-
Haltevorrichtung für Punktiergeräte. Die Erfindung betrifft eine Haltevorrichtung
für Punktiergeräte, die in der Holz- und Steinbildhauerkunst dazu verwendet werden,
um nach einem Gipsmodell an dem auszuhauenden Steinblocke oder Holzklotze die wichtigsten
bzw. erhabensten Punkte zu bestimmen. Als Haltevo richtung für derartige Punktiergeräte
ist ein im allgemeinen aus Holz bestehendes sogenanntes Kreuz üblich, das am Modell
und am Werkstück in drei bestimmte, mit dem Modell bzw. Werkstück fest verbundene,
gleichliegende Punkte eingehängt wird.
-
D-e Ve iverdung des Kreuzes ist für den Bildhauer mit mancherlei Unbequemlichkeiten
verbunden. Das - besonders, wenn es sich um die Herstellung lebensgroßer oder gar
überlebensgroßer Gestalten handelt - oft außerordentlich schwere Kreuz muß beim
Setzen jedes Punktes vom Modell auf das Werkstück umgehängt werden. Dies bedeutet
auf die Dauer eine erhebliche körptrliche Anstrengung für den Bildhauer. Um das
Gewicht des Kreuses möglichst zu verringern, werden die drei Arme, deren Enden die
festen Punkte berühren, mög liehst kurz gehalten. Die Folge hiervon ist, daß der
senkrechte Stab des Kreuzes dicht vor dem Gesicht des Modelles vorbeigeht. Demgemäß
verdeckt das Kreuz, wenn es an das Werkstück angelegt ist, dieses an den entsprechenden
Stellen und muß bei deren Bearbeitung mehrmals entfernt und wieder eingehängt werden,
um die richtige Lage auch nur eines einzigen maßgebenden Punktes festzustellen.
Bei ganzen Figuren oder umfangreichen Arbeiten, wie Gruppen, ist es notwendig, mehrere
Punktgruppen festzulegen, wobei sich dann jedesmal von neuem die Schwierigkeit ergibt,
Abweichungen in der gegenseitigen Lage der Punktgruppen am Modell einerseits und
Werkstück andererseits zu vermeiden.
-
Soll die Rückseite von Figuren mit einem solchen Punktiergerät punktiert
werden, so ist es erforderlich, dort ebenfalls eine cder mehrere Punktgruppen sowohl
beim Mcdell als auch beim Werkstück zu bestimmen, was ebenso mühselig wie zeitraubend
ist. Wenn hierbei nicht mit der allerpeinlichsten Sorgfalt vorgegangen
wird,
so sind Verzerrun-en der Nachbildung unvermeidlich.
-
Bei Witterungswechsel ändern sich die Abstände der drei Punkte. Diese
Änderung kann bei größeren Bildwerken aus Holz bis zu .i cm betragen. Infolgedessen
muß der Bildhauer in solchem Falle, oder wenn er nach einer Pause von einigen Wochen
die Arbeit wieder aufnimmt, die Punkte am Werkstück nachpriifen und von neuem festlegen.
-
Ein weiterer Nachteil des Kreuzes besteht darin, daß bei jedesmaligem
Einhängen geprüft «erden muß, ob die Körner der drei Arme des Kreuzes auch richtig
in den Pfannen liegen.
-
Zur Beseitigung dieser Nachteile besteht gemäß der Erfindung die Haltevorrichtung
aus je einem am Modell und Werkstück, vorzugsweise in deren Scheitelmitte, anzuordnenden
gleichseitigen dreiseitigen Prisma, auf das eine das Punktiergerät trügende Hülse
aufgestecl:t wird, die mittels einer auf die dem Punktiergerät jeweils abgewendete
Prismens@ ite wirkenden Klemmschraube festgestellt wird.
-
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Abb. i zeigt das auf dein Scheitel des Werkstückes befestigte Punktiergerät
in Ansicht; in Abb. 2 ist ein für Holzbildhauerei bestimmtes Prisma in Draufsicht;
in Abb. ein Prisma für Steinbildhauerei in Ansicht dargestellt.
-
Die Punktiernadrl a ist in bekannter Weise in dem Bügel b verschiebbar
geführt und wird durch die Blattfeder c an ihre Lager gedrückt. Ein. verstellbarer
Anschlag c. kann mittels der Schraube d auf der Nadel festgestellt werden. Der bügelförmige
Nadelhalter b trägt einen Arm f, der mittels des durch die Schraube i feststellbaren
Kugelgelenkes n, k mit dem Ende der Stange k verbunden ist. Auf dieser Stange verschiebbar
ist ein durch die Schraube L' festklemnibares Kugelgelenk 1, m
vorgesehen,
welches mittels des Armes ra mit der gleichseitig dreiseitig prismatischen Hülse
o starr verbunden ist. Diese kurze Hülse o ist auf das am Ende zweckmäßg abgeschrägte
gleichseitige dreiseitige Prisma q aufgeschoben und kann auf diesem mittels der
SchrauLe festgeklemmt werden.
-
Soll das Modell in Holz nachgebildet werden, so wird ein Prisma
q mittels der Platte y an einer geeigneten Stelle, z. B. auf dem Scheitel
des Holzklotzes t angeschraubt (Abb. i) ; geschieht die Nachbildung in Stein, so
wird es mittels des Ankers s eingegipst (Abb. 3). Ein gleiches Prisma wird auf dem
Scheitel des Gipsmodelles befestigt.
-
Die Verwendung des Punktiergerätes: soll im folgenden an dein Beispiele
einer in Holz herzustellenden Büste erläutert werdcr=.
-
Auf der Scheitelmitte dis Modellgis wird ein Prisma q so eingegipst,
daß eire schier drei Kanten nach vorn, nach dem Gesicht zeigt. Auf dem zu bearbeitenden
Holzklotze t wird an der entsprechenden Stelle ebenfalls ein Prisma q (Abb. i u.
2; so aufgeschraubt, daß eine Kante dorthin weist, wo das Gesicht entstehen soll.
Hiermit sind bereits alle Vorbereitungen für die Verwendung des Punktiergerätes
getroffen. Dieses wird mittels der prismatischen Hülse o auf das am Modell befestigte
Prisma q aufgeschoben und mittels der Schraube p festgeklemmt. Nunmehr werden der
Anschlag c und die Kugelgelenke in, 1
und h, g gelockert, und in bekannter
Wei#e die Lage eines wesentlichen Punktes am '-Modell festgestellt. Hierauf werden
der Anschlag c und die Kugelgelenke festgeklemmt, worauf nach Lockern der Schraube
p das Gerät vom Modellprisma abgehoben wird, um auf das U"erkstückprisma aufgesetzt
zu werden. Die Übertragung des gefundenen Punktes auf den Klotz geschieht in bekannter
W@ ise.
-
Die Anordnung einer prismatischen Haltevorrichtung q auf der Mitte
des Screitels ermöglicht es, alle Stellen des Modellgis bzw. des Werkstückes von
diesem einen Punkte aus zu punktieren. Nur wenn es sich um die Herstellung so umfangreicher
Arbeiten handelt, daß die Länge des Punktiergerätes nicht mehr ausreicht, um alle
Stellen zu erreichen, ist es erforderlich, ein weiteres Prisma oder mehrere solche
anzuordnen. Das Aufsuchen eines zur Anbringung eines weiteren Prismas geeigneten
Punktes am Modell, dessen Übertragung auf das Werkstück und die Prüfung seiner Lage
geschieht ebenfalls mühelos mittels des Punktiergerätes vom ersten bzw. vorhergehenden
Prisma aus.