24 |
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Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE3700239A1 (de) |
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